Verschwörung zur Energiewende

Solarzellen in der Wüste von Qinghai.

Solarzellen in der Wüste von Qinghai.

Was hat ein kleiner Ort in einer chinesischen Wüste mit dem deutschen Solarunternehmer Frank Asbeck zu tun? Die Gemeinde Golmud zeigt, warum der Feldzug des schillernden Geschäftsmannes gegen Chinas Solarhersteller fehlgeleitet und egoistisch ist.

Dass die EU jetzt offenbar zumindest für die kommenden Monate einen Strafzoll auf Solarzellen aus China verhängt, geht zu einem guten Teil auf die Aktivitäten Asbecks zurück. Er hat darauf gedrängt, die Chinesen an den Pranger zu stellen.

Dazu ließe sich bereits einiges sagen. Zum Beispiel, dass Deutschland als erfolgreiche Exportnation am selbst von offenen Märkten profitiert. Strafzölle von rund 50 Prozent gehen da in die falsche Richtung. Oder dass Deutschland – wenn auch über andere Mechanismen – die eigene Solarwirtschaft ebenfalls enorm gepäppelt hat. Davon hat auch Asbeck profitiert.

Doch hier soll es darum gehen, was China eigentlich wollte. Und das zeigt sich unter anderem in der Mitte der abgelegenen Provinz Qinghai. Die kleine Stadt Golmud ist urpsrünglich um eine Oase herum entstanden. Früher haben hier Karawanen gerastet. Die nächste größere Stadt ist 750 Kilometer entfernt, dazwischen erstreckt sich nur gewellter Sand unter sengender Sonne. Dieser Teil Chinas liegt bereits näher an Europa als an der Hauptstadt Peking.

Handelsblatt-Blogger Finn Mayer-Kuckuk am weltgrößten Photovoltaikkraftwerk.

Handelsblatt-Blogger Finn Mayer-Kuckuk am weltgrößten Photovoltaikkraftwerk.

Hier scheint immer die Sonne, und hier liegt der Stolz der chinesischen Energiepolitik: Von den Sanddünen aus betrachtet erstrecken sich Solarzellen von Horizont zu Horizont. Die Kapazität des umweltfreundlichen Kraftwerks hat längst 600 Megawatt überschritten, geplant sind 1000 Megawatt. Die Sonne bringt hier bereits so viel Strom wie ein Atomreaktor.

Der örtliche Verkaufsleiter der Solarzellenanbieters Yingli ist sichtbar stolz auf das, was hier in einer Gemeinschaftsanstrengung entsteht. Der 31-jährige Wang Fei arbeitet derzeit fern von seiner schwangeren Frau hier in der Wüste am Aufbau des Rekordkraftwerks mit. „Es lohnt sich“, sagt Wang. „Es lohnt sich geschäftlich, aber es lohnt sich auch persönlich.“ Er habe das Gefühl, Vorreiter einer neuen Zeit der Stromversorgung zu sein.

Yingli-Verkaufsmanager Wang Wei am Standort Golmud.

Yingli-Verkaufsmanager Wang Wei am Standort Golmud.

Für China ist die Ausbau der Solarenergie bittere Notwendigkeit. Die Großstädte versinken im Smog, weil sie durch schmutzige Kohlekräftwerke mit Strom versorgt werden. China ist bereits der weltgrößte Energieverbraucher und hat eine gigantische Ölrechnung zu bezahlen. Das Land baut bereits mehr Kernkraftwerke, als angesichts der Risiken gut sein kann – und leidet trotzdem unter Stromausfällen. Außerdem hat es sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Ohne Solar geht eines Tages das Licht aus.

Klar subventioniert China da den Ausbau der emissionsfreien Stromversorgung. (Von alleine baut sich die Energiewirtschaft bekanntlich nicht um.) In den kommenden fünf Jahren will das Schwellenland knapp 400 Milliarden Euro für und Strom aus Sonne, Wasser und Wind ausgeben.

Es sind staatliche Firmen, die hier in Golmud den Solarpark errichten. Mitarbeiter vor Ort bestätigen, dass das Projekt sich nicht rechnet, sondern vor allem politisch gewollt ist – genau wie die deutsche Energiewende, die der Kunde über den höheren Strompreis bezahlt.

In Golmud erstrecken sich die Solarparks über viele Kilometer.

In Golmud erstrecken sich die Solarparks über viele Kilometer.

In seinen langfristigen Wirtschaftsplänen hat China die Sonnenenergie als strategische Schlüsselbranche definiert. Solche Erklärungen haben in dem kommunistischen Land spektakuläre Auswirkungen. Ein gutes Dutzend der 37 Provinzen des Landes wollten bei der Party dabei sein und haben Photovoltaikhersteller gegründet. Seinerzeit kam zu dem hohen Bedarf aus Europa noch der Beginn von Projekten wie Golmud.

Individuell gesehen hatten diese Investmententscheidungen Sinn, doch anscheinend hatte trotz aller Planungsabteilungen keiner das Gesamtbild im Blick. Es sind gewaltige Überkapazitäten entstanden. Die Branche ist in einen ruinösen Preiskrieg geraten. Darunter leiden jetzt auch die chinesischen Anbieter. Der einstige Marktführer Suntech ist bereits pleite.

Besondere Hochspannungsleitungen bringen den Wüstenstrom in die Zentren.

Besondere Hochspannungsleitungen bringen den Wüstenstrom in die Zentren.

China hat bereits reagiert und den Ausbau von Solarprojekten wie dem in Golmud beschleunigt, um von staatlicher Seite Nachfrage zu schaffen – nachdem Europa wegen der Krise die Luft ausgegangen ist.

Tatsächlich fällt auf, dass sämtliche Zellen in Golmud aus einheimischer Produktion stammen. Der große Anbieter Yingli allein hat 40 Prozent der Panels geliefert, die hier verbaut sind. Ausländische Anbieter haben keine Chance. Es gibt nicht einmal eine Ausschreibung. Allen ist von Anfang an klar, dass die Betreiber ihr Material von chinesischen Firmen beziehen. Deutschland und Spanien waren hier großzügiger und haben den Markt weit für Hersteller außerhalb der EU geöffnet.

Doch zugleich ist klar, dass ein europäischer Anbieter wohl kaum mit den Inlandspreisen der chinesischen Konkurrenz mithalten kann. Solarzellen sind heute ein Massenprodukt wie Flüssigkristallbildschirme oder Mikrochips. Das können die Asiaten besser und billiger. So ist die Realität.

Früher verlief die Seidenstraße durch die Dünen von Golmud.

Früher verlief die Seidenstraße durch die Dünen von Golmud.

Was die Sprachrohre der europäischen Solarindustrie wie Asbeck vermutlich wissen, aber unterschlagen: China hat die Überkapazitäten nicht mit dem Ziel aufgebaut, um andere Länder aus dem Markt zu drängen. Sondern durch den gleichen Mechanismus, der in Deutschland einst zum Solarboom geführt hat. Das Land wollte etwas für die Umwelt tun und zugleich Arbeitsplätze schaffen. Wie so oft, ist das bevökerungsreichste Land der Welt dabei übers Ziel herausgeschossen.

(China wirkt auf mich immer mehr wie das Riesenbaby der Weltwirschaft. Wo es hinpatscht, wächst kein Gras mehr.)

Doch ein Effekt ist durchaus positiv: Der Preisverfall für Solarzellen ermöglicht nun erst den wirtschaftlichen Aufbau hoher Kapazitäten. Die Energiewende lebt von Masse.

Es ist traurig, dass der Traum von der Photovoltaik als umweltfreundlicher Zukunftsindustrie in Deutschland ausgegträumt ist. Auch wenn die Aktienkurse der verbliebenen Anbieter heute steigen: Die Zölle werden die Arbeitsplätze nicht zurückholen.

Vielleicht ist das gut so. Der Erhalt von Arbeitsplätze in einer Branche, die nicht wettbewerbsfähig ist, gleicht einem endlosen Trauerspiel. Das hat auch China erkannt – und arbeitet an der Konsolidierung der Anbieter, bis wenige wettbewerbsfähige Firmen übrigbleiben.

Solarkraftwerk von Huaneng Electric Power in Golmud

Der Prozess wird vermutlich dem ähneln, was einst die Halbleiterindustrie durchgemacht hat. Heute ist es eine Handvoll Unternehmen, die den Weltmarkt mit allen Chips für Handys, Computer und alle anderen Elektrogeräte versorgt. Fast alle sitzen in Asien, doch auch Europa und die USA haben noch einige spezialisierte Spieler. Ein Beispiel ist die deutsche Firmen Infineon. Analog zur Chipbranche kann Deutschland vermutlich genau einen hocheffizienten Hersteller von Solarpanels tragen.

Deutschland profitiert trotzdem. Die billigen Zellen helfen bei der Energiewende. So wie deutsche Maschinenbauer ihre Mikrochips aus Asien beziehen, können deutsche Anbieter von Solaranlagen günstigere Preise anbieten, wenn sie die Massenware aus Fernost kaufen.

In Golmud scheint an 355 Tagen im Jahr die Sonne.

In Golmud scheint an 355 Tagen im Jahr die Sonne.

Auch in der Wüste von Qinghai winken Aufträge. Die Kraftwerke müssen an die energiehungrigen Großstädte des Landes angebunden werden. Dafür sind besonders effektive Hochspannungsleitungen nötig – und deren größter Anbieter ist Siemens.

Das alles zeigt, wie sinnlos die Strafzölle sind, die Frank Asbeck nun durchgesetzt hat. Sie riskieren nur einen Handelskrieg, unter dem die wirklich starken Wirtschaftszweige wie Auto und Maschinenbau leiden könnten.

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Alle Kommentare [13]

  1. Wenn Sie auf der Suche sind nach Handy Kopien, also sogenannten „Clones“, da müssen Sie doch bei einem der anderen Shops nachschauen. Apple´s Iphone gibt es nur von Apple! und die Apps dafür laufen auch nur auf dem Original. Wenn man Ihnen also Iphone Clones anbietet, seien Sie nicht enttäuscht, dass sie nur eine Kopie erhalten, selbst wenn auf der Rückseite das Logo von Apple aufgedruckt ist. Ebenso gibt es Fakes von Nokia Handys, LG, Samsung, Sony Ericsson, HTC und wie sie alle heißen. Wenn man sich ein solches Fake Handy kauft, muss man damit rechnen, das die Zollbehörden es einkassieren, also beschlagnahmen.Ein CE – Zeichen sollte ein Handy schon wenigstens besitzen! Auf Nachfrage bei einem anderen deutschsprachigen China Handys Shop wurde uns mitgeteilt, dass deren Handys kein CE Zeichen haben. Dies sei nur wichtig, wenn man die Geräte in Europa vertreiben wolle. Natürlich geben wir hier keinen Namen preis, das wäre unfair.

  2. „Die billigen Zellen helfen bei der Energiewende.“
    d.h.:
    Strafzölle der EU auf Solarpanel senken die Strompreise für Endkunden in D.

  3. Sehr interessanter Beitrag!
    Ich denke, auch wenn die Masse der Solar-Panele in Asien produziert werden wird, kann Europa sicherlich ein paar Spezialisten behalten. Eine weitere Chance sehe ich bei der Speichertechnologie. Sollte es einem Unternehmen gelingen, eine günstige und effiziente Methode zu entwickeln, steht diesem auch einige Zeit ein fast Monopol zur Verfügung, welches durch immer bessere Technik ev. länger gehalten werden kann.

  4. Die Politik sollte sich hier nicht einmischen. Der Wirtschaftskreislauf ist zu vielschichtig, als daß man ihn mit einem Hebel in die gewollte Richtung manövrieren könnte. Der oben genannte Sachverhalt ist dafür ein gutes Beispiel.

  5. Auch die Solarplanwirtschaft endet wie jede Planwirtschaft: in Chaos und Ruin.
    Ärgerlich nur das wir bei der Planwirtschaft immer alle mitzahlen müssen.

  6. Gutes Personal ist schwer zu finden!

    Ein Lehrbeispiel wie gezielter Lobbyismus, auf inkompetente Politik trifft. Das ist leider die Regel im politischen Alltag, sowohl auf nationaler, wie auch europäischer Ebene. Fachkompetenz und analytisches Denken ist seit je her kein Auswahlkriterium für politische Entscheidungsträger gewesen. Dabei ist das beschriebene Beispiel nur ein Glied in der langen Kette der Katastrophen. Wenn ich da an die Herangehensweise der europäischen Bankenrettung und die Privatisierungsvorstellungen der Trinkwasserversorgung denke, um nur zwei zu nennen, wird mir richtig bange.

    Hierin ist zu einem großen Teil auch die Politikverdrossenheit der Bürger begründet. Da letztendlich die breite Masse die Auswirkungen dieser verfehlten Politik tragen muss. Die Engstirnigkeit des Herrn Asbeck kann man ihm gar nicht einmal zum Vorwurf machen. Wohl aber das fehlende energische Entgegentreten der Politik, um einen drohenden Handelsstreit zwischen der EU und China zu verhindern.

  7. Guten Tag! Das, was hier so schön objektiv geschrieben steht, ist wirklich ein gut durchdachter Artikel, dem man kaum vermag, etwas hinzuzufügen. Einzig die Aussage, dass es ein Massenmarkt werden wird, könnte vielleicht deutlicher herausgearbeitet werden… und es ist die Kernaussage in diesem Artikel. Ja, Solaranlagen sind Massenware, sobald es Speichertechnologien gibt, die die gewonnene Energie auf kleinstem Raum speichern können. Aber das ist eine Frage der Zeit. Schutzzölle waren fast immer Unsinn… warum also sollte gerade hier kein Unsinn passieren? Menschen sind fehlbar, machthungrig und egoistisch. Also wen wundert´s? Es war absehbar. Irgendjemand wird immer irgendwelche wirtschaftlichen Vorteile erlangen… die Frage ist immer nur, wer. Das Märchen von der Pleite wird nie aufhören… Geld ist nicht verschwunden, sondern nur bei jemand anderem. Also was soll´s… der Schutzzoll ist unsinnig… sicher. Aber solange es Menschen gibt, wird es auch immer Unsinn geben. Anstatt zu lamentieren, wäre es besser, etwas zu tun, was den Unsinn ad absurdum führt. Zum Beispiel besser und härter in der Forschung und Entwicklung arbeiten (also keine 35 Tage Urlaub und nicht nur 8 Stunden am Tag und nicht nur 5 Tage pro Woche). In den USA wird härter und besser gearbeitet als hierzulande… aber im Vergleich zu China ist das alles gar nichts. Gehen Sie mal nach China und fragen Sie mal die Leute dort nach 8 Stunden pro Tag oder 35 Tagen Urlaub… und man wird feststellen, dass die Chinesen glauben, dass nicht ernstzunehmende Invidiuen in Europa das Sagen haben. Warum sollte man also Europa fürchten? China hat ein Wachstum von 8 % pro Jahr (das war der schlechteste Wert seit langem). Warum wohl? Bestimmt nicht wegen eines Urlaubs oder eines Feierabends nach 8 Stunden. Viele ältere Leute haben es noch im Kopf, wo auch in Deutschland länger und härter gearbeitet wurde als heute. Aber wenn es dem Esel zu gut geht, dann geht er auf das Eis zum Tanz… anstatt zu tanzen und sich zu beschweren, wäre es besser, sich auf die echten Werte zu besinnen. Und arbeiten hat noch keinem geschadet.

  8. Ein Satz des ökosozialistischen Autors ist extrem erfrischend…

    Das Land baut bereits mehr Kernkraftwerke, als angesichts der Risiken gut sein kann – und leidet trotzdem unter Stromausfällen. Außerdem hat es sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt. Ohne Solar geht eines Tages das Licht aus.

    Die Solarstromeinspeisung erfolgt gem. der Zufälle des Wetters. Meist liegt das Peak der Solarstromeinspeisung am Mittag, das Peak des Stromverbrauchs am frühen Abend. Die umweltschädlichen Solarzellen haben keinen Einfluss darauf ob die Lichter in China ausgehen.

    Die Risiken eines Kernkraftwerks sind in der Realität geringer als die gefährlicher Solarzellen. Jährlich kommen in Deutschland viele Menschen bei der Installation, Wartung und Reparatur von Solaranlagen ums Leben. Es gab in D zwei Arbeiter die in den 80ern vom Kühlturm fielen, einer der sich tödlich verbrühte und einige Arbeitswegeunfälle. Die Kernenergie hat die geringste Anzahl tödlicher Unfälle zu verzeichnen. Selbst die grössten Unfälle wie Fukushima sind ohne eine nennenswerte Anzahl Todesfälle abgelaufen. Lediglich ein Reaktorunfall in der UDSSR hatte Dutzende bis über 100 Menschenleben gefordert.

    Vandale

  9. Der Artikel ist eine Art Durchhalteparole für diejenigen gerichtet die angesichts des Kostendesasters in Deutschland an der „Energiewende“ zweifeln. Wie bei Oekologen üblich wird einer Übereinstimmung mit der Realität wenig Bedeutung beigemessen.

    Eine Solaranlage hat eine durchschnitliche Elektritzitätserzeugung von 8% der Nennleistung. Die Aussage, dass eine umweltschädliche 1000 MW Solaranlage in China soviel Strom erzeugt wie ein modernes, umweltfreundliches Kernkraftwerk, von 1000 MW, Durchschnittleistung ca. 80 – 90%, ist demzufolge ein bewusster Schwindel.

    „Für China ist die Ausbau der Solarenergie bittere Notwendigkeit“. Die Einspeisung von Solarstrom erfolgt gem. den Launen des Wetters. In einem Stromnetz muss Verbrauch und Erzeugung in jedem Augenblick ausgeglichen sein. Solare Anlagen müssen zu 100% durch Schattenkraftwerke in kalter, warmer, oder heisser Bereitschaft abgedeckt werden die teils im unwirtschaftlichen Lastfolgebetrieb betrieben werden. Der Solarstrom ist nahezu wertlos. In einem Entwicklungsland in dem Menschen hungern ist Solarenergie ein Verbrechen.

    Der umweltschädliche Solarstrom ist, wie am Ende des Artikels erwähnt, in China genauso wertlos und unwirtschaftlich wie in Deutschland. Der Grund für die Errichtung dieser Ökoreligiösen Monumente in China ist jedoch nicht irgendein Fehler in der Planwirtschaft. Der Grund sind CDM Zertifikate*

    Vandale

    *Im Kyotoprotokoll wurde vereinbart, dass Klimasünden auch durch gute Taten im Ausland kompensiert werden können. In China werden Solaranlagen und Windmühlen errichtet, teils nicht einmal angeschlossen vom TÜV, SGS zertifiziert und die Zertifikate gehandelt. Al Gore (Klimanobelpreisträger) wurde mit CDM Zertifikaten fast zum Milliardär.

  10. Ein paar interessante Aussagen in einem viel zu langen Text, das hätte man auch kürzer sagen können. Im Internet gibt es (zu)viel zu lesen, da muss es nicht mehr Text sein als notwendig.

    Klar dass die Energiewende und ökologische Energieerzeugung schneller eingesetzt wird, wenn es günstiger ist.

    Ein anderes Problem ist aber, dass die deutsche Industrie, nicht nur hier, in keinster Weise wettbewerbsfähig ist, weil die chinesischen Hersteller sich eben nicht um Sozialleistungen und umweltgerechte Herstellung kümmern … oder gibt es irgendwelche Hinweise, dass die chinesischen Hersteller genausoviel Aufwand betreiben umweltschädliche Abfälle so gut (und teuer) zu entsorgen wie hier?
    Wenn jeder Müll in den Fluß nebenan gekippt wird, dann kann man natürlich billiger prodizieren. Auch wenn dann die chinesische Umwelt verseucht wird, sollte man dies nicht als Wettbewerbsvorteil durchgehen lassen.
    Wenn, dann müßte es sowas wie eine „weltweite Umwelt- und Sozialsteuer“ geben um hier für Chancengleichheit zu sorgen , insofern ist die Besteuerung wiederum gerechtfertigt.

  11. Ein Beitrag der sich auf dem ersten Eindruck logisch und neutral aufgebaut zu sein scheint. Doch bei genauerer Betrachnung und Nachdenkem sich als sehr einseitig und wie eine Lobbyarbeit für chinesiche Interessen liest.
    Fakt ist doch das die Preisgestaltung der chinesischen Anbieter sich jeglicher marktwirkschaftlicher Berechnung entzieht! D.h. ihre Produkte sind nicht deshalb so günsgtig weil Sie kosteneffizienter Produzieren, sondern chinesiche Module wurden mit dem klarem Kalkül den europäischen Wettbewerb auszuschalten weit unter Erstellungskosten verkauft. Dabei wurde dieses Vorgehen vom chinesichen Staat gezielt gesteuert und unterstützt.

    Es ist deshalb richtig, das die EU den USA gleich zieht und endlich sich dazu durchgedrungen hat, dieser manipulativen und unmoralischen Haltung ein Ende gebieten!

    Ich finde es mehr als schade wenn aus rein persönlichen Interessen, Gerechtigkiet und Objektivität aufgegeben wird und versucht wird die Öffentlichkeit zu täuschen.

    • Mir gefällt dieser Blogbeitrag sehr gut, er beschreibt objektiv und neutral welche Mechanismen im Zusammenhang mit Subventionen bzw. Zöllen am Markt herrschen. Schließlich werden sowohl in China als auch in Europa erfolgreich Märkte durch Zölle oder Subventionen geschützt und so vor Wettbewerbern aus dem Ausland abgeschirrmt. Europa schützt den Agrarsektor, China unterschützt die Solarbranche, usw. So hat jeder Marktteilnehmer und jedes Land seine eigenen Interessen und vertritt diese. Mich würde es erstaunen, wenn sich an diesem Umstand in der nächsten Zeit etwas ändert. Sicher ist ein freier globaler Handel ohne Beschränkungen eine schöne Vorstellung und hat auch seine Vorteile, es gibt jedoch eine Menge weiterer Aspekte die im politischen und wirtschaftlichen Zusammenhang zu berücksichtigen sind.

  12. Jeder Deutsche und EU-Solarhersteller/In ist zum scheitern verurteilt sein, wenn er/sie nicht viel schneller die neuesten Innovationen der Solartechnologien als Serienprodukte auf dem Markt bringt. Herr Asbeck hat sich zu lange aus seinen alten Lorbeeren geruht! Wo sind die dritte Generation der Photovoltaikzellen mit einem Wirkungsgrad von 28 % auf deutschen Modulen? Wo sind die Inverter für Leistungen ab 10.000 Ampere bis 100.000 Ampere? Wo ist die Symbiose aus der Thermovoltaik und der Photovoltaik mit einem Gesamtsystemwirkungsgrad von 98 %! Die Geschwindigkeit mit man sich bewegt ist heute wichtiger als die aktuelle Position.