Der Ausstieg aus dem Euro

Trotz des Chaos in der italienischen Politik scheinen die Märkte sich im Moment nicht allzu sehr zu sorgen, dass die Euro-Zone auseinanderbricht. Ich halte die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert, auch für gering. Trotzdem stelle ich mir manchmal die Frage: Was wäre denn ein realistisches Ausstiegsszenario?

Das ist ein erster Linie eine politische Frage. Und aus politischer Sicht, glaube ich, gibt es nur ein realistisches Szenario: dass die anderen Euro-Staaten Deutschland aus dem Euro herausdrängen.

Gehen wir mal die verschiedenen Möglichkeiten durch. Der Ausstieg eines schwachen Euro-Staates hätte zwar theorisch für die Wirtschaft dort positive Effekte: Die neue Währung wäre schwach, die Wettbewerbsfähigkeit somit schneller wieder hergestellt als über eine sparsame Lohnpolitik. Das Problem ist aber: Würde das Land X, um hier kein Beispiel zu nennen, wieder die gewohnte X-Währung einführen, dann würde die auf Euro lautende Staatsschuld im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukts sprunghaft ansteigen, weil die X-Währung ja im Wert deutlich fallen dürfte; die private Verschuldung lassen wir hier mal außen vor. Die Politik wäre also hinterher schlechter dran als vorher. Sinnvoll wäre ein solcher Schritt daher nur, wenn X die Euro-Schulden durch einseitige Erklärung auch auf die X-Währung umstellt. Das käme aber praktisch einer Zahlungsunfähigkeit, einem Staatsbankrott gleich. Es ist nicht auszuschließen, dass so etwas passiert. Doch die meisten Regierungen dürften damit vielleicht drohen, um ein Entgegenkommen der Kreditgeber zu erzwingen, aber vor dem Ernstfall zurückschrecken.

Umgekehrt wäre natürlich auch denkbar, dass eine deutsche Regierung sich von sich aus zum Ausstieg aus dem Euro entschließt. Wahrscheinlich gäbe es dafür eine Menge Beifall aus der Bevölkerung und von einem Teil der Professoren, vielleicht auch aus dem Kreis kleinerer Unternehmen. Das hätte positive und negative Effekte. Positiv wäre eine Verringerung der realen Schuldenlast, wenn Deutschland seine Staatsschulden in Euro belassen würde. Das gäbe allerdings, wenn es sich um inländische Anleger handelt, eine Menge Probleme und würde zu einem Aufschrei der Empörung führen, weil die Leute dann plötzlich den neuen enthärteten Euro auf dem Konto hätten statt der harten, neuen Mark. Fragt sich also, ob das überhaupt realistisch ist. Negativ wäre, dass, in neuer Mark gerechnet, Deutschland wahrscheinlich einiges an Forderungen ans Ausland abschreiben müsste. Immerhin: Danach wäre die Rechnung bereinigt, es gibt sicher Euro-Gegner, die das in Kauf nehmen würden; jedenfalls so lange sie nicht selbst betroffen sind.

Das Problem ist nur: Wahrscheinlich würde Deutschland in Europa bei einem Alleingang als extrem unsolidarisch empfunden. Es müsste schon zu sehr starken Spannungen kommen, bis eine deutsche Regierungen sich gegen den Willen der anderen zu so einem Schritt entschließt, der ja auch ein Stück europäischer Integration und damit deutscher Nachkriegsgeschichte rückgängig machen würde.

Was aber, wenn andere Euro-Länder, vielleicht unter Führung der Franzosen, den Deutschen sagen: “Ihr habt eine andere Vorstellung von Geldpolitik, und wir kommen damit nicht klar und wir lassen uns das auch nicht auf Dauer aufzwingen. Also bitte: Verlasst den Euro. Nehmt meinetwegen ein paar kleine Länder, die eine ähnliche Stabilitätskultur haben, mit. Und lasst uns den Euro so zurechtbiegen, dass wir – ganz ähnlich wie Briten und Amerikaner – wieder aus der Krise herausfinden.”

Was dann? Könnte eine deutsche Regierung sich diesem Ansinnen verweigern? Ich glaube nicht – mit welchem Argument denn?

Wie gesagt: Das ist alles sehr hypothetisch. Aber erstens machen Gedankenspiele Spaß, und zweitens ist es manchmal gut, wenn man auch unwahrscheinliche Szenarien mal durchdacht hat.

Kategorie: Konjunktur | Tags:
Frank Wiebe

Über Frank Wiebe

Frank Wiebe ist ein Finanz-Allrounder. Er kennt Banken und Versicherungen von innen und begleitet die Börsen seit Jahren. In seinen Kommentaren ordnet er kurzfristige Entwicklungen ein und analysiert die langfristigen Trends und den Zeitgeist an den Märkten.

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Alle Kommentare [33]

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    Kein Land dieser Welt wird sich in so einer Situation dazu entschliessen die Altschulden in fester Altwaehrung zu bedienen. Nur die 1:1 Umstellung ueber Nacht bei morgendlicher Kursfreigabe und darob ca. 75% externer Abwertung der Neuwaehrung a la Argentinien macht in so einem Umfeld fuer das betroffene Land Sinn- s. Argentinien Pesificacion.
    Nur dies haelt den eigenen Bankensektor am Leben und screwed – neben den inlaendischen Einlegern- deren und alle anderen auslaendischen Glaeubiger, ergo die Banken dort sowie die Staaten selber, welche dann ihre Probleme a la Zypern derzeit bekommen.
    Selbst wenn die Alt Euro Anleihen in London&co emittiert wurden wird sich das betreffende Land dann nicht mehr daran halten sondern auch diese nur in der schwachen Neuwaehrung zurueckzahlen- alles andere sind professorale Illusionen.
    Deswegen ist die Signalwirkung auf Glauebiger/Einleger in anderen Laendern dann auch so verheerend auch wenn so etwas nur von einem kleinen Land vorexerziert wuerde.
    Ein geordneter Euro Ausstieg eines solchen Landes kann nur so geschehen wie der Einstieg: im Rahmen angepasster fester Wechselkurse und ueber viele Jahre verteilt.
    Bei einem schnellen deutschen Ausstieg auf der anderen Seite wuerden die Einlagen zwar extern aufgewertet, aber eben auch der Wert der Kredite.
    Da davon auszugehen ist dass gleichzeitig die Wirtschaftsleistung und die Wettbewerbsfaehigkeit ueber mehrere Jahre zurueckgeht steigt der relative Verschuldungsgrad dort signifikant an- Japan bietet hierfuer seit 1990 die Blaupause.

  2. [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Spam IP]
    Am erfolgversprechendsten erscheint mir ein Ausstieg durch Einführung einer Parallelwährung wie es die ‘Alternative für Deutschland’ vorschlägt.

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    Warum sollte denn einer der “Rotweinstaaten” davor zurückschrecken, zu seiner lokalen Währung zurückzukehren und einen einseitigen Schuldenschnitt zu verkünden? (“meine Schulden sind EURE Probleme!”)
    Faktisch bleibt Pleitestaaten wie Griechenland überhaupt nichts anderes übrig: Die Austeritätspolitik führt zu Aufständen und Revolten. Das kleinere Übel ist da doch der Staatsbankrott. Man sollte nicht vergessen, dass die Länder danach ja trotzdem weiterhin in der EU sind und entsprechende Subventionen aus den Strukturfonds einfordern können!

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    Gedankenspiel: der Preis für die deutsche Wiedervereinigung ist DIESES Europa UND diese Währung (der EURO) – Reparationen also ???.

    Sachlich gab und gibt es KEINE Begründung für beides.

    de Gaulle/Adenauers Europa-(Idee) war ein ‘Europa der Vaterländer’. Nur das geht auf Dauer und keine EUROPA-Diktatur demokratisch nicht legitimierte Lobbyisten.
    Und: der EURO verhindert nicht ‘nur’ dass die (extremen) wirtschaftlichen Ungleichgewichte der EURO-Staaten früher oder später kollabieren, sondern auch dass die nicht wettbewerbsfähigen Volkswirtschaften dieses Manko im Verlaufe der Zeit aufholen können.
    Sämtliche Kritikpunkte der Hankel, Schachtschneider u.a. Wissender sind offensichtlich geworden und die bildungsferne ‘PolitElite’ mit ihren ‘Ahnungen’ und dem ‘alternativlos Gelaber’ staunt nur….
    Also: ‘Ahnung haben…’ ist zu wenig – Wissen ist Macht und das fehlt.

    • Seit Jahren kenne ich die Argumente von Prof.Hankel und Kollegen. Bisher hoffte ich, dass unsere Politik eine flexible Politik findet, sodaß diese logischen Argumente nicht zur Euro Kollaps führen würden. Aber es hat sich nichts geändert. ( Helmuth Schmidt hat ja. Prof. Hankel vor vielen Jahren als “Fachidioten” bezeichnet.) Diese Aussage haben wir aus einem Vortrag bei Prof. Hankel, in dem er es selbst laut sagte.) was soll besser werden????

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    Solche Gedankenspiele beleben die Diskussion und den Geist. Die zuletzt genannte Option – der Druck anderer Euroländer – ist schon jetzt aktiviert und wird sich mit Sicherheit noch verstärken. Es ist rational nicht zu erklären, aber durch die Gipfelstürme und Mario Draghis Versprechen sind wir heute in einer Situation, wo die Finanzmärkte auf ein sich dem Mainstream-Denken entziehendes Italien mit großer Milde reagieren. Noch…

    Es gibt ein weiteres irrationales Element: Viele Politiker (unsere eigenen eingeschlossen, erst recht die sich in reiner Nabelbeschau befindlichen Engländer) haben keine allzugroße Ahnung von Finanzen, auch wenn sie auf anderen Feldern durchaus kompetent sein mögen. Und allein schon deshalb glaube ich nicht, dass z.B. Italien sich von einem Austritt aus dem Euro durch obige Argumente abhalten lässt (nominale Erhöhung der Schulden in Euro nach Abwertung der jeweiligen nationalen Währung).
    Ein Gegenargument ist nämlich folgendes: Da sich die Schulden in Euro so massiv erhöhen, dass ihre Rückzahlung immer unwahrscheinlicher wird,
    werden die internationalen Kreditgeber um einen Schuldenschnitt nicht herumkommen. Dann kann man argumentieren – nur durch die Zurückgewinnung nationaler Flexibilität, einen großen Schuldenschnitt und europ. Kleinteiligkeit wird Wachstum möglich werden.
    Sparen, sparen, sparen hat im Süden nur zur Katastrophe geführt und wird auch Deutschland mitreißen, da ohne Kredite dort sich nur wenige teure Technik aus D leisten können.

  6. Wie jetzt … ?
    Wir müssen den von Governeur and Company kontrollierten Kolonial-Euro weiterhin behalten, während andere Länder ihr eigenes zins- und tilgungsfreies Geld herstellen?
    Abgesehen, daß das meine Auffassung von Gerechtigkeit verletzt, was sagen denn die “Siegerbanken” dazu, wenn sich da einige Zinssklavenländer von der Kette losmachen und ihre Tributpflicht verweigern.
    Immerhin haben die Conquerors des Empires ein ganzes Jahrhundert lang keine Mühen gescheut (z.B. 2xWK) um die Staaten Europas von der Last und den Risiken staatlicher Geldschöpfung zu befreien. In jede Institution, sogar bis tief ins Unterrichtsministerien hinein hat man sich vorgearbeitet, sodaß nicht nur Generationen von Grundschülern von der Vernunft und Rechtmässigkeit der privatbänkischen Geldschöpfung überzeugt sind, sondern auch die meisten Poltiker jetzt einsehen, daß sie viel zu korrupt sind, als daß man ihnen die Geldschöpfung überlassen könnte und diese in den Händen von demokratiebeseelten Geistern aufrechter Banker besser aufgehoben ist.
    Jetzt, so kurz vor der Ernte von Abermillionen Einheiten fällig zu stellender Hypothekarkrediten geht “aussteigen” aber schon gar nicht.
    Was sagt denn Signore Draghi, General-Govern€ur von Eyropean dazu?
    Schon der FED-Governeur Allen Greenspan warnte davor, die Unabhängigkeit der Zentralbank anzuzweifeln. Nur allzu verständlich wäre es, würden “The Governor and Company” der Tributflucht einer Eurokolonie mit dem Rasseln von Panzerketten begegnen.
    Leidet denn der Governeur (dt: Regent, Verwalter einer Kolonie) Sign. M. Draghi nicht schon genug? Haben ihm doch die grauen Eminenzen im Hintergrund (Rumpelstilzchen?) den ihm zustehenden Titel des Vizekönigs mit den Worten “Eyropean ist nicht Indien” verweigert. Unterwürfigst wage ich anzumerken, daß wir jetzt schon 90 Jahre lang Stroh zu Gold spinnen, doch wohl kaum Hoffnung besteht von diesem Dienst freigestellt zu werden, bevor nicht alle Währungen dieser Welt unter dem Protektorat der doppelköpfigen Geierschlange stehen.
    Jean-Claude Trichet konnte das viel besser formulieren: “Eine Nichtinstitution, die lateinische Phantasie mit angelsächsischem Pragmatismus verbindet.“

    J.C.T. über den “Club de Paris” dessen Präsident er war, aber er hat eh die “Selben” gemeint und paßt so trefflich.

  7. Mir fehlen die Auswirkungen auf die deutschen Export-Märkte, die bei einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone zu erwarten wären, in dem Artikel. Aber vermutlich ist das für einen einzelnen Artikel auch etwas zu viel verlangt. Wäre aber bestimmt interessant, diesbezüglich mal verschiedene Szenarien zu simulieren.

  8. Soweit, so gut.
    Um aber aus dem Halben etwas Ganzes zu machen, wäre es gut gewesen, hätten sie alle Möglichkeiten beschrieben. Als konkreter Vergleich fehlt das Aufzeigen, was die Ergebnisse wären, würde man im Euro zu bleiben. Dann kann man darüber diskutieren.

  9. Auch der Euro ist nichts anders als der Dollar

    PAPIER ! Das beliebig gedruckt und vermehrt werden kann !

  10. Dieser Beitrag entspricht aus meiner Sicht nicht dem sonst üblichen Qualitätsstandard des Handelsblatt. Gut zwischen den Zeilen rauslesen zu können wie die Angst vor der Alternative für Deutschland grassiert.

  11. Hier wird immer nur – sehr allgemein – über Probleme geredet. Bitte ausrechnen: D bleibt im EURO und muß einen wesentlichen Teil der gut 9 Billionen Schulden übernehmen und dauerhaft schwächere Länder mit finanziern. Das wäre eine dauerhafte Zusatzbelastung. Wie teuer das werden kann, sehen wir an der Wiedervereinigung. Da haben 63 Millionen west 16 Millionen Ost geerbt. Jetzt erben 80 Millionen D etwa 200 Millionen dazu. Die EZB sorgt dafür, daß wir einen LireEuro bekommen.
    Alternative: D geht aus dem EURO raus. Da muß wieviel abgeschrieben werden? Wie sieht die Bilanz aus? DAS IST DIE GRETCHENFRAGE!
    Zukunft: wir müssen uns wieder anstrengen, da die neue DM aufwertet, so wie schon immer vor Einführung der Schrottwährung. Energie wird billiger, alle Vorprodukte aus nicht DM-Ländern werden billiger (das sind bis zu 60% der Gesamtkosten in einigen Branchen!)

  12. Ich finde der (T)Euro und die EU gehören abgeschafft!
    Beide zerstören Deutschland und den Kontinent Europa; dem muss endlich jemand Einhalt gebieten!
    Vielleicht schafft es die “Alternative für Deutschland”?

    • [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE | Spam IP]
      ich stimme dem Tom Orden;
      Deutschland ohne EU kann auch stark sein (siehe Schweiz, Norwegen), und die Marionetten im Berlin sollten endlich was für Deutschland und Deutschenvolk was machen und nicht sich so stark für EU Einsätzen und unseres Geld verschenken in allem Welt

  13. Nachtrag zu meinem nicht veröffentlichtem Kommentar:
    Zitat aus Ihrem Artikel: “Und lasst uns den Euro so zurechtbiegen, dass wir – ganz ähnlich wie Briten und Amerikaner – wieder aus der Krise herausfinden.”

    http://www.welt.de/finanzen/article114417835/Die-Pleite-Angst-erfasst-jetzt-auch-Grossbritannien.html
    +++ Die Pleite-Angst erfasst jetzt auch Großbritannien +++
    Die britische Insel kommt nicht aus der Krise heraus, obwohl die Zentralbank unablässig Geld druckt. Bei Anlegern wächst die Angst. Doch London setzt auf die Notenpresse und ignoriert die Probleme.
    Für deren zunehmende Angst gibt es viele Gründe. Erst am Dienstag hatte es für die Briten einen neuen Tiefschlag gegeben. Die Industrieproduktion war im Januar schon wieder um 1,5 Prozent gefallen – Experten hatten im Durchschnitt eine Stagnation erwartet, teilweise sogar einen leichten Anstieg.
    Und tatsächlich ist es der Notenbank durch das unablässige Drucken von Geld gelungen, dass das Pfund in den vergangenen Jahren drastisch abgewertet hat. “Aber zum Entsetzen der Notenbanker hatte das keinerlei Effekt auf den Außenhandel, das Exportvolumen ist heute praktisch genau so groß wie zuvor.”
    Großbritannien hat jahrzehntelang seine Industrie vernachlässigt und nur noch auf den Finanzsektor gesetzt. Die besten Schüler eines Jahrgangs wollten nicht Ingenieur werden, wie noch heute in Deutschland, sondern Investmentbanker.

  14. Was bestimmt den Wert des Geldes? Die Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaft. Die Entwicklung der Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft schlägt sich langfristig immer in der Entwicklung der Wechselkursrelation nieder.
    So ist der Wert des amerikanischen Dollars zur DM seit Einführung der DM langfristig stetig gesunken, von einst 4,20 DM für einen US-$ zu 1,50 DM für einen $. Auch der Wert der span. Pesete, der ital. Lira und anderer südeuropäischer Währungen ist bis in die 80iger Jahre gegenüber der DM stetig gesunken. Ebenso der franz. Franc. Durch die Einführung des Euro fällt nun diese Wechselkursanpassung aus. Die Veränderung der Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften zueinander ist aber mit der Einführung des Euros nicht zum Stillstand gekommen, so dass wir es 12 Jahre nach Festschreibung der Wechselkurse mit Unvereinbarkeiten der Währungsstärke zur Stärke der verschiedenen Volkswirtschaften zu tun haben. Das führt zu riesigen Handelsbilanzdivergenzen und damit zu immer stärkeren Disproportionen innerhalb der Währungsunion. Auf Dauer wird deshalb der Euro nicht zu halten sein, da seine Einführung nicht zur erhofften Angleichung der Wettberwerbsfähigkeit geführt hat und es auch kein Rezept gibt, wie diese Wettbewerbsunterschiede überwunden werden können. Daher wäre es schon sinnvoll , über verschiedene Ausstiegsszenarien eine seriöse Diskussion zu führen.
    Meiner Meinung nach sollten die starken Volkswirtschaften den Euro beibehalten und die schwächeren Volkswirtschaften eine ihrer Wirtschaftsleistung entsprechende Währung einführen. Die Verbindlichkeiten sollten in Euro bestehen bleiben und durch Stundung und teilweisen Verzicht der Gläubiger so gestaltet werden, dass diese Volkswirtschaften eine Chance haben, sich zu erholen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an die Umschuldung verschiedener ehemaliger Ostblockländer, die auch nicht in der Lage waren ihre Schulden in US-$ oder DM nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zurückzuzahlen.
    Die Strategie der Beibehaltung des Euros für die robusten Volkswirtschaften Europas nimmt der Eurogegnern den Wind aus den Segeln. Denn es spricht nichts gegen den Euro, dass die Länder, die eh eine langjährige Kursbindung an die DM hatten weiterhin eine gemeinsame Währung haben. Weitere Länder könnten dann ihre Währung fest an den Euro binden aber bei Bedarf den Wechselkurs anpassen um entstandene Divergenzen so auszugleichen.

  15. „Sinnvoll wäre ein solcher Schritt daher nur, wenn X die Euro-Schulden durch einseitige Erklärung auch auf die X-Währung umstellt. Das käme aber praktisch einer Zahlungsunfähigkeit, einem Staatsbankrott gleich. Es ist nicht auszuschließen, dass so etwas passiert.“

    Ich verstehe immer nicht, wie man bei solchen Szenarien das einfachste Szenario übersieht.

    Ein Neustart mit einer Währungsreform und einer neuen Währung macht doch nur Sinn, wenn vorher ein massivster Schuldenschnitt in der Größenordnung von 80-100% erfolgt. Deshalb ist ein Aufwertungsszenario der Schulden in Euro komplett egal.
    Der Club Med wird seine Schulden schon deshalb für null uns nichtig erklären, weil sie nicht allein pleite gehen wollen und wir werden schön blöd in die Röhre schauen.

    Solch ein Schritt wird früher oder später, wenn alle mit dem Rücken zur Wand stehen(insbesondere FR) kommen.

    Und was wollen wir dann machen? In FR.einmarschieren???…ha ha ha ha.

  16. Die Frage ist nicht ob, sondern wie wir aus dem Euro und der EU austreten.
    Und die 2. Frage ist, was wir mit all den Verbrechern und Verträgebrechern machen sollen.

  17. Erstaunlicher Beitrag.
    Das Szenario des Ausstiegs eines schwachen Eurolandes ist selbstredend
    mit dem Abschreiben der Euroschulden verbunden. Das ist überhaupt nichts Aussergewöhnliches. Das ist die logische Konsequenz die einen Neuanfang ausmacht. Es gäbe keinen Grund davor zurückzuschrecken.

    Die einzigen denen das Kopfschmerzen bereiten würde, wären die Luftbucher bei der EZB, die 0% Zinsgewinnler bei den Investmentbanken und Hedgefonds und jene Poliker, die gerne Ihre Staasanleihen fortlaufend an die EZB verkauft sehen wollen.

    Wirklich bemerkenswert an diesem Beitrag ist allerdings, wie wenig gedanklich reflektiert wird, welche Folgen Wolfgang Schäubles und Angela Merkels scheibchenweise Informationspolitik gegenüber der deutschen Bevölkerung in Bezug auf Bankenrettungsfonds und Staatenfinanzierung durch die EZB haben.

    Man kann nur spekulieren, aber das vorherrschende Gefühl beim ” Mann/Frau auf der Strasse” ist doch, dass er von der Politik belogen wurde und weiterhin belogen wird.

    Das ist doch genau der Punkt wo europäische Integration anfängt oder scheitert.

    Nicht das per Dekret von Oben verordnete, als alternativlos, möglichst noch am Parlament vorbei, inszenierte Europa. Das kann und wird auf Dauer nicht funktionieren.
    Europa geht nur, wenn es gewollt wird und zwar nicht nur von der Politik, sondern vor allem und in erster Linie, vom Mann/Frau auf der Strasse. Nur dann kann es langfristig ein tragfähiges, auch in Krisen stabiles Europa geben.

    Die politisch Handelnden in Deutschland tun aber alles, um genau dieses Europa zu verhindern. Ich persönlich wünsche mir Europa, aber so wie es jetzt geführt wird, wird es nie und nimmer überleben.

  18. Damit ist die Strategie für die Euro-Gegner klar: eine möglichst harte und für die anderen unakzeptable Geldpolitik einfordern, und so den vorgezeichneten Bruch herausfordern.
    Was Gott trennen will, soll der Mensch nicht zusammenhalten ;-)

    • wer auch immer sich wie taktisch verhält, die ursprüngliche Geschäftsgrundlage hat sich als nicht tragfähig erwiesen.
      Entweder man einigt sich auf eine Neue, was unwahrscheinlich ist oder der Euro muss umgehend aufgelöst werden.
      Die Auflösung sollte zügig erfolgen bevor Europa im schlimmen Zwist uns um die Ohren fliegt.

    • Als der EURO eingeführt wurde, war der Sinn nicht, dass einige Länder dauernd für andere aufkommen müssen. Der EURO sollte eine starke Währung werden, um andere Währungen zu konterbalancieren. Der EURO ist jetzt ein krankhaftes Gebilde, egal was unsere Politiker sagen. Länder mit verschiedenen Mentalitäten und Lebensauffassungen können einfach keine gemeinsame Währung haben. Die Erfahrung und die Realität werden zeigen, dass Feuer und Eis unvereinbar sind, ob früher oder später. Das Hirngespinst EURO wird nicht in dieser Form überleben.

  19. Frank Wiebe, bitte nicht böse sein, wenn ich solch massive Kritik übe. Umgekehrt spare ich auch nicht mit Lob bei gut recherchierten und fachlich fundierten Artikeln.

    Fangen wir mal mit ihren letzt genannten Argumenten an, „Und lasst uns den Euro so zurechtbiegen, dass wir – ganz ähnlich wie Briten und Amerikaner – wieder aus der Krise herausfinden.”

    Allein bei diesem Satz sträuben sich meine Haare. Die wirtschaftlichen Probleme im UK und in den USA sind um ein Mehrfaches größer, als im Festlandeuropa.
    Das UK und die USA haben in den letzten 30 Jahren ihre Realindustrie sukzessive in Billiglohnländer ausgelagert und haben parallel dazu eine Dienstleistungsgesellschaft aufgebaut, wo jeder jedem was verkaufen soll. So lange die Finanzbetrugszentren Londoner City und Wall-Street ihre mit AAA bewerteten und mit heißer Luft gefüllten Weihnachtspakete rund um die Welt, besonders an die deutschen „Dusseldorfer“, wie unsere Landesbankster dort genannt werden, verkaufen konnten, so lange konnten diese zwei Länder ihren Lebensstandard ohne Realwirtschaft finanzieren. Doch seit dem Zusammenbruch des Finanzbetrugssystems anno 2008 kam das Perpetuum-Mobile, Leben auf Pump schlagartig zum Erliegen. UND SEITDEM IST DORT FEIERABEND!!
    Das UK und die USA stehen vor einem Scherbenhaufen ungeahntem Ausmaß, das die Große Depression in den 20-ern bei weitem in den Schatten stellen wird.
    Die BoE und die Fed kaufen uneingeschränkt Staatsanleihen, um den schon längst überfälligen Kollaps noch a bissl rauszuschieben. Ohne deren Zentralbanken wäre die öffentliche Ordnung schon längst zusammengebrochen. Und eine Besserung ist weit und breit nicht in Sicht. Man hat überhaupt nichts aus der Krise gelernt, sondern ist postwendend wieder ins Spielcasino zurückgekehrt, mit unendlichen Milliarden und Billionen Steuergelder und der Zentralbanken.
    So mein Lieber, was soll daran besser sein? Ich unterstelle Ihnen, dass Sie die Tragweite der Probleme nicht mal im Kern verstanden haben!
    A bissl Literatur dazu, auch einiges aus dem Handelsblatt: http://siggi40.de/geld-iii/ und http://siggi40.de/geld-ii/

    Auch mit Ihren Ausführungen zur Rückabwicklung des Euros gehe ich nicht konform. Ihre Modelle, in Kurzform angerissen, sind nicht fachgerecht erklärt. Weshalb lassen wir hier nicht mal Prof. Hankel einen Kommentar zu diesem brisanten Thema im Handelsblatt schreiben. Er ist einer der Besten in seinem Fach. Nur die Rückkehr zu den Landeswährungen verhindert in Europa ein jahrzehntelanges Siechtum mit inneren Unruhen und Aufständen. Prof. Hankel kennt die Lösungen schon im Schlaf.

    “Am Ende steht eine Währungsreform, bei der man alles verliert”. Prof. Wilhelm Hankel über den “monströsen Unsinn Währungsunion.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=3jw54ZR-Vl8
    Interview mit Wolfgang Reitzle, Linde

    http://www.youtube.com/watch?v=Ui0NOk_lSbU
    Der Euro – eine tickende Zeitbombe (Prof. Sinn)

    Prof. Schachtschneider: “Der Euro führt zwangsläufig ins Verderben, die Politik (der Kollaborateure) vertritt nicht mehr die Interessen der Bürger sondern verbeugt sich vor den internationalen Finanzmächten. Herr Dr. Schäuble macht eine Politik zum Schaden Deutschlands. Es ist daher Zeit für Widerstand.”

    Staatsrechtler Hans Herbert von Arnim:
    “Hinter die Kulissen zu schauen heißt zu erkennen: Hinter der demokratischen Fassade wurde ein System installiert, in dem völlig andere Regeln gelten als die des Grundgesetzes. Das System ist undemokratisch und korrupt, es missbraucht die Macht und betrügt die Bürger skrupellos”.

    12.07.2012. Paul Kirchhof zur Krise der EU: Die EU steckt in der Krise, weil Recht mit Füßen getreten wurde und wird. Und wir spielen weiter mit dem Feuer: Eine Instabilität des Rechts wiegt schwerer als eine Instabilität der Finanzen. Wer das nicht begreift, dem hilft auch keine Zentralgewalt mehr.

    €-zone vor dem großen Knall
    Die Eurozone pendelt zwischen Depression und Rezession, die hohe gesamtwirtschaftliche Verschuldung ist so nicht mehr tragbar. Das Platzen einer gigantischen Kreditblase wird immer unausweichlicher.

    Die ganze Eurozone steht vor dem Kollaps, vor explodierenden Arbeitslosenzahlen, Unternehmenszusammenbrüchen im Mittelstand und wegbrechenden Steuereinnahmen. Die Abwärtsspirale dreht sich immer schneller. Nur Drahgi verhindert den schon längst überfälligen Kollaps, durch den Spaltpilz Euro verursacht. Er hat bereits italienische Staatsanleihen über 100 Mrd. vertragswidrig aufgekauft und somit die Zinsen für Staatsanleihen künstlich gedrückt. Hat also nichts mit mehr Vertrauen zu tun. Betrug reiht sich an Betrug – zum Schaden der Bürger Europas – zum Wohlwollen der Bankster.
    Der kanadische Wirtschaftswissenschaftler Robert Mundell hat mit seiner Theorie des „optimalen Währungsraumes“ die Basis für den Euro gelegt. Nobelpreisträger Mundell fleht die Europäer an, diesen Weg nicht endlos weiter zu gehen und warnt eindringlich vor der von vielen herbeigesehnten umfassenden Fiskal-Union.

    Die Wert-Zerstörer
    04.03.2010. Banker, die in der Londoner City arbeiten und jährlich zwischen 500.000 und zehn Millionen Pfund einstreichen, zerstören für jedes Pfund Sterling, das sie an Wert schaffen, sieben Pfund Gemeinschaftsvermögen, heißt es in einer Studie des britischen Thinktanks nef.

    Gerald Celente: Sie (die Bankster) stehlen Ihr Geld und geben es ihren Freunden. Und das alles, ohne dass es dabei bedeutenden Widerstand gäbe, manchmal gibt es überhaupt keinen – die Menschen lassen sie einfach gewähren.
    Kommt es zum Bürgerkrieg? Ja, es kommt! Fünf Experten reden Klartext. Erstens kommt es anders und zweitens schneller als man denkt!!

    Analyst erwartet die größte Banken-Krise der Weltgeschichte
    03.06.2012. Raoul Pal geht davon aus, dass die Schuldenlast zu einem Crash des Weltfinanzsystems in den Jahren 2012 oder 2013 führen wird. Der Grund: 700 Billionen Dollar an Derivaten beruhen auf 70 Billionen Dollar Staatsschulden.

    Kapitulation vor dem Monopoly-Monster. Kampf um neue Finanzarchitektur.
    W.Kaden, 22.12.2009. Es ist der Skandal des Jahres: Die Investment-Banker, die fast die Welt in den finanziellen Abgrund gerissen hätten, spielen wieder ihr Billionen-Monopoly. Wir erleben jetzt den Showdown zwischen einer globalen Geld-Oligarchie und der Politik – in dem die USA, Großbritannien und China eine fatale Rolle spielen.
    Die (lobbygesteuerten) Politiker schauen dem Treiben tatenlos und schamlos zu.

    19.11.2012. Der Börsenguru Marc Faber warnt: Die Börsen werden einbrechen. Der Weltwirtschaft geht die Puste aus, das globale Finanzsystem werde eines Tages implodieren. Notenbanken und Politik riskierten den Zusammenbruch.

    Prof. Steve Keen, 08.01.2010. Wir sind in der größten Finanzblase aller Zeiten.
    Rund 80 Prozent der Tarp-Gelder, die dazu gedacht waren, die Wirtschaft zu beleben, gingen direkt in Spekulationen an den Aktienmärkten. Alleine deswegen sind die Aktienkurse so stark gestiegen. Wenn wir künftig zurückblicken, werden wir sehen, dass wir uns in der größten Finanzblase aller Zeiten befinden. Ein Grund dafür ist der Bankensektor, der völlig außer Kontrolle geraten ist.

    13. Oktober 2010. Für Franz Hörmann, Professor an der Wirtschaftsuniversität in Wien, ist die Zeit der Banken und des Geldes vorbei. Ein Paradigmenwechsel sowohl in den Wirtschaftswissenschaften, als auch in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht, ist für ihn unumgänglich.
    Im Gespräch mit derStandard.at erklärt er, warum wir die Banken getrost ignorieren können, die freien Märkte “Blasenmaschinen zum Missbrauch für die Eliten”sind und noch in den nächsten drei Jahren der Zusammenbruch des gesamten Systems droht. Die Banken sind rund um den Globus pleite. Darum kann man getrost so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

    Albert Einstein: „Die Welt ist nicht gefährlich wegen denen, die Böses tun, sondern wegen denen, die tatenlos dabei zusehen“. Wer Unrecht sieht und nichts dagegen unternimmt, macht sich mitschuldig! Es gibt eine Zeit zum Reden und zum Schreiben – und es gibt eine Zeit zum Handeln!!
    +++ Empört euch!!! +++

    Innerhalb der letzten 4 Jahre hat sich die Weltverschuldung von ca.62 auf über 200 Bio.$ mehr als verdreifacht. Sämtliche Konjunkturstrohfeuerpakete der westl. Ind.länder sind wirkungslos verpufft. Was sagt uns das?
    Der Baltic-Dry-Index, ein Frühindikator für die Weltwirtschaft, am 28.11.2012 noch 1.104 Punkte. Seitdem wieder im freien Fall. Am 21.12.2012 nur noch 700 Punkte, ein Minus von 36% innerhalb von 3 Wochen!! (1 Jahr Chart / 5 Jahre Chart). Am 20.Mai 2008 mit 11.793 Punkten sein Allzeithoch, am 03.02.2012 sein Allzeittief mit 647 Punkte, aktuell bei 847 Punkte.

    Nur ein Reset im Finanzbetrugssystem, einem Trennbankensystem und in Europa die Wiedereinführung der Landeswährungen bewahren die westl. Ind.staaten vor einem jahrzehntelangem Siechtum mit inneren Unruhen und Bürgerkriegen.

    Noch ist dafür Zeit, seine Ersparnisse und sein Vermögen sicher und günstig in Rohstoffe und Edelmetalle umzuschichten. Den letzten beißen die Hunde.

    Unsere Hochverräter, die zum Schaden von 500 Mio. friedlichen EU-Bürgern uns den Euro aufgezwungen haben, fern jeglicher wirtschaftlichen und ökonomischen Grundlage, ausschließlich zum Wohle der Bankster und Großkonzerne, die eine ganze Generation in die Arbeitslosigkeit schicken, in den Abgrund treiben und das Vermögen der Nordländer verschenken, das mit viel Fleiß und Entbehrungen aufgebaut wurde, werden den wohlverdienten Platz in den Geschichtsbüchern erhalten! Ludwig der XVI lässt aus dem Jahre 1793 grüßen.

  20. Sie haben das dankenswerter Weise mit diversen Konsequenzen verdeutlicht!
    Ich sehe die Haltung Deutschlands so: Wir haben einen Vertrag zum Euro und der ist einzuhalten! Legitim, aber wahrscheinlich nicht praxistauglich.
    Grillo hat es bereits angedeutet, raus aus dem Euro und Schulden neu verhandeln. Die schwachen Länder können ohne Schuldenschnitt den Euro nicht verlassen, die Euro-Schulden mit einer Schwachwährung zurückzahlen ist Utopie.
    Es können sinnvollerweise nur Starke austreten, da die eigenen Schulden in Euro mit einer starken Währung leichter zurückzahlen sind.
    Die Ersparnisse der Deutschen wären wohl bei der Umstellung aufzuwerten, zumindest mit einem hohen Festbetrag.
    Da Deutschland eine laxere Geldpolitik nicht mitmacht und die aktuell Vereinbarte von der Peripherie nicht verarbeitet werden kann muss Deutschland austreten. Ich denke, das Ausland wird das als ehrlichen Weg akzeptieren.
    Jährliche Lohnkürzungen in der Peripherie ist auf Grund der hohen Verschuldung kein Weg, wie will man seine Schulden mit ständig geringeren Löhnen abbezahlen?

  21. Hier sprechen Eunuchen über´s .., die Diskussion ist genauso sinnvoll wie Grundstücke auf dem Mond zu kaufen. Das ist wie schiffbrüchig auf einem Schlauchbott im offenen Meer zu treiben und zu üben, wie man Krawatten bindet. In unserem fractional reserve banking system kommt auf 1 EUR Bargeld 9 EUR Buchgeld, nur in virtueller Form “existente” molekulare Zustände auf Computerfestplatten. Wenn ein Land austreten will, geht das nicht über Nacht. Die Leute riechen die Lunte und holen ihr Geld von der Bank. Entweder weil sie (a) (zurecht) erwarten, dass sie – wenn sie es nicht tun – am nächsten morgen mit sehr viel wertlosen Molekülen aufwachen oder weil sie (b) erwarten, dass es alle anderen auch tun was zwingend zu (a) führt. Was ca. 98% der Menschen gar nicht wissen ist, dass von jedem EUR den sie laut Kontoauszug ihr Eigentum nennen (es ist de jure gar nicht ihr Eigentum sonder nur ein Versprechen) nur ein paar Cent (ca. 0,01-0,03 EUR) ausgezahlt bekommen können. Die obigen 9:1 ist ein mathematischer Wert , aber nicht auszahlbar. Diese Bargelddeckung ist so absurd gering, dass bereits in Bankrun-superlight zu geschlossenen Bankschaltern und Geldautomaten führt. Die Menschen werden den drohenden, wahrgenommenen Verlust ihrer Lebensleistung nicht einfach so achselzuckend hinnehmen. Sie werden ausflippen. In Zeiten von Twitter und Facebook wird das der erste globale Superbankrun der Geschichte. In Tagen wird das gesamte extrem labile System implodieren. Und das, weil die Geschäftsbanken über das fractional reserve banking und mit Unterstützung der Notenbanken/Leitzinsene die Buchgeldmengen haben so weit explodieren lassen dass es jeder historischen Zuweisung spottet. Und für alle, die meinen das Fiatgeldsystem wäre Schuld: Bargeld IST Fiatgeld. Wir sind bereits eine Abstraktionsebene weiter, ein Planet weiter. “Bereits” sind übrigens Jahrzehnte. Leute schreibt nicht irgendeinen Scheiß hier sondern befasst euch mit unserem Geldsystem. Oder ist das Handelsblatt-Redakteuren auch zu kompliziert??

  22. ein ausstieg ist nur möglich, wenn der esm nicht (mehr) belastet wird. wird er ausgeschöpft ohne einzahlung der anderen, verdoppelt sich die deutsche staatsschuld auf ca. 4000 milliarden euro mit der folge des staatsbankrottes bzw. das au nicht viel gewonnen ist gegenüber dem resteuro. deshalb ist es besser die hilfen zur “rettung” über die ezb abzuwickeln, womit die verluste auf 27 % begrenzt sind und deuschland noch seinen anteil an der resteurowährung behält. ebenfalls könnten die taget2forderungen in den durch intervention entstehenden divisenreserven glatgestellt werden. altverträge müssten nominal in euro lauten und die neue dm oder nordeuro(nl, ch, nor, schwerden, denemark, …) zur gesamteuropäischen aufbewahrwärung werden. nur die guthaben der “kleinen leute” bzw. mittelschicht i.H. v. der einlagensicherung würden in dm oder nordeuro umgetauscht. warum nur die? nun, da der firmensektor auch bei uns überschuldet ist! war ja ein genial einfaches geschäft firmen zu kaufen, wobei der kaufpreis als schuld von den unternehmen selber betritten wurde usw. usf.

  23. Was aber, wenn andere Euro-Länder, vielleicht unter Führung der Franzosen, den Deutschen sagen: “Ihr habt eine andere Vorstellung von Geldpolitik, und wir kommen damit nicht klar und wir lassen uns das auch nicht auf Dauer aufzwingen. Also bitte: Verlasst den Euro. Nehmt meinetwegen ein paar kleine Länder, die eine ähnliche Stabilitätskultur haben, mit. Und lasst uns den Euro so zurechtbiegen, dass wir – ganz ähnlich wie Briten und Amerikaner – wieder aus der Krise herausfinden.

    Obiges Scenario kann ich mir nun gar vorstellen.
    Der Euro war eine Idee der Franzosen, um die Macht Deutschlands nach der Wiedereinging zu verringern. Neid war die wichtigste Motivation für den EURO. Die Franzosen hatten zwar Atombomben aber nur eine Währung von der Bedeutung des Schweizer Frankens. In DM wurden 1992 18 % der Welt-devisen gehalten , in FF nur 1 %.
    Die Wiedereinführung der DM würde bedeuten, dass die BUBA in die Rolle der zweitwichtigsten Zentralbank der Welt zurückkehren würde.
    Solch einen internationalen Machtgewinn Deutschlands könnten die Franzosen emotional nicht verkraften. Um das zu verhindern, nehmen sie sogar wirtschaftlichen Nachtteil durch den Euro in Kauf.
    Früher wurden noch ganz andere Opfer in Kauf genommen, um Deutschland zu schwächen.

  24. ….. gäbe es dafür eine Menge Beifall aus der Bevölkerung und von einem Teil der Professoren….. hmm ist der Titel “Professor” ein Schimpfwort, bedeutet es so etwas ähnliches wie “Idiot”? Bitte um Aufklärung. Unser Ex-Kanzler Schröder gebrauchte dieses Wort auch abfällig.

    • Der Hinweis mit dem Professor ist klar mit Zielrichtung der neu zugründeten Partei ” AfD ” gemünzt. Es ist sehr auffällig, wie die Mainstream Presse versucht, diese Neugründung in den Anfängen zu diskreditieren.