»Thomas Knüwer 27. April 2007, 10:17 Uhr

Vom Sex der Startup-Gründer

Bereitet Gründern von Internet-Unternehmen die Bejubelung der eigenen Schöpfung eigentlich erotische Freude? Angesichts der Eigenbeschreibung des Hauses Metaversum habe ich den Eindruck.Metaversum ist ein Unternehmen, das schon auf seiner Startseite behauptet, es introduce “new visions for web 2.0 and virtual worlds”. Keine neuen Produkte, nein, es sind gleich Visionen. Möglicherweise sind Visionen aber auch nur gleichzusetzen mit wolkigen Ideen gepaart mit technischer Inkompetenz. Denn nachdem die ganze Welt die platte Marketinstrategie für das Metaversum-Projekt Yumondo dank eines ungeschützten Wikis mitlesen konnte, bettelt man nun auch noch das Weblog Fixmbr an, es möge die Links zu der peinlichen Sache löschen. Es ist zu befürchten, dass Metaversum seine nun jedem bekannte Marketingstrategie womöglich doch noch umsetzen will.

Das aber legt den Verdacht der Selbstüberschätzung nahe. Bestätigt wird dieser durch die Selbstprofilierung der Firma auf ihrer Homepage.

Bescheiden formuliert ist Metaversum ist nicht ein Unternehmen, das im Bereich Web 2.0 und 3D Plattformen aktiv ist. Gegründet wurde es von drei mit Erfahrung ausgestatteten Managern aus dem Bereich IT und Beratung. Ziel ist die Entwicklung von Produkten im Bereich Internet-Communities und virtuelle Welten. Es hat eine erste Finanzierungsrunde erhalten.

Nein, so geht das nicht. Man kann sich richtig vorstellen, wie bei Metaversum die Geschäftsführung sich auf ihren Sesseln räkelte und spitze Lustschreie ausstieß, als die PR-Tanja-Anja zu immer neuen Höhen emporstieg bei der Präsentation des Textes:

Metaversum is a highly

OH BABY!

innovative company with trailblazing

UH!

visions for the future

GEIL!

of Web 2.0 and 3D platforms. The company was founded by two internationally successful

SOOOO GUUUUT!

entrepreneurs from the IT industry and a former corporate consultant & media manager. It has dedicated itself

DEDICATE YOURSELF TO ME, SUGAR!

to a highly ambitious

YESYESYES!!!

goal: the development and implementation of groundbreaking

ICHKOMMEGLEICH!!!

concepts for Internet communities and virtual worlds. The Berlin-based start-up, which is financed by a very successful

MEHRMEHR!

German venture capital company, is currently developing a Social Community Platform and a Massive Multiplayer Online Virtual World.

War es auch für dich gut?

»Thomas Knüwer 27. April 2007, 10:17 Uhr

    11 Kommentare zu “Vom Sex der Startup-Gründer”


  1. Dennis says:

    rofl. Das erinnert mich an Kim “Kimble” Schmitz. Und ja: Es war auch für mich schön.

  2. kobalt says:

    @ ZAF
    Die haben es inzwischen geändert. Jedoch kann ich den “Interpreneur” bezeugen. Schon ziemlich arrogant, Mitarbeiter nu dann einzustellen, wenn diese exzellentesteste und über- und hervorragendesteste Abschlüsse vorweisen, sich in Marketingdenglish zu ergehen und doch selbst derart schlampig zu sein.

    Allmählich sollten die Entitäten des Metaversums sich bei ihren Kritikern bedanken, immerhin wurden sie durch diese auf ihre üblen Fehler aufmerksam gemacht.

  3. Chat Atkins says:

    Hoffentlich kam es dabei zu keinem Austausch von Körperflüssigkeiten.

  4. Dr. Dean says:

    Hinterher fühlt man sich manchmal so leer.

  5. Erik says:

    Du kannst echt fies sein ;)

  6. kju says:

    War es nicht Helmut Schmidt, der sagte: “Wer Visionen hat, sollte zum Arzt”?

  7. Die sollten mal den Artikel “Get naked…and rule the World” in der Wired lesen.

  8. ZAF says:

    Wie ich hier schon mal feststellte, steht in den Stellenausschreibungen “IT-Interpreneure”. Interpreneur kann man sicher nur mit der geballten Erfahrung der Metaversum-Gründer werden.

  9. derherold says:

    Ich hätte da mal 2 Fragen:
    1. Darf man so etwas vor 22 Uhr schreiben ?
    2. Ist es in der heutigen Zeit noch angemessen, solche Texte dem ungeschützen Lese-Verkehr zuzuführen ? :)

  10. Tim says:

    Nett: “Metaversum is preparing to release Yumondo, the first Metaversum product, in early 2007.”

    Wie haben bald Mai 2007. “Early 2007″ ist vorbei.

    Erinnert alles sehr an die guten alten NE-Zeiten.

  11. Chris says:

    *gröööhl*

    Ymmd – und hier schaut mich alles gerade entgeistert an – das kannst Du doch nicht tun Baby… :D