Ifo: Höchster Wert seit Wiedervereinigung

Die positiven Konjunkturüberraschungen in Deutschland reißen nicht ab. Das Ifo-Geschäftsklima für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands ist im November unerwartet kräftig von 107,7 auf 109,3 Punkte gestiegen – das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Die befragten Unternehmen haben sowohl die aktuelle als auch die erwartete Geschäftslage besser beurteilt. » weiterlesen

Warum Deutschland an den anderen vorbei zieht

Heute haben die deutschen Konjunkturzahlen richtig positiv überrascht. Am Morgen gaben die Wiesbadener Statistiker bekannt, dass die deutsche Wirtschaft im Mai 9,2% mehr exportiert hat als im April. Heute Mittag meldeten sie dann, dass die Industrie im Mai 2,6% mehr produziert hat als im Vormonat. Es zeichnet sich immer klarer ab, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal kräftig gewachsen ist, wir rechnen gegenüber dem ersten Vierteljahr mit einem Plus von 1,5%. Für das gesamte Jahr erwarten wir ein Wachstum von 2,5%, wir hatten unsere 2010er Prognose vergangene Woche nach oben gesetzt. » weiterlesen

Die USA verlieren den Glauben

Das ist ein Schreck: Das Konsumklima in den USA ist im Juni kräftig eingebrochen. Der Verbrauchervertrauensindex des Forschungsinstituts Conference Board fiel gleich um zehn Punkte auf 52,9. Das ist ein weiteres deutliches Zeichen dafür, dass die Konsumenten in den USA den Glauben an die Haltbarkeit des Aufschwungs verloren haben. Die Kalkulation der US-Regierung, mit großzügigen Konjunkturspritzen die Schwächephase zu überbrücken und ihren Bürgern allzu schmerzhafte Anpassungen zu ersparen, scheint nicht aufzugehen. Schon die Einbrüche auf dem Häusermarkt nach dem Wegfall staatlicher Stützen haben in den vergangenen Wochen darauf hingedeutet, dass sich die tiefgreifenden strukturellen Probleme nicht so einfach zukleistern lassen. » weiterlesen

Ifo & Co: Von nun an bergab?

Entgegen den Erwartungen konnte sich das Ifo-Geschäftsklima im Mai nicht mehr verbessern (101,5 nach 101,6). Der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum ist sogar deutlich gesunken (55,9 nach 57,6).

Stimmungsindikatoren wie der Einkaufsmanagerindex und mit Abstrichen auch das Ifo-Geschäftsklima korrelieren mit dem Vorjahresvergleich der Industrieproduktion. » weiterlesen

Deutschland: Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal hat positiv überrascht

Die deutsche Wirtschaft hat heute Morgen mal wieder positiv überrascht. Im ersten Quartal ist das um Saison- und Kalendereinflüsse bereinigte Bruttoinlandsprodukt Deutschlands etwas gewachsen, und zwar um 0,2% gegenüber dem vierten Quartal. Die zuvor befragten Volkswirte hatten mehrheitlich mit einem Minus von 0,1% gerechnet. Das ist insofern bemerkenswert, als dass das ungewöhnlich harte Winterwetter die Bauproduktion im ersten Quartal gegenüber dem vierten Quartal um 7,6% gedrückt hat. Ohne diesen Dämpfer wäre die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal wohl nicht um 0,2%, sondern um 0,6% gewachsen. Das vierte Quartal haben die Statistiker von 0,0% auf 0,2% nach oben revidiert. » weiterlesen

Ein Boom sieht anders aus

Die deutschen Exportdaten für den Januar sind eine Enttäuschung, keine Frage. Der erste Rückgang der Ausfuhren seit dem Sommer bestätigt das schwache Bild der deutschen Wirtschaft zum Jahreswechsel. Sogar der Export als wichtigster, womöglich einziger Wachstumstreiber hatte einen schlechten Start ins neue Jahr. Nun gibt es aber zum Glück einige nach vorne weisende Daten, wie die jüngsten Auftragseingänge der Industrie, die dafür sprechen, dass es spätestens im zweiten Quartal wieder besser laufen wird. Ein Boom sieht zwar anders aus, Grund zur Panik gibt es aber nicht. Die wirtschaftliche Erholung wird sich fortsetzen, aber sie verläuft recht holprig. » weiterlesen

Die neue Normalität

Im Moment wird viel gesprochen über die Rückkehr zur Normalität. Die neue Normalität wird sich jedoch von der alten vor der Krise erheblich unterscheiden. Wie sehr, dass hat der UBS-Chefökonom Andreas Höfert diese Woche am Beispiel der USA erläutert. Das Trendwachstum könnte von zuvor 3,5 auf nur noch zwei Prozent sinken. Die Inflation könnte sich von vormals 2,5 Prozent mehr als verdoppeln. Die Stabilität der Finanzmärkte dürfte sich dank der strikteren Regulierung zwar erhöhen. Die Investoren zahlen das jedoch mit geringeren Renditen. Und zugleich müssen wir uns darauf gefasst machen, dass wir statt regelmäßiger Finanzkrisen wieder mehr Konjunkturschwankungen erleben werden. Höfert stellt die interessante These auf, dass es einen trade off zwischen finanzieller und markroökonomischer Stabilität gibt. Für die meisten europäischen Länder gilt im Prinzip das gleiche Szenario, wenn auch weniger ausgeprägt als in den USA.

Wann müssen wir mit der neuen, tristen Normalität rechnen? Höfert meint, ab Mittte 2010. Dann laufen sowohl die staatlichen Konjunkturprogramme als auch der Lagerzyklus aus, die Notenbanker werden die Zinszügel langsam anziehen und die Konjunktur muss auf eigenen Beinen stehen. Die Effektivität der staatlichen Anschubhilfe wird nach Meinung von Hilfert ohnehin überschätzt. So hätten die Amerikaner mit der Verdoppelung der Notenbankgeldmenge ihre Wirtschaftsleistung gerade einmal auf das Niveau von vor zwei Jahren gehoben. Ein bescheidenes Ergebnis mit einem riesigen Inflationspotenzial.

Merkels Wette

Angela Merkel war bislang eine vorsichtige Kanzlerin. Es ist noch nicht lange her, da hat die Pfarrerstochter die schwäbische Hausfrau zur Leitfigur ihrer Finanzpolitik erkoren. Also: sparsam und keine Risiken eingehen. Das war sozusagen ihr Gegenentwurf zum angelsäsischen Investmentbanker, der angeblich keine Wette auslässt und damit die Welt an den Rand den Abgrund geführt hat. Jetzt ist Angela Merkel selbst zur Spekulantin geworden. Wider Willen, aber nicht wider aller ökonomischen Vernunft.

In ihrer Regierungserklärung hat die Krisen-Kanzlerin die geplanten Steuersenkungen der neuen Koalition verteidigt. Ohne allerdings zu wissen, wie sie die Steuergeschenke bezahlen soll. Merkel setzt voll darauf, dass die Abgabenerleichterungen neues Wachstum anschieben und sich so schon selbst finanzieren werden. Das nennt man gemeinhin eine Wette auf die Zukunft – und die ist bekannntlich unsicher. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit mit solchen Wetten sind indes nicht gerade vielversprechend.

Merkel ist für ihre neu entdeckte Waghalsigkeit von links und rechts heftig gescholten worden. Ökonomisch kann man ihr hingegen keine Leichtfertigkeit vorwerfen. Sie folgt mit ihrer Politik fast buchstabengetreu den Lehrbüchern der Makroökonomie. Mitten in der Krise sollte der Staat nicht sparen, heißt es dort, sondern der Wirtschaft unter die Arme greifen. Kritiker entgegnen, dass die Gefahren steigender Defizite für die wirtschaftliche Erholung weitaus größer sind als die Risiken eines rigiden Sparkurses. Das ist jedoch mindestens ebenso ungewiss, wie der Ausgang von Merkels Wette.