»Thomas Knüwer 18. January 2007, 10:16 Uhr

Viel Sturm um Nichts?

Es stürmt in Deutschland. Also, es soll stürmen. Und deshalb versuchen wir hier doch mal ein Experiment: ein Sturm-Blog.Wenn etwas zitternd erwartet wird, denke ich als Berufsskeptiker, wird meist nix draus. Siehe Vogelgrippe. So ein Gefühl habe ich auch beim aufziehenden “Monstersturm” (Spiegel Online) namens Kyrill.

Derzeit wird schon Windstärke 10 gehyped. Nun bin ich ja wirklich kein großer Seefahrensmann, aber in meinen Schultagen sind wir einmal bei Windstärke 11 mit einem Schiff namens “Funny Girl”, das so groß war, wie es klingt, von Cuxhaven nach Helgoland gefahren. Es war keine schöne Überfahrt und außer unserem Lehrer, der mannhaft mit Super8-Kamera die Wellen filmte (also das alles vielleicht gar nicht als real empfand) haben wir alle den imaginären Mitschüler Jöööööörg begrüßt.

Windstärke 10 als, wenn ich das richtig sehe 100 Stundenkilometer Geschwindigkeit, ist erstmal nicht so fürchterlich ungewöhnlich.

Wie aber sieht es tatsächlich aus im Lande? Dieser Eintrag sei hiermit als Bitte verstanden, den Sturm in den Kommentaren zu schildern oder Links einzuwerfen, die sich mit dem, was da kommt, oder nicht kommt, beschäftigen. Fotos werden auch gerne bis ca. 18 Uhr unter t.knuewer – at – vhb.de entgegengenommen.

Herr Alphonso macht ja schon mal Werbung für einen Umzug gen Süden.

Unsere Haussicherheit hat schon mal angemahnt, ja seine Fenster zu schließen, wenn es losgeht, auf dass wir es nicht halten müssen mit Shakespeares “The Tempest”:

“If by your art, my dearest father, you have Put the wild waters in this roar, allay them. The sky, it seems, would pour down stinking pitch, But that the sea, mounting to th’ welkin’s cheek, Dashes the fire out. O, I have suffered With those that I saw suffer! A brave vessel, Who had no doubt some noble creature in her, Dash’d all to pieces! O, the cry did knock Against my very heart! Poor souls, they perish’d. Had I been any god of power, I would Have sunk the sea within the earth or ere It should the good ship so have swallow’d and The fraughting souls within her.”

10.37: Der Kaufhof an der Düsseldorfer Kö hält einen seiner Eingänge geschlossen wegen Windböen.

»Thomas Knüwer 18. January 2007, 10:16 Uhr

    118 Kommentare zu “Viel Sturm um Nichts?”


  1. egon says:

    Ja das war ein boeser Sturm und leider haben Leute ihr Leben verloren. Aber der Sturm war sogar noch groesser in den Medien. In der Tat, da gab es zu viel ‘Sturm und Drang’. Da kann ich nur noch sagen, bitte die Windturbinen abstellen.

  2. fischmobber says:

    UUUUlrich

  3. Bluecher says:

    Hab den Wind in Düsseldorf-Ost gar nicht so wild empfunden. Ein kleinerer Baum am Ufer der Düssel wurde entwurzelt, in einer Nachbarstraße ist ein Baum gebrochen. Aber auf der Cecilienallee am Rhein hat es drei der alten Kastanien gerissen. Als ich gestern dort unterwegs war, lag eine quer auf der Fahrbahn.

    Solche Schäden hat man nicht jeden Tag – aber vom Gefühl her war es eine Steife Brise aber nix zum Aufregen. Da erinnere ich mich an ganz andere Ubwetter. Muß nachher mal nach Hubbelrath raus – mal sehen wie es dort auf dem offenen Land aussieht.

  4. A. Kaul says:

    Ich hab´ die Nacht im Zug verbracht. Im HBF Fürth. Es gibt angenehmeres. Als Zeitvertreib hab ich Buch geführt und das Ergebnis finden Sie im Kaulwein Weblog.

  5. chris kiss says:

    na, das war wohl doch bisschen heftiger als sich der wirr-wichtige Schreiberling und Initator, ist der selbstdarstellende Ansatz jetzt das Niveau des handelsblatts? tags zuvor erfühlt hat.
    klar, Meterologen sind eben keine klugen Journalisten.
    na, zum Glück hat der Mensch mit Verstand hier doch weniger dem Gefühl des Journalisten vertraut, es reichen die Toten auch so aus.

  6. Iris says:

    Zur Info, da ich es hier ein paar Mal las: Versicherungen zahlen bereits ab Windstärke 8, nicht erst ab 11. Denn ab Stärke 8 ist es ein Sturm und damit ein bedingungsgemäßer Sturmschaden

  7. Andreas Wiehe says:

    nun, wir haben den schweren verlust eines(!) dachziegels zu beklagen. dieser hat sich auf nimmerwiedersehen verabschiedet. unauffindbar. seltsam. wo auch immer er hin ist, wir wünschen ihm viel glück und alles gute.
    dafür haben wir das komplette dach des nachbar-gartenhauses in unseren fliederbäumen. auffinden dürfen.

    fairer tausch.

  8. Bettina says:

    Bei uns gab´s Sturmflutourismus!

  9. Detlef Borchers says:

    Bilanz: Es ist wunderbar gelaufen. 20 Ziegel auf der einen, 4 Ziegel auf der anderen Seite sind runter. Die für uns maßgebliche Windmessanlage auf dem Kohlekraftwerk in Ibbenbüren hat Werte über 11 gemessen, damit ist es ein Versicherungsschaden. Ende des Berichtes.

  10. Nachtrag meines “Sturm-Highlights”: Das scheinheilig-betroffene Gesicht des RTL-Moderators in der linken Bildhälfte, während in der rechten seine Kollegin ob der dramatischeren Wirkung willen im Wind schwankend ihr Mikro umklammerte….

  11. Robert says:

    7:35 Feldafing (Starnberger See)
    die Nacht ist zugig, aber glimpflich abgelaufen.
    von blockierten straßen wegen bäumen, geschweige denn verletzten hab ich nix mitbekommen, unsere scheiben haben’s glücklicherweise ausgehalten und gut geschlafen hab ich auch :)

  12. Claus the mouse says:

    …..

    Und es war der Zug. Am Süderturm
    Keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm
    Und Johnie spricht : “Die Brücke noch!
    Aber was tut es, wir zwingen es doch.
    Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf,
    Die bleiben Sieger in solchem Kampf,
    Und wie´s auch rast und ringt und rennt,
    Wir kriegen es unter, das Element.

    ……

    Und die Brücknersleut ohne Rast und Ruh
    Und in Bangen sehen nach Süden zu;
    Denn wütender wurde der Winde Spiel,
    Und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel,
    Erglüht es in niederschissender Pracht
    Übern Wasser unten ….und wieder ist Nacht.

    “Wann treffen wir wieder zusamm´?”
    Um Mitternacht am Bergeskamm.”
    …..
    “Hei!
    Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.”
    “Tand, Tand
    Ist das Gebilde von Menschenhand.”

    Fontane Die Brück am Tay

    Immer das selbe Programm und immer die selbe Antwort.

  13. Christiane says:

    Hier in London war der Sturm am Nachmittag ziemlich heftig. Vor meinem Büro wurden Bäume abegesägt, Straßen wurden gesperrt und ich musste 90 Minuten mit dem Bus nach Hause fahren, weil der Zug nicht mehr fährt. Unterdessen ist der Wind nicht mehr so stark und es regnet.
    Christiane exklusiv für Indiskretion Ehrensache aus London ;-)

  14. Cornelis Stettner says:

    Am Berliner Hauptbahnhof: die einzigen Windmacher waren die Polizisten, die uns aus dem gesperrten Gebäude warfen (00.05). Im Mauerpark eine Stunde später: Tote Hose.
    Glück gehabt gute Nacht.

  15. Jordanus says:

    @Philipp: Wie schreibst Du eigentlich während des Stromausfalls Kommentare?

    Die Weser floß hier eine zeitlang in die falsche Richtung, weil das Wasser aus der Nordsee hereinflutete. Aber jetzt stagniert die Sache. Jetzt fließt hier eigentlich gar nichts mehr. Ich beginne schon, mich mit einigen Molekülen anzufreunden. Der Wasserstand fällt schon wieder.

    Auf mich wirkte alles nicht so dramatisch wie erwartet.

  16. Christian says:

    Mitbewohner und Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Lokstedt (Hamburg) kommt gerade nach Hause und kommentiert:
    Zitate: “Langeweile. Nichts besonderes. Durfte Laub aus nem Gulli fegen. Nur ‘Lari-Fari’-Einsätze. Aber wenigstens hab ich jetzt die Stunden für diesen Monat gerissen”.

    Stimme dem zu: Kindergarten, hier. Scheiß Panikmache.

  17. 130 Kommentare – WOW! Bis hierher schon mal herzlichen Dank!!!!

  18. Farlion says:

    In der Eifel ist wieder alles ruhig, abgesehen von ein paar schwachen Böen, allerdings hat es bei mir hier scheinbar einen Empfangsmast des Kabelfernsehens erlegt, denn im TV ist es auf allen Sendern nur am Schneien. Macht aber nix, läuft eh nichts vernünftiges heute.