Die Zeitungen und das Internet – ein Musical in drei Akten.1. Akt: Vertreibung aus dem Paradies
Einst gab es eine Zeit, da sangen die Verleger von Tageszeitungen:
“Ich will nicht viel
Ich will mehr
Jetzt bin ich frei
und will alles”
Damals schien alles schön und groß und erfolgreich. Während mancher Lebensmittelhändler schon unter fünf Prozent vom Umsatz als Gewinn in die Bücher schrieb, waren für Zeitungen 15 Prozent schon ein schlechtes Jahr.
Dann kam das Internet. Und der Glaube, dort müsse alles genauso laufen wie im Gedruckten. Einmal kurz die Abrechnung klären und schon lockte man auch online die Abonnenten. Nur, hätte man sie gefragt, die Zeitungsmanager, nach ihrem Wissen über die Erfahrungen aus Übersee, dann hieß es:
Die Leser aber, die waren frei, waren schon in San Francisco und New York gewesen. Bald schon stand es an jeder Klowand und auf jeder Krisenagenda der Verlage:
It’s a genuine fact that the Surfers rule”
3. Falling in Love
Das erkannten dann auch die Verlage:
Ja, sie verliebten sich gar: in Google. Weil Google ihnen über sein Nachrichtenportal jede Menge Klicks lieferte.
3. Akt: Offenes Ende
Doch wie es oft so ist – nicht jeder empfindet gleich. Nicht jeder, ist bereit zu geben. Und das ist dann oft der Moment der Trennung.
So gab es kürzlich eine belgische Zeitung, die vor Gericht klagte, um nicht mehr in den Google News aufzutauchen. Was sie davon hat, nicht mehr dort aufzutauchen? Eine logische Erklärung scheint es nicht zu geben.
Und weil es einige seiner Mitglieder nicht kapieren, das ganze Ding mit den Netz, dringt der Weltverband der Zeitungen darauf, neue technische Barrieren zu errichten, damit Suchmaschinen nicht mehr so einfach auf Zeitungs-Online-Inhalte zugreifen können.
Wer das Spiel mitgeht, wird schnell merken, dass je höher die Barrieren, desto lauter die Rufe vor den Mauern:
Und dann werden sie ihre Pläne wieder aufgeben, die Verleger. Oder sie werden zu den Kings von Hollywood.










8 Kommentare zu “Phantom of the Verlagshäuser”
Herrlich!
Vielen Dank Herr Knüwer, jetzt hab ich Jürgen Marcus als Ohrwurm. Super, ganz großartig.
Außerdem ist es schön zu sehen, dass auch Sie in der Bloggerliga mal einen Spieltag auslassen, um den anderen Tippern eine Chance zu geben.
aua, das dürfte traumatisierend gewirkt haben.
aber anhand der titel herrlich illustriert
@Lalala: Ich habe zehn Jahre Krankenhausradio gemacht – da wird man sehr gelassen anderen Musikrichtungen gegenüber. Meinen persönlichen Musikgeschmack spiegelt die Auswahl nur teilweise wieder
Lustisch!
Gibt’s das Ding auch als MP3?
Da weiss man doch, wozu eine Woche Gehirn lüften gut ist … furchtbar schön!
Danke. Danke. Danke. Danke.
Ad Astra
Pfui, haben Sie einen schlechten Musikgeschmack!