Die ARD hätte gern GEZ-Gebühren für PC. Mit Beiträgen wie dem über Videos im Internet in dieser Woche in den “Tagesthemen” qualifiziert sie sich aber eher für den Entzug sämtlicher Zuwendungen.In rund einer Stunde werde ich einen Vortrag halten vor unseren Anzeigenaußendienstleuten. “Erzählen Sie mal, was im Internet gerade so abgeht”, hat unser Anzeigenchef Thomas Levermann gesagt. Meinen Vorschlag, den Vortrag auf 16 Stunden auszudehnen lehnte er ab. Jetzt hab ich eine Stunde. Eine Stunde um zu erzählen, “was gerade so abgeht”? Dagegen wirkt das Reiseverhalten japanischer Touristen in Europa ja wie die Prozession hüftgeschädigter Rentner.
Aber gut, es wird schon werden. Beginnen werde ich mit einem Beitrag aus den “Tagesthemen”, den ich bei Wortfeld gefunden habe. Dann werde ich in die Luft schnüffeln und fragen: “Riesen Sie das auch? Nein? Diesem Beitrag entströmt ein pestilenzartiger Gestank, gemischt aus Angst und Arroganz. Und wie es so ist mit Pest: Wenn es nach der stinkt, ist der Tod nicht weit.”
Es ist schon bemerkenswert, wie der Ekel vor diesem Internet Tom Buhrow von den Lippen trieft. “Ouh..” beginnt er das W von “World Wide Web” auszusprechen und es erinnert an “Harry Potter”, an den Moment, da Harrys Freund Ron Weasley den von ihm selbst geschleuderten Fluch “Friss Schnecken” zurückgeworfen bekommt – und tagelang schleimige Schnecken aus dem Hals würgt.
Natürlich aber muss der die Anmoderation eröffnet werden mit einem Schockfaktor: “Milliardenschwere Übernahmen – Gerüchte – Börsen – Internetfirmen” – da greift der New-Economy-geschädigte “Tagesthemen”-Zuschauer instinktiv an die Geldbörse und klammert sie fest. Dass die angeblich übernommenen Firmen erstmal gar nicht an der Börse sind – egal.
Anschließend aber muss das ganze verniedlicht werden. Denn nähme man diese Internetdingsbumsfirmen ernst, wäre es ja ein echtes Thema. Also: Kinderphase, jetzt Pubertät, das signaliert, dass es hier um Dummjungenstreiche geht. Und Jugendzeit gleich Gruppenbildung, ist doch klar. Bei OpenBC tummeln sich ja auch nur Blagen rum. Wie eine dreistellige Zahl von ARD- und ZDF-Mitarbeitern.
Und diese Halbstarken stellen sich heute “sogar” – ACHTUNG BETONEN – “selbst” ins Netz. Ja, ja, das macht nicht mehr die Wirtschaft oder so. Die machen das SELBST. Das können die schon. Was sie mutmaßlich vom durchschnittlichen “Tagesthemen”-Kommentator unterscheidet. Der kann sich ja nicht mal anziehen. Oder er will mit seinen wüsten Sakko-Krawatten-Kombinationen demonstrieren, dass die 80er echt keine schlechte Zeit waren.
Dieses Internet also ist nicht “die Luxusetage der Medien” (wie auch, kriegen ja keine Gebühren wie Herr Buhrow), es ist, ACHTUNG AUGENBRAUEN MISSBILLIGEND ZUSAMMENZIEHEN, ein “Grabbeltisch”.
Es folgt ein Beitrag eines Wolfgang Stuflesser, bei dem künftig zu prüfen sein wird, ob er immer so einen platten Stumpfsinn verzapft oder nur in dem Fall von PC-Gebühren-hungrigen ARD-Leuten genötigt wurde. Fast ist ja zu verstehen, dass Herr Stuflesser enttäuscht ist vom Netz. 112 Leute haben seit 2004 seine Homepage besucht, in der er so liebevoll einen Link zum SWR und einen zur ARD integriert hat. Und 112 – das ist echt nicht viel.
Stuflesser also kramt die ein halbes Jahr alte Tekkan-Geschichte hervor und natürlich Lonelygirl15, dazu ein wenig Polit-Propaganda. Als Sahnehäubchen dann Michael Kohnken, Chef der Journalistengewerkschaft DJV, der sich rühmen darf, dass “wir” Journalisten natürlich recherchieren und Gegenrecherchieren.
Deshalb würde es auch nie passieren, dass Reuters gefälschte Fotos verbreitet. Oder dass in den “Tagesthemen” die Kommentare nicht nach Meinung verteilt werden, sondern nach Politproporz. Und natürlich kämen auch nie solche Geschmacklosigkeiten vor wie George W. Bush zum Kommentar am 11. September mit Bin Laden in einen Topf zu werfen. Oder Verträge mit Sportlern abzuschließen, über die dann lobhudelnd berichtet wird. Oder Serien auszustrahlen, die strotzen vor Schleichwerbung. Nein, das käme doch bei “uns” Journalisten nicht vor. Erst recht nicht bei den öffentlich-rechtlichen Kollegen. Sonst müsste man sich ja fragen: Wozu eigentlich all diese Gebühren? Für beharrliche Qualität ja anscheinend weder bei der ARD noch beim ZDF.
Nachtrag: Gerade erst gesehen, was Herr Ix vom Podium brüllen möchte:
“99,99% der sendungen im deutschen fernsehen sind das ergebnis von blindem aktionismus und quoten-gier von kopisten und volltrotteln und hat das niveau von zugbegleiter-durchsagen im ICE.”










25 Kommentare zu “Der Angstschweiß des Tom Buhrow”
Dass das ZDF allen Ernstes die Übertragung des “Robocup” als strategische Maßnahme betrachtet, sich mit der neuen Medienzeit zu arrangieren, und wie logisch überhaupt der Umgang der öffentlich-rechtlichen mit dem Internet ist – dazu hat Klaus Brender beim Kommunikationskongress einige bemerkenswerte Dinge gesagt. Zum Thema Qualität von Inhalten allerdings gor nix. Als akademisierten GEZ-Zahler schwillt einem da der Kamm. Der Beitrag ist zu finden unter: http://www.kommunikationskongress.de, Klick auf “Stream Archiv”.
Marcc: ganz meine Meinung. Zudem packen wir noch die Schleichwerbung dazu, dann passt das Prädikat “kriminell/illegitim” schon.
Da gibts nichts mehr dran zu deuteln.
“Wo genau ist das – ganz grundsätzlich – ein Problem? Dass es sich um einen Sportler handelt? Oder um einen öffentlich-rechtlichen Sender?”
Meiner Meinung ist das Problem, dass das ein ÖR Sender ist, der sich aus Zwangsabgaben finanziert. Da erwarte ich einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Geld. Und mit Grundversorgung haben meiner Meinung nach exklusive Sportlerverpflichtungen nichts zu tun.
Spätburgunder: Ich mag die Nummer nun wirklich nur ungern verteidigen, aber wo genau ist sie kriminell/ illegitim?
Ein Sender hat ein Testimonial dafür bezahlt, dass er für Auftritte, Events und Shows ausser der journalistischen Reihe zur Verfügung steht. Ebenso wie auch “Experten” oder ganz banal Schauspieler bezahlt werden.
Wo genau ist das – ganz grundsätzlich – ein Problem? Dass es sich um einen Sportler handelt? Oder um einen öffentlich-rechtlichen Sender?
Man kann sicherlich über die Höhe und die Verlängerung des Vertrags diskutieren. Oder über die “familiären” Beziehungen zwischen Medien, Sportlern und ihren Sponsoren. Aber ungewöhnlich war der Deal nun wirklich nicht.
Branchenüblich, soso. Aber die ÖRes sind ja eigentlich die Besseren, vermutlich auch die besseren Menschen – ob das Eigensicht ist, oder ob sie sich nur so gebärden und ihnen das nicht mehr auffällt, keine Ahnung. In jedem Fall: Dann sollten solche kriminellen (o.k., illegitimen) “Branchenüblichkeiten” spätestens dort nicht mehr stattfinden.
Wer besser ist, darf sich auch als besser und moralisch höherstehend bezeichnen. Aber wers nicht ist, sollte da gefälligst das Maul nicht so weit aufreißen. Und da sind wir wieder beim “Auslösertext” von Thomas, bzw. beim Auslöserbeitrag. Da bin ich fast geneigt, einen, jüngst wiederholten Beitrag über das Bloggen besser zu finden. Weil: besser recherchiert und nicht mit einer überheblichen “wer seid ihr denn”-Einstellung gebaut.
Thema Glashaus, so einfach ist das für mich.
Phil: Was die zum Teil doch excessive Sportberichterstattung betrifft, gebe ich dir Recht.
Aber mal abgesehen davon, dass sich die Bundesliga-Sportschau durch massive Werbung drumherum wohl weitgehend selbst finanziert, hängt an diesem Brot-und-Spiele-TV auch ein Großteil der Akzeptanz und Daseinsberechtigung der Gebühren. Kurz: Die “Wofür zahle ich überhaupt?”-Frage.
Harald Schmidt: Nein, ich glaube nicht, dass es einen Privatsender gegeben hätte, der das Format in dieser Form finanziert hätte. Gerüchten nach war eine im Raum stehende Einflußnahme auf die Inhalte auch einer der Gründe, warum Schmidt und Sat1 sich nicht einig wurden. Und ja, ich finde, dass ein Format zwischen Scheibenwischer, Raab und ein bisschen nivelliertem Elitenfernsehen durchaus Sinn macht. Gern auch ohne Andrack.
Der “Degeto-Einheitsbrei” erfreut sich beim jugendlichen Publikum ausserordentlicher Beliebtheit (“Zuschauer da abholen, wo sie wohnen”) und ist auch kommerziell recht erfolgreich *hüstel*. Ja, das ist vielleicht keine Hochkultur, aber trotzdem grundsolides Vorabendfernsehen in einem Vollprogramm.
Die Ullrich-Geschichte. Nun, natürlich peinlich. Und ausgerechnet wieder Boßdorf. Aber sorry, wäre der Aufschrei genauso groß gewesen, wenn man z.B. RTL erwischt hätte, wie sie beispielswiese einen Formel1-Fahrer featuren? Sind solche Deals nicht vielleicht eher branchenüblich. Oder hat es Boßdorf wieder einmal übertrieben, weil Dinge beim ÖRR dann doch noch etwas anders laufen und kleine Aufmerksamkeiten die Freundschaft erhalten. Man weiß es nicht.
Spätburgunder: Meine Meinung ist da wohl tatsächlich nicht mehrheitsfähig. Aber …
Wir sollten zwei oder drei Dinge unterscheiden:
1) Rundgebühr für “neuartige Empfangsgeräte”. Da kann man drüber streiten (Und insbesondere über die theoretische 3-fache Belastung (Privat, Arbeitszimmer, Büro) für Selbstständige), ob das schon im Januar sein muss. Und gleich auch für TV. Fakt ist aber wohl, dass in den nächsten Jahren ein zunehmender Teil Rundfunk über IP-Netze laufen wird (an DVB-H & UMTS glaube ich nicht so recht). Kurz: Da muss was reguliert werden. Wg. Gebührengerechtigkeit.
2) Bzgl. öffentlich-rechtliche Streaming-Angebote. Die bedingt rundfunkrechtlich dann wohl alleine schon die Existenz privatrechtlicher Formate. D.h. sie müssen ins Netz, wegen Gegenpol. Und ja, ich würde mir wünschen, dass sie alles ins Netz feuern, was sie haben (analog zur BBC). Das wäre ein echter Mehrwert fürs Netz.
3) Schlimmer noch, ich bin tatächlich der Meinung, dass ein öffentlich-rechtliches Internetangebot auch ausserhalb “programmbegleitender Informationen” (mehr dürfen sie im Moment nicht, auch wenn man die “PC-Gebühr” schon als strategischen Schritt zu einer Änderung missdeuten kann …). Also eigene Redaktionen für webgerechte Inhalte, Zuschauerintegration via Web 2.0-Techniken, usw …
Einfach aus der Überlegung, dass es vielleicht gar nicht so schlecht wäre, wenn der nun real nicht ganz so medienkompetente Bürger im zukünftigen Leitmedium einen unabhängigen und nicht kommerziellen “safe harbour” hätte, von dem er starten kann (Ich habe Zweifel, ob sowas auch als reines Community-Projekt analog zur Wikipedia möglich ist. Vgl. die Probleme der Readers Edition, oder alleine die Schlachten um politisch etwas brisantere Themen bei der WP selber).
Das würde – und so verstehe ich auch die Kritik von Thomas Knüwer – allerdings voraussetzen, dass die verantwortlichen Redaktionen besser besetzt sind, als es bei den Tagesthemen und bei Frontal21 offenbar der Fall ist. Natürlich ist das alles neu, schnell und furchtbar komplex. Aber das sind viele Dinge im Leben. Notfalls mal Armin Maiwald von der Maus fragen, der erklärt, wie man erklärt. Der Rest ist Handwerk.
Achso, zur Frage: Nein, das Programm ist so nicht in Ordnung (Trotzdem aber noch halbwegs ok, ich habe meine Erwartungshaltung da schon länger der Realität angepasst).
Gerade bei den neuen Medien gibt es noch viele Berührungsängste und erschreckend viel Unwissen, dass durch Dämonisierung überkompensiert wird (Was aber bei vielen Spezialthemen der Fall ist, ich habe z.B. als Schülerpraktikant über Reitsport geschrieben, weil die Fußballexperten da … aber ok, das gehört hier nicht hin ,).
Natürlich gibt es beim ÖRR viele Baustellen, aber deshalb gleich seine Abschaffung zu fordern, ist doch absurd (und nicht selten sind irgendwelche Skandälchen ja auch ein dankbares Argument, weil man eh nicht zahlen möchte, schon gar nicht an diese verhasste GEZ …).
Mir ging es mit meinem Posting oben aber auch nur darum, auf ein paar rundrunkrechtliche Vorausetzung hinzuweisen. Da scheint es bei den Kommentatoren hier doch noch massive Defizite zu geben. Auf diesen Entscheidungen zu formulieren macht nicht viel Sinn.
Egal, was man nun vom ÖRR im Netz oder dem alten Medium hält.
@jo
Ich bleibe nichts destotrotz bei der Meinung, dass die Bundesliga beim privaten Fernsehen genauso gut untergebracht wäre, sie aber dann nicht von GEZ Zahlern zu berappen wär.
Und wenn ein Harald Schmidt seine Millionen nicht von einem privaten bekommt, dann von einem ÖR?
Es glaubt doch hier wohl keiner, dass er nicht auch irgendwie einen Platz bei den Privaten bekommen hätte.
Und dieser Einheitsbrei von degeto produziert hat nun rein gar nichts damit zu tun, wofür ich bereit bin im Rahmen des öffentlichen Interesses Geld zu bezahlen. Selbst wenn das vom Kaiser persönlich abgezeichnet wäre, so verstehe ich doch nicht, wieso ein Zwangsbezahlter Sender Formate ausstrahlen muss, die ganz offensichtlich auch anders produziert werden würden.
Und wie jemand vor mir erwähnte, einfach mal das Buch Mattscheine zu lesen.
Und wie mir gerade auffällt, scheint es ja so, dass wieder keiner der entscheidenen herren seinen hut wegen der Ullrich Affäre nehmen muss. Ist ja auch geschickter Selbstjournalismus. Die seriösen Sender bringen einfach fast nix über ihre eigenen Skandale und so werden sie ganz schnell vergessen und man kann ohne Probleme bis zum nächsten Skandal weitermachen….
@ jo: Sicherlich hat es Änderungen im Auftrag der ÖRe-Sender gegeben; sicherlich sind die auch derzeit abgesichert durch die höchste Rechtsprechung. Nichts dagegen. Ärgerlich ist es dennoch – und ändernswert allemal. Oder findest Du, das Programm ist so völlig in Ordnung – insbesondere, unter dem Gesichtspunkt, dass es “öffentlich-rechtlich” ist? Hier gehören Korrekturen angebracht – nicht mehr, und nicht weniger verlange ich. Und: Wenn das ein paar mehr, dann noch mehr und vielleicht irgendwann ganz viele verlangen, dann ändert sich vielleicht mal was.
Spätburgunder, Phil: Der Auftrag lautet längst nicht mehr “Grundversorgung” (Das auch noch, gerade mit Blick auf Nischen/Pluralimus (was auch Rentner-TV einschließt) …), sondern dem Angebot der privatrechtlichen Anbietern ebenbürtiges Vollprogramm inkl. Volksbespaßung und Sport.
“Die ARD und ZDF spielen sich nur allzu gern als Konkurrenten der Privaten Sender auf, [...]”
Es ist ihr Job. Plain simple, vom Bundesverfassunggericht zementiert.
Phil: Harald Schmidt wurde nicht “weggekauft”. Er wurde sich nicht mit Sat1 einig (man kann da beiderseitiges Interesse unterstellen, muss aber nicht) und hat schließlich ein Angebot angenommen. Ein guter Deal für beide Seiten. Wo ist das Problem?
Jürgen Siebert:
“Sie führen einfach die Rundfunk-Gebühr für Computer ein. Was nichts anderes heißt als: Ab sofort gibt?s sogar Geld für Null Leistung.”
Derart offensiv kommunizierte Ahnunglosigkeit ist schon fast schmerzhaft.
a) “Sie” (die öffentlich-rechtlichen Sender) haben die Rundfunkgebühr für Computer _nicht_ eingeführt. Es mag überraschend klingen, aber die ÖRRs entscheiden nicht selber, was und wieviel sie wofür bekommen …
b) Die Gebühr (bzw. die Nichtverlängerung des Moratoriums keine Gebühr zu zahlen) ist durch dem Umstand entstanden, dass Rundfunk (nicht ör Rundfunk!) zunehmend via IP verbreitet wird.
c) ÖRR ist kein PayTV. Rundfunkrechtlich reicht es, wenn irgendwer irgendwie Rundfunk via IP sendet. Das ist freilich politisch nicht zu vermitteln. Zwar müssten die ÖRRs dann mittelfristig mit einem entsprechenden Angebot nachziehen, einen direkten Anspruch gibt es aber nicht.
Zur Gebührenfrage: Die PC- und Handyabgabe halte ich für ungerechtfertigt, für dreiste Abzocke – Geld per Zwangsabgabe verdienen allein aufgrund der Anwesenheit der Web-User bzw. Computerbesitzer. ÖR als solches bitte unbedingt ja (Arte, Deutschlandfunk etc.). Aber nicht auf diesem Weg. Es muss ein anderes Modell her… Diskussionen werden ja bereits zu genüge geführt, nur fehlt das Gehör der Verantwortlichen…
Zum Beitrag: Als Experte bin ich zu Wort gekommen, um etwas zum Aspekt Vertrauen in Internet zu sagen. Gesagt, getan, gesendet. Leider hat man keine Kontrolle darüber, wie das eigene Statement am Ende kontextualisiert wird. Die Anmod ist arrogant, strotzt nur so vor “angelesener Unwissensheit” und ist schlichtweg hanebüchen. Der Bezug zu Bürgerjournalismus erschliesst sich mir ebenfalls nicht.
Nun hat man ja als Blogger, Experte, Web-Nerd etc. eine spezifische Sicht auf solche Dinge, aber wenn selbst “Laien” (Bekannte, Verwandte etc.) auch so ihre liebe Not mit dem Beitrag hatten, ist da grundlegend was schief gelaufen.
Der Grund für mich: Viel zu viele Medienanbieter im ÖR und im privaten Sektor haben ein absolut naives, verzerrtes und schlichweg falsches Publikumsbild. In Zeiten von “Web 2.0″ ein fataler Fehler, der sich rächen kann/ könnte/ wird.
Ich empfehle allen, die Probleme mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk/Fernsehen haben, das Buch von
Jürgen Bertram ( ehemaliger Auslandskorrespondent der ARD/NDR )mit dem Titel: ” MATTSCHEIBE ” zu lesen.
Es lohnt sich. Danach fragt man sich: Muß dieser Rundfunk so viel Geld kosten ?
Die professionellen Recherchekompetenzen der Tagesthemen sind denn auch schon gleich zu Beginn des Beitrages bei dem Hintergrundbild der Anmoderation zu erkennen:
Im Browserfeld ist dort nämlich die hart recherchierte Adresse von Youtube zu bewundern: youtube.DE
Achja, unser Freund Konken. “Wir Journalisten”. Eine gewagte Aussage, wenn man seinen CV betrachtet, der ergibt, daß er Diplom-Verwaltungswirt und PR-Fuzzi ist. Wen sich die schreibende Zunft so zu seinem Sprachrohr wählt …
@ Mickus: Sudoku ist als nur “Sendelücke füllen”? Dann doch lieber das gute, alte Testbild… das kostet mich wenigstens nichts. Ich bin ja gerne bereit, für einen DLF oder auch – teilweise – für die digitalen Zweitverwertungen der ÖRe-Sender zu blechen, aber “Unterschichtfernsehen” muss nicht sein, darf nicht sein! Früher nannte man das “Volksbildungsauftrag” (nein, nicht soviel früher) – und so falsch war das nicht. Gerne auch Unterhaltung mit dazu – aber den Dumpf- und Schwachsinn, der dort heute versendet wird, kann und sollte man sich sparen.
Außerdem: Nachrichten-Sendungen im ÖRe-Fernsehen verkommen immer mehr zu Proporzfernsehen und Eigenwerbung. Beispiele gefällig? “Ein Fall für Zwei” gibt es seit 25 Jahren, und (nach meiner Erinnerung) dazu gibt es einen “Heute” Beitrag. Langsam kommt die Diskussion um den PC-Gebühr in Fahrt – und ein mehrminütiger Beitrag dazu (nur mit ARD-Meinungen natürlich) kommt in der Tagesschau. WAS SOLL DAS?! Dafür sind Gebühren nicht da.
Bei mir irgendwie auch …..
Und ich habe nix gegen Niveausendungen @Mickus. Was ich anprangere sind genau die Sendungen, die auch das private Fernsehen herstellt und trotzdem von mir finanziert wird. Wie ich schon oben erwähnte, Marienhof, Verbotene Liebe etc.
Auch die Bundesliga gehört dazu. Diese ist auf ARD (ja Samstags 18.45 falls sie das noch nie gesehen haben) keinesfalls niveauvoller als damals RAN.
Und dafür sind 3 stellige Millionen Zahlungen aus Zwangseingenommene Geldern einfach nicht gerechtfertigt.
Und dieser ganze Mist, der von der degeto produziert wird fällt bei mir auch nicht unter Niveau erhaltene Formate. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.
Ganz zum Schluss fällt mir noch Herr Harald Schmidt ein, den ich wirklich sehr schätze und auch nicht missen möchte, aber warum zum Geier muss man den denn wegkaufen und sogar die privaten Sender an Gehalt überbieten??? Hätte er auf SAT1 nicht auch eine ähnlich gute Arbeit verrichten können?
Ich habe fertig
Bei mir zuhause läuft die Fußball-Bundesliga schon in der ARD…
Herr Knüwer, diese Sendezeiten sind irrelevant. Wer um diese Zeit vor der Kiste sitzt, hat auch nix anderes verdient !
Phil, es ist einfach ungerecht, so über ARD und ZDF herzuziehen ! Diese PC-Gebühren wurden von den Länderchefs beschlossen und zwar in Höhe von 17,03?. Beschweren Sie sich bei denen.
Und die Bundesliga wird doch gar nicht mehr auf den ARD-Sendern übertragen – da läuft Ihre Kritik buchstäblich ins Leere !
Genau wie Herr Siebert bedauere ich auch die oft allzuspäten Sendetermine vieler interessanter Sendungen. Aber zwischen acht und zehn Uhr werden täglich trotzdem noch viele sehenswerte Sendungen gezeigt. Und wenn tatsächlich einmal nur die Auswahl zwischen Volksmusik und Fußball und Wiederholungen ist, ja mein Gott, dann bleibt die Kiste eben mal aus ! Rechnen Sie doch die Gebühren mal pro Sehstunde aus ! Da zieht sich mancher aber ein Vielfaches an Bier und Chips nebenbei rein !
Gucken Sie sich doch die Sprecher der Privaten mal an – also ich tu mir die nicht mehr an. Und dann verfolgen Sie doch mal die täglichen Quoten: falls die Privaten nicht gerade Formel 1 übertragen haben, sind da immer nur Sendungen oder Fernsehfilme der ARD oder ZDF auf den top 10 ! Über diese privaten Commedy-Clowns kann doch keiner mehr lachen.
Wahrscheinlich fragen Sie sich, warum ich mich hier so reinhänge ? Ich fürchte tatsächlich ein Abgleiten auf unterstes Niveau ohne ARD und ZDF – wobei mir die Angleichung und das Quotendiktat auch schon viel zu viel ist !
Es wirkt einfach lächerlich, wenn die ARD und das ZDF meinen zur Grundversorgung (und das ist das offizielle Ziel der ÖR) gehören Ereignisse wie die Bundesliga, die mindestens genauso neutral auf SAT1 oder RTL gesendet werden würde, dazu. Aber was solls, ist ja immerhin noch Volkssport.
Grotesk wird es erst, wenn Serien wie Verbotene Liebe, Marienhof usw. usw. auch von mir Zwangsfinanziert werden. Die ARD und ZDF spielen sich nur allzu gern als Konkurrenten der Privaten Sender auf, weil ihre Intendanten nach Publicity und Aufmerksamkeit gieren.
Und eine halbwegs neutrale Meinung über bestimmte Themenbereiche ist schon gar nicht gewährleistest, hier kann man z.B. das Thema Computerspiele anführen. Nach der Tragödie in Erfurt sind Magazin wie Frontal21 gegen bestimmte Spiele sturm gelaufen, ohne das auch nur einmal die Gegenseite gesehen wurde. Zumal diese Sendungen von falschen Fakten nur so überquollen. Da fällt mir nur das Stichwort gründliche Recherche ein …..
Die PC GEZ Gebühren sind dann der absolute Höhepunkt. Wenn sie schon noch mehr Geld zum Fenster rauswerden möchten, dann doch bitte wenigstens genau aufgeschlüsselt. Dann sollen doch mal die Kosten für die im Internet angebotenen Dienste der ARD und ZDF genau berechnet werden und dann der Prozentsatz anteilig an den Gesamtkosten. Genau diesen Prozentsatz der normalen Gebühren bin ich dann vielleicht noch bereit zu zahlen.
Von den Skandalen mal ganz abgesehen, die allesamt durch Inhalte fabriziert wurden, die mit Sicherheit nicht der Erhaltung der Grundversorgung dienen. Ich sage da nur Jann Ullrich.
Naja Sie lassen zumindest erkennen, wohin Ihre Interessen gehen – da ja die Benennung von Wissenswertem kein Argument für Sie ist ! Haben Sie schon bemerkt, daß es noch Sendungen wie alpha centauri, Weltbilder, ttt, hessenjournal, unkraut, Das!, Zeitspiegel, la vita, quer, undundund gibt ? Wem gefällt schon alles ? Die politische Meinung teile ich in vielen Fällen auch nicht, aber ist das das Allesentscheidende ?
Tatsache ist doch, dass die ARD zunehmend Qualität in die Nachtstunden verlegt, zum Beispiel »Beruf Lehrer« (23. 08., 0:45) oder auch gute Unterhaltung (»Bei Krömers«, immer montags, 0:20). Eigentlich gibt es für den »gebildeten Durchschnittsbürger« kaum noch einen Grund, den Fernseher einzuschalten. Geschieht bei mir zu Hause auch immer seltener, stattdessen hänge ich vor meinem Computer, höre dort Musik, schaue mir meine Fotos an, schneide Videos, betreibe einen Weblog, … Aber die Öffentlich-Rechtlichen denken weiter. Sie führen einfach die Rundfunk-Gebühr für Computer ein. Was nichts anderes heißt als: Ab sofort gibt?s sogar Geld für Null Leistung.
@ Mickus: Andere Meinungen in allen Ehren, gerade heutzutage. ABER (ja, ich schreie!): Dummdreistes Geblubber, und dann noch unter dem Deckmantel einer Grundversorgung, gehört angeprangert. Wenn – vermutlich – thomas, du und ich gebühren (!) bezahlen, dann haben wir gerade dort, wo die hinfließen, auch das Recht auf eine korrekte und unvoreingenommene Darstellung. Bei den RTL2-”Nachrichten” erwarte ich das nicht, die wollen ja auch nur spielen. Bei den Tagesthemen ist die Absicht eine andere – und die sollten das besser wissen.
Ach, Sie haben Recht. Ich erfreue mich ja auch täglich an öffentlich-rechtlicher Qualität wie “Verbotene Liebe”, “Soko Leipzig”, dem “Musikantenstadl” oder Pilcher-Filmen. Oder an unvoreingenommen und seriös recherchierenden Magazinen wie “Frontal21″. Oder der “Tagesschau”, sich sehr genau überlegt, ob sie die neueste ARD-Meldung wirklich bringen soll (natürlich nur, wenn sie positiv ist, dass ist man dem Gebührenzahler schuldig).
Übrigens entdecke ich bei Ihnen, lieber anonymer Mickus, keine Argumente.
Das hier ist primitives Meckern, keine Meinung. Außerdem praktizieren Sie selbst schlimmer, was Sie verurteilen: Ihr letztgenanntes Zitat ist aus dem Zusammenhang gerissen und richtet sich im Original gegen das Privatfernsehen ! Pech für Sie, da sind Sie wohl etwas abgeglitten unter die Gürtellinie – Sie gebärden sich wie ein Islamist im Namen “Blablas”!
Ich jedenfalls bin froh, daß es die öffentlich-rechtlichen Sender gibt . Was da an Wissenswertem über den Bildschirm an nur einem Tag flimmert, das bekommen alle Privaten zusammengenommen in einem Jahr nicht hin ! Zur Pressefreiheit gehört auch, eine andere Meinung in den Tagesthemen zuzulassen – wie kleinkariert von Ihnen ! Sie merken gar nicht, daß Sie etwas bekämpfen, das Sie angeblich fordern oder umgekehrt – naja ziemlich verworren jedenfalls, Ihre Meinung.