Die Zukunft der Bundesbank

Viele Beobachter finden, dass es Axel Webers Aufgabe gewesen wäre, in der EZB als Präsident eine „deutsche Linie“ durchzusetzen. Dahinter stecken gleich zwei verkehrte Vorstellungen. Erstens wird die Macht des Präsidenten im Zentralbankrat völlig überschätzt. Der Präsident kann alleine wenig erreichen, und vermutlich ist die Rolle des Chefvolkswirts in der EZB wenigstens vergleichbar wichtig wie die des Präsidenten. Zweitens ist die Vorstellung falsch, dass die Franzosen, Italiener, Spanier und Portugiesen im Rat der EZB entweder grundsätzlich nicht in der Lage sind zu begreifen, dass das der Ankauf griechischer Staatsanleihen durch die Zentralbank zu Inflation führen kann oder, daß ihnen Inflation eben nicht so wichtig ist, wie ihren deutschen Kollegen. Nur nach dieser Vorstellung bedarf es eines deutschen Lehrmeisters, der in der EZB die Sachen in Ordnung bringt. » weiterlesen