Was nun Herr Smith?, Teil 2

Im Juli habe ich zusammen mit Norbert Häring für die Freitagsausgabe des Handelsblatts eine Titelgeschichte über die Krise der Volkswirtschaftslehre geschrieben: “Was nun, Herr Smith?”, fragten wir. Zu meiner Überraschung war das eine der am besten verkauften Ausgaben seit  Einführung der “Freitagstitel”.

In den letzten Wochen haben wir an quasi so einer Art Fortsetzung gearbeitet. Nach der Analyse der Probleme des Fachs beschreiben wir jetzt die stille Revolution, die innerhalb der VWL derzeit stattfindet. Denn auch, wenn es von außen den Anschein haben mag, als tue sich wenig bis gar nichts – die VWL bewegt sich doch!

Das Ergebnis – sechs Doppelseiten zum Thema “Wirtschaft neu Denken – Junge Ökonomen rebellieren gegen das Establishment” liegt am Freitag am Kiosk. In einem Essay analysiere ich den Paradigmenwechsel, der sich in der VWL vollzieht, außerdem porträtieren wir 15 Volkswirte der Generation Zukunft, die das neue Gesicht der VWL prägen.

Im Zuge der Recherche habe ich mir übrigens auch endlich mal den Platz angeschaut, an dem Keynes 30 Jahre in London gewohnt hat. Sehr nette Ecke!

Wer sich für die Stories interessiert, muss – wie im Juli, online ist der Text erst seit Ende September verfügbar – bedrucktes Papier in die Hand nehmen, oder sich auf Paid Content einlassen und das PDF der Freitagsausgabe  online kaufen. Kostenpunkt: 1,59 Euro, weniger als ein Cappuccino bei Starbucks. (Wichtiger Hinweis: Leider kann man auf unserer Webseite immer nur die tagesaktuelle Ausgabe kaufen. Ab dem 22.10. funktioniert das nicht mehr. )

Ich freue mich übrigens auch über Feedback zum Essay und den Porträts.

Hier eine Übersicht über die einzelnen Stücke:

Professoren, hört die Signale - Die Krise der Wirtschaft ist auch eine Krise der Wirtschaftswissenschaft. Die Modelle der Klassiker passen nicht mehr zur Realität. Doch das heißt nicht, dass die Disziplin stillsteht. Im Gegenteil. Eine junge Garde an Ökonomen revolutioniert das Fach. Ein Essay von Olaf Storbeck

Mitten in der Wirklichkeit - Die deutsche Berkeley-Professorin Ulrike Malmendier will den Menschen so verstehen, wie er ist – und verändert das gängige Menschenbild der Wirtschaftswissenschaftler.

Zurück in die Zukunft – Steffen Roth verhilft der ökonomischen Ideengeschichte zu einer Renaissance. Die hatte die Disziplin zuletzt sträflich vernachlässigt.

Von der Bank in die Hochschule - Der Wirtschaftshistoriker Moritz Schularick hat in der Praxis einer Bank Erfahrungen gesammelt – und eine Lücke zur Theorie entdeckt. Die will er empirisch erklären.

Gegen die Gutmenschen – Mit Tests an zufällig ausgewählten Probanden hat Esther Duflo zahlreiche Paradigmen der Entwicklungshilfe widerlegt.

Leitplanken für den Charakter – Wie kann der Mensch Profite machen und ethisch korrekt bleiben? Bernd Irlenbusch versucht, das herauszufinden, indem er Probanden zunächst in Versuchung führt.

Der fränkische Grenzüberschreiter – Thomas Lux schaut über den Rand des ?eigenen Fachs hinaus – und löst mit Instrumenten von Physikern knifflige Fragen über den Finanzmarkt.

Erfolgreich in der Isolation –  Der Cambridge-Forscher Ha-Joon Chang glaubt nicht an die Überlegenheit des freien Marktes. Er setzt auf klassische Industriepolitik. Seine Bücher sind Bestseller.

Spekulanten auf der Spur – Der deutsche Princeton-Professor Markus Brunnermeier hat früher als die meisten seiner Kollegen an den Standard-Makromodellen gezweifelt und treibt sein Fach nun mit neuen Ideen nach vorn.

Gegen das Gleichgewicht –  Der deutsche Oxford- Absolvent Richard Werner warnt Notenbanken davor, sich zu sehr auf Zins- und Preisstabilität zu konzentrieren.

Selbst gemachte Krise  - Yanis Varoufakis hat früh vor den Fehlern des Euros gewarnt. Er sieht auch seine Kollegen in der Schuld. Viele ihrer Modelle seien zu simpel.

Alles eine Frage der Verteilung –  Profitiert die Wirtschaft, wenn die Oberschicht wenig Steuern zahlt? Nein, sagt Emmanuel Saez – und provoziert die etablierten Ökonomen.

Ein kühler Kopf im politischen Pulverfass - Das Gesundheitssystem ist das Aufregerthema in den USA. Mit kühlem Kopf und frei von Ideologie?versucht Amy Finkelstein, die ökonomischen Grundlagen für ein besseres System zu schaffen.

Wie im echten Leben – Armin Falk erforscht das Verhalten von Persönlichkeiten und zieht daraus Rückschlüsse auf ihre Präferenzen. Denn nur wer die Menschen kennt, wird die Märkte verstehen.

Revolution von oben – Der hochrangige britische Noten- banker Andrew Haldane fühlt sich vom Mainstream der Volkswirt- schaftslehre im Stich gelassen. Rat sucht er bei Biologen, Physikern und Seuchenforschern.

Erfolg mit doppelter Buchführung Der niederländische Entwicklungsökonom Dirk Bezemer macht die Gefahren von Banken für eine Volkswirtschaft sichtbar.

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Alle Kommentare [2]

  1. “Mitten in der Wirklichkeit – Die deutsche Berkeley-Professorin Ulrike Malmendier will den Menschen so verstehen, wie er ist ”

    Eine DEUTSCHE in BERKELEY? Das sind gleich zwei Handicaps auf dem Weg zum Verstehen. Da kriegen wir dann vielleicht junk science zum Quadrat.