Herrn Schäfflers “geordneter” Euro-Austritt

Der Initiatoren-Antrag, der dem FDP Mitgliederentscheid zugrunde liegt, fordert statt der Ausweitung von Rettungsmaßnahmen den “geordneten Austritt” der betroffenen Länder aus der Währungsunion.

“Sollten sich die bisher beschlossenen Maßnahmen nicht als hinreichend herausstellen, spricht sich die FDP dafür aus, überschuldeten Staaten einen geordneten Austritt aus dem Euro zu ermöglichen, um ein ungeordnetes Auseinanderbrechen unserer Währung zu verhindern.”

Wie dieser geordnete Austritt genau aussehen soll – dazu findet sich im Schäffler Papier praktisch kein Wort. » weiterlesen

Euro-Krise: Auf welchem Stern lebt Berlin?

Letzten Freitag war ich Studiogast bei Sky News – es ging, wie könnte es anders sein, um die Euro-Krise.

Als mein Wall-Street-Journal-Kollege Simon Nixon in Zweifel zog, ob es in Deutschland überhaupt den politischen Willen gebe, alles zu tun, um den Euro zu retten, habe ich ihm ziemlich deutlich widersprochen.

Wenn ich jetzt aber so lese, was manche Politiker in Berlin so zur Euro-Krise und EZB erzählen, kommen mir aber doch einige Zweifel.

Meine Kollegen Dietmar Neuerer und Daniel Delhaes zitieren den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler zum Beispiel so:

„Die EZB ist inzwischen neben der amerikanischen Fed die größte Bad Bank der Welt.“ Sie setze das Sparvermögen von Millionen Bürgern mit dieser Inflationspolitik aufs Spiel. „Wenn die EZB so weitermacht, kauft sie bald auch alte Fahrräder auf und gibt dafür neues Papiergeld heraus.“

Schäffler ist laut Handelsblatt.com “Finanzexperte” – tatsächlich betreibt er demagogische Panikmache, die von keiner Sachkenntnis getrübt ist.
Die Fed und EZB sind keine “Bad Bank”, sie betreiben keine “Inflationspolitik” und sie setzen nicht die Ersparnisse der Menschen aufs Spiel.

» weiterlesen

Endlich: Das Lied zur Euro-Krise

Haste ma'n Euro? (Bild via Wikipedia)

Der “Guardian”, an dessen Zentrale ich täglich zweimal vorbei radele und die 100 Meter von unserem Büro entfernt ist,  ist schon lange meine Lieblingszeitung hier in Großbritannien.

Für die unermüdliche Arbeit, mit der sie die illegalen und unsittlichen Arbeitsweisen des Murdoch-Blatts “News of the World” und die unsäglichen Verquickungen zwischen Murdoch-Konzern, Politik und Polizei hier aufgedeckt haben, muss dem Blatt ein Denkmal gesetzt werden.

» weiterlesen

Neuer Lesestoff für Target2-Aficionados

Der  anonyme, aber offenbar durchaus  kenntnisreiche Blogger “Rebeleconomist” hat einen langen Text zur Target2-Debatte veröffentlicht: “Right on Target”.

Lesenswert – und zumindest teilweise überzeugend, obwohl ich seine Schlussfolgerung, Sinn habe Recht, nicht ganz nachvollziehen kann.

Im Grunde sagt der Rebellenvolkswirt das, was ich auch die ganze Zeit vertrete: Dass die Target2-Ungleichgewichte die Folge des nach wie vor nicht funktionierenden Interbankenmarktes sind – keiner traut den Banken in der Peripherie über den Weg, daher können sie sich am Interbankenmarkt nicht refinanzieren. Die Target-Salden sind die Folge.

» weiterlesen