Einer unabhängigen Nachrichtenwebsite ist ein faszinierender Fund gelungen: Eine Stellenanzeige für Informatik-Absolventen mit Chinas Volksbefreiungsarmee als potenziellem Arbeitgeber. Das chinesische Militär steht derzeit unter Verdacht, ganze Spionagefeldzüge gegen amerikanische Datennetze gestartet zu haben. » weiterlesen
Archiv der Kategorie: Sonstiges
Das Handy des Diktators
Wenn ein bekanntes Staatsoberhaupt ein bestimmtes Produkt bevorzugt, kann das gute Werbung sein. Ich denke da beispielsweise die Ironman-Digitaluhren von Timex, die seinerzeit oft an Bill Clintons Handgelenk zu sehen waren. Doch derzeit tut Samsung alles, um nicht mit einem bestimmten Handy in Verbindung gebracht zu werden: dem von Kim Jong-Un. » weiterlesen
Verstaatlicht die private Altersvorsorge!

Gesundheitsminister Daniel Bahr ist der Namenspate des neuen Versicherungsprodukts “Pflege-Bahr”. Bild: dapd
Zum neuen Jahr beglücken uns Politik und Versicherungswirtschaft mit einem neuen Produkt. Nach Riester- und Rürup-Rente ist es diesmal der nach dem FDP-Gesundheitsminister benannte Pflege-Bahr. Eine private Pflegezusatzversicherung, die der Staat mit einer jährlichen Zulage von 60 Euro fördert.
Es mag sinnvoll sein, für den Pflegefall vorzusorgen. Allerdings sind die Erfahrungen mit solchen staatlich alimentierten Privatversicherungen eine ziemliche Katastrophe. Als überzeugter Anhänger der Marktwirtschaft fällt es mir schwer, das zu sagen. Noch schwerer fällt es, nach dem Staat zu rufen.
Schmerzfreie Geldbußen
Europas mächtigste Bank HSBC muss in den USA die Rekordstrafe von 1,9 Milliarden Dollar zahlen, weil das Geldhaus Drogenbaronen und Terrorfinanzierern bei der Geldwäsche geholfen hat. Aber eigentlich kommt das Institut damit noch immer ziemlich billig davon. » weiterlesen
Die Ökonomie des Fußballs II: Geld setzt sich durch
Vor zwei Wochen schrieb mein Kollege Olaf Storbeck an dieser Stelle über die EM-Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In einer statistischen Studie hatten die Forscher gezeigt, wie eng der Marktwert eines Fußball-Teams und dessen Erfolg zusammenhängen – und deshalb vorhergesagt, dass das Finale Spanien (mit 658 Mio. € das teuerste Team) gegen Deutschland (das zweitteuerste Team, 459 Mio. €) sein wird. Genauso hatten die Volkswirte von UniCredit argumentiert.
Im bisherigen Verlauf der EM hat sich der Mechanismus, dass die Mannschaften mit dem höchsten Marktwert am weitesten kommen, wieder einmal klar bestätigt, wie DIW Berlin-Chef Gert Wagner, Michael Mutz und Jürgen Gerhards (beide: FU Berlin) nun zufrieden in einem Zwischenfazit feststellen. Hätte man tippen sollen, wer jeweils das Viertelfinale erreicht – man hätte sich pro Gruppe nur die beiden jeweils teuersten Mannschaften herauspicken müssen und in sieben von acht Fällen richtig gelegen.
Einzige Ausnahme: Die Griechen, die beim Marktwert mit schlappen 83 Mio. auf dem vorletzten Platz liegen, und deren 23 Spieler zusammen gerade einmal so viel kosten wie das Duo Gomez/Schweinsteiger. Sie sind der einzige verbliebene David, der Strohhalm Hoffnung für all die, die – wie ich – am Fußball vor allem das Underdog-Dasein lieben; die ein Zweitligaspiel im Morast einer Business-Lounge vorziehen; die lieber alle zwei Jahre auf- und absteigen als sich als Serienmeister zu langweilen; die nichts dagegen haben, ein 1-0 mit einer schnurgeraden 9er-Abwehrkette nach hause zu schaukeln; und die Anfang Juni zehn Euro auf Griechenland als Europameister gesetzt haben, weil es dafür den 116-fachen Gewinn gibt. Schade nur, dass die Griechen dafür jetzt ausgerechnet die Deutschen aus dem Turnier kegeln müssten…
Auch die DIW-Forscher hoffen, dass der Grundsatz “Geld gewinnt” am Ende nicht eins-zu-eins zutreffen wird, damit die Deutschen die Spanier vielleicht doch noch einmal schlagen:
Was aber für einen nicht prognostizierten Europameister spricht, ist die vergleichs-weise große Rolle des Zufalls. Im Vergleich zu anderen Sportarten werden im Fußball insgesamt sehr wenige Tore geschossen, so dass ein Treffer schon den Sieg bedeuten kann; eine Fehlentscheidung des Schiedsrichter wie die im Spiel England gegen die Ukraine oder ein auf Grund schlechter Platzverhältnis-se versprungener Ball kann eine Partie entscheiden. Mit etwas Unterstützung durch den zwölften Mann namens „Zufall” hat die Mannschaft von Jogi Löw also eine gute Chance.
Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt
Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich.
Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird – weil die Mannschaft rund 30% mehr wert ist als die von Chelsea. Das DIW Berlin hat mit dieser Methode bereits dreimal die Sieger von Europa- und Weltmeisterschaften richtig vorhergesagt.
Die diesjährige Champions-League-Saison aber hat die Grenzen dieses rein ökonomischen Denkens aufgezeigt.
Das schöne an der Volkswirtschaftslehre ist allerdings, dass sie für fast alles einen Erklärungsrahmen liefert – nicht nur dafür, warum die Bayern eigentlich hätten gewinnen müssen sondern auch dafür, warum die Mannschaft gestern drei von sechs Elfmetern verschossen hat. » weiterlesen
Champions League: Warum Bayern gewinnen wird
Um gleich vorweg zu sagen: Nein, ich bin kein Bayern-Fan. Zumindest nicht mehr, seitdem ich mein sechstes Lebensjahr hinter mich gebracht habe. Mein Herz schlägt in Deutschland für den geilsten Klub der Welt, und in England für den Verein, an dessen Stadion ich zweimal täglich vorbeiradele.
Und ich bin Ökonom. Und als solcher wage ich die Prognose, dass der Pokal am Samstag in München bleiben wird.
Warum? Nicht, weil Bayern im eigenen Stadion spielt. Sondern weil die Münchener ganz rational und rein ökonomisch betrachtet die bessere Mannschaft auf dem Platz stehen haben. Gemessen an ihrem aktuellen Transferwert.
Die laut Kicker wahrscheinliche Startaufstellung der Bayern hat laut Transfertmarkt.de einen Marktwert von 290.5 Millionen Euro. Die Spieler des FC Chelsea dagegen sind zusammen schlappe 30 Prozent weniger Wert – sie bringen zusammen nur 202,5 Millionen Euro auf die Waage. Selbst, wenn statt dem alternden Stürmerstar Drogba der teure und bisher chronisch erfolglose Fernando Torres auflaufen sollte, steigt der Marktwert von Chelsea nur auf 235 Millionen Euro. » weiterlesen
Die seltsame Geheimniskrämerei der ESMT und Stefan Reichelsteins
Es war eine ziemlich peinliche Nachricht, die die private Berliner Business School ESMT gestern bekanntgeben musste: Der Stanford-Professor Stefan Reichelstein, der eigentlich in weniger als drei Wochen die Führung der Hochschule übernehmen sollte, kommt doch nicht. Ende Januar hatte Reichelstein seinen Vertrag unterschrieben, im März hatte er sich in Berlin den Mitarbeitern vorstellt.
Auf die Frage nach den Gründen für diesen Schritt schwieg sich die ESMT gestern hartnäckig aus. Gebetsmühlenartig wurde der Satz wiederholt, Reichelstein habe “nach Abwägung aller Faktoren dafür entschieden, weiterhin für die Stanford Graduate School of Business tätig zu sein”. Für alles weitere verwies man mich mehrfach in Berlin ausdrücklich direkt an Reichelstein: “Das kann er ihnen nur selbst erklären.”
Und was macht Stefan Reichelstein? Er schrieb mir heute morgen folgende E-Mail:
“Ich habe mit den ESMT-Verantwortlichen abgesprochen, dass alle externen Anfragen hinsichtlich der Gründe für meinen Nichtantritt an die Abteilung für Presse-und Öffentlichkeitsarbeit der Schule verwiesen werden.
Sie werden insofern hoffentlich Verständnis dafür haben, dass ich Ihnen in dieser Angelegenheit nicht weiterhelfen kann.”
Ehrlich gesagt hält sich mein Verständnis in Grenzen – das habe ich allen Beteiligten heute auch schon mitgeteilt.
Ich fühle mich, ganz ehrlich gesagt, ziemlich auf den Arm genommen. » weiterlesen
Vor dem Champions-League-Finale in München: Wirtschaftswunder Bundesliga?
Wer mir bei Twitter folgt, konnte es live miterleben: Als eingefleischter Schalke-Fan habe ich das DFB-Pokalfinale am Samstag in Berlin mit sehr gemischten Gefühlen gesehen, zumal ich vor einem Jahr beim Schalker Pokalgewinn selbst in der Kurve stand.
Aber ich muss gestehen: Es war ein tolles Fußballspiel, und am Ende siegte bei mir die Schadenfreude über die Blamage Bayern Münchens über den Missgunst eines weiteren Erfolgs für die Mannschaft unserer Lokalrivalen aus Lüdenscheid-Nord.
Nächsten Samstag findet in München das nächste Spitzenspiel statt, Bayern tritt im Champions-League-Finale im eigenen Stadion gegen Chelsea an. Die wirklich schwierige und immens wichtige Frage, wen ich als Schalke- und Arsenal-Fan an dem Abend unterstütze, will ich hier nicht weiter diskutieren. Sondern die Frage, ob die Begegnung auch ein Aufeinandertreffen von zwei verschiedenen Geschäftsmodellen des Profifußballs ist.
Auf der seinen Seite stehen die vergleichsweise solide wirtschaftenden Bundesliga-Vereine, in denen dank der “50 plus 1-Regel” Investoren nicht die Mehrheit übernehmen können – auf der anderen Seite die Premier-League-Clubs, die das Hobby- und Prestigeprojekt gelangweilter Oligarchen (Chelsea) und Ölscheichs (Man City) sind. » weiterlesen
Ein Blick durch die Wirtschaftsblogs
Vor ein paar Wochen habe ich ausführlich mit Florian Semle geskypt – er recherchierte in Sachen Wirtschaftsblogs und interviewte mich dazu.
Sein erster Text ist jetzt online – und sehr lesenswert: Die deutschen Wirtschaftsblogs (Teil 1): Wie Blogs die ökonomische Debatte beeinflussen
Sein Fazit lautet:
Was heute noch in einer Nische diskutiert wird, könnte in naher Zukunft zu einem wesentlichen Bestandteil der ökonomischen Debatte und Agenda werden, wie es in angelsächsischen Ländern heute schon der Fall ist.
Wollen wir es hoffen.
Update: Die anderen beiden Teile der Artikel-Serie sind jetzt auch online.





