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	<title>Handelsblog &#187; Bruno Frey</title>
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		<title>Bruno Freys publizistischer Amoklauf gegen die Uni Zürich</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 09:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein in der Geschichte der deutschsprachigen Volkswirtschaftslehre wahrscheinlich einmaliger Vorgang: Der Züricher Ökonomie-Professor Bruno Frey hat die öffentliche Hand in der Schweiz indirekt aufgefordert, seiner eigenen Fakultät den Geldhahn abzudrehen – weil die Forschung seiner Kollegen irrelevant sei. Die Volkswirte der Universität Zürich hätten den Bezug zur Wirklichkeit verloren und lebten in einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333">Es ist ein in der Geschichte der deutschsprachigen Volkswirtschaftslehre wahrscheinlich einmaliger Vorgang: Der Züricher Ökonomie-Professor <a href="http://www.econ.uzh.ch/faculty/frey.html">Bruno Frey</a> hat die öffentliche Hand in der Schweiz indirekt aufgefordert, seiner eigenen Fakultät den Geldhahn abzudrehen – weil die Forschung seiner Kollegen irrelevant sei.</span></p>
<p><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Die Volkswirte der Universität Zürich hätten den Bezug zur Wirklichkeit verloren und lebten in einer abstrakten Modellwelt. Seine Kollegen würden unter Ausschluss der Öffentlichkeit forschen. </span></span></p>
<p><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">„Wann rebellieren die Steuerzahler?“, fragt Bruno Frey in einem vor wenigen Tagen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Wann-rebellieren-die-Steuerzahler/story/13736728">in einem Gastbeitrag für den Schweizer „Tages-Anzeiger“</a>.</span></span> Die Forschung seiner Züricher Kollegen beeinflusse die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik “sicherlich nicht”, schreibt er:</p>
<blockquote><p>“Irgendwann dürfte dies auch den Steuerzahlenden auffallen, welche die Universität finanzieren.”</p></blockquote>
<p>Der  Gastbeitrag ist nicht nur eine Generalabrechnung mit der modernen Volkswirtschaftslehre, Frey kritisiert explizit die Arbeit seiner Züricher Fakultätskollegen:</p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333"><span id="more-639297"></span></span></p>
<blockquote><p>„Viele Universitätsökonomen streben nur danach, möglichst viel in den Fachzeitschriften zu veröffentlichen – was in der Wirklichkeit vorgeht, interessiert sie hingegen wenig bis gar nicht.</p>
<p lang="de-DE">Aus diesem Grund finden sich nur noch wenige Ökonomen, die zu den wirtschaftlichen Problemen unseres Landes Stellung beziehen. Lobenswerte Beispiele dafür sind etwa Monika Bütler von der Universität St. Gallen oder Christoph Schaltegger von der Universität Luzern.</p>
<p lang="de-DE">Die Nationalökonomen der Universität Zürich hingegen sind in den wirtschafts- und finanzpolitischen Debatten fast ohne Ausnahme absent.</p>
<p lang="de-DE">Für sie sind nur die Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften wichtig. Diese werden jedoch nur von wenigen anderen Wissenschaftlern überhaupt zur Kenntnis genommen – oft sogar von gar niemandem.“</p>
</blockquote>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Diese publizistische Amoklauf gegen seine unmittelbaren Kollegen zeigt: Das Tischtuch zwischen Bruno Frey und der Uni Zürich ist zerschnitten. Der Hintergrund dürfte vermutlich die Debatte um die wissenschaftliche Arbeitsweise Freys sein, die im vergangenen Sommer ausgebrochen ist. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Damals<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/"> war bekannt geworden</a>, dass Frey systematisch und seit vielen Jahren gegen wissenschaftliche Ethik-Standards verstoßen hat. Der Professor hat <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/">in zahlreichen Fällen </a>quasi identische Arbeiten in mehreren Fachzeitschriften gleichzeitig veröffentlicht, ohne auf die anderen Arbeiten hinzuweisen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif"> In mehreren Fällen veröffentliche Frey wortwörtlich über weite Strecken identische Arbeiten unter anderen Titeln zweimal. (Einen detaillierten Vergleich verschiedener Studien gibt es <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">in dieser Tabelle.</a>) </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Nach Ansicht vieler seiner Fachkollegen hat Frey so seine eigene Publikationsliste mit unlauteren Mitteln über viele Jahre künstlich aufgebläht hat. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Solch ein Vorgehen wird auch als “Eigenplagiat” bezeichnet und ist unter Wissenschaftlern verpönt – unter anderem, weil die Ressourcen der ehrenamtlich für die Fachzeitschriften arbeitenden Fachgutachter vergeudet werden. Weil der Platz in wissenschaftlichen Fachzeitschriften begrenzt ist, verdrängen doppelt publizierte Arbeiten zudem Aufsätze von anderen Forschern &#8211; bringen aber gleichzeitig keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Wissenschaftliche Fachzeitschriften fordern in ihren internen Richtlinien daher in aller Regel, dass Forscher auf ähnliche Arbeiten verweisen. Sie verlangen zudem, dass die Forschungsergebnisse nicht schon woanders publiziert sein dürfen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif"> Das von Freys Eigenplagiaten betroffene<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/"> “Journal of Economic Perspectives” hat ihn und seine Co-Autoren öffentlich hart kritisiert</a>. Das “Journal of Economic Behavior and Organization”  hat Frey offenbar auf eine schwarze Liste gesetzt und erklärt, in Zukunft keine Aufsätze von ihm mehr zu veröffentlichen. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Eine von der Universität Zürich<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/"> eingesetzte Kommission</a>, die den ersten bekannt gewordenen Fall &#8211; die Arbeiten zum Untergang der Titanic &#8211;  untersuchte, <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/03/19/eigenplagiate-von-bruno-frey-uni-zurich-druckt-ein-auge-zu/">verurteilte das Vorgehen ebenfalls</a>. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333">Die fehlenden Querverweise auf die anderen Arbeiten seien “unangemessen” und die Autoren sollten dafür gerügt werden. Weitere Maßnahmen seien aber nicht nötig, da zu erwarten sei, dass die fehlenden Querverweise zu den anderen Arbeiten ein “einmaliges Ereignis” blieben. (Diese Einschätzung ist angesichts <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">der vielen anderen Fälle </a>aus meiner Sicht ein Witz.)</span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Gerüchte besagen, dass die Universität Zürich daraufhin den Lehrvertrag, den sie mit Frey nach dessen Emeritierung geschlossen hat, in diesem Jahr auslaufen lässt. Die Universität Zürich lässt eine Anfrage des Handelsblatts dazu trotz  Nachfragen seit mehreren Wochen unbeantwortet. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Unabhängig von den Motiven von Freys publizistischem Amoklauf gegen seine eigene Fakultät – sein Kritik geht an der Sache vorbeit. Der Vorwurf, die Arbeiten der Volkswirte der Uni Zürich seien abstrakt und würden nicht beachtet, ist schlicht absurd. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Das beste Gegenbeispiel ist Ernst Fehr – Freys Fakultätskollege ist einer der international einflussreichsten Experimental- und Neuroökonomen. Fehrs Arbeiten werden von Fachkollegen so  häufig zitiert wie die von kaum einem anderen Volkswirten aus dem deutschsprachigen Raum, und auch das Handelsblatt und andere Zeitungen berichten regelmäßig über Fehrs Forschung. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Ein anderes Beispiel ist Josef Zweimüller – der Ökonom hat in mehreren faszinierenden empirischen Arbeiten die konkreten Folgen von Arbeitsmarktpolitik untersucht. So stellte er fest, dass <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/demographie-die-oekonomie-des-kinderkriegens/3056214.html">Elterngeld-Zahlungen dazu führen, dass mehr Kinder geboren werden</a> und <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/ruhestandsrisiko-frueh-in-rente-frueh-ins-grab/3581696.html">dass Frührentner eher sterben</a>. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Bizarr ist Freys Kritik auch vor dem Hintergrund, dass er selbst  seit 1977  an der Züricher VWL-Fakultät als Professor tätig ist. Lange Zeit war er dort einer der profiliertesten und einflussreichsten Köpfe. Es ist schwer vorstellbar, dass er in all der Zeit keinerlei Einfluss auf die  Personalpolitik genommen hat. So gesehen muss Frey sich auch an die eigene Nase fassen, wenn er mit dem Kurs seiner Fakultät nicht zufrieden ist.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Zudem muss sich Bruno Frey die Frage gefallen lassen, inwieweit seine eigene Forschung die von ihm geforderten Relevanz-Standards erfüllt. Sicherlich, er hat sich nicht in abstrakten mathematischen Modellen verkünstelt. Aber waren seine eigenen Arbeiten wirklich immer so wirtschafts- und finanzpolitisch relevant, wie er es von seinen Kollegen einfordert? </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Frey hat sich zuletzt unter anderem mit der Frage beschäftigt, wer den Untergang der Titanic überlebt hat, wie glücklich Pendler und Fernsehzuschauer sind und wie Benediktinerabteien aus ökonomischer Sicht aussehen. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Keine Frage, das sind interessante und amüsante Fragen – aber sind diese Arbeiten wirklich wirtschaftspolitisch relevant? </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Was sind die besten Instrumente im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit? Was kann die Politik gegen Armut und Ungleichheit tun? Wie lässt sich das Finanzsystem krisenfest machen und Rezessionen vermeiden? Welchen Beitrag sollte die Geldpolitik zum wirtschaftlichen Wohlstand leisten? Antworten auf diese großen, wichtigen Fragen der Wirtschaftspolitik muss man in Freys Forschung mit der Lupe suchen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Ich meine das gar nicht als Vorwurf. Bruno Frey soll selbst entscheiden, wozu er forscht und welche Themen er links liegen lässt.  Seine Forschung ist oft kreativ und innovativ, ich habe oft im Handelsblatt über sie berichtet.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333">Aber Wissenschaft ist ein “trial and error”-Prozess, der von Pluralismus und vom Wettbewerb der Ideen lebt. Forscher müssen die Freiheit haben, sich ihre Fragestellungen selbst suchen zu dürfen – es muss ihnen erlaubt sein, auch Themen zu untersuchen, die nicht direkt erkennbar wirtschaftspolitisch relevant sind.  Diese Freiheit steht Bruno Frey zu – aber auch all seinen Fachkollegen.</span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”</a> und <a href="http://www.facebook.com/o.storbeck/"> meine Facebook-Seite</a> &#8211; ich freue mich über jedes “like”!</p>
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		<title>Eigenplagiate von Bruno Frey: Uni Zürich drückt ein Auge zu</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 12:23:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast ein dreiviertel Jahr hat die Universität Zürich gebraucht, um die Eigenplagiats-Vorwürfe gegen den VWL-Professor Bruno Frey untersuchen zu lassen. Jetzt liegt der Bericht der externen Kommission vor &#8211; die drei Gutachter Richard Layard, Christopher Pissarides (beide: London School of Economics) und Georg Winckler (Uni Wien) haben mindestens ein Auge zugedrückt. Sie haben offenbar nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast ein dreiviertel Jahr hat die Universität Zürich gebraucht, um die Eigenplagiats-Vorwürfe gegen den VWL-Professor Bruno Frey untersuchen zu lassen.</p>
<p>Jetzt liegt der Bericht der externen Kommission vor &#8211; die drei Gutachter Richard Layard, Christopher Pissarides (beide: London School of Economics) und Georg Winckler (Uni Wien) haben mindestens ein Auge zugedrückt.</p>
<p>Sie haben offenbar nur den ersten bekanntgewordenen Fall &#8211; die fehlenden Querverweise <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/">in vier sehr ähnlichen Papieren zum Untergang der Titanic analysiert</a>, nicht aber <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/">die zahlreichen anderen Fälle</a>.</p>
<p>Sie kommen zu folgendem Schluss: Diese fehlenden Zitate seien &#8220;unangemessen&#8221; und die Autoren sollten dafür gerügt werden. Weitere Maßnahmen seien aber nicht nötig, da zu erwarten sei, dass die fehlenden Querverweise zu den anderen Arbeiten ein &#8220;einmaliges Ereignis&#8221; blieben.</p>
<p>Das ist eine &#8211; um es vorsichtig auszurücken &#8211; sehr erstaunliche Einschätzung. Die Uni Zürich ist ihr dennoch gefolgt und betrachtet den Fall als erledigt.</p>
<p><span id="more-639227"></span>Jeder, der sich ein bisschen mit der Materie auseinandergesetzt hat, weiß: Der Titanic-Fall war nur die Spitze des Eisbergs &#8211; es gibt eine ganze anderer, ähnlicher Fälle, in denen Bruno Frey eigene Arbeiten ohne Querverweise mehrfach veröffentlicht hat.</p>
<p>In mindestens zwei Fällen wurde sogar ein über weite Strecken wortwörtlich identisches Papier zweimal veröffentlicht.</p>
<p>Mir fällt es daher schwer, die Ergebnisse von Layard, Pissarides und Winckler ernst zu nehmen. Wenn sie die anderen Fälle nicht kennen, haben sie schlampig gearbeitet &#8211; wenn sie sie kennen, ist ihr Urteil ein Witz. Aus meiner Sicht ist die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten damit erheblich beschädigt.</p>
<p>Abzuwarten bleibt, ob die Uni Zürich im Sommer den Vertrag für den eigentlich schon lange emeritierten Frey abermals verlängern wird.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eigenplagiate von Bruno Frey &#8211; weitere Fälle entdeckt</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 07:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftliche Ethik]]></category>

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		<description><![CDATA[In der heutigen Printausgabe des Handelsblatts (inzwischen auch online verfügbar) berichte ich über eine ganze Reihe weiterer Eigenplagiatsfälle beim Züricher VWL-Professors Bruno Frey. Frey war vor einigen Monaten innerhalb des Fachs in die Kritik geraten, weil er zusammen mit zwei Koautoren vier sehr ähnliche Arbeiten in Fachzeitschriften veröffentlichte, ohne auf die anderen Papiere zum gleichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Printausgabe des Handelsblatts (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/neue-eigenplagiate-bringen-zuericher-top-oekonomen-unter-druck/4600708.html">inzwischen auch online verfügbar</a>) berichte ich über eine ganze Reihe weiterer Eigenplagiatsfälle beim Züricher VWL-Professors <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey">Bruno Frey</a>.</p>
<p>Frey war vor einigen Monaten innerhalb <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html">des Fachs in die Kritik geraten</a>, weil er zusammen mit zwei Koautoren vier sehr ähnliche Arbeiten in Fachzeitschriften veröffentlichte, ohne auf die anderen Papiere zum gleichen Thema querzuverweisen.</p>
<p>Bislang hat Frey die fehlenden Zitate<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/"> als bedauerlichen Lapsus dargestellt</a>. Offenbar waren sie aber kein Einzelfall, wie die Berichte auf der <a href="http://freyplag.wikia.com/wiki/FreyPlag_Wiki">Internet-Plattform &#8220;FreyPlag Wiki&#8221;</a> nahelegen.</p>
<p><span id="more-638645"></span></p>
<p>Ich habe die dort gelisteten Beispiel  detailliert überprüft. Mein Fazit: Nicht alle, aber die meisten dort erhobenen Vorwürfe sind gerechtfertigt.</p>
<p>Einige Beispiele sind noch deutlich haarsträubender als der Titanic-Fall.  Das &#8220;European Journal of Law and Economics&#8221; hat gleich zweimal (<a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">&#8220;Problems with Publishing&#8221;</a> / <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=5">&#8220;Selfish or indoctrinated?&#8221;</a>) bereits woanders erschienene  Artikel von Frey quasi wortwörtlich nachgedruckt, ohne auf die Originalquelle zu verweisen &#8211; ein klarer Verstoß gegen die Submission Guidelines des Journals. Besonders pikant: Frey selbst gehört dem Herausgeber-Gremiums des EJLE an.</p>
<p>Ich habe die Beispiele <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">in einer umfangreichen Tabelle dokumentiert</a>. Mein Print-Artikel ist <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/neue-eigenplagiate-bringen-zuericher-top-oekonomen-unter-druck/4600708.html">hier online verfügbar</a>. Zudem diskutiere ich die einzelnen Fälle auch ausführlich <a href="http://economicsintelligence.com/2011/09/12/bruno-frey-more-cases-of-self-plagiarism-unveiled/">hier auf &#8220;Economics Intelligence&#8221;. </a><br />
.<br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Bruno-Frey-Plag-Projekt</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/29/das-bruno-frey-plag-projekt-bei-google-docs/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/29/das-bruno-frey-plag-projekt-bei-google-docs/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 10:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Debatte um angebliche weitere Eigenplagiate des Schweizer Professors Bruno Frey gewinnt an Fahrt. Im &#8220;Economic Job Market Rumour&#8221;-Forum werden etliche weitere mutmaßliche Fälle aufgelistet, zum Teil sind die &#8220;Abstracts&#8221; wortwörtlich identisch. Ich habe selbst im Moment leider nicht die Zeit, mich da im  Detail mit zu beschäftigen, aber es gibt ein Projet namens &#8220;Frey [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte um angebliche weitere <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">Eigenplagiate des Schweizer Professors Bruno Frey</a> gewinnt an Fahrt. Im &#8220;Economic Job Market Rumour&#8221;-Forum <a href="http://www.econjobrumors.com/topic/for-olaf-summary-of-all-known-plagiarism-cases-involving-bruno-frey-aug-29-2011">werden etliche weitere mutmaßliche Fälle aufgelistet</a>, zum Teil sind die &#8220;Abstracts&#8221; wortwörtlich identisch.</p>
<p>Ich habe selbst im Moment leider nicht die Zeit, mich da im  Detail mit zu beschäftigen, aber es gibt ein Projet namens <a href="http://freyplag.wikia.com/wiki/FreyPlag_Wiki">&#8220;Frey Plag&#8221;</a>, das <a href="http://freyplag.wikia.com/wiki/Nuclear_Power_Plants">Erstaunliches zu Tage fördert</a>.</p>
<p>Mehr Informationen dazu in <a href="http://economicsintelligence.com/2011/08/29/the-bruno-frey-plag-project-on-google-docs/">meinem englischen Blogpost</a>.<br />
.<br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bruno-Frey-Affäre: Das JEP nimmt kein Blatt vor den Mund</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/20/bruno-frey-affare-das-jep-nimmt-kein-blatt-vor-den-mund/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/20/bruno-frey-affare-das-jep-nimmt-kein-blatt-vor-den-mund/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 14:51:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638517</guid>
		<description><![CDATA[Der Schweizer Top-Ökonom Bruno Frey (Universität Zürich), der die Lebenswerk-Wertung des Handelsblatt-Ökonomenrankings anführt, ist innerhalb der Volkswirtschaftslehre massiv in die Kritik geraten &#8211; wegen Eigenplagiaten. (Eine Zusammenfassung der Vorwürfe hier, alle Handelsblog-Beiträge dazu gibt es hier.) Zusammen mit seinen Ko-Autoren Benno Torgler und David Savage (Queensland University of Technology) hat Frey vier mal sehr ähnliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 219px"><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:File-Bruno_Frey_2010b_crop.jpg"><img class="    " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/82/File-Bruno_Frey_2010b_crop.jpg" alt="" width="209" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">Bruno Frey (Foto: Hannes Röst, Bild via Wikipedia) </p></div>
<p>Der Schweizer Top-Ökonom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey">Bruno Frey</a> (Universität Zürich), der die <a href="http://tool.handelsblatt.com/tabelle/?id=23">Lebenswerk-Wertung des Handelsblatt-Ökonomenrankings</a> anführt, ist innerhalb der Volkswirtschaftslehre massiv in die Kritik geraten &#8211; wegen Eigenplagiaten. (Eine <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html">Zusammenfassung der Vorwürfe hier</a>, alle <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">Handelsblog-Beiträge dazu gibt es hier</a>.)</p>
<p>Zusammen mit seinen Ko-Autoren Benno Torgler und David Savage (Queensland University of Technology) hat Frey vier mal sehr ähnliche Studien in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, ohne auf die anderen Arbeiten zu verweisen.</p>
<p>Gestern abend ist die <a href="http://www.aeaweb.org/issue.php?journal=JEP&amp;volume=25&amp;issue=3&amp;mode=single">Sommer-Ausgabe</a> des &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221; erschienen, das eine der betroffenen Zeitschriften war.</p>
<p><a href="http://pubs.aeaweb.org/doi/pdfplus/10.1257/jep.25.3.239">Darin werden zwei bemerkenswerte Briefe abgedruckt</a> &#8211; das Schreiben des JEP-Herausgebers <a href="http://econ-www.mit.edu/faculty/dautor">David Autor</a> an Bruno Frey und Freys Antwort.</p>
<p>Autor nimmt kein Blatt vor den Mund.</p>
<p><span id="more-638517"></span></p>
<p>- Zur Ähnlichkeit der vier Arbeiten:</p>
<blockquote><p>&#8220;There is very substantial overlap between these  articles and your articles and your JEP publication. Indeed, to my eye, they are substantively identical.&#8221;</p></blockquote>
<p>- Zu den fehlenden Querverweisen:</p>
<blockquote><p>&#8221; Further obscuring the links among these articles is the fact that none of your four articles cites any of the other three. Had you chosen to inform us of the inform us of the JEBO and and R&amp;S articles prior to the publication of your publication of your JEP article, we would of course have no grounds for complaint.<strong> In that case, however, we would not have published your article. </strong>(highlighted by me)</p></blockquote>
<p>- Zur Bewertung des Verhaltens:</p>
<blockquote><p>&#8220;We view your publication of this substantive material in multiple journals simultaneously as <strong>a violation of the spirit of the editorial agreement</strong> with American Economic Association that you signed in the winter 2010. (&#8230;.)</p>
<p>[W] find your conduct in this matter <strong>ethically dubious and disrespectful</strong> to the American Economic Association, the Journal of Economic Perspectives and the and the JEP ’s readers.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bruno Freys Antwort fällt ziemlich zerknirscht aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;I have forwarded the letter to Benno Torgler and we well understand your very serious complaint and we both agree that you are right. It was a grave mistake on our part for which we deeply apologize.</p>
<p>It should never have happened. This is deplorable.</p>
<p>We both wish to emphasize that as senior researchers we take full responsibility. David Savage is not responsible for our mistake. Please be assured that we take all precautions and measures that this unfortunate event does not happen again, with any journal.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das sind Briefe, die man niemals schreiben und erhalten möchte. Und die man erst Recht nicht öffentlich diskutiert sehen möchte.<br />
.<br />
<span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”</a> und <a href="http://www.facebook.com/o.storbeck/"> meine Facebook-Seite</a> &#8211; ich freue mich über jedes “like”!<br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der Journalist des Handelsblatts schreibt viel Falsches&#8221;</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 20:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[Das hat Bruno Frey in einem Interview der Schweizer Gratiszeitung &#8220;20 Minuten&#8221; (&#8220;Ich habe mich zu wenig selbst zitiert&#8221;) gesagt. (Vielen Dank an Marco Hafner alias &#8220;RBK_31&#8243;, der mich über Twitter auf das Interview hingewiesen hat!). Die Kollegen von 20 Minuten haben Frey unter anderem gefragt, ob er die Aufregung übertrieben finde. Seine Antwort: &#8220;Ja. Der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 161px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Flag_of_Switzerland.svg&amp;filetimestamp=20100619080041"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/Flag_of_Switzerland.svg/600px-Flag_of_Switzerland.svg.png" alt="" width="151" height="151" /></a><p class="wp-caption-text">Die Deutschen sind doch nur neidisch auf einen erfolgreichen Schweizer, meint Bruno Frey. (Bild via Wikipedia)</p></div>
<p>Das hat Bruno Frey in einem Interview der Schweizer Gratiszeitung &#8220;20 Minuten&#8221; (<a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/23158193">&#8220;Ich habe mich zu wenig selbst zitiert&#8221;</a>) gesagt.</p>
<p>(Vielen Dank an <a href="http://twitter.com/#!/RBK_31">Marco Hafner alias &#8220;RBK_31&#8243;</a>, der mich über Twitter auf das Interview hingewiesen hat!).</p>
<p>Die Kollegen von 20 Minuten haben Frey unter anderem gefragt, ob er die Aufregung übertrieben finde. Seine Antwort:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ja. Der Journalist des deutschen Handelsblatts, der gestern breit darüber berichtete, schreibt viel Falsches. Und er bauscht mich zum Star-Ökonomen auf, damit er die nötige Fallhöhe für einen reisserischen Artikel hinkriegt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mir sind keine Fehler bekannt, und Bruno Frey hat sich diesbezüglich auch noch nicht gemeldet.<strong> Daher rufe ich alle Leser zum Fact Checking meiner Artikel auf</strong> &#8211; wer einen Faktenfehler im Zusammenhang mit Bruno Freys Titanic-Texten findet, darf mit mir &#8220;auf Schalke&#8221;.</p>
<p><span id="more-638263"></span></p>
<p>Ich habe es in meinem englischen Blog, in dem zwei Leser meine Absichten in Frage stellten und mir vorwarfen, ich wälze die Sache zu sehr aus, <a href="-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/#comments">bereits geschrieben (10. Kommentar)</a>: Mein Anspruch ist es, allen Beteiligten die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Ich mache alle relevanten Informationen, über die ich verfüge und die meine Quellen nicht als vertraulich gekennzeichnet haben, öffentlich.</p>
<p>Sollte ich falsche Dinge geschrieben haben &#8211; ich bin mir dessen nicht bewusst &#8211; sind Bruno Frey, Benno Torgler und alle Leser hier eingeladen, mich darauf hinzuweisen. Hier meine <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html">beiden</a> <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/unorthodox-kreativ-und-sehr-erfolgreich/4367880.html">Texte</a> aus der Printausgabe, und hier meine <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">deutschen</a> und <a href="http://olafstorbeck.com/category/bruno-frey/">englischen</a> Blogposts dazu &#8211; ich wünsche euch allen viel Spaß beim Fact-Checking.</p>
<p><strong>Wer einen Faktenfehler mit Blick auf Frey&#8217;s Titanic-Publikationen findet, wird von mir in meine Geburtsstadt Gelsenkirchen eingeladen,  zu einem Heimspiel des FC Schalke 04. Ich zahle das Ticket, das Bier und die Currywurst (um die Anreise müsst ihr euch selbst kümmern).</strong></p>
<p>Bislang hat sich in der Frey-Affäre niemand gemeldet, um einen Fehler in meiner Berichterstattung zu monieren. Nicht Bruno Frey, nicht Benno Torgler und auch sonst niemand.</p>
<p>Was die Bezeichnung als Starökonom betrifft: Frey liegt im Handelblatt-Volkswirte-Ranking <a href="http://tool.handelsblatt.com/tabelle/?id=23">mit seinem Lebenswerk mit einigem Abstand auf Platz eins</a>, ist <a href="http://logec.repec.org/scripts/authorstat.pf?topnum=50;item=exsoft;country=all;.cgifields=citems;sortby=td">laut Repec der deutschsprachige Volkswirt, dessen Arbeiten am häufigsten im Internet heruntergeladen werden</a> und liegt dabei weltweit auf Platz 38. Außerdem wurde <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey#Academic_honours">er mit Wissenschaftspreisen aller Form und Güte überhäuft</a>.</p>
<p>Wenn Frey im deutschen Sprachraum kein Starökonom ist, wer ist es dann? (Ja, klar, Herr Sinn, mal abgesehen von Ihnen natürlich!)</p>
<p>Bemerkenswert ist an dem 20-Minuten-Interview zudem, was Frey zum <a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf">nicht zitierten Titanic-Aufsatz von 1986</a> sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Dort ging es um eine völlig andere Fragestellung. Warum überlebten mehr Passagiere aus der ersten Klasse als aus der dritten? Weil Vermögenden damals eher geholfen wurde als Armen, lautete die Antwort. Wir hingegen wollten wissen, warum mehr Briten als Amerikaner ertranken.&#8221;</p>
<p><strong>Trotzdem hätten Sie die ältere Studie zitieren sollen.</strong><br />
&#8220;Das war alles andere als zwingend.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur ich sehe das anders &#8211; auch der MIT-Professor und &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221;-Herausgeber David Autor. Er schrieb mir mit Blick auf den Hall-Aufsatz von 1986:</p>
<blockquote><p>“The Hall paper that you cited (and which I downloaded and read yesterday) comes as unhappy news to my coeditors and me. We were not aware of that article or its overlap with Frey et al. <strong>My reading is that there is considerable overlap between Frey et al. and this 1986 paper</strong>. (&#8230;)  Frey et al. should have known about this article. It is their responsibility as scholars to fully research the literature in their field of study, and to acknowledge prior contributions accurately and fairly.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wirklich peinlich wird Freys Interview ganz am Schluss.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich frage mich, ob bei Deutschen Neid eine Rolle spielt. Dass ein Schweizer wie ich oft die Beststeller-Listen anführt, mag einigen im Nachbarstaat nicht in den Kram passen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Lieber Bruno Frey, die nationalistische Karte zu ziehen, das ist wirklich nicht ihr Ernst, oder?</p>
<p>Glauben Sie ernsthaft, mich oder einen anderen Handelsblatt-Kollegen würde interessieren, was für einen Pass Sie in der Tasche haben?</p>
<p>Hans-Werner Sinn musste sich trotz seiner westfälischen Herkunft <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/03/traktoren-targetsalden-trugschlusse-hws-hat-sich-verrannt/">schwere Kritik von mir gefallen lassen</a> (<a href="http://olafstorbeck.com/2011/06/25/the-dirty-tricks-of-hans-werner-sinn/">hier noch mehr</a>), und mein Kollege <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/der-download-krieg-der-oekonomen/2929688.html">Norbert Häring hat US-Starökonomen Steven Levitt zu Recht attakiert</a>, als dieser Schmuh betrieben hat.</p>
<p>Umgekehrt weiß nicht, wie oft ich im Handelsblatt ein Loblied auf die Volkswirte der Universität Zürich  (zum Beispiel <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/berliner-vwl-fakultaeten-verlieren-den-anschluss/3385494.html">hier</a>, <a href="http://www.econ.upenn.edu/~dkrueger/press/HBArtikel.pdf">hier</a> (peinlicherweise hatte ich damals bei der Blümlisalpstraße ein s unterschlagen) sowie die dort forschenden Professoren Frey (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/bruno-frey-der-oekonomische-grenzverletzer/2872070.html">hier</a>) und Fehr (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/wo-liegt-das-dynamit-vergraben/2710076.html">hier</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/gustav-stolper-preis-fuer-ernst-fehr/3535114.html">hier</a> und <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/wenn-volkswirte-verbotenes-tun/3248458.html">hier</a>) gesungen habe.</p>
<p>Um es ganz deutlich zu sagen: I don&#8217;t have a dog in this fight. Ich habe bislang Bruno Frey persönlich und als Wissenschaftler sehr geschätzt; und ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Volkswirtschaftslehre ihm sehr viel zu verdanken hat &#8211; vor allem mit Blick auf die Überwindung der Engstirnigkeit, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/wissenswert/leben-in-der-scheinwelt/3551402.html">unter der der neoklassische Mainstream meines Erachtens leidet</a>. Seine Verdienste können aber kein Argument sein, sein Fehlverhalten zu vertuschen.</p>
<p>Die Verzweifelung muss wirklich groß sein, wenn sich Bruno Frey mit solch lächerlichen Argumenten zu verteidigen versucht  - und sich damit erst vollends um Kopf und Kragen redet.</p>
<p><strong>Update (Samstag, 9. Juli, 11.30 Uhr)</strong> : Interessant ist auch, dass Frey in dem Interview zwischen den Zeilen seinen Koautoren die Schuld für die fehlenden Zitate auf die anderen Titanic-Paper des Forscherteams gibt. Auf die Frage, welche Lehren er aus dem Fall ziehe, sagt er &#8220;20 Minuten&#8221;:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich muss den Publikationsprozess enger begleiten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im <a href="http://www.econjobrumors.com/topic/bruno-frey-busted">englischsprachigen Internetforum &#8220;Economic Job Market Rumors&#8221;</a> kommentiert das jemand so:</p>
<blockquote><p>That sounds like he is throwing his co-auhtors under the bus&#8230;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify">Mich würde mal sehr interessieren, was sich Benno Torger und David Savage denken, wenn sie das lesen&#8230;</p>
<p>Im übrigens habe ich heute morgen  folgende Email an Frey und cc an Torgler und Savage geschickt:</p>
<blockquote><p>Dear Professor Frey,</p>
<p>With great interest I read your interview in &#8220;20 Minuten&#8221;<br />
(<a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/23158193" target="_blank">http://www.20min.ch/finance/news/story/23158193</a>)</p>
<p>You make the claim that I wrote &#8220;a lot of wrong things&#8221; in my article<br />
for printed Handelsblatt (the article is available online, here:<br />
<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html" target="_blank">http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html</a>)</p>
<p>I&#8217;m not aware of any factual errors in my articles about your work.<br />
However, if there are any, I&#8217;m happy to correct them instantly. Hence,<br />
I&#8217;d be grateful if you were able to elaborate what precisely is wrong<br />
in my articles.</p>
<p>I&#8217;d also ask you to have a look at my English translation of your<br />
interview that I published on my blog.<br />
<a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/09/bruno-frey-fights-back/" target="_blank">http://olafstorbeck.com/2011/07/09/bruno-frey-fights-back/</a></p>
<p>Please let me know if there are any issues with my translation of your<br />
words. I&#8217;m happy to  improve the translation.</p>
<p>Many thanks and best regards<br />
Olaf Storbeck</p></blockquote>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”.</a><br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bruno Frey &#8211; jetzt ermittelt die Uni Zürich</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 09:33:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Leitung der Universität Zürich hat heute ein offizielles Verfahren gegen Bruno Frey eingeleitet &#8211; wegen des &#8220;Verdacht der Unlauterkeit in der Wissenschaft&#8221;, teilte mir soeben die Pressestelle mit. &#8220;Um die Unabhängigkeit des Verfahrens zu garantieren, werden externe Gutachter eingesetzt&#8221;, schrieb mit der Pressesprecher der Hochschule. (Hintergründe zu den Vorwürfen gegen Frey hier und &#8211; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Leitung der Universität Zürich hat heute ein offizielles Verfahren gegen Bruno Frey eingeleitet &#8211; wegen des &#8220;Verdacht der Unlauterkeit in der Wissenschaft&#8221;, teilte mir soeben die Pressestelle mit. &#8220;Um die Unabhängigkeit des Verfahrens zu garantieren, werden externe Gutachter  eingesetzt&#8221;, schrieb mit der Pressesprecher der Hochschule.</p>
<p>(Hintergründe zu den Vorwürfen gegen Frey <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/">hier </a>und &#8211; ausführlicher, aber auf Englisch,  <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/is-bruno-frey-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/">hier </a>und <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-rebukes-bruno-frey-plus-replys-by-torgler-and-frey/">hier</a>.)</p>
<p>Das Einschalten externer Gutachter ist insofern bemerkenswert, weil es sich dabei offenbar um eine Ermessensentscheidung der Hochschulleitung handelt  &#8211; ich interpretiere das als ein Indiz dafür, dass man die Vorwürfe in Zürich ernst nimmt.</p>
<p>Joseph Falkinger, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Zürich, schrieb mir dazu gestern: &#8220;Wird ein Verfahren eingeleitet, beauftragt sie Vertrauenspersonen mit der Ermittlung und setzt bei Bedarf externe Gutachter ein. Dies stellt die Unabhängigkeit des Verfahrens sicher.&#8221;</p>
<p>Die Debatte um die Eigenplagiate von Bruno Frey wird seit Ende April in der angelsächischen Ökonomenzunft geführt &#8211; die Hochschulleitung wurde aber erst darauf aufmerksam, weil Dekan Falkinger sie gestern nach einer Handelsblatt-Anfrage informierte. (Mehr dazu auch hier: <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/05/university-of-zurich-looks-at-freys-conduct/">&#8220;University of Zurich takes a look at Frey&#8217;s conduct&#8221;</a>)</p>
<p>Weitere Neuigkeiten in Sachen Bruno Frey:</p>
<p><span id="more-638235"></span>- Bruno Frey sagte mir gestern am Telefon, er habe die Sache mit den Eigenplagiaten mit den Herausgebern der Fachzeitschriften geklärt und sich entschuldigt. Er räumte allerdings ein, dass er sich nur beim &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221;, dem &#8220;Journal of Economic Behaviour and Organization&#8221; und &#8220;Rationality and Society&#8221; entschuldigt habe, nicht aber bei PNAS, dem vierten betroffenen Journal. Dort hätten sich die Herausgeber offenbar nicht an seinem Vorgehen gestoßen. Heute jedoch teilte mir der PNAS-Herausgeber mit, dass sie bisher schlicht nichts von der Sache wussten und Frey jetzt kontaktieren werden. (Mehr dazu hier: <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/06/bruno-frey-pnas-and-a-missing-apology/">&#8220;Bruno Frey, PNAS and a missing apology&#8221;</a></p>
<p>- Das 1986-Paper von Wayne Hall, das erstaunliche Ähnlichkeiten zu den Papieren von Bruno Frey, Benno Torgler und David Savage aufweist, <a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf">ist jetzt online kostenlos zum Download verfügbar.</a> (Die <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/is-bruno-frey-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/">Frey-Paper sind hier verlinkt</a>.)</p>
<p>- Alle meine deutschen Blogbeiträge zu diesem Thema <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">sind hier gesammelt</a>.</p>
<p>- Morgen wird im gedruckten Handelsblatt ein großer Artikel in der Sache Bruno Frey erscheinen.</p>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”.</a><br />
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</span></span></p>
<div id="_mcePaste" style="width: 1px;height: 1px;overflow: hidden">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/</div>
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		</item>
		<item>
		<title>“Journal of Economic Perspectives” tadelt Bruno Frey öffentlich</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 15:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638207</guid>
		<description><![CDATA[Das &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221; (JEP) hat Bruno Frey und seine Koautoren Benno Torgler und David Savage wegen der Mehrfach-Veröffentlichung nahezu identischer Beiträge getadelt, Bruno Frey hat sich im Namen aller Beteiligten entschuldigt, schrieb mir JEP-Herausgeber David Autor soeben. Den Schriftwechsel mit Frey wird das JEP in seiner nächsten Ausgabe abdrucken, &#8220;which is a very stern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 368px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fd/RMS_Titanic_3.jpg"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fd/RMS_Titanic_3.jpg" alt="" width="358" height="264" /></a><p class="wp-caption-text">Die Titanic verlässt Southampton - Freys umstrittene Arbeiten beschäftigten sich mit ihrem Untergang (Foto via Wikipedia) </p></div>
<p>Das &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221; (JEP) hat Bruno Frey und seine Koautoren Benno Torgler und David Savage wegen der Mehrfach-Veröffentlichung nahezu identischer Beiträge getadelt, Bruno Frey hat sich im Namen aller Beteiligten entschuldigt, schrieb mir JEP-Herausgeber David Autor soeben. Den Schriftwechsel mit Frey wird das JEP in seiner nächsten Ausgabe abdrucken,</p>
<blockquote><p>&#8220;which is a very stern and public rebuke to an academic. “</p></blockquote>
<p>Mit dem JEP distanziert sich das zweite VWL-Journal von den Praktiken von Bruno Frey und seinen Ko-Autoren &#8211; der Herausgeber des &#8220;Journal of Economic Behaviour und Organization&#8221; hat das Autoren-Trio offenbar auf die schwarze Liste gesetzt und ihnen mitgeteilt, <a href="http://economiclogic.blogspot.com/2011/04/on-ethics-of-research-cloning.html">dass er in Zukunft keine Arbeiten von ihnen mehr akzeptieren werde</a>.</p>
<p>Das 1986er-Paper von Hall (<a href="http://ideas.repec.org/a/eee/socmed/v22y1986i6p687-690.html">“Social class and survival on the S.S. Titanic”</a>), das ich bei Repec gefunden habe (<a href="http://ideas.repec.org/cgi-bin/htsearch?q=titanic">5. Treffer, wenn man nach &#8220;Titanic&#8221; sucht</a>)  kannten die JEP-Herausgeber noch nicht, obwohl sie sich mehrere Monate mit dem Thema beschäftigt haben.</p>
<p><span id="more-638207"></span></p>
<p>Autor schrieb mir:</p>
<blockquote><p>“The Hall paper that you cited (and which I downloaded and read yesterday) comes as unhappy news to my coeditors and me. We were not aware of that article or its overlap with Frey et al. My reading is that there is considerable overlap between Frey et al. and this 1986 paper. It would be extremely difficult to establish that Frey et al. knew of the Hall paper and had borrowed from it. Absent such proof, I would not make such an allegation. However, Frey et al. should have known about this article. It is their responsibility as scholars to fully research the literature in their field of study, and to acknowledge prior contributions accurately and fairly.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der Zwischenzeit hat sich auch Benno Torgler bei mir gemeldet. Mit Blick auf das 25 Jahre alte Hall-Paper (der Autor arbeitet wie Torgler an einer Universität in Brisbane, Australien), schreibt er:</p>
<blockquote><p>&#8220;Thanks for referring us to other studies. We were not aware of them. We haven’t seen the Hall paper published in Social Science &amp; Medicine beforehand, otherwise we would have cited it. We didn’t know him nor that he is working at the University of Queensland (other university in Brisbane). Yes, we have done a literature research on various issues related to our articles. As you can see, we have, e.g., cited a lot of articles in our JEBO paper. However, it seems that we have missed the ones you have mentioned which is a substantial shortcoming from our part (also taking into account, as you mentioned, that it would have not been difficult to find them). There is no reason why we shouldn’t have cited these previous studies if we would have been aware of them. It would have allowed us to work directly on the comparative approach between ship accidents that we found very important.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine ausführlichere Version der E-Mails und auch eine erste Reaktion von Bruno Frey gibt es <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-rebukes-bruno-frey-plus-replys-by-torgler-and-frey/#more-915">in meinem englischen Blog &#8220;Economics Intelligence&#8221;.</a></p>
<p><a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-rebukes-bruno-frey-plus-replys-by-torgler-and-frey/#more-915"></a><br />
<img src="http://s09.flagcounter.com/count/7oC/bg=FFFFFF/txt=000000/border=CCCCCC/columns=2/maxflags=12/viewers=0/labels=0/pageviews=1/" alt="" width="1" /></p>
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		<title>Sitzt Bruno Frey auf der Titanic?</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 07:31:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[Übers Wochenende habe ich mich in die Vorwürfe, die das anonyme US-Webblog &#8220;Economic Logic&#8221; gegen Bruno Frey, Benno Torgler und David Savage erhoben hat und die ich am Freitag hier schon kurz präsentiert habe, im Detail eingelesen. Nach der Lektüre der vier Arbeiten und der Ethik-Richtlinen der Journals lautet mein Zwischenfazit: Das ist weit mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 394px"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/6e/St%C3%B6wer_Titanic.jpg" alt="" width="384" height="263" /><p class="wp-caption-text">Untergang der Titanic (Bild via Wikipedia)</p></div>
<p>Übers Wochenende habe ich mich in die Vorwürfe, die <a href="http://economiclogic.blogspot.com/2011/04/on-ethics-of-research-cloning.html">das anonyme US-Webblog &#8220;Economic Logic&#8221;</a> gegen Bruno Frey, Benno Torgler und David Savage erhoben hat und die ich am Freitag <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/01/versteckte-eigenplagiate-schwere-vorwurfte-gegen-bruno-frey/">hier schon kurz präsentiert habe</a>, im Detail eingelesen.</p>
<p>Nach der Lektüre der vier Arbeiten und der Ethik-Richtlinen der Journals lautet mein Zwischenfazit: Das ist weit mehr als ein Sturm im Wasserglas. Es sieht leider so aus, als hätten die Autoren mit ihren vier  Arbeiten zum Untergang der  Titanic tatsächlich gegen die guten Sitten der ökonomischen Zunft verstoßen und die Richtlinen der Journals, in denen die Papiere erschienen sind, verletzt. Sie haben nahezu identische Arbeiten bei verschiedenen Journalen eingereicht, ohne auf ihre anderen Papiere zum gleichen  Thema hinzuweisen und ohne diese zu zitieren.</p>
<p><span id="more-638196"></span></p>
<p>In Detail vergleiche ich den Inhalt der vier betroffenen Arbeiten <a href="http://bit.ly/frey-et-al">hier in einer Tabelle</a> (die ich leider wieder mal nicht direkt hier einbinden kann).</p>
<p>Offenbar hat das &#8220;Journal of Economic Behaviour und Organization&#8221; die Autoren deshalb auf eine schwarze Liste gesetzt (Kommentar von <a rel="nofollow" href="http://www.blogger.com/profile/13114257724762074636">Barkley Rosser</a> <a href="http://economiclogic.blogspot.com/2011/04/on-ethics-of-research-cloning.html">im Blogpost bei &#8220;Economic Logic&#8221;</a>)</p>
<p>Noch frappierender ist: Die Forscher tun so, als wären sie die ersten, die sich mit statistischen Methoden mit dem Thema auseinandersetzen. Dabei gibt es in Wahrheit eine <a href="http://ideas.repec.org/cgi-bin/htsearch?q=titanic">sehr leicht zu findende Arbeit aus dem Jahr 1986,</a> die genau die gleiche Frage stellt und zu genau den gleichen Ergebnissen kommt &#8211; diese aber wird aber ebenfalls nicht zitiert.</p>
<p>Dass auch sämtliche  Herausgeber und Gutachter der vier betroffenen Journals dieses 25 Jahre alte Paper von Wayne Hall mit dem Titel <a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf">&#8220;Social class and survival on the S.S. Titanic&#8221;</a> übersehen haben, ist kaum zu glauben und sagt viel aus über das Niveau der Qualitätskontrolle bei VWL-Journals. (Update: Das 1986er-Paper von Hall ist<a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf"> inzwischen auch frei im Internet verfügbar.</a>)</p>
<p><strong>Update:</strong> Die Sache ist noch deutlich gespenstischer. Gerade habe ich herausgefunden, dass der Autor <a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf">der Arbeit von 1986</a> seit 2001 in der gleichen Stadt forscht wie Benno Torgler und David Savage: Wayne Hall ist <a href="http://www.uqccr.uq.edu.au/research/research-profiles/professor-wayne-hall.aspx">Professor an der University of Queensland, Brisbane </a>- Torgler und Savage arbeiten an der <a href="http://www.bus.qut.edu.au/faculty/economics/">Queensland University of Technology, Brisbane</a>.</p>
<p><em>Was für ein seltsamer Zufall!</em></p>
<p>Ich habe Frey, Torgler und Savage sowie alle Herausgeber der betroffenen Journals und Wayne Hall um Stellungnahmen gebeten.</p>
<p>Ausführlicher gehe ich in meinem englischen Blog &#8220;Economics Intelligence&#8221; auf die Sache ein:<a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/is-bruno-frey-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/"> &#8220;Is Bruno Frey sailing on the Titanic?&#8221;</a></p>
<p>PS.: Vielen Dank übrigens an <a href="http://www.dice.uni-duesseldorf.de/Institut/Wissenschaftliche-Mitarbeiter/Hans-Christian-Muller">Hans-Christian Müller</a>, der mich auf den Beitrag bei &#8220;Economic Logic&#8221; aufmerksam gemacht hat.</p>
<p>Update II: Nach dem JEBO distanziert sich auch das JEP von Frey und Co. &#8211; und Benno Torgler und Bruno Frey verteidigen sich. Mehr dazu hier: <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/">“Journal of Economic Perspectives tadelt Bruno Frey öffentlich&#8221;</a></p>
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		<title>Versteckte Eigenplagiate? &#8211; Schwere Vorwürfe gegen Bruno Frey</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 08:05:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiat]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[Er ist einer der kreativsten und forschungsstärksten deutschsprachigen Volkswirte überhaupt, lautstark kritisiert er  die Engstirnigkeit der Ökonomen, vehement fordert er mehr Pluralismus in der VWL: Bruno Frey, VWL-Professor an der Universität Zürich &#8211; in einem Porträt vor vier Jahren habe ich ihn einen &#8220;ökonomischen Grenzverletzer&#8221; genannt. Ein Forscher, den ich persönlich kenne und schätze. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 177px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/82/File-Bruno_Frey_2010b_crop.jpg"><img class="     " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/82/File-Bruno_Frey_2010b_crop.jpg" alt="" width="167" height="174" /></a><p class="wp-caption-text">Bruno Frey (Foto: Hannes Röst via Wikipedia) </p></div>
<p>Er ist einer der kreativsten und forschungsstärksten deutschsprachigen Volkswirte überhaupt, lautstark kritisiert er  die Engstirnigkeit der Ökonomen, vehement fordert er mehr Pluralismus in der VWL: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey">Bruno Frey</a>, VWL-Professor an der Universität Zürich &#8211; in einem Porträt vor vier Jahren habe ich ihn <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/bruno-frey-der-oekonomische-grenzverletzer/2872070.html">einen &#8220;ökonomischen Grenzverletzer&#8221;</a> genannt.</p>
<p>Ein Forscher, den ich persönlich kenne und schätze.</p>
<p>In einem  englischsprachigen Blog namens &#8220;Economic Logic&#8221; werden jetzt<a href="http://economiclogic.blogspot.com/2011/04/on-ethics-of-research-cloning.html"> schwere Vorwürfe gegen Bruno Frey und seine Koautoren Benno Torgler und David Savage erhoben</a>.</p>
<p><span id="more-638183"></span> Es geht um eine spektakuläre Arbeit zum Untergang der Titanic &#8211; die drei Forscher haben untersucht, von welchen Faktoren es abhing, ob ein Passagier zu den Überlebenden gehörte oder nicht. Das Ergebnis:</p>
<blockquote><p>&#8220;The empirical results suggest that social norms such as &#8216;women and children first&#8217; persevered during such an event. Women of reproductive age and crew members had a higher probability of survival. Passenger class, fitness, group size, and cultural background also mattered.&#8221;</p></blockquote>
<p>Besonders erstaunlich ist: Britische Passagiere hatten laut Studie  eine um 10 Prozent niedrigere Überlebenswahrscheinlichkeit als Passagiere anderer Nationalitäten &#8211; weil sie höflicher waren als andere und brav Schlange standen, statt sich vorzudrängeln?</p>
<p>In dem Blog &#8220;Economic Logic&#8221;, das offenbar anonym betrieben wird, erhebt ein Volkswirt jetzt heftige Anschuldigungen. Frey und seine Koautoren hätten ihre  Ergebnisse gleich mehrfach in unterschiedlichen Journalen publiziert &#8211; ohne auf ihre anderen, inhaltlich nahezu identischen Arbeiten hinzuweisen und teilweise mit methodischen Änderungen, die sie nicht weiter erläutern würden.</p>
<p>Der <a href="http://economiclogic.blogspot.com/2011/04/on-ethics-of-research-cloning.html">&#8220;Economic Logican&#8221; schreibt:</a></p>
<blockquote><p>&#8220;All this is very fishy. It really looks like the authors are playing games here, trying to get multiple publications out of the same work. They do not mention the other work to fool editors and referees into thinking these are original contributions, as required for any submission to those journals. They tweak the results and rewrite the text so that they cannot be accused of blatant self-plagiarism. This is unethical behavior, but it is not unheard of in the profession.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich selbst kann die Vorwürfe derzeit noch nicht bewerten &#8211; ich hatte zwar von den Titanic-Arbeiten gehört, aber bewusst nicht drüber berichtet, weil mir das etwas zu effekthascherisch und populistisch erschien. Ich werde mich mal einlesen &#8211; und Frey zu der Sache befragen.<br />
Stay tuned.</p>
<p><strong>Update:</strong> Die Sache ist leider weit mehr als ein Sturm im Wasserglas. Die weitere Entwicklung kann man in diesen beiden Blogposts nachverfolgen: <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/">&#8220;Sitzt Bruno Frey auf der Titanic?&#8221;</a> und <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/">&#8220;Journal of Economic Perspectives tadelt Bruno Frey öffentlich&#8221;</a></p>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”.</a><br />
<img src="http://s09.flagcounter.com/count/7oC/bg=FFFFFF/txt=000000/border=CCCCCC/columns=2/maxflags=12/viewers=0/labels=0/pageviews=1/" alt="" width="1" /><br />
</span></span></p>
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