Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Ein Fußball (Foto: Anton via Wikipedia)

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich.

Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird – weil die Mannschaft rund 30% mehr wert ist als die von Chelsea. Das DIW Berlin hat mit dieser Methode bereits dreimal die Sieger von Europa- und Weltmeisterschaften richtig vorhergesagt.

Die diesjährige Champions-League-Saison aber hat die Grenzen dieses rein ökonomischen Denkens aufgezeigt.

Das schöne an der Volkswirtschaftslehre ist allerdings, dass sie für fast alles einen Erklärungsrahmen liefert – nicht nur dafür, warum die Bayern eigentlich hätten gewinnen müssen sondern auch dafür, warum die Mannschaft gestern  drei von sechs Elfmetern verschossen hat. » weiterlesen

Champions League: Warum Bayern gewinnen wird

Die Münchener Allianz-Arena (Foto: Andreas Steinhoff via Wikipedia)

Um gleich vorweg zu sagen: Nein, ich bin kein Bayern-Fan. Zumindest nicht mehr, seitdem ich mein sechstes Lebensjahr hinter mich gebracht habe. Mein Herz schlägt in Deutschland für den geilsten Klub der Welt, und in England für den Verein, an dessen Stadion ich zweimal täglich vorbeiradele.

Und ich bin Ökonom. Und als solcher wage ich die Prognose, dass der Pokal am Samstag in München bleiben wird.

Warum? Nicht, weil Bayern im eigenen Stadion spielt. Sondern weil die Münchener  ganz rational und rein ökonomisch betrachtet die bessere Mannschaft auf dem Platz stehen haben. Gemessen an ihrem aktuellen Transferwert.

Die laut Kicker wahrscheinliche Startaufstellung der Bayern hat laut Transfertmarkt.de einen Marktwert von 290.5 Millionen Euro. Die Spieler des FC Chelsea dagegen sind zusammen schlappe 30 Prozent weniger Wert – sie bringen zusammen nur 202,5 Millionen Euro auf die Waage. Selbst, wenn statt dem alternden Stürmerstar Drogba der teure und bisher chronisch erfolglose Fernando Torres auflaufen sollte, steigt der Marktwert von Chelsea nur auf 235 Millionen Euro. » weiterlesen

Vor dem Champions-League-Finale in München: Wirtschaftswunder Bundesliga?

Wer mir bei Twitter folgt, konnte es live miterleben:  Als eingefleischter Schalke-Fan habe ich das DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin mit sehr gemischten Gefühlen gesehen, zumal ich vor einem Jahr beim Schalker Pokalgewinn selbst in der Kurve stand.

Aber ich muss gestehen: Es war ein tolles Fußballspiel, und am Ende siegte bei mir die Schadenfreude über die Blamage Bayern Münchens über den Missgunst eines weiteren Erfolgs für die Mannschaft unserer Lokalrivalen aus Lüdenscheid-Nord.

Nächsten Samstag findet in München das nächste Spitzenspiel statt, Bayern tritt im Champions-League-Finale im eigenen Stadion gegen Chelsea an. Die wirklich  schwierige und immens wichtige Frage, wen ich als Schalke- und Arsenal-Fan an dem Abend unterstütze, will ich hier nicht weiter diskutieren. Sondern die Frage, ob die Begegnung auch ein Aufeinandertreffen von zwei verschiedenen Geschäftsmodellen des Profifußballs ist.

Auf der seinen Seite stehen die vergleichsweise solide wirtschaftenden Bundesliga-Vereine, in denen dank der “50 plus 1-Regel” Investoren nicht die Mehrheit übernehmen können – auf der anderen Seite die Premier-League-Clubs, die das Hobby- und Prestigeprojekt gelangweilter Oligarchen (Chelsea) und Ölscheichs (Man City) sind. » weiterlesen