Was kostet mehr: Inflation oder Transferunion?

Die Deutschen fürchten eine Inflation in der Eurozone mehr als vieles andere. Aber ist exzessive Inflation wirklich teurer als andere Formen der Bereinigung des europäischen Schuldenproblems?

Um zu verstehen, welche Wirkung Inflation zur Bereinigung der Schuldenkrise wirklich hätte, muß man unter anderem die Verteilungseffekte der denkbaren Lösungen für Griechenlands und Irlands Staatsschulden gegenüberstellen.

Drei Lösungen stehen realistisch zur Auswahl.

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Die 1/20stel- Regel alleine reicht nicht

Die EU Regierungschefs haben sich im März endlich auf eine Veränderung des Vertrages von Maastricht geeinigt. Anders als im Maastricht Vertrag wird nun der Abbau exzessiver Staatsverschuldung durch eine Regel gefordert. Wenn ein Land innerhalb eines Jahres nicht 1/20stel des Staatsschuldenanteils abbaut, der über 60% des BIP hinausgeht, so ist sofort eine Kaution in Höhen von 0,2% des BIP fällig. Diese Kaution verwandelt sich in eine Zahlung, wenn nicht angemessene Maßnahmen ergriffen werden.

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als könne die 1/20stel Regel helfen, den Schuldenstand der Eurozone zu reduzieren, weil sie nicht nur am Defizit ansetzt, sondern das Defizit in Bezug zum Schuldenstand sieht. Genau wie alle anderen Regeln der EU zum Schuldenabbau verlässt sich diese Regel jedoch auf die Kooperation der Regierungen. Wenn eine hinreichende Zahl von Ländern den strengen Einsatz dieser Regel ablehnt, so greift sie nicht mehr. Genau das ist im Fall des alten Maastricht Vertrages im Jahre geschehen, als Frankreich und Deutschland die alten Regeln gemeinsam aushebelten.

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Der Lockruf der radikalen Lösung

Nun ist auch der Economist dem Lockruf der radikalen Lösung erlegen. Er schlägt heute einen “Plan B” für die Eurozone vor http://www.economist.com/node/17902709, der eine kontrollierte Umschuldung von Portugal, Griechenland und Irland vorsieht. Für Griechenland sei ein Schuldenschnitt von 50 Prozent nötig, für Irland ein Drittel. Das sei die bessere Alternative zu einer sich hinziehenden und vertiefenden Schuldenkrise. » weiterlesen

Inflation: Erhöht die EZB die Zinsen?

Im Dezember ist die Inflationsrate im Euroraum überraschend auf 2,2% gestiegen – vor allem wegen höherer Energiepreise. Nun befürchtet die EZB, dass die Inflation in den kommenden Monaten weiter zulegen könnte, bevor sie gegen Ende des Jahres wieder sinkt. Diese kurzfristige Aufwärtsrisiken hätten aber noch nicht die Einschätzung der EZB geändert, dass mittel- bis langfristig Preisstabilität gegeben sei. » weiterlesen

2011: Zeit für den Haarschnitt

Es ist völlig offen, wie es gelingen soll, dass Griechenland den Schuldenstand von über 120 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes in absehbarer Zeit wieder auf ein deutlich niedrigeres Maß zurückführen soll. Alleine damit die Schuldenquote konstant bleibt müsste in Griechenland bei einer Neuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes die Wirtschaftsleistung um 2,5 Prozent jährlich wachsen. Das passt nicht zu den Daten der letzten 10 Jahre. Ein Schuldenabbau würde noch mehr Wachstum oder eine geringere Neuverschuldung erfordern. Selbst bei einem niedrigeren Risikoaufschlag erscheint diese Aufgabe für die Politik in Griechenland nicht lösbar. » weiterlesen

Der Zehn-Punkte-Plan

Das Handelsblatt hat sich dazu entschlossen, mit einem eigenen Zehn-Punkte-Plan zur Bewältigung der Euro-Schuldenkrise in die Debatte einzugreifen. Die Veröffentlichung des Plans in der Freitagausgabe – online hier: http://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur-nachrichten/lehren-aus-der-schuldenkrise-der-10-punkte-plan-zur-rettung-des-euros;2704813 - hat auf handelsblatt.com bereits zu einer heftigen Debatte geführt, bei der die ablehnenden Stimmen deutlich überwiegen.  Unser Plan läuft auf eine solidarische Reformlösung hinaus und rät von radikalen Schritten wie einem sofortigen Haircut für Staatsanleihen der Peripherieländer ab, weil wir davon überzeugt sind, dass die Risiken zu groß sind, damit eine neue globale Finanzkrise auszulösen.  » weiterlesen

Warum Merkel und Sarkozy Recht haben

Im heutigen Handelsblatt kritisiert Gabor Steingart die Politik von Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy in der Schuldenkrise. Eine aufgezwungene Sparpolitik sei ebenso falsch wie die Beteiligung von Gläubigern an der Sanierung überschuldeter Staaten. Nimmt man beides zusammen, so bleibt nur die Finanzierung durch andere Staaten. » weiterlesen

Das transatlantische Missverständnis

Das sitzen Sie nun nebeneinander, und jeder schaut in eine andere Richtung. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble und sein amerikanischer Kollege Timothy Geithner. Das Bild von der gemeinsamen Pressekonfernez in Berlin hat Symbolkraft. Zeigt es doch, dass Europäer und insbesondere Deutsche die Welt ganz anders sehen als die Amerikaner. Wo hierzulande eiserner Sparwille gepredigt wird, fürchtet man jenseits des Atlantiks um den Aufschwung und fordert deshalb staatliche Konjunkturhilfen. » weiterlesen

Brüssel hat die Krise im Griff, findet Brüssel

Wer sich diese Woche auf dem Brussels Economic Forum, der Wirtschaftskonferenz der EU-Kommission, herumtrieb, musste bei den Äußerungen der EU-Spitzenkräfte den Eindruck gewinnen, die Schuldenkrise sei so gut wie überstanden. Kommissionspräsident José Manuel Barroso nutzte seinen Auftritt zu 20 Minuten Eigenlob. Die Kommission hat das Rettungspaket für die überschuldeten Länder entworfen, die Kommission hat die Blaupause für den Weg aus der Krise vorgelegt, und übrigens hat die Kommission schon immer gesagt, dass es so nicht weitergehen konnte. Nur die Finanzmärkte seien leider “besessen von Europa” und ignorierten die Probleme anderer Länder. Wirtschaftskommissar Olli Rehn teilte mit, die wirtschaftliche Erholung Europas gehe voran und die Maßnahmen zur Stärkung des Wachstums- und Stabilitätspakts könnten flott umgesetzt werden. Wenn die Mitgliedsländer dann noch die 2020-Agenda der Kommission umsetzten, dann werde alles gut. Zehn Millionen neue und bessere Jobs und mehr als zwei Prozent Wachstum pro Jahr seien dann drin. Auch Ratspräsident Herman Van Rompuy fand, die EU habe sich in der Krise gut geschlagen. ”Wir sind gestolpert, aber nicht gefallen.” Man solle die Probleme nicht so übertreiben. » weiterlesen

Griechenland: drei deutsche Irrtümer

In der ersten Maiwoche 2010 stand nicht nur die Anschlussfinanzierung griechischer oder südeuropäischer Staatsschulden über die Bondmärkte vor dem Aus, mittelbar war auch der Interbankenmarkt wieder in Gefahr. Vor diesem Hintergrund wurde ein vergleichsweise großes Rettungspaket der EU-Staaten geschnürt und die Europäische Zentralbank hat sich entschlossen, Staatsanleihen vom Markt aufzukaufen. In der deutschen öffentlichen Diskussion machen sich seit diesen Tagen einige Irrtümer breit. » weiterlesen