Handelsblog » Sonstiges http://blog.handelsblatt.com/handelsblog Just another Handelsblatt Blogs weblog Wed, 16 May 2012 12:51:30 +0000 en hourly 1 http://wordpress.org/?v=3.0.4 Die seltsame Geheimniskrämerei der ESMT und Stefan Reichelsteins http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/15/die-seltsame-geheimniskramerei-der-esmt-und-stefan-reichelsteins/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/15/die-seltsame-geheimniskramerei-der-esmt-und-stefan-reichelsteins/#comments Tue, 15 May 2012 16:18:33 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=639392 Es war eine ziemlich peinliche Nachricht, die die private Berliner Business School ESMT gestern bekanntgeben musste: Der Stanford-Professor Stefan Reichelstein, der eigentlich in weniger als drei Wochen die Führung der Hochschule übernehmen sollte,  kommt doch nicht. Ende Januar hatte Reichelstein seinen Vertrag unterschrieben, im März hatte er sich in Berlin den Mitarbeitern vorstellt.

Auf die  Frage nach den Gründen für diesen Schritt schwieg sich die ESMT gestern hartnäckig aus. Gebetsmühlenartig wurde der Satz wiederholt, Reichelstein  habe “nach Abwägung aller Faktoren dafür entschieden, weiterhin für die Stanford Graduate School of Business tätig zu sein”. Für alles weitere verwies man mich mehrfach in Berlin ausdrücklich direkt an Reichelstein: “Das kann er ihnen nur selbst erklären.”

Und was macht Stefan Reichelstein? Er schrieb mir heute morgen folgende E-Mail:

“Ich habe mit den ESMT-Verantwortlichen abgesprochen, dass alle externen Anfragen hinsichtlich der Gründe für meinen Nichtantritt an die Abteilung für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit der Schule verwiesen werden.

Sie werden insofern hoffentlich Verständnis dafür haben, dass ich Ihnen in dieser Angelegenheit nicht weiterhelfen kann.”

Ehrlich gesagt hält sich mein Verständnis in Grenzen – das habe ich allen Beteiligten heute auch schon mitgeteilt.

Ich fühle mich, ganz ehrlich gesagt, ziemlich auf den Arm genommen.

Dass sich die EMST und Reichelstein mit der Anfrage wie mit einer heißen Kartoffel jonglieren, macht natürlich doppelt neugierig – zumal Reichelstein seinen Vertrag in Berlin,  wie die ESMT immer wieder betont – Ende Januar unterschrieben wurde.

Dass bei Berufungsverhandlungen hart gepokert wird und mündlich manchmal Zusagen abgegeben werde, die später doch nicht eingehalten werden, hört man immer wieder. Aber einen fixen Vertrag, der mit einigem Tamtam der Öffentlichkeit kommuniziert wurde, doch wieder platzen zu lassen, ist schon ein ziemlich ungewöhnlicher Vorgang.

Die seltsame Kommunikationspolitik nährt den Verdacht, dass es hinter den Kulissen zu irgendeinem Eklat gekommen ist, der dann zur Vertragsauflösung geführt hat.

Oder ist Stefan Reichelstein erst drei Wochen vor Dienstbeginn aufgefallen, dass man von Stanford schlecht täglich nach Berlin pendeln kann und an der Spree das Wetter schlechter ist als in Kalifornien?

-

Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und 

meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/15/die-seltsame-geheimniskramerei-der-esmt-und-stefan-reichelsteins/feed/ 0
Vor dem Champions-League-Finale in München: Wirtschaftswunder Bundesliga? http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/15/vor-dem-champions-league-finale-in-munchen-wirtschaftswunder-bundesliga/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/15/vor-dem-champions-league-finale-in-munchen-wirtschaftswunder-bundesliga/#comments Tue, 15 May 2012 09:06:52 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=639380 Wer mir bei Twitter folgt, konnte es live miterleben:  Als eingefleischter Schalke-Fan habe ich das DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin mit sehr gemischten Gefühlen gesehen, zumal ich vor einem Jahr beim Schalker Pokalgewinn selbst in der Kurve stand.

Aber ich muss gestehen: Es war ein tolles Fußballspiel, und am Ende siegte bei mir die Schadenfreude über die Blamage Bayern Münchens über den Missgunst eines weiteren Erfolgs für die Mannschaft unserer Lokalrivalen aus Lüdenscheid-Nord.

Nächsten Samstag findet in München das nächste Spitzenspiel statt, Bayern tritt im Champions-League-Finale im eigenen Stadion gegen Chelsea an. Die wirklich  schwierige und immens wichtige Frage, wen ich als Schalke- und Arsenal-Fan an dem Abend unterstütze, will ich hier nicht weiter diskutieren. Sondern die Frage, ob die Begegnung auch ein Aufeinandertreffen von zwei verschiedenen Geschäftsmodellen des Profifußballs ist.

Auf der seinen Seite stehen die vergleichsweise solide wirtschaftenden Bundesliga-Vereine, in denen dank der “50 plus 1-Regel” Investoren nicht die Mehrheit übernehmen können – auf der anderen Seite die Premier-League-Clubs, die das Hobby- und Prestigeprojekt gelangweilter Oligarchen (Chelsea) und Ölscheichs (Man City) sind.

Emmanuel Hembert von der Management-Beratrung A.T. Kearney sieht das Finale als das Aufeinandertreffen der beiden wirtschaftlich stärksten Ligen in Europa – und er ist überzeugt, dass das Finale in München die wachsende Dominanz der Bundesliga im europäischen Profifußball widerspiegelt.

Schon seit 2009 ist A.T. Kearney überzeugt, dass die Bundesliga die besten Voraussetzungen hat, die englische Premier League als die dominante Liga in Europa zu überholen – weil das Geschäftsmodell der Clubs nachhaltiger sei. Der jüngste Deal mit dem Bezahlsender Sky, die den Vereinen bis zur Saison 2013/14 fast zwei Milliarden Euro einspiele, ist für  A.T. Kearney eine Bestätigung für diese These. Die anderen großen Ligen in Europa befänden sich alle in mehr oder weniger großen Problemen:

“The Spanish Liga is currently battling with over €1bn tax and national insurance debt without accounting for the late payment of salaries.

Italian club losses continue, increasing to a staggering €285m for last season.

Eight English top clubs are reported to be under investigation by tax probes.

With an anaemic transfer market, French clubs have lost a large part of the windfall from transfers to other European leagues.

Across the smaller leagues, such as Scotland and Switzerland, several once famous teams are in or close to bankruptcy including Glasgow Rangers and Servette Geneva.”

Mehrere Faktoren macht A.T. Kearney für die gute Lage der Bundesliga verantwortlich.

Erstens verhinderten vergleichsweise strenge Regeln, dass die Vereine dauerhaft über ihre finanziellen Verhältnisse leben. (Wäre schön, wenn das wirklich überall so wäre, denke ich angesichts der immer noch  185 Millionen Euro Schulden meines Lieblingsvereins, der vor nicht allzu langer Zeit einen Bailout des Boom-Stadt Gelsenkirchen brauchte…).

Zweites helfe der systematische Ausbau der Nachwuchsförderung,  Spitzenspieler zu vertretbaren Kosten zu entwickeln.

Drittens habe die Bundesliga von den öffentlichen Investitionen in die Stadion während der WM 2006 profitiert.

(Bei diesem Argument bin ich mir ebenfalls nicht so sicher, wie überzeugend ich das finde. Von den zwölf WM-Stadien gehört die Hälfte zu Vereinen, die immer wieder um den Abstieg spielen und nicht gerade ein positives Beispiel für die wirtschaftliche Dominanz der Bundesliga sind: Berlin, Köln, Kaiserslautern, Nürnberg und Frankfurt;  Leipzig ist Fußball-technisch komplett unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Die anderen Stadien – Schalke,  München, Stuttgart, Hamburg, Hannover und Lüdenscheid-Nord – wurden zum Teil lange vor der WM gebaut und umgebaut, zum Teil – in Stuttgart –  auch erst deutlich später.)

Viertens profitiere der deutsche Fußball von der guten Konjunktur  in Europas größter Volkswirtschaft: Das ermögliche es den Vereinen, lukrative Sponsoring- und Hospitality-Pakete zu verkaufen.

Ein weiterer Punkt, den A.T. Kearney nicht nennt, dürfte die gute Auslastung der Stadien sein: In Deutschland ist es ja mittlerweile bei vielen Bundesliga-Clubs sehr schwierig, an Tickets zu kommen  - in Italien dagegen sind die Stadien chronisch leer. Einer der Gründe dafür dürfte sein, dass die Vereine das Hooligan-Problem sehr gut in den Griff bekommen haben und man sich heute in deutschen Stadien wirklich sicher fühlen kann.

A.T. Kearney kommt daher zu dem Schluss:

“The financial domination of the Bundesliga is now confirmed. History shows that domination on the pitch is likely to come next. Perhaps we will see this on the 19th May?”

Ja, auch als Schalke-Fan würde mich das für den deutschen Fußball freuen. Eine Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Bayern nicht so unkonzentriert spielt wie am letzten Wochenende.


Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/05/15/vor-dem-champions-league-finale-in-munchen-wirtschaftswunder-bundesliga/feed/ 0
Ein Blick durch die Wirtschaftsblogs http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/12/20/ein-blick-durch-die-wirtschaftsblogs/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/12/20/ein-blick-durch-die-wirtschaftsblogs/#comments Tue, 20 Dec 2011 10:46:46 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638929 Vor ein paar Wochen habe ich ausführlich mit Florian Semle geskypt – er recherchierte in Sachen Wirtschaftsblogs und interviewte mich dazu.

Sein erster Text ist jetzt online – und sehr lesenswert: Die deutschen Wirtschaftsblogs (Teil 1): Wie Blogs die ökonomische Debatte beeinflussen

Sein Fazit lautet:

Was heute noch in einer Nische diskutiert wird, könnte in naher Zukunft zu einem wesentlichen Bestandteil der ökonomischen Debatte und Agenda werden, wie es in angelsächsischen Ländern heute schon der Fall ist.

Wollen wir es hoffen.

Update: Die anderen beiden Teile der Artikel-Serie sind jetzt auch online.

Ein Zukunfts- und Gegenwartsszenario

Die Blogliste zur Ökonomiedebatte

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/12/20/ein-blick-durch-die-wirtschaftsblogs/feed/ 1
Die Top-10 der deutschen Ökonomen auf Twitter http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/20/die-top-10-der-deutschen-okonomen-auf-twitter-2/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/20/die-top-10-der-deutschen-okonomen-auf-twitter-2/#comments Thu, 20 Oct 2011 09:11:28 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638752 Wie die Zeit vergeht – schon wieder wird  eine Neuauflage meiner Liste der wichtigsten deutschen Ökonomen bei Twitter fällig, die ich in  Anlehung an die englische Liste meines FT-Kollegen  Tim Harford im April gestartet und im Juli erstmals aktualisiert habe.

Die wichtigsten Veränderungen

Neu in der Liste sind @rkeuper, der es direkt in die Top-10 schaffte,  @schuldensuehner, @iw_koeln und @teraeuro. Verschwunden ist Thomas Strobl, der leider sein eigenes Account und auch das von Weissgarnix zugemacht hat (Zu den Hintergründen habe ich Thomas hier interviewt.) Außerdem habe ich @KeynesMakro gestrichen -  weil der letzte Tweet  aus  April 2010 stammt.

@littlewisehen hat in den vergangenen drei Monaten als erster deutscher Wirtschaftsblogger die Schallmauer von 3000 Followern überschritten. @PatrickBernau und @egghat legen weiter kräftig zu, und auch ich bin sehr zufrieden – vor allem mit meinem englischen Account, das sich der Schwelle von 2000 Followern nähert.

Andere Übersichten

Patrick Bernau hat eine schöne Übersicht über Ökonomen bei Google Plus zusammengestellt. Wer sich für die Euro-Krise interessiert, sei noch auf den “PIIGS Plus Club” bei Twitter hingewiesen – eine Liste mit Twitterern aus allen möglichen EU-Ländern, die auf Englisch über die Misere tweeten. (Hier ein bisschen was zu den Hintergründen des PIIGS-Plus-Clubs.)

Wer fehlt noch? Hinterlasst mir einen Kommentar im Blog oder schreibt an @olaf_storbeck.

Hier die komplette Liste:

  1. @littlewisehen – Der Münchener Wirtschaftsblogger Wolfgang Unglaub –  3007 Follower (Juli: 2779, April: 2457)
  2. @doener – Der  Düsseldorfer Wirtschaftsblogger Stephan Dörner – 1857 Follower (Juli: 1748, 1679)
  3. @PatrickBernau – Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – 1735 Follower (Juli: 1169, 841 ) – Patrick hat war auch einer der ersten Wirtschaftsjournalisten mit einer eigenen Facebook-Fanpage, mit derzeit 118 “Likes” (Juli: 78)
  4. @egghat – “Econblogger und iOS Developer”, der das Blog “Die Wunderbare Welt der Wirtschaft” betreibt – 1642 Follower (Juli: 1258, April: 803)
  5. @FTD_Wunder – Die Konjunktur-Kollegen der “Financial Times Deutschland” – 1536 Follower (Juli: 1082 Follwer, April:  945)
  6. @abuschmeier- Management-Consultant und Hochschullehrer  - 1504 Follower (Juli: 1412, April: 1330)
  7. @FAZ_Finance – Finanz- und Wirtschaftsnews der FAZ – 1454 Follower (Juli: 1181 Follower, April: 847 Follower)
  8. @blicklog – Das unabhängige Ökonomie-Blog “Blicklog” bei Twitter – 995 Follower (Juli: 896, April:  614)
  9. @insm – Twitter-Repräsentanz der “Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft” – 901 Follower (Juli: 796, Apil: 682 )
  10. Neu: @rkeuper – Ralf Keuper tweeted aus Paderborn über Ökonomie, Banking und Finance – 759 Follower (Juli: NN)

Weitere Ökonomie-Twitterer:

  • Neu: @schuldensuehner - Holder Zschäpitz, Wirtschaftsredakteur bei der “Welt” – 752 Follower (Juli: NN)
  • @marcusgatzke -Ressortleiter Wirtschaft bei “ZEIT Online” – 661 Follower (Juli: 530, April: 332)
  • @olaf_storbeck – Handelsblatt-Ökonomie-Korrespondent – 595 Follower (Juli: 290, April: 126) [das bin ich – es gibt auch noch mein englisches Account @olafstorbeck mit   1955 Followern (Juli: 830, April: 472) und meine Facebook-Seite mit derzeit 314 “Likes” (Juli: 93)  “Likes”
  • @DIW_Berlin – Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung bei Twitter  - 504 Follower (Juli: 396, April: 267 )
  • @ZBW_news – Twitter-Repräsentanz der Kieler Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften – 502 Follower (Juli:  431 Followerm April: 325)
  • @pixeloekonom - Johannes Eber, Berater der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft – 479 Follower (Juli:  400, April: 323)
  • Neu: @iw_koeln – Das Institut der deutschen Wirtschaft bei Twitter – 468 Follower
  • @mh120480 – betreibt das Bog Goowell – 415 Follower (Juli: 347, April: 279)
  • @hb_oekonomie – Die Handelsblatt-Ökonomie-Berichterstattung bei Twitter – 352 Follower (Juli: 211, April: 61)
  • @eFlation – “Fondsmanager, Publizist, Cosmonaut” – und  Autor bei Wiessaussieht – 331 Follower (Juli: 288, April: NN)
  • @kantooos – Twitter-Feed des Blogs “Kantoos Economics” – (255 Follower, Juli: 102, April: 39)
  • @wirtschaftswurm – Der freie Journalist und Ghostwriter Arne Kuster – 237 Follower (Juli: 143, April:  78 )
  • @oekonomenstimme – Deutschsprachiges Ökonomenportal nach dem Vorbild von VoxEU.or – 196 Follower (Juli: 135, April: 62)
  • @Haucap – Der Vorsitzende der Monopolkommission und einziger VWL-Prof in dieser Liste –  145 Follower (Juli: 103, April: 37)
  • Neu: @teraeuro - laut Twitter-Profil “sporadischer Hobby-Blogger, aber zunehmend aktiv – 158 Follower
  • @DanielDaffke – “Gelegenheitsblogger” – 110 Follower (Juli: 71, April: 34)

Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/20/die-top-10-der-deutschen-okonomen-auf-twitter-2/feed/ 5
Wer Straßen sät, wird Staus ernten http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/19/wer-strasen-sat-wird-staus-ernten/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/19/wer-strasen-sat-wird-staus-ernten/#comments Wed, 19 Oct 2011 14:26:40 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638745 Stau

(Bild: Osvaldo Gago via Wikipedia)

Gerade schaue ich das Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe des “American Economic Review” durch – und stelle mit Freude fest, dass es der Aufsatz “The Fundamental Law of Road Congestion: Evidence from US Cities” der kanadischen Forscher Gilles Duranton und Matthew Turner in die Zeitschrift geschafft hat.

Es ist eine wirklich bemerkenswerte Studie: Die Ökonomen haben den Zusammenhang zwischen Straßenbau und Verkehrsaufkommen am Beispiel der Vereinigten Staaten empirisch untersucht. Mehr Straßen, so das Ergebnis der Studie, sind kein  Mittel zur Bekämpfung des Staus. Das Kernergebnis lautet:

“Eine Verdoppelung der Straßen verdoppelt den Verkehr.”

Ich habe schon  vor zwei Jahren – damals war die Studie noch ein unveröffentlichtes Arbeitspapier (kostenloser Download hier) -  im Handelsblatt über die Arbeit berichtet. Die Überschrift lautete damals Warum Straßenbau kein Mittel gegen Staus ist”.

Hier die zentralen Stellen des Artikels:

“Basis ihrer Studie ist umfangreiches, regional aufgeschlüsseltes Zahlenmaterial zu den Investitionen in den Straßenbau und der Entwicklung des Verkehrsaufkommens für die Jahre 1983 bis 2003. Diese Daten haben Duranton und Turner aus verschiedenen Perspektiven ausgewertet. So analysierten sie einerseits, wie sich im Zeitablauf Straßennetz und Verkehr in jeder Region entwickelt haben. Andererseits verglichen sie, wie sich Infrastruktur und Verkehrsaufkommen zwischen den einzelnen Regionen in einem gegebenen Jahr veränderten.

Beide Ansätze liefern sehr ähnliche Ergebnisse: Ein Ausbau des Straßennetzes um ein Prozent in einer Region führt dazu, dass der Autoverkehr dort um ein Prozent zunimmt – und zwar in weniger als zehn Jahren.

(…)

Dieses Ergebnis ist unabhängig vom Bevölkerungswachstum in der Region, von der wirtschaftlichen Entwicklung und von anderen sozioökonomischen Faktoren. Auch die Frage, wie gut und dicht das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln ist, spielt für die Entwicklung des Autoverkehrs so gut wie keine Rolle, stellen die Forscher fest.

(…)

Aber woher kommt der zusätzliche Verkehr? Auch dieser Frage sind Duranton und Turner nachgegangen. Der wichtigste Faktor, so stellen sie fest, ist: Das Fahrverhalten der Menschen ändert sich. Sie fahren häufiger Auto, wenn das Straßennetz ausgebaut wird. Weniger Bedeutung hat, dass eine Region mit besserem Straßennetz mehr Menschen aus anderen Regionen anzieht oder dass sich der Verkehr verlagert.”

Ich sehe es immer als   schöne Bestätigung, wenn Studien, über die ich schreibe, wenn sie nur als Working Paper existieren, später in hochkarätigen Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Wenn es sich um solch politisch relevanten Arbeiten handelt, freue ich mich natürlich besonders.

Die Studie bestätigt eine Erkenntnis, die der  SPD-Politiker Hans-Jochen Vogel schon 1972 hatte: “Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.”

Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/10/19/wer-strasen-sat-wird-staus-ernten/feed/ 7
Wegweiser durch den VWL-Blog-Dschungel http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/20/wegweiser-durch-den-vwl-blog-dschungel/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/20/wegweiser-durch-den-vwl-blog-dschungel/#comments Tue, 20 Sep 2011 15:48:38 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638679 In der vergangenen Woche habe ich im Handelsblatt über eine Weltbank-Studie (“The Impact of Economics Blogs”) berichtet, die erstmals versucht, den Einfluss von Ökonomie-Blogs zu messen: ‘”Übermäßig aktive Blogger” treiben Ökonomen an”.

Dazu gab es noch ein Interview mit dem ehemaligen Weissgarnix-Macher Thomas Strobl und eine Liste von interessanten deutschsprachigen Ökonomie-Blogs.

Heute hat Kantoos einen sehr guten Blogguide für Bachelor-Studenten veröffentlicht, und auch Dirk Elsner vom Blicklog hat sich Gedanken über den Einfluss von Ökonomie-Blogs gemacht. Dirk ist es auch, der die wirklich geniale Mindmap zu Wirtschaftsblogs “Made in Germany” pflegt.

Mit großer Freude habe ich außerdem gesehen, dass einer meiner Lieblings-Ex-Kollegen soeben ein neues Blog gestartet hat:  Marcello Berni bloggt seit letzter Woche aus Mailand unter Berni’s View. Marcello war 15 Jahre beim Handelsblatt, zuletzt Ressortleiter Unternehmen.

Von  2007 bis 2011 war er  Kommunikationschef bei der italienischen Großbank UniCredit, derzeit ist er – um es mit Thomas Strobl zu sagen – “in between jobs”.

Marcello ist einer der nettesten und zugleich kompetentesten Kollegen, der mir in meinen inzwischen fast elf Jahren beim Handelsblatt begegnet ist. Sein Blog ist – wen wundert es – stark banken-und krisenorientiert.

Und dass Marcello ein exzellenter Italienkenner ist, kann in der derzeitigen Lage auch nicht wirklich schaden…

Also: Starke Leseempfehlung für “Berni’s View”

.
Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/20/wegweiser-durch-den-vwl-blog-dschungel/feed/ 1
Hilfe, ich bin ein Geek! (sagt “Wired”) http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/08/hilfe-ich-bin-ein-geek-sagt-wired/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/08/hilfe-ich-bin-ein-geek-sagt-wired/#comments Thu, 08 Sep 2011 10:42:54 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638638

Wired Deutschland - das Erstlingswerk

Ich bin mir nicht ganz sicher, was es über einen selbst aussagt, wenn ein früherer Chef einen für einen “Geek” hält.

Als mich Thomas Knüwer,  der  vor zehn Jahren in der Netzwert-Redaktion beim Handelsblatt mein erster Boss war, mich vor einigen Monaten fragte, ob ich als ein Fallbeispiel für eine Geschichte über “Geeks” in der ersten deutschen Ausgabe von “Wired” zur Verfügung stünde,  habe ich schon einen Moment lang  gezögert. (Mein spontaner Gedanke war, dass das auf ihn vielleicht eher zutrifft als auf mich….)

Aber gut, ich habe mich drauf eingelassen (sind wir nicht alle ein bisschen eitel?)

Das Gespräch mit der Kollegin Christiane Link (die nebenbei in London ziemlich erfolgriech den “German Link” verlegt, die einzige deutsche Zeitung in UK) im Café des Guardians war sehr nett, und der Fototermin in einer Industrieruine in der Nähe von King’s Cross war unglaublich.

Seit heute liegt das deutsche “Wired” am Kiosk – ich habe meinen Vater schon losgeschickt, und mir mit einiger Neugier die iPad-App runtergeladen. Bei der Lektüre des Textes von Christiane ich ich ziemlich rot geworden….

In der iPad-App  gibt es neben der Geschichte von Christiane Link über mich und mein englisches Ökonomieblog “Economics Intelligence” (“Mit dem Fahrrad auf den Datenberg”) auch ein Video, das Eva Schulz und Roman Hagenbrock über mein Fahrrad-Blog “Cycling Intelligence” und Fahrradfahren in London allgemein gemacht haben.

Abgesehen von dem  viel zu positiven Artikel über mich macht das Heft einen echt guten Eindruck….

Update: Christiane Link, die Autorin des Textes über mich, hat auf ihrem Blog “Behindertenparkplatz” ebenfalls über die aktuelle “Wired”-Ausgabe gebloggt.
.
Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/08/hilfe-ich-bin-ein-geek-sagt-wired/feed/ 7
Handelsblatt VWL-Ranking 2011 http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/04/handelsblatt-vwl-ranking-2011/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/04/handelsblatt-vwl-ranking-2011/#comments Sun, 04 Sep 2011 23:18:23 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638627 Es ist 1.07 Uhr, ich sitze in einem Frankfurter Hinterhof in einem lausigen Hotel und versuche, die Ergebnisse des Handelsblatt-Volkswirte-Rankings 2011 online zu stellen. Ins W-Lan komme ich nicht, weil das Hotelpersonal schon Feierabend hat (bin froh, dass ich überhaupt mein Zimmer gefunden habe) und die Tethering-Verbindung übers iPhone ist zu instabil für unser Redaktionssystem.

(Und zu allem Überfluss bombardiert mich Vodafone auch noch mit Textnachrichten mit der Aussage, dass ich meine Data-Roaming-Allowance schon lange überschritten habe…)

Kurzum: Technik, die begeistert.

Deshalb vorerst auf diesem Weg die Ergebnis-Tabellen:

Top-25 Fakultäten

Lebenswerk-Ranking – die Top-250 Forscher, gemessen an Publikationen seit Karrierebeginn

Aktuelle Forschungsleistung - die Top-100 Forscher, gemessen an ihren Publikationen seit 2007

Unter-40-Ranking - die Top-100 der Volkswirte, die jünger sind als 40

Auslandsökonomen – die Top-100 der deutschsprachigen Volkswirte im nicht deutschsprachigen Ausland

Top-Emeriti

Alles weitere folgt morgen.

Nachtrag: Halleluja, es hat doch noch geklappt. Die Links zu den Tabellen sind jetzt auch auf Handelsblatt.com verfügbar, mein Text über die Ranking-Ergebnisse taucht hier gleich hoffentlich ebenfalls auf. Ich geh jetzt schlafen.
.
Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/04/handelsblatt-vwl-ranking-2011/feed/ 2
“Das ABC der Wirtschaftskrisen” – gleich im Radio http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/31/das-abc-der-wirtschaftskrisen-gleich-im-radio/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/31/das-abc-der-wirtschaftskrisen-gleich-im-radio/#comments Wed, 31 Aug 2011 14:56:17 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638613 Heute mach ich mal etwas eher Feierabend… In ein paar Minuten setze ich mich auf mein Brompton und radel quer durch London ins Western House der BBC – dort haben die Kollegen von DRadio Wissen ein Studio für mich gemietet.

Ab 18 Uhr deutscher Zeit bin ich dann zu Gast in der “Redaktionskonferenz” des mit dem Grimme Online-Award ausgezeichneten Senders.

Eineinhalb Stunden reden wir über das “ABC der Wirtschaftskrisen”.

Fragen und Feedback könnt ihr über die Facebook-Seite von DRadio wissen stellen, oder auch über Twitter an mich (Daumen drücken, dass ich im Studio auch  Internet-Zugang habe)  oder die DRadio-Kollegen tweeten.

Übrigens kriegt ihr in der Sendung auch einen Einblick in meinen Musikgeschmack – ich durfte nämlich die Songs auswählen…

Bis gleich.

Update: Ich war im “Western House” der BBC offenbar der erste Nutzer des Gäste-WLANs ever. Zumindest das hat geklappt. Oder der Rest auch gelungen ist, kann man auf der Webseite der Kollegen von DRadio Wissen auch nachhören.

.
Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/31/das-abc-der-wirtschaftskrisen-gleich-im-radio/feed/ 12
Weissgarnix macht dicht – schade! http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/28/weiisgarnix-macht-dicht-schade/ http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/28/weiisgarnix-macht-dicht-schade/#comments Sun, 28 Aug 2011 22:28:07 +0000 Olaf Storbeck http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638591 Ich lese gerade beim “Wirtschaftswurm” (ja, das Blog heisst wirklich so), dass Thomas Strobl sein sehr erfolgreiches Blog “Weissgarnix” zumachen will.

Auf Nachfrage bei Twitter schickten mir “wuschelig” und Stephan Dörner den Link zum entsprechenden Post: es stimmt, am 9. September verschwindet “weissgarnix”.

Ist mir ja glatt entgangen, das ist ja echt ein Ding.

Thomas schrieb vor über einem Monat dazu:

“Wenn es am besten ist, soll man bekanntlich aufhören – eine Maxime, deren Einhaltung nicht ganz gelungen scheint, denn für mich persönlich liegen die besten Zeiten dieses Blogs bereits einige Monate zurück. Aber besser spät als nie, daher werde ich Weissgarnix in Kürze beenden, genauer gesagt: am 9. September, zu diesem Termin habe ich zumindest den Hostingvertrag gekündigt.

Statt einem langen warum und wieso: Ich sehe einfach nichts mehr, für das sich der Aufwand lohnen würde. Die Diskussionen drehen sich im Kreis, alte Themen erscheinen lediglich im neuen Gewand, alles was gesagt werden musste, wurde gesagt.

Wer einzelne Inhalte des Blogs aufheben will, soll sie sich bis zum 9.9. runterladen. Ob und wie lange sie danach noch verfügbar sein werden, kann ich nicht sagen.

Ich bedanke mich bei allen Lesern und Kommentatoren für die Aufmerksamkeit und die Treue während der letzten dreieinhalb Jahre.”

Wir waren zwar oft nicht der gleichen Meinung, und in der Target2-Debatte habe ich mich auch mal richtig über Thomas geärgert, aber deswegen muss er doch nicht gleich komplet in den Sack hauen. :-)

Schade, Schade!

Was passiert mit den ganzen Co-Autoren, die bei Weissgarnix schreibe? Wenn ihr eine neue Heimat sucht, hier seid ihr willkommen!

Der Wirtschaftswurm macht nur seine Blogroll zu- und gibt dabei eine nette Übersicht über die restlichen deutschen Wirtschaftsblogs.
.
Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

]]>
http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/28/weiisgarnix-macht-dicht-schade/feed/ 7