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Böse Überraschungen haben Konjunktur

Wer hätte das gedacht? Keiner der von Bloomberg befragten Ökonomen jedenfalls. Keiner hatte erwartet, dass das Ifo-Geschäftsklima im November steigen wird.

Positive Überraschungen sind in Krisenzeiten ohnehin eine Rarität.

Die Volkswirte der Commerzbank führen darüber sogar Buch. Der Chefvolkswirt der Bank, Jörg Krämer, hat mit seinen Kollegen über einen längeren Zeitraum beobachtet, was die Mehrheit der Ökonomen vor der Veröffentlichung von Konjunkturdaten für die Euro-Zone erwartet - und was dann tatsächlich passierte.

Die Überraschung war in den meisten Fällen: negativ. Jedenfalls in Europa überwiegen die unbeliebten Überraschungen. Das zeigt ein sogenannter Surprise-Index:

Euro Area Surprise Indicator

Was dahinter steckt? Die Bankvolkswirte vergleichen die Werte, die ihre Zunft für wichtige Konjunkturdaten im Schnitt erwartet hatte mit den tatsächlichen Ergebnissen. Die Differenz standardisieren sie, so dass sie die in unterschiedlichen Einheiten gemessenen Werte vergleichen können.

Dass die Überraschungen in Europa derzeit so oft so negativ waren, preisen die Volkswirte in ihre Konjunkturprognose ein. Nicht einmal eine Stagnation trauen die Commerzbank-Ökonomen der Euro-Zone inzwischen noch zu.  Erst vor enigen Tagen haben sie ihre Prognose auf minus 0,4 Prozent für 2012 für die Euro-Zone gesenkt.

In den USA ist der Überraschungseffekt übrigens ein anderer:

US Surprise Indicator

Im Schutze der Anonymität

Prognosen sind eine schwierige Sache – erst Recht, wenn sie die Zukunft betreffen. Dieser gern zitierte Spruch ist spätestens seit der Finanzkrise in aller Munde.

So hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) beispielsweise Anfang Oktober 2008 noch für das Jahr 2009 einen Anstieg des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von einem Prozent erwartet. Der damalige DIW-Chef Klaus Zimmermann sagte:

“Wir gehen davon aus, dass eine Eindämmung der Finanzkrise gelingt.”

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Neues Spielfeld

„DIW-Prognose zum dritten Mal goldrichtig“. Nein, nein – diese Meldung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) bezieht sich nicht auf die Konjunktur. Auch nicht auf die Zahl der Arbeitslosen. Was das Berliner Haus stattdessen richtig vorhersagte? Den Fußball-Weltmeister 2010, Spanien. » Weiterlesen