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	<title>Handelsblog &#187; Lindauer Nobelpreisträgertreffen</title>
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	<description>Zur Unterwanderung des wirtschaftlichen Sachverstands</description>
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		<title>Wie war&#8217;s in Lindau? Handelsblatt-Fellows berichten</title>
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		<pubDate>Sun, 28 Aug 2011 20:45:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konjunktur]]></category>
		<category><![CDATA[Lindauer Nobelpreisträgertreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Lindau]]></category>
		<category><![CDATA[Nobelpreisträgertagung]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum dritten Mal konnten wir als Medienpartner des Lindauer Ökonomie-Nobelpreisträgertreffens Nachwuchsforscher nominieren, die dann als &#8220;Handelsblatt Fellows&#8221; an den Bodensee gereist sind. Das Programm war im vergangenen Herbst im Handelsblatt und in unserem Ökonomie-Newsletter ausgeschrieben. Wir konnten 25 Forscher vorschlagen, &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/28/wie-wars-in-lindau-handelsblatt-fellows-berichten/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zum dritten Mal konnten wir als Medienpartner des Lindauer Ökonomie-Nobelpreisträgertreffens Nachwuchsforscher nominieren, die dann als &#8220;Handelsblatt Fellows&#8221; an den Bodensee gereist sind.</p>
<p>Das Programm war im vergangenen Herbst im Handelsblatt und in unserem Ökonomie-Newsletter ausgeschrieben. Wir konnten 25 Forscher vorschlagen, von denen 16 den Auswahlprozess des wissenschaftlichen Kuratoriums überstanden.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 404px"><a href="http://www.flickr.com/photos/redfalo/6090231016/sizes/o/in/photostream/"><img src="http://farm7.static.flickr.com/6202/6090231016_e3d939186c_z.jpg" alt="" width="394" height="276" /></a><p class="wp-caption-text">Lindauer Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen: Handelsblatt Fellows 2011</p></div>
<p>Am Donnerstag abend trafen wir uns alle &#8211; gemeinsam mit dem Nobelpreisträger Edmund Phelps &#8211; an der Uferpromenade in Lindau zu einem gemeinsamen Abendessen. Dabei habe ich dieses Gruppenbild gemacht.</p>
<p><strong>vordere Reihe, von links:</strong></p>
<p><a href="http://ideas.repec.org/f/ple431.html">Stefanie Lehmann</a> (Uni Bonn), <a href="http://www.iwh-halle.de/asp/person.asp?kdl&amp;Lang=d">Katja Drechse</a>l (IWH Halle), Lisa Herzog (Oxford), <a href="http://wiwi.uni-giessen.de/ma/dat/Tillmann/Cornelia_D%FCwel/">Cornelia Düwel</a> (Uni Gießen / Bundesbank) <a href="http://www.haas.berkeley.edu/Phd/community/students/weber_michael.html">Michael Weber</a> (Berkeley)</p>
<p><strong>mittlere Reihe, von links</strong></p>
<p><a href="http://www.prim.uni-freiburg.de/ojekte/pdfs/se-cv-2010">Sebastian Ebert</a> (Uni Bonn), <a href="http://www.economics.ox.ac.uk/index.php/staff/lakner/">Christoph Lakner </a>(Oxford), Maria Gerhardt (Universität Gent/CEPS), <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/f-about/f3aboutifo/50ifostaff/_ifocv_bauernschuster_s">Stefan Bauernschuster</a> (Ifo Institut, München) , Jan Starmans (HU Berlin)</p>
<p><strong>hintere Reihe, von links:</strong></p>
<p><a href="https://sites.google.com/site/meyermoritz/profile">Moritz Meyer</a> (EUI Florenz), Edmund Phelps (Columbia, Nobelpreisträger 2006), <a href="http://www.ifm.eng.cam.ac.uk/people/vmm25/">Vivian Mohr</a> (Cambridge), <a href="http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/profs/schuendeln/Czura.html">Kristina Czura </a>(Universität Frankfurt),  <a href="http://www.econ.uzh.ch/faculty/findeisen.html">Sebastian Findeisen</a> (Universität Zürich), <a href="http://www.hwwi.org/en/about-us/team/research-team-member/jana-stoever/short-description.html">Jana Stöver</a> (HWWI Hamburg), Dominique Shure (Oxford, nicht im Bild)</p>
<p>Hier ein paar Eindrücke der Handelsblatt-Fellows:</p>
<p><span id="more-638576"></span></p>
<p><a href="http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/f-about/f3aboutifo/50ifostaff/_ifocv_bauernschuster_s">Stefan Bauernschuster</a> (Ifo Institut)</p>
<blockquote><p>&#8220;Die oft enorme politische Relevanz der präsentierten Forschung hat mich schwer beeindruckt und eine Mischung aus Bewunderung, Demut, aber auch Motivation hinterlassen.</p>
<p>Es war toll, einmal die Menschen hinter diesen großen Namen zu sehen.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.wiwi.uni-frankfurt.de/profs/schuendeln/Czura.html">Kristina Czura </a>(Uni Frankfurt):</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Nobelpreisträger Treffen in Lindau bot eine einzigartige Möglichkeit, mit Studenten und Forschern aus über 60 Ländern und den unterschiedlichen Teilbereichen der Wirtschaftswissenschaften über aktuelle wirtschaftliche Fragestellungen und die Zukunft der Disziplin zu diskutieren.</p>
<p>Ganz besonders spannend war es, die Meinungen der Nobelpreisträger zu hören. Auch wenn sie selbst nur wirklich Spezialisten in einem kleinen Bereich der Wirtschaftswissenschaften sind, erwartet man von ihnen bahnbrechende Antworten zu allen möglichen Fragen.</p>
<p>Doch auch Nobelpreisträger kennen nicht alle Antworten, hinterfragen eigene Ansätze und versuchen so aktuelle Fragen und Entwicklungen zu verstehen.</p>
<p>Besonders inspirierend war für mich die Rede von Joseph Stiglitz, in der er Probleme mit angewandten Modellen identifiziert hat, Richtungen zur Verbesserung dieser Modelle aufgezeigt hat, wie die stärkere Einbeziehung von Anreizstrukturen und Heterogenität von Markteilnehmern in makroökonomische Modelle, und vor allem an die Aufgabe der Wirtschaftswissenschaften als Sozialwissenschaft erinnert hat.</p>
<p>Somit solle man an eine bessere Welt glauben und mit der Forschung einen Beitrag zur Steigerung des Wohlergehens aller Menschen und Gesellschaften leistet.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://wiwi.uni-giessen.de/ma/dat/Tillmann/Cornelia_D%FCwel/">Cornelia Düwel</a> (Uni Gießen / Bundesbank)</p>
<blockquote><p>&#8220;Lindau war ein fantastisches Erlebnis, was nicht nur an der Präsenz der Nobelpreistraeger lag. Die besten Gepräche über gemeinsame oder ganz unterschiedliche Forschungsthemen, die Stolpersteine und Erfolgserlebnisse wissenschaftlichen Arbeitens und über Nobelpreisträger konnte ich mit den anderen jungen Forschern führen, die ich in Lindau kennenlernte. Dabei spielten Nationalität und &#8221;Forschungsalter&#8221; keinerlei Rolle, die Atmosphäre war unschlagbar.</p>
<p>Besonders gelungen fand ich den grossen Dinner-Abend in der Inselhalle, bei dem, der cleveren Tischzuordnung geschuldet, sich die verschiedenen Gruppen an Gästen vermischen konnten. So hatte ich das Glück, mich mit einer &#8220;Größe&#8221; meines Forschungsgebiets austauschen zu koennen.</p>
<p>Dass schließlich auch noch die Person hinter dem Nash-Equilibrium auftrat, und Joseph Stiglitz ein Appell für mikrofundierte Makroökonomie abgab &#8211; ein Thema, das meine Forschung bestimmt &#8211; führe dazu, dass ich die Tage in Lindau in unvergesslicher Erinnerung behalten werde.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.prim.uni-freiburg.de/ojekte/pdfs/se-cv-2010">Sebastian Ebert</a> (Uni Bonn)</p>
<blockquote><p>&#8220;Höhepunkt war für mich das Abendessen am Tisch von Myron Scholes. Mit seinen Arbeiten habe ich sehr viel Zeit verbracht.</p>
<p>Mir haben sich die Persönlichkeiten der Laureaten, deren Mimik, Gestik und Stimme, sehr gut eingeprägt. Wenn man die Autoren eines Artikels erlebt hat, gestaltet sich auch das Lesen lebhafter und ich meine, man versteht sie besser.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.econ.uzh.ch/faculty/findeisen.html">Sebastian Findeisen</a> (Uni Zürich):</p>
<blockquote><p>&#8220;Es wird wohl nur einmal im Leben so sein, dass man so vieler seiner Intellektuellen Helden in drei Tagen sieht. Bemerkenswert war auch die sehr entspannte Atmosphäre bei den Abendveranstaltungen &#8211;  fast wie ein Ferienlager für Ökonomen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Lisa Herzog (Oxford)</p>
<blockquote><p>&#8220;Es war unglaublich spannend, viele verschiedene Teilnehmer aus aller Welt mit ihren unterschiedlichen Forschungsgebieten kennenzulernen. Allerdings war auch auffällig (und vielleicht ein bißchen beunruhigend), dass es kaum noch möglich zu sein scheint, in allen Teilbereichen der Ökonomie wenigstens grundlegende Kenntnisse zu haben. Wie jemand so schön sagte: &#8220;Being a researcher means knowing everything &#8211; about nothing.&#8221; Das macht den Austausch bei solchen Tagungen dann umso wichtiger&#8230;</p>
<p>Mein persönliches Highlight war die Diskussion mit Joseph Stiglitz am Freitag nachmittag. Er hat ein unglaubliches Talent dafür, das &#8220;big picture&#8221; zu sehen, und zu vermitteln, wie verschiedene Probleme zusammenhängen, und man z.B. die Frage nach Wechselskursen und Zinssätzen nicht losgelöst von der Zusammensetzung der Bevölkerung und ihren Einkommensarten betrachten kann.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.economics.ox.ac.uk/index.php/staff/lakner/">Christoph Lakner </a>(Uni Oxford):</p>
<blockquote><p>&#8220;Das tollste Erlebnis für mich war das Abendessen mit den Nobelpreisträgern am Mittwoch. Ich saß bei Dale Mortensen am Tisch und wir hatten eine faszinierende Diskussion zu aktuellen Themen und seiner Forschung. Er war auch sehr an meiner eigenen Forschung interessiert, die sehr nah an seinem Fachbereich liegt.</p>
<p>Das besondere an der Tagung war für mich, dass bestimmte Gelegenheiten (nachmittägliche Diskussionsgruppen, Abendessen am Mittwoch oder der Handelblatt-Dinner) ganz für das Zusammentreffen zwischen Young Economists und Nobelpreisträgern reserviert waren.</p>
<p>Bei anderen Veranstaltungen, die ich in der Vergangenheit schon besucht hatte, waren die Nobelpreisträger eher für sich.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://ideas.repec.org/f/ple431.html">Stefanie Lehmann</a> (Uni Bonn):</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Veranstaltung war wirklich großartig und ein einzigartiges Erlebnis. Insbesondere hat es mich beeindruckt, wie selbstverständlich und persönlich der Umgang zwischen Nobelpreisträgern und Teilnehmern war und das es viele Möglichkeiten gab, mit diesen ins Gespräch zu kommen und über deren, aber auch über die eigene Forschung zu diskutieren.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.ifm.eng.cam.ac.uk/people/vmm25/">Vivian Mohr </a>(Cambridge)</p>
<blockquote><p>&#8220;Lindau ist bereits durch seine Konzentration von spannenden Menschen aus der ganzen Welt und das abwechslungsreiche Programm auf allerhöchstem Niveau in dieser Form einzigartig Mein persönlicher Höhepunkt war ein Dinner mit Sir James Mirrlees, bei dem das Gespräch von der Entwicklung Chinas über wie Wirtschaftswissenschaften bis zum Euro reichte. Noch mehr Möglichkeiten für solch informellen Austausch würden das Programm noch besser machen.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.hwwi.org/en/about-us/team/research-team-member/jana-stoever/short-description.html">Jana Stöver</a> (HWWI Hamburg):</p>
<blockquote><p>Ich habe unglaublich viel Motivation für meine eigene Forschung aus den Tagen in Lindau ziehen können und das einzigartige Setting am See hat natürlich ein Übirgens dazu beigetragen. Besonders waren selbstverständlich die Preisträger selbst mit ihren Vorträgen, vor allem aber auch die Diskussionen in den kleineren Nachmittags-Sessions.</p></blockquote>
<p><a href="http://www.haas.berkeley.edu/Phd/community/students/weber_michael.html">Michael Weber</a> (Berkeley):</p>
<blockquote><p>Das Lindau-Motto aufgreifend denke ich, dass &#8216;inspire and connect&#8217; sicherlich im Vordergrund der Veranstaltung standen und besonderer Hervorhebung bedürfen.</p>
<p>Die Vorträge Laureaten und die Gespräche mit ihnen waren sicherlich nicht nur für mich Höhepunkte der Tage in Lindau und können einen zusätzlichen Schub für eigene Forschungsvorhaben geben.</p>
<p>Mein persönliches Highlight war das Dinner am Mittwoch Abend, bei dem ich direkt gegenüber von Peter Diamond saß und über meine Forschung sprechen konnte. Am Ende bat er mich, ihm einen Draft von dem Projekt zuzusenden.</p>
<p>Einzigartig war die  Veranstaltung auch wegen dem Austausch mit den anderen jungen Ökonomen aus der ganzen Welt. So konnte ich etwa Kontakt zu einem Wissenschaftler bei der Bank of Pakistan knüpfen, der Zugang zu Daten hat, die vielleicht für ein Forschungsvorhaben interessant sein könnten.</p></blockquote>
<p>.<br />
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</span></span></p>
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		<title>Warum mich die Wulff-Rede enttäuscht hat</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/24/warum-mich-die-wulff-rede-enttauscht-hat/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Aug 2011 08:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lindauer Nobelpreisträgertreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Lindau]]></category>
		<category><![CDATA[Nobelpreisträgertreffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade hat Bundespräsident Christian Wulff das 4. Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen in Lindau eröffnet &#8211; mit einer aus meiner Sicht ziemlich enttäuschenden Rede. Ziemlich viele Phrasen, und die normale deutsche wirtschaftspolitische Orthodoxie, aber keine wirklich neuen, konstruktiven Ideen. Hier ein paar der schönsten &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/24/warum-mich-die-wulff-rede-enttauscht-hat/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade hat Bundespräsident Christian Wulff das 4. Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen in Lindau eröffnet &#8211; mit einer aus meiner Sicht ziemlich enttäuschenden Rede.</p>
<p>Ziemlich viele Phrasen, und die normale deutsche wirtschaftspolitische Orthodoxie, aber keine wirklich neuen, konstruktiven Ideen.</p>
<p>Hier ein paar der schönsten Phrasen:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nun klaffen in den öffentlichen Kassen Löcher, wertvolles Saatgut wurde verzehrt, statt fruchtbaren Boden zu bestellen. Politik mit ungedeckten Wechseln auf die Zukunft ist an ihr Ende gekommen.&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Die Versündigung an der jungen Generation muss ein Ende haben.&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Vertrauen ist schwer zu erarbeiten, aber schnell zu zerstören.&#8221;</p></blockquote>
<blockquote><p>&#8220;Eines der Grundprinzipien der Marktwirtschaft ist: Risiko und Haftung gehen Hand in Hand.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wulff erinnerte zwar daran, dass erste die europäische Einigung nach dem zweiten Weltkrieg Frieden und Wohlstand gebracht hat und wir uns dieser Errungenschaften täglich bewusst ein sollten. Aber er sagte auch: Solidarität bedeutet nicht, dass man für andere zahlt.</p>
<p>Eurobonds hält Wulff für falsch, weil man ja schließlich auch als Privatmann nicht für jeden Verwandten eine Kreditbürgschaft übernehmen würde und jeder seine Probleme alleine lösen solle. Die Ankäufe von Staatsanleihen durch die EZB sei &#8220;politisch und rechtlich fragwürdig&#8221; und sollten daher so schnell wie möglich wieder eingestellt werden. (Wulff machte sich nicht die Mühe zu diskutieren, ob diese Ankäufe vielleicht ökonomisch sinnvoll sind.)</p>
<p>Richtig schräg ist Wulffs Argument, der Ankauf von Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt durch Notenbanken sei teurer als auf dem Primärmarkt &#8211; weil dabei Banker Provisionen verdienen würden. Tatsächlich ist es in der derzeitigen Lage günstiger, weil die Staatsanleihen der Krisenstaaten an den Finanzmärkten mit einem deutlichen Preisabschlag gehandelt werden.</p>
<p>Etwas hilflos finde ich seinen Appell, dass die Politik wieder die Initiative ergreifen sollte. Wulff sagte:</p>
<blockquote><p>&#8220;Statt klare Leitplanken zu setzen, lassen sich Regierungen immer mehr von den globalen Finanzmärkten treiben. Immer öfter treffen sie eilig weitreichende Entscheidungen kurz vor Börsenöffnung, anstatt den Gang der Dinge längerfristig zu bestimmen. Dies trifft unsere Demokratien in ihrem Kern.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das klingt gut, aber was hieße es konkret? Wenn das Finanzsystem und / oder die Währungsunion vor dem Durchglühen steht, gibt es keine Alternative zu diesen eiligen Entscheidungen. Wer in solchen Situationen versuchen würde, &#8220;den Gang der Dinge langfristig zu bestimmen&#8221;, erlebt schneller als ihm lieb ist, dass Keynes Recht hatte &#8211; &#8220;langfristig sind wir alle tot.&#8221;</p>
<p>Dass die irrlichternde Politik Deutschlands maßgeblich dazu beigetragen hat, die Panik an den Finanzmärkten zum überkochen zu  bringen, und dass mit diesen nächtlichen Krisensitzungen ein Totalzusammenbruch des Finanzsystems vermieden wurde, scheint Wulff nicht zu verstehen.</p>
<p>.<br />
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</span></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Attac ist auch da</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/23/attac-ist-auch-da/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/23/attac-ist-auch-da/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 17:51:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lindauer Nobelpreisträgertreffen]]></category>
		<category><![CDATA[Lindau]]></category>
		<category><![CDATA[Nobelpreisträgertreffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute abend habe ich mich beim Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen noch schnell meine Akkreditierungsunterlagen abgeholt &#8211; und nicht schlecht gestaunt über die Plakate, die an der gewaltigen Mauer direkt gegenüber der Lindauer Inselhalle hingen: Auch die Globalisierungsgegner von Attac  heißen die Ökonomie-Nobelpreisträger in &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/23/attac-ist-auch-da/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute abend habe ich mich beim Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen noch schnell meine Akkreditierungsunterlagen abgeholt &#8211; und nicht schlecht gestaunt über die Plakate, die an der gewaltigen Mauer direkt gegenüber der Lindauer Inselhalle hingen: Auch die Globalisierungsgegner von Attac  heißen die Ökonomie-Nobelpreisträger in Lindau willkomen &#8211; auf ihre Art und Weise.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://farm7.static.flickr.com/6200/6073928258_fe07f39dcf.jpg"><img class=" " src="http://farm7.static.flickr.com/6200/6073928258_fe07f39dcf.jpg" alt="" width="400" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Shame on you &#039;nobel&#039; economists&quot;</p></div>
<p>Ich selbst sehe ja die etablierte Volkswirtschaftslehre ebenfalls <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/wissenswert/leben-in-der-scheinwelt/3551402.html">nicht gerade unkritisch</a>. Für meinen Geschmack sind die Plakate etwas zu schrill und enthalten etwas zu viele Ausrufezeichen. Einige sprechen durchaus berechtigte Fragen an, zum Beispiel ob Ethik für Volkswirte ein Fremdwort ist. (Über diese Frage hat sich ja der Nobelpreisträger Amartya Sen, der nicht in Lindau dabei ist, viele kluge Gedanken gemacht.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 276px"><a href="http://farm7.static.flickr.com/6082/6073386645_2af97c5a8b.jpg"><img class=" " src="http://farm7.static.flickr.com/6082/6073386645_2af97c5a8b.jpg" alt="" width="266" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Is ethics in economic science a foreign word?&quot;</p></div>
<p>Andere erscheinen mir  - zumindest vor dem Hintergrund der Besucher, die nach Lindau gekommen sind &#8211; etwas dümmlich.</p>
<p><span id="more-638532"></span>Zum Beispiel die freundliche Begrüßung</p>
<blockquote><p>&#8220;Shame on you &#8216;noble&#8217; economists &#8211; bringing the world down with your neo-liberal theories&#8221;.</p></blockquote>
<p>Ob den Verfassern bewusst war, dass einige der schärfsten Kritiker dieser &#8220;neo-liberalen&#8221; Doktrien in Lindau sind? Joseph Stigliz ist eine Ikone der Globalisierungskritiker und <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/wissenschaft-mit-motorschaden/3010888.html">attestierte der traditionellen VWL vor drei Jahren in Lindau</a> massive Denkfehler und Schwächen. Das gleiche gilt für George Akerlof. Das Nobelpreisträgertreffen brachte die Debatte über die Irrtümer in der Mainstream-Ökonomie ins Rollen.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 510px"><a href="http://farm7.static.flickr.com/6197/6073386013_813ca2ecc4.jpg"><img src="http://farm7.static.flickr.com/6197/6073386013_813ca2ecc4.jpg" alt="Attac 3" width="500" height="333" /></a><p class="wp-caption-text">Sustainability and economic Growth? Now way?</p></div>
<p>Die<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/oekonomen-entschluesseln-die-kosten-des-suchens/3559462.html"> im vergangenen Jahr ausgezeichneten Arbeitsmarkttheorien</a> von Chris Pissarides und Dale Mortensen erklären, warum der Arbeitsmarkt kein Markt wie für Kartoffeln ist und der Preis (=Lohn) nicht allein Ungleichgewichte (= Arbeitslosigkeit) erklären kann &#8211; und die simple Botschaft, wer die Arbeitslosigkeit bekämpfen wolle, müsse die Löhne senken nicht gilt.</p>
<p>Insofern ist es falsch und unfair, die Nobelpreisträger kollektiv in Haftung zu nehmen.</p>
<p>Ich hoffe, die Attac-Leute sind klug genug, die Tagung in den nächsten Tagen reibungslos ablaufen zu lassen.</p>
<p>Ich hoffe auch, dass die Organisatoren klug genug sind, die Plakate hängen zu lassen.<br />
.<br />
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</span></span></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Edmund Phelps und der Wahn</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Aug 2011 16:22:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Lindau]]></category>
		<category><![CDATA[Nobelpreiträgertreffen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe gerade hier in Lindau auf dem Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen mein erstes Interview geführt &#8211; mit Edmund Phelps, dem Preisträger von 2006. Inhaltlich war es sehr spannend. Seine  Analyse und Politik-Empfehlungen für die USA dürften den Konservativen im Land nicht gefallen: &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/23/edmund-phelps-und-der-wahn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe gerade hier in Lindau auf dem <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/oekonomie-krisengipfel-in-lindau/4530670.html">Ökonomie-Nobelpreisträgertreffen</a> mein erstes Interview geführt &#8211; mit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Edmund_Phelps">Edmund Phelps</a>, dem Preisträger von 2006.</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><a href="http://farm7.static.flickr.com/6203/6073743742_5930b071cf_z.jpg"><img src="http://farm7.static.flickr.com/6203/6073743742_5930b071cf_z.jpg" alt="" width="384" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">Edmund Phelps: &quot;Wahn, Wahn! Überall Wahn!&quot;</p></div>
<p>Inhaltlich war es sehr spannend. Seine  Analyse und Politik-Empfehlungen für die USA dürften den Konservativen im Land nicht gefallen: Phelps spricht sich für massive Steuererhöhungen aus. Mehr in den nächsten Tagen bei Handelblatt.com.</p>
<p>Sehr lustig war das T-Shirt, das er anhatte &#8211; Phelps war vorher in Bayreuth und hat sich dort ein Shirt mit der Aufschrift &#8220;Wahn, Wahn! Überall nur Wahn!&#8221; gekauft.</p>
<p>Der Bezug zur Lage auf den Finanzmärkten ist aber nur rein zufällig.<br />
.</p>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”</a> und <a href="http://www.facebook.com/o.storbeck/"> meine Facebook-Seite</a> &#8211; ich freue mich über jedes “like”!<br />
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</span></span></p>
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