Individuelle PIIGS-Exposure aller 90 Banken

Puh, das war ein hartes Stück Arbeit gestern abend – ich habe die Infos aus 90 PDF-Dokumenten für jede einzelne Bank zusammengesucht.

Die Tabelle mit den Ergebnissen ist bei Google Docs verfügbar, und hier schreibe ich noch ein bisschen was über eine seltsame Diskprekanz zwischen den aggregierten und den disaggregierten EBA-Zahlen.

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PIIGS-Exposure der einzelnen deutschen Banken

Ich habe ein bisschen in den Stresstest-Ergebnissen gewühlt und aus zwölf bei der Bundesbank veröffentlichten Einzeldokumenten die Infos, welche deutschen Banken wie viele Staatsanleihen aus den Problemstaaten Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien halten, zusammengetragen.

Hier ist das Ergebnis (leider kann ich die Tabelle hier nicht direkt einbinden – Technik, die begeistert…). Ein bisschen mehr dazu habe ich noch in meinem englischen Blog geschrieben.

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Herrn Achleitners Vorschlag sollte man ernst nehmen

Im heutigen Handelsblatt macht der Finanzvorstand der Allianz einen bemerkenswerten Vorschlag zum Umgang mit der griechischen Schuldenkrise. Ein geänderter europäischer Stabilitätsfonds soll den Investoren griechische Staatsschuldtitel mit einem Aufschlag auf dem jetzigen Marktpreis abkaufen.

Der Aufschlag soll etwa 25 Prozent über dem Marktpreis liegen. Damit würde ein Investor, der eine Anleihe zu einem Preis von 100 Euro gekauft hat, die jetzt noch zu 60 Euro gehandelt wird, bei einem Rückkaufpreis von 75 Euro immerhin 25 Prozent verlieren. In der Folge würde die EU neu ausgegebene Staatsschuldtitel zu 90 Prozent versichern. » weiterlesen

Wackeliger Altbau oder Party am Pool? Bofinger vs. Sinn beim IW-Festakt in Berlin

Eigentlich sollte es bei der heutigen Festakademie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Berlin unter dem Motto “Politik ohne Geld” um die Zukunft der Finanz- und Sozialpolitik in Deutschland gehen. Doch das mit den Sachverständigenrats-Mitgliedern Peter Bofinger und Christoph Schmidt und den Wirtschaftsinstitutschefs Hans-Werner Sinn, Dennis Snower und Michael Hüther erstklassig besetzte Podium langte dann schnell doch wieder bei der Euro-Schuldenkrise an. Dabei entspann sich in der Berlin-Brandenburgischen Akadmie der Wissenschaften am Gendarmenmarkt ein Krieg der Metaphern.

Bofinger verglich die Europäische Währungsunion mit einem Altbau, der dringend renovierungsbedürftig sei. Es wäre aber fatal, so warnte er, jetzt einfach tragende Wände einzureißen, ohne vorher das Gebäude abzustützen und einen gut durchdachten Sanierungsplan zu entwerfen. Ifo-Präsident Sinn widersprach und wählte das Bild von einer rauschenden Party an Strand des Mittelmeeres. Immer wenn den Feiernden das Geld ausgehe, dann gingen sie sich neues Geld leihen. “Wir müssen denen den Geldhahn abdrehen”, warnte er, “sonst ist das der Weg in den Untergang Europas”.

Uneinigkeit herrschte in der sonst recht harmonischen Runde, in der man sich zumeist vertraut duzte, auch über die Einführung von Euro-Bonds, also  Staatsanleihen, für die die Mitgliedstaaten der Euro-Zone gemeinsam haften.  Bofinger hält sie für das richtige Instrument, um den angeschlagenen Euro-Ländern wieder die Möglichkeit zu geben, sich zu niedrigen Zinsen zu verschulden. Deutschland müsse keine höheren Zinsen befürchten, wenn es bei den Euro-Bonds mittue, argumentierte er. Schließlich hätten diese Bonds nur ein sehr geringes Ausfallrisiko und deshalb würden die Anleger auch keine nennenswerten Zinsaufschläge für sie verlangen. Dem widersprach nicht nur Sinn, sondern auch Snower, der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. “Euro-Bonds sind der Weg in die Verantwortungslosigkeit”, warnte er.

Einig waren sich die Professoren darin, dass die Regierungschefs der Euro-Zone die Schuldenkrise weder mit dem neuen Europäischen Stabilitätsmechanismus noch mit dem “Pakt Euro Plus” zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit gelöst hätten. ”Sie versuchen jetzt nur über die nächsten paar Jahre zu kommen”, sagte Snower. “Es handelt sich nicht um eine Schuldenkrise, sondern um eine Euro-Krise”, postulierte Sinn. Die Politik habe die Lage nicht mehr im Griff.

Was kostet mehr: Inflation oder Transferunion?

Die Deutschen fürchten eine Inflation in der Eurozone mehr als vieles andere. Aber ist exzessive Inflation wirklich teurer als andere Formen der Bereinigung des europäischen Schuldenproblems?

Um zu verstehen, welche Wirkung Inflation zur Bereinigung der Schuldenkrise wirklich hätte, muß man unter anderem die Verteilungseffekte der denkbaren Lösungen für Griechenlands und Irlands Staatsschulden gegenüberstellen.

Drei Lösungen stehen realistisch zur Auswahl.

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Sind die USA das nächste Griechenland?

Es ist wirklich bemerkenswert, was der Internationale Währungsfonds in seinem gestern veröffentlichten “Fiscal Monitor” zu den US-Staatsfinanzen schreibt. So hart wie selten zuvor geht der IWF mit der amerikanischen Haushaltspolitik ins Gericht.

“Among the advanced economies, the United States, in particular, needs to adopt  measures that would allow it to meet its fiscal commitments. Market  concerns about sustainability remain subdued in the United States, but a  further delay of action could be fiscally costly, with deficit increases  exacerbated by rising yields. Rollover problems for the largest advanced  economies remain a tail risk, but one that would entail huge costs for them  and the rest of the world. In the United States, the additional fiscal stimulus  planned for 2011 means that meeting President Obama’s commitment to  halve the federal deficit by the end of his first term would require an  adjustment of 5 percentage points of GDP over FY2012–13, the largest in at  least half a century.”

Die derzeitige Haushaltspolitik der USA ist laut IWF international ohne Beispiel. Die Vereinigten Staaten seien  die einzige Industrienation, die 2011 ihr Haushaltsdefizit vergrößert, obwohl die Wirtschaft so stark wächst, dass der Staat sein Leben auf Pump zurückfahren könnte. Ohne eine glaubwürdige Strategie zur Sanierung der Staatsfinanzen, so die Kernbotschaft des IWF, setzen die USA das Vertrauen der Finanzmärkte aufs Spiel. Oder anders formuliert: Die größte Volkswirtschaft läuft Gefahr, das nächste Griechenland zu werden – und auf ihren Staatsanleihen sitzen zu bleiben.

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Wirtschaftsregierung oder Euro-Austritt: Warum es nicht leicht ist, Schuldenkrisen zu verhindern

Zur Verhinderung von Schuldenkrisen in der EU gibt es viele plakative Vorschläge. Leider sind die nur nicht geeignet, die Lage wirklich zu verbessern. Viele Einzelmaßnahmen im Finanzsektor und in den nationalen Verfassungen können hingegen die Wahrscheinlichkeit und die Folgen nationaler Schuldenkrisen verringern. Das ist weniger spektakulär als eine Wirtschaftsregierung oder ein Euro-Austritt, dafür aber nachhaltig. Eine Bestandsaufnahme. » weiterlesen

Ein Rettungsplan von Barclays

Gerade hat 2011 begonnen, und schon laufen die Diskussionen über eine Rettung Portugals wieder heiß. Die Schuldenkrise wird uns auch in diesem Jahr begleiten, und eine umfassende Lösung ist noch immer nicht in Sicht.

Die Volkswirte der britischen Bank Barclays um Julian Callow haben nun ebenfalls einen Rettungsplan für den Euro vorgelegt. Er geht vom gleichen Ansatz wie der Handelsblatt-Zehn-Punkte-Plan aus, also keine Haircuts und keine Aufspaltung der Währungsunion. Auch sonst weist er einige Ähnlichkeiten auf, aber auch gute neue Gedanken. » weiterlesen

Was wir aus dem Subprime Markt über Euro-Bonds lernen können

Das heutige Handelsblatt enthält auf den Seiten 6 und 7 eine imposante Graphik. Sie beschreibt die Entwicklung der Zinsen europäischer Staatsanleihen bis heute und prognostiziert die Entwicklung nach Einführung vorrangiger Euro-Bonds und nachrangiger nationaler Bonds (der Juncker Plan). Interessant: die Zinsen der nationalen Bonds fallen in einer hübschen konvexen Kurve und nähern sich im Falle Griechenlands asymptotisch einem Wert von unter 7 Prozent. Diese Marke ist schon 2011 erreicht. Was offen bleibt ist warum. » weiterlesen

2011: Zeit für den Haarschnitt

Es ist völlig offen, wie es gelingen soll, dass Griechenland den Schuldenstand von über 120 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes in absehbarer Zeit wieder auf ein deutlich niedrigeres Maß zurückführen soll. Alleine damit die Schuldenquote konstant bleibt müsste in Griechenland bei einer Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes die Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent jährlich wachsen. Das passt nicht zu den Daten der letzten 10 Jahre. Ein Schuldenabbau würde noch mehr Wachstum oder eine geringere Neuverschuldung erfordern. Selbst bei einem niedrigeren Risikoaufschlag erscheint diese Aufgabe für die Politik in Griechenland nicht lösbar. » weiterlesen