35 Milliarden Schulden in 2012! Und trotzdem hätte die Schuldenbremse sogar noch mehr erlaubt.

Gestern flatterte uns Wirtschaftsjournalisten eine neue Pressemitteilung des Bundesfinanzministers ins Haus. Darin wird der Nachtragshaushalt 2012 erläutert, der nötig wurde, weil Deutschland extra Geld an den neuen Euro-Rettungsschirm ESM überweisen muss. Grob gesagt will der Bund in diesem Jahr rund neun Milliarden Euro Schulden mehr aufnehmen als ursprünglich gedacht – insgesamt sind es dann rund 35 Milliarden, also fast anderthalb Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

35 Milliarden! Das klingt ziemlich viel. Doch es sind trotz allem deutlich weniger Milliarden als nach den (Übergangs-) Regeln der neuen Schuldenbremse erlaubt wären: Nämlich 50 Milliarden – beziehungsweise zwei Prozent des BIPs. » weiterlesen

Die Kehrtwende, die keine war – die Bundesbank und Target2

Die Geschichte von Target2 ist eine Geschichte von Missverständnissen. Die Forscher, denen als erste die Ungleichgewichte im elektronischen Zahlungssystem der EZB aufgefallen sind, haben selbst lange nicht verstanden, was wirklich dahinter steckt (manche tun sich meiner Meinung nach bis heute schwer), zudem fühlten sie sich von von vielen ihrer Kritiker immer wieder missverstanden.

Einiges deutet darauf hin, dass zuletzt auch die Sicht der Bundesbank zu den Target-Salden missverstanden wurde – und die mysteriöse Target2-Kehrwende der Notenbank, über die ich mich letzte Woche gewundert habe, so womöglich gar nicht stattgefunden hat.

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Die mysteriöse Target2-Kehrtwende der Bundesbank

Die Debatte über mögliche Milliarden-Risiken in den Bilanzen der Bundesbank und anderer Notenbanken des Euro-Systems hat in der vergangenen Woche eine bemerkenswerte Wende genommen.

Offenbar bereiten die massiven Ungleichgewichte im Target2-Zahlungssystem des Euro-Raums  Bundesbank-Chef Jens Weidmann nun plötzlich doch Sorgen.

Wenn das wirklich so ist, widerspricht Weidmann damit nicht nur der Linie der EZB, sondern auch der Argumentationslinie, die die Bundesbank selbst seit einem Jahr öffentlich vertritt.

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“Professor Sinn Misses the Target”

Das ist wirklich bemerkenswert: Karl Whelan, VWL-Professor in Dublin, hat am Wochenende genau das gleiche gemacht wie ich – er hat sich detailliert mit den Thesen von Ifo-Chef Hans-Werner Sinn zum angeblichen Geheim-Bailout der Europäischen Zentralbank auseinandergesetzt.

Das Ergebnis ist der Text “Professor Sinn misses the target“, in dem er mit ganz ähnlichen Argumenten zu einem ganz ähnlichen Fazit kommt wie ich (deutsche und englische Fassung)

“Unfortunately, Professor Sinn’s analysis is incorrect and his policy prescriptions extremely dangerous.”

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