Uni Mannheim prüft Vorwürfe gegen Ulrich Lichtenthaler

Nachdem der  Rektor Hans Wolfgang Arndt die nötigen Kollegen aus dem Urlaub geholt hat, tagte heute an der Universität Mannheim die Kommission, die die  Vorwürfe gegen den Mannheimer Betriebswirten Ulrich Lichtenthaler untersucht.

Sie hat beschlossen, externe Gutachter einzuschalten und verspricht eine “schnellstmögliche, sorgfältige Aufklärung der Vorwürfe “.

Die Universität veröffentlicht dazu folgende Pressemitteilung: 

Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens gegenüber Professor Dr. Ulrich Lichtenthaler

Rektor kündigt vollständige Aufklärung an / Wissenschaftler räumt Fehler ein

Aufgrund von Vorwürfen gegen Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler wegen möglichen wissenschaftlichen Fehlverhaltens hat der Rektor der Universität Mannheim, Prof. Dr. Hans Wolfgang Arndt, am 16. Juli nach erfolgter Vorprüfung durch den Ombudsmann die„Ständige Kommission zur Untersuchung von Vorwürfen wissenschaftlichen Fehlverhaltens“ an der Universität Mannheim einberufen. Prof. Dr. Lichtenthaler, Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Organisation an der Universität Mannheim, wird vorgeworfen, in mehreren Aufsätzen auf eigene inhaltlich verwandte Artikel nicht verwiesen, sowie Variablen, die in der einen Arbeit als wichtig bezeichnet wurden, in anderen Arbeiten nicht berücksichtigt zu haben. Prof. Dr. Lichtenthaler selbst hat bereits Aufsätze in verschiedenen Zeitschriften zurückgezogen, nachdem ihm bei nochmaliger Prüfung der Publikationen Fehler in der Statistik aufgefallen waren.

Das Rektorat und die Fakultät für Betriebswirtschaftslehre der Universität Mannheim wurden von Prof. Dr. Lichtenthaler bereits vor einigen Wochen über die Vorwürfe und Fehler in mehreren Aufsätzen informiert. Die Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Universität Mannheim sehen in solchen Fällen ein mehrstufiges Verfahren vor: Zunächst erfolgt eine Vorprüfung durch den Ombudsmann der Universität. Kommt dieser zu dem Ergebnis, dass ein hinreichender Verdacht auf wissenschaftliches Fehlverhalten vorliegt, verständigt er die vom Senat gewählte Kommission. Die Kommission hat den Sachverhalt zu bewerten und dem Rektor zu berichten. Die Kommission bestimmt das Verfahren, das in angemessener Frist durchzuführen ist.

Die Kommission hat am heutigen Dienstag, dem 24. Juli 2012, getagt und beabsichtigt erwartungsgemäß, die Kompetenz externer Gutachter einzubeziehen. Entsprechend den „Richtlinien zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis der Universität Mannheim“ wird die Kommission vertraulich arbeiten. Die Universität Mannheim und die Kommission haben sich die schnellstmögliche, sorgfältige Aufklärung der Vorwürfe zum Ziel gesetzt.

Unabhängig von der Universität Mannheim prüft auch die WHU Vallendar die Vorwürfe gegen Prof. Dr. Ulrich Lichtenthaler zu Arbeiten, die während seiner Assistentenzeit an der WHU entstanden sind. Lichtenthaler wurde an der WHU promoviert und habilitiert, bevor er zum Jahr 2011 einen Ruf nach Mannheim erhielt.

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Alle Kommentare [2]

  1. Das kommt davon, dass in Deutschland Doktoranden als Ghostwirter fürs wissenschaftliche Image der Profs schuften müssen. Wenn sich dann ein Prof nicht mal mehr die Arbeit macht, die Veröffentlichungen vor der Freigabe akribisch zu prüfen, passiert eben so etwas. Ich kann mich einer gewissen Schadenfreude nicht erwehren. Möchte wissen, wann dieses wissenschaftliche Ausbeutungssystem endlich abgeschafft wird.

  2. Die deutsche BWL -zumindest der Nicht-Finance-Bereich- sollte sich generell mal ihre Gedanken zur Wissenschaftlichkeit machen. Da sind die Kollegen der VWL schon weiter.