Olaf Storbeck
Olaf Storbeck berichtet als International Economics Correspondent aus London für das Handelsblatt über die Trends in der Wirtschaftswissenschaft.

Beiträge von Olaf Storbeck:

Soll Deutschland in der Eurozone bleiben?

Jetzt live auf Youtube: Der erste Ökonomenhangout zur Euro-Krise.

 

Es diskutieren die Wirtschaftsblogger Arne Kuster (www.wirtschaftwurm.de), Dirk Elsner (www.blicklog.com) und Olaf Storbeck, Ökonomie-Redakteur (noch) beim Handelsblatt und Betreiber des Blogs “Economics Intelligence”.

 

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Was nun Herr Smith?, Teil 2

Im Juli habe ich zusammen mit Norbert Häring für die Freitagsausgabe des Handelsblatts eine Titelgeschichte über die Krise der Volkswirtschaftslehre geschrieben: “Was nun, Herr Smith?”, fragten wir. Zu meiner Überraschung war das eine der am besten verkauften Ausgaben seit  Einführung der “Freitagstitel”.
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Hintergründe zum Ökonomie-Nobelpreis 2012

Die Entscheidung des Stockholmer Nobelpreiskomitees, die wichtigste Auszeichnung für Ökonomen der Welt an die US-Ökonomen Al Roth und Lloyd Shapley zu vergeben, ist eine sehr gute Wahl.

Mit ihrem “Market Design” haben sie nicht nur viele Märkte deutlich effizienter gemacht, sondern  gleichzeitig das Leben von vielen Menschen drastisch verbessert. Schüler und Studenten müssen dank der von Shapley und Roth entwickelten Methoden nicht mehr auf Schulen gehen, die sie nicht mögen – und Nierenkranke kommen dank der Tauschbörse für Nierenspender viel schneller zu einem neuen Organ. Al Roth ist einer der wenigen Volkswirte, der systematisch Leben gerettet hat.

Die Forschung der beiden zeigt, dass VWL mehr ist als Selbstzweck und abstrakte Zahlenspiele in zu simplen Modellen.

Auf den Ökonomie-Seiten des Handelsblatts haben wir in der Vergangenheit regelmäßig vor allem über die Forschung von Al Roth berichtet. Hier eine Auswahl über ein paar ältere Artikel:

Der Markt als Designobjekt- Früher haben Ökonomen das Spiel von Angebot und Nachfrage nur analysiert – jetzt perfektionieren sie die Arenen dafür.

Was taugt die VWL? – Ökonomen machen das Leben lebenswert – behaupten sie zumindest selbst. Weil das sonst kaum jemand merkt, bekommt das Fach aber immer weniger Fördergelder. Auf der Jahrestagung der American Economic Association in New Orleans war “Better living through economics” jetzt ein großes Thema, ebenso wie bessere Selbstvermarktung.

Meine Niere gegen deine Niere – Mit Organen zu handeln ist strafbar, Organe zu tauschen nicht – zumindest in den USA: Dort gibt es inzwischen etliche Tauschbörsen für Organspenden. Über Datenbanken kann so der passende Spender schneller gefunden werden. Nun steht das Konzept vor dem landesweiten Durchbruch.

Undercover Economist: Stakes in kidneys 

Eine ausführliche Darstellung der Forschung der beiden Nobelpreisträger gibt es hier.

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Was die EU mit meinen Rückenschmerzen zu tun hat

Die EU erhält den Friedensnobelpreis? Zugegeben, als ich die erste Vorabmeldung dazu gesehen habe, habe ich mich auch gefragt: Soll das ein Witz sein? Ist heute der 1. April?

Aber wenn man einen Moment lang unvoreingenommen über diese Nachricht nachdenkt, ist es tatsächlich eine angemessene Entscheidung. Die offizielle Begründung aus Oslo trifft den Nagel auf den Kopf:

„The union and its forerunners have for over six decades contributed to the advancement of peace and reconciliation, democracy and human rights in Europe.”

Auf Twitter haben einige Leute dieses Argument als „politische Korrektheit“ abgetan. (weiterlesen …)

Der faule Grieche und die zickige Deutsche

Eine etwas andere, ganz amüsante Sichtweise auf die Euro-Krise liefert dieses Video.

Hintergründe zum Macher Bob Denham gibt es hier. Der Schauspieler Yiannis Alexiou, der “Greco” spielt, wurde schon vom griechischen Fernsehen und einer griechischen Sonntagszeitung interviewt.

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Die Top-Fakultäten für BWL

Heute veröffentlichen wir den zweiten Teil der Ergebnisse des BWL-Rankings. Nach den Ranglisten für die Einzelforscher folgt jetzt das Ranking für die Fakultäten.

Die Liste ist hier verfügbar:

Top-25 Fakultäten Betriebswirtschaftslehre

Zudem haben wir gestern korrigierte Daten für die Listen der Einzelforscher hochgeladen. Ein Wissensschaftler waren  gegen seinen Willen zu den Ranking-Verweigerern gezählt worden, ein anderer wurde trotz Boykott-Aufruf irrtümlich ausgewiesen.

Zudem waren einige, wenige Forscher irrtümlich als nicht Ranking-relevant eingestuft wurden. Hinzu kamen Korrekturen bei einigen wenigen Forschern, bei denen es noch Korrekturen bei den erfassten Publikationen (insbesondere Zahl der Koautoren) gab. Hier die neuen Ergebnisse:

Top-250 Lebenswerk (Publikationen seit Karrierebeginn)

Top-100 Unter 40 Jahren

Top-100 aktuelle Forschungsleistung (Publikationen seit 2008)

Zum Schluss noch ein Hinweis auf die Studie “Which Factors Drive the Decision to Boycott and Opt Out of Research Rankings?”  von Michael Berlemann und Justus Haucap, die den Ranking-Boykott empirisch anaylsiert haben. Die Studie hat heftige Kritik von Alfred Kieser und Margit Osterloh provoziert,  die  Berlemann und Kieser aber zurückweisen (Details dazu hier.)

 

 

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Der Streit um das BWL-Ranking geht in die nächste Runde

Die Wissenchaftler Michael Berlemann und Justus Haucap haben anhand der Rohdaten des Handelsblatt-Rankings BWL untersucht, ob es bestimmte systematische Merkmale gibt, die den Boykott des Handelsblatt-Rankings treiben.

Ihre Analyse ist am Freitag  unter dem Titel “Which Factors Drive the Decision to Boycott and Opt Out of Research Rankings?” bei SSRN als Arbeitspapier erschienen. Die Forscher stellen fest:

“Firstly, a withdrawal from the ranking is the less likely the more points a scholar has achieved over his academic career. Secondly, more senior scholars are more likely to boycott the ranking than younger ones. And thirdly, the more reputed the average outlet is in which a scholar published his or her papers the less likely he or she is to boycott the ranking.”

Dies führt Berlemann und Haucap zu folgendem Fazit:

“This finding supports the impression that we currently do not only see a change of generations within the German‐speaking community of business researchers, but also a change of culture. Younger researchers are more internationally oriented and strive for publications in internationally well renown journals with high impact factors.”

Ich hatte mit dem Einverständnis von Berlemann und Haucap eine vorläufige Version der Studie an die Ranking-Kritiker Alfred Kieser und Margit Osterloh weitergeleitet. Sie haben mir eine Stellungsnahme geschickt, in der sie die Arbeit heftig kritisieren: Die Forscher würden “gravierende methodische Fehler” machen,betrieben eine “wissenschaftliche Veredelung von Vorurteilen” und stempelten die Aussteiger “zu Losern”.

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BWL-Ranking 2012 – die Ergebnisse

In den vergangenen Wochen und Monaten wurde viel darüber diskutiert, und mehr als  300 Forscher boykottieren es: Das Handelsblatt BWL-Ranking 2012.

Hier die Ergebnis-Tabellen für das Personenranking (die Ergebnisse des Uni-Rankings veröffentlichen wir nächste Woche Montag)

Top-250 Lebenswerk (Publikationen seit Karrierebeginn)

Top-100 Unter 40 Jahren

Top-100 aktuelle Forschungsleistung (Publikationen seit 2008)

Der Boykott hat übrigens sehr überschaubare Auswirkungen auf die Aussagekraft der Ranking-Ergebnisse (Details dazu hier).

Update: Der Begleittext zum Ranking, eine Dokumentation der wichtigsten Kritikpunkte der Ranking-Gegner sind inzwischen online. Die Methodik des Rankings wird hier erläutert, die Zeitschriftenliste findet sich hier.

Die Initiatoren des Offenen Briefs gegen das Handelsblatt-Ranking,  Alfred Kieser und Margit Osterloh, beziehen in  einen Gastbeitrag zur Handelsblatt-Berichterstattung Stellung (dieser Text ist parallell auch im Blog der Ranking-Gegner erschienen.)

 

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So wirkt sich der Boykott-Aufruf auf das BWL-Ranking aus

Jörg Schläpfer von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich hatte in den vergangenen Tagen allerhand zu tun: Er pflegt die Forschungsmonitoring-Datenbank, die  unter anderem Grundlage für das Forschungsranking BWL des Handelsblatts ist. Seit dem vergangenen Wochenende hat Jörg sich durch hunderte von E-Mails gearbeitet und in der Datenbank vermerkt, welche Forscher  nicht im Personenranking erfasst sein wollen.

Insgesamt haben sich in diesem Jahr 339 Betriebswirte auf die “Robinson-Liste” setzen lassen – deutlich mehr als bei unserem ersten BWL-Ranking vor drei Jahren. Die allermeisten Forscher haben sich nach dem von Alfred Kieser und Margit Osterloh initiierten Boykott-Aufruf bei uns gemeldet. (Zu den Argumenten der Kritiker habe ich hier im Handelsblog Stellung bezogen, eine ausführlichere Stellungnahme folgt in den nächsten Tagen.)

Insgesamt haben wir 3016 für das BWL-Ranking relevante Forscher in unserer Datenbank erfasst, von denen 2224 mindestens eine für das Ranking relevante Publikation haben. Grob geschätzt machen die Ranking-Verweigerer also elf Prozent der Wissenschaftler nicht mit.

Die Auswirkungen auf das Personenranking sind aber deutlich geringer, als diese nackten Zahlen suggerieren.

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BWL-Forscher rufen zum Boykott des Handelsblatt-Rankings auf – mit Update

In knapp zwei Wochen – am 10. September – veröffentlicht das Handelsblatt die Neuauflage des BWL-Rankings. Wir bieten Forschern, die nicht mitmachen wollen, eine Opt-Out-Möglichkeit aus den Personenrankings (für das  Hochschul-Ranking werden die Personen trotzdem mitgezählt).

Einige Betriebswirte um Margit Osterloh (Uni Zürich) und Alfred Kieser (Zeppelin Universität, Friedrichshafen) haben jetzt einen Boykott-Aufruf initiiert und einen offenen Brief verfasst, der dem Handelsblatt vorliegt. Darin heißt es:

Warum wir aus dem Handelsblatt BWL-Ranking ausgestiegen sind

Am 9. September [Anmerkung: tatsächlich ist es der  10. September] dieses Jahres wird das Handelsblatt in seinem zweiten BWL-Ranking wieder verschiedene Ranglisten veröffentlichen: die der besten 250 deutschsprachigen Betriebswirte nach den Forschungsergebnissen ihres Lebenswerkes, die der 100 Besten nach den Forschungsergebnissen der letzten 5 Jahre und die der 100 Besten unter 40 Jahren. Ermittelt werden diese Ranglisten auf der Basis der in Zeitschriften veröffentlichten Aufsätze. Buchveröffentlichungen werden nicht berücksichtigt. Die Aufsätze werden nach einem vom Handelsblatt ermittelten Maßstab gewichtet, welcher die Qualität der jeweiligen Zeitschrift und der darin veröffentlichten Arbeiten zum Ausdruck bringen soll. (weiterlesen …)