Bequemer Sündenbock EU

GurkeAn diesem Samstag können wir ein denkwürdiges Jubiläum feiern. Vor genau 25 Jahren trat die “Verordnung Nr. 1677/88 EWG” in Kraft, besser bekannt – und berüchtigt – als Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union. Penibel reglementierte sie unter anderem, dass Gurken der Handelsklasse “Extra” künftig nur noch eine Krümmung von zehn Millimetern auf einer Länge von zehn Zentimetern aufweisen durften.

Diese Verordnung half nicht nur, die Maße von Salatgurken zu standardisieren, sie machte auch Karriere als Symbol für eine ausufernde Regelungswut der EU, die die Mitgliedsstaaten mit unsinnigen und bürokratischen Standards überzieht. » weiterlesen

Die Sehnsucht nach der DDR-Police

DDR-Versicherungsschein. Bild: www.geld.de

DDR-Versicherungsschein. Bild: www.geld.de

Es gibt viele Gründe, weshalb wir uns die DDR nicht zurückwünschen sollten: Die Mauer, die die Bürger in ihrem eigenen Land einsperrte, die Stasi, die sie bespitzelte und die Planwirtschaft, die nicht nur im Privaten für Entbehrungen sorgte, sondern den Fortschritt des ganzen Landes bremste. Doch aller Kritik zum Trotz, in diesen Tagen dürften sich einige Ex-DDR-Bürger über ein Produkt aus Sozialismuszeiten doch sehr freuen: Ihre alte Wohngebäude- oder Hausratversicherung.
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Erste Scharmützel im Handelskrieg

Wein-Ecke in chinesischem Supermarkt.

Wein-Ecke in chinesischem Supermarkt.

China ist ein riesiger Markt für europäischen Wein. Das Schwellenland ist bereits der weltweit fünftgrößte Konsument des vergorenen Traubensaftes. Anbieter aus der EU setzen dort jährlich über 290 Millionen Liter ihrer Produkte ab. Doch nun stehen die Importeure unter Schock: Als ersten Gegeschlag im beginnenden Handelskrieg prüft Peking ab Mittwoch die Möglichkeit von Zöllen auf Weine.  » weiterlesen

Verbraucher misstrauen dem Finanzmarkt

Verbrauchern fehlt das Vertrauen. Bild: dpa

Verbrauchern fehlt das Vertrauen. Bild: dpa

Glauben Sie auch, dass in der Finanzbranche nicht alles mit rechten Dingen zugeht? Dass es Anbieter und Produkte gibt, die Verbraucher täuschen und schädigen können? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Denn das sagten jetzt auch zwei Drittel der Befragten in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ifas.

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Erst das Fressen, dann die Moral?

Getreideernte in Palästina: Gutes Gewissen trotz Spekulation?
Foto: dpa

Unsere Mütter haben es uns von klein auf beigebracht: “Mit Essen spielt man nicht!” Und wer übers Essen meckerte, dem wurde gesagt: “Die armen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie überhaupt etwas zu Essen hätten.”

Der Applaus war der DZ Bank deswegen sicher, als sie diese Woche verkündete, dass sie aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen komplett aussteigt. Auch andere Institute wie die Commerzbank oder die Deka-Bank hatten sich dem öffentlichen Druck gebeugt, und den Verzicht auf entsprechende Finanzderivate erklärt. Und die Deutsche Bank und die Allianz sind natürlich die Bösen, weil sie sich weigern, der Spekulation mit Nahrungsmitteln abzuschwören.

Wirklich? Ganz so schwarz-weiß funktioniert die Sache leider nicht. » weiterlesen

Ahnungslos beim Online-Shopping

Einkaufen im Internet – scheinbar einfach, doch es gibt Risiken. Bild: dpa

Was wissen Sie eigentlich zum Thema Online-Shopping? Kennen Sie sich aus? Also, so richtig? Bestimmt haben Sie auch schon mal im Internet „Jetzt kaufen“ angeklickt. Doch das allein ist nichts Besonderes, denn diese Erfahrung teilen Sie mit 86 Prozent der Deutschen. » weiterlesen

Bernanke, der Fuchs

Wenn Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank, hinauffährt zum Capitol Hill und mit Abgeordneten und Senatoren diskutiert, werden immer wieder dieselben Argumente ausgetauscht. Und dabei zeigt sich meist, dass der Notenbank-Chef seinen Fragern und Kritikern im Denken ein Schritt voraus ist. Außerdem ist er sehr geschickt darin, Kritik so auszweichen, dass sie auf den Kritiker selbst zurückfällt. Bernanke ist ein Fuchs, der sich nicht fangen lässt. » weiterlesen

Deutsche Doppelmoral beim Steuerbetrug

Hochkonjunktur hat die Schattenwirtschaft bei Malerarbeiten. Bild: dpa

Mit den Steuern ist das so eine Sache. Eigentlich zahlt sie ja niemand gerne. Besonders die Einkommensteuer, da nimmt sich der Fiskus einfach einen großen Batzen, ohne dass der Bürger „Stop!“ sagen oder durch das persönliche Konsumverhalten Einfluss nehmen kann.

Sie wollen keine Hundesteuer zahlen? Kein Problem, verzichten Sie auf den Vierbeiner. Sie wollen keine Tabaksteuer zahlen?  Hören Sie auf zu rauchen. Aber Einkommensteuer? Wohl niemand (hoffentlich niemand) kündigt seinen Job, um sich vor der Einkommensteuer zu drücken. » weiterlesen

Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch eigentlich sind natürlich die Möbel viel beeindruckender. Da stehen sie, wie beim Original liebevoll in komplett eingerichtete Wohn- und Schlafzimmer zusammengestellt. Viele alte Bekannte sind dabei: Hemnes beispielsweise, Pax, Ivar und natürlich Billy.
Willkommen beim gefälschten Ikea in Peking. 

Eine vertraute Folge von fensterlosen Beispielzimmern: falsches Ikea in Peking.

Eine vertraute Folge von fensterlosen Beispielzimmern: falsches Ikea in Peking.

Konkurrenz ist das wichtigste Prinzip der Marktwirtschaft – und wer mit seiner Idee nach China geht, muss sich auf reichlich Wettbewerb gefasst machen. Anders als in Mitteleuropa machen die Angreifer jedoch nicht brav am Gartenzaun halt. Genau genommen machen sie vor so ziemlich gar nichts halt.
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