Griechenland spart – so viel, wie niemand sonst in Europa

Griechen-Bashing ist gerade mal wieder ziemlich in Mode in Deutschland. Der CSU-Politiker Stefan Müller brachte des Volkes Stimme jüngst auf den Punkt. In Griechenlandsei  kein ausreichender Wille erkennbar, die Auflagen der internationalen Geldgeber zu erfüllen.

Zumindest mit Blick auf die Entwicklung der Staatsfinanzen stimmt das aber schlicht und ergreifend nicht. Ein schöner Beleg dafür ist eine Studie der Irischen Notenbank, über die die Kollegen der FAZ heute in ihrer Printausgabe unter der Überschrift “Niemand saniert so hart wie die Griechen” berichtet. In dem Artikel heißt es:

“… kein Krisenland der Eurozone [unternimmt] so harte Anstrengungen zur Sanierung der Staatsfinanzen wie Griechenland. Das zeigt eine neue Untersuchung der Irischen Zentralbank. Der griechische Staat hat nach Berechnung der Notenbank-Ökonomin Laura Weymes in den vergangenen beiden Jahren Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im Volumen von 20 Prozent der Wirtschaftsleistung vorgenommen und damit fünfmal so viel wie Portugal und Spanien bislang. Selbst Irland, das für seine entschlossene Sparpolitik als vorbildlich gelobt wird, ging bei der Haushaltssanierung nicht annähernd so hart vor wie Griechenland”

Die Studie mit dem Titel “Fiscal Consolidation – does it deliver” kann man auf der Webseite der Irischen Zentralbank herunterladen. Darin findet man unter anderem folgende Grafik, die die Konsolidierungsanstrengungen der verschiedenen Krisenstaaten vergleicht.

Zu einem ganz ähnlichen Urteil  kam Anfang Juli übrigens auch der Sachverständigenrat in seinem Sondergutachten zur Euro-Krise. Darin heißt es unter anderem:

“Ausweislich der Entwicklung des strukturellen Budgetsaldos, der die um Konjunktureffekte bereinigte Haushaltsentwicklung abbildet, ist unverkennbar, dass sich die Fiskalpolitik in allen Problemländern auf dem richtigen Weg befindet.”

Folgende Grafik illustiert, dass Griechenland bei der Konsolidierung der Staatsfinanzen die tiefsten Einschnitte gemacht hat:

Warum bekommen die Griechen trotzdem ihre Haushaltsprobleme nicht in den Griff? Vermutlich, weil sie kurzfristig betrachtet zu viel sparen, nicht zu wenig und die Konsolidierungsprogramme die Rezession verschlimmern. Darunter leiden dann wieder die Steuereinnahmen.

In dem Arbeitspapier der Irischen Notenbank heißt es dazu:

“…weak growth coupled with high interest rates are compounding Greek debt reduction efforts. In spite of running low primary deficits over 2011-2013 (with the latter projected to turn to surplus by 2014), a punishing ‘snowball effect’ together with various offsetting ‘ other factors’ absorb the benefit of on-going  consolidation measures. These offsetting factors also engulf a sizeable portion of the recently announced debt reduction (private sector involvement PSI) programme.”

Ein bisschen mehr Ehrlichkeit würde der Debatte um die Schuldenkrise gut tun.

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Alle Kommentare [33]

  1. Aussicht auf Erfolg?
    Unabhängig vom Schuldenstand und der Neuverschuldung hat der verfolgte Ansatz einer Rückzahlung von Schulden keine Aussicht auf Erfolg: Um innerhalb des Euroraumes wettbewerbsfähig zu werden, müssen die griechischen Löhne so enorm sinken, dass es die Gesellschaft in Mord und Totschlag stürzen wird. Sinken die Löhne jedoch nicht, sind Transfers auf Dauer erforderlich. Fragte man die Wähler in den Geberländern, würden sie das ablehnen – deswegen würden wir nur gefragt, wenn Karlsruhe das vorschreibt. Erstaunlich, dass sich auf diesem “fruchtbaren” Nährboden noch keine eigene Partei gebildet hat.
    Begriff und Erfolgsaussichten einer “Rettung” des Euro durch Vergemeinschaftung von Schulden und Verbleib nicht wettbewerbsfähiger Mitglieder im einheitlichen Währungsraum sind geradezu absurd. Diese fehlende Wettbewerbsfähigkeit ist keine aktuelle Panne, sondern historische Realität.
    Fehlt der Wechselkurs, müssen die Realgrößen reagieren und zwischenzeitlich Transfers fließen; halten das die Volkswirtschaften auf Nehmer- und Geberseite mittelfristig nicht aus, sollte man schlechtem Geld kein gutes hinterherwerfen, denn das Vorhaben muss letztlich scheitern.
    Ob dieses Geld noch als “gut” bezeichnet werden kann, ist eine andere Frage

  2. Blinse sagt:
    ————————
    Rechner sagt: “Es sollte zumutbar sein, den Teil des Wohlstandzuwachses, der nur auf Pump war, wieder aufzugeben.”

    Na mein Lieber, das müßten Sie doch mit ein bißchen Lebenserfahrung besser einschätzen können. Es wird doch in so einer extremen Situation von Politikseite quasi hektisch “rasiert” und nicht nur der “Auf-Pump-Zuwachs” abgeschnitten.
    ————————

    Bis jetzt sind aber noch nicht einmal die abgeschnitten worden.

    In punkto Lebenserfahrung:

    Wer sparen MUSS, der spart.

    So einfach ist das.

    Keine Finanzierung primärer Haushaltsdefizite mehr durch “Schirme” oder EZB.

    Finanzierung sekundärer Defizite abbauen.

    Dann MÜSSEN die Herrschaften sparen, weil niemand mehr ihre Defizite finanziert.

    Mit ein bißchen gesundem Menschenverstand ist vieles einfacher.

  3. Rechner sagt: “Es sollte zumutbar sein, den Teil des Wohlstandzuwachses, der nur auf Pump war, wieder aufzugeben.”

    Na mein Lieber, das müßten Sie doch mit ein bißchen Lebenserfahrung besser einschätzen können. Es wird doch in so einer extremen Situation von Politikseite quasi hektisch “rasiert” und nicht nur der “Auf-Pump-Zuwachs” abgeschnitten. Und wenn man sich erstmal an ein “Zuwachsniveau” gewöhnt hat und dies auch mußte, da die Preise ebenso gewachsen sind, dann verzichten Sie mal. Viel Vergnügen.
    Ich weiß, es ist schwer, da zu differenzieren. Aber pauschalieren bringts auch nicht.

  4. Esco sagt:
    ———————
    jaja den Griechen vorschreiben, sie sollen das Vermögen extrem besteuern und sogar enteignen und hier kriegt man nichtmal eine Minivermögenssteuer hin.
    ———————

    In einem Land in dem die Staatsverschuldung real sinkt und das nicht anderen auf der Tasche liegt ist auch keine Vermögenssteuer notwendig.

    ++++++++++

    Esco sagt:
    ———————
    Ferner investiert keiner in ein Land, in dem die Wirtschaft ins Chaos gestützt wurde (dank Troika).
    ———————

    Seltsam, daß es der Troika nicht gelungen ist Portugal und Irland ins Chaos zu stürzen.

    Und könnte die Investitionszurückhaltung nicht vielleicht an den Korruptions- und zu hohen Lohnkosten liegen?

    ++++++++++

    Esco sagt:
    ———————
    Da können Sie noch so viel Enteignen, kein Arbeitsplatz wird dadurch geschaffen. Vielmehr wird weiter nur zerstört.
    ———————

    Wo wird in Griechenland was enteignet?

    Von wem?

    Von der Troika????

    Bis jetzt sind in Griechenland nur Gläubiger enteignet worden.

  5. Michael Stahlschmidt sagt:
    ————————-
    Unbestritten, dass der Sparkurs Griechenlands dem Volk viel Leid aufbürdet.
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    Ich erlaube mir das zu bestreiten.

    Zwischen 2001 und 2011 sind in Griechenland die Einkommen aus Lohn, Gehalt und Sozialleistungen um 68,80% gestiegen, in Deutschland hingegen um 16,25%.

    Besonders stark gestiegen sind die Sozialleistungen (109%), und die Bezüge der Staatsdiener (71,7%).

    Es sollte zumutbar sein, den Teil des Wohlstandzuwachses, der nur auf Pump war, wieder aufzugeben.

    ++++

    Michael Stahlschmidt sagt:
    ————————-
    Außerdem müssen wir den Prozess der Marktbereinigung im Bankenwesen endlich zulassen.
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    In Anbetracht der niedrigen Eigenkapitalquote (2% – 6%) mit der Banken arbeiten könnte das schnell über den Mechanismus des “Anschlußkonkurses” zu der Pleite der allermeisten Banken und Staaten führen.

    Weshalb die “Krisenmeister” am liebsten an der Quelle des Problems retten, weil das einfacher durchführbar ist. Hat natürlich – muß man zugeben – den Nachteil des Fehlanreizes (“moral hazard”). Manchmal (Griechenland und seine Banken – manifeste Unrettbarkeit) sollte man deshalb die Eiterbeule operativ entfernen, und die Sekundärbetroffenen (Zypern, franz. Banken) retten.

    ++++

    Michael Stahlschmidt sagt:
    ————————-
    Aber Herr Storbeck will dies nicht hören, er ist ja Banken-Lobbyist.
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    Woher wissen Sie das?

    Herr Storbeck, wären Sie interessiert an einer Stellungnahme als Betroffener?

  6. Athanasios Papapostolou sagt:
    ——————————————–
    Bezeichnend für den Informationsstand der hiesigen Medien, die jeden Tag gefährliches Halbwissen fördert, ist doch, dass so ein Bericht nur als Blogeintrag erscheint.
    ——————————————–

    Wie würden Sie eigentlich Ihre eigenen hier vorgetragenen pauschalen und unbegründeten Bewertungen bezeichenen?

    Als ungefährliches Viertelwissen?

    ++++

    Athanasios Papapostolou sagt:
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    Auf den Hauptseiten wird weiterhin das Gegenteil gezeigt, dass Griechen angeblich “reformunfähig” seien.
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    Wobei “reformunfähig” oft nur eine diplomatische Umschreibung für “reformunwillig” ist.

    ++++

    Athanasios Papapostolou sagt:
    ——————————————–
    Für den Mob (siehe Achim Hase und whoknows) [...]
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    Sie nehmen sich heraus, andere Kommentatoren als “Mob” zu bezeichnen?

    Sie sollten ihr Benehmen dringend europäischen Standards anpassen.

    Oder Ihren verbalen Müll anderswo absondern.

    ++++

    Athanasios Papapostolou sagt:
    ——————————————–
    Für den Mob (siehe Achim Hase und whoknows) sind solche Meldungen doch nur störend weil sie Gefahr laufen mit belegbaren Zahlen deren einfältiges Weltbild zu erschüttern.
    ——————————————–

    Die Zahlen mögen belegbar sein – die Schlußfolgerungen aber nicht.

    Weshalb der Vorwurf des “einfältiges Weltbild[es]” Ihnen selbst auf die Füße fällt.

  7. Es ist eine Binsenweisheit der Vokswirtschaft, dass ein Staat zugrunde geht, wenn steuern und Abagen sich so stark erhöhen wie es in Griechenland der Fall ist. Steuereinnahmen werden auf Dauer nicht steigen, sondern sinken. Es ist schone eine Farce dass das 1mal1 der Volkswirtschaft so missachtet wird. Es ist zudem eine Tatsache, dass in GR wirklich AKTIV mehr gespart wird (zum BSP) wie in keinen anderen Land in der Eurozone. Wer das nicht wahrhaben will, kann sich entsprechend von den Fakten überzeugen lassen. Es wird eine Farce was hier passiert. Für mich hat es den Anschein, dass die Pleite Griechenlands politischer Wille ist. Das mag einen Geopolitischen Hintergrund haben, aber auch Bodenschätze, die in GR zum Teil aus Umweltschutzgründen nicht abgebaut werden. Wer glaubt, dass die Griechen zu dumm sind, irrt sich gewaltig. Immer mehr nähert sich GR Russland und China an … und die reiben sich schon jetzt die Hände.

  8. Die Leistungen, die das kriegszerstörte Deutschland aus dem Marshallplan empfing, beliefen sich auf 4% des BIP während 4 Jahren. Die Nettoleistungen der EU an Griechenland seit dessen Beitritt betragen 60% des griechischen BIP. Quelle: Thilo Sarrazin, Europa braucht den Euro nicht. Kein Weg führt an einem Euro-Austritt Griechenlands vorbei. Wie lang will man noch weter wursteln.

  9. Ich habe überhaupt kein Mitleid mit Griechenland und den Griechen.
    Der Staat soll erstmal die entgangenen Steuern eintreiben und als erstes bei den Regierungsmitglieder anfangen.
    Ländereien verkaufen und weniger für das Militär ausgeben. Jeder Euro den wir bezahlen, wird weitergereicht oder verkonsumiert.
    An den Aufbau einer Industrie, die Arbeitsplätze schafft, denkt doch niemand. Und wenn, müßten wir das machen.

  10. André Kühnlenz sagt:
    ———————————-
    Anders als die Spanier, wo die Exporte lange Zeit so schnell wuchsen wie bei den Deutschen (Hallo, Wettbewerbsfähigkeit!) hatten die Griechen auch deswegen keine Chance, weil sie halt viel nach Osteuropa exportieren. Und dort war die Nachfrage in den vergangenen Jahren nicht gerade dynamisch. Blieb also nur die Anpassung über die Importe/Binnennachfrage…
    ———————————-

    Auch anderwo war sie nicht sonderlich dynamisch.

    Für die von Griechenland exportierten Agrargüter gint es übrigens einen europaweiten Markt – da ist man nicht auf Osteuropa angewiesen.

    Und daß die Griechen häufig nur Rohware expotieren, anstatt sie wenigstens im eigenen Land in Dosen zu stecken, haben sie sich ebenfalls nur selber zuzuschreiben.

    Hohe Lohnkosten, hohe Fakelaki-Kosten und mangelnde Flexibilität des Bürokratenheers das oft Taxi fährt oder Wohnungen tapeziert anstatt an seinem Arbeitsplatz anzutreffen zu sein sind keine Naturgesetze.

    +++++++++++++

    André Kühnlenz sagt:
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    Und das Resultat ist eine Katastrophe. Das sollte allen eine Lehre sein mit Blick auf Spanien und Italien, die jetzt in einem rezessiven Umfeld im Euro-Raum auch nicht gerade auf den Export setzen können. Spanien hat gerade das Konsolidierungsprogramm auf 100 Mrd. Euro erhöht – das ein Zehntel des BIP. Es ist alles so bitter!
    ———————————-

    Die 100 Milliarden verteilen sich allerdings über 2,5 Jahre.

    So bitter ist es also nun auch wieder nicht.

    Und der Vergleich mit Portugal zeigt, daß sich Haushaltskonsolidierung auch mit wesentlich geringerem BSP-Rückgang durchführen läßt als in Griechenland.

    Auf die Wirtschaftsreformen und auf die Einstellung der Bevölkerung kommt es hier an.

    Das ist die Lehre, die Griechenland ziehen sollte.

  11. “Gespart” wird auch noch in anderer Weise, nämlich bei der Angabe der Einkommen Selbständiger, deren Steuerschuld somit ganz erheblich ist ….womit das Sparpaket leicht zu schultern wäre.

    Medien: Einkommen griechischer Selbstständiger höher als angegeben

    Athen (BoerseGo.de) – Nach einer Studie der Chicago Booth School of Business sind die tatsächlichen Einkommen der Freiberufler und Selbständigen in Griechenland deutlich höher als angegeben.
    Die Einkommen von Ärzten, Rechtsanwälten oder Ingenieuren liegen der Studie zufolge um das 1,92-fache über dem angegebenen Wert, wie die Athener Zeitung „Kathimerini“ am heutigen Mittwoch berichtet. Dadurch entgehen dem griechischen Staat Steuereinnahmen von 11,2 Milliarden Euro.

    Das griechische Haushaltsdefizit von Januar bis Juli 2012 liegt bei 13,2 Milliarden Euro. Das Sparpaket das Griechenland mit den internationalen Geldgebern ausgearbeitet hat, hat ein Volumen von 11,5 Milliarden Euro.

  12. Olaf Storbeck sagt
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    Warum bekommen die Griechen trotzdem ihre Haushaltsprobleme nicht in den Griff? Vermutlich, weil sie kurzfristig betrachtet zu viel sparen, nicht zu wenig und die Konsolidierungsprogramme die Rezession verschlimmern. Darunter leiden dann wieder die Steuereinnahmen.
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    Daß die Reduzierung von extern finanzierten Staatsausgaben kontraktive Wirkungen hat ist unbestritten.

    Und auch, daß dadurch die Steuereinnahmen sinken.

    Bloß ist das natürlich in die Haushaltsplanzahlen der Troika eingearbeitet.

    Warum geht also das BSP in Griechenland dieses Jahr um 6,3% zurück, anstatt um die geplanten 3%?

    In Portugal sind die Staatsausgaben im Jahr 2011 um 5,5% reduziert worden, das BSP sank um 1%.

    Während in Griechenland im gleichen Jahr eine Einsparung von 5,6% einer BSP-Reduktion von 11,6% gegenüberstehen.

    Es ist frappierend: die gleiche Reduzierung der Staatsausgaben wird von einer um den Faktor 11,6 unterschiedlichen Veränderung des BSP begleitet.

    Und dieses Jahr wird Griechenland mit 6,3% BSP-Rückgang erwartet, Portugal mit 3,2%.

    Welche Faktoren sind für diese erheblichen Unterschiede verantwortlich?

    Harte Faktoren sind mir nicht bekannt, also bleiben nur die bekannten weichen:

    Abwanderung in die Schattenwirtschaft und die Flucht des Schwarzkapitals. Dem griechischen Tourismus und Aprikosenexport sind öffentliche Verbrennungen deutscher Fahnen natürlich auch nicht förderlich.

    Die Vermutung Olaf Storbecks, das BSP Griechenlands würde drastisch einbrechen “weil [die Griechen] kurzfristig betrachtet zu viel sparen,” wird durch den Vergleich mit Portugal widerlegt.

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    Alle Zahlen eurostat oder eigene Berechnungen auf Zahlen von eurostat beruhend.

  13. Griechenland spart – so viel, wie niemand sonst in Europa
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    Niemand sonst hat so viele Schulden angehäuft, wie das unersättliche Griechenland, das seinen Bewohnern (Bürger kann man diese kollektiven Steuerhinterzieher wohl kaum nennen!) soziale Benefiz’ obszönen Ausmaßes in Form von 14 Gehältern, Renten, Renteneintritt mit 55 und Zulagen gönnte, während solide wirtschaftende Nationen mit einer weitaus höheren Produktivität und Wertschöpfung über 10 Jahre so gut wie keine Lohnerhöhungen erzielten – und sogar den Renteneintritt auf 68 Jahre (sic !) festlegten. Dass unter diesen unhygienischen Zuständen keine Freude bei den Geberländern aufkommen kann, sollte niemand verwundern. Ich gehe sogar davon aus, dass sich das Thema Euro, EU und europäische Institutionen zurzeit ad absurdum führt, und sich selbst den Garaus bereitet.

  14. heiliger Simplicius: Die Studie stammt von den nationalen Behörden. Ist denn hier noch jemand so naiv, dass er den von Griechenland verbreiteten Zahlen glaubt? Doch, Herr Storbeck und Herr Höhler bauen darauf sogar kühne Aussagen auf. Entweder sind die beiden sehr naiv oder sie täuschen uns.

  15. Herr Ewerth, was heisst denn “niederkonkurriert”?! Und warum stellen Sie einen Zusammenhang zu 1933 her?! Seit wann sind harte Arbeit, Lohnzurückhaltung und herausragende Ingenieursleistung verwerflich?!

    Mit nüchternem Abstand werden Sie erkennen, dass Deutschland nicht etwa seine europäischen Freunde “niederkonkurriert” hat, sondern vielmehr die erforderlichen Wechselkursanpassungen aufgrund unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit wegen der Einheitswährung nicht möglich waren.

    Damit tragen Politiker und Eurokraten die Schuld an der Misere, nicht etwa der deutsche Arbeiter. Der Euro war und ist eine Totgeburt, die Europa spaltet. Rechtsbeugung allerorten. Unsere Politiker wollen das tote trojanische Pferd des europäischen Föderalismus weiter reiten, hindern wir sie endlich daran!

  16. Es ist ein Wahnsinn der sich da abspielt: alle wissen (oder müssten es zumindest), dass die Eurokrisenländer in der Krise niemals Sparen können, weil das alles schlimmer macht (mehr Arbeitslosigkeit, Rezession,mehr Schulden) aber trotzdem soll diese ökonomische Selbstmordstrategie weiter gefahren werden und weil Griechenland und Co. das nicht können (logisch unmöglich!), wird weiter Dreck über ihnen ausgeschüttet. Der wirtschaftliche Schaden wird immer größer und der politische ebenso. Und der völlig dumm gehaltene Deutsche bejubelt Merkel auch noch, wie sie und ihre Helfer mit diesem Sparzwang die Eurozone zerstören und für Deutschland unklakulierbare (Haftungs-)risiken heraufbeschwören, so als ob sie die Schuldenunion verhindere. Die gibt es längst, sie wird nur nicht so genannt. Grotesk was sich da abspielt.

  17. Man kann auch Menschen mit der Wahrheit täuschen.
    Indem man andere Wahrheiten verschweigt.
    1) Griechenland hat hart gespart: korrekt! Musste es allerdings auch, denn sonst hätten die Steuerzahler anderer Länder den griechischen Staatshaushalt in noch größerem Umfang alimentieren müssen, als das tatsächlich der Fall ist.

    2) Allerdings ginge es dem griechischen Staatshaushalt sicherlich besser, wenn das Land nicht nur gespart hätte, sondern auch Staatsbetriebe privatisiert. Das ist so gut wie nicht geschehen, und das wird in der Studie der irischen Notenbank oder im Blog von Olaf Storbeck nicht thematisiert. Gehört aber dazu, wenn man sich ein Gesamtbild machen will.

    3) Die Rezession wäre mit Sicherheit weniger scharf verlaufen, hätte die griechische Regierung die mit der Troika VERTRAGLICH VEREINBARTEN Strukturreformen umgesetzt. Auch das gehört zum Gesamtbild.

    Und damit kommen wir zu den Gründen des angeblichen “Griechen-Bashings” in Deutschland: Es ist definitiv eigenes Verschulden der griechischen Regierungen, bzw. überhaupt der politischen Klasse in Griechenland (Samaras hat ja in der Opposition übelst gemauert hat!), wenn die vereinbarten Ziele jetzt nicht eingehalten werden – und Griechenland noch mehr Geld von uns haben will.
    Das gefällt den Menschen in Deutschland nicht: zu Recht!

  18. Absolute Zustimmung, Herr Ewerth. Offensichtlich darf die Rolle Deutschlands, das unter anderem ganz eindeutig gegen das gemeinsame Inflationsziel der Währungsunion verstoßen hat, in den deutschen Medien nicht einmal erwähnt werden. Wie H. Flassbeck (Der es mittlerweile, denke ich, langsam aufgegeben hat, sich den Mund fusselig zu reden) kürzlich sagte: Die Diskussion über das Thema hat in Deutschland mittlerweile ein derart unterirdisches Niveau erreicht, dass eine vernünftige Lösung eigentlich ausgeschlossen ist.

  19. Es war schon immer in Deutschland so, wenn die Argumente ausgehen, wird gegen Länder eine Propaganda betrieben, die an Zeiten um 1933 erinnert. Von den wahren Ursachen, wird in Deutschland kaum berichtet, ganz zu schweigen wirklich aufgeklärt. Das fängt schon einmal damit an, dass Deutschland im Euroraum alles niederkonkurriert hat. Davon will man in Deutschland nichts wissen. Mit so einem Spardiktat, kann sich kein Land der Erde „gesund“ sparen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Geschichte sollte uns eigentlich, dass gelehrt haben.

  20. Gut zu wissen.
    Wenn hier von Griechenland Bashing geschrieben wird, ist das noch untertrieben.
    Es findet ein von Oben, d.h. von Merkel inszenierter psychologischer Krieg gegen Griechenland statt, quasi als Vorbild für die anderen betroffenen Länder.

    In Griechenland gibt es genau so viele Steuerflüchtlinge/Hinterzieher wie in Deutschland und anderswo. Denn Steuerflucht gehört zum Neoliberalismus wie die Faust auf’s Auge.

    Ein Land, welches derart sparen muss – warum eigentlich ? – wird sich selbst zerstören.

    Warum geben die Banken das Geld, mit welchem sie gerettet wurden, weil sie sich verzockt und verspekuliert hatten, nicht an GR zurück, nun, da es ihnen wieder besser geht ?

    Wären diese Bankenrettungen nicht gewesen, wäre kein Land, auch GR nicht in die Schuldenfalle geraten.

    Diese Parole, auch von Merkel unter’s Volk gebracht: Leben auf Pump, ist reiner Wahnsinn für eine Volkswirtschaft und mit einem Privathaushalt nicht zu vergleichen.

    Primitiver geht es wirklich nicht mehr, der Bevölkerung immer wieder einen derartigen Schwachsinn zu erzählen.

    Es geht einzig und allein um Niedermachen, Schlechtmachen und Schlechtreden – So geht man mit Menschen aber nicht um.

    Wann endlich durchschaut die Bevölkerung hier das wahnsinnige Spiel der Angela Merkel, Zwietracht unter die Völker zu bringen ?!

    Noch wahnsinniger, dass die meisten Medien und Menschen hier mit machen.

    Wo bleibt eigentlich der Anstand der deutschen Bevölkerung, dieses Schmierentheater der Angela Merkel zu verweigern und an den Pranger zu stellen ?!

    Wer will denn so eine Kanzlerin ?!

    Und Seehofer sagte selber: Man brauche Griechenland, um ein Exempel zu statuieren. Das ist aber auf Lügen aufgebaut, wie alle Exempel, die dazu dienen, andere zu demütigen und zu entmündigen.

    Die EZB hätte schon lange diesem Spuk ein Ende setzen können und durfte es nicht, weil Merkel und ihre Politiksklaven es nicht wollten.

    Deutschland gewinnt durch die Krise unendlich viele Milliarden. Darum muss Griechenland weiter bluten.

    Zusätzlich werden die anderen bereit geklopft, ihre Souveränität an Brüssel abzugeben. Auch noch ein Punkt um die “Vereinigten Staaten von Europa” heimlich und hinterhältig zu implementieren. Wenn alle unter Brüssel stehen – ist die Arbeit fast schon getan.

  21. @ Blinse,

    jaja den Griechen vorschreiben, sie sollen das Vermögen extrem besteuern und sogar enteignen und hier kriegt man nichtmal eine Minivermögenssteuer hin.
    Ferner investiert keiner in ein Land, in dem die Wirtschaft ins Chaos gestützt wurde (dank Troika). Da können Sie noch so viel Enteignen, kein Arbeitsplatz wird dadurch geschaffen. Vielmehr wird weiter nur zerstört.

  22. Olaf Storbeck sagt:
    “Das dürfte doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen sein – die Griechen sparen, darunter leidet das Wirschaftswachstum, was wiederum die Steuereinnahmen schmälert und das Budgetsaldo vergrößert. Deswegen werden sie nicht zum Geberland.”

    Herr Storbeck, die Griechen sparen nicht, sondern verringern vielleicht ein wenig ihre Defizite. Sparen bedeutet gemeinhin das Erzielen und Anlegen von Überschüssen was auch Konsumverzicht bedeutet.

    “Ich weiß auch nicht, ob ich ihren Zynismus in irgendeiner weise zielführend finde…. Seien Sie mal froh, dass sie nicht in Griechenland leben müssen.”

    Die Griechen tun mir natürlich leid, aber sie sind jetzt Gefangene der ökonomischen und politischen Zwangsjacke Euro und der Unfähigkeit ihrer politischen Elite. Aber die Griechen haben auch lange Jahre unverhältnismäßig vom Euro und dem billigen Kredit den sie bekommen haben profitiert. Die Griechen sind sozusagen die Könige des Keysianismus.

    Sie sind also ebenso Opfer wie Täter. Entlastung von der Depression und Stolz werden die Griechen erst wieder bekommen, wenn sie ihren Lebensstandard an ihrer Wertschöpfung anpassen.

    Leid tun mir vor allem auch die Menschen der solide wirtschaftenden Länder (DE, NL, FI, Slovakei usw.) im Euro, die um ihre Lebensleistung betrogen werden, weil sie den zu hohen Lebensstandard der PIIGS querfinanzieren müssen.

  23. Prinzipiell sollte man nicht alle Veröffentlichungen für objektive Tatsachen halten, vor allem dann nicht, wenn die Interessenlage der Autoren bekannt ist.
    Die Veröffentlichung der Central Bank of Ireland von Laura Weymes ist ganz sicher keine objektive Analyse, das verrät dem Leser allein schon die Überschrift “Fiscal Consolidation – does it deliver ?”. Im Falle Griechenlands sind ausserdem die angegebnen Schulden- und Defizitzahlen den Planzahlen der IWF Prognose entnommen, die mit den tatsächlichen Gegebenheiten in Griechenland alles andere als identisch sind. Nach den veröffentlichten Zahlen des Finanzministeriums in Athen bis Juli diesen Jahres
    http://www.minfin.gr/content-api/f/binaryChannel/minfin/datastore/20/80/79/208079867eaa186a33e431fe344d5310422724b0/application/pdf/Preliminary_SB_Execution_Bulletin_JULY_2012.pdf
    sind die Planabweichungen (zu den IWF Planzahlen) und die Istwerte bei den Einnahmen (Abweichung nach unten um ca. 10%) ersichtlich. Dass bei den Ausgaben die Planzahlen unterschritten wurden, liegt einzig und allein an der Tatsache, dass in Griechenland kein Geld und keine Kredite für die Ausgabenlücke verfügbar war, daher wurden einfach Lieferantenrechnungen im grösseren Ausmass als in den letzten beiden Jahren nicht bezahlt. Jeder Kaufmann in Europa, der einfach keine Rechnungen bezahlt, geht gleich Konkurs oder ist insolvent, wenn noch etwas in der Kasse ist, sich so als Staat zu konsolidieren, ist einfach der Öffentlichkeit in die Tasche gelogen. Fakt ist dann aber die Tatsache, dass kumulierte, offene Forderungen von Unternehmen, die Grössenordnung könnte zwischen 10 Mrd. EUR und 15 Mrd EUR liegen, weder in die Schulden noch in das Defizit eingerechnet wurden, was dann auf dieser Seite das Bild verfälscht. Die Situation in Griechenland schön zu reden, trägt jedenfalls nicht zur Lösung des Problems bei, sondern macht das Problem eher noch grösser, da die Gläubiger Griechenlands dann eher geneigt sein werden, leichtfertiger zu handeln.

  24. warum kritisiert eigentlich NIEMAND die hoch dotierten EU-Berater, die diesen Brei mit angerührt -sprich versaut- haben?

  25. Die Griechen sparen mehr als alle anderen, weil sie mehr als alle anderen über Ihre Verhältnisse gelebt haben. Dafür müssen sie jetzt im Wortsinne “mit Zins und Zinseszins bezahlen”. Die Griechen haben sich nicht dafür interessiert, ob ihr durch den Euro (und auch schon davor systematisch) auf Pump finanzierter Wohlstand, ihrer wirtschaftlichen Leistung entsprachen, darum muß heute den Gläubigern egal sein, ob die Griechen “am meisten” sparen oder eben nicht. Der einzig relevante Maßstab ist die Frage, ob Griechenland die Zins und Tilgung – irgendwie – (das heißt, bei allergrößter Anstrengung gerade noch) leisten kann. Belastungen über diese objektive Belastungsgrenze hinaus sind schädlich, alle anderen vernünftig.

  26. Unbestritten, dass der Sparkurs Griechenlands dem Volk viel Leid aufbürdet. Doch, die Frage muss gestattet sein: Muss man nicht für seine Verfehlungen einstehen? Warum soll der deutsche Steuerzahler die Last schultern, wo die deutsche Infrastruktur, das deutsche Bildungswesen, das Rentensystem etc. vor enormen Herausforderungen stehen?! Die fetten Jahre sind sowieso vorbei.

    Über Jahrzehnte hat man zugesehen, wie sich die griechische Elite, Reeder und Politiker in postkultureller Dekadenz gebadet und skrupellos bereichert haben. Steuern wurden nicht eingetrieben. Ein riesiger Beamtenapparat wurde als friends-and-family-program aufgebaut. Hochmut kommt vor dem Fall.

    Die Konsequenzen hat Griechenland zu tragen. Aufgabe aller Deutschen kann es nur sein, auf humaner Ebene Nahrungsmittel und medizinische Versorgung für die Bevölkerung zu stellen.

    Außerdem müssen wir den Prozess der Marktbereinigung im Bankenwesen endlich zulassen. Aber Herr Storbeck will dies nicht hören, er ist ja Banken-Lobbyist.

  27. Bezeichnend für den Informationsstand der hiesigen Medien, die jeden Tag gefährliches Halbwissen fördert, ist doch, dass so ein Bericht nur als Blogeintrag erscheint. Auf den Hauptseiten wird weiterhin das Gegenteil gezeigt, dass Griechen angeblich “reformunfähig” seien. Für den Mob (siehe Achim Hase und whoknows) sind solche Meldungen doch nur störend weil sie Gefahr laufen mit belegbaren Zahlen deren einfältiges Weltbild zu erschüttern.

  28. Griechenland hat die größten fiskalischen Probleme aller Probanden, und ist wegen der dadurch früher verursachten Refinanzierungschwierigkeiten auch als erstes unter einen “Schirm” geschlüpft, nämlich im Mai 2010.

    Irland kam im Dezember 2010, getrieben von seiner Immobilien- und Bankenkrise, noch später Portugal im Mai 2011.

    Schon aufgrund der unterschiedlichen Laufzeiten verbietet sich also ein unmittelbarer Vergleich der Laufleistungen.

    Darüber hinaus hatte Griechenland das höchste Schulden-übergewicht von allen Kandidaten zu Beginn ihrer Programme, hat also vernünftigerweise auch die höchsten Gewichtsreduzierungen vom Dr. IWF verordnet bekommen.

    Während Irland und Portugal, wenn auch mit Mühe, im Rahmen der von ihren Programmen gesetzten cash-flows wirtschaften können, kann – oder will – Griechenland das anscheinend nicht.

    Auch ein zweites, noch größeres Hilfspaket und ein Schuldenerlaß von etwa 28% seiner Staatschuld im März konnte Griechenland auch bis jetzt noch nicht dazu veranlassen, wenigstens einen mit den Vereinbarungen kompatibelen Haushaltsplan für dieses Jahr aufzustellen. Folglich ist das Geld aus der ersten Tranche des zweiten Hilfspakets, mit dem per Vereinbarung eine zu Anfang der Woche fällige Staatsanleihe zurückgezahlt werden sollte, für andere Zwecke verwendet worden. Die Rückzahlung der Staatsanleihen wurde stattdessen über die Ausgabe von Schatzbriefen finanziert, und zwar letzlich aus Mitteln der EZB per ELA (emergency liquidity assistance), und aus Eigenkapital der beteiligten griechischen Banken, das gerade erst mit Mitteln aus dem Hilfsprogramm aufgestockt wurde.

    In Anbetracht dieser ebenso gravierenden wie von Anfang an mit rotzfrecher Intransigenz ausgeführten Verstöße gegen die Vereinbarungen von vor gerade Mal 5 Monaten ist die Aussage des CSU-Politikers Stefan Müller, “in Griechenland sei kein ausreichender Wille erkennbar, die Auflagen der internationalen Geldgeber zu erfüllen,” eine sehr diplomatische und zurückhaltende Umschreibung des tatsächlichen Sachverhaltes.

  29. “…Darunter leiden dann wieder die Steuereinnahmen.”

    Ich denke, die Steuereinnahmen leiden unter einem ganz anderen Phänomen, nachzulesen in einem HB-Artikel vom 08.06.12 mit dem Titel “Griechische Steuerzahler könnten ihr Land retten.”
    Zitat daraus vom obersten griechischen Steuerfahnder Nikos Lekkas:

    “Die Steuerflucht in seinem Land belaufe sich auf zwölf bis 15 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. „Wenn wir davon auch nur die Hälfte eintreiben könnten, wäre Griechenlands Problem gelöst.“”

    Aber in einem haben Sie recht, Herr Storbeck: Die meisten Griechen tun mir in ihrer Lage wirklich leid. Von der Politik verraten und verkauft.

  30. Anders als die Spanier, wo die Exporte lange Zeit so schnell wuchsen wie bei den Deutschen (Hallo, Wettbewerbsfähigkeit!) hatten die Griechen auch deswegen keine Chance, weil sie halt viel nach Osteuropa exportieren. Und dort war die Nachfrage in den vergangenen Jahren nicht gerade dynamisch. Blieb also nur die Anpassung über die Importe/Binnennachfrage…

    Und das Resultat ist eine Katastrophe. Das sollte allen eine Lehre sein mit Blick auf Spanien und Italien, die jetzt in einem rezessiven Umfeld im Euro-Raum auch nicht gerade auf den Export setzen können. Spanien hat gerade das Konsolidierungsprogramm auf 100 Mrd. Euro erhöht – das ein Zehntel des BIP. Es ist alles so bitter!

  31. “Warum bekommen die Griechen trotzdem ihre Haushaltsprobleme nicht in den Griff? Vermutlich, weil sie kurzfristig betrachtet zu viel sparen, nicht zu wenig und die Konsolidierungsprogramme die Rezession verschlimmern. Darunter leiden dann wieder die Steuereinnahmen.”

    Lol. Wenn die Griechen so viel Überschüsse erwirtschaften, könnten wir sie ja bald als Geberland in den nächsten Bail-Out Runden erwarten oder?

  32. Werden hier verabschiedete oder tatsächlich umgesetzte Maßnahmen bewertet? Ich vermute mal die irische Zentralbank hat ihre Daten nicht während einer persönlich durchgeführten Inventur erhoben.

    • @ Achim Hase: Betrachtet werden die tatsächlich umgesetzen Maßnahmen

      @whoknows: Das dürfte doch eigentlich nicht so schwer zu verstehen sein – die Griechen sparen, darunter leidet das Wirschaftswachstum, was wiederum die Steuereinnahmen schmälert und das Budgetsaldo vergrößert. Deswegen werden sie nicht zum Geberland. Ich weiß auch nicht, ob ich ihren Zynismus in irgendeiner weise zielführend finde…. Seien Sie mal froh, dass sie nicht in Griechenland leben müssen.