Florian Kolf
hat ein gesundes Misstrauen gegenüber Versprechungen und Behauptungen von Politikern, Managern und sogenannten Experten und seziert sie mit dem Messer des gesunden Menschenverstandes. Am liebsten erwärmt er sich an den Reibungsflächen zwischen Wirtschaft und Ethik.

Beiträge von Florian Kolf:

Warum zahlt der Staat eigentlich die Bischofsgehälter?

Es ist ein auf den ersten Blick unauffälliger Satz, der Artikel 140 des Grundgesetzes: „Die Bestimmungen der Artikel 136, 137, 138, 139 und 141 der deutschen Verfassung vom 11. August 1919 sind Bestandteil dieses Grundgesetzes.“ Doch er birgt Sprengstoff – gerade im Zusammenhang mit der Diskussion über den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. (mehr …)

Schäuble trägt Luftschlösser nach Athen

Es ist paradox: In Deutschland wird Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Schäuble von vielen Bürgern dafür gescholten, dass er mitverantwortlich ist für Hilfszahlungen an Griechenland in Milliardenhöhe. In Griechenland selber dagegen ist Schäuble einer der meistgehassten Deutschen – direkt nach Angela Merkel, weil er dem Land angeblich den harten Sparkurs diktiert hat.

Nun betätigt sich Schäuble in Athen wieder als Wohltäter. Doch ist er das wirklich? (mehr …)

Ist der Mindestlohn eine Lachnummer?

Frische Brötchen aus der Bäckerei werden immer teurer.
Foto: dpa

Die Mindestlohndebatte ist ein Thema, das in Deutschland sehr emotional geführt wird – gerade in Zeiten des Wahlkampfes. Das zeigt sich aktuell wieder bei der Umfrage, die Forsa im Auftrag des Handelsblatts unter Führungskräften durchgeführt hat. Das überraschende Ergebnis: Eine Mehrzahl der Manager ist für einen Mindestlohn von 8,50 Euro.

Ein Leser von Handelsblatt Online hat dabei eine interessante Debatte angestoßen. (mehr …)

Vergiftetes Geschenk für Autokäufer

Volkswagen

Golf VII beim VW-Händler: Autobauer jubeln nicht mehr.

Schon der Priester Laokoon wusste, dass vermeintliche Großzügigkeiten fatale Folgen haben können. Im Epos Aeneis des Dichters Vergil rief er aus: „Was immer es ist, ich fürchte die Danaer, selbst wenn sie Geschenke bringen.“ Sein Ausspruch, der sich auf das trojanische Pferd bezog, wurde als „Danaergeschenk“ zur festen Redewendung. Doch allen Warnungen zum Trotz werden auch heute noch Danaergeschenke verteilt – sogar vom Staat. (mehr …)

Bequemer Sündenbock EU

GurkeAn diesem Samstag können wir ein denkwürdiges Jubiläum feiern. Vor genau 25 Jahren trat die „Verordnung Nr. 1677/88 EWG“ in Kraft, besser bekannt – und berüchtigt – als Gurkenkrümmungsverordnung der Europäischen Union. Penibel reglementierte sie unter anderem, dass Gurken der Handelsklasse „Extra“ künftig nur noch eine Krümmung von zehn Millimetern auf einer Länge von zehn Zentimetern aufweisen durften.

Diese Verordnung half nicht nur, die Maße von Salatgurken zu standardisieren, sie machte auch Karriere als Symbol für eine ausufernde Regelungswut der EU, die die Mitgliedsstaaten mit unsinnigen und bürokratischen Standards überzieht. (mehr …)

Erst das Fressen, dann die Moral?

Getreideernte in Palästina: Gutes Gewissen trotz Spekulation?
Foto: dpa

Unsere Mütter haben es uns von klein auf beigebracht: „Mit Essen spielt man nicht!“ Und wer übers Essen meckerte, dem wurde gesagt: „Die armen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie überhaupt etwas zu Essen hätten.“

Der Applaus war der DZ Bank deswegen sicher, als sie diese Woche verkündete, dass sie aus der Spekulation mit Agrarrohstoffen komplett aussteigt. Auch andere Institute wie die Commerzbank oder die Deka-Bank hatten sich dem öffentlichen Druck gebeugt, und den Verzicht auf entsprechende Finanzderivate erklärt. Und die Deutsche Bank und die Allianz sind natürlich die Bösen, weil sie sich weigern, der Spekulation mit Nahrungsmitteln abzuschwören.

Wirklich? Ganz so schwarz-weiß funktioniert die Sache leider nicht. (mehr …)

Bringt die Bürokraten in Erklärungsnot!

Kraftfahrt-Bundesamt legt Jahresbilanz vor

Endlose Aktenschränke: Die Bürokratiekosten nicht im Griff. Bild: dpa

Die Regierung feiert sich. Mal wieder. Das Bundeskabinett hat den Bericht des Normenkontrollrates verabschiedet. Klingt abstrakt? Hat aber ganz praktische Bedeutung, denn es geht dabei um den von allen geforderten Abbau von Bürokratie. Die deutsche Wirtschaft sei um 1,2 Milliarden Euro an Bürokratiekosten entlastet worden, heißt es dort. Das Ziel, diese Belastungen um 25 Prozent zu senken, sei erreicht. Im Vorwort des Berichts spricht Staatssekretär Eckart von Klaeden von  einer „positiven Entwicklung“, für die zahlreiche Initiativen der Bundesministerien verantwortlich seien.

(mehr …)