Wer mit der Fifa und ihren Partner Geschäfte macht, macht in der Regel gute Geschäfte. Und deshalb wird er schnell mal übereifrig. Wie nun die Anwaltskanzlei Baker & McKenzie.Geld ist im großen Fußball kein Problem. Die Fifa hat genug. Und Infront, jenes Unternehmen, das von der insolventen ISL die TV-Rechte für die Weltmeisterschaft 2006 übernahm auch. Am besten weiß das – nur angemerkt – Infront-Chef in spe Phillippe Blatter. Nicht nur, weil er Sepp Blatter Neffe ist. Sondern auch, weil er Chef der europäischen Sport-Beratungs-Division bei McKinsey war. Die wiederum zählte die Fifa zu ihren Klienten und machte mit diesem einem Kunden innerhalb von zwei Jahren zwölf Millionen Franken Umsatz.
Infront also hat die Großkanzlei Baker & McKenzie beauftragt, Jagd auf böse Internetter zu machen, die bewegte Bilder ins Netz stellen. Wer auf die Idee gekommen ist, vorsorglich schon Warnbriefe an Zugangsanbieter zu verschicken, wird mir vielleicht der zuständige Anwalt erzählen, wenn er mich nach seinem Urlaub zurückruft. Solch einen Rückruf hat mir zumindest sein Stellvertreter gerade zugesichert, als er relativ still mein Ansinnen entgegen nahm.
Denn Blogging Tom ist solch ein wunderschönes Schreiben in die Hände gefallen, in dem Baker & McKenzie schon mal ein wenig mit der Baseballkeule wedelt und Zugangsanbieter in der bewährten Methodik von Moskau Inkasso darauf vorbereitet, dass sie private Daten ihrer Kunden weiterreichen sollen. Was nach meinem Wissen nicht erlaubt wäre. Fordert hier also eine renommierte Anwaltskanzlei zum Rechtsbruch auf?
Bleibt nur zu hoffen, dass sich nicht allzu viele Menschen und Firmen von solchen Muskelspielen ins Bockshorn jagen lassen. Mit Anwälten ist es eben manchmal so wie mit kleinen Hunden: Sie bellen am lautesten, weil sie die kleinsten Zähnchen haben.
Per Boing Boing hat sich Baker & McKenzie auf jeden Fall schon mal hübsch lächerlich gemacht:
“Baker & McKenzie, be on alert: henceforth, Boing Boing will be actively monitoring your website to identify dumbass activity and will, if necessary, take appropriate action to point out instances of wasting clients’ money by sending out unnecessary and obnoxious warning letters.”
(Gefunden bei Fooligan)










3 Kommentare zu “Briefschreibwut bei Baker & McKenzie”
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“Solch einen Rückruf hat mir zumindest sein Stellvertreter gerade zugesichert”[...]
OOoohhh.. Unbedingt hier berichten! Und ob es auch in der Firma jetzt personelle Änderungen gab.
Mit der Zusatzinformation über den Blatter-Neffen gewinnt der Begriff Nepotismus eine ganz neue Bedeutung: Er ist nicht mehr lediglich sinnbildlich sondern wörtlich zu verstehen. Kaum zu glauben.
Von den echten Journalisten kann man doch immer wieder etwas lernen.