Der “Economist”, für mich der Goldstandard in Sachen Wirtschaftsberichterstattung, hat in dieser Woche den Kampf der Notenbanken gegen die Finanzkrise zum Titelthema gemacht: “Central banking and the crisis - Emergency manoeuvres”.
Der Text – wie eigentlich das gesamte Heft, jede Woche – ist Pflichtlektüre für jeden, der sich irgendwie für die Wirtschaftskrise interessiert.
Vor allen die Herren Frank Schäffler, “Finanzexperte” der FDP-Bundestagsfraktion und auch Klaus-Peter Flosbach, finanzpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sollten diesen Text bitte lesen – und dann endlich aufhören, ihre gefährliche und haltlose Kritik an der EZB zu verbreiten.
Letzten Freitag war ich Studiogast bei Sky News – es ging, wie könnte es anders sein, um die Euro-Krise.
Als mein Wall-Street-Journal-Kollege Simon Nixon in Zweifel zog, ob es in Deutschland überhaupt den politischen Willen gebe, alles zu tun, um den Euro zu retten, habe ich ihm ziemlich deutlich widersprochen.
Meine Kollegen Dietmar Neuerer und Daniel Delhaes zitieren den FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler zum Beispiel so:
„Die EZB ist inzwischen neben der amerikanischen Fed die größte Bad Bank der Welt.“ Sie setze das Sparvermögen von Millionen Bürgern mit dieser Inflationspolitik aufs Spiel. „Wenn die EZB so weitermacht, kauft sie bald auch alte Fahrräder auf und gibt dafür neues Papiergeld heraus.“
Schäffler ist laut Handelsblatt.com “Finanzexperte” – tatsächlich betreibt er demagogische Panikmache, die von keiner Sachkenntnis getrübt ist.
Die Fed und EZB sind keine “Bad Bank”, sie betreiben keine “Inflationspolitik” und sie setzen nicht die Ersparnisse der Menschen aufs Spiel.
Mein Fernseher steht seit Jahren in einem schwedischen Ferienhaus. Ich habe ihn bei Ebay versteigert, nur für Selbstabholer. 36,43 Euro habe noch dafür bekommen. Die Käuferin wollte das Gerät von Düsseldorf nach Skandinavien überführen.
Jetzt wurde ich mal wieder darin bestätigt, was für eine gute Entscheidung es war, den Fernseher abzuschaffen.
Durch Zufall bin ich auf den “Frontal 21”-Beitrag „Griechenland in Not. Die Profiteure der Schuldenkrise” gestoßen, der am 2. August gesendet wurde. Dank “Mediathek” – toll, um auch in London “Tatort” zu gucken – konnte ich mir den auch hier anschauen.
Die ZDF-Journalisten haben unter anderem meinen Freund und Kollegen Patrick Bernau interviewt, der in der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” regelmäßig über seine Erfahrungen als Eigentümer von Griechenland-Anleihen berichtet.
Patrick macht bei “Frontal 21″ eine gute Figur (müsste allerdings mal wieder zum Frisör).
Der Rest des Beitrags von Steffen Judzikowski und Reinhard Laska hat mich aber ziemlich entsetzt.
In dem Stück wird ziemlich dumpf – und zum Teil mit falschen ökonomischen Argumenten – Stimmung gegen die Griechenland-Rettung gemacht. In dieser Form hätte ich das vielleicht von der BILD-Zeitung erwartet, aber nicht vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk. » Weiterlesen
Normalerweise freue ich mich ja, wenn andere Medien Themen und Studien aufgreifen, über die wir in der Ökonomie-Rubrik des Handelsblatts berichtet haben.
Die journalistische Eigenleistung des Kollegen beschränkte sich darauf, einen Faktenfehler in seinen Text einzubauen. (Den die Kollegen inzwischen behoben haben.)
Es war längst überfällig: Meine Leseliste zur Target2-Debatte musste dringend überarbeitet werden – in den vergangenen Wochen ist jede Menge neue Literatur dazu erschienen. (Ich selbst habe ehrlich gesagt langsam ein bisschen die Lust an dem Thema verloren…)
Die Target2-Aficionados mögen mir daher die Verzögerung verzeihen, aber jetzt endlich ist es soweit. Ich habe das neue Material in den alten Blogpost eingebaut und liste es hier nochmal gesondert auf.
Der Euro-Gipfel hat diese Woche nahezu alle weiteren wirtschaftsrelevanten Ereignisse und Veröffentlichungen in den Schatten gestellt. Da konnte Bundeskanzlerin Merkel die Erwartungen im Vorhinein noch so sehr dämpfen – angesichts der Bedeutung der Beschlüsse stand der Gipfel im Fokus. Zu Recht.
Es lohnt sich dennoch, einige Konjunkturdaten, die in dieser Woche fast unbemerkt veröffentlicht wurden, hier einmal zu thematisieren. Denn sie transportieren eine wichtige Botschaft: Die Weltwirtschaft verliert an Fahrt – und das deutlich.
Im April habe ich hier (in Anlehung an die englische Liste von meines FT-Kollegen Tim Harford) zum ersten Mal eine Top 10 der deutschsprachigen Ökonomie-Blogger veröffentlicht – jetzt habe ich die Liste zum ersten Mal aktualisiert.
Schrecklich viel getan hat sich nicht, fast alle haben zuleget. In der Top 10 hat mein geschätzter FAS-Kollege Patrick Bernau einen deutlichen Sprung nach vorne gemacht und die Kollegen vom FTD-Wirtschaftswunder überholt.
Letzte Woche in Frankfurt hatte ich Gelegenheit, mit dem Chefvolkswirt der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB), Changyong Rhee, über die Euro-Krise zu sprechen. Rhee ist ein südkoreanischer Ökonom, hat in Harvard promoviert, in Seoul gelehrt und dort die Regierung und Investmentfirmen beraten. Unter anderem hat er den G20-Gipfel 2010 in Seoul maßgeblich vorbereitet. Hier ist, was er zu sagen hat: