Artikel mit dem Tag: Griechenland

Herrn Schäfflers “geordneter” Euro-Austritt

Der Initiatoren-Antrag, der dem FDP Mitgliederentscheid zugrunde liegt, fordert statt der Ausweitung von Rettungsmaßnahmen den “geordneten Austritt” der betroffenen Länder aus der Währungsunion.

“Sollten sich die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht als hinreichend herausstellen, spricht sich die FDP dafür aus, überschuldeten Staaten einen geordneten Austritt aus dem Euro zu ermöglichen, um ein ungeordnetes Auseinanderbrechen unserer Währung zu verhindern.”

Wie dieser geordnete Austritt genau aussehen soll – dazu findet sich im Schäffler Papier praktisch kein Wort. » Weiterlesen

Schwachstellen des Roland Berger-Treuhandmodells

Berater von Roland Berger haben ein Treuhandmodell für Griechenland vorgestellt. Das Modell hat Nachteile gegenüber meinem Vorschlag vom Juni.

Kurz zusammengefasst: Die Roland Berger Berater schlagen vor, daß die EU Griechenland Staatsbesitz für 125 Mrd. Euro abkauft. Anschliessend soll Griechenland mit diesem Geld vom EFSF und der EZB Staatsanleihen zurückkaufen. Die EU kümmert sich dann um die Privatisierung.

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Ökonomen trommeln für den Euro

Die Angst ist groß, dass der morgige Euro-Gipfel einmal mehr ein unzureichendes Ergebnis hervorbringt.

Darum hat sich heute – neben vielen anderen Einzelstimmen – auch eine Gruppe prominenter europäischer Ökonomen zu Wort gemeldet.

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Endlich: Das Lied zur Euro-Krise

Haste ma'n Euro? (Bild via Wikipedia)

Der “Guardian”, an dessen Zentrale ich täglich zweimal vorbei radele und die 100 Meter von unserem Büro entfernt ist,  ist schon lange meine Lieblingszeitung hier in Großbritannien.

Für die unermüdliche Arbeit, mit der sie die illegalen und unsittlichen Arbeitsweisen des Murdoch-Blatts “News of the World” und die unsäglichen Verquickungen zwischen Murdoch-Konzern, Politik und Polizei hier aufgedeckt haben, muss dem Blatt ein Denkmal gesetzt werden.

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Klippschul-Ökonomie aus Hamburg

Früher, als Gymnasiast und Schülerzeitungsredakteur, habe ich immer davon geträumt, später mal Redakteur beim „Spiegel“ zu werden. Damals, Anfang der 90er, war das Magazin das Beste, was der deutsche Journalismus zu bieten hatte: Neue Heimat, Barschel, Plutonium-Schmuggel.

Heute ist das Blatt leider nur noch ein Schatten seiner selbst. Es steckt im publizistischen Niedergang.

Ein Beispiel dafür war die Titelgeschichte über die Verhaftung des inzwischen zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn, die Stefan Niggemeier in einem herrlichen Blogpost auseinander genommen hat.

Ein weiteres Beispiel ist die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe: „Plötzlich und erwartet – Nachruf auf eine gemeinsame Währung“.

Der Text, an dem acht Spiegel-Redakteure mitgewirkt haben, hat passagenweise nur unwesentlich höheres Niveau als die Pöbel-Kommentare hier im Handelsblog, über die ich mich am Wochenende aufgeregt habe.

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Mark Schieritz zur Griechenland-Rettung

Mein geschätzter Zeit-Kollege Mark Schieritz hat am Sonntag noch eine Nachtschicht einlegt und im Herdentrieb das neue Rettungspaket für Griechenland kommentiert – unter der Überschrift “Bravo, Frau Merkel!”

In den meisten Punkten spricht er mir aus der Seele:Deutschlands Verhandlungstaktik war realitätsfremd, riskant und von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

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Plan B

Die Bundesregierung will einen “freiwilligen Beitrag” der Banken an einer Umschuldung für Griechenland erreichen, ohne daß das als Default gewertet wird. Mit diesem Plan A setzt sie sich bislang aber nicht durch. Hier also – in Abwandlung eines Vorschlags der EU Kommission – Plan B.

Die griechische Regierung möchte sich ohnehin von Assets im Wert von etwa 50 Milliarden Euro trennen. Der Verkauf der Staatsbetriebe ist aber eine langwierige Sache. Griechenland sollte stattdessen, wie es die EU Kommission vorschlägt, die Assets an eine Treuhandanstalt übertragen.

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Kauft die EZB Staatsanleihen auf?

Die Schlinge zieht sich zu. Das Hilfspaket für Griechenland hat trotz üppiger Summen und harter Auflagen nicht die erhoffte Beruhigung der Finanzmärkte gebracht. Es scheint so, als sei es überholt, noch bevor es überhaupt beschlossen ist geschweige denn Geld fließt. Dafür einfach verantwortungsloser Spekulation die Schuld zu geben, greift zu kurz. Es gibt ja ausreichend gute Gründe, griechische Staatsanleihen zu verkaufen. » Weiterlesen

Griechenland ist nicht allein

Einen hervorragenden Überblick über die globale Schuldenkrise gibt der Chefvolkswirt der Citigroup, Willem Buiter, in seiner neuen 66-seitigen Studie “Sovereign Debt Problems in Advanced Industrial Countries”.  In seinem früheren Leben als Professor an der London School of Economics und FT-Blogger war er für markige Sprüche und zuweilen apokalyptische Warnungen bekannt, jetzt steht die sachliche Analyse im Vordergrund. Und die spricht einige wichtige Punkte an, die in der aktuellen Debatte öfter mal unter den Tisch fallen. Zum Beispiel den, dass die Euro-Zone insgesamt in einer stärkeren fiskalischen Position ist als Großbritannien, die USA und Japan, und dass auch diese Länder bald “von den Märkten getestet” werden könnten. Der fiskalische Konsolidierungsbedarf sei in Japan und Großbritannien größer und in den USA ähnlich groß wie in den PIIGS-Ländern der Euro-Zone. » Weiterlesen

Die Schelte der Notenbanker

Die europäischen Notenbanker sind stinksauer. Dass Bundeskanzlerin Merkel in der Griechenland-Krise jetzt den Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Hilfe ruft, hat in Frankfurt blankes Entsetzen ausgelöst. Von einem “Dammbruch” ist die Rede, der den IWF zum Zahlmeister von Schuldensündern machen würde. Darüber hinaus fürchten die Währungshüter, dass die Notkredite für Athen die Geldmenge in der Euro-Zone aufblähen und so die Inflation anheizen. Bleibt der IWF seiner bisherigen Zuteilung von Darlehen treu, können die Griechen jedoch allenfalls mit etwa 13 Mrd. Euro rechnen. Selbst wenn es 20 Mrd. Euro werden sollten, wie die Investmentbank Goldman Sachs behauptet, ist das verglichen mit der eng definierte Geldmenge M1 weniger als ein Prozent.

Griechenland allein kann also nicht zum Inflationstreiber werden. Ob das Argument der Notenbanker stichhaltig ist, hängt von zwei Bedingungen ab: Andere Länder müssten dem Beispiel Griechenlands folgen und der IWF müsste sich zum dauerhaften Finanzierer von Haushaltslöchern hergeben. Beides ist unwahrscheinlich.

Dass der Canossa-Gang der Griechen nach Washington zur Nachahmung einlädt, ist angesichts des damit verbundenen Reputationsverlusts kaum vorstellbar. Sicher aber ist, dass ein Bittgesuch beim IWF hochverschuldeten Staaten wesentlich schwerer fallen dürfte als ein Solidaritätsappell an die Euro-Partner. Mit anderen Worten: Würde nicht der Währungsfonds, sondern würden die EU-Länder den Griechen mit Finanzmitteln beispringen, wäre die Gefahr eines “Dammbruchs” ungleich größer.

Hinzu kommt, dass eine vom IWF kontrollierte Sanierung des Staatshaushalts in höchstem Maße deflatorisch wirken würde. Die bereits mit Hilfe des Fonds beschlossenen Maßnahmen führen in Griechenland zu einem massiven Ausfall gesamtwirtschaftlicher Nachfrage. Das Land muss sich gesund schrumpfen. Da den Griechen als Mitglieder der Euro-Zone der Ausweg über eine Abwertung versperrt ist, können sie auf diesem Weg und bei einer weiterhin stabilitätsorientierten Geldpolitk der Europäischen Zentralbank kaum Inflation importieren.

Man sollte die Befürchtungen der Notenbanker nicht auf die leichte Schulter nehmen. Ein Einsatz des IWF ist nicht ohne Risiken. Die Gefahren sind jedoch weitaus geringer als bei einem europäischen “bail out” oder einem Staatsbankrott.