“Stern”-Vize Hans-Ulrich Jörges hat sich kürzlich mit einer öffentlichen Äußerung zu Weblogs in die Nesseln gesetzt. Gegenüber der Readers Edition versucht er nun eine Kehrtwende – doch leider wieder eher auf eine unglückliche Art und Weise.Langsam mutiert der zum Orakel von Klein-Bloggersdorf, der Herr Jörges. Seine Äußerung auf einem Berliner Podium:
“Die guten Redaktionen sollten ihre Siele geschlossen halten, damit der ganze Dreck von unten nicht durch ihre Scheißhäuser nach oben kommt.”
… will er nun bezogen sehen auf Hass erfüllte Blogs. Weshalb aber nun diese Hass-Blogs Einfluss in Redaktionen bekommen sollten, verschweigt er. Angesichts meiner Erfahrung, dass die wenigsten Mitglieder deutscher Redaktionen Blogs lesen, ist diese Vorsicht doch bemerkenswert. Ebenso bemerkenswert wie Jörges Angst, seine Kollegen seien nicht klug genug, extreme Meinungen als unbrauchbar für die Diskussion anzuerkennen.
Und dann tätigt er schon wieder so eine Aussage, die aus dem Zusammenhang gerissen sehr, sehr unglücklich daher kommt.
“Aber jeder, der Blogs betreibt oder liest, weiß auch, dass manche förmlich überquellen vor Hass, Ressentiment und Dummheit – und daher unbedingt redaktionell „gepflegt“ werden müssen.”
Interviewtwerden und Aufpodienreden sind nicht wirklich die Stärken von Hans-Ulrich Jörges, scheint mir.










8 Kommentare zu “Ach, Jörges”
… oder wird da die unheilige Verbindung zwischen PI, Broder und Welt wahrgenommen in der stern-Redaktion?
Wink!
Weblogs und Redaktion, das passt wie Öl und Wasser. Communities dagegen lesen sich gern selbst, bedienen das männliche Tratschbedürfnis, das gern als weiblich eingestuft wird. Ein Blog nutzt selten, erreicht kaum Öffentlichkeit, wird trendgemäß ohnehin überschätzt.
Uups, hab ich jetzt selbst etwa was geschrieben?
Wink!
Weblogs und Redaktion, das passt wie Öl und Wasser. Communities dagegen lesen sich gern selbst, bedienen das männliche Tratschbedürfnis, das gern als weiblich eingestuft wird. Ein Blog nutzt selten, erreicht kaum Öffentlichkeit, wird trendgemäß ohnehin überschätzt.
Uups, hab ich jetzt selbst etwa was geschrieben?
Oder er schreibt sie gleich selbst? Das Zeug dazu hätte er!
Interviewtwerden und Aufpodienreden muss unbedingt redaktionell gepflegt werden.
Vielleicht liest er intensiv die Kommentare unter manchem Artikel bei Welt Online?
Ich frage mich allmählich, wo der sich eigentlich rumtreibt, wenn er ausnahmsweise mal im Netz ist. Außer bei den Outlaws von PI und dessen Bande gibt es das Phänomen in Blogville doch gar nicht – und dort ist es eher ’struktureller Antisemitismus’, der also im israelfreundlichen Gewand die Muslime an die Funktionsstelle der Juden stellt …
Aber Jörges’ blauen Augen auf dem “Screenshot” sind wirklich famos! (-;