Rettet die Banken, nicht die Staaten

In der vergangenen Woche hat der Mannheimer VWL-Professor Hans Peter Grüner hier im Handelsblog einen Vorschlag seiner Kollegen Harald Hau und Bernd Lucke zur Lösung der Schuldenkrise auseinandergenommen. Hau und Lucke hatten in einem Gastbeitrag für die FAZ vorschlagen, statt den Staaten die Banken zu retten. Grüner hält diesen Ansatz für falsch. Jetzt haben Hau und Lucke auf Grüners Kritik reagiert:

Hans-Peter Grüners vermeintliche Kritik an unserem Vorschlag ist zunächst einmal eine Bestätigung unserer zentralen These: Es gibt eine Alternative zum Rettungsschirm.

Statt deren Existenz zu leugnen (wie die Bundesregierung dies tut), sollten die Zahlen auf den Tisch: Was kostet eine Rekapitalisierung der Banken und was kostet der Rettungsschirm?

Hans-Peter Grüner nimmt diese Debatte ernst und leistet seinen Beitrag dazu. Die Kosten verschiedener Strategien kann man nur evaluieren, wenn man einen geeigneten Referenzpunkt setzt. Für Grüner lautet dieser Referenzpunkt: Der Rettungsschirm funktioniert.

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Können wir wirklich fünf EU Länder pleite gehen lassen?

Harald Hau und Bernd Lucke finden, daß eine Rekapitalisierung der Banken eine kostengünstige Alternative zur jetzigen Politik sei. Ich teile diese Einschätzung nicht.

In einem kürzlich erschienenen Zeitungsartikel legen Harald Hau und Bernd Lucke nahe, daß ein Default Griechenlands, Italiens, Spaniens, Portugals und Irlands durch eine Rekapitalisierung der Banken für Europa verkraftbar sei.

Hau und Lucke sehen die Rekapitalisierung und den dann möglichen Default als Alternative zur Ausweitung des EFSF. Die Bankenrekapitalisierung sei „kostengünstiger und effektiver“ als die „gegenwärtige Politik“. Deshalb sei die Politik der Bundesregierung nicht alternativlos.

Der Aufsatz der beiden verfolgt den (in seiner Anreizwirkung nützlichen) Ansatz, die Eigentümer der Banken zunächst weitgehend mit Eigenkapital haften zu lassen. Bei der Rekapitalisierung stünden den eingesetzten Mitteln dann die Assets der Bank gegenüber, so daß hier keine Verluste auftreten müssen. Zu recht argumentieren Hau und Lucke, daß jeder Bailout der Investoren gerade auch vermögende Anleger verschont. Dennoch bin ich überzeugt, daß die beiden in ihren Schlussfolgerungen zu weit gehen.

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