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	<title>Handelsblog &#187; Bruno Frey</title>
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	<description>Zur Unterwanderung des wirtschaftlichen Sachverstands</description>
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		<title>BWL-Forscher rufen zum Boykott des Handelsblatt-Rankings auf &#8211; mit Update</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Aug 2012 09:52:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Lichtenthaler]]></category>
		<category><![CDATA[BWL]]></category>
		<category><![CDATA[Handelsblatt-Ranking]]></category>

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		<description><![CDATA[In knapp zwei Wochen &#8211; am 10. September &#8211; veröffentlicht das Handelsblatt die Neuauflage des BWL-Rankings. Wir bieten Forschern, die nicht mitmachen wollen, eine Opt-Out-Möglichkeit aus den Personenrankings (für das  Hochschul-Ranking werden die Personen trotzdem mitgezählt). Einige Betriebswirte um Margit &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/08/28/bwl-forscher-rufen-zum-boykott-des-handelsblatt-rankings-auf/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In knapp zwei Wochen &#8211; am 10. September &#8211; veröffentlicht das Handelsblatt <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/bwl-ranking/">die Neuauflage des BWL-Rankings</a>. Wir bieten Forschern, die nicht mitmachen wollen, eine Opt-Out-Möglichkeit aus den Personenrankings (für das  Hochschul-Ranking werden die Personen trotzdem mitgezählt).</p>
<p>Einige Betriebswirte um Margit Osterloh (Uni Zürich) und Alfred Kieser (Zeppelin Universität, Friedrichshafen) haben jetzt einen Boykott-Aufruf initiiert und einen offenen Brief verfasst, der dem Handelsblatt vorliegt. Darin heißt es:</p>
<blockquote><p><strong>Warum wir aus dem Handelsblatt BWL-Ranking ausgestiegen sind</strong></p>
<p>Am 9. September [<em>Anmerkung: tatsächlich ist es der  10. September</em>] dieses Jahres wird das Handelsblatt in seinem zweiten BWL-Ranking wieder verschiedene Ranglisten veröffentlichen: die der besten 250 deutschsprachigen Betriebswirte nach den Forschungsergebnissen ihres Lebenswerkes, die der 100 Besten nach den Forschungsergebnissen der letzten 5 Jahre und die der 100 Besten unter 40 Jahren. Ermittelt werden diese Ranglisten auf der Basis der in Zeitschriften veröffentlichten Aufsätze. Buchveröffentlichungen werden nicht berücksichtigt. Die Aufsätze werden nach einem vom Handelsblatt ermittelten Maßstab gewichtet, welcher die Qualität der jeweiligen Zeitschrift und der darin veröffentlichten Arbeiten zum Ausdruck bringen soll.<span id="more-639670"></span></p>
<p>Die Unterzeichnenden haben dem Handelsblatt mitgeteilt, dass sie in keiner dieser Ranglisten geführt werden möchten.</p>
<p>Dies sind die Gründe, die uns zu diesem Schritt bewogen haben:</p>
<ol>
<li>Eindimensionalität der Leistungsmessung: Personenrankings, die ausschließlich auf die Publikationsleistungen abstellen, blenden aus, dass es noch weitere Tätigkeiten gibt, die darüber entscheiden, wie gut ProfessorInnen ihrer Aufgabe insgesamt gerecht werden. Diese umfasst neben der Forschung u.a. Lehre, Betreuung von Studierenden, Mitwirkung in der Selbstverwaltung, Vermittlung von Forschungsergebnissen in die Praxis. Rankings des Forschungsoutputs, besonders solche, die eine Öffentlichkeitswirkung entfalten, führen indirekt zu einer Abwertung von Tätigkeiten außerhalb der Forschung. Es wird nur das gemessen, was gemessen werden kann; genau das aber hat dann für die Unterzeichnenden eine Anreizwirkung, die sie für nicht wünschenswert halten. Das Argument, es handele sich ja „nur“ um ein Forschungsranking, verliert damit seine Unschuld.</li>
<li>Methodische Mängel: Darüber hinaus enthält das Handelsblatt-BWL-Ranking gravierende methodische Mängel und vermittelt deswegen ein unzutreffendes Bild der Forschungsleistungen von WissenschaftlerInnen. Auf der Basis verschiedener Zeitschriften-Rankings werden Indikatoren der Qualität von Zeitschriften ermittelt, mit denen die in verschiedenen Zeitschriften erschienen Aufsätze einzelner Wissenschaftler gewichtet werden. Diese Indikatoren spiegeln nicht die Qualität der jeweiligen Publikationen wider. Zeitschriftenrankings ermitteln eine durchschnittliche Qualität der in den erfassten Zeitschriften veröffentlichten Beiträge. Weil aber die Aufsätze einer Zeitschrift eine höchst unterschiedliche Qualität aufweisen, sagt der Durchschnitt kaum etwas über die Qualität einzelner Aufsätze aus und macht keinesfalls die Würdigung des einzelnen Aufsatzes entbehrlich. Auch bieten die von den Zeitschriften eingeholten Gutachten in keiner Weise eine Gewähr dafür, dass einzelne veröffentlichte Aufsätze über ein der Einstufung der Zeitschrift entsprechendes Qualitätsniveau verfügen. Die Kombination verschiedener Rankings in den Handelsblatt-Ranglisten macht es unmöglich, die Qualität der Datenbasis abzuschätzen.</li>
<li>Keine Neutralität gegenüber Fachgebieten: Ein weiterer methodischer Mangel liegt darin, dass die Chancen von WissenschaftlerInnen verschiedener Fachgebiete im Handelsblatt-Ranking gut abzuschneiden, nicht gleich groß sind. So finden sich beispielsweise unter den ersten 50 Betriebswirten im letzten Handelsblatt-Ranking von 2009 nach dem Lebenswerk keine Vertreter aus den Bereichen Steuerlehre oder Rechnungswesen. Daraus kann sicherlich nicht der Schluss gezogen werden, dass Vertreter dieser Fachrichtungen weniger gute Wissenschaftler sind als z.B. Vertreter des Fachs Marketing.</li>
<li>Falsche Anreizwirkungen zum Schaden für die Wissenschaft: Rankings beeinflussen das Verhalten von WissenschaftlerInnen in einer Weise, die der Wissenschaft schadet. Sie veranlassen WissenschaftlerInnen, nicht mehr das zu erforschen, was sie interessiert und was für den Fortschritt der Wissenschaft wichtig ist, sondern das, was Ranking-Punkte bringt. Die Innovativität der Wissenschaft nimmt ab: Ein System, in dem sich alle an den gleichen Kriterien orientieren, verliert seine Innovationsfähigkeit. So schreiben viele WissenschaftlerInnen keine Bücher mehr, denn diese gehen nicht in die Bewertung ein. Sie verfolgen keine riskanten Projekte mehr, sondern variieren in einem hohen Maße das Bewährte. Auch versuchen sie, aus ihren Forschungsprojekten so viele Aufsätze wie möglich zu pressen, indem sie bspw. identische oder fast identische Textpassagen in mehreren Aufsätzen verwenden.Rankings können Berufungskommissionen und andere universitäre sowie nicht universitäre Gremien dazu verleiten, sich nicht mehr inhaltlich mit den Forschungsergebnissen von BewerberInnen zu beschäftigen, sondern sich an Rankings zu orientieren. So bleiben Manipulationen in Berufungsverfahren unentdeckt. Auch bergen sie die Gefahr, dass freie Positionen nicht mit WissenschaftlerInnen besetzt werden, die in die jeweiligen Forschungskontexte passen, sondern mit solchen, die die Ranking-Bilanz der Fakultät oder der Universität verbessern.</li>
</ol>
<ol start="5">
<li>Falsche Anreizwirkung zum Schaden für die Gesellschaft: Die für das Ranking herangezogenen Zeitschriften sind in großem Ausmaß von ihrer Ausrichtung her wenig an ‚lokalen‘ Fragestellungen interessiert. Das schadet der lokalen und regionalen Einbettung von Universitäten und den damit verbundenen positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft wie z.B. wissenschaftliche Analyse lokaler Probleme und Ausarbeitung entsprechender Lösungsansätze.</li>
</ol>
<p>Personenrankings sind kein geeignetes Instrument, die Qualität von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu messen. Diese festzustellen, bleibt eine Sache des lebendigen Diskurses.</p></blockquote>
<p>Wir nehmen diese Kritik sehr ernst. Festzuhalten ist aber, dass die Methode, die wir anwenden, eine in den Wirtschaftswissenschaften international gängige Vorgehensweise zur Evaluierung von Forschungsleistung ist: Dass von der Qualität einer Fachzeitschrift auf die Qualität eines Aufsatzes geschlossen wird, ist in der akademischen Praxis gängige Praxis. Genau aus diesem Grund versuchen ja Wissenschaftler, ihre Arbeiten zuerst in den besonders renommierten Fachzeitschriften zu veröffentlichen.</p>
<p>Auch die Fokussierung auf Journal-Publikationen haben wir uns nicht ausgedacht. Dieses Vorgehen reflektiert einen Trend, der in der internationalen Wirtschaftswissenschaft seit mehreren Jahrzehnten existiert und sich zunehmend auch an deutschen Hochschulen &#8211; vor allem unter jüngeren Forschern &#8211; durchsetzt. Man kann diesen Trend mögen oder nicht, aber er existiert unabhängig von Handelsblatt-Ranking. Einer der Gründe für die stärkere Konzentration auf Fachzeitschriften ist, dass dort, anders als bei Monographien, eine externe Qualitätskontrolle durch unabhängige Gutachter stattfindet.</p>
<p>Das Handelsblatt-Ranking konzentriert sich bewusst nur auf die Messung der Forschungsleistung, die eine der Kernaufgaben schlechthin von Hochschullehrern ist. Nicht ohne Grund steht die Forschungsleistung eines Wissenschaftlers im Mittelpunkt von Personalentscheidungen bei Hochschulen.  Universitätsprofessoren (nur diese werden von uns gerankt) haben mit dem Argument, dass sie Zeit für ihre Forschung brauchen, eine deutlich niedrigere Lehrverpflichtung als FH Professoren.   Das Ranking erhebt zudem nicht den Anspruch, die &#8220;besten&#8221; Betriebswirte zu bennen, sondern die &#8220;forschungsstärksten&#8221;.</p>
<p>Selbstverständlich kann und darf kein Ranking die genaue Analyse von individuellen Forschungsleistungen in einer Berufungskommissionen ersetzen. Leider scheint nicht jede Berufungskommission dazu in der Lage zu sein, wie auch uns zu Ohren kommt. (So soll es einen Professor geben, der aufgrund eines Fehlers in einem frühen VWL-Ranking einen Lehrstuhl bekommen hat.)</p>
<p>Um es ganz klar zu sagen: Wenn Berufungskommissionen nur noch Handelsblatt-Punkte zählen statt die Arbeiten der Kandidaten im Detail zu würdigen, machen sie ihren Job nicht richtig. Das offenbart  keine Schwäche des Rankings, sondern eine Schwäche der Disziplin. Von einem Fachgebiet, dessen Kerngeschäft die Analyse komplexer Daten ist, sollte man  einen verantwortungsvollen Umgang Ergebnissen erwarten können. Wir weisen auf die Grenzen der Aussagekraft unserer Rankings zudem ausdrücklich hin.</p>
<p>Zudem ist es natürlich nicht so, dass vor der Einführung des Handelsblatt-Rankings die Personalauswahl an den Universtitäten reibungslos funktionierte. Zahlreiche Wissenschaftler berichten mir, dass gerade in der deutschen BWL früher eine extreme Klüngel- und Günstlingswirtschaft herrschte. Nicht  die Forscher machten das Rennen, die die besten Leistungen vorzuweisen hatten, sondern die, die beste Protektion in der Fakultät hatten.</p>
<p>In ihrem Begleitschreiben, mit der Margit Osterloh ihre Kollegen zum Ranking-Boykott aufruft, begründet sie dies unter anderem mit dem &#8220;Verhalten von einigen Wissenschaftlern&#8221; begründet, &#8220;das bis zu Manipulationen reicht, wie jüngst  bekannt geworden ist&#8221;.</p>
<p>Ohne Ulrich Lichtenthaler namentlich zu nennen, spielt sie damit auf<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/19/schwere-vorwurfe-gegen-mannheimer-bwl-professor-ulrich-lichtenthaler/"> die Vorwürfe gegen den Mannheimer Betriebswirten an</a>, von dem <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/08/25/zwei-weitere-lichtenthaler-aufsatze-zuruckgezogen/">inzwischen sechs Arbeiten offiziell widerrufen wurden</a>. In seinen Arbeiten sind jüngst zahlreiche Fehler in der Statistik bekannt geworden, zudem wird ihm Vorgeworfen, Eigenplagiate produziert zu haben &#8211; Lichtenthaler bestreitet aber, dass es sich dabei um  bewusste Manipulationen handelt.</p>
<p>Kommissionen der Universitäten Mannheim und der WHU Vallendar, wo Lichtenthaler promoviert hat, haben vor eingen Wochen mit der Untersuchung der Vorwürfe begonnen.  Neben den Statistik-Fehler, die  er einräumt und bedauert, werfen ihm die Herausgeber der Zeitschrift &#8220;Research Policy&#8221; vor, sehr ähnliche Arbeiten ohne Querverweise in verschiedenen Fachzeitschriten veröffentlicht zu haben.</p>
<p>Ich finde es erstaunlich, dass Margit Osterloh zwischen den Zeilen in einer E-Mail, die an viele Betriebswirte verschickt wird, einen ihrer Kollegen derart vorverurteilt. (* dazu das Update ganz unten)</p>
<p>Ulrich Lichtenthaler wird nicht nur mit keinem Wort erwähnt, sondern ich spreche ganz allgemein von jüngst bekannt gewordenen Manipulationen als Reaktionen auf Rankings (nicht nur des HB-Rankings).Gemeint sind z.B. auch die 13 Retractions von Diederick Stapel.  Ihre Bemerkung ist deshalb eine bösartige Unterstellung, die ich scharf zurückweise. I</p>
<p>Generell hat es Manipulationen von  Forschungsleistung in der deutschsprachigen Wirtschaftswissenschaft schon lange vor der Einführung des Handelsblatt-Rankings gegeben. Der <a href="http://www.cas.uio.no/Publications/Seminar/Confluence_Martin.pdf">Serien-Plagiator Hans-Werner Gottinger</a> ist ein Beispiel dafür &#8211; und auch der Züricher Volkswirt Bruno Frey, der <a href="http://economicsintelligence.com/2011/09/12/bruno-frey-more-cases-of-self-plagiarism-unveiled/">über viele Jahre mit Eigenplagiaten seine Publikationsliste künstlich aufgebläht hat</a>, wie <a href="http://economicsintelligence.com/2011/07/07/a-summary-of-the-bruno-frey-affair/">im vergangenen Jahr bekannt wurde</a>. Auch die meisten umstrittenen Lichtenthaler-Publikationen sind erschienen, lange bevor das erste Handelsblatt-BWL-Ranking erschien.</p>
<p>Durch die Transparenz, die die Rankings über die Forschungsleistungen der einzelnen Wissenschafter herstellen, steigt aus meiner Sicht eher die Gefahr für Manipulatoren &#8211; die Wahrscheinlichkeit, dass bei Personen mit nahezu unglaublichen Publikationsleistungen genauer hingeschaut wird, steigt, wie die Beispiele Lichtenthaler und Frey zeigen.</p>
<p>Generell finde ich das Argument, der Anreiz zu Manipulationen steige durch das Ranking, etwas fragwürdig. Folgt man dieser Logik, so müsste man die  Tour de France und die Olympischen Spiele absagen, weil es immer wieder Doping-Sünder gibt.</p>
<p><strong>Zum Schluss noch ein organisatorischer Hinweis:</strong> In der E-Mail, die Frau Osterloh an ihre Kollegen verschickt hat, wird ein falscher Ansprechpartner für das Opt-Out genannt. Bitte schicken Sie Opt-Out-Anfragen nicht an Anja Müller, sondern direkt an Jörg Schläpfer von der KOF an der ETH Zürich,  <a href="http://www.forschungsmonitoring.org/">die das Portal Forschungsmonitoring </a> betreibt, geschickt werden (schlaepfer at  kof.ethz.ch),  und  cc an mich (o.storbeck at vhb.de).</p>
<p>Zudem können wir aus organisatorischen Gründen nur Abmeldungswünsche beachten, die <strong>bis zum 31. August</strong> bei uns  eingegangen sind.</p>
<p>* <strong>Update:</strong> Gerade erreicht mich eine Email von Margit Osterloh, in der sie die Kritik, sie würde Lichtenthaler vorverurteilen, zurückweist. Sie schreibt in einem Kommentar hier im Blog:</p>
<blockquote><p>&#8220;Sie schreiben, ich würde Ulrich Lichtenthaler vorverurteilen. Davon kann keine Rede sein. In meinem mail an die Kollegen schreibe ich:</p>
<p>“Die Gründe liegen zum einen in gravierenden methodischen Mängeln und zum anderen im negativen Einfluss von Rankings auf das Verhalten von einigen Wissenschaftlern, das bis zu Manipulationen reicht, wie jüngst bekannt geworden ist.”</p>
<p>Ich spreche ganz allgemein von jüngst bekannt gewordenen Manipulationen als Reaktionen auf Rankings (nicht nur des HB-Rankings).Gemeint sind auch andere Retractions. Ihre Bemerkung ist deshalb eine bösartige Unterstellung, die ich scharf zurückweise. Ich erwarte von Ihnen eine Richtigstellung.&#8221;</p></blockquote>
<p>Frau Osterloh legt zudem Wert darauf, dass Sie bei den Manipulationen, die sie in ihrer Email erwähnte, keine Eigenplagiate im Sinn hatte. Dazu schreibt sie:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die Erwähnung von sog. “Selbst-Plagiaten” im Zusammenhang mit Manipulationsvorwürfen empfinde ich ebenfalls als bösartig. Manipulationsvorwürfe (unbeabsichtigt oder nicht) sind etwas anderes als solche von Selbst-Kopien. Erstens haben letztere nichts mit Plagiaten zu tun, weil man nicht von sich selber stehlen kann. Zweitens können etwaige Selbst-Kopien – anders als Manipulationen – von der wissenschafltichen Community im Internet selber überprüft werden.&#8221;</p>
<p>&nbsp;</p></blockquote>
<p><strong>Noch ein Update:</strong> Die Initiatoren des Boykott-Aufrufs gegen das Handelsblatt-Ranking haben  <a href="http://handelsblattranking.wordpress.com/">ein eigenes Blog gestartet</a>, in dem sie auf meine Argumente eingehen und in dem es auch eine <a href="http://handelsblattranking.wordpress.com/2012/08/29/handelsblatt-ranking/#comments">sehr kontroverse und interessante Diskussion</a> gibt.</p>
<p>&#8211;</p>
<p dir="ltr">Besuchen Sie mein englisches Weblog <a href="http://economicsintelligence.com/">“Economics Intelligence”</a> und <a href="https://www.facebook.com/o.storbeck">meine Facebook-Seite</a>  - ich freue mich über jedes “like”!</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<item>
		<title>Schwere Vorwürfe gegen Mannheimer BWL-Professor Ulrich Lichtenthaler</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/19/schwere-vorwurfe-gegen-mannheimer-bwl-professor-ulrich-lichtenthaler/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Jul 2012 10:53:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Ulrich Lichtenthaler]]></category>
		<category><![CDATA[Retractions]]></category>
		<category><![CDATA[Uni Mannheim]]></category>
		<category><![CDATA[WHU Vallendar]]></category>

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		<description><![CDATA[Als erstes haben zwei englischsprachige Wissenschaftsblogs  vor einigen Tagen über den Fall berichtet: Zwei Fachzeitschriften haben seit Anfang Juli drei Aufsätze des Mannheimer BWL-Professors Ulrich Lichtenthaler zurückgezogen. Zwei waren in &#8220;Research Policy&#8221; erschienen, einer in &#8220;Strategic Organization&#8221;. Ich habe heute &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/07/19/schwere-vorwurfe-gegen-mannheimer-bwl-professor-ulrich-lichtenthaler/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als erstes haben <a href="http://strategyprofs.wordpress.com/2012/07/06/retractions-and-fraud-in-strategy-and-organization-theory/">zwei</a> <a href="http://retractionwatch.wordpress.com/2012/07/17/three-papers-by-german-management-prof-retracted-for-duplication-statistical-issues/">englischsprachige</a> Wissenschaftsblogs  vor einigen Tagen über den Fall berichtet: Zwei Fachzeitschriften haben seit Anfang Juli drei Aufsätze des Mannheimer BWL-Professors Ulrich Lichtenthaler zurückgezogen. Zwei waren <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S004873330800228X">in &#8220;Research Policy&#8221; erschienen</a>, einer in <a href="http://soq.sagepub.com/content/7/2/183.abstract">&#8220;Strategic Organization&#8221;</a>.</p>
<p>Ich habe heute <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/fehler-und-ungereimtheiten-mannheimer-bwl-professor-im-zwielicht/6895802.html">im Handelsblatt</a> &#8211; und, noch ausführlicher, <a href="http://economicsintelligence.com/2012/07/19/top-flight-german-business-prof-faces-severe-accusations-of-academic-misconduct/">in meinem englischen Blog</a> &#8211; über die Vorwürfe berichtet.</p>
<p>Die Herausgeber von &#8220;Research Policy&#8221; haben auf ihrer Webseite <a href="http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S004873330800228X">eine ausführliche Begründung ihrer Entscheidung veröffentlicht</a>. Demnach gab es drei unterschiedliche Probleme:</p>
<ol>
<li> <strong>Eigenplagiate</strong>: Querverweise zu sehr ähnlichen Arbeiten fehlten. Hätte es diese Verweise gegeben, wären die Artikel wohl nicht zur Veröffentlichtung akzeptiert worden, weil nicht originell genug. Dieser Aspekt des Vorgangs erinnert an die Bruno-Frey-Affäre des vergangenen Jahres.</li>
<li><strong>Ungereimtheiten beim Umgang mit Variablen:</strong> Die Argumentation in den jeweilgen &#8220;Schwesterpublikation&#8221; ist nicht stimmig, sondern widersprüchlich. Variablen, die in einer Arbeit als wichtig erklärt werden, werden in der anderen igoniert und umgekehrt. Das stellt nicht nur die Ergebnisse der beiden Reseach-Policy-Paper in Frage, sondern auch vier weitere Arbeiten, die in “R&amp;D Management”, dem “Journal of Product Innovation Management”, “Strategic Organization” und in “Organization Science” erschienen sind.</li>
<li><strong>Fehler in der Statistik:</strong> Ergebnisse, die nicht statistisch signifikant waren, wurden dennoch als solche ausgegeben. Auf dieses Problem, das nur bei einem der beiden Research-Policy-Paper besteht,  hat Lichtenthaler die Herausgeber selbst hingewiesen. Der gleiche Fehler führte dazu, dass <a href="http://soq.sagepub.com/content/7/2/183.abstract">das Paper in &#8220;Strategic Organizsation&#8221;</a> zurückgezogen wurde.</li>
</ol>
<p>Von mehreren Leuten, die mit den Details der Vorwürfe gegen Lichtenthaler vertraut sind, habe ich gehört, dass all das nur die Spitze es Eisbergs sei. Eine Reihe von weiteren Journalen stehe kurz davor, Aufsätz von ihm zu widerrufen, unter anderem wohl  “Industrial and Corporate Change” und  “Strategic Management Journal” .</p>
<p><span id="more-639595"></span>Das Sekretariat von Ulrich Lichtenthaler schickte mir gestern folgende Stellungnahme von ihm:</p>
<blockquote><p>&#8220;Prof. Dr. Lichtenthaler hat die Hochschulleitung der Universität Mannheim schon vor Wochen umfassend über die unbeabsichtigten Fehler informiert, die er sehr bedauert.</p>
<p>Herr Lichtenthaler möchte betonen, dass die Fehler nicht bewusst entstanden sind.</p>
<p>Die Universität Mannheim hat daraufhin entsprechend ihrer Richtlinien ein Verfahren zur Untersuchung dieses Sachverhalts eingeleitet. Herr Lichtenthaler hat selbst ein großes Interesse daran, alle Aspekte zügig zu klären.</p>
<p>Im nächsten Schritt wird eine Kommission den Sachverhalt prüfen. Die Untersuchung wird einige Zeit in Anspruch nehmen, und Herr Lichtenthaler kann sich zu diesem laufenden Verfahren nicht detailliert äußern. Hierfür bittet Herr Lichtenthaler um Verständnis.&#8221;</p></blockquote>
<p>All das wirft kein gutes Licht auf die Forschungslandschaft in der deutschen Wirtschaftswissenschaft. Zum zweiten Mal innerhalb von nur einem Jahr muss sich einer der führenden Wirtschaftswissenschaftler gegen massive Vorwürfe wehren. Im letzten Jahr der Züricher Volkswirt Bruno Frey, jetzt der Mannheimer Betriebswirt Ulrich Lichtenthaler, über den wir vor drei Jahren im Handelsblatt ein Porträt mit der Überschrift <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/ulrich-lichtenthaler-der-junge-der-alles-richtig-macht/3200312.html">&#8220;Der Junge, der alles richtig macht&#8221;</a> veröffentlicht haben.</p>
<p>Beide Fälle werfen die Frage auf, inwieweit man Top-Forschern wirklich noch vertrauen kann. Eine Lehre ist vermutlich: Karrieren, die so aussehen, als wären sie zu gut um wahr zu sein, sind oftmals auch zu gut um wahr zu sein.</p>
<p>Die Universität Mannheim &#8211; und die WHU Vallendar, wo Lichtenthaler promovierte, habilitierte und bis 2011 beschäftigt war, müssen die Vorwürfe vollständig und rückhaltlos aufklären. Die Wissenschaftler, die Lichtenthalers Arbeiten analysierten und &#8220;Research Policy&#8221; auf die Spur stetzen, haben offenbar sehr viel Belege für weitere Problem-Paper und sind sicherlich zu jeder Mithilfe bereit.</p>
<p>Wie die   Universität Mannheim bislang mit den Vorwürfen gegen Lichtenthaler umgeht, macht allerdings nicht gerade Mut. Die Hochschule hat zwar ein Untersuchungsverfahren in Gang gesetzt, aber die zuständige Kommission hat ihre Arbeit noch nicht aufgenommen.</p>
<p>Dabei weiß die Hochschule schon seit rund sechs Wochen über die Vorwürfe Beischeid: Nach meinen Informationen hat Lichtenthaler selbst die Hochschule am 8. Juni informiert. Der Brief, in dem die &#8220;Research Policy&#8221;-Herausgeber die Uni informierten, ist auf den 6. Juni datiert und trägt den Posteingangsstempel des  11. Juni .</p>
<p>Wann die Mannheimer Kommission das erste Mal zusammenkommen wird, ist noch offen, angeblich soll das in den nächsten drei Wochen passieren.  Sollte das wirklich so lange dauern, wären zwei Monate vergangen zwischen dem Hinweis und dem tatsächlichen Beginn der Untersuchung.</p>
<p>Das deutet nicht gerade auf großen Eifer hin, den Vorgang aufzuklären. Noch nicht entschieden ist offenbar auch, ob externe Gutachter eingeschaltet werden (aus meiner Sicht ein absolutes Muss, wenn man das seriös aufklären will) oder ob das universitätsintern geregelt werden soll.</p>
<p><strong>Update:</strong> Aus der Universität höre ich, dass die Kommission wohl am kommenden Donnerstag zum ersten Mal tagen wird &#8211; und mit hoher Wahrscheinlichkeit  externe Gutachter bestellen wird.</p>
<p>Andere Unis zeigen, wie es geht: Zürich hat, als 2011 die Vorwürfe gegen Frey aufkamen, innerhalb von wenigen Stunden entschieden eine externe Kommission einzuberufen (<a href="http://economicsintelligence.com/2012/03/19/self-plagiarism-bruno-frey-gets-away-with-a-slap-on-the-wrist/">allerdings war der Arbeitsauftrag zu eng und das Ergebnis ein Witz</a> &#8211; immerhin wurde Freys Vertrag, der nach einer Emeritierung weiter als Professor beschäftigt wurde,  <a href="http://economicsintelligence.com/2012/04/23/university-of-zurich-forced-retirement-for-bruno-frey/">dann aber  nicht verlängert)</a>.</p>
<p>Auch die WHU Vallendar hat schneller und entschlossener gehandelt als Mannheim. Die Privatuni hat bereits eine externe Kommission einberufen, die ihre Arbeit laut WHU-Rektor Frenkel schon aufgenommen hat.</p>
<p>Mannheim ist derzeit die führende Fakultät für Wirtschaftswissenschaften in Deutschland. Sowohl die Volks- als auch die Betriebswirte* liegen in allen möglichen Rankings vorne. Sollte auch nur der Spur eines Zweifels bleiben, dass die Universität die Vorwürfe gegen Lichtenthaler nicht entschlossen und rückhaltlos aufklärt, wird droht der gesamten Hochschule ein massiver Reputationsschaden.</p>
<p>Im September wird das neue Handelsblatt-Betriebswirte-Ranking veröffentlicht. Wir diskutieren derzeit intensiv, wie wir darin mit Ulrich Lichtenthaler verfahren. Wir tendieren derzeit dazu, ihn  mindestens bis zum Abschluss sämtlicher Ermittlungsverfahren komplett aus dem Ranking herauszunehmen.</p>
<p><strong>Update:</strong> Zopolan hat einen sehr lesenwerten Kommentar zu dem Fall geschrieben, dem ich vermutlich leider zustimmen muss:<a href="http://zopolan.tumblr.com/post/27550758794/der-fall-lichtenthaler-als-symptom"> &#8220;Der Fall Lichtenthaler als Sympton?&#8221; </a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>* Hinweis:</strong>  Ich wurde per Email darum gebeten, nicht Mannheimer VWL und die Mannheimer  BWL in einen Topf zu werfen und darauf hingewiesen, dass beide Disziplinen nicht in der gleichen Fakultät organisiert sind. Das stimmt, und das war auch nicht meine Absicht. Allerdings denke ich, dass  &#8211; sollte der Vorgang nicht zügig und rückhaltlos aufgeklärt werden &#8211; der Reputationsschaden auf die gesamte Mannheimer Wirtschaftswissenschaft fall.</p>
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		<title>Bruno Freys publizistischer Amoklauf gegen die Uni Zürich</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Apr 2012 09:53:39 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ein in der Geschichte der deutschsprachigen Volkswirtschaftslehre wahrscheinlich einmaliger Vorgang: Der Züricher Ökonomie-Professor Bruno Frey hat die öffentliche Hand in der Schweiz indirekt aufgefordert, seiner eigenen Fakultät den Geldhahn abzudrehen – weil die Forschung seiner Kollegen irrelevant sei. &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/04/18/bruno-freys-publizistischer-amoklauf-gegen-die-uni-zurich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333">Es ist ein in der Geschichte der deutschsprachigen Volkswirtschaftslehre wahrscheinlich einmaliger Vorgang: Der Züricher Ökonomie-Professor <a href="http://www.econ.uzh.ch/faculty/frey.html">Bruno Frey</a> hat die öffentliche Hand in der Schweiz indirekt aufgefordert, seiner eigenen Fakultät den Geldhahn abzudrehen – weil die Forschung seiner Kollegen irrelevant sei.</span></p>
<p><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Die Volkswirte der Universität Zürich hätten den Bezug zur Wirklichkeit verloren und lebten in einer abstrakten Modellwelt. Seine Kollegen würden unter Ausschluss der Öffentlichkeit forschen. </span></span></p>
<p><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">„Wann rebellieren die Steuerzahler?“, fragt Bruno Frey in einem vor wenigen Tagen <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Wann-rebellieren-die-Steuerzahler/story/13736728">in einem Gastbeitrag für den Schweizer „Tages-Anzeiger“</a>.</span></span> Die Forschung seiner Züricher Kollegen beeinflusse die Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik “sicherlich nicht”, schreibt er:</p>
<blockquote><p>“Irgendwann dürfte dies auch den Steuerzahlenden auffallen, welche die Universität finanzieren.”</p></blockquote>
<p>Der  Gastbeitrag ist nicht nur eine Generalabrechnung mit der modernen Volkswirtschaftslehre, Frey kritisiert explizit die Arbeit seiner Züricher Fakultätskollegen:</p>
<p><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333"><span id="more-639297"></span></span></p>
<blockquote><p>„Viele Universitätsökonomen streben nur danach, möglichst viel in den Fachzeitschriften zu veröffentlichen – was in der Wirklichkeit vorgeht, interessiert sie hingegen wenig bis gar nicht.</p>
<p lang="de-DE">Aus diesem Grund finden sich nur noch wenige Ökonomen, die zu den wirtschaftlichen Problemen unseres Landes Stellung beziehen. Lobenswerte Beispiele dafür sind etwa Monika Bütler von der Universität St. Gallen oder Christoph Schaltegger von der Universität Luzern.</p>
<p lang="de-DE">Die Nationalökonomen der Universität Zürich hingegen sind in den wirtschafts- und finanzpolitischen Debatten fast ohne Ausnahme absent.</p>
<p lang="de-DE">Für sie sind nur die Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften wichtig. Diese werden jedoch nur von wenigen anderen Wissenschaftlern überhaupt zur Kenntnis genommen – oft sogar von gar niemandem.“</p>
</blockquote>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Diese publizistische Amoklauf gegen seine unmittelbaren Kollegen zeigt: Das Tischtuch zwischen Bruno Frey und der Uni Zürich ist zerschnitten. Der Hintergrund dürfte vermutlich die Debatte um die wissenschaftliche Arbeitsweise Freys sein, die im vergangenen Sommer ausgebrochen ist. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Damals<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/"> war bekannt geworden</a>, dass Frey systematisch und seit vielen Jahren gegen wissenschaftliche Ethik-Standards verstoßen hat. Der Professor hat <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/">in zahlreichen Fällen </a>quasi identische Arbeiten in mehreren Fachzeitschriften gleichzeitig veröffentlicht, ohne auf die anderen Arbeiten hinzuweisen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif"> In mehreren Fällen veröffentliche Frey wortwörtlich über weite Strecken identische Arbeiten unter anderen Titeln zweimal. (Einen detaillierten Vergleich verschiedener Studien gibt es <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">in dieser Tabelle.</a>) </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Nach Ansicht vieler seiner Fachkollegen hat Frey so seine eigene Publikationsliste mit unlauteren Mitteln über viele Jahre künstlich aufgebläht hat. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Solch ein Vorgehen wird auch als “Eigenplagiat” bezeichnet und ist unter Wissenschaftlern verpönt – unter anderem, weil die Ressourcen der ehrenamtlich für die Fachzeitschriften arbeitenden Fachgutachter vergeudet werden. Weil der Platz in wissenschaftlichen Fachzeitschriften begrenzt ist, verdrängen doppelt publizierte Arbeiten zudem Aufsätze von anderen Forschern &#8211; bringen aber gleichzeitig keinen zusätzlichen Erkenntnisgewinn. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Wissenschaftliche Fachzeitschriften fordern in ihren internen Richtlinien daher in aller Regel, dass Forscher auf ähnliche Arbeiten verweisen. Sie verlangen zudem, dass die Forschungsergebnisse nicht schon woanders publiziert sein dürfen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif"> Das von Freys Eigenplagiaten betroffene<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/"> “Journal of Economic Perspectives” hat ihn und seine Co-Autoren öffentlich hart kritisiert</a>. Das “Journal of Economic Behavior and Organization”  hat Frey offenbar auf eine schwarze Liste gesetzt und erklärt, in Zukunft keine Aufsätze von ihm mehr zu veröffentlichen. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Eine von der Universität Zürich<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/"> eingesetzte Kommission</a>, die den ersten bekannt gewordenen Fall &#8211; die Arbeiten zum Untergang der Titanic &#8211;  untersuchte, <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/03/19/eigenplagiate-von-bruno-frey-uni-zurich-druckt-ein-auge-zu/">verurteilte das Vorgehen ebenfalls</a>. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333">Die fehlenden Querverweise auf die anderen Arbeiten seien “unangemessen” und die Autoren sollten dafür gerügt werden. Weitere Maßnahmen seien aber nicht nötig, da zu erwarten sei, dass die fehlenden Querverweise zu den anderen Arbeiten ein “einmaliges Ereignis” blieben. (Diese Einschätzung ist angesichts <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">der vielen anderen Fälle </a>aus meiner Sicht ein Witz.)</span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Gerüchte besagen, dass die Universität Zürich daraufhin den Lehrvertrag, den sie mit Frey nach dessen Emeritierung geschlossen hat, in diesem Jahr auslaufen lässt. Die Universität Zürich lässt eine Anfrage des Handelsblatts dazu trotz  Nachfragen seit mehreren Wochen unbeantwortet. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Unabhängig von den Motiven von Freys publizistischem Amoklauf gegen seine eigene Fakultät – sein Kritik geht an der Sache vorbeit. Der Vorwurf, die Arbeiten der Volkswirte der Uni Zürich seien abstrakt und würden nicht beachtet, ist schlicht absurd. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Das beste Gegenbeispiel ist Ernst Fehr – Freys Fakultätskollege ist einer der international einflussreichsten Experimental- und Neuroökonomen. Fehrs Arbeiten werden von Fachkollegen so  häufig zitiert wie die von kaum einem anderen Volkswirten aus dem deutschsprachigen Raum, und auch das Handelsblatt und andere Zeitungen berichten regelmäßig über Fehrs Forschung. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Ein anderes Beispiel ist Josef Zweimüller – der Ökonom hat in mehreren faszinierenden empirischen Arbeiten die konkreten Folgen von Arbeitsmarktpolitik untersucht. So stellte er fest, dass <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/demographie-die-oekonomie-des-kinderkriegens/3056214.html">Elterngeld-Zahlungen dazu führen, dass mehr Kinder geboren werden</a> und <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/ruhestandsrisiko-frueh-in-rente-frueh-ins-grab/3581696.html">dass Frührentner eher sterben</a>. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Bizarr ist Freys Kritik auch vor dem Hintergrund, dass er selbst  seit 1977  an der Züricher VWL-Fakultät als Professor tätig ist. Lange Zeit war er dort einer der profiliertesten und einflussreichsten Köpfe. Es ist schwer vorstellbar, dass er in all der Zeit keinerlei Einfluss auf die  Personalpolitik genommen hat. So gesehen muss Frey sich auch an die eigene Nase fassen, wenn er mit dem Kurs seiner Fakultät nicht zufrieden ist.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Zudem muss sich Bruno Frey die Frage gefallen lassen, inwieweit seine eigene Forschung die von ihm geforderten Relevanz-Standards erfüllt. Sicherlich, er hat sich nicht in abstrakten mathematischen Modellen verkünstelt. Aber waren seine eigenen Arbeiten wirklich immer so wirtschafts- und finanzpolitisch relevant, wie er es von seinen Kollegen einfordert? </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Frey hat sich zuletzt unter anderem mit der Frage beschäftigt, wer den Untergang der Titanic überlebt hat, wie glücklich Pendler und Fernsehzuschauer sind und wie Benediktinerabteien aus ökonomischer Sicht aussehen. </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Keine Frage, das sind interessante und amüsante Fragen – aber sind diese Arbeiten wirklich wirtschaftspolitisch relevant? </span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Was sind die besten Instrumente im Kampf gegen die Arbeitslosigkeit? Was kann die Politik gegen Armut und Ungleichheit tun? Wie lässt sich das Finanzsystem krisenfest machen und Rezessionen vermeiden? Welchen Beitrag sollte die Geldpolitik zum wirtschaftlichen Wohlstand leisten? Antworten auf diese großen, wichtigen Fragen der Wirtschaftspolitik muss man in Freys Forschung mit der Lupe suchen.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">Ich meine das gar nicht als Vorwurf. Bruno Frey soll selbst entscheiden, wozu er forscht und welche Themen er links liegen lässt.  Seine Forschung ist oft kreativ und innovativ, ich habe oft im Handelsblatt über sie berichtet.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><span style="font-family: Georgia, serif;color: #333333">Aber Wissenschaft ist ein “trial and error”-Prozess, der von Pluralismus und vom Wettbewerb der Ideen lebt. Forscher müssen die Freiheit haben, sich ihre Fragestellungen selbst suchen zu dürfen – es muss ihnen erlaubt sein, auch Themen zu untersuchen, die nicht direkt erkennbar wirtschaftspolitisch relevant sind.  Diese Freiheit steht Bruno Frey zu – aber auch all seinen Fachkollegen.</span></p>
<p lang="de-DE"><span style="color: #333333"><span style="font-family: Georgia, serif">.</span></span></p>
<p lang="de-DE"><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”</a> und <a href="http://www.facebook.com/o.storbeck/"> meine Facebook-Seite</a> &#8211; ich freue mich über jedes “like”!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eigenplagiate von Bruno Frey: Uni Zürich drückt ein Auge zu</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 12:23:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>

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		<description><![CDATA[Fast ein dreiviertel Jahr hat die Universität Zürich gebraucht, um die Eigenplagiats-Vorwürfe gegen den VWL-Professor Bruno Frey untersuchen zu lassen. Jetzt liegt der Bericht der externen Kommission vor &#8211; die drei Gutachter Richard Layard, Christopher Pissarides (beide: London School of &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2012/03/19/eigenplagiate-von-bruno-frey-uni-zurich-druckt-ein-auge-zu/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Fast ein dreiviertel Jahr hat die Universität Zürich gebraucht, um die Eigenplagiats-Vorwürfe gegen den VWL-Professor Bruno Frey untersuchen zu lassen.</p>
<p>Jetzt liegt der Bericht der externen Kommission vor &#8211; die drei Gutachter Richard Layard, Christopher Pissarides (beide: London School of Economics) und Georg Winckler (Uni Wien) haben mindestens ein Auge zugedrückt.</p>
<p>Sie haben offenbar nur den ersten bekanntgewordenen Fall &#8211; die fehlenden Querverweise <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/">in vier sehr ähnlichen Papieren zum Untergang der Titanic analysiert</a>, nicht aber <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/">die zahlreichen anderen Fälle</a>.</p>
<p>Sie kommen zu folgendem Schluss: Diese fehlenden Zitate seien &#8220;unangemessen&#8221; und die Autoren sollten dafür gerügt werden. Weitere Maßnahmen seien aber nicht nötig, da zu erwarten sei, dass die fehlenden Querverweise zu den anderen Arbeiten ein &#8220;einmaliges Ereignis&#8221; blieben.</p>
<p>Das ist eine &#8211; um es vorsichtig auszurücken &#8211; sehr erstaunliche Einschätzung. Die Uni Zürich ist ihr dennoch gefolgt und betrachtet den Fall als erledigt.</p>
<p><span id="more-639227"></span>Jeder, der sich ein bisschen mit der Materie auseinandergesetzt hat, weiß: Der Titanic-Fall war nur die Spitze des Eisbergs &#8211; es gibt eine ganze anderer, ähnlicher Fälle, in denen Bruno Frey eigene Arbeiten ohne Querverweise mehrfach veröffentlicht hat.</p>
<p>In mindestens zwei Fällen wurde sogar ein über weite Strecken wortwörtlich identisches Papier zweimal veröffentlicht.</p>
<p>Mir fällt es daher schwer, die Ergebnisse von Layard, Pissarides und Winckler ernst zu nehmen. Wenn sie die anderen Fälle nicht kennen, haben sie schlampig gearbeitet &#8211; wenn sie sie kennen, ist ihr Urteil ein Witz. Aus meiner Sicht ist die Glaubwürdigkeit aller Beteiligten damit erheblich beschädigt.</p>
<p>Abzuwarten bleibt, ob die Uni Zürich im Sommer den Vertrag für den eigentlich schon lange emeritierten Frey abermals verlängern wird.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eigenplagiate von Bruno Frey &#8211; weitere Fälle entdeckt</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 07:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaftliche Ethik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638645</guid>
		<description><![CDATA[In der heutigen Printausgabe des Handelsblatts (inzwischen auch online verfügbar) berichte ich über eine ganze Reihe weiterer Eigenplagiatsfälle beim Züricher VWL-Professors Bruno Frey. Frey war vor einigen Monaten innerhalb des Fachs in die Kritik geraten, weil er zusammen mit zwei &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/09/12/eigenplagiate-von-bruno-frey-weitere-falle-entdeckt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der heutigen Printausgabe des Handelsblatts (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/neue-eigenplagiate-bringen-zuericher-top-oekonomen-unter-druck/4600708.html">inzwischen auch online verfügbar</a>) berichte ich über eine ganze Reihe weiterer Eigenplagiatsfälle beim Züricher VWL-Professors <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey">Bruno Frey</a>.</p>
<p>Frey war vor einigen Monaten innerhalb <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html">des Fachs in die Kritik geraten</a>, weil er zusammen mit zwei Koautoren vier sehr ähnliche Arbeiten in Fachzeitschriften veröffentlichte, ohne auf die anderen Papiere zum gleichen Thema querzuverweisen.</p>
<p>Bislang hat Frey die fehlenden Zitate<a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/"> als bedauerlichen Lapsus dargestellt</a>. Offenbar waren sie aber kein Einzelfall, wie die Berichte auf der <a href="http://freyplag.wikia.com/wiki/FreyPlag_Wiki">Internet-Plattform &#8220;FreyPlag Wiki&#8221;</a> nahelegen.</p>
<p><span id="more-638645"></span></p>
<p>Ich habe die dort gelisteten Beispiel  detailliert überprüft. Mein Fazit: Nicht alle, aber die meisten dort erhobenen Vorwürfe sind gerechtfertigt.</p>
<p>Einige Beispiele sind noch deutlich haarsträubender als der Titanic-Fall.  Das &#8220;European Journal of Law and Economics&#8221; hat gleich zweimal (<a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">&#8220;Problems with Publishing&#8221;</a> / <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=5">&#8220;Selfish or indoctrinated?&#8221;</a>) bereits woanders erschienene  Artikel von Frey quasi wortwörtlich nachgedruckt, ohne auf die Originalquelle zu verweisen &#8211; ein klarer Verstoß gegen die Submission Guidelines des Journals. Besonders pikant: Frey selbst gehört dem Herausgeber-Gremiums des EJLE an.</p>
<p>Ich habe die Beispiele <a href="https://docs.google.com/spreadsheet/pub?hl=de&amp;key=0AuEtgCUuVBDUdFlVc3ZIR2dsRFd1d29iWndjNVdVSFE&amp;hl=de&amp;gid=1">in einer umfangreichen Tabelle dokumentiert</a>. Mein Print-Artikel ist <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/neue-eigenplagiate-bringen-zuericher-top-oekonomen-unter-druck/4600708.html">hier online verfügbar</a>. Zudem diskutiere ich die einzelnen Fälle auch ausführlich <a href="http://economicsintelligence.com/2011/09/12/bruno-frey-more-cases-of-self-plagiarism-unveiled/">hier auf &#8220;Economics Intelligence&#8221;. </a><br />
.<br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Bruno-Frey-Plag-Projekt</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/29/das-bruno-frey-plag-projekt-bei-google-docs/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/29/das-bruno-frey-plag-projekt-bei-google-docs/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Aug 2011 10:41:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638605</guid>
		<description><![CDATA[Die Debatte um angebliche weitere Eigenplagiate des Schweizer Professors Bruno Frey gewinnt an Fahrt. Im &#8220;Economic Job Market Rumour&#8221;-Forum werden etliche weitere mutmaßliche Fälle aufgelistet, zum Teil sind die &#8220;Abstracts&#8221; wortwörtlich identisch. Ich habe selbst im Moment leider nicht die &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/29/das-bruno-frey-plag-projekt-bei-google-docs/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte um angebliche weitere <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">Eigenplagiate des Schweizer Professors Bruno Frey</a> gewinnt an Fahrt. Im &#8220;Economic Job Market Rumour&#8221;-Forum <a href="http://www.econjobrumors.com/topic/for-olaf-summary-of-all-known-plagiarism-cases-involving-bruno-frey-aug-29-2011">werden etliche weitere mutmaßliche Fälle aufgelistet</a>, zum Teil sind die &#8220;Abstracts&#8221; wortwörtlich identisch.</p>
<p>Ich habe selbst im Moment leider nicht die Zeit, mich da im  Detail mit zu beschäftigen, aber es gibt ein Projet namens <a href="http://freyplag.wikia.com/wiki/FreyPlag_Wiki">&#8220;Frey Plag&#8221;</a>, das <a href="http://freyplag.wikia.com/wiki/Nuclear_Power_Plants">Erstaunliches zu Tage fördert</a>.</p>
<p>Mehr Informationen dazu in <a href="http://economicsintelligence.com/2011/08/29/the-bruno-frey-plag-project-on-google-docs/">meinem englischen Blogpost</a>.<br />
.<br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bruno-Frey-Affäre: Das JEP nimmt kein Blatt vor den Mund</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/20/bruno-frey-affare-das-jep-nimmt-kein-blatt-vor-den-mund/</link>
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		<pubDate>Sat, 20 Aug 2011 14:51:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638517</guid>
		<description><![CDATA[Der Schweizer Top-Ökonom Bruno Frey (Universität Zürich), der die Lebenswerk-Wertung des Handelsblatt-Ökonomenrankings anführt, ist innerhalb der Volkswirtschaftslehre massiv in die Kritik geraten &#8211; wegen Eigenplagiaten. (Eine Zusammenfassung der Vorwürfe hier, alle Handelsblog-Beiträge dazu gibt es hier.) Zusammen mit seinen Ko-Autoren &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/08/20/bruno-frey-affare-das-jep-nimmt-kein-blatt-vor-den-mund/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 219px"><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:File-Bruno_Frey_2010b_crop.jpg"><img class="    " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/82/File-Bruno_Frey_2010b_crop.jpg" alt="" width="209" height="217" /></a><p class="wp-caption-text">Bruno Frey (Foto: Hannes Röst, Bild via Wikipedia) </p></div>
<p>Der Schweizer Top-Ökonom <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey">Bruno Frey</a> (Universität Zürich), der die <a href="http://tool.handelsblatt.com/tabelle/?id=23">Lebenswerk-Wertung des Handelsblatt-Ökonomenrankings</a> anführt, ist innerhalb der Volkswirtschaftslehre massiv in die Kritik geraten &#8211; wegen Eigenplagiaten. (Eine <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html">Zusammenfassung der Vorwürfe hier</a>, alle <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">Handelsblog-Beiträge dazu gibt es hier</a>.)</p>
<p>Zusammen mit seinen Ko-Autoren Benno Torgler und David Savage (Queensland University of Technology) hat Frey vier mal sehr ähnliche Studien in verschiedenen Fachzeitschriften veröffentlicht, ohne auf die anderen Arbeiten zu verweisen.</p>
<p>Gestern abend ist die <a href="http://www.aeaweb.org/issue.php?journal=JEP&amp;volume=25&amp;issue=3&amp;mode=single">Sommer-Ausgabe</a> des &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221; erschienen, das eine der betroffenen Zeitschriften war.</p>
<p><a href="http://pubs.aeaweb.org/doi/pdfplus/10.1257/jep.25.3.239">Darin werden zwei bemerkenswerte Briefe abgedruckt</a> &#8211; das Schreiben des JEP-Herausgebers <a href="http://econ-www.mit.edu/faculty/dautor">David Autor</a> an Bruno Frey und Freys Antwort.</p>
<p>Autor nimmt kein Blatt vor den Mund.</p>
<p><span id="more-638517"></span></p>
<p>- Zur Ähnlichkeit der vier Arbeiten:</p>
<blockquote><p>&#8220;There is very substantial overlap between these  articles and your articles and your JEP publication. Indeed, to my eye, they are substantively identical.&#8221;</p></blockquote>
<p>- Zu den fehlenden Querverweisen:</p>
<blockquote><p>&#8221; Further obscuring the links among these articles is the fact that none of your four articles cites any of the other three. Had you chosen to inform us of the inform us of the JEBO and and R&amp;S articles prior to the publication of your publication of your JEP article, we would of course have no grounds for complaint.<strong> In that case, however, we would not have published your article. </strong>(highlighted by me)</p></blockquote>
<p>- Zur Bewertung des Verhaltens:</p>
<blockquote><p>&#8220;We view your publication of this substantive material in multiple journals simultaneously as <strong>a violation of the spirit of the editorial agreement</strong> with American Economic Association that you signed in the winter 2010. (&#8230;.)</p>
<p>[W] find your conduct in this matter <strong>ethically dubious and disrespectful</strong> to the American Economic Association, the Journal of Economic Perspectives and the and the JEP ’s readers.&#8221;</p></blockquote>
<p>Bruno Freys Antwort fällt ziemlich zerknirscht aus:</p>
<blockquote><p>&#8220;I have forwarded the letter to Benno Torgler and we well understand your very serious complaint and we both agree that you are right. It was a grave mistake on our part for which we deeply apologize.</p>
<p>It should never have happened. This is deplorable.</p>
<p>We both wish to emphasize that as senior researchers we take full responsibility. David Savage is not responsible for our mistake. Please be assured that we take all precautions and measures that this unfortunate event does not happen again, with any journal.&#8221;</p></blockquote>
<p>Das sind Briefe, die man niemals schreiben und erhalten möchte. Und die man erst Recht nicht öffentlich diskutiert sehen möchte.<br />
.<br />
<span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”</a> und <a href="http://www.facebook.com/o.storbeck/"> meine Facebook-Seite</a> &#8211; ich freue mich über jedes “like”!<br />
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Der Journalist des Handelsblatts schreibt viel Falsches&#8221;</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 20:26:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638263</guid>
		<description><![CDATA[Das hat Bruno Frey in einem Interview der Schweizer Gratiszeitung &#8220;20 Minuten&#8221; (&#8220;Ich habe mich zu wenig selbst zitiert&#8221;) gesagt. (Vielen Dank an Marco Hafner alias &#8220;RBK_31&#8243;, der mich über Twitter auf das Interview hingewiesen hat!). Die Kollegen von 20 Minuten &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/08/der-journalist-des-handelsblatts-schreibt-viel-falsches/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignright" style="width: 161px"><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Flag_of_Switzerland.svg&amp;filetimestamp=20100619080041"><img src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/f/f3/Flag_of_Switzerland.svg/600px-Flag_of_Switzerland.svg.png" alt="" width="151" height="151" /></a><p class="wp-caption-text">Die Deutschen sind doch nur neidisch auf einen erfolgreichen Schweizer, meint Bruno Frey. (Bild via Wikipedia)</p></div>
<p>Das hat Bruno Frey in einem Interview der Schweizer Gratiszeitung &#8220;20 Minuten&#8221; (<a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/23158193">&#8220;Ich habe mich zu wenig selbst zitiert&#8221;</a>) gesagt.</p>
<p>(Vielen Dank an <a href="http://twitter.com/#!/RBK_31">Marco Hafner alias &#8220;RBK_31&#8243;</a>, der mich über Twitter auf das Interview hingewiesen hat!).</p>
<p>Die Kollegen von 20 Minuten haben Frey unter anderem gefragt, ob er die Aufregung übertrieben finde. Seine Antwort:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ja. Der Journalist des deutschen Handelsblatts, der gestern breit darüber berichtete, schreibt viel Falsches. Und er bauscht mich zum Star-Ökonomen auf, damit er die nötige Fallhöhe für einen reisserischen Artikel hinkriegt.&#8221;</p></blockquote>
<p>Mir sind keine Fehler bekannt, und Bruno Frey hat sich diesbezüglich auch noch nicht gemeldet.<strong> Daher rufe ich alle Leser zum Fact Checking meiner Artikel auf</strong> &#8211; wer einen Faktenfehler im Zusammenhang mit Bruno Freys Titanic-Texten findet, darf mit mir &#8220;auf Schalke&#8221;.</p>
<p><span id="more-638263"></span></p>
<p>Ich habe es in meinem englischen Blog, in dem zwei Leser meine Absichten in Frage stellten und mir vorwarfen, ich wälze die Sache zu sehr aus, <a href="-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/#comments">bereits geschrieben (10. Kommentar)</a>: Mein Anspruch ist es, allen Beteiligten die Möglichkeit zur Stellungnahme zu geben. Ich mache alle relevanten Informationen, über die ich verfüge und die meine Quellen nicht als vertraulich gekennzeichnet haben, öffentlich.</p>
<p>Sollte ich falsche Dinge geschrieben haben &#8211; ich bin mir dessen nicht bewusst &#8211; sind Bruno Frey, Benno Torgler und alle Leser hier eingeladen, mich darauf hinzuweisen. Hier meine <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html">beiden</a> <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/unorthodox-kreativ-und-sehr-erfolgreich/4367880.html">Texte</a> aus der Printausgabe, und hier meine <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">deutschen</a> und <a href="http://olafstorbeck.com/category/bruno-frey/">englischen</a> Blogposts dazu &#8211; ich wünsche euch allen viel Spaß beim Fact-Checking.</p>
<p><strong>Wer einen Faktenfehler mit Blick auf Frey&#8217;s Titanic-Publikationen findet, wird von mir in meine Geburtsstadt Gelsenkirchen eingeladen,  zu einem Heimspiel des FC Schalke 04. Ich zahle das Ticket, das Bier und die Currywurst (um die Anreise müsst ihr euch selbst kümmern).</strong></p>
<p>Bislang hat sich in der Frey-Affäre niemand gemeldet, um einen Fehler in meiner Berichterstattung zu monieren. Nicht Bruno Frey, nicht Benno Torgler und auch sonst niemand.</p>
<p>Was die Bezeichnung als Starökonom betrifft: Frey liegt im Handelblatt-Volkswirte-Ranking <a href="http://tool.handelsblatt.com/tabelle/?id=23">mit seinem Lebenswerk mit einigem Abstand auf Platz eins</a>, ist <a href="http://logec.repec.org/scripts/authorstat.pf?topnum=50;item=exsoft;country=all;.cgifields=citems;sortby=td">laut Repec der deutschsprachige Volkswirt, dessen Arbeiten am häufigsten im Internet heruntergeladen werden</a> und liegt dabei weltweit auf Platz 38. Außerdem wurde <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bruno_Frey#Academic_honours">er mit Wissenschaftspreisen aller Form und Güte überhäuft</a>.</p>
<p>Wenn Frey im deutschen Sprachraum kein Starökonom ist, wer ist es dann? (Ja, klar, Herr Sinn, mal abgesehen von Ihnen natürlich!)</p>
<p>Bemerkenswert ist an dem 20-Minuten-Interview zudem, was Frey zum <a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf">nicht zitierten Titanic-Aufsatz von 1986</a> sagt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Dort ging es um eine völlig andere Fragestellung. Warum überlebten mehr Passagiere aus der ersten Klasse als aus der dritten? Weil Vermögenden damals eher geholfen wurde als Armen, lautete die Antwort. Wir hingegen wollten wissen, warum mehr Briten als Amerikaner ertranken.&#8221;</p>
<p><strong>Trotzdem hätten Sie die ältere Studie zitieren sollen.</strong><br />
&#8220;Das war alles andere als zwingend.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nicht nur ich sehe das anders &#8211; auch der MIT-Professor und &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221;-Herausgeber David Autor. Er schrieb mir mit Blick auf den Hall-Aufsatz von 1986:</p>
<blockquote><p>“The Hall paper that you cited (and which I downloaded and read yesterday) comes as unhappy news to my coeditors and me. We were not aware of that article or its overlap with Frey et al. <strong>My reading is that there is considerable overlap between Frey et al. and this 1986 paper</strong>. (&#8230;)  Frey et al. should have known about this article. It is their responsibility as scholars to fully research the literature in their field of study, and to acknowledge prior contributions accurately and fairly.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wirklich peinlich wird Freys Interview ganz am Schluss.</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich frage mich, ob bei Deutschen Neid eine Rolle spielt. Dass ein Schweizer wie ich oft die Beststeller-Listen anführt, mag einigen im Nachbarstaat nicht in den Kram passen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Lieber Bruno Frey, die nationalistische Karte zu ziehen, das ist wirklich nicht ihr Ernst, oder?</p>
<p>Glauben Sie ernsthaft, mich oder einen anderen Handelsblatt-Kollegen würde interessieren, was für einen Pass Sie in der Tasche haben?</p>
<p>Hans-Werner Sinn musste sich trotz seiner westfälischen Herkunft <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/06/03/traktoren-targetsalden-trugschlusse-hws-hat-sich-verrannt/">schwere Kritik von mir gefallen lassen</a> (<a href="http://olafstorbeck.com/2011/06/25/the-dirty-tricks-of-hans-werner-sinn/">hier noch mehr</a>), und mein Kollege <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/der-download-krieg-der-oekonomen/2929688.html">Norbert Häring hat US-Starökonomen Steven Levitt zu Recht attakiert</a>, als dieser Schmuh betrieben hat.</p>
<p>Umgekehrt weiß nicht, wie oft ich im Handelsblatt ein Loblied auf die Volkswirte der Universität Zürich  (zum Beispiel <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/berliner-vwl-fakultaeten-verlieren-den-anschluss/3385494.html">hier</a>, <a href="http://www.econ.upenn.edu/~dkrueger/press/HBArtikel.pdf">hier</a> (peinlicherweise hatte ich damals bei der Blümlisalpstraße ein s unterschlagen) sowie die dort forschenden Professoren Frey (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/bruno-frey-der-oekonomische-grenzverletzer/2872070.html">hier</a>) und Fehr (<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/wo-liegt-das-dynamit-vergraben/2710076.html">hier</a>, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/gustav-stolper-preis-fuer-ernst-fehr/3535114.html">hier</a> und <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/wenn-volkswirte-verbotenes-tun/3248458.html">hier</a>) gesungen habe.</p>
<p>Um es ganz deutlich zu sagen: I don&#8217;t have a dog in this fight. Ich habe bislang Bruno Frey persönlich und als Wissenschaftler sehr geschätzt; und ich bin nach wie vor der Meinung, dass die Volkswirtschaftslehre ihm sehr viel zu verdanken hat &#8211; vor allem mit Blick auf die Überwindung der Engstirnigkeit, <a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/wissenswert/leben-in-der-scheinwelt/3551402.html">unter der der neoklassische Mainstream meines Erachtens leidet</a>. Seine Verdienste können aber kein Argument sein, sein Fehlverhalten zu vertuschen.</p>
<p>Die Verzweifelung muss wirklich groß sein, wenn sich Bruno Frey mit solch lächerlichen Argumenten zu verteidigen versucht  - und sich damit erst vollends um Kopf und Kragen redet.</p>
<p><strong>Update (Samstag, 9. Juli, 11.30 Uhr)</strong> : Interessant ist auch, dass Frey in dem Interview zwischen den Zeilen seinen Koautoren die Schuld für die fehlenden Zitate auf die anderen Titanic-Paper des Forscherteams gibt. Auf die Frage, welche Lehren er aus dem Fall ziehe, sagt er &#8220;20 Minuten&#8221;:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich muss den Publikationsprozess enger begleiten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Im <a href="http://www.econjobrumors.com/topic/bruno-frey-busted">englischsprachigen Internetforum &#8220;Economic Job Market Rumors&#8221;</a> kommentiert das jemand so:</p>
<blockquote><p>That sounds like he is throwing his co-auhtors under the bus&#8230;</p></blockquote>
<p style="text-align: justify">Mich würde mal sehr interessieren, was sich Benno Torger und David Savage denken, wenn sie das lesen&#8230;</p>
<p>Im übrigens habe ich heute morgen  folgende Email an Frey und cc an Torgler und Savage geschickt:</p>
<blockquote><p>Dear Professor Frey,</p>
<p>With great interest I read your interview in &#8220;20 Minuten&#8221;<br />
(<a href="http://www.20min.ch/finance/news/story/23158193" target="_blank">http://www.20min.ch/finance/news/story/23158193</a>)</p>
<p>You make the claim that I wrote &#8220;a lot of wrong things&#8221; in my article<br />
for printed Handelsblatt (the article is available online, here:<br />
<a href="http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html" target="_blank">http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/staroekonom-schreibt-bei-sich-selbst-ab/4367878.html</a>)</p>
<p>I&#8217;m not aware of any factual errors in my articles about your work.<br />
However, if there are any, I&#8217;m happy to correct them instantly. Hence,<br />
I&#8217;d be grateful if you were able to elaborate what precisely is wrong<br />
in my articles.</p>
<p>I&#8217;d also ask you to have a look at my English translation of your<br />
interview that I published on my blog.<br />
<a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/09/bruno-frey-fights-back/" target="_blank">http://olafstorbeck.com/2011/07/09/bruno-frey-fights-back/</a></p>
<p>Please let me know if there are any issues with my translation of your<br />
words. I&#8217;m happy to  improve the translation.</p>
<p>Many thanks and best regards<br />
Olaf Storbeck</p></blockquote>
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</span></span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bruno Frey &#8211; jetzt ermittelt die Uni Zürich</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 06 Jul 2011 09:33:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Leitung der Universität Zürich hat heute ein offizielles Verfahren gegen Bruno Frey eingeleitet &#8211; wegen des &#8220;Verdacht der Unlauterkeit in der Wissenschaft&#8221;, teilte mir soeben die Pressestelle mit. &#8220;Um die Unabhängigkeit des Verfahrens zu garantieren, werden externe Gutachter eingesetzt&#8221;, &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/06/neues-in-der-casa-bruno-frey/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Leitung der Universität Zürich hat heute ein offizielles Verfahren gegen Bruno Frey eingeleitet &#8211; wegen des &#8220;Verdacht der Unlauterkeit in der Wissenschaft&#8221;, teilte mir soeben die Pressestelle mit. &#8220;Um die Unabhängigkeit des Verfahrens zu garantieren, werden externe Gutachter  eingesetzt&#8221;, schrieb mit der Pressesprecher der Hochschule.</p>
<p>(Hintergründe zu den Vorwürfen gegen Frey <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/">hier </a>und &#8211; ausführlicher, aber auf Englisch,  <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/is-bruno-frey-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/">hier </a>und <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-rebukes-bruno-frey-plus-replys-by-torgler-and-frey/">hier</a>.)</p>
<p>Das Einschalten externer Gutachter ist insofern bemerkenswert, weil es sich dabei offenbar um eine Ermessensentscheidung der Hochschulleitung handelt  &#8211; ich interpretiere das als ein Indiz dafür, dass man die Vorwürfe in Zürich ernst nimmt.</p>
<p>Joseph Falkinger, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Zürich, schrieb mir dazu gestern: &#8220;Wird ein Verfahren eingeleitet, beauftragt sie Vertrauenspersonen mit der Ermittlung und setzt bei Bedarf externe Gutachter ein. Dies stellt die Unabhängigkeit des Verfahrens sicher.&#8221;</p>
<p>Die Debatte um die Eigenplagiate von Bruno Frey wird seit Ende April in der angelsächischen Ökonomenzunft geführt &#8211; die Hochschulleitung wurde aber erst darauf aufmerksam, weil Dekan Falkinger sie gestern nach einer Handelsblatt-Anfrage informierte. (Mehr dazu auch hier: <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/05/university-of-zurich-looks-at-freys-conduct/">&#8220;University of Zurich takes a look at Frey&#8217;s conduct&#8221;</a>)</p>
<p>Weitere Neuigkeiten in Sachen Bruno Frey:</p>
<p><span id="more-638235"></span>- Bruno Frey sagte mir gestern am Telefon, er habe die Sache mit den Eigenplagiaten mit den Herausgebern der Fachzeitschriften geklärt und sich entschuldigt. Er räumte allerdings ein, dass er sich nur beim &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221;, dem &#8220;Journal of Economic Behaviour and Organization&#8221; und &#8220;Rationality and Society&#8221; entschuldigt habe, nicht aber bei PNAS, dem vierten betroffenen Journal. Dort hätten sich die Herausgeber offenbar nicht an seinem Vorgehen gestoßen. Heute jedoch teilte mir der PNAS-Herausgeber mit, dass sie bisher schlicht nichts von der Sache wussten und Frey jetzt kontaktieren werden. (Mehr dazu hier: <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/06/bruno-frey-pnas-and-a-missing-apology/">&#8220;Bruno Frey, PNAS and a missing apology&#8221;</a></p>
<p>- Das 1986-Paper von Wayne Hall, das erstaunliche Ähnlichkeiten zu den Papieren von Bruno Frey, Benno Torgler und David Savage aufweist, <a href="http://espace.library.uq.edu.au/eserv/UQ:152940/HallSSM2261986.pdf">ist jetzt online kostenlos zum Download verfügbar.</a> (Die <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/is-bruno-frey-sailing-on-the-titanic-on-cloned-papers-and-missing-citations/">Frey-Paper sind hier verlinkt</a>.)</p>
<p>- Alle meine deutschen Blogbeiträge zu diesem Thema <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/tag/bruno-frey/">sind hier gesammelt</a>.</p>
<p>- Morgen wird im gedruckten Handelsblatt ein großer Artikel in der Sache Bruno Frey erscheinen.</p>
<p><span style="font-family: arial, sans-serif"><span><a href="http://olafstorbeck.com/">Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence”.</a><br />
<img src="http://s09.flagcounter.com/count/7oC/bg=FFFFFF/txt=000000/border=CCCCCC/columns=2/maxflags=12/viewers=0/labels=0/pageviews=1/" alt="" width="1" /><br />
</span></span></p>
<div id="_mcePaste" style="width: 1px;height: 1px;overflow: hidden">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/sitzt-bruno-frey-auf-der-titanic/</div>
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		</item>
		<item>
		<title>“Journal of Economic Perspectives” tadelt Bruno Frey öffentlich</title>
		<link>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/</link>
		<comments>http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 04 Jul 2011 15:32:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Olaf Storbeck</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bruno Frey]]></category>
		<category><![CDATA[Volkswirtschaftslehre]]></category>
		<category><![CDATA[Eigenplagiate]]></category>
		<category><![CDATA[Titanic]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/?p=638207</guid>
		<description><![CDATA[Das &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221; (JEP) hat Bruno Frey und seine Koautoren Benno Torgler und David Savage wegen der Mehrfach-Veröffentlichung nahezu identischer Beiträge getadelt, Bruno Frey hat sich im Namen aller Beteiligten entschuldigt, schrieb mir JEP-Herausgeber David Autor soeben. Den &#8230; <a href="http://blog.handelsblatt.com/handelsblog/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-tadelt-bruno-frey-offentlich/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 368px"><a href="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fd/RMS_Titanic_3.jpg"><img class=" " src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/f/fd/RMS_Titanic_3.jpg" alt="" width="358" height="264" /></a><p class="wp-caption-text">Die Titanic verlässt Southampton - Freys umstrittene Arbeiten beschäftigten sich mit ihrem Untergang (Foto via Wikipedia) </p></div>
<p>Das &#8220;Journal of Economic Perspectives&#8221; (JEP) hat Bruno Frey und seine Koautoren Benno Torgler und David Savage wegen der Mehrfach-Veröffentlichung nahezu identischer Beiträge getadelt, Bruno Frey hat sich im Namen aller Beteiligten entschuldigt, schrieb mir JEP-Herausgeber David Autor soeben. Den Schriftwechsel mit Frey wird das JEP in seiner nächsten Ausgabe abdrucken,</p>
<blockquote><p>&#8220;which is a very stern and public rebuke to an academic. “</p></blockquote>
<p>Mit dem JEP distanziert sich das zweite VWL-Journal von den Praktiken von Bruno Frey und seinen Ko-Autoren &#8211; der Herausgeber des &#8220;Journal of Economic Behaviour und Organization&#8221; hat das Autoren-Trio offenbar auf die schwarze Liste gesetzt und ihnen mitgeteilt, <a href="http://economiclogic.blogspot.com/2011/04/on-ethics-of-research-cloning.html">dass er in Zukunft keine Arbeiten von ihnen mehr akzeptieren werde</a>.</p>
<p>Das 1986er-Paper von Hall (<a href="http://ideas.repec.org/a/eee/socmed/v22y1986i6p687-690.html">“Social class and survival on the S.S. Titanic”</a>), das ich bei Repec gefunden habe (<a href="http://ideas.repec.org/cgi-bin/htsearch?q=titanic">5. Treffer, wenn man nach &#8220;Titanic&#8221; sucht</a>)  kannten die JEP-Herausgeber noch nicht, obwohl sie sich mehrere Monate mit dem Thema beschäftigt haben.</p>
<p><span id="more-638207"></span></p>
<p>Autor schrieb mir:</p>
<blockquote><p>“The Hall paper that you cited (and which I downloaded and read yesterday) comes as unhappy news to my coeditors and me. We were not aware of that article or its overlap with Frey et al. My reading is that there is considerable overlap between Frey et al. and this 1986 paper. It would be extremely difficult to establish that Frey et al. knew of the Hall paper and had borrowed from it. Absent such proof, I would not make such an allegation. However, Frey et al. should have known about this article. It is their responsibility as scholars to fully research the literature in their field of study, and to acknowledge prior contributions accurately and fairly.&#8221;</p></blockquote>
<p>In der Zwischenzeit hat sich auch Benno Torgler bei mir gemeldet. Mit Blick auf das 25 Jahre alte Hall-Paper (der Autor arbeitet wie Torgler an einer Universität in Brisbane, Australien), schreibt er:</p>
<blockquote><p>&#8220;Thanks for referring us to other studies. We were not aware of them. We haven’t seen the Hall paper published in Social Science &amp; Medicine beforehand, otherwise we would have cited it. We didn’t know him nor that he is working at the University of Queensland (other university in Brisbane). Yes, we have done a literature research on various issues related to our articles. As you can see, we have, e.g., cited a lot of articles in our JEBO paper. However, it seems that we have missed the ones you have mentioned which is a substantial shortcoming from our part (also taking into account, as you mentioned, that it would have not been difficult to find them). There is no reason why we shouldn’t have cited these previous studies if we would have been aware of them. It would have allowed us to work directly on the comparative approach between ship accidents that we found very important.&#8221;</p></blockquote>
<p>Eine ausführlichere Version der E-Mails und auch eine erste Reaktion von Bruno Frey gibt es <a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-rebukes-bruno-frey-plus-replys-by-torgler-and-frey/#more-915">in meinem englischen Blog &#8220;Economics Intelligence&#8221;.</a></p>
<p><a href="http://olafstorbeck.com/2011/07/04/journal-of-economic-perspectives-rebukes-bruno-frey-plus-replys-by-torgler-and-frey/#more-915"></a><br />
<img src="http://s09.flagcounter.com/count/7oC/bg=FFFFFF/txt=000000/border=CCCCCC/columns=2/maxflags=12/viewers=0/labels=0/pageviews=1/" alt="" width="1" /></p>
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