»Thomas Knüwer 29. August 2006, 15:00 Uhr

Marktlücke für Berufskommunikatoren

Sie sind PR-Berater? Öffentlichkeitsarbeiter? Kämpfen um jeden Kunden? Ach, Sie haben derzeit gar keine Kunden? Dann habe ich eine Marktlücke für Sie…Beraten Sie doch einfach Terroropfer. Oder Unfallgeschädigte. Und natürlich Ex-Entführte. Zumindest im Fall der acht Jahre lang entführten Natascha wird gerade gepitcht:

“Der Medienhype um ihre Geschichte und ihre Person hat bei der nach acht Jahren Gefangenschaft aus einem Verlies entkommenen Natascha Kampusch das Bedürfnis nach gezielten Öffentlichkeitskontakten ausgelöst. Man werde sich wohl auf die Suche nach geeigneten Beratern machen müssen, war am Sonntag aus dem Umfeld der jungen Frau zu erfahren. Sonntagabend gab es erste Gespräche mit möglichen Kandidaten.”

Nachtrag: Unterlagen nicht mehr einschicken, die Entscheidung ist schon gefallen.

»Thomas Knüwer 29. August 2006, 15:00 Uhr

    4 Kommentare zu “Marktlücke für Berufskommunikatoren”


  1. Sebastian says:

    Am Rande bemerkt: Der betreffende PR-Berater macht seinen Job gratis. Und bisher muss man sagen: Er macht ihn auch gut.

  2. Gerold Braun says:

    Laut Standard.at hängt da richtig viel Geld im Raum. Da ist es nicht verkehrt jemand dazu zu holen, der die Leute und die Preise kennt. Ich halte es für völlig richtig, dass Frau Kampuschs Berater da eine PR-Agentur engagieren.

  3. Adhominem says:

    Diese Entscheidung halte ich für sehr weise. So, wie man bei Gericht einen Anwalt braucht, damit einen der Anwalt der Gegenpartei nicht nach allen Regeln der Kunst vorführt, braucht man heutzutage einen PR-Berater, wenn man möchte, dass die Presse zumindest ansatzweise das Bild vermittelt, was man vermittelt haben möchte, und nicht eine reißerische Verzerrung bis zu Unkenntlichkeit.

  4. Das klingt in der Tat ziemlich merkwürdig. Aber trägt das Verhalten der Medienvertreter nicht wesentlich dazu bei? Nicht nur in diesem Fall wurde doch wieder eine regelrechte Treibjagd gestartet. Gäbe es nicht diese Auswüchse auf Journalistenseite, wären solche PR-Aktivitäten gar nicht nötig.