Das Fernsehen manipuliert, sagt man. Aber im Internet ist ja vieles anders. Dort zum Beispiel können Videos der Wahrheitsfindung dienen. Ich glaub, ich mach ein Unternehmen auf. Ein Beratungsunternehmen. Für Investoren. Die Leistung, die ich offerieren werde, ist ein wenig ungewöhnlich, aber ich bin mir sicher – es funktioniert.
Es handelt sich um eine Art Lakmus-Test für Firmengründer. Ich nehme mir eine junge, gut aussehende Dame und einen Videokameramann. Und die schicke ich zu einschlägigen Internet-Partys um Startup-Gründer zu interviewen. Denn anscheinend sind es solche Festivitäten, bei denen jede Scheu abgelegt wird. Nehmen wir nur einmal das Beispiel Powerset, einer Suchmaschine, die davon träumt das Suchen zu vereinfachen.
Einer ihrer Mitarbeiter ließ sich vor der laufenden Kamera des Videocast D7TV spürbar alkoholisiert zu folgendem Dialog hinreißen:
“We have a demo where you can, like, search web pages and get results, like, like, books by children versus books for children?and that?s what we claim we can do?we?ll see in a year.”
Was wiederum einen Investor beim Weblog Techcrunch veranlasste zu schreiben:
“I am a VC who has invested $100,000 in PowerSet and am desperately worried.”
Ja, und das wird doch noch häufiger funktionieren. Auch in Deutschland geben Gründer schließlich bizarre Video-Interviews:
Link: sevenload.com
Ja, das sollte funktionieren, denn vor der Kamera lügen, das funktioniert einfach nicht. Weiß sicher auch Michael Prang. Und deshalb bin ich mir sicher, dass er erwähnen wird, wenn er in seinem Gesundheitsvideo über Medikamente redet, für deren Hersteller er schon PR gemacht hat. Und sicher wird er auch noch mal erläutern, dass er kein praktizierender Arzt ist, sondern vor allem Berufskommunikator.










Ein Kommentar zu “Internet, Lügen und Videos”
Das er “Berufskommunikator” und früher schon für das Fernsehen gearbeitet hat, steht in seinem Blog. Ich kann erst einmal nichts Verwerfliches dabei finden, wenn ihm das mehr Spaß macht.
Anders sieht es aus, wenn er “über Medikamente redet, für deren Hersteller er schon PR gemacht hat”.
Nur: Kannst Du das belegen? Dann, aber nur dann, würde ich einen wohlwollenden Beitrag von mir über seinen Blog auf meiner Seite “überarbeiten”.