Zur Target2-Debatte ist meiner Meinung nach schon lange alles gesagt – nur noch nicht von jedem.
Gestern haben die Ökonomen Aaron Tornell (UCLA) und Frank Westermann (Universität Osnabrück) die Debatte wieder ausgegraben – mit einem seltsamen Beitrag bei Voxeu.org.
Leider haben FT Alphaville und Felix Salmon das Stück aufgegriffen und den Thesen von Tornell und Westermann viel internationale Aufmerksamkeit verschafft. Auch die “Deutschen Mittelstands-Nachrichten” sind auf die Argumente von Tornell und Westermann eingestiegen.
Dankenswerterweise hat der Dubliner Ökonom Karl Whelan mir diesmal die Arbeit abgenommen – er zerlegt die Argumentation von Tornell und Westermann haarklein.
Sein Fazit ist vernichtend:
“this piece has even less to add (and more to subtract, if believed) to the stock of useful knowledge than Sinn’s various pieces”
Ich habe dem nichts hinzuzufügen.
Allerdings kann man sich wirklich fragen, wie manche Akademiker arbeiten. Hätten Tornell und Westermann einen Blick in den Bundesbank-Montasbericht von März (S. 34ff) oder in den Oktober-Monatsbericht der EZB (S. 35) geworfen, hätten sie eigentlich merken müssen, dass sie argumentativ auf dem Holzweg sind.
Auch hier bin ich vollkommen bei Whelan, der argumentiert:
“The crazy thing is that the Euro area is undergoing a real crisis and there is a huge need for an informed public debate on potential solutions. We don’t need academics making up fake crises and stirring intra-European resentments based on a misunderstanding of central bank arcania.”
Wer sich selbst in das Thema einlesen möchte – ich habe hier mal eine Leseliste zu Target2 zusammengestellt.
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