Wie es wirklich um Deutschland steht

Wir beim Konjunkturteam des Handelsblatts schauen ja immer auf die knallharten Wirtschaftsdaten, wenn wir analysieren, wie es einem Land geht. Doch Wachstum ist natürlich nicht alles – wir Menschen wollen ja nicht nur viel kaufen und besitzen, sondern in erster Linie  schön leben.

Ökonomen wie die Nobelpreisträger Joseph Stiglitz und Amartya Sen fordern daher, auch die Lebensqualität der Menschen, ihre Zufriedenheit und die Nachhaltigkeit ihrer Lebensweise zu berücksichtigen, wenn der Wohlstand eines Landes gemessen wird. Seit zwei Jahren diskutiert auch eine Enquete-Kommission des Bundestages, wie das gehen könnte  (auch wenn sich die Abgeordneten dabei seit neuestem vor allem in die Haare kriegen). » weiterlesen

Ist das die Wende?

Der Euro-Gipfel hat diese Woche nahezu alle weiteren wirtschaftsrelevanten Ereignisse und Veröffentlichungen in den Schatten gestellt. Da konnte Bundeskanzlerin Merkel die Erwartungen im Vorhinein noch so sehr dämpfen – angesichts der Bedeutung der Beschlüsse stand der Gipfel im Fokus. Zu Recht.

Es lohnt sich dennoch, einige Konjunkturdaten, die in dieser Woche fast unbemerkt veröffentlicht wurden, hier einmal zu thematisieren. Denn sie transportieren eine wichtige Botschaft: Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt – und das deutlich.

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OECD: Gute Nachrichten für Weltwirtschaft

Die OECD hat heute eine neue Konjunktur-Prognose veröffentlicht – und schätzt die Aussichten für die Weltwirtschaft sehr gut  ein. In der englischen Pressemitteilung schreibt die Organisation:

Growth in the G7 economies outside Japan appears to be stronger than previously projected, with accelerating private sector investment and trade boosting recovery.

“The outlook for growth today looks significantly better than it looked a few months back,” OECD Chief Economist Pier Carlo Padoan said during a presentation of the OECD’s latest Interim Economic Assessment. ”Growth perspectives are higher all across the OECD area, and the recovery is becoming self-sustained, which means there will be less need for fiscal or monetary policy support.”

Das Erdbeben und die Reaktorkatastrophe in Japan erhöht laut OECD kurzfristig die Unsicherheit für die Weltwirtschaft. Noch sei es zu früh, um die gesamten volkswirtschaftlichen Kosten abzuschätzen. Daher gibt die OECD vorerst keine Prognose für Japan ab. Sie schreiben zu den wirtschaftlichen Folgen:

Early estimates from Japanese authorities suggest that the loss of physical capital amounted to somewhere  between 3.3 to 5.2% of annual GDP. As a first estimate, growth in Japan might be reduced by between 0.2 and 0.6 percentage points (non-annualised rates) in the first quarter and by somewhere between 0.5 and 1.4 percentage points in the second quarter.

Es gibt auch ein Youtube-Video der OECD zur Prognose: OECD Economic Outlook, April 2011 [Leider scheitere ich daran, es hier direkt einzubinden...]

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Das transatlantische Missverständnis

Das sitzen Sie nun nebeneinander, und jeder schaut in eine andere Richtung. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble und sein amerikanischer Kollege Timothy Geithner. Das Bild von der gemeinsamen Pressekonfernez in Berlin hat Symbolkraft. Zeigt es doch, dass Europäer und insbesondere Deutsche die Welt ganz anders sehen als die Amerikaner. Wo hierzulande eiserner Sparwille gepredigt wird, fürchtet man jenseits des Atlantiks um den Aufschwung und fordert deshalb staatliche Konjunkturhilfen. » weiterlesen