Moral frisst die Rendite

An der Börse sollten Anleger für alle Fälle gewappnet sein. Bild: dpa

Was machen Sie eigentlich mit ihrem Depot, wenn die Aktienkurse doch mal wieder fallen? Also so richtig fallen? Nicht nur um ein paar Pünktchen, wie es zuletzt wegen der Angst um die Zahlungsunfähigkeit der USA geschehen ist. Was tun Sie, wenn es mal wieder kracht? Bleiben Sie drin und sagen sich ‚ich vertraue auf meine Bluechips, die berappeln sich bald wieder’? Oder verlassen Sie fluchtartig den Markt und denken sich ‚Aktien, ich hab’s doch immer gewusst, alles Teufelszeug!’?
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Die Sehnsucht nach der DDR-Police

DDR-Versicherungsschein. Bild: www.geld.de

DDR-Versicherungsschein. Bild: www.geld.de

Es gibt viele Gründe, weshalb wir uns die DDR nicht zurückwünschen sollten: Die Mauer, die die Bürger in ihrem eigenen Land einsperrte, die Stasi, die sie bespitzelte und die Planwirtschaft, die nicht nur im Privaten für Entbehrungen sorgte, sondern den Fortschritt des ganzen Landes bremste. Doch aller Kritik zum Trotz, in diesen Tagen dürften sich einige Ex-DDR-Bürger über ein Produkt aus Sozialismuszeiten doch sehr freuen: Ihre alte Wohngebäude- oder Hausratversicherung.
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Verbraucher misstrauen dem Finanzmarkt

Verbrauchern fehlt das Vertrauen. Bild: dpa

Verbrauchern fehlt das Vertrauen. Bild: dpa

Glauben Sie auch, dass in der Finanzbranche nicht alles mit rechten Dingen zugeht? Dass es Anbieter und Produkte gibt, die Verbraucher täuschen und schädigen können? Dann befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Denn das sagten jetzt auch zwei Drittel der Befragten in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ifas.

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Chinas Stellenanzeige für Hacker

Die "Einheit 61398" sucht talentierten Computernachwuchs.

Die “Einheit 61398″ sucht talentierten Computernachwuchs.

Einer unabhängigen Nachrichtenwebsite ist ein faszinierender Fund gelungen: Eine Stellenanzeige für Informatik-Absolventen mit Chinas Volksbefreiungsarmee als potenziellem Arbeitgeber. Das chinesische Militär steht derzeit unter Verdacht, ganze Spionagefeldzüge gegen amerikanische Datennetze gestartet zu haben. » weiterlesen

Das Handy des Diktators

 

Links neben dem Papierstapel ist das Smartphone von Kim Jong-Un zu entdecken. Bild: afp

Wenn ein bekanntes Staatsoberhaupt ein bestimmtes Produkt bevorzugt, kann das gute Werbung sein. Ich denke da beispielsweise die Ironman-Digitaluhren von Timex, die seinerzeit oft an Bill Clintons Handgelenk zu sehen waren. Doch derzeit tut Samsung alles, um nicht mit einem bestimmten Handy in Verbindung gebracht zu werden: dem von Kim Jong-Un.  » weiterlesen

Verstaatlicht die private Altersvorsorge!

Gesundheitsminister Daniel Bahr ist der Namenspate des neuen Versicherungsprodukts “Pflege-Bahr”. Bild: dapd

Zum neuen Jahr beglücken uns Politik und Versicherungswirtschaft mit einem neuen Produkt. Nach Riester- und Rürup-Rente ist es diesmal der nach dem FDP-Gesundheitsminister benannte Pflege-Bahr. Eine private Pflegezusatzversicherung, die der Staat mit einer jährlichen Zulage von 60 Euro fördert.

Es mag sinnvoll sein, für den Pflegefall vorzusorgen. Allerdings sind die Erfahrungen mit solchen staatlich alimentierten Privatversicherungen eine ziemliche Katastrophe. Als überzeugter Anhänger der Marktwirtschaft fällt es mir schwer, das zu sagen. Noch schwerer fällt es, nach dem Staat zu rufen.

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Die Ökonomie des Fußballs II: Geld setzt sich durch

Vor zwei Wochen schrieb mein Kollege Olaf Storbeck an dieser Stelle über die EM-Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).  In einer statistischen Studie hatten die Forscher gezeigt, wie eng der Marktwert eines Fußball-Teams und dessen Erfolg zusammenhängen – und deshalb vorhergesagt, dass das Finale Spanien (mit 658 Mio. € das teuerste Team) gegen Deutschland (das zweitteuerste Team, 459 Mio. €) sein wird. Genauso hatten die Volkswirte von UniCredit argumentiert.

Im bisherigen Verlauf der EM hat sich der Mechanismus, dass die Mannschaften mit dem höchsten Marktwert am weitesten kommen, wieder einmal klar bestätigt, wie DIW Berlin-Chef Gert Wagner, Michael Mutz und Jürgen Gerhards (beide: FU Berlin) nun zufrieden in einem Zwischenfazit feststellen. Hätte man tippen sollen, wer jeweils das Viertelfinale erreicht – man hätte sich pro Gruppe nur die beiden jeweils teuersten Mannschaften herauspicken müssen und in sieben von acht Fällen richtig gelegen.

Einzige Ausnahme: Die Griechen, die beim Marktwert mit schlappen 83 Mio. auf dem vorletzten Platz liegen, und deren 23 Spieler zusammen gerade einmal so viel kosten wie das Duo Gomez/Schweinsteiger. Sie sind der einzige verbliebene David, der Strohhalm Hoffnung für all die, die – wie ich – am Fußball vor allem das Underdog-Dasein lieben; die ein Zweitligaspiel im Morast einer Business-Lounge vorziehen; die lieber alle zwei Jahre auf- und absteigen als sich als Serienmeister zu langweilen; die nichts dagegen haben, ein 1-0 mit einer schnurgeraden 9er-Abwehrkette nach hause zu schaukeln; und die Anfang Juni zehn Euro auf Griechenland als Europameister gesetzt haben, weil es dafür den 116-fachen Gewinn gibt. Schade nur, dass die Griechen dafür jetzt ausgerechnet die Deutschen aus dem Turnier kegeln müssten…

Auch die DIW-Forscher hoffen, dass der Grundsatz “Geld gewinnt” am Ende nicht eins-zu-eins zutreffen wird, damit die Deutschen die Spanier vielleicht doch noch einmal schlagen:

Was aber für einen nicht prognostizierten Europameister spricht, ist die vergleichs-weise große Rolle des Zufalls. Im Vergleich zu anderen Sportarten werden im Fußball insgesamt sehr wenige Tore geschossen, so dass ein Treffer schon den Sieg bedeuten kann; eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter wie die im Spiel England gegen die Ukraine oder ein auf Grund schlechter Platzverhältnis-se versprungener Ball kann eine Partie entscheiden. Mit etwas Unterstützung durch den zwölften Mann namens „Zufall” hat die Mannschaft von Jogi Löw also eine gute Chance.

Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Ein Fußball (Foto: Anton via Wikipedia)

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich.

Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird – weil die Mannschaft rund 30% mehr wert ist als die von Chelsea. Das DIW Berlin hat mit dieser Methode bereits dreimal die Sieger von Europa- und Weltmeisterschaften richtig vorhergesagt.

Die diesjährige Champions-League-Saison aber hat die Grenzen dieses rein ökonomischen Denkens aufgezeigt.

Das schöne an der Volkswirtschaftslehre ist allerdings, dass sie für fast alles einen Erklärungsrahmen liefert – nicht nur dafür, warum die Bayern eigentlich hätten gewinnen müssen sondern auch dafür, warum die Mannschaft gestern  drei von sechs Elfmetern verschossen hat. » weiterlesen

Champions League: Warum Bayern gewinnen wird

Die Münchener Allianz-Arena (Foto: Andreas Steinhoff via Wikipedia)

Um gleich vorweg zu sagen: Nein, ich bin kein Bayern-Fan. Zumindest nicht mehr, seitdem ich mein sechstes Lebensjahr hinter mich gebracht habe. Mein Herz schlägt in Deutschland für den geilsten Klub der Welt, und in England für den Verein, an dessen Stadion ich zweimal täglich vorbeiradele.

Und ich bin Ökonom. Und als solcher wage ich die Prognose, dass der Pokal am Samstag in München bleiben wird.

Warum? Nicht, weil Bayern im eigenen Stadion spielt. Sondern weil die Münchener  ganz rational und rein ökonomisch betrachtet die bessere Mannschaft auf dem Platz stehen haben. Gemessen an ihrem aktuellen Transferwert.

Die laut Kicker wahrscheinliche Startaufstellung der Bayern hat laut Transfertmarkt.de einen Marktwert von 290.5 Millionen Euro. Die Spieler des FC Chelsea dagegen sind zusammen schlappe 30 Prozent weniger Wert – sie bringen zusammen nur 202,5 Millionen Euro auf die Waage. Selbst, wenn statt dem alternden Stürmerstar Drogba der teure und bisher chronisch erfolglose Fernando Torres auflaufen sollte, steigt der Marktwert von Chelsea nur auf 235 Millionen Euro. » weiterlesen