Im Paradies für Keynesianer

Brasiliens Megacity Sao Paulo.

Ich reise gerade mit einer Journalistengruppe durch Brasilien. Vorgestern haben wir das einzige Atomkraftwerk des Landes in Angra dos Reis, in der Nähe von Rio, besucht. Es liegt wirklich sehr idyllisch – umgeben von Palmen, Strand und Bergen. Zwei Reaktoren liefern Strom nach Rio. Interessant ist die Geschichte des noch nicht fertigen dritten Reaktors.

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Verstaatlicht die private Altersvorsorge!

Gesundheitsminister Daniel Bahr ist der Namenspate des neuen Versicherungsprodukts “Pflege-Bahr”. Bild: dapd

Zum neuen Jahr beglücken uns Politik und Versicherungswirtschaft mit einem neuen Produkt. Nach Riester- und Rürup-Rente ist es diesmal der nach dem FDP-Gesundheitsminister benannte Pflege-Bahr. Eine private Pflegezusatzversicherung, die der Staat mit einer jährlichen Zulage von 60 Euro fördert.

Es mag sinnvoll sein, für den Pflegefall vorzusorgen. Allerdings sind die Erfahrungen mit solchen staatlich alimentierten Privatversicherungen eine ziemliche Katastrophe. Als überzeugter Anhänger der Marktwirtschaft fällt es mir schwer, das zu sagen. Noch schwerer fällt es, nach dem Staat zu rufen.

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Schwarzfahrer in Washington, Frankfurt und Berlin

Dollarscheine: Schwarzfahrer bringen ökonomische Probleme – auch in der Politik. Bild: dpa

Man spricht gerne von Trittbrettfahrern. Aber heute gibt es ebenso wenig noch Trittbretter, auf denen man außen mitfahren kann, wie Schaffner im Nahverkehr. Man sollte daher die Leute beim Namen nennen: Schwarzfahrer. Sie stellen ein ökonomisches Problem dar, denn sie maximieren den eigenen Nutzen auf Kosten der anderen, ähnlich wie Steuer- oder Versicherungsbetrüger. Und es gibt sie auch in der Politik. Zum Beipiel in Washington. Aber möglicherweise auch in Berlin und Frankfurt. Insofern brauchen wir eine kleine politische Ökonomie des Schwarzfahrens.

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Die Ökonomie des Schenkens

Weihnachtsgeschenke. Bild: dpa

Zu Weihnachten geht es nicht ums Tauschen, sondern ums Schenken. Bild: dpa

Wir haben uns angewöhnt, Ökonomie als eine Lehre vom Tauschen zu verstehen. Bis weit in Grenzgebiete hinein: Die politische Ökonomie untersucht, wie man Politik als Tauschgeschäft auffassen kann. Alternative Auffassungen kommen eher aus anderen Disziplinen, von Soziologen, Philosophen oder Anthropologen, von Franzosen wie Marcel Mauss, Jacques Derrida und Michel Serres oder dem Franzosenfreund Peter Sloterdijk, von David Graeber, einem Initiatior der Bewegung “Occupy Wall Street”: häufig Leute, die selbst in ihrer eigenen Wissenschaft oder politisch besehen eher Außenseiter sind.

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Hintergründe zum Ökonomie-Nobelpreis 2012

Die Entscheidung des Stockholmer Nobelpreiskomitees, die wichtigste Auszeichnung für Ökonomen der Welt an die US-Ökonomen Al Roth und Lloyd Shapley zu vergeben, ist eine sehr gute Wahl.

Mit ihrem “Market Design” haben sie nicht nur viele Märkte deutlich effizienter gemacht, sondern  gleichzeitig das Leben von vielen Menschen drastisch verbessert. Schüler und Studenten müssen dank der von Shapley und Roth entwickelten Methoden nicht mehr auf Schulen gehen, die sie nicht mögen – und Nierenkranke kommen dank der Tauschbörse für Nierenspender viel schneller zu einem neuen Organ. Al Roth ist einer der wenigen Volkswirte, der systematisch Leben gerettet hat.

Die Forschung der beiden zeigt, dass VWL mehr ist als Selbstzweck und abstrakte Zahlenspiele in zu simplen Modellen.

Auf den Ökonomie-Seiten des Handelsblatts haben wir in der Vergangenheit regelmäßig vor allem über die Forschung von Al Roth berichtet. Hier eine Auswahl über ein paar ältere Artikel:

Der Markt als Designobjekt- Früher haben Ökonomen das Spiel von Angebot und Nachfrage nur analysiert – jetzt perfektionieren sie die Arenen dafür.

Was taugt die VWL? – Ökonomen machen das Leben lebenswert – behaupten sie zumindest selbst. Weil das sonst kaum jemand merkt, bekommt das Fach aber immer weniger Fördergelder. Auf der Jahrestagung der American Economic Association in New Orleans war “Better living through economics” jetzt ein großes Thema, ebenso wie bessere Selbstvermarktung.

Meine Niere gegen deine Niere – Mit Organen zu handeln ist strafbar, Organe zu tauschen nicht – zumindest in den USA: Dort gibt es inzwischen etliche Tauschbörsen für Organspenden. Über Datenbanken kann so der passende Spender schneller gefunden werden. Nun steht das Konzept vor dem landesweiten Durchbruch.

Undercover Economist: Stakes in kidneys 

Eine ausführliche Darstellung der Forschung der beiden Nobelpreisträger gibt es hier.

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Deutsche Ökonomen bei Twitter – das um Fake-Follower bereinigte Sommer-Update

Ende Juli habe ich nach rund einem halben Jahr die Liste der deutschen Ökonomen bei Twitter aktualisiert – und bin dabei auf eine sagenhafte Follower-Inflation bei @eflation gestoßen. Im Januar hatte er noch 376 Follower, jetzt sind es fast 24000.

Bei Twitter spekulierten mehrere Leute darüber, dass es sich um gekaufte Follower handeln könne, auch der Wirtschaftsphilosoph monierte   in einem Blogpost  Fake-Follower bei eFlation. eFlation selbst weist von sich, dass er sich Follower gekauft hat.

Heute machte mich @egghat über Twitter auf ein neues Tool von Status People aufmerksam, mit dem man die Qualität der Twitter-Follower beurteilen kann. (Hintergrund zu dem Tool hier.) Die App gibt an, wie groß der Anteil der Follower ist, deren Accounts entweder Fake oder inaktiv sind.

Ich habe mich daher entschlossen, die Twitter-Liste abermals zu aktualisieren – und nach dem mit der Status-People-App bereinigten Zahl der Follower zu sortieren, womit ich mich selbst leider wieder aus der Top 10 katapultiere….

  1. @littlewisehen – Der Münchener Wirtschaftsblogger Wolfgang Unglaub –  3548 “gute” Follower (89% von 3987)
  2. @eFlation – “Fondsmanager, Publizist, Cosmonaut” – und  Autor bei Wiessaussieht –  3355 “gute” Follower (14% von 23967)
  3. @PatrickBernau – Der Online-Chef des Wirtschaftsressorts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – 1992 “gute Follower (70% von  2845) – Patrick  war auch einer der ersten Wirtschaftsjournalisten mit einer eigenen Facebook-Fanpage, mit derzeit 198 “Likes”
  4. @abuschmeier- Management-Consultant und Hochschullehrer  - 1967 “gute” Follower -  (88% von 2235)
  5. @doener – Der  Düsseldorfer Wirtschaftsblogger Stephan Dörner – 1917 “gute” Follower (79% von  2426)
  6. @egghat – “Econblogger und iOS Developer”, der das Blog “Die Wunderbare Welt der Wirtschaft” betreibt – 1810 “gute Folloer (78% von 2320)
  7. @tiefseher – Daniel Eckert, Finanzreporter der “Welt” und “Welt am Sonntag”: 1463 “gute” Follower (58% von 2522 )
  8. @rkeuper – Ralf Keuper tweeted aus Paderborn über Ökonomie, Banking und Finance – 1287 “gute” Follower (90% von 1430)
  9. @blicklog – Das unabhängige Ökonomie-Blog “Blicklog” bei Twitter –1265 “gute” Follower (75% von 1687)
  10. @schuldensuehner - Holger Zschäpitz, Wirtschaftsredakteur bei der “Welt” – 1247 “gute” Follower  (67% von 1862 Follower)
  11. @marcusgatzke -Ressortleiter Wirtschaft bei “ZEIT Online” – 813 “gute” Follower (73% von 1115 )ollower (Januar: 777)
  12. @olaf_storbeck – Handelsblatt-Ökonomie-Korrespondent – 783 “gute” Follower (69% von 1135)   [das bin ich – es gibt auch noch mein englisches Account @olafstorbeck mit 2018 “guten” Followern (61% von 3309)  Followern (Januar:  2498)  und meine Facebook-Seite mit derzeit 766 “Likes”  
  13. @teraeuro - laut Twitter-Profil “sporadischer Hobby-Blogger” – 740 “gute” Follower (83% von  892 )
  14. @pixeloekonom- Johannes Eber, Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft – 532 “gute” Follower  (74% von 719 )
  15. @mh120480 – betreibt das Blog Goowell – 524 “gute” Follower (75% von 699)
  16. @aloa5 – Otmar S, betreibt das Blog Logicorum – 473 “gute” Follower  (88% von 538)
  17. @ralfdrescher – Mein ehemaliger Handelsblatt-Kollege Ralf Drescher, heute Ressortleiter beim deutschen Wall Street Journal  – 455 “gute” Follower (75% von 606)
  18. @wirtschaftswurm – Der freie Journalist und Ghostwriter Arne Kuster –449 “gute” Follower  (71% von 632)
  19. @lostgen – Der Autor des Blogs “Verlorene Generation” twittert auch – 435 “gute” Follower (75% von 580)
  20. @kantosEcon – Twitter-Feed des Blogs “Kantoos Economics” 383 “gute” Follower – (55% von 697)
  21. @Haucap – Der Vorsitzende der Monopolkommission und lange Zeit der einzige VWL-Prof in dieser Liste –  310 “gute” Follower (72% von 430)
  22.  @StephanEwald - Profi-Zyniker und Blogger bei Wiesaussieht  – 245 “gute” Follower (81% von 303)
  23. @Wirtschaftsphil - Ein anonymer Hochschulvolkswirt, der als “Wirtschaftsphilosoph” auch ein eigenes Blog betreibt – 244 “gute” Follower (76% von 321)
  24. @DanielDaffke – “Gelegenheitsblogger” – 219 “gute” Follower (87% von 252 )
  25. @markusgaertner – Der ehemalige China-Korrespondent des Handelsblatts berichtet heute aus Vancouver über die Weltwirtschaft  – 203 “gute” Follower (82% von 248)
  26. @stefan_sell: Der Professor der Hochschule Koblenz twittert  über Wirtschaftsthemen – 175 “gute” Follower (70% von 250)
  27. @SDullien: Der ehemalige FTD-Kollege Sebastian Dullien, heute VWL-Professor an der FH Berlin -  103  “gute” Follower  (82% von 126)
  28. @profpaulwelfens – Der Wuppertaler VWL-Professor Paul Welfens –77 “gute” Follower  (73% von 106)
  29. @zopolan – “Economics, Social Sciences, Politics, Political Culture, Philosophy, Humanism. And Coffee. The guy on the photo is not me.” –77 “gute” Follower  (82% von 72)
  30. neu: @lumpyeconomist: Der Aachener VWL-Professor Rüdiger Bachmann, der als Lumpenökonom auch bloggt – 47 “gute” Follower (65% von 72 )

Medien, Wirtschaftsforschungsinstitute u.ä.

  1. @FTD_Wunder – Die Konjunktur-Kollegen der “Financial Times Deutschland” – 1408 “gute” Follower (64% von 2200))
  2. @FAZ_Finance – Finanz- und Wirtschaftsnews der FAZ – 1484 “gute” Follower (60% von 2474)
  3. @OECDStatistik – Die Mitarbeiter des OECD Berlin Centre wühlen in den OECD-Datenbanken und veröffentlichen  Zahlen, die für aktuelle Diskussionen im deutschsprachigen Raum relevant sind.  – 1248 “gute” Follower (64% von 1951)
  4. @insm – Twitter-Repräsentanz der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” – 910 “gute” Follower  (71% von 1282)
  5. @DIW_Berlin – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bei Twitter  -714 “gute” Follower  (68% von 1050)
  6. @iw_koeln – Das Institut der deutschen Wirtschaft bei Twitter – 669 “gute” Follower  (69% von 969)
  7. @ZBW_news – Twitter-Repräsentanz der Kieler Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – 476 “gute” Follower (63% von 755)
  8. @hb_oekonomie – Die Handelsblatt-Ökonomie-Berichterstattung bei Twitter – 402 “gute” Follower (56% von 718))
  9. @fazitblog – Das Wirtschaftsblog der FAZ-Kollegen bei Twitter – 378 “gute” Follower (60% von 630)
  10. @oekonomenstimme – Deutschsprachiges Ökonomenportal nach dem Vorbild von VoxEU.or – 369 “gute” Follower (63% von 586)
  11. @IMKFlash - das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung und ihr Chef Gustav Horn sind ebenfalls online – 267 “gute” Follower (62% von 431)

Andere Übersichten

Patrick Bernau hat eine schöne Übersicht über Ökonomen bei Google Plus zusammengestellt. Wer sich für die Euro-Krise interessiert, sei noch auf den “PIIGS Plus Club” bei Twitter hingewiesen – eine Liste mit Twitterern aus allen möglichen EU-Ländern, die auf Englisch über die Misere tweeten. (Hier ein bisschen was zu den Hintergründen des PIIGS-Plus-Clubs.)

Wer fehlt noch? Hinterlasst mir einen Kommentar im Blog oder schreibt an @olaf_storbeck.

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http://twitter.com/LostinEU

 

 

Hans-Werner Sinn und der Ökonomenaufruf

Heute morgen überrascht das Münchener Ifo-Institut mit einer merkwürdigen Pressemitteilung.

Die Denkfabrik erklärt, Hans-Werner Sinn sei für den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung nicht verantworlich, sondern nur einer von 250 Unterzeichnern.

In der Pressemitteilung heißt es:

“In den vergangenen Tagen wurde in der Presse mehrfach geschrieben, dass Prof. Sinn den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung, der am 5. Juli auf den Online-Seiten der FAZ erschien, initiiert habe.

Diese Behauptung ist falsch. Der Aufruf wurde von Prof. Walter Krämer, Technische Universität Dortmund, initiiert und formuliert. Richtig ist, dass Prof. Sinn als einer von mittlerweile 250 deutschsprachigen Ökonomieprofessoren unterschrieben hat und – wie viele andere auch – Vorschläge zur Änderung des Textes gemacht hat. An der Anwerbung von Mitunterzeichnern war Prof. Sinn nicht beteiligt.”

Diese Erkärung ist  aus mehreren Gründen erstaunlich.

Vor allem, weil Walter Krämer in der E-Mail, mit der er vor der Veröffentlichung des Aufrufs um Unterschriften warb, ausdrücklich Bezug auf Sinns Mitarbeit an den Text nahm.

Wörtlich heißt es in der E-Mail, die Krämer am Abend des 3. Juli an zahlreiche Ökonomie-Professoren verschickte und die dem Handelsblatt vorliegt:

“Liebe Kolleginnen und Kollegen,

was halten Sie – was haltet Ihr – von dem beigefügten Aufruf, den ich zusammen mit H. W. Sinn (und redaktioneller Unterstützung von Manfred Deistler) verfaßt habe?» weiterlesen

Marcel Fratzscher als DIW-Chef – eine gute Wahl

Das DIW hat heute abend bekannt gegeben, dass der EZB-Volkswirt Marcel Fratzscher erste Wahl für die Leitung der Berliner Denkfabrik ist. (Hier unser ausführlicher Artikel zu der Personalie.) In einer gerade verschickten Pressemitteilung heißt es:

“Marcel Fratzscher ist der Kandidat, der dem Kuratorium des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)  für die Nachfolge an der Spitze des Instituts vorgeschlagen wird. Dies hat die Findungskommission unter Leitung des Vorsitzenden des Kuratoriums, Bert Rürup, heute einmütig beschlossen. (…)

„Marcel Fratzscher ist ein hervorragend ausgewiesener Wirtschaftswissenschaftler, von dem neue Impulse für einen Ausbau der makroökonomischen Kompetenz des Instituts wie für die  theoriegeleitete und empirisch fundierte  Politikberatung zu erwarten sind“, begründet Rürup die Empfehlung der Kommission.”

Marcel wer?

Das werden sich jetzt viele Leute fragen, auch Ökonomen. Denn Fratzscher ist der breiteren Öffentlichkeit bislang nicht bekannt. Ich habe ihn 2009 im Rahmen unserer Proträt-Serie “Jugend forscht” getroffen und für das Handelsblatt porträtiert. Fratzscher war uns früh aufgefallen, weil er im Handelsblatt-Ökonomenranking ganz weit vorne lag.

Im aktuellen  Handelsblatt-Lebenswerk-Ranking liegt er auf Platz 38 von 250. Seit 2007 haben nur drei Volkswirte häufiger in Topjournalen veröffentlicht als er.

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“Was nun, Herr Smith?”

In der vergangenen Woche habe ich mich intensiv mit einem Herren beschäftigt, der seit meinem Umzug nach England Dauergast in meiner Brieftasche ist: Adam Smith.

Der schottische Ökonom und Moralphilosoph, Gründer der modernen VWL, schmückt die 20-Pfund-Noten der Bank of England. Und heute auch das Titelbild des Handelsblatts.

 

Gemeinsam mit meinem Kollegen Norbert Häring  beschreibe ich die Kritik an der derzeitigen VWL, wie das Fach das geworden ist, was es heute ist und wie es an den Universitäten zu einem Aufstand von unten der Studenten gegen die gängigen Dogmen kommt.

Ist ein ziemlich langer Text geworden, fast 700 Zeilen auf zwei Doppelseiten.

Wir erklären unter anderem, dass Smith gar nicht der Marktradikalinski war, als der er heute oft gesehen wird - tatsächlich lassen sich in seiner Forschung 29 verschiedene Argumente für staatliche Interventionen in das freie Spiel der Märkte finden.  (Besonderer Dank übrigens an den Grazer Ökonomie-Professor Richard Sturn, der derzeit gleich an zwei Büchern zu Adam Smith schreibt und sich viel Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten. Sehr lesenwert ist Sturns Kapitel über Smith in dem von Heinz D. Kurz herausgegeben, hervorragenden  Taschenbuch “Klassiker des ökonomischen Denkens”.)

Außerdem beschreiben wir, wie das Gesetz von Angebot und Nachfrage auf den Preis von Smith’s “Wohlstand der Nationen” wirkte. Denn das Buch verkaufte sich so gut, dass seine Londoner Verleger schon bei der zweiten Auflage eine kräftige Preiserhöhung durchsetzen.

Insgesamt hat das Konjunkturteam fünf Doppelseiten zu dem Thema produziert.  Vier der Nachwuchswissenschaftler, die diese  Studentenrevolte der anderen Art vorantreiben, porträtieren wir aussführlich, es gibt ein Interview mit dem Mainstream-Kritiker und Bestseller-Autoren Max Otte und einen Rückblick auf die größten Irrtümer der Volkswirte im Zusammenhang mit der Finanzkrise.

Wer sich dafür interessiert, muss heute an den Kiosk sprinten, oder sich auf Paid Content einlassen: Online gibt es die Story nur hinter unserer Bezahlschranke. Kostenpunkt: 1,59 Euro, weniger als ein Cappuccino bei Starbucks. (Hinweis: Leider kann man auf unserer Webseite immer nur die tagesaktuelle Ausgabe kaufen. Wer Interesse an dem Schwerpunkt hat, kann mir aber eine E-Mail schreiben – seit Ende September ist der Text auch frei auf Handelsblatt.com verfügbar.)

Ich freue mich übrigens auch über Feedback zu der Geschichte.

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