Bequemer Sündenbock EU

GurkeAn diesem Samstag können wir ein denkwürdiges Jubiläum feiern. Vor genau 25 Jahren trat die “Verordnung Nr. 1677/88 EWG” in Kraft, besser bekannt – und berüchtigt – als Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union. Penibel reglementierte sie unter anderem, dass Gurken der Handelsklasse “Extra” künftig nur noch eine Krümmung von zehn Millimetern auf einer Länge von zehn Zentimetern aufweisen durften.

Diese Verordnung half nicht nur, die Maße von Salatgurken zu standardisieren, sie machte auch Karriere als Symbol für eine ausufernde Regelungswut der EU, die die Mitgliedsstaaten mit unsinnigen und bürokratischen Standards überzieht. » weiterlesen

Ahnungslos beim Online-Shopping

Einkaufen im Internet – scheinbar einfach, doch es gibt Risiken. Bild: dpa

Was wissen Sie eigentlich zum Thema Online-Shopping? Kennen Sie sich aus? Also, so richtig? Bestimmt haben Sie auch schon mal im Internet „Jetzt kaufen“ angeklickt. Doch das allein ist nichts Besonderes, denn diese Erfahrung teilen Sie mit 86 Prozent der Deutschen. » weiterlesen

Deutsche Doppelmoral beim Steuerbetrug

Hochkonjunktur hat die Schattenwirtschaft bei Malerarbeiten. Bild: dpa

Mit den Steuern ist das so eine Sache. Eigentlich zahlt sie ja niemand gerne. Besonders die Einkommensteuer, da nimmt sich der Fiskus einfach einen großen Batzen, ohne dass der Bürger „Stop!“ sagen oder durch das persönliche Konsumverhalten Einfluss nehmen kann.

Sie wollen keine Hundesteuer zahlen? Kein Problem, verzichten Sie auf den Vierbeiner. Sie wollen keine Tabaksteuer zahlen?  Hören Sie auf zu rauchen. Aber Einkommensteuer? Wohl niemand (hoffentlich niemand) kündigt seinen Job, um sich vor der Einkommensteuer zu drücken. » weiterlesen

Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch eigentlich sind natürlich die Möbel viel beeindruckender. Da stehen sie, wie beim Original liebevoll in komplett eingerichtete Wohn- und Schlafzimmer zusammengestellt. Viele alte Bekannte sind dabei: Hemnes beispielsweise, Pax, Ivar und natürlich Billy.
Willkommen beim gefälschten Ikea in Peking. 

Eine vertraute Folge von fensterlosen Beispielzimmern: falsches Ikea in Peking.

Eine vertraute Folge von fensterlosen Beispielzimmern: falsches Ikea in Peking.

Konkurrenz ist das wichtigste Prinzip der Marktwirtschaft – und wer mit seiner Idee nach China geht, muss sich auf reichlich Wettbewerb gefasst machen. Anders als in Mitteleuropa machen die Angreifer jedoch nicht brav am Gartenzaun halt. Genau genommen machen sie vor so ziemlich gar nichts halt.
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Finger weg vom schmutzigen Bargeld!

Selbst auf druckfrischen Scheinen sollen sich Bakterien tummeln. Bild: dpa

Selbst auf druckfrischen Scheinen sollen sich Bakterien tummeln. Bild: dpa

Geld stinkt nicht, sagt der Volksmund. Geld ist schmutzig, sagt das Kreditkartenunternehmen Mastercard. Dabei stützt es sich auf die Zustimmung von mindestens 51 Prozent der Deutschen. So viele seien laut einer Untersuchung davon überzeugt, dass „kein Alltagsgegenstand so unhygienisch ist wie Banknoten und Münzen“. Nicht einmal den Kontakt mit Rolltreppenhandläufen scheuen sie mehr, so Mastercard.

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Chinas Stellenanzeige für Hacker

Die "Einheit 61398" sucht talentierten Computernachwuchs.

Die “Einheit 61398″ sucht talentierten Computernachwuchs.

Einer unabhängigen Nachrichtenwebsite ist ein faszinierender Fund gelungen: Eine Stellenanzeige für Informatik-Absolventen mit Chinas Volksbefreiungsarmee als potenziellem Arbeitgeber. Das chinesische Militär steht derzeit unter Verdacht, ganze Spionagefeldzüge gegen amerikanische Datennetze gestartet zu haben. » weiterlesen

Wer traut noch dem britischen Pfund?

Das britische Pfund ist heimlich, still und leise in eine Vertrauenskrise gerutscht. Grund: Das Königreich hat seinen Nimbus als sicherer Hafen verloren.

George Soros hatte 1992 mit einer großangelegten Spekulationskampagne das britische Pfund aus dem damaligen Europäischen Währungssystem gedrängt und damit die Basis für seinen Ruhm als Hedge-Fonds-Manager gelegt. Sein Coup brachte ihm den etwas dubiosen Ehrentitel, „der Mann, der die Bank von England knackte“ ein. Vor kurzem wurde Soros gefragt, ob er heute wieder gegen das Pfund wetten würde. Seine Antwort: „Das tun die Märkte bereits“.

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Die Banker, ihre Boni und das Gefängnis

Banker sollen bei ihren Boni nicht mehr aus dem Vollen schöpfen. Bild: dpa

Banker-Boni auf der einen Seite, Verlustgeschäfte auf der anderen. Schon lange ist klar, dass die Anreize bei der Vergütung von Bankern völlig falsch gesetzt werden. Kurzfristige Erfolge werden belohnt, langfristige Fehlentscheidungen und Verluste aber nicht bestraft. Aus der Politik und von den Instituten selbst kommen nun interessante Vorschläge, um die Finanzjongleure an die Leine zu nehmen.

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Im Paradies für Keynesianer

Brasiliens Megacity Sao Paulo.

Ich reise gerade mit einer Journalistengruppe durch Brasilien. Vorgestern haben wir das einzige Atomkraftwerk des Landes in Angra dos Reis, in der Nähe von Rio, besucht. Es liegt wirklich sehr idyllisch – umgeben von Palmen, Strand und Bergen. Zwei Reaktoren liefern Strom nach Rio. Interessant ist die Geschichte des noch nicht fertigen dritten Reaktors.

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Das chinesische Datenwunder

Nun liegt Chinas Wachstum im Gesamtjahr 2012 also bei 7,8 Prozent. Mal wieder genau auf dem Zielwert – das sind wir von China gewöhnt. Trotzdem, oder eigentlich gerade deshalb, wurde ich stutzig, als Statistiker Ma Jiantang heute auf der großen BIP-Pressekonferenz die Zahl nannte.

Denn im Oktober hatte sich ein bekannter, bestens vernetzter Ökonom von einer führenden staatlichen Uni in meinem Beisein verquasselt. „Ich denke, das Wachstum in diesem Jahr liegt eher bei 7,5 Prozent“, hat der grauhaarige Wissenschafts-Veteran gesagt. „Das sollte am Jahresende auch draufstehen. Außer, die drehen mal wieder dran.“

Hat China nun an der Statistik gedreht?  » weiterlesen