Schäuble trägt Luftschlösser nach Athen

Es ist paradox: In Deutschland wird Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Schäuble von vielen Bürgern dafür gescholten, dass er mitverantwortlich ist für Hilfszahlungen an Griechenland in Milliardenhöhe. In Griechenland selber dagegen ist Schäuble einer der meistgehassten Deutschen – direkt nach Angela Merkel, weil er dem Land angeblich den harten Sparkurs diktiert hat.

Nun betätigt sich Schäuble in Athen wieder als Wohltäter. Doch ist er das wirklich? » weiterlesen

Der faule Grieche und die zickige Deutsche

Eine etwas andere, ganz amüsante Sichtweise auf die Euro-Krise liefert dieses Video.

Hintergründe zum Macher Bob Denham gibt es hier. Der Schauspieler Yiannis Alexiou, der “Greco” spielt, wurde schon vom griechischen Fernsehen und einer griechischen Sonntagszeitung interviewt.

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Griechenland spart – so viel, wie niemand sonst in Europa

Griechen-Bashing ist gerade mal wieder ziemlich in Mode in Deutschland. Der CSU-Politiker Stefan Müller brachte des Volkes Stimme jüngst auf den Punkt. In Griechenlandsei  kein ausreichender Wille erkennbar, die Auflagen der internationalen Geldgeber zu erfüllen.

Zumindest mit Blick auf die Entwicklung der Staatsfinanzen stimmt das aber schlicht und ergreifend nicht. Ein schöner Beleg dafür ist eine Studie der Irischen Notenbank, über die die Kollegen der FAZ heute in ihrer Printausgabe unter der Überschrift “Niemand saniert so hart wie die Griechen” berichtet. In dem Artikel heißt es:

“… kein Krisenland der Eurozone [unternimmt] so harte Anstrengungen zur Sanierung der Staatsfinanzen wie Griechenland. Das zeigt eine neue Untersuchung der Irischen Zentralbank. Der griechische Staat hat nach Berechnung der Notenbank-Ökonomin Laura Weymes in den vergangenen beiden Jahren Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen und damit fünfmal so viel wie Portugal und Spanien bislang. Selbst Irland, das für seine entschlossene Sparpolitik als vorbildlich gelobt wird, ging bei der Haushaltssanierung nicht annähernd so hart vor wie Griechenland”

Die Studie mit dem Titel “Fiscal Consolidation – does it deliver” kann man auf der Webseite der Irischen Zentralbank herunterladen. Darin findet man unter anderem folgende Grafik, die die Konsolidierungsanstrengungen der verschiedenen Krisenstaaten vergleicht. » weiterlesen

Herrn Schäfflers “geordneter” Euro-Austritt

Der Initiatoren-Antrag, der dem FDP Mitgliederentscheid zugrunde liegt, fordert statt der Ausweitung von Rettungsmaßnahmen den “geordneten Austritt” der betroffenen Länder aus der Währungsunion.

“Sollten sich die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht als hinreichend herausstellen, spricht sich die FDP dafür aus, überschuldeten Staaten einen geordneten Austritt aus dem Euro zu ermöglichen, um ein ungeordnetes Auseinanderbrechen unserer Währung zu verhindern.”

Wie dieser geordnete Austritt genau aussehen soll – dazu findet sich im Schäffler Papier praktisch kein Wort. » weiterlesen

Schwachstellen des Roland Berger-Treuhandmodells

Berater von Roland Berger haben ein Treuhandmodell für Griechenland vorgestellt. Das Modell hat Nachteile gegenüber meinem Vorschlag vom Juni.

Kurz zusammengefasst: Die Roland Berger Berater schlagen vor, daß die EU Griechenland Staatsbesitz für 125 Mrd. Euro abkauft. Anschliessend soll Griechenland mit diesem Geld vom EFSF und der EZB Staatsanleihen zurückkaufen. Die EU kümmert sich dann um die Privatisierung.

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Endlich: Das Lied zur Euro-Krise

Haste ma'n Euro? (Bild via Wikipedia)

Der “Guardian”, an dessen Zentrale ich täglich zweimal vorbei radele und die 100 Meter von unserem Büro entfernt ist,  ist schon lange meine Lieblingszeitung hier in Großbritannien.

Für die unermüdliche Arbeit, mit der sie die illegalen und unsittlichen Arbeitsweisen des Murdoch-Blatts “News of the World” und die unsäglichen Verquickungen zwischen Murdoch-Konzern, Politik und Polizei hier aufgedeckt haben, muss dem Blatt ein Denkmal gesetzt werden.

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Klippschul-Ökonomie aus Hamburg

Früher, als Gymnasiast und Schülerzeitungsredakteur, habe ich immer davon geträumt, später mal Redakteur beim „Spiegel“ zu werden. Damals, Anfang der 90er, war das Magazin das Beste, was der deutsche Journalismus zu bieten hatte: Neue Heimat, Barschel, Plutonium-Schmuggel.

Heute ist das Blatt leider nur noch ein Schatten seiner selbst. Es steckt im publizistischen Niedergang.

Ein Beispiel dafür war die Titelgeschichte über die Verhaftung des inzwischen zurückgetretenen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn, die Stefan Niggemeier in einem herrlichen Blogpost auseinander genommen hat.

Ein weiteres Beispiel ist die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe: „Plötzlich und erwartet – Nachruf auf eine gemeinsame Währung“.

Der Text, an dem acht Spiegel-Redakteure mitgewirkt haben, hat passagenweise nur unwesentlich höheres Niveau als die Pöbel-Kommentare hier im Handelsblog, über die ich mich am Wochenende aufgeregt habe.

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Mark Schieritz zur Griechenland-Rettung

Mein geschätzter Zeit-Kollege Mark Schieritz hat am Sonntag noch eine Nachtschicht einlegt und im Herdentrieb das neue Rettungspaket für Griechenland kommentiert – unter der Überschrift “Bravo, Frau Merkel!”

In den meisten Punkten spricht er mir aus der Seele:Deutschlands Verhandlungstaktik war realitätsfremd, riskant und von vorne herein zum Scheitern verurteilt.

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Plan B

Die Bundesregierung will einen “freiwilligen Beitrag” der Banken an einer Umschuldung für Griechenland erreichen, ohne daß das als Default gewertet wird. Mit diesem Plan A setzt sie sich bislang aber nicht durch. Hier also – in Abwandlung eines Vorschlags der EU Kommission – Plan B.

Die griechische Regierung möchte sich ohnehin von Assets im Wert von etwa 50 Milliarden Euro trennen. Der Verkauf der Staatsbetriebe ist aber eine langwierige Sache. Griechenland sollte stattdessen, wie es die EU Kommission vorschlägt, die Assets an eine Treuhandanstalt übertragen.

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