Hintergründe zum Ökonomie-Nobelpreis 2012

Die Entscheidung des Stockholmer Nobelpreiskomitees, die wichtigste Auszeichnung für Ökonomen der Welt an die US-Ökonomen Al Roth und Lloyd Shapley zu vergeben, ist eine sehr gute Wahl.

Mit ihrem “Market Design” haben sie nicht nur viele Märkte deutlich effizienter gemacht, sondern  gleichzeitig das Leben von vielen Menschen drastisch verbessert. Schüler und Studenten müssen dank der von Shapley und Roth entwickelten Methoden nicht mehr auf Schulen gehen, die sie nicht mögen – und Nierenkranke kommen dank der Tauschbörse für Nierenspender viel schneller zu einem neuen Organ. Al Roth ist einer der wenigen Volkswirte, der systematisch Leben gerettet hat.

Die Forschung der beiden zeigt, dass VWL mehr ist als Selbstzweck und abstrakte Zahlenspiele in zu simplen Modellen.

Auf den Ökonomie-Seiten des Handelsblatts haben wir in der Vergangenheit regelmäßig vor allem über die Forschung von Al Roth berichtet. Hier eine Auswahl über ein paar ältere Artikel:

Der Markt als Designobjekt- Früher haben Ökonomen das Spiel von Angebot und Nachfrage nur analysiert – jetzt perfektionieren sie die Arenen dafür.

Was taugt die VWL? – Ökonomen machen das Leben lebenswert – behaupten sie zumindest selbst. Weil das sonst kaum jemand merkt, bekommt das Fach aber immer weniger Fördergelder. Auf der Jahrestagung der American Economic Association in New Orleans war “Better living through economics” jetzt ein großes Thema, ebenso wie bessere Selbstvermarktung.

Meine Niere gegen deine Niere – Mit Organen zu handeln ist strafbar, Organe zu tauschen nicht – zumindest in den USA: Dort gibt es inzwischen etliche Tauschbörsen für Organspenden. Über Datenbanken kann so der passende Spender schneller gefunden werden. Nun steht das Konzept vor dem landesweiten Durchbruch.

Undercover Economist: Stakes in kidneys 

Eine ausführliche Darstellung der Forschung der beiden Nobelpreisträger gibt es hier.

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Was die EU mit meinen Rückenschmerzen zu tun hat

Die EU erhält den Friedensnobelpreis? Zugegeben, als ich die erste Vorabmeldung dazu gesehen habe, habe ich mich auch gefragt: Soll das ein Witz sein? Ist heute der 1. April?

Aber wenn man einen Moment lang unvoreingenommen über diese Nachricht nachdenkt, ist es tatsächlich eine angemessene Entscheidung. Die offizielle Begründung aus Oslo trifft den Nagel auf den Kopf:

„The union and its forerunners have for over six decades contributed to the advancement of peace and reconciliation, democracy and human rights in Europe.”

Auf Twitter haben einige Leute dieses Argument als „politische Korrektheit“ abgetan. » weiterlesen

Der faule Grieche und die zickige Deutsche

Eine etwas andere, ganz amüsante Sichtweise auf die Euro-Krise liefert dieses Video.

Hintergründe zum Macher Bob Denham gibt es hier. Der Schauspieler Yiannis Alexiou, der “Greco” spielt, wurde schon vom griechischen Fernsehen und einer griechischen Sonntagszeitung interviewt.

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