Die Highlights des SVR-Sondergutachtens (Teil 1 von 2)

Licht und Schatten liegen in der deutschen Volkswirtschaftslehre derzeit eng zusammen. Am vergangenen Donnerstag erreichte die Diskussionskultur in der deutschen VWL mit dem schrillen Aufruf der 172 einen vorläufigen Tiefststand.

Einen Tag später dann schlug das Pendel in die andere Richtung, und zwar gleich doppelt. Erst distanzierten sich Volkswirte – inzwischen mehr als 100 – in einer exzellenten Stellungnahme von der dumpfen Pauschalkritik ihrer Kollegen an einer Bankenunion. Und dann veröffentlichte der Sachverständigenrat am späten Nachmittag ein Sondergutachten zur Euro-Krise.

Ich halte dieses Gutachten für eine Sternstunde des Sachverständigenrates und der deutschen Wirtschaftswissenschaft. Es ist eines der besten Papiere, die mir in Sachen Euro-Krise bislang über den Weg gelaufen sind und sollte Pflichtlektüre für jeden sein, der sich mit der Euro-Krise beschäftigt. (Mein ZEIT-Kollege Mark Schieritz sieht es übrigens ähnlich.)

Hier der erste Teil einer Übersicht über die wichtigsten Punkte des Sondergutachtens (die Themen Bankenunion und Schuldentilgungspakt behandele ich morgen noch separat).

Konsolidierungsanstrengungen der Krisenländer

Viele Beobachter, vor allem in Deutschland, erwecken den Eindruck, der Hauptgrund für die derzeitigen Probleme sei, dass sich die Krisenländer mit Blick auf Spar- und Reformbemühen nicht genug anstrengen. Diesem Eindruck widerspricht der Sachverständigenrat – mit sehr guten Argumenten. Auf nationaler wie auf europäischer Ebene seien “mutige Schritte zur Konsolidierung der öffentlichen Finanzen” eingeleitet worden. » weiterlesen