“Spiegel”-Gespräche werden nicht autorisiert. Híeß es immer. Tja, die Dinge ändern sich anscheinend.Mein Volontariat habe ich absolviert bei einem alten “Spiegel”-Flaggschiff, Ferdinand Simoneit nämlich, der noch aus erster Hand berichten konnte, wie es so war im Trubel der “Spiegel”-Affäre (und von ihm habe ich auch den Titel dieses Blogs entliehen – mit vorheriger Genehmigung natürlich).
Auch wenn er später bei “Capital” und der Motorpresse arbeitete, so war es doch die “Spiegel”-Zeit aus der seine schönsten Geschichten zur Hebung des Schul-Klimas entsprangen. Mit der Holtzbrinck-Schule machten wir eine Reihe von Interviews mit oft prominenten Menschen. Nichts hat Simoneit mehr angepestet als die Forderung der zuständigen Berufskommunikatoren, die Interviews hinterher abzustimmen. “Beim ,Spiegel’ werden die Spiegel-Gespräche auch nicht abgestimmt”, hat er immer gegiftet.
Tja, die Zeiten ändern sich, wie das Wortfeld entdeckt hat.
Denn auf der Jubiläums-DVD heißt es:
“Deren Prinzip (das der Spiegel-Gespräche) basiert bis heute auf der nachträglichen Autorisierung durch den Interviewpartner, was das Gespräch besonders authentisch macht.”
Ein authentischer Wortlaut dank Abstimmung? Vielleicht bin ich mit meinen elf Jahren beim Handelsblatt noch nicht lang genug dabei – aber dass ein Interview nach der Abstimmung authentischer klingt, habe ich noch nie erlebt. Dieser Satz ist kompletter Blödsinn. Nach einer Abstimmung wird aus einem Interview fast immer ein wissenschaftlicher Aufsatz. Vor allem, wenn der Gesprächspartner ein Politiker war.
Und deshalb sind Interviews in deutschen Print-Medien keine spannend zu lesenden Wortwechsel, sondern, so wie heute die “Spiegel”-Gespräche, zahnloses Geplänkel ohne jeden Nährwert.










43 Kommentare zu “Ende einer “Spiegel”-Legende”
l0pli2iqfau3oz4p
Runescape Crater Hack
http://p9p.exwwrich.us/v
How To Make Forms For Concrete Stairs
http://87v.ygusqtj.us/28
Gulf War Kuwait
http://0ub.pkunewt.us/1c
Wrought Iron Mailbox
http://nsx.uqaojyjuf.us/1b
Fire Red Roms
http://s3v.kmojxrp.us/21
Army Hummers For Sale
http://ey1.hbwliho.us/2a
Lo – Guestbook
http://iqg.irufwtpgw.us/m
Adam And Eve Clipart
http://kgx.xlygiu.us/1r
Freestyle Bike Riding Games
http://iqg.irufwtpgw.us/22
Stone Shelf Mantles
http://885.cefvlhit.us/4
Pictures Of Twin Pregnancy Bellies
http://38z.zppphape.us/1s
Cheap Welcome Home Signs For Military
http://ns4.nwjprjhqs.us/16
Matures In Short Skirts
http://ald.irufwtpgw.us/6
1935 Five Dollar Bill Canadian Value
http://a2l.cefvlhit.us/19
Ancient Egyptian Jobs
http://tpj.bzwdlwfdy.us/11
Pictures Of Mohawk Haircut
http://ns4.nwjprjhqs.us/21
Wood Splitter Virginia
http://1fe.xqtdin.us/9
Adult Tv Arabic
http://zql.hxlqnlbt.us/1l
Indian Names Catholic
http://eom.akuehcbf.us/25
1967 Ford Shelby Mustang Gt500 Wallpaper
http://mrn.bzwdlwfdy.us/1g
Lobster Grits Recipe
http://wrv.acdklf.us/1b
Building A Homemade Paint Spray Booth
http://87v.ygusqtj.us/j
Sample Of Police Reports
http://lco.giymrv.us/1j
How To Unlock Nokia V551
http://kgx.xlygiu.us/24
Cheaty Do Endless Online Download
http://kbg.xevproqgc.us/2f
Yamaha V Star 250 Video
http://1fe.xqtdin.us/1a
Time For Kids Printable
http://olm.dphksfr.us/14
Lyrics Of In The End
http://98f.uvifevor.us/n
6140 Allis Chalmers
http://47d.pkunewt.us/1n
Potassium Free Recipes
http://zql.hxlqnlbt.us/z
Free Dragon Ball Z Mobile Game
http://zql.hxlqnlbt.us/28
Make A Star Wars Comic For Free
http://kgx.xlygiu.us/17
Simple Pancake Recipe
http://38z.zppphape.us/1a
Valance Designs For Bay Window
http://zql.hxlqnlbt.us/q
Choosing The Right Breed Of Dog Quiz
http://kbg.xevproqgc.us/12
Honda Engine Bicycle
http://zql.hxlqnlbt.us/22
2.3 Ford Focus Turbo Kits
http://yf6.hbzvlphfb.us/h
Buy Visa Gift Card Canada
http://s3v.kmojxrp.us/q
Free Templates For Certificates
http://39w.hbzvlphfb.us/2
Destin Laguna Beach
http://yf6.hbzvlphfb.us/i
Men Bulge In Tight Pants
http://22z.xlygiu.us/1w
Wiring Diagram For A Four Way Light
http://5rn.nwjprjhqs.us/28
Jungle Food Chain
http://a2l.cefvlhit.us/w
H R Pistols
http://s3v.kmojxrp.us/1v
Boyfriends 18th Birthday
http://olm.dphksfr.us/6
Kim Kardashian Zshare
http://h6v.hbwliho.us/1w
How To Make Paper Wigwams
http://zql.hxlqnlbt.us/5
50th Birthday Gift Ideas Woman
http://ffq.htlnujcf.us/16
Pictures Of A Can Of Soda
http://szg.ygusqtj.us/2
No Sign Up Chatrooms
http://kbg.xevproqgc.us/1k
Christmas Rebus Word Puzzles
http://tpj.bzwdlwfdy.us/j
Fj40 Toyota Victoria
http://5rn.nwjprjhqs.us/15
Fire Emblem Wallpapers
http://98f.uvifevor.us/l
Poems On Losing A Loved One
http://mrn.bzwdlwfdy.us/1r
Food Chains In The Rainforest
http://kgx.xlygiu.us/8
Diagram Of Dog Anatomy
http://38z.zppphape.us/1c
Godzilla Colouring Sheets
http://885.cefvlhit.us/10
Free Crochet Harley Davidson Patterns
http://szg.ygusqtj.us/4
Hillsboro County Florida
http://are.xqtdin.us/20
Salvador Famous Landmarks
http://eom.akuehcbf.us/4
o5bz0ltk7h4l0dpg
Sarcastic Replies To Wedding Invites
http://j2w.zppphape.us/2
Bolt Storage Bins
http://nsx.uqaojyjuf.us/14
Roll Off Container Clip Art
http://2he.exwwrich.us/2c
High School Musical Pritable Wordsearch
http://22z.xlygiu.us/1h
I Doo Sound Effect
http://f5b.giymrv.us/1h
Nfsmw Cheat Codes
http://mrn.bzwdlwfdy.us/e
Crossword Puzzle Large Print Free
http://j2w.zppphape.us/0
Bull Balls Old Men
http://87v.ygusqtj.us/1e
Name Brand Jeans For Cheap
http://1fe.xqtdin.us/w
Low Fat Oatmeal Breakfast Bar
http://szg.ygusqtj.us/1k
Sadlier Oxford Level G Vocab Answers
http://are.xqtdin.us/o
Origami Flower Closed
http://s3v.kmojxrp.us/2a
Ferrel Hogs In South Georgia
http://kbg.xevproqgc.us/16
Downloadable Cell Phone Games Free
http://38z.zppphape.us/q
Home Made Plasma
http://kgx.xlygiu.us/d
Printable Valentines For School
http://1fe.xqtdin.us/25
Free Printables On The Human Body
http://p9p.exwwrich.us/1t
Bring Your Daughter To Work Day Uk
http://are.xqtdin.us/k
Walther P22 Diagram
http://47d.pkunewt.us/1a
Old Train Sound Wave
http://pz2.yivclfj.us/7
Handicap Scissor Lift
http://nsx.uqaojyjuf.us/0
Life During The Holocaust
http://2he.exwwrich.us/10
Woman Penetrating Man
http://zql.hxlqnlbt.us/1m
Chinese Fook Symbol
http://f5b.giymrv.us/g
Sketches Of A Jet Ski
http://38z.zppphape.us/1q
1962 Impala Hood Scoops
http://2he.exwwrich.us/1e
Human Skeletal System Pictures
http://d93.kmojxrp.us/1n
Map Of All Fault Lines In United States
http://tpj.bzwdlwfdy.us/o
Tongue Steak Recipe
http://5rn.nwjprjhqs.us/7
Free Movie Maker For Sony Digital Camera
http://z37.acdklf.us/1m
Thai To English Converter
http://38z.zppphape.us/k
American Girl Doll Cord Phone
http://tqf.xtqgsz.us/21
Myspace Hacks Password
http://nsx.uqaojyjuf.us/17
Funny Marijuana Quotes
http://are.xqtdin.us/u
Recipes For Lip Gloss
http://kgx.xlygiu.us/1z
Tx Used Outbords
http://rns.yivclfj.us/h
Were To Play Pacman Online
http://68e.oxrdzh.us/24
Cheap Hoffman Bikes
http://f5b.giymrv.us/25
Free Math Stencils
http://68e.oxrdzh.us/1v
Medium Haircuts
http://pz2.yivclfj.us/3
Japan Av Mother Dvd
http://rns.yivclfj.us/27
Hispanic Men Hairstyle Photos
http://ffq.htlnujcf.us/1a
Dodge Durango Girls
http://ns4.nwjprjhqs.us/c
Scary House Pictures
http://lco.giymrv.us/i
Pictures Of A Primitive Kitchen
http://ffq.htlnujcf.us/g
Miracle Funny Story
http://2he.exwwrich.us/o
How To Install Granite Counters
http://98f.uvifevor.us/g
Important People Of Ethiopia
http://6fs.uqaojyjuf.us/28
Youtube Proxy Sites
http://h6v.hbwliho.us/15
Pharaoh Full Download
http://rns.yivclfj.us/s
Food Colour Chart
http://h26.oxrdzh.us/1c
Twin Turbo 350 Headers
http://lco.giymrv.us/1l
Humorous Christian Plays
http://zql.hxlqnlbt.us/9
Free Daily Picture
http://0ub.pkunewt.us/15
Werid Science Events
http://rns.yivclfj.us/15
6th Grade Science Project For A Girl
http://mrn.bzwdlwfdy.us/a
149 Cub Cadet Tractor Seat
http://kbg.xevproqgc.us/8
Nose Line Art
http://p9p.exwwrich.us/b
Funny No Trespassing Signs
http://1fe.xqtdin.us/f
Reading Fluency Workshop
http://pz2.yivclfj.us/13
Weise Worte. Differenzierung ist im übrigen auch in der Sachdebatte ein gutes Stichwort, gerade mit Blick auf den Eingangsbeitrag. Denn wie befand Herr Knüwer apodiktisch: “Und deshalb sind Interviews in deutschen Print-Medien keine spannend zu lesenden Wortwechsel, sondern, so wie heute die ‘Spiegel’-Gespräche, zahnloses Geplänkel ohne jeden Nährwert.” Wer so etwas ohne jede Einschränkung behauptet, muss zum einen allwissend, und zum zweiten sich seines Urteils aber auch ganz sicher sein. (Mal abgesehen davon, dass er unterstellt, dass alle Printmedien ausnahmslos Interviews autorisieren lassen – wenn dem nicht so wäre, würde das die behauptete Kausalität schwer in Frage stellen.)
Danke für die differenzierten Einlassungen. Das deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen und Beobachtungen. Ich habe sowohl sehr lebendige Gespräche den Autorisierungstod sterben sehen als auch zähes Geplätscher im Nachhinein noch zu unterhaltsamem Lesestoff transformiert. Das mit den Einzelstatements muss auch nicht grundverkehrt sein, womöglich hat mancher Befragte auch schon die Erfahrung gemacht, dass seine Äußerungen verkürzt oder aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Da kann das Nochmal-Vorlegen als vertrauensbildende Maßnahme schon sinnvoll sein. Das Verhandeln um Formulierungen mag mehr Aufwand bedeuten als das Gehörte einfach ohne Nachfrage ins Redaktionssystem zu tippen. Aber wenn man nicht nur einmal mit dem Betreffenden sprechen will, dann macht man das halt so. Und vielleicht sagt der dann beim dritten oder vierten Mal, ach lassense mal, das wird schon passen.
Wertvoll auch Ihr Hinweis, dass die Sicherheit eine beiderseitige ist. Der Aspekt dürfte manchem Blogger vielleicht nicht so klar gewesen sein bisher. Die derzeitige Abmahnwelle führt es manchem schmerzhaft vor Augen, dass er sich mit seinen Einträgen nicht im rechtsfreien Raum bewegt.
@ mark793
Eigentlich wollte ich mich ja zur Sache gar nicht äußern (weil ich eben nicht pro domo sprechen wollte). Aber einer freundlichen Bitte (so habe ich das verstanden) komme ich an sich gerne nach, und ich will hier auch mal trotz der Vorgeschichte mit gutem Beispiel vorangehen.
Ich denke, das Autorisieren, insb. von Einzelzitaten, ist v.a. für Tageszeitungen und erst recht Agenturen oder Online-Medien bereits ein zeitliches Problem. Der SPIEGEL etwa kann es sich schon wegen des Wochenrhythmus leisten, Zitate nochmals vorzulegen, auch Einzelzitate (obwohl das sicherlich auch beim SPIEGEL zumindest nicht ausnahmslos der Fall ist).
Ich habe mal zu dem Thema gesagt, Autorisieren sei eine “Seuche”: sie breitet sich immer weiter aus, sie rafft manch Gutes hinweg, aber vielleicht auch noch mehr Schwaches: eben Dinge, die halt doch nicht so gesagt oder zumindest gemeint wurden – oder Dinge, bei denen der Interviewpartner einen Tag später dann doch zurückrudern würde.
Ich will hier nicht Eulen nach Athen tragen, auf die Nachteile haben ja schon andere hingewiesen.
Der Vorteil der Autorisierung ist aber, dass sie Sicherheit schafft, für beide Seiten. (Es ist Freitag Nachts einfach ein gutes Gefühl, wenn man weiß, mit den Zitaten auf der sicheren Seite zu sein.) Und wenn man geschickt damit umgeht, kann man die Autorisierung als Journalist auch für sich nutzen. Zum einen kann man ein etwas schwerfälliges Interview (in gewissen Grenzen natürlich) auch lesbarer gestalten, in der Gewissheit, dass es ja genehmigt werden muss. Gelegentlich (insbesondere bei den Einzelzitaten, wo man sich meist nochmal über die Kernpunkte konzentriert austauscht) kommen beim “Zweitkontakt” sogar noch prägnantere Formulierungen heraus; ich persönlich ziehe deshalb die telefonische Autorisierung immer der (nur) schriftlichen vor. Und wenn mir ein Interviewpartner meinen Lieblingssatz streichen will, den er wirklich so gesagt hat, kann er sich nicht darauf verlassen, dass er damit durchkommt. Zumindest stehen die Chancen gut, dass wir am Ende eine Formulierung finden, die fast genauso hübsch ist, mit der er aber ruhig schlafen kann.
Außerdem gilt für mich die einfache Faustregel: Ist mein Interesse an dem Interview größer als das des Interviewten (etwa eines Experten, der nur dann “profitiert”, wenn er auch hundertprozentig mit der zitierten Aussage einig ist), biete ich von mir aus Autorisierung an, andernfalls (was insbesondere auf Personen zutrifft, die mit dem Thema Eigeninteressen verbinden, also Politikern, Verbandsmenschen oder Leuten, die mit ihrem eigenen Schicksal gezielt in die Öffentlichkeit drängen) bin ich eher zurückhaltend und lasse in der Regel nur auf ausdrücklichen Wunsch autorisieren. (Anders wiederum bei presse-unerfahrenen “einfachen Bürgern”, vor allem solche, für die ich der erste Journalistenkontakt bin: die bekommen von mir eine faire, kompakte Rundumaufklärung inklusive Autorisierungsangebot, ich finde, das gehört sich so.)
Und natürlich bekommt man manche Leute eben nur dann, wenn man Ihnen Autorisierung verspricht. Das kann man dann lassen oder nicht, hier gelten einfach die Regeln von Angebot und Nachfrage.
Wozu ein Medium neigt, ist, denke ich, aber auch eine grundsätzliche Frage. SPIEGEL (und sicher auch “Focus” und “Stern”) können es sich wohl schon aus verlegerischen Gründen nicht leisten, eine Ausgabe der Gefahr auszusetzen, dass ein Interview kurz vor (im Fall der Vorabmitteilung) oder unmittelbar nach Erscheinen bei der Pressekammer des zuständigen LG landet und diese auf den Vortrag des Klägers per einstweiliger Verfügung die weitere Auslieferung stoppen oder gar die ganze Auflage zurückziehen lässt. Die Tageszeitung macht keine “Vorabs”, und bis die Pressekammer entscheidet, ist sie verkauft.
Wochenzeitungen brauchen dagegen (Vertriebs-)Sicherheit. Das ist vermutlich (ich weiß das jetzt nicht, ich zähle hier nur als gelernter Kommunikationswissenschaftler eins und eins zusammen) jenseits aller weiteren Überlegungen der wichtigste Grund.
Vielleicht können wir uns jetzt mal von den reflexhaften Argumentationsketten à la “die pösen, pösen etablierten Dschurnalisten nehmen uns Internetztagebuchverfasser immer noch nicht so richtig ernst” mal so langsam lösen und wieder zum eigentlichen Thema kommen, der Autorisierung von Interviews?
Längst geht es ja gar nicht mehr nur um Interviews. Es greift auch immer mehr um sich, dass Gesprächspartner und Informanten telefonisch abgefragte Einzelstatements auch noch mal vorgelegt haben möchten zum Abnicken.
@ nur mal so
Erst nachdenken, dann prusten.
Viele Zeilen ja, aber doch nicht “den SPIEGEL verteidigt”!?? Muss ich Ihnen das wirklich nochmal extra erklären, worum es in meinen Postings (jedenfalls vorrangig) ging? Also gut: ich habe Herrn Knüwer angegriffen wegen einer falschen Behauptung von ihm über den SPIEGEL – der SPIEGEL war also nur Gegenstand der Auseinandersetzung. (Wenn Herr Knüwer einen Mist über die FAZ schreibt, und Sie weisen ihn darauf hin, verteidigen Sie doch auch nicht die FAZ, oder?)
Und nochmals: dass hier jetzt überhaupt dieses “‘SPIEGEL-Mann’ verteidigt den SPIEGEL – warum wohl?”-Geschwurbel aufkommt, liegt 1. an dem Umstand, dass dieser Blog ohne Vorwarnung die E-Mail-Adressen offenlegt, und 2. ausgerechnet Herr Knüwer der erste war, der (trotz gegenteiliger Bitte) meine Identität offen ansprach.
@ Fröhder
Davon, dass “das Gegenteil der Fall” ist, war ich eigentlich ausgegangen, sonst hätte ich mich hier gar nicht zu Wort gemeldet, ich rechnete ja mit Einsicht. Der Gang der Debatte und die Begleitumstände (s.o.) haben mich aber schwer ins Grübeln gebracht.
Erschreckend finde ich vielmehr, wie jedenfalls hier sofort mit Unterstellungen und wilden Spekulationen gearbeitet wird. Und wie von manchen nur noch persönliche (und medienbezogene) Attacken geritten werden, anstatt sich mit der Sachkritik zu befassen (à propos “Thema verfehlt”).
Meinen Sie, so fände sich ein SPIEGEL-Mann (oder sonst ein Redakteur eines Mediums, das hier attackiert wird) zum Dialog bereit??
@Scribe: …doch, verstehen sollte man sich. Ich spreche nicht gerne für irgendeinen Hausherrn. Ich kann auch verstehen, dass Sie Qualität verteidigen. – Wer als nebenberuflicher Blogger im Internet kleine virtuelle Häuser errichtet, muss noch keinen großen, 50jährigen Markennamen verteidigen.- Erschreckend ist nur, dass Sie – wie aktuell so mancher Kollege bei den traditionellen Printmedien – offenbar annehmen, in der Blogosphäre würden sich nur journalistische Underdogs herumtreiben, unfaire Schmähkritiken verfassen und es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen…. Auch wenn es erst sehr langsam bekannt wird: Das Gegenteil ist der Fall!
Mit frdl. Gruß aus Bad Hg! Fröhder
“Und wo haben Sie gelesen, dass ich mit “so vielen Zeilen” den SPIEGEL verteidigt hätte?”
*prust*
@ Fröhder:
Endlich mal wieder jemand, der für den Hausherrn spricht!
Viele Worte, o.k., viel weniger, wenn Herr Knüwer gleich und (jedenfalls aus meiner Sicht) angemessen reagiert hätte.
Dass ich eine “Note” vergeben hätte, kann ich nicht erkennen, dafür kommen Sie ja mit einem blitzsauberern (Ober-)Lehrerspruch.
Und wo haben Sie gelesen, dass ich mit “so vielen Zeilen” den SPIEGEL verteidigt hätte? Es ging doch eigentlich die ganze Zeit nur um Herrn Knüwers falsche Prämissen, nicht um den SPIEGEL (oder meinen Sie die Stelle, wo ich kurz Argumente pro Autorisierung nenne? Die war bewusst knapp und eigentlich nur referierend, eben weil das nicht mein Thema war).
Den Rest verstehe ich schon gar nicht. Aber das muss ja vielleicht auch gar nicht sein.
@scribe: Thema verfehlt! Wer sich so viele Zeilen einfallen lässt, um den SPIEGEL im Handelsblatt-Blog zu verteidigen und anschließend noch eine Note vergibt, bestätigt die Zweifel der Leser anstatt sie auszuräumen (> Kontroverse:Autorisierung von Interviews “ja” od. “nein”?) Zu viel des Guten!…
Gut, ich, denke, wir können das langsam runterkochen. Einen Orden würde ich dafür zwar noch nicht geben (Sie müssen sich ja nicht entschuldigen, schon gar nicht bei mir: richtigstellen genügt – und das geht sicher noch besser), aber es ist doch schon mal was.
Allerdings: Sie haben schon ein bisschen mehr gemacht, als nur ein Gerücht zu verbreiten: das Gerücht war, der Spiegel autorisiere nicht – Sie haben das mit aktuellen, anderslautenden Selbstbekundungen zusammengeschnitten und damit insinuiert, als habe der Spiegel ein früher hochgehaltenes Prinzip nun aufgegeben (“die Dinge ändern sich anscheinend” = “der ‘Spiegel’ ist auch nicht mehr das, was er mal war”). Das geht über das Verbreiten eines Gerüchtes hinaus. (Ich erwarte jetzt aber nicht, dass Sie das auch noch einsehen; das würde mich jetzt echt schockieren.)
Was die von mir behauptete Häme anbelangt: Vielleicht fällt Ihnen das schon deshalb nicht mehr auf, weil sich in einigen anderen Ihrer Beiträge tatsächlich wesentlich mehr davon findet – aber auch dieser Beitrag war ja nicht gerade im Nachrichtenstil formuliert, oder? Das war aber gar nicht mein Hauptpunkt. Auch ohne Häme soll man keinen Mist verzapfen.
Über alles andere kann man (wie von mir schon ganz zu Beginn betont, notfalls nochmal nachlesen) trefflich diskutieren. Das will ich mir jetzt aber ersparen.
Also, meinetwegen entschuldige ich mich dafür Branchenklatsch überbracht zu haben. Großartige Häme kann ich zwar nicht feststellen, aber bitte. Sicher wird uns Scribe aber noch erklären können, wie abgestimmte Gespräche authentischer werden, und darum ging es mir ja vor allem. Natürlich habe ich übrigens Kollegen gefragt, ob Sie wüssten, dass “Spiegel”-Gespräche autorisiert würden und in der Tat war ich nicht der einzige, der glaubte, dies sei nicht der Fall. Übrigens, lieber Scribe, ist dies ja kein Qualitätsausweis für den “Spiegel”, sondern leider, und das betrifft in dem Fall alle Medien, das Gegenteil.
Ich halte eine kurze Richtigstellung oben im Artikel übrigens für angebracht. Die Struktur des Aufsatzes ähnelt zu sehr dem andernorts zurecht angeprangerten Prinzip, zunächst eine gewagte Behauptung in den Raum zu stellen (nach dem Motto “Vielerorts war zu erfahren”), und diese dann mit großem Elan zu widerlegen.
Statt eines Hieß-es-immer ist es eben doch nur ein Dachte-ich-immer, wie man es auch dreht und wendet.
Würde Ihnen wirklich so ein Zacken aus der Krone brechen, Herr Knüwer, wenn Sie einräumen würden, dass Sie sich mit diesem Eintrag etwas vergurkt haben, weil Ihre Quellen ziemlich offensichtlich nicht à jour gewesen sind? In den 20 Jahren, in denen ich journalistisch tätig bin und die entsprechenden berufsständischen Debatten verfolge, hat wirklich niemand behauptet, Spiegel-Gespräche würden nicht abgestimmt. Ob das irgendwann früher einmal anders war und wann es sich geändert haben könnte, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
@ kurt
Kann ich natürlich nur zustimmen. Ich war – mangels anderslautenden Hinweises – tatsächlich so blöd, davon auszugehen, dass die E-Mail-Adresse nicht sichtbar ist. Auch dies ein Punkt, in dem ich die Seriosität dieses Blogs offenbar überschätzt habe.
@ Knüwer und hopper:
Das mit der E-Mail-Adresse funktioniert bei mir leider nicht, woran auch immer das liegen mag; ich nehme das aber dankend zur Kenntnis.
Streichen Sie meinetwegen das “bislang nur Ihnen bekannte”, und dennoch, daran ändert sich nichts: Ich hatte Herrn Knüwer gebeten, meine Wortmeldung als ausschließlich privat zu respektieren, und das wollte ihm, aus welchen Gründen auch immer, nicht gelingen.
Selbst jetzt können Sie, Herr Knüwer, offenbar Person und Medium nicht auseinanderhalten: Sie schreiben, “der Spiegel” habe etwas widerlegt, dabei handelte es sich doch um einen (ausdrücklich als privat gekennzeichneten) Kommentar eines Leser Ihres Blogs, der zufällig (obwohl das nichts zur Sache tut) beim Spiegel arbeitet. Hallo!? Fällt Ihnen das Differenzieren so schwer??
Und wenn Sie meinen, man hätte ihren Beitrag als – distanzierte – Wiedergabe der Aussagen von Herrn S. verstehen sollen: Für wie klug (oder besser: doof) halten Sie Ihre Leser eigentlich? Mir scheint, alle, die nach Ihnen den SPIEGEL gebasht, und auch die, die vorsichtige Zweifel am Neuigkeitswert Ihrer Enthüllung geäußert haben, haben das anders verstanden. Der Eindruck, den Ihr Text erweckt hat, und darauf kommt es an, ist ein völlig anderer, als der, den sie ihm nun nachträglich unterlegen wollen.
Zugegeben, mit Blick auf ein solches Rückzugsgefecht haben Sie das gar nicht mal ungeschickt gemacht. (Allerdings nicht geschickt genug. Denn der Formulierung “Tja, die Zeiten ändern sich, wie das Wortfeld entdeckt hat” folgt zwar wiederum ein Zitat, in dem aber nur festgestellt wird, dass der SPIEGEL autorisert: damit behaupten an dieser Stelle gerade Sie selbst, dass die Zeiten früher anders waren – dass also nicht autorisiert wurde bzw. Nicht-Autorisierung behauptet wurde. Aber das ist wirklich Kleinklein: entweder, Sie wollen, dass man Ihre Texte beim ersten Lesen klar verstehen kann, oder Ihnen genügt eine Formulierung, die zwar einen falschen Eindruck erweckt, mit der Sie aber immer noch ein 25:75 Chance haben, mit einem guten Anwalt vor Gericht ohne Folgen davon zu kommen.)
Aber abgesehen davon, und ganz grundsätzlich: Gehört es etwa nicht zu Ihrem journalistischen Ethos, Gerüchte auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen, bevor Sie sie weiterverbreiten – zumal dann, wenn Sie derartige Häme darauf stützen wollen??
Dann treten Sie den doch bitte mal mit einem ISO-20345-Stahlkappenschuh ganz kräftig dorthin, wo es am meisten wehtut. Der Schaden, der durch die aktuelle Konfiguration potentiell angerichtet wird, ist irreparabel.
Ich weiß, ich weiß. Leider muss ich da die dumme Antwort geben: Liegt an unserem Dienstleister.
Die Veröffentlichung der angegebenen E-Mail (ohne ausdrücklichen Hinweis im Formular) finde ich aus zweierlei Gründen ungut: Erstens, es kann leicht zu Missverständnissen führen, da unüblich. Zweitens, das Spam-Aufkommen der angegebenen E-Mail-Adresse wird sich nach der Veröffentlichung hier möglicherweise vervielfachen, sobald die Seite von entsprechenden Bots gespidert worden ist.
Derzeit scheint an der Brandstwiete schlechte Laune zu herrschen
@scribe: schon mal die mouse auf der autorenkennung am ende ihres beitrags geparkt? so geheim war ihre “spiegel”-herkunft nun auch wieder nicht…
Lieber Herr Scribe,
was das Outing betrifft, muss ich mich entschuldigen. Es ist so, dass ohnehin jeder dies an Ihrer E-Mail-Adresse erkennt. Ich dachte, das wäre aufgefallen – sorry dafür.
Zum anderen ist hier jeder Kommentator herzlich willkommen. Aber irgendwann dreht sich das Ganze im Kreis. Dass ich nicht explizit Kollegen nenne, die dies gesagt haben, dürfte doch klar sein. Wenn Sie dies als Witz ansehen, bitte ich nochmal um den Vergleich mit der branchenüblichen Polit-Berichterstattung in allen Blättern.
Einen Fehler meinerseits kann ich weiter nicht erkennen. Ich habe ein Branchengerücht aufgegriffen, dass nun vom “Spiegel” widerlegt wurde. Wo ist das Problem? Ich verstehe diesen Eifer eigentlich nicht angesichts dieser Kleinigkeit. Ich habe dem “Spiegel” doch keine Lüge vorgeworfen. Auch über das Handelsblatt gibt es schließlich reichlich Branchengemunkel in allen Varianten. Von der Verstaubtheit und dem hohen Alter der Redaktion bis zur angebliche allgegenwärtigen Einflussnahme durch unseren Mutterkonzern.
In einem Punkt gebe ich Ihnen tatsächlich Recht: Sie müssen die älteren Beiträge nicht kennen. Hier habe ich einen Fehler begangen, der vielen Blogger passiert: Wir sollten niemals annehmen, dass unser Kommunikationspartner uns liest (diese Aussage ist ironiefrei und vollkommen ernst gemeint).
Aber wie gesagt: Einen Fehler meinerseits erkenne ich nicht so richtig. Sollten die anderen Leser anderer Meinung sein, bitte ich um Kommentare.
Ach wissen Sie, Herr Knüwer, dass Sie mich nun als “Spiegel”-Mann outen, passt zum Vorgang: Ich hatte Ihnen gegenüber der Fairness halber ja meine Identität von Anfang an offen gelegt, Sie gleichzeitig in einer gesonderten Mail aber darauf hingewiesen, dass ich hier nur privat gepostet habe, und Sie ausdrücklich gebeten, das zu respektieren.
Ich dachte ja eigentlich, dass die Bitte überflüssig gewesen wäre, und nun muss ich sehen, dass Sie mich hier sogar entgegen meines ausdrücklichen Wunsches enttarnen – ich kann nur sagen, danke dafür.
Dass Sie nun zu so unfairen Mitteln greifen, lässt manchen Rückschluss auf die Kraft Ihrer Sachargumente zu. Es wäre zudem ein Thema für sich, aber nicht hier und nicht für mich, denn auch angesichts dieses Umstandes geht mein Interesse an einer weiteren Auseinandersetzung mit Ihnen langsam gegen Null (ich vermute, das haben Sie auch bezweckt).
Angesichts dessen darf mich natürlich nicht überraschen, dass Sie nun meine (bislang nur Ihnen bekannte) SPIEGEL-Zugehörigkiet mit früheren Nicht-Äußerungen des SPIEGEL in Verbindung bringen. (Genau so etwas wollte ich eben vermeiden, weil es Unsinn ist und nicht zur Sache gehört.) Sie können da nun meinetwegen mutmaßen, was Sie wollen, es kommt Ihnen ja anscheinend auf die Wahrheit nicht besonders an. Dass ich persönlich auf die genannten früheren Beiträge nicht reagiert hatte, liegt schon mal einfach daran, dass ich sie nicht gelesen habe (und ich werde das sicher nun auch nicht nachholen).
Im Nachhinein bedauere ich es, dass ich überhaupt reagiert habe. Als ich über einen Link auf diesen Beitrag stieß, hat er mich verwundert (ich hätte es für branchenbekannt gehalten, dass der SPIEGEL Gespräche autorisieren lässt, eben weil viele dem folgen, andere sich aber dran reiben), und noch mehr, dass Sie zunächst gar nicht, und dann so uneinsichtig reagierten. Eigentlich dachte ich, Sie würden die Sache schnell und relativ geräuschlos aus der Welt schaffen, leider habe ich mich da geirrt.
Dass Sie nun so tun, als ob Sie nur – distanziert – Aussagen Dritter wiedergegeben hätten, ist ein trauriger Witz. Ihre Leser, das zeigen die vielen vorherigen Kommentare und zahlreiche Links, haben das alle ganz anders verstanden. Sie haben zwar Herrn Simoneit zitiert, aber Ihre Formulierungen lassen keine Distanz erkennen, im Gegenteil. (Auch die Formulierung “Legende” ändert daran nichts, vielmehr insinuieren Sie ja gerade mit der Bezeichnung “‘Spiegel’-Legende”, dass Simoneit die offizielle SPIEGEL-Linie wiedergibt.)
Ihre Argumentation greift deshalb auch bezüglich der üblen Nachrede etwas kurz, ich zitiere aus einem Gesetzeskommentar zu § 186 StGB: “Ein Behaupten kann daher auch in der Weitergabe fremder Wahrnehmungen und Mitteilungen enthalten sein, sofern zu deren Wahrheitsgehalt positiv Stellung bezogen wird und sie sich damit erkennbar zu eigen gemacht werden.” Weitere Details mag Ihnen Ihre Rechtsabteilung erläutern.
Mir ging es aber gar nicht so sehr um das Juristische, sondern um journalistische Sorgfalt.
Ich dachte, jeder Journalist müsste die innere Verpflichtung spüren, so sorgfältig wie möglich zu arbeiten, und wenn ihm das misslungen ist, zumindest zu seinen Fehlern zu stehen – erst recht jemand, der so offen (und teilweise überaus hämisch) andere Journalisten kritisiert, wie Sie. Aber da habe ich mich offenbar in Ihnen getäuscht.
Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie finden, Sie haben alles richtig gemacht, oder, Sie haben Ihren Fehler erkannt, wollen Ihn aber nicht zugeben. Ich weiß nicht, was schlimmer wäre, ich fände jedenfalls beides höchst bedauerlich für Sie.
@ nur mal so kommentiert:
Das wiederum finde ich uninteressant.
@Scribe: Interessant finde ich, mit welchem Eifer Sie reagieren.
Interessant finde ich vielmehr, mit welcher Nonchalance Sie reagieren.
Für Sie reicht es offenbar aus, dass irgendjemand irgendetwas herumtratscht – wer will da noch verlangen, dass es der Wahrheit entspricht? Und wenn irgend jemand etwas über den SPIEGEL sagt (gesagt hat), kann man natürlich ohne weiteres insinuieren, der SPIEGEL würde das selbst behaupten (wahlweise seit jeher, bis heute oder “immer”) .
Sie sind mir einer, also echt.
Von Ihnen als Medienjournalist (oder sollte ich besser schreiben “Medienblogger”?) könnte man doch durchaus erwarten, dass Sie das entsprechende Hintergrundwissen besitzen – und wenn nicht, zumindest in einem (ihnen doch hoffentlich zugänglichen) elektronischen Archiv oder wenigstens bei Google recherchieren. Bezeichnenderweise nennen Sie ja keine weitere Quelle für Ihre Behauptung ? dabei hätten Sie schon mit der Eingabe der Begriffe “Spiegel-Gespräch(e)” und “Autorisierung” schnell mehrere Hinweise gefunden, die Sie hätten nachdenklich stimmen müssen. (Bedauerlicherweise findet man mit diesen Begriffen nun bei Google ausgerechnet Ihre Falschmeldung ganz oben.)
Und angesichts Ihrer Vita verwundert es, dass Sie (außer Herrn Simoneit) nicht noch mindestens einen zweiten SPIEGEL-Redakteur kennen, den Sie hätten fragen können – mal ganz abgesehen davon, dass eine ganz offizielle Nachfrage beim SPIEGEL vermutlich nicht von vornherein aussichtslos gewesen wäre.
Witzig ist zudem, dass Sie angeblich “beide Seiten für geklärt” gehalten haben. Dabei hatte ich – mehr aus Gründen der Fairness denn der Vorsicht – ja durchaus die Möglichkeit offengelassen, dass Sie recht haben. Und trotzdem halten Sie es also nicht für nötig, einen eigenen Fehler wenigstens in knapper Form einzugestehen, von einem Wort des Bedauerns (das bislang ebenso fehlt), ganz zu schweigen?
Vielleicht liegt es ja daran, dass Sie die Aufregung nicht verstehen. Dabei haben Sie selbst doch das Thema groß aufgezogen, und dem SPIEGEL Lesertäuschung oder zumindest Prinzipienverrat unterstellt. Fälschlicherweise (räumen Sie das hier eigentlich ein, oder empfinde ich Ihre Einlassung in diesem Punkt zu Recht als schwammig?). Nur wenn man es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, ist das tatsächlich nicht weiter der Aufregung wert.
Meine Aufregung jedenfalls erklärt sich bereits damit, dass ich selbst Journalist bin, und ein durchaus medien- (und damit auch selbst-)kritischer dazu: Wenn mir ein solcher Patzer unterlaufen wäre, ich würde mich in Grund und Boden schämen. Wenn Sie das, was Sie hier präsentieren, für normal oder zumindest für nicht der Rede wert halten, bringen Sie letztlich sogar die ganze Zunft in Verruf. (O.K., vielleicht sind Sie ja auch nur ein Schwarzes Schaf.)
Nur um es mal ganz deutlich zu sagen: Was Sie gemacht haben, lässt sich strafrechtlich ohne große Mühe unter den Tatbestand der “üblen Nachrede” subsumieren, § 186 StGB, lesen Sie doch einfach mal nach (gibt’s auch im Internet); von einem Verstoß gegen die journalistische Sorgfaltspflicht ganz zu schweigen (aber wie gesagt, man hat das Gefühl, das berührt Sie gar nicht.)
Richtig sonderbar wird Ihre Antwort jedoch, wenn Sie dem SPIEGEL auch noch vorhalten, er mache solche Informationen nicht im Internet öffentlich. Sicher, der SPIEGEL könnte vieles tun. Aber hätten Sie denn danach gesucht?? Ja? Wissen Sie, wo Sie diese SPIEGEL-Information jetzt schon finden können? Ok, nicht auf der SPIEGEL-Homepage, dafür aber in Ihrem eigenen Beitrag!! Dort zitieren Sie ja wörtlich eine entsprechende Erklärung auf der aktuell vom SPIEGEL im Jubiläumsheft veröffentlichten CD-Rom! Nur, damit Sie mir das auch glauben, zitiere ich (Sie!): “Denn auf der Jubiläums-DVD heißt es: ‘Deren Prinzip (das der Spiegel-Gespräche) basiert bis heute auf der nachträglichen Autorisierung durch den Interviewpartner …’”
Nur haben Sie das nicht Ernst genommen, weil Sie sich selbst – ohne Grund – für besser informiert gehalten haben. Hätte dieses offizielle (!!) SPIEGEL-Zitat bei Ihnen nicht zumindest Zweifel an Ihrer These und eine entsprechende Recherche auslösen müssen (s.o.)?
Sorry, aber Ihre Ausflüchte grenzen hier an Satire.
Den Vorwurf des Hochmuts gebe ich an dieser Stelle jedenfalls gerne zurück.
Man kann nur hoffen, dass Sie in anderen Fällen wesentlich gründlicher arbeiten. Der Umstand, dass Sie aber nicht einmal ein Unrechtsbewusstsein erkennen lassen (haben Sie vielleicht sogar eigentlich alles ganz richtig gemacht??) lässt allerdings Schlimmes befürchten. Sollte die Legenden-Enthüllung symptomatisch für die Qualität Ihrer übrigen Beiträge sein, kann man mit Ihrem Blog nur das machen, was Sie angeblich mit Ihrer Antwort gemacht haben: “schlicht und einfach vergessen”.
Damit aber genug der – wechselseitigen – Polemik.
Um doch noch einen halbwegs versönlichen Abschluss zu finden: Ich halte es nach wie vor für angezeigt, dass Sie die Sache in einem neuen Eintrag (und diesmal ausdrücklich) richtig stellen; da man über diese Notwendigkeit aber auch streiten kann, würden Sie aus meiner Sicht mit einem solchen Schritt einen gewissen Respekt zurückgewinnen, trotz meines bisherigen ehrlichen Entsetzens. Geben Sie sich einen Ruck, es kann jedenfalls Ihrem Ansehen nur nützen.
Interessant, welche Aufregung es um dieses Thema gibt. Eigentlich hielt ich beide Seiten für geklärt. Punkt ist: In Journalistenkreisen wird dies noch immer kolportiert. Dass es falsch ist, ändert nichts an der Tatsache, dass es herumgetragen wird. Editor Myth, anscheinend, ähnlich wie ein Urban Myth.
Dass man dies aber wissen muss, weil es alle paar Jahre mal geschrieben wird, zeugt von einem gewissen Hochmut. Vielleicht wäre es an der Zeit, dass Medien ihren eigenen Kodex und ihre Arbeitsweise auf einer dauerhaft erreichbaren Seite, z.B. als Ergänzung zum Impressum, im Internet öffentlich machen?
Dass diese Antwort so lang gedauert hat – sorry – schlicht und einfach vergessen.
Korrigieren Sie eigene Falschmeldungen aus Prinzip nicht, Herr Knüwer, oder warum bleibt der Hinweis, dass Ihre (nicht gerade leichten) Vorwürfe gegenüber dem SPIEGEL offenbar auf falscher Information und mangelnder Recherche beruhten, nun schon mehr als eine Woche lang unbeantwortet? (Im Urlaub sind Sie ja wohl nicht, wie man Ihrer sonstigen regen Tätigkeit entnehmen kann.)
Dabei wäre es, nachdem so viel Zeit vergangen ist, nun sogar richtig ehrenhaft, wenn Sie die Kritik nicht nur hier aufgreifen, sondern – sollten Sie die Einwände nicht entkräften können – eine Richtigstellung in einem eigenen, neuen Beitrag vornehmen würden, denn viele, die diesen Beitrag gelesen haben, werden die Diskussion hier nun nicht mehr weiterverfolgt haben bzw. weiterverfolgen.
Wer andere so für ihre Fehler anprangert, sollte jedenfalls seine eigenen Fehler nicht ignorieren.
A propos Korrektur: Im drittletzten Absatz hätte es heißen müssen, seit mehr als VIERZIG Jahren.
Mal ‘ne dumme Frage: Wo ?hieß es immer?, dass der SPIEGEL Gespräche ohne vorherige Autorisierung druckt?
Wenn Sie dafür keinen anderen Beleg als Herrn Simoneit haben, fürchte ich, dass Sie (und Ihre ganzen Mit- und Nachblogger) da einer Fehlinformation aufgesessen sind.
Ich habe zwar mein Volontariat nicht bei einem ?alten ?Spiegel?-Flaggschiff? absolviert, dennoch (so indiskret will ich mal sein) kenne ich den Laden anderweitig ein bisschen. Und mir ist jedenfalls keine derartige Behauptung bekannt, weder aus Literatur über den SPIEGEL, noch aus Publikationen des SPIEGEL-Verlages oder gar von SPIEGEL-Redakteuren selbst.
Im Gegenteil: Immer wieder konnte man im SPIEGEL nachlesen, dass Gespräche autorisiert und damit auch vom Gesprächspartner verändert werden. (Ausführlich erklärte bereits SPIEGEL Nr. 36/1966, S.3: ?SPIEGEL -Gespräche sind keine ?Interviews?, um deren Wiedergabe gestritten werden kann, sondern Dokumente: die geprüfte und autorisierte Niederschrift einer mündlich geführten Diskussion, die zu bearbeiten oder zurückzuziehen dem Gesprächspartner freisteht?; immer wieder finden sich im SPIEGEL solche grundsätzlichen Erläuterungen, um nur eine der neueren zu nennen, etwa in SPIEGEL Nr. 8/2001: ?Jedes Interview im SPIEGEL wird vom Gesprächspartner überarbeitet und autorisiert?; das SPIEGEL-Heft zum 50jährigen Jubiläum im Jahr 1997 widmete der Institution des SPIEGEL-Gesprächs und dem ?Prinzip der Autorisierung?, wie es dort genannt wird, sogar eine eigene Geschichte. Aber auch in Bezug auf einzelne, konkrete Gespräche wird die Autorisierung immer wieder erwähnt, so zum Beispiel in Nr. 28/1965, zuletzt in Nr. 11/04, S.5 oder Nr. 49/05, S.3.) Auch die in den bisherigen Kommentaren erwähnten Zitate von SPIEGEL-Redakteuren belegen ja gerade, dass der SPIEGEL die Autorisierung nicht verschweigt ? vom Gegenteil war nirgendwo die Rede (außer natürlich ganz oben, bezüglich des Herrn S.).
Mal ganz abgesehen davon, dass das Autorisieren von Interviews auch den Richtlinien des Deutschen Presserates entspricht (also als journalistisch besonders korrekt gilt), ist dieses Vorgehen auch durchaus sinnvoll, jedenfalls wenn man den Erklärungen anlässlich im Heft zum Jubiläum folgt: ?Dank dieser Garantie stößt der SPIEGEL auch bei Persönlichkeiten, die unsicher oder dem Magazin politisch zuwider sind, auf Gesprächsbereitschaft. Und schließlich führte das Autorisierungsprinzip dazu, daß SPIEGEL-Gespräche als zitierfähige Dokumente gelten, an denen es nichts zu dementieren gibt. Sie bedeuten oftmals selbst das Ereignis, über das die anderen Medien berichten.?
(In diesem Sinne ist vermutlich auch der jetzt in der CD-Rom sehr unglücklich verwendete Begriff “authentisch” gemeint – eben nicht bezogen auf die reale Gesprächssituation, sondern auf die zitierte Aussage, also darauf, dass diese – siehe Duden – “zuverlässig, verbürgt” ist.)
Dass irgendwann einmal beim SPIEGEL etwas anderes gegolten haben soll, lässt sich angesichts dieser klaren Bekundungen kaum annehmen, wäre jedenfalls mir auch nicht bekannt. Zwar ist immerhin in der erwähnten Jubiläums-Geschichte von dem ?Mythos? die Rede, dass die Gespräche von Interviewer-Seite so prägnant und geschliffen ablaufen, wie sie gedruckt werden ? selbst dieser Mythos wird aber an dieser Stelle entzaubert.
Dennoch, da der Teufel bekanntlich ein Eichhörnchen ist, mag es ja sein, dass Herr Simoneit aus der Frühzeit des SPIEGEL-Gesprächs andere (Einzel-)Fälle kennt; dass Nicht-Autorisierung aber irgendwann einmal (wann, wo, von wem?) ein öffentlich propagiertes SPIEGEL-Prinzip gewesen sein soll, würde mich angesichts der zahlreichen gegenteiligen Erklärungen mehr als verwundern. Vielleicht hat sich Herr Simoneit ja einfach schlecht erinnert ? oder an seiner eigenen, ganz persönlichen Legende gestrickt.
Wie auch immer: Dem SPIEGEL angesichts dessen, dass er sich seit (mindestens) mehr als fünfzig (!) Jahren zum Autorisieren bekennt, ja, dies sogar zum Prinzip erhebt, jetzt einfach so zu unterstellen, er habe sich früher einer anderen Praxis gerühmt oder gar seine Leser mit der Behauptung des Gegenteils getäuscht, ist zumindest reichlich kühn (und lässt hoffentlich keine Rückschlüsse auf Ihre sonstige Arbeitsweise zu, sei es in diesem Blog, sei es im Handelsblatt). Zumal Sie ja mit Ihrer ostentativen Enthüllung jedenfalls für SPIEGEL-Leser reichlich spät dran wären (s.o.): Wer den SPIEGEL liest und nicht nur über ihn schimpft, hätte es zumindest besser wissen können.
Über Sinn und Schaden von Autorisierungen kann man sicher trefflich streiten. Den SPIEGEL aber für das Gegenteil dessen zu bashen, was dort seit Jahrzehnten nachzulesen ist, ist irreführend und entweder unsachlich oder uninformiert.
Weitere Aufklärung ? seien es belastbare Belege für die behauptetet Legendenbildung, sei es eine Korrektur ? sollte Ihnen eine ?Ehrensache? sein. Gedankt sei Ihnen jedenfalls schon mal vorab dafür, dass Sie so gründlich mit dieser Legende aufgeräumt haben, auch wenn es wohl doch nur eine Schimäre war.
hatte mich bei dem satz in dem film auch sehr gewundert, denn irgendwie war mir auch so, dass der spiegel interviews nicht authorisieren lässt. macht er aber wohl doch.
Zur Zeit zu wechseln, ist der richtige Weg. Die tragen ihre Haut noch mit Anstand zu Markte. Nur: An wen hat der SPIEGEL seine Meinungsführerschaft eigentlich verloren? Ich denke, die ist an wechselnde temporäre Zweckbündnisse verloren gegangen, in denen immer häufiger die BILD zu finden ist.
@Lars:
Das bist nicht nur Du, der einen rasanten Qualitätsverlust beim Spiegel feststellt.
Ich bin seit knapp 8 Jahren Spiegelleser; vor einem Jahr habe ich mein Abo gekündigt, weil es nicht mehr auszuhalten war.
Ich bin zur Zeit gewechselt.
Aber «wie geleckt» wirken die Interviews nach solchen Abstimmungen schon …
Die Meinungsführerschaft des Spiegels ist zum Teufel. Und da bleibt sie auch. Ob er sich dran freut?
Der Glaube, ein gedrucktes Interview wie das Spiegel-Gespräch sei dazu da, einen realen Gesprächsverlauf zu dokumentieren, hält sich anscheinend hartnäckig.
Die Panne mit dem nicht funktionierenden Bandgerät, die ist mir mal fast genau so passiert. Ausnahmsweise externes Mikro drangehabt – Wackelkontakt, nix aufm Band als “Test, Test”, dann ein Knacken und gar nix mehr. Ich hab das Interview (ausgerechnet mit einem Intendanten einer ARD-Anstalt) anschließend aus dem Gedächtnis rekonstruiert so gut es ging – und die Abschrift mit den Kommentar zurückgeschickt bekommen: “sehr schön wiedergegeben, unser Gespräch.”
@Hans: Schön wärs. Direkt im Anschluss erzählt Erich Böhme die Anekdote, wie der Stenograph bei einem Spiegel-Gespräch das Tonband nicht eingelegt hatte: “Und dann haben wir’s nachempfunden — ich verrate jetzt was aus dem, aus dem Nähkasten — haben wir’s nachempfunden, zur Billigung hingeschickt, und der sagt: Das ist ja ein tolles Gespräch. Ich sag nicht, wer’s war.”
Vielleicht hat sich der Texter auch einfach verschrieben und es sollte heissen “Deren Prinzip (das der Spiegel-Gespräche) basiert bis heute auf dem Fehlen jeglicher nachträglichen Autorisierung durch den Interviewpartner, was das Gespräch besonders authentisch macht.”?
Vielen Dank dafür! Sehr gut, dass das auch mal ein Journalist so deutlich sagt, ich habe diesen Satz schon in mehreren Blogs stehen sehen und dachte mir die ganze Zeit: Irgendetwas an dieser Aussage passt nicht.
Derzeit frage ich mich oft, was den Spiegel angeht: Geht es mit diesem Blatt rein unabhängig-journalistisch-kritisch-gesehen immer mehr bergab oder sehe ich persönlich die Dinge nun mit anderen Augen?
Das mit der nachträglichen Autorisierung ist wirklich ein Unding und gehört abgeschafft. Davon die Kunden zu überzeugen, gehört definitiv auch zur Beratungsleistung von PR.
interessante auffassung von authentisch .) gerade nicht autorisierte interviews sind authentisch, da sie auch die charakterlichen eigenschaften eines interviewten in wortwahl und ausdrucksweise wiedergeben.
Ich kann mich auch erinnern, dass mir seinerzeit (na gut, vor 10 Jahren bald) das Spiegel-Gespräch gerade wegen der Autorisierung als vorbildlich dargestellt wurde.
Aber interessant zu lesen fand ich letztens ein Interview mit dem Moskauer Bürgermeister – das mir allerdings von zu wenig Respekt gekennzeichnet war.
Oder darf man auf die Darlegung von (tatsächlich existenten) Problemen seitens des Interviewpartners mit “Sie müssen es ja wirklich schwer haben.” reagieren? Ich finde nicht.
Ich kannte das gar nicht anders … aber man lernt ja nie aus (das das früher mal anders war). BTW: Ich denke, der Spiegel hat mit “Autorisierung” recht und der Autor mit “Authorisierung” unrecht.