Chinas Stellenanzeige für Hacker

Die "Einheit 61398" sucht talentierten Computernachwuchs.

Die “Einheit 61398″ sucht talentierten Computernachwuchs.

Einer unabhängigen Nachrichtenwebsite ist ein faszinierender Fund gelungen: Eine Stellenanzeige für Informatik-Absolventen mit Chinas Volksbefreiungsarmee als potenziellem Arbeitgeber. Das chinesische Militär steht derzeit unter Verdacht, ganze Spionagefeldzüge gegen amerikanische Datennetze gestartet zu haben.

Das verräterische Dokument befindet sich auf der Website der Universität Zhejiang in der Nähe von Shanghai. Im Jahr 2004 hat die berüchtigte “Einheit 61398″ hier nach talentierten IT-Studenten gesucht. Dahinter verbirgt sich nach US-Vorwürfen die fähigste Hacker-Brigade der Volksrepublik.

Dem Text der Anzeige zufolge wirkt das Angebot verlockend: Bis zum Abschluss gibt es ein Stipendium, danach winkt eine Festanstellung bei der Volksbefreiungsarmee. Wer Interesse habe, soll ich an Professor Peng von der Absolventenabteilung wenden.

Gefunden hat das Stellenangebot die “China Digital Times”, ein angesehenes Projekt von US-Journalistikstudenten. Die Netzpublikation ist schon lange dafür bekannt, im chinesischen Internet allerlei Material zu finden, dessen Veröffentlichung den Mächtigen gar nicht recht ist.

China dementiert eine Verbindung des Staates mit den Hackerangriffen. Doch die Hinweise auf Militär und Geheimdienst als Urheber hochkarätiger Cyber-Angriffe häufen sich langsam – zumal die Vorwürfe alles andere als neu sind. Die Stellenanzeige ist zwar kein echter Beweis (Informatiker in Uniform gehören heute schließlich in jede Armee), aber zumindest ein zentrales Puzzleteil.

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Alle Kommentare [5]

  1. Hallo Herr Mayer-Kuckuk. Die Anzeige sagt nur, dass man nach Abschluss des Studiums in der Regierung arbeitet. Hier steht nichts von “Hacker gesucht um ausländische Unternehmen zu hacken”. Es ist quasi eine duale Ausbildung die diese Anzeige anbietet, solche wie auch hier in Deutschland zu Vielzahl angeboten werden. Man kann viel hineininterpretieren. Das selbe könnte ich auch in die Stellenausschreibungen von BND und Verfassungsschutz hineininterpretieren. Allerdings zugegeben, diese Art von Angebot war vorher nicht üblich. Allerdings decken sich solche Ausbildungsangebote mit den Plänen aus dem zwölften Fünfjahresplan bezüglich Anpassungen und Verbesserungen von Bildung- und Ausbildungssystemen in China.

  2. Ich verstehe das problem nicht, dass da von Enthüllungen geredet wird, der Artikel ist sehr reiißerisch, es fehlt eine unterscheidung von hacker und cracker, guckt mal auf Wikipedia!

    Wieso sollte sich China nicht eine Hacker einheit aufstellen dürfen?

    Wieso sollte eine Stellenanzeige, ein “zentrales Stück im Puzzle”?

    Wieso wird ein Angriff auf den Westen vermutet?

    Was ist an einen Elitecommando für Cyberoperationen falsch?

    Die Bundeswehrhat auch sowas, und trotzdem verdächtigt Deutschland niemend(Es trägt den schönen Namen Cyberabwehrcenter)

    Ist doch gut, wenn die Hacke4 bezahlt werden und nicht im Internetschaden einrichten!

    Das sind fragen die raumstehen bleiben, denkt mal nach!
    Und fragteuch weiter

    Fazit: Schlecht Recheriert, aufmerksamkeitsgeil geschrieben!
    Und viel zu spekulativ

  3. Durch diese staatlich gelenkten elektronischen Raubzüge der Chinesen haben wir in der westlichen Welt schon sehr viel Schaden erlitten. Wir müssen
    endlich die Computersicherheit erhöhen. Wir brauchen in allen Staaten eine
    staatlich organisierte Spionageabwehr,finanziell großzügig ausgestattet, die die heimischen Firmen bei der Abwehr unterstützt. Freilich sollte man bedenken: es sind keineswegs nur die Chinesen, die Know How auf diese
    Weise stehlen.

  4. Die Spur führt bei Hackerangriffen leider fast immer nach China! Da kann man eigentlich nur jedem Unternehmen raten, das Risiko eines Angriffs zu streuen und auf dezentrale Lösungen zu setzen, wichtige Unterlagen stets stark zu verschlüsseln oder besser erst gar nicht über das Netz zugänglich zu machen, sämtliche Software auf allen Clients und Servern immer auf dem neusten Stand zu halten und regelmäßige Backups durchzuführen, die Mitarbeiter für die Risiken zu sensibilisieren, den Internetzugang zu beschränken und keine Softwareinstallationen zuzulassen. Ein etwas weniger sorgloser Umgang ist schon die halbe Miete. Einen 100-prozentigen Schutz vor Hackerangriffen wird es jedoch nicht geben.