Bankenregulierung: Die Chance ergreifen

Wie sich seit Monaten abzeichnete, kommen die Impulse für eine ernsthafte, radikale Reform der Bankenregulierung aus den USA und Großbritannien. Obamas herzhafter Tritt vor das Schienbein der Wall Street muss jetzt auch die Europäer aufwecken. Auf den G20-Gipfeln haben sie konstant Misstrauen gegen den Regulierungswillen der Anglo-Amerikaner gestreut, seither haben sie sich im Reformeifer abhängen lassen. Ich bin mal gespannt, ob die Bundesregierung und die Franzosen die Vorlage aufnehmen und jetzt ebenfalls einen Umbau des Bankensektors angehen. Entsprechende Andeutungen gab es zuletzt aus Berlin ja zuhauf. » weiterlesen

Die Briten zeigen, wie’s geht

In meinem jüngsten Blog habe ich für eine radikale Reform des Bankensystems in Deutschland plädiert. Die Briten machen jetzt vor, wie es gehen kann. Natürlich ist die Ausgangslage nicht vergleichbar und sind die Probleme der britischen Regierung besonders groß, aber sie nimmt die Herausforderung an und gestaltet das Bankenwesen neu. Das ist der entscheidende Unterschied: Der Gestaltungswillen. Gesunde, überschaubare Banken und mehr Wettbewerb um den privaten Bankkunden sind richtige Ziele. Die Kosten sind hoch, das ist keine Frage. Aber durch den Verkauf von Beteiligungen wird auch Geld reinkommen. Und wenn die Regierung die Banken ordentlich saniert, dann wachsen auch die Aussichten, dass sie aus den Beteiligungen an RBS und Lloyds zu anständigen Preisen aussteigen kann.