China – das Schlachtfeld für Nokia und Apple

Allgegenwärtig für 700 Millionen Kunden: China-Mobile-Bude

Allgegenwärtig für 700 Millionen Kunden: China-Mobile-Bude

Nokia ist noch nicht abgeschrieben. Das ist spätestens seit der Vorstellung des konkurrenzfähigen Windows-Smartphones Lumia 920 klar. Doch gelingt es den Finnen, gegenüber Apple wieder Boden gutzumachen?

China könnte das Schlachtfeld sein, auf dem Nokia der Gegenschlag gelingt. Der Apple-Anteil am hiesigen Markt für schlaue Handys (dem größten der Welt) ist im Sommer bereits deutlich gesunken, wie gerade herausgekommen ist.

Zugleich wurde bekannt, dass Nokia mit China Mobile einig geworden ist, das Lumia 920 im großen Stil in den Markt zu drücken. Das ist einei wichtige Nachricht. Denn China Mobile hat 700 Millionen zahlende Kunden – mehr als jeder andere Mobilfunkanbieter in China. 

Klar, das iPhone ist in Fernost im Grunde enorm erfolgreich – im kommenden Jahr könnte das Unternehmen dort 35 Millionen iPhoes verkaufen. Die tatsächliche Zahl der Nutzer ist noch viel höher, weil viele Chinesen ihr iPhone preiswert in Hongkong kaufen, ihre vorhandene Sim-Karte absägen lassen und hineinstecken.

Doch für Nokia ist noch reichlich Platz – mehr, vielleicht, als anderswo.

Denn China Mobile, der unangefochtene Marktführer im Mobilfunk, ist mit Apple nie handelseinig geworden. Er bietet das iPhone allerfrühestens 2014 an. Das iPhone gibt es offiziell und ohne Tricks nur bei kleineren Anbietern mit weniger Kunden und schlechterer Netzabdeckung.

Chinesische Handykunden sehen sowohl Nokia als auch Microsoft zudem immer noch tendenziell positiv – und sind gierig nach Neuheiten. Bisher ist China zwar Android-Land, doch die Kunden sind mitnichten auf ein System festgelegt.

Nur dreimal in Peking: Apple-Store

Nur dreimal in Peking: Apple-Store

In China werden in den kommenden 20 Jahren etwa 400 Millionen Bauern zu Stadtbewohnern werden und einen Einkommensschub erfahren. Das sind die Leute, die von ihrem Billig-Nokia auf ein Smartphone umsteigen (wenn auch vermutlich erst auf einen billigen Androiden). Sie haben zwar schon vom berühmten Apfel-Telefon gehört, doch wenn China Mobile ihnen einen tollen Vertrag für ein Lumia anbietet, werden sie ebenso begeistert zugreifen.

Wenn es den Finnen also noch einmal gelingt, gegenüber den Äpfeln aufzuholen – dann in China. Dafür sind eine Reihe von Voraussetzungen nötig, die aber alle so gut wie erfüllt sind:

- Die Telefone müssen gründlich an den chinesischen Markt angepasst sein. China Mobile ist hier ein starker Partner.

- Starke Apps und zuverlässige Navigation müssen drinstecken. Die Windows-Plattform und der in China bereits erprobte Nokia-Kartendienst decken diese Punkte ab.

- Der Preis muss stimmen. China Mobile subventioniert Smartphones erheblich.

 

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