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	<title>Handelsblog &#187; Hans Werner Sinn</title>
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	<description>Zur Unterwanderung des wirtschaftlichen Sachverstands</description>
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		<title>Hans-Werner Sinn und der Ökonomenaufruf</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jul 2012 08:09:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Ökonomenaufruf]]></category>
		<category><![CDATA[Walter Krämer]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute morgen überrascht das Münchener Ifo-Institut mit einer merkwürdigen Pressemitteilung. Die Denkfabrik erklärt, Hans-Werner Sinn sei für den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung nicht verantworlich, sondern nur einer von 250 Unterzeichnern. In der &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/18/hans-werner-sinn-und-der-okonomenaufruf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute morgen überrascht das Münchener Ifo-Institut mit einer <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/e-pr/e1pz/_generic_press_item_detail?p_itemid=18826667">merkwürdigen Pressemitteilung</a>.</p>
<p>Die Denkfabrik erklärt, Hans-Werner Sinn sei für den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung nicht verantworlich, sondern nur einer von 250 Unterzeichnern.</p>
<p>In der Pressemitteilung heißt es:</p>
<blockquote><p>&#8220;In den vergangenen Tagen wurde in der Presse mehrfach geschrieben, dass Prof. Sinn den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung, der am 5. Juli auf den Online-Seiten der FAZ erschien, initiiert habe.</p>
<p>Diese Behauptung ist falsch. Der Aufruf wurde von Prof. Walter Krämer, Technische Universität Dortmund, initiiert und formuliert. Richtig ist, dass Prof. Sinn als einer von mittlerweile 250 deutschsprachigen Ökonomieprofessoren unterschrieben hat und – wie viele andere auch – Vorschläge zur Änderung des Textes gemacht hat. An der Anwerbung von Mitunterzeichnern war Prof. Sinn nicht beteiligt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Diese Erkärung ist  aus mehreren Gründen erstaunlich.</p>
<p>Vor allem, weil Walter Krämer in der E-Mail, mit der er vor der Veröffentlichung des Aufrufs um Unterschriften warb, ausdrücklich Bezug auf Sinns Mitarbeit an den Text nahm.</p>
<p>Wörtlich heißt es in der E-Mail, die Krämer am Abend des 3. Juli an zahlreiche Ökonomie-Professoren verschickte und die dem Handelsblatt vorliegt:</p>
<blockquote><p><span style="font-size: small"> &#8220;Liebe Kolleginnen und Kollegen,</span></p>
<p><span style="font-size: small">was halten Sie &#8211; was haltet Ihr &#8211; von dem beigefügten Aufruf, den ich zusammen mit H. W. Sinn (und redaktioneller Unterstützung von Manfred Deistler) verfaßt habe?</span> &#8220;<span id="more-639588"></span></p></blockquote>
<p>Aus der Adresszeile der E-Mail geht hervor, dass auch Hans-Werner Sinn selbst eine Kopie dieser E-Mail erhalten hat &#8211; vor mehr als zwei Wochen. Ob er bei Walter Krämer protestiert hat, ist nicht bekannt.</p>
<p><strong>Update:</strong> Walter Krämer hat in einer Mail an meine Kollegin Dorit Heß seine  oben zitierte Formulierung, er habe den Aufruf gemeinsam mit Sinn verfasst,  als &#8220;vielleicht etwas irreführend&#8221; bezeichnet. Zur Entstehungsgeschichte des Aufrufs schreibt Krämer:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Idee kam von mir, angeregt durch die Kollegen Deistler und Hoderlein. Mein Freund Hans-Werner Sinn war zu der Zeit nicht im Land . Ich habe ihm unaufgefordert meinen Entwurf geschickt, mit der Bitte um Kommentar, er hat ihn redigiert (und nach ihm noch viele andere, es waren etwa fünf Leute an der Endfassung beteiligt).&#8221;</p></blockquote>
<p>Auch <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/protestaufruf-der-wirtschaftsprofessoren-wir-sehen-die-bankenunion-mit-grosser-sorge-11810620.html">im ersten Bericht der FAZ </a>wird die besondere Rolle  von Sinn beim Verfassen des Aufrufs hervorgehoben. Krämer habe den Brief &#8220;zusammen mit dem Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn verfasst&#8221;, heißt es dort.</p>
<p>Auffällig ist zudem, dass sich nicht nur die inhaltiche Argumentation, sondern auch einige  Formulierungen des Aufrufs sehr eng am Wortlaut <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hans-werner-sinn-deutschland-haftet-fuer-suedeuropas-banken/6821354.html">eines Interviews bewegen, das Hans-Werner Sinn wenige Tage vor der Initiierung des Aufrufs meiner Handelsblatt-Kollegin Dorit Heß gegeben hatte</a>.</p>
<p>Dort antwortete Sinn zum Beispiel auf die Frage, ob durch der Euro durch den Brüsseler Gipfel gerettet sei:</p>
<blockquote><p>&#8220;Nein. Wall Street, die City of London und die Pariser Banken wurden gerettet</p></blockquote>
<p>Im wenige Tage später in der FAZ veröffentlichten Aufruf heißt es:</p>
<blockquote><p>&#8220;Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird statt dessen der Wall Street, der City of London – auch einigen Investoren in Deutschland &#8211; und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken.&#8221;</p></blockquote>
<p>Auf die Tatsache, dass Sinn eine besondere Rolle bei dem Ökonomen-Aufruf gespielt hat, deutet zudem die Tatsache hin, dass er am 9. Juli die Inititive in einem gemeinsam <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/oekonomen-aufruf-die-risiken-der-rettungspolitik-11814959.html">mit Krämer verfassten Text in der FAZ gegen die Kritik verteidigt hat</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Update II:</strong> Die Pressestelle des ifo Instituts hat sich in einem Kommentar hier im Blog zu Wort gemeldet und erklärt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Mit der Pressemitteilung will sich Prof. Sinn nicht von dem Aufruf distanzieren. Er möchte nur, da nun so viel Wirbel um seine Person gemacht wird, während die über 250 Mitunterzeichner vergessen werden, darauf hinweisen, dass Prof. Krämer den Aufruf initiiert hat.</p>
<p>Prof. Sinn war überrascht, dass er in der Presse in den Mittelpunkt gestellt wurde, weil er weder der erste war, mit dem Prof. Krämer Kontakt hatte, noch in irgendeiner Form bei der Anwerbung von Mitunterzeichnern für den dann in der FAZ erschienenen Text beteiligt war. Er hat aber wie andere auch einen Formulierungsvorschlag geliefert.</p>
<p>Richtig ist hingegen, dass Prof. Sinn an der gemeinsam mit Krämer verfassten Erwiderung in der FAZ federführend beteiligt war. Dadurch dass beide hier gemeinsam als Autoren wirkten, ist vermutlich der Eindruck entstanden, dass er (Sinn) auch der Initiator des ursprünglichen Textes war.</p>
<p>Prof. Sinn kannte im Übrigen die Formulierung des Rundbriefes nicht, den Sie wiedergeben, was daran gelegen haben mag, dass er zu der Zeit in den USA war und nicht immer erreichbar war.</p>
<p>Prof. Sinn war positiv überrascht, dass so viele Professoren unterschrieben hatten. Er hatte gedacht, es gehe Krämer darum, einen kleineren Kreis von Mitautoren zu finden.</p>
<p>Das alles ist keine Ex-Post-Relativierung der Unterstützung, sondern nur die einfache Wahrheit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine ähnliche Erläuterung  hat uns das Ifo-Institut heute auch auf unsere Anfrage geschickt , wir zitieren daraus in unserer morgigen Printausgabe.</p>
<p><strong>Zu guter letzt noch ein Hinweis von mir:</strong> Ich schreibe an keiner Stelle, Sinn habe sich vom Aufruf distanziert.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Sehr geehrter Herr Professor Doktor Sinn&#8230;&#8221;</title>
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		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/09/sehr-geehrter-herr-professor-doktor-sinn/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 09 Jul 2012 08:58:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Target2]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Devisenmarktbericht der Bremer Landesbank haben die beiden Volkswirte Folker Hellmeyer und Moritz Westerheide heute &#8220;Ansätze eines offenen Briefs&#8221; an Hans-Werner Sinn veröffentlicht, den ich hier im Folgenden dokumentieren möchte: &#8220;Prof. Dr. Sinn und sein Freundeskreis bemühen sich, die Stimmung &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/09/sehr-geehrter-herr-professor-doktor-sinn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im Devisenmarktbericht der Bremer Landesbank haben die beiden Volkswirte Folker Hellmeyer und Moritz Westerheide heute &#8220;Ansätze eines offenen Briefs&#8221; an Hans-Werner Sinn veröffentlicht, den ich hier im Folgenden dokumentieren möchte:</p>
<p>&#8220;Prof. Dr. Sinn und sein Freundeskreis bemühen sich, die Stimmung in der deutschen Bevölkerung vollständig europafeindlich zu gestalten.</p>
<p>• Sie verweigern jedwede Anerkenntnis der strukturellen Reformerfolge in ihrem Pamphlet. Ohnehin sind wir in Bremen anscheinend der letzte Hort sachlicher Analyse, wenn es um diese Erfolge geht.</p>
<p>• Sie verheimlichen die potentiellen Folgen einer Desintegration der Eurozone für die deutschen Beschäftigten, für den deutschen Steuerzahler, für die Stabilität der deutschen Demokratie, für die Zukunft Europas. Wer war der größte Verlierer 2009 an der Konjunkturfront? Wessen Geschäftsmodell ist exportseitig gestrickt?<span id="more-639527"></span></p>
<p>• Sie verheimlichen, dass eine Desintegration der Eurozone einer Unterordnung unter die Machtachse NY-London gleichkäme und damit einer Unterordnung unter ein Machtgefüge, das in der Gesamt- und Neuverschuldung viel prekäreren Situationen ausgesetzt sind und dank antiautoritärer Gestaltung der Finanzmärkte und der Bilanzierung für die Fehlentwicklungen der letzten 15 Jahre maßgeblich verantwortlich<br />
zeichnet.</p>
<p>• Sie stellen Zahlen in den Raum, die jeder Sachlichkeit entbehren und als propagandistisch klassifiziert werden müssen.</p>
<p>• Sie predigen indirekt Kleinteiligkeit der Nationalstaaten, nationale Ressentiments fördernd, in einer dynamischen globalisierten Welt.</p>
<p>Wir erlauben uns für Herrn Prof. Dr. Sinn und seinen Freundeskreis die positiven strukturellen Entwicklungen noch einmal darzustellen, die die Zukunftsfähigkeit der Eurozone belegen. Das gilt für die Haushaltsdefizite und es gilt für die Entwicklung der Waren- und Dienstleistungsbilanzdefizite, die bezüglich der Bewertung der Targetsaldenentwicklung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten von höchster Priorität sind.</p>
<p>Wir erlauben uns darüber hinaus, darauf zu verweisen, dass die Extrapolation von Extremwerten<br />
höchst riskant ist und akademischen Grundsätzen nicht entspricht ….</p>
<p>Werfen wir einen Blick auf die Primärhaushalte (Haushaltssaldo abzüglich Zinszahlungen auf Staatsschuld) Herr Prof. Dr. Sinn und bedenken Sie, dass wir in der Eurozone weiter reformierenund die USA und Japan den Begriff Reformen nicht buchstabieren können! Es ist also nicht nur deraktuelle Status, sondern es ist auch die Dynamik der Veränderung, die für die Eurozone sprechen.</p>
<p>Wo liegt Zukunftsfähigkeit? Als ernst zunehmenden Ökonomen sollten Ihnen diese<br />
Zusammenhänge bewusst sein, oder?</p>
<p><a rel="attachment wp-att-639528" href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/09/sehr-geehrter-herr-professor-doktor-sinn/screen-shot-2012-07-09-at-09-49-35/"><img class="alignnone size-medium wp-image-639528" src="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2012/07/Screen-Shot-2012-07-09-at-09.49.35-420x423.png" alt="" width="420" height="423" /></a></p>
<p>Schauen wir auf die gesamte Neuverschuldung, Gesamtverschuldung und Privatverschuldung.<br />
Wollen Sie wirklich Prof. Dr. Sinn, dass wir uns London und NY unterordnen?</p>
<p><a rel="attachment wp-att-639529" href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/09/sehr-geehrter-herr-professor-doktor-sinn/screen-shot-2012-07-09-at-09-50-37/"><img class="alignnone size-medium wp-image-639529" src="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2012/07/Screen-Shot-2012-07-09-at-09.50.37-420x258.png" alt="" width="420" height="258" /></a></p>
<p>Nun kommen wir zu Ihrem Lieblingsthema Target. Ja die Targetsalden setzen sich aus der Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite und der Kapitalflucht zusammen. In diesem Punkt stimme ich mit Ihnen überein. Die Kapitalflucht ist aber auch Folge der aggressivsten und hinsichtlich der dargestellten Fakten unangemessenen Spekulation in der Finanzhistorie.</p>
<p>Das Kernproblem sind die strukturellen Defizite der Waren- und Dienstleistungsbilanz. Da hat sichsehr viel getan. Wir sind um Fakten bemüht und nicht um unangebrachte Stimmungen ….</p>
<p><a rel="attachment wp-att-639530" href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/09/sehr-geehrter-herr-professor-doktor-sinn/screen-shot-2012-07-09-at-09-51-37/"><img class="alignnone size-medium wp-image-639530" src="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2012/07/Screen-Shot-2012-07-09-at-09.51.37-420x271.png" alt="" width="420" height="271" /></a></p>
<p>Schauen wir auf die strukturelle Verbesserung, die wesentlich von Exporten getrieben ist, ergo einer Veränderung der Geschäftsmodelle.</p>
<p>Bei Griechenland ist zu berücksichtigen, dass die Wirtschaft seit 2007 um 20% kollabierte. Entsprechend ist das aktuelle Exportvolumen von 51,7 Mrd. Euro (nahe dem Wert von 52,4 Mrd. Euro 2007) als nachhaltiger Beleg einer strukturellen Veränderung im Mix der Gesamtwirtschaft zu interpretieren.</p>
<p>Wie ist es möglich, über Targetsalden zu philosophieren und diese extrem bedeutenden Fakten der Gesundung der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Wird damit nicht eine unsolide Stimmungsmache gewährleistet, die den Begriff der Propaganda als Klassifizierung erlaubt? Wie sehr muss man die Eurozone hassen, um so unsachlich agieren zu können?</p>
<p><a rel="attachment wp-att-639533" href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/09/sehr-geehrter-herr-professor-doktor-sinn/screen-shot-2012-07-09-at-09-53-02-2/"><img class="alignnone size-medium wp-image-639533" src="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/files/2012/07/Screen-Shot-2012-07-09-at-09.53.021-420x263.png" alt="" width="420" height="263" /></a></p>
<p>Wenn es der Politik der Eurozone nicht gelingen sollte, die unangemessene Spekulation einzugrenzen, wird sich das konjunkturelle Bild so verschlechtern, dass die strukturellen Erfolge der Vergangenheit zu wenig Traktion entwickeln.</p>
<p>Nachdem „unsere Freunde“ erst auf die strukturellen Probleme in der Spekulation abhoben, versuchen sie nun ihrem Erfolg über die Paralyse der Investitionstätigkeit zu sichern. Es ist an der Zeit, diesen Modus zu erkennen und die notwendigen Rückschlüsse zu ziehen. „Time is running out“ – wir sind im Endspielmodus &#8211; Fehler werden hier nicht verziehen.</p>
<p>Die Eurozone verdient es, nicht auf dem Altar der Spekulation geopfert zu werden.&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Nationalistisch angehauchte Demagogie&#8221; von Hans-Werner Sinn?</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Jul 2012 10:02:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist nicht das erste Mal, dass Ifo-Chef Hans-Werner Sinn mit seinen Thesen bei Kollegen aneckt. Doch selten ist die Reaktion so heftig ausgefallen wie die des IMK-Chefs Gustav Horn, der Sinn  auf seiner Facebook-Seite der &#8220;nationalistisch angehauchten Demagogie&#8221; beschuldigt &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/02/nationalistisch-angehauchte-demagogie-von-hans-werner-sinn/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nicht das erste Mal, dass Ifo-Chef Hans-Werner Sinn mit seinen Thesen bei Kollegen aneckt.</p>
<p>Doch selten ist die Reaktion so heftig ausgefallen wie die des IMK-Chefs Gustav Horn, der Sinn  <a href="https://www.facebook.com/gustav.horn.1">auf seiner Facebook-Seite</a> der &#8220;nationalistisch angehauchten Demagogie&#8221; beschuldigt und schreibt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Er  (Sinn) will offenbar den Euro zerstören.&#8221;</p></blockquote>
<p>Anlass für Horns heftige Reaktion ist das Interview, dass <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/hans-werner-sinn-deutschland-haftet-fuer-suedeuropas-banken/6821354.html">meine Kollegin Dorit Heß mit dem Ifo-Chef geführt hat</a>. Darin sagt  Sinn unter anderem mit Blick auf die Euro-Rettung:</p>
<blockquote><p>„Es wurde ein Kesseltreiben veranstaltet. Um an unser Geld zu kommen, hat man Deutschland imperiale Gelüste vorgeworfen und uns den Hass der Völker prophezeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Horn kommentiert Sinns Äußerungen auf seiner Facebookseite so:<span id="more-639483"></span></p>
<blockquote><p>&#8220;Ich wünschte Hans Werner Sinn würde in Urlaub fahren und schweigen.</p>
<p>Es ist pure Demagogie zu behaupten deutsches Sparkapital würde zwangsweise irgendwo angelegt. Durch die Beschlüsse von Brüssel übernimmt lediglich der deutsche Steuerzahler Bürgschaften.</p>
<p>Geld fließt zunächst überhaupt nicht. Aber private Anleger aus aller Herren Länder werden nunmehr völlig freiwillig bereit sein, eher in Anleihen spanischer und italienischer Banken und denen der jeweiligen Staaten zu investieren und damit die Überwindung der Krise erleichtern.</p>
<p>Alles andere ist nationalistisch angehauchte Demagogie. Sinn will anscheinend deren Rettung nicht. Er will offenbar den Euro zerstören.&#8221;</p></blockquote>
<p>Vor Horn hatte bereits der deutsche Wirtschaftshistoriker <a href="http://personal.lse.ac.uk/ritschl/">Albrecht Ritschl</a>, der an der London School of Economics lehr, Äußerungen des Münchener Professors in Frage gestellt.</p>
<p>Ritschl reibt sich an einer Aussage, die Sinn in einem <a href="http://www.nytimes.com/2012/06/13/opinion/germany-cant-fix-the-euro-crisis.html">Gastbeitrag für die New York Times</a> gemacht hat: Dass die bereits getätigten Hilfen für Griechenland deutlich größer seien als die Hilfen, die Deutschland nach dem Krieg im Zuge des Marshall-Plans erhalten habe. Sinn schrieb in der NYT, Griechenland habe 115 Marshall-Pläne erhalten, 29 davon alleine von Deutschland.</p>
<p>Ritschl widersprach in <a href="http://www.economist.com/blogs/freeexchange/2012/06/economic-history">zwei</a> <a href="http://www.economist.com/blogs/freeexchange/2012/06/economic-history-2">Gastbeiträgen</a>, die er  im &#8220;Economist&#8221;-Blog &#8220;Free Exchange&#8221; veröffentlichte (und Sinn antwortete ebenfalls in <a href="http://www.economist.com/node/21557289">zwei</a> <a href="http://www.economist.com/blogs/freeexchange/2012/06/economic-history-3?fsrc=gn_ep">Beiträgen</a>).</p>
<p>.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<p dir="ltr">Besuchen Sie mein englisches Weblog <a href="http://economicsintelligence.com/">“Economics Intelligence”</a> und <a href="https://www.facebook.com/o.storbeck">meine Facebook-Seite</a> &#8211; ich freue mich über jedes “like”!</p>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Über „Euro-Standard Bills“, „Euro-Safe-Bonds” und “Eurobills”</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/02/28/uber-%e2%80%9eeuro-standard-bills%e2%80%9c-%e2%80%9eeuro-safe-bonds%e2%80%9d-und-%e2%80%9ceurobills%e2%80%9d/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/02/28/uber-%e2%80%9eeuro-standard-bills%e2%80%9c-%e2%80%9eeuro-safe-bonds%e2%80%9d-und-%e2%80%9ceurobills%e2%80%9d/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 09:53:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans Christian Müller</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Konjunktur]]></category>
		<category><![CDATA[Schuldenkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Target 2-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Bonds]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Ideen-Palette zum Thema Euro-Bonds ist seit gestern um einen Vorschlag reicher: In ihrem neuen Report hat die „European Economic Advisory Group“ (eine Gruppe von acht Forschern um Ifo-Chef Hans-Werner Sinn und KOF-Chef Jan-Egbert Sturm) sogenannte „Euro-Standard Bills“ zur Diskussion &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/02/28/uber-%e2%80%9eeuro-standard-bills%e2%80%9c-%e2%80%9eeuro-safe-bonds%e2%80%9d-und-%e2%80%9ceurobills%e2%80%9d/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ideen-Palette zum Thema Euro-Bonds ist seit gestern um einen Vorschlag reicher: In ihrem neuen Report hat die <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/page/portal/ifoHome/B-politik/70eeagreport/_publeeagintro?item_link=eeag-group-intro.htm" target="_blank">„European Economic Advisory Group“</a> (eine Gruppe von acht Forschern um Ifo-Chef Hans-Werner Sinn und KOF-Chef Jan-Egbert Sturm) sogenannte <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/pls/portal/docs/1/1215245.PDF" target="_blank">„Euro-Standard Bills“</a> zur Diskussion gestellt. Sie sollen es möglich machen, die positiven Merkmale der Euro-Bonds zu nutzen, die negativen aber zu vermeiden.</p>
<p>Zuvor hatten andere Forscher-Gruppen bereits ähnliche Vorschläge gemacht – und ihnen lustige Namen gegeben: So etwa <a href="http://www.voxeu.org/index.php?q=node/7375" target="_blank">Christian Hellwig/ Thomas Philippon mit ihren „Euro-Bills“</a> und <a href="http://www.voxeu.org/index.php?q=node/7121" target="_blank">Markus Brunnermeier et al. mit ihren „Euro-Safe-Bonds“</a>.</p>
<p><span id="more-639132"></span>Die Idee der Eurobonds unterscheidet sich fundamental von der derzeitigen Politik der Rettungspakete: So versucht man in der EU gerade, den angeschlagenen Staaten mit teuren „einmaligen“ Milliarden-Zuschüssen und –Bürgschaften zu helfen, ihre Zinsen zu senken – in der Hoffnung, danach wieder den Status Quo herstellen zu können, bei dem alle selbst für ihre Schulden verantwortlich sind. Mit Eurobonds würden dagegen alle gemeinsam – und auf  Dauer &#8211; füreinander haften, indem sie gemeinsame Staatsanleihen ausgeben: Eine Politik, die erstmal billiger, aber in der Zukunft möglicherweise riskanter wäre – zumal die reichen Staaten nicht mehr die Möglichkeit hätten, die Reissleine zu ziehen.</p>
<p><strong>Die Vorteile der Eurobonds:</strong></p>
<ol>
<li>Die angeschlagenen Staaten müssten für neue Kredite viel weniger Zinsen zahlen – und hätten so eine Chance, sich zu sanieren.</li>
<li> Staatsanleihen würden wieder zur sicheren Anlageklasse: Das fatale Problem, dass aus den Null-Risiko-Staatsanleihen vieler Staaten plötzlich hochriskante Zocker-Papiere geworden waren, wäre beseitigt. Letzteres hatte viele Banken in der Eurozone (größtenteils unverschuldet) erst illiquide und dann fast insolvent gemacht &#8211; weil große Teile ihrer Vermögenswerte aus Anleihen ihrer Heimatstaaten bestanden.</li>
</ol>
<p><strong>Die Nachteile:</strong></p>
<ol>
<li> Wirtschaftlich solide Staaten wie Deutschland müssten für ihre Schulden höhere Zinsen zahlen.</li>
<li> Staaten mit mangelnder fiskalpolitischer Disziplin könnten Trittbrett fahren – und weiterhin hohe Schulden anhäufen. Denn das wäre ja dann wieder billiger.</li>
</ol>
<p>Die drei Vorschläge für modifizierte Euro-Bonds versuchen nun, einen Weg zu finden, zumindest den zweiten Nachteil auszuschließen. Dabei haben alle den gleichen Grundgedanken: Die Staaten sollen „gerechtfertigte“ Kredite zu niedrigen (EU-weit einheitlichen) Zinsen aufnehmen können, „ungerechtfertigte“ jedoch nur zu hohen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass laxe Disziplin bestraft wird, echte Anstrengungen aber gefördert. Vorgeschlagen wird jeweils, neue Europa-Anleihen gemeinsam als neue, sichere Anlageklasse anzubieten – und im Falle einer Staatspleite bevorzugt zu bedienen.</p>
<p>Wie so etwas umgesetzt werden könnte – und welche Schulden eigentlich gerechtfertigt wären und welche nicht &#8211; darüber gehen die Meinungen aber auseinander:</p>
<p><strong><a href="http://www.voxeu.org/index.php?q=node/7121" target="_blank">Euro-Safe-Bonds</a>:</strong> Brunnermeier et al. empfehlen, dass eine gemeinsame Organisation den Eurostaaten Schulden im Wert von jeweils 60 Prozent der Wirtschaftsleistung abnehmen – und diese am Kapitalmarkt als neue Anlage anbieten soll. Für diese Anleihen (insgesamt 5,5 Billionen Euro) bürgen dann alle Staaten gemeinsam, so dass die Zinsen sinken (und die Ratingagenturen ein schönes „AAA“ draufkleben). Für alle Schulden, die die Staaten darüber hinaus haben, haften die einzelnen Länder dann alleine. Die Botschaft: Bis 60 Prozent ist alles in Ordnung, danach wird es teuer. Das dürfte die Staaten dann ausreichend disziplinieren, trotz gemeinsamen Bonds nicht Trittbrett zu fahren, so die Hoffnung.</p>
<p><a href="http://www.voxeu.org/index.php?q=node/7375" target="_blank"><strong>Euro-Bills:</strong></a> Hellwig und Philippon schlagen vor, dass eine EU-Behörde zu einem bestimmten Stichtag beginnt, gemeinsame einjährige Anleihen auszugeben, deren Erlöse dann den Staaten zur Verfügung gestellt werden. Die Summe wird pro Staat auf zehn Prozent der Wirtschaftsleistung begrenzt – und alle Staaten, die nicht wie versprochen konsolidieren, werden an die kurze Leine genommen und im nächsten Jahr vom Handel ausgeschlossen. Die Staaten müssten den Rest ihrer Schulden dann teuer über eigene Langfrist-Anleihen finanzieren.</p>
<p><a href="http://www.cesifo-group.de/portal/pls/portal/docs/1/1215245.PDF" target="_blank"><strong>Euro-Standard-Bills:</strong></a> Die European Economic Advisory Group setzt ebenfalls auf Kurzfrist-Anleihen. Anders als bei Hellwig und Philippon sollen aber keine gemeinsamen, sondern weiterhin individuelle Anleihen ausgegeben werden. Diese sollen allerdings dadurch für Anleger attraktiv gemacht werden, dass sie strengen einheitlichen Regeln unterliegen sowie bevorzugt bedient, durch einen Pfand (Immobilien oder Steuereinnahmen) besichert und auf einen bestimmten Prozentsatz der Wirtschaftsleistung begrenzt werden. Abhängig von der Bonität der einzelnen Länder ergäben sich dann zwar trotzdem Unterschiede bei den individuellen Zinsraten, erwarten Sinn und seine Kollegen – doch anders lasse sich das Problem des Trittbrettfahrens nicht in den Griff bekommen.</p>
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		<title>Update der Target2-Leseliste</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/28/update-der-target2-leseliste/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Jul 2011 10:58:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target 2-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target2]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war längst überfällig: Meine Leseliste zur Target2-Debatte musste dringend überarbeitet werden &#8211; in den vergangenen Wochen ist jede Menge neue Literatur dazu erschienen. (Ich selbst habe ehrlich gesagt langsam ein bisschen die Lust an dem Thema verloren&#8230;) Die Target2-Aficionados &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/28/update-der-target2-leseliste/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es war längst überfällig: Meine Leseliste zur Target2-Debatte musste dringend überarbeitet werden &#8211; in den vergangenen Wochen ist jede Menge neue Literatur dazu erschienen. (Ich selbst habe ehrlich gesagt langsam ein bisschen die Lust an dem Thema verloren&#8230;)</p>
<p>Die Target2-Aficionados mögen mir daher die Verzögerung verzeihen, aber jetzt endlich ist es soweit. Ich habe das neue Material <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/20/nicht-sexy-aber-wichtig-leseliste-zur-target2-debatte/">in den alten Blogpost</a> eingebaut und liste es hier nochmal gesondert auf.</p>
<p><span id="more-638386"></span></p>
<p><a href="http://www.ceps.be/ceps/download/5904">&#8220;TARGET2 Unlimited: Monetary Policy Implications of Asymmetric Liquidity Management within the Euro Area&#8221;</a>, von José M. Abad, Axel Löffler  und  Holger Zemanek, CEPS Policy Brief, Juli 2011.  Eine nicht-technische, deutsche Version des Papers findet man bei der <a href="http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2011/07/target2-unlimited/?utm_source=feed&amp;utm_medium=main">Ökonomenstimme</a>,</p>
<p><a href="http://voxeu.org/index.php?q=node/6768">&#8220;A balance sheet view on TARGET – and why restrictions on TARGET would have hit Germany first&#8221;</a>, von Clemens Jobst, VoxEU.org, Juli 2011.</p>
<p><a href="http://www.gfinm.de/images/stories/workingpaper21.pdf">&#8220;Realwirtschaftliche Aspekte der gegenwärtigen Krise im Eurosystem: Ursachen, Wirkungen und Reformansätze&#8221;</a>, von Christian Fahrholz und Andreas Freytag, Working Paper on Global Financial Markets, No. 21 (Juli 2011)</p>
<p><!-- p.p1 {margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; font: 12.0px Helvetica; color: #144fae} span.s1 {text-decoration: underline} span.s2 {color: #000000} --><a href="http://www.nber.org/~wbuiter/originalsinn2.pdf">&#8220;TARGETing the wrong villain: a reply&#8221;</a>, von Willem Buiter, Ebrahim Rahbari und Jürgen Michels, Citigroup Global Economics View (Juli 2011) &#8211; Besonders bemerkenswert ist der Brief, den Sinn an Buiter geschrieben hat und den Buiter in dem Paper abdruckt. In den Brief schreibt Sinn:</p>
<blockquote><p>&#8220;Some of your allegations of what I am supposed to have said have no correspondence in my memory Is it possible that they stem from the English writings of a German blogger who masterly twisted my arguments, trying to excite as many journalists and commentators who had no time or capacity to read me in German?&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://reservedplace.blogspot.com/2011/07/right-on-target.html">&#8220;Right on target&#8221; </a>- Blogbeitrag des &#8220;Rebeleconomist&#8221;:</p>
<p><a href="http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/resserver.php?blogId=9&amp;resource=1132-WirtschaftsdienstJuliDullienSchieritz.pdf">&#8220;Die deutsche Investitionsschwäche: Die Mär von den Standortprobleme&#8221;</a>, von Sebastian Dullien und Mark Schieritz, Beitrag in der aktuellen Ausgabe des &#8220;Wirtschaftsdienst&#8221;, <a href="http://blog.zeit.de/herdentrieb/2011/07/22/schaden-uns-die-euro-hilfen_3331">im Herdentrieb hat Mark Schieritz dazu was kurzes geschrieben</a>.</p>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”</a> und <a href="http://www.facebook.com/o.storbeck/"> meine neue Facebook-Seite</a> (über “likes” freue ich mich natürlich).<br />
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</span></span></p>
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		<item>
		<title>Neuer Lesestoff für Target2-Aficionados</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/07/neuer-lesestoff-fur-target2-aficionados/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/07/neuer-lesestoff-fur-target2-aficionados/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 18:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Euro]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target 2-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Bailout]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target2]]></category>

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		<description><![CDATA[Der  anonyme, aber offenbar durchaus  kenntnisreiche Blogger &#8220;Rebeleconomist&#8221; hat einen langen Text zur Target2-Debatte veröffentlicht: &#8220;Right on Target&#8221;. Lesenswert &#8211; und zumindest teilweise überzeugend, obwohl ich seine Schlussfolgerung, Sinn habe Recht, nicht ganz nachvollziehen kann. Im Grunde sagt der Rebellenvolkswirt &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/07/neuer-lesestoff-fur-target2-aficionados/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der  anonyme, aber offenbar durchaus  kenntnisreiche Blogger &#8220;Rebeleconomist&#8221; hat einen langen Text zur Target2-Debatte veröffentlicht: <a href="http://reservedplace.blogspot.com/2011/07/right-on-target.html">&#8220;Right on Target&#8221;</a>.</p>
<p>Lesenswert &#8211; und zumindest teilweise überzeugend, obwohl ich seine Schlussfolgerung, Sinn habe Recht, nicht ganz nachvollziehen kann.</p>
<p>Im Grunde sagt der Rebellenvolkswirt das, was ich auch die ganze Zeit vertrete: Dass die Target2-Ungleichgewichte die Folge des nach wie vor nicht funktionierenden Interbankenmarktes sind &#8211; keiner traut den Banken in der Peripherie über den Weg, daher können sie sich am Interbankenmarkt nicht refinanzieren. Die Target-Salden sind die Folge.</p>
<p><span id="more-638248"></span>Zudem betont der anonyme Autor einen Punkt, auf den <a href="http://verlorenegeneration.de/2011/06/12/stealth-bailout-why-sinn-is-only-partially-right-but-things-might-be-even-worse/">Lostgen</a> schon vor Wochen hingewiesen hat &#8211; die EZB hat mit einer Aufweichung ihrer Collateral-Standards auf die Bankenkrise reagiert, der Interbanken-Markt funktioniert noch immer nicht. Interessant finde ich das Argument des VWL-Rebellens, durch die geringeren Anforderungen an die Sicherheiten würden die privaten Banken in den Peripherieländern subventioniert.</p>
<p>Die Target2-Salden spiegeln all diese Probleme wieder &#8211; aber sie stellen keinen eigenen Bailout der EZB da, wie es Sinn unermüdlich behauptet.</p>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”.</a><br />
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</span></span></p>
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		<title>Hans-Werner Sinn und ein &#8220;übermäßig aktiver Blogger&#8221;</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/25/hans-werner-sinn-ein-ubermasig-aktiver-blogger-und-schmutzige-tricks/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Jun 2011 18:00:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target 2-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Euro-Krise]]></category>
		<category><![CDATA[Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target2]]></category>

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		<description><![CDATA[Vorbemerkung: Nach meinen Posts hier und in meinem englischen Blog sowie einer Email an Hans-Werner Sinn hat dieser schnell reagiert und mir Recht gegeben. Die entsprechende Passage in seinem Paper wurde geändert, und es wurde eine Klarstellung in die Fußnote &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/25/hans-werner-sinn-ein-ubermasig-aktiver-blogger-und-schmutzige-tricks/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vorbemerkung</strong>: Nach meinen Posts hier und <a href="http://olafstorbeck.com/2011/06/25/the-dirty-tricks-of-hans-werner-sinn/">in meinem englischen Blog</a> sowie einer Email an Hans-Werner Sinn hat dieser schnell reagiert und mir Recht gegeben. Die entsprechende Passage in seinem Paper wurde geändert, und es wurde eine Klarstellung in die Fußnote hinzugefügt. Ich bin Herrn Sinn für diese schnelle Reaktion dankar und freue mich, dass der Vorwurf, ich hätte ihn falsch zitiert, aus der Welt ist. Ich habe daher den Titel meines englischen Blogs ergänzt und hier in der Überschrift den Verweis auf  &#8221;schmutzige Tricks&#8221; entfernt.</p>
<p><strong><em>&#8212; Ende der Vorbemerkung</em></strong></p>
<p>Ich habe in den vergangenen zehn Jahren immer wieder  mit Hans-Werner debattiert. Ich habe ihn dabei stets als hart in der Sache, aber fair und intellektuell ehrlich wahrgenommen. Bis jetzt.</p>
<p>In <a href="http://olafstorbeck.files.wordpress.com/2011/06/cesifo1_wp3500.pdf">der ersten Fassung</a> der <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/pls/portal/docs/1/1207360.PDF">englischen Version seines neuen Target2-Papiers</a> behauptet Sinn, ich hätte ihn <a href="http://olafstorbeck.com/2011/06/06/the-stealth-bailout-that-doesn%E2%80%99t-exist-debunking-hans-werner-sinn/">in meinem englischen Blogpost </a>missverständlich vom Deutschen ins Englische übersetzt. Fakt ist, dass ich gar nichts übersetzt habe. Ich habe ausschließlich Original-Stellen aus seinem englischen Artikel &#8220;The Stealth Bailout&#8221; zitiert.</p>
<p>Ausführlich beziehe ich dazu in meinem englischen Blog Stellung: <a href="http://olafstorbeck.com/2011/06/25/the-dirty-tricks-of-hans-werner-sinn/">&#8220;The dirty tricks of Hans-Werner Sinn (or why it looked like this, at least&#8221;</a>.</p>
<p><span id="more-638133"></span></p>
<p>Es ist nicht das erste Mal, <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/10/lekture-des-artikels-von-olaf-storbeck-ist-keinesfall-zu-empfehlen/">dass das Ifo-Institut mit halbseidenen Argumenten gegen seine Kritiker vorgeht </a>- aber das ist mit Abstand der dreisteste Versuch.</p>
<p>EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hat vor zwei Wochen mit Blick auf Sinn und seine Target2-Thesen gewarnt, in der akademischen Welt</p>
<blockquote><p>“gehen einige das Risiko ein, ihren guten Ruf zu verlieren&#8221;.</p></blockquote>
<p>Es kommt eher selten vor, dass ich mit Stark voll und ganz einer Meinung bin. Diesmal ist es aber der Fall.</p>
<p><strong>Update (26. Juni 2011): </strong>Nachdem ich Hans-Werner Sinn gestern per E-Mail darauf hingewiesen habe, dass ich nichts übersetzt habe, sondern aus seinen englischen Original-Texten zitiert habe, und um eine Korrektur und Richtigstellung bat, erhielt ich heute folgende Mail von ihm:</p>
<blockquote><p>Lieber Herr Storbeck,</p>
<p>Sie haben recht. Unsere Formulierung war missverständlich, und wir bedauern das. Dass Sie einen einzelnen Satz falsch übersetzt haben, haben wir nicht sagen wollen, aber so kann man die Passage in der Tat verstehen.  (Dass wir es aber nicht haben sagen wollen, erkennen Sie vielleicht daran, dass wir ja rätseln, welcher Satz es war, der die Debatte fehlgeleitet hat.)</p>
<p>Wir ändern das sofort auf der Homepage und bei den Mailings, die ja zum Glück noch nicht abgeschlossen sind,  und stellen auch klar, dass wir dies nicht haben sagen wollen.<br />
Mit freundlichem Gruß<br />
Hans-Werner Sinn</p></blockquote>
<p>Inzwischen heißt es <a href="http://www.cesifo-group.de/portal/pls/portal/docs/1/1207359.PDF">auf Seite Seite 54 des Papiers von Sinn und Wollmershäuser</a> in der Fußnote 50:</p>
<blockquote>
<div id="_mcePaste">&#8220;Eine frühere Version dieses Papers enthielt eine Formulierung, die so verstanden werden konnte, dass die genannte  Passage von einem Blogger wörtlich falsch übersetzt worden ist. Das war nicht gemeint.&#8221;</div>
</blockquote>
<p><a href="http://olafstorbeck.com/"><strong>Besuchen Sie mein englisches Blog &#8220;Economics Intelligence&#8221;</strong></a></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Sinn verteidigt sich</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/24/sinn-verteidigt-sich/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/24/sinn-verteidigt-sich/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 15:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dirk Hinrich Heilmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geldpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Hans Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target 2-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[EZB]]></category>
		<category><![CDATA[Hans-Werner Sinn]]></category>
		<category><![CDATA[Target2]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf einer zweieinhalbstündigen Pressekonferenz hat sich Hans Werner Sinn in Frankfurt seinen Kritikern gestellt. Dabei gab er sich konziliant und diskussionsbereit und nahm einzelne Positionskorrekturen vor, untermauerte aber seine Target-2-Kampagne mit einer ausführlichen neuen Studie. Diese wurde vor Ort im &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/24/sinn-verteidigt-sich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einer zweieinhalbstündigen Pressekonferenz hat sich Hans Werner Sinn in Frankfurt seinen Kritikern gestellt. Dabei gab er sich konziliant und diskussionsbereit und nahm einzelne Positionskorrekturen vor, untermauerte aber seine Target-2-Kampagne mit einer ausführlichen neuen Studie. Diese wurde vor Ort im Japan Center in Frankfurt als broschierter Vorabdruck verteilt und sollte heute mit letzten Korrekturen auf der Ifo-Homepage <a href="http://www.cesifo-group.de" target="_blank">www.cesifo-group.de</a> zur Verfügung stehen. Das ist bis jetzt allerdings nicht der Fall.</p>
<p><strong>Update</strong>: Sinns Papier ist inzwischen in <a href="http://www.cesifo-group.de/DocDL/IfoWorkingPaper-105.pdf">deutsch</a> und <a href="http://www.cesifo-group.de/DocDL/cesifo1_wp3500.pdf">englisch</a> online.</p>
<p><span id="more-638128"></span></p>
<p>Mit dem ersten Artikel in der &#8220;Wirtschaftswoche&#8221; im Februar habe er erst einmal Steine ins Wasser werfen wollen und sehen, welche Wellen sie schlagen würden, sagte Sinn vor rund 15 Journalisten. Damals habe er vor allem die Zahlen über die Target-2-Salden gehabt, inzwischen sei der Erkenntnisprozess aber ein gutes Stück weitergegangen und mit dem Ifo Working Paper 105  &#8221;Target-Kredite, Leistungsbilanzsalden und der Rettungsschirm der EZB&#8221; lege er in diesem neuen Thema für die Wissenschaft eine erste fundierte Analyse vor. Vorab schickt der Ifo-Chef noch ein Bekenntnis zum Euro und die Versicherung, es gehe ihm nicht um &#8220;Fundamentalkritik an der EZB&#8221;.</p>
<p>Die Geschichte des Euro lasse sich in drei Kapitel einteilen, sagt Sinn. Erstens die Phase exzessiver Kapitalströme aus Deutschland und anderen Kernländern in die Peripherieländer, zweitens (seit der Finanzkrise) die heimliche Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite der GIPS-Länder durch Target-2-Kredite und drittens die offiziellen Rettungsaktionen, sprich Griechenland-Paket, EFSF und ESM. Dieser Ablauf sei auch kein Zufall: Die EZB habe deshalb so massiv auf die Dauerlösung ESM ab 2013 gedrängt, weil bei Fortsetzung der gegenwärtigen Trends genau dann die Finanzierung über Target-2-Kredite an ihre Grenzen stoße.</p>
<p>Die EZB befinde sich heute in der Zwickmühle, warnt Sinn. Sie lasse es über die Target-2-Konten zu, dass sich die Geldemission im EZB-System immer mehr in die GIPS-Länder verlagere und biete damit den Kapitalmärkten die Stirn. Dass das nicht unbegrenzt durchzuhalten sei, habe der Versuch der Bank of England 1992 gezeigt, sich gegen die Abwertung des Pfund Sterling zu stemmen. Wenn die Geldemission zu 100 Prozent in den Peripherieländern stattfinde, könne die EZB eine weitere Finanzierung der GIPS-Länder auf diesem Wege nur noch weiter betreiben, wenn sie entweder Inflation in Kauf nehme oder Gold verkaufe oder eigene Anleihen begebe. Darum setze sie darauf, dass die Rettungsschirme die GIPS-Länder weiterfinanzierten und damit den weiteren Aufbau von Target-Schulden dieser Länder verhinderten. Sinn befürchtet nun aber, dass der ESM nach einigen Jahren an seine Kapazitätsgrenzen stößt und aufgestockt werden muss und dass er letztlich doch durch Eurobonds ersetzt wird. Dann hätten wir eín umfassendes, dauerhaftes Transfersystem in Europa.</p>
<p>Beim Einstieg in diese Politik sei die akute Finanzkrise so bedrohlich gewesen, dass die EZB keine andere Wahl gehabt habe, konzediert Sinn. Die Konstruktionsfehler im Target-2-System hätten dazu geführt, dass sich automatisch Salden aufgebaut hätten, das sei keine politische Entscheidung des Zentralbankrats gewesen. &#8220;Als die Krise ausbrach und schnell gehandelt werden musste, bevor sich die Parlamente Europas mit Hilfsaktionen befassen konnten, war es richtig und vertretbar, dass die EZB eingesprungen ist&#8221;, heißt es in dem Paper, das Sinn zusammen mit Timo Wollmershäuser geschrieben hat. Eine bewusste Politik der EZB sei das nur in dem Maße gewesen, in dem sie die Anforderungen für die Sicherheiten, die die Geschäftsbanken im Gegenzug für Zentralbankkredit zu leisten haben, immer wieder gesenkt habe. Und ohne die Vollzuteilungspolitik, mit der die EZB Banken unbegrenzt Liquidität zu niedrigen Zinsen zur Verfügung stellt, wäre die Kapitalflucht aus GIPS-Ländern in Kernländer viel kleiner ausgefallen.</p>
<p>Doch bei der Finanzierung der GIPS-Länder über das Target-2-System handele sich um eine fiskalische und nicht geldpolitische Maßnahme und darum hätten längst die Parlamente mit der Fortsetzung dieser Politik befasst werden müssen. Auf die Frage, welche Frage man den Parlamenten konkret hätte vorlegen sollen, wusste Sinn allerdings keine überzeugende Antwort. Letztlich fordert er eine Revision der EZB-Statuten: Die Stimmrechte im EZB-Rat will er nach Kapitalanteilen an der EZB  gewichten und die Regeln für das  Target-2-System so ändern, dass Salden einmal im Jahr ausgeglichen werden müssen. Auch hier gestand er allerdings ein, dass es im Moment keinen Zweck habe, die GIPS-Länder zum Saldenausgleich zu zwingen, weil sie dazu finanziell nicht in der Lage seien.</p>
<p>Was könnte also die EZB ohne Satzungsänderungen tun, um Target-2-Salden abzubauen? Die Abkehr von der Vollzuteilungspolitik werde nichts daran ändern, dass sich  Banken aus den GIPS-Ländern primär bei den Zentralbanken refinanzierten &#8211; schließlich bekämen sie auf dem Interbankenmarkt kein Geld für bezahlbare Zinsen.  Und eine Rückkehr zu höheren Sicherheitsanforderungen für die Wertpapiere, die die Geschäftsbanken bei den Zentralbanken im Gegenzug für Refinanzierungskredite einreichen, könne jederzeit wieder rückgängig gemacht werden. Das bringe also beides nichts, argumentiert Sinn. Nötig sei die Revision der EZB-Statuten. Und bis die eintrete, brauche man &#8220;eine Übergangsstrategie&#8221; &#8211; genauer wird er hier nicht.</p>
<p>Heftig diskutiert wurde auf der Pressekonferenz das Thema, inwieweit die Verlagerung der Kredit- und Geldschöpfung in die GIPS-Länder Kredite in den Kernländern wie Deutschland verdränge. &#8220;Von einer Kreditklemme ist nie die Rede gewesen&#8221;, sagte Sinn. Es gebe empirisch keine Belege dafür, dass etwa für deutsche Unternehmen Kredite knapp würden. Aber es sei nicht zu verleugnen, dass es Budgetbeschränkungen gebe und dass die Target-Forderungen der GIPS-Länder eins zu eins die Kreditnachfrage in anderen Ländern reduzierten.</p>
<blockquote><p>&#8220;Statt der Begrenzung des Geldangebots gibt es vielmehr bei gegebenem Zins eine natürliche Begrenzung der Geldnachfrage auf jenes Niveau, das durch die Wirtschaftsleistung und die Zahlungssitten eines Landes bestimmt ist, und sie ist der Grund für die Verdrängung des Zentralbankkredits.&#8221;</p></blockquote>
<p>Dabei sei es unerheblich, ob die EZB eine Vollzuteilungspolitik betreibe oder nicht. Als empirischen Beleg für die Verdrängung führt Sinn an, dass die  Geldbasis (M0) nur vorübergehend gewachsen und 2010/11 wieder auf ihren langfristigen Entwicklungspfad zurückgefallen sei.</p>
<p>Die Target-2-Salden seien also keine irrelevanten Verrechnungssalden.</p>
<p>&#8220;Vielmehr messen sie einen durch das EZB-System erzwungenen Kapitalexport von den Kernländern des Euroraums in die Länder der Peripherie, der in der Krise an die Stelle des versiegenden privaten Kapitalexports getreten ist.&#8221;</p>
<p>In eine Formel gefasst entspreche der Zuwachs der Target-Schuld eines Landes der Summe aus Leistungsbilanzdefizit und Nettokapitalexport.</p>
<p>Doch wie aussagekräftig sind die Target-2-Salden als Maß für das Risiko, das die Zentralbanken der Kernländer eingehen, tatsächlich? Kollege Stefan Ruhkamp von der FAZ bringt folgendes Beispiel zur Sprache: Was wäre, wenn die griechischen Banken allesamt Töchter in Frankfurt gründeten und statt bei der griechischen Zentralbank künftig bei der Bundesbank ihren Refinanzierungsbedarf deckten? Damit ließe sich das Target-2-Saldo Griechenlands auf Null bringen, ohne dass das Risiko im EZB-System sinken würde. Sinn gesteht daraufhin ein, das Risiko lasse sich nicht exklusiv an den Target-2-Salden festmachen.</p>
<p>Also, ziehen wir mal einen Strich drunter:</p>
<p>1. Hans-Werner Sinn belegt auf eine neue Weise, nämlich über die Entwicklung des Target-2-Systems, dass die EZB erhebliche Risiken eingegangen ist, indem sie die Geschäftsbanken der Peripherieländer seit Jahren unbegrenzt mit Liquidität versorgt hat und dafür immer schlechtere Sicherheiten entgegengenommen hat. Das wussten wir schon, auch wenn Sinns Zahlen zweifellos interessant sind.</p>
<p>2. Sinn leitet her, dass die EZB daher ein großes Interesse hatte, einen ständigen Rettungsschirm in Form des ESM zu etablieren, der die Aufgabe übernimmt, die Peripherieländer und daher ihre Banken zu stützen. Auch das leuchtet ohne den argumentativen Weg über Target 2 ein.</p>
<p>3. Sinn beharrt darauf, dass die Inanspruchnahme von Zentralbankgeld über das Target-2-System durch die GIPS-Länder die zur Verfügung stehende Kreditmenge in den Kernländern der Währungsunion reduziert, gesteht aber ein, dass das in Deutschland keinesfalls eine Kreditklemme auslöst, auch weil privates Kapital aus den GIPS-Ländern nach Deutschland fließt. Also, kein Problem für deutsche Unternehmen.</p>
<p>4. Sinn fordert, die Parlamente mit dem Problem Target 2 zu befassen und verlangt eine Änderung der EZB-Statuten, unter anderem einen jährlichen Ausgleich der Salden im Target-2-System. Nur, das ist auf Sicht zwecklos, weil die GIPS-Länder sich das Geld, um ihre Salden auszugleichen, sowieso von den Kernländern leihen müssten.</p>
<p>Fazit: So interessant die akademische Übung ist &#8211; die praktische Relevanz der Target-2-Debatte scheint mir begrenzt. Das Grundproblem war vorher bekannt: Solange wir nicht alle Banken der Euro-Zone so rekapitalisiert haben, dass sie wieder auf eigenen Beinen stehen (oder sie abgewickelt haben), werden wir die Euro-Schuldenkrise nicht lösen können.</p>
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