Im Juli habe ich zusammen mit Norbert Häring für die Freitagsausgabe des Handelsblatts eine Titelgeschichte über die Krise der Volkswirtschaftslehre geschrieben: “Was nun, Herr Smith?”, fragten wir. Zu meiner Überraschung war das eine der am besten verkauften Ausgaben seit Einführung der “Freitagstitel”.
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Noch ein schlechter Ökonomen-Aufruf
Ökonomenaufrufe haben derzeit Hochkonjunktur. Mitte Februar veröffentlichte das “Plenum der Ökonomen” eine “Stellungname zur EU-Schuldenkrise” , die die Kollegen der “Financial Times Deutschland” herrlich – und vollkommen zu Recht – komplett auseinandergenommen haben. (Die Ökonomen, die selbst gerne alle Welt kritisieren, wo sie nur gehen und stehen, reagierten übrigens erstaunlich dünnhäutig auf diese Kritik.)
Heute abend nun hat mich Birger Priddat von der Universität Witten/Herdecke auf einen weiteren Ökonomen-Aufruf aufmerksam gemacht. 19 Volkswirte – die Mehrzahl von ihnen aus Frankreich und der Schweiz – fordern darin eine grundlegende Erneuerung der Forschung und Lehre in der VWL – das Fach müsse wieder dem Allgemeinwohl dienen.
Die Unterzeichner – Priddat ist der einzige Deutsche – schreiben:
Forschung muss zum Allgemeinwohl beitragen und nicht wohlwollende Analysen produzieren über die vermeintlichen Vorteile der Finanzdurchdringung des gesamten Wirtschaftssystems, Vorteile, die sich ergeben sollen aus vermuteten Segnungen von Innovation und Finanzspekulation.
Sie sprechen sich für mehr Pluralismus in der Wirtschaftswissenschaft und eine und ”Rückkehr zur Vielfalt der Analyseansätze” aus.
