Update der Target2-Leseliste

Es war längst überfällig: Meine Leseliste zur Target2-Debatte musste dringend überarbeitet werden – in den vergangenen Wochen ist jede Menge neue Literatur dazu erschienen. (Ich selbst habe ehrlich gesagt langsam ein bisschen die Lust an dem Thema verloren…)

Die Target2-Aficionados mögen mir daher die Verzögerung verzeihen, aber jetzt endlich ist es soweit. Ich habe das neue Material in den alten Blogpost eingebaut und liste es hier nochmal gesondert auf.

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Neuer Lesestoff für Target2-Aficionados

Der  anonyme, aber offenbar durchaus  kenntnisreiche Blogger “Rebeleconomist” hat einen langen Text zur Target2-Debatte veröffentlicht: “Right on Target”.

Lesenswert – und zumindest teilweise überzeugend, obwohl ich seine Schlussfolgerung, Sinn habe Recht, nicht ganz nachvollziehen kann.

Im Grunde sagt der Rebellenvolkswirt das, was ich auch die ganze Zeit vertrete: Dass die Target2-Ungleichgewichte die Folge des nach wie vor nicht funktionierenden Interbankenmarktes sind – keiner traut den Banken in der Peripherie über den Weg, daher können sie sich am Interbankenmarkt nicht refinanzieren. Die Target-Salden sind die Folge.

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Target2-Defizite auf dem Rückzug

Eine der  aus meiner Sicht interessantesten Botschaften der neuen Studie von Hans-Werner Sinn und Timo Wollmershäuser, die am Freitag unter dem Titel “Target-Kredite, Leistungsbilanzsalden, und Kapitalverkehr: Der Rettungsschirm der EZB” erschienen ist, diskutieren die beiden Verfasser gar nicht weiter:

Offenbar sind die Ungleichgewichte im Target2-System deutlich auf dem Rückzug.

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Hans-Werner Sinn und ein “übermäßig aktiver Blogger”

Vorbemerkung: Nach meinen Posts hier und in meinem englischen Blog sowie einer Email an Hans-Werner Sinn hat dieser schnell reagiert und mir Recht gegeben. Die entsprechende Passage in seinem Paper wurde geändert, und es wurde eine Klarstellung in die Fußnote hinzugefügt. Ich bin Herrn Sinn für diese schnelle Reaktion dankar und freue mich, dass der Vorwurf, ich hätte ihn falsch zitiert, aus der Welt ist. Ich habe daher den Titel meines englischen Blogs ergänzt und hier in der Überschrift den Verweis auf  ”schmutzige Tricks” entfernt.

— Ende der Vorbemerkung

Ich habe in den vergangenen zehn Jahren immer wieder  mit Hans-Werner debattiert. Ich habe ihn dabei stets als hart in der Sache, aber fair und intellektuell ehrlich wahrgenommen. Bis jetzt.

In der ersten Fassung der englischen Version seines neuen Target2-Papiers behauptet Sinn, ich hätte ihn in meinem englischen Blogpost missverständlich vom Deutschen ins Englische übersetzt. Fakt ist, dass ich gar nichts übersetzt habe. Ich habe ausschließlich Original-Stellen aus seinem englischen Artikel “The Stealth Bailout” zitiert.

Ausführlich beziehe ich dazu in meinem englischen Blog Stellung: “The dirty tricks of Hans-Werner Sinn (or why it looked like this, at least”.

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Sinn verteidigt sich

Auf einer zweieinhalbstündigen Pressekonferenz hat sich Hans Werner Sinn in Frankfurt seinen Kritikern gestellt. Dabei gab er sich konziliant und diskussionsbereit und nahm einzelne Positionskorrekturen vor, untermauerte aber seine Target-2-Kampagne mit einer ausführlichen neuen Studie. Diese wurde vor Ort im Japan Center in Frankfurt als broschierter Vorabdruck verteilt und sollte heute mit letzten Korrekturen auf der Ifo-Homepage www.cesifo-group.de zur Verfügung stehen. Das ist bis jetzt allerdings nicht der Fall.

Update: Sinns Papier ist inzwischen in deutsch und englisch online.

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Die Bundesbank erklärt mir Target2

Vor ein paar Tagen hatte ich der Bundesbank-Pressestelle einige Fragen zu Target2 gestellt, die mir die Pressestelle heute beantwortet hat – ausführlich und sehr verständlich. Vielen Dank dafür nach Frankfurt!

Ich möchte den Target2- und Zahlungsbilanz-Aficionado (Dank an jmg für diese Wortschöpfung) unter uns diese Informationen nicht vorenthalten.  Hier die Antwort der Bundesbank.

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Finanziert die EZB über Target2 die Leistungsbilanz-Defizite der GIPS-Staaten?

Mit dieser Frage beschäftige ich mich derzeit – plane dazu einen größeren Text im Print-Handelsblatt.

Hans-Werner Sinn vertritt diese  Meinung. So hat er am Montag in München die Target-Salden so erklärt:

Das ist das Extra-Geld, was man dort gedruckt hat, über das hinaus, was in diesen Volkswirtschaften zirkuliert, und für die eigenen Zwecke, für die Tansaktionen benötig wird. Welches verwendet wurde, um Güter und Vermögensobjekte im Rest des Euro-Raums zu kaufen.

Buiter/Rahbai/Michael ( “TARGETing the wrong villain: Target2 and intra-Eurosystem imbalances in credit flows”) , Bindseil/König (“The economics of  TARGET2 balances”) und Jürgen Stark widersprechen ihm.

Ich bin mir nicht ganz sicher,  brüte derzeit über den Zahlen zur Leistungs- und Handelsbilanz der GIPS-Staaten im Vergleich zu ihren Target2-Verbindlichkeiten und brauche Eure Hilfe.

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Jürgen Stark vs. Hans-Werner Sinn – Video-Duell zu Target2

Zugegeben, in Sachen Blogs und Social Media bin ich ein ziemlich spät Berufener. Aber würde es noch eines Beweises bedürfen, wie großartig das alles ist, hier wäre er.

Ein Leser (“jmg”) hat mich in einem Kommentar zu meiner Target2-Leseliste auf ein Video auf der CESifo-Seite aufmerksam gemacht. Am Montag war  EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark zu Gast beim “Münchener Seminar”, einer gemeinsamen Veranstaltung von CESifo und Süddeutscher Zeitung. Dort hat Stark den Target2-Thesen von Hans-Werner Sinn heftig wie schon vor Pfingsten in Frankfurt widersprochen. Sinn setzt sich zur Wehr.

jmg kommentiert dazu:

“Alles ziemlich emotional. Zwei Alphatiere begegnen sich.”

Das Video ist absolut sehenswert und  hier abrufbar. Leider lässt es sich nicht so einfach wie Youtube-Videos hier direkt einbinden, und an der umständlichen Navigation auf der Zeitleiste bin ich gerade fast verzweifelt. Um Target2 geht es bei Stark ab ca. Minute 35, Sinn reagiert ab Minute 118.

Ganz großes Kino!

Ich habe die entscheidenden Passagen transkribiert.

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Schluss mit der Langeweile: Leseliste zur Target2-Debatte

Endlich wieder was zu lesen! (Foto: Lesesaal in der Uni Heidelberg, Foto von Rainer Ebert, Heidelberg, via Wikipedia)

Am Mittwoch veranstaltet das Ifo-Institut in Frankfurt ein Pressegespräch zur Target2-Debatte. Ich kann selbst nicht hin, weil ich an dem Tag in London bin.

Aber ich habe was für alle Kollegen, die den Ifo-Termin wahrnehmen (und natürlich für alle anderen, die sich für das Thema interessieren): eine kommentierte Liste mit sämtlicher mir bekannter Literatur zur Target2-Debatte.

Das ist ziemlich viel Zeug inzwischen – die gute Nachricht ist: Keiner braucht sich mehr zu Fragen, wie er eigentlich am langen Wochenende die Zeit rumkriegen soll :-)

Bestimmt gibt es noch mehr Material, als ich hier im Moment hier aufliste – lasst mich in den Kommentaren wissen, was ich was übersehen habe. Ich möchte die Liste in Zukunft übrigens fortschreiben und freue mich über jeden Hinweis. » weiterlesen

Neues Futter für die Target2-Debatte

Das waren noch Zeiten: Die Post feierte 1998 die Gründung der EZB mit einer eigenen Briefmarkt (Bild via Wikipedia)

In der Pfingstwoche war ich erst Segeln in Holland und dann Fahrradfahren in Westfalen – in die Target2-Debatte  konnte ich mich daher nur mit sehr gebremsten Schaum einschalten. Das wird sich jetzt wieder ändern.

Es gibt eine ganze Reihe offener Baustellen: Ich arbeite an der Erstellung einer Literaturliste zu dem Thema, die sämtliche Debattenbeiträge, die mir bekannt sind auflisten soll. Zudem werde ich in einem separtaten Post auf die Argumente von Thomas Strobl (Weissgarnix) und Henry Kaspar (Kantoos Economics) eingehen, die die Sache anders sehen als ich.

Zunächst aber möchte ich auf einige Papiere aufmerksam machen, die in den letzten Tagen zum Target2-Thema erschienen sind.

Das von Buiter et. al. (“TARGETing the wrong villain: Target2 and intra-Eurosystem  imbalances in credit flows”) hatte ich schon kurz in meinem englischen Blog vorgestellt, und die Papiere der Deutschen-Bank-Ökonomen Mayer (“Macroeconomic Imbalances and the Euro System”) und Garber (“The Mechanics of Intra Euro  Capital Flight”) sind bereits anderswo diskutiert worden.

Ganz neu und meines Wissens noch nirgendwo diskutiert ist das Paper “The economics of TARGET2 balances” von Ulrich Bindseil (EZB) und Philipp Johann König (TU Berlin).

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