Hans-Werner Sinn und der Ökonomenaufruf

Heute morgen überrascht das Münchener Ifo-Institut mit einer merkwürdigen Pressemitteilung.

Die Denkfabrik erklärt, Hans-Werner Sinn sei für den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung nicht verantworlich, sondern nur einer von 250 Unterzeichnern.

In der Pressemitteilung heißt es:

“In den vergangenen Tagen wurde in der Presse mehrfach geschrieben, dass Prof. Sinn den Aufruf der deutschsprachigen Ökonomen gegen die Ausweitung des ESM auf die Bankenrettung, der am 5. Juli auf den Online-Seiten der FAZ erschien, initiiert habe.

Diese Behauptung ist falsch. Der Aufruf wurde von Prof. Walter Krämer, Technische Universität Dortmund, initiiert und formuliert. Richtig ist, dass Prof. Sinn als einer von mittlerweile 250 deutschsprachigen Ökonomieprofessoren unterschrieben hat und – wie viele andere auch – Vorschläge zur Änderung des Textes gemacht hat. An der Anwerbung von Mitunterzeichnern war Prof. Sinn nicht beteiligt.”

Diese Erkärung ist  aus mehreren Gründen erstaunlich.

Vor allem, weil Walter Krämer in der E-Mail, mit der er vor der Veröffentlichung des Aufrufs um Unterschriften warb, ausdrücklich Bezug auf Sinns Mitarbeit an den Text nahm.

Wörtlich heißt es in der E-Mail, die Krämer am Abend des 3. Juli an zahlreiche Ökonomie-Professoren verschickte und die dem Handelsblatt vorliegt:

“Liebe Kolleginnen und Kollegen,

was halten Sie – was haltet Ihr – von dem beigefügten Aufruf, den ich zusammen mit H. W. Sinn (und redaktioneller Unterstützung von Manfred Deistler) verfaßt habe?

Aus der Adresszeile der E-Mail geht hervor, dass auch Hans-Werner Sinn selbst eine Kopie dieser E-Mail erhalten hat – vor mehr als zwei Wochen. Ob er bei Walter Krämer protestiert hat, ist nicht bekannt.

Update: Walter Krämer hat in einer Mail an meine Kollegin Dorit Heß seine  oben zitierte Formulierung, er habe den Aufruf gemeinsam mit Sinn verfasst,  als “vielleicht etwas irreführend” bezeichnet. Zur Entstehungsgeschichte des Aufrufs schreibt Krämer:

“Die Idee kam von mir, angeregt durch die Kollegen Deistler und Hoderlein. Mein Freund Hans-Werner Sinn war zu der Zeit nicht im Land . Ich habe ihm unaufgefordert meinen Entwurf geschickt, mit der Bitte um Kommentar, er hat ihn redigiert (und nach ihm noch viele andere, es waren etwa fünf Leute an der Endfassung beteiligt).”

Auch im ersten Bericht der FAZ wird die besondere Rolle  von Sinn beim Verfassen des Aufrufs hervorgehoben. Krämer habe den Brief “zusammen mit dem Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn verfasst”, heißt es dort.

Auffällig ist zudem, dass sich nicht nur die inhaltiche Argumentation, sondern auch einige  Formulierungen des Aufrufs sehr eng am Wortlaut eines Interviews bewegen, das Hans-Werner Sinn wenige Tage vor der Initiierung des Aufrufs meiner Handelsblatt-Kollegin Dorit Heß gegeben hatte.

Dort antwortete Sinn zum Beispiel auf die Frage, ob durch der Euro durch den Brüsseler Gipfel gerettet sei:

“Nein. Wall Street, die City of London und die Pariser Banken wurden gerettet

Im wenige Tage später in der FAZ veröffentlichten Aufruf heißt es:

“Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird statt dessen der Wall Street, der City of London – auch einigen Investoren in Deutschland – und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken.”

Auf die Tatsache, dass Sinn eine besondere Rolle bei dem Ökonomen-Aufruf gespielt hat, deutet zudem die Tatsache hin, dass er am 9. Juli die Inititive in einem gemeinsam mit Krämer verfassten Text in der FAZ gegen die Kritik verteidigt hat.

 

Update II: Die Pressestelle des ifo Instituts hat sich in einem Kommentar hier im Blog zu Wort gemeldet und erklärt:

“Mit der Pressemitteilung will sich Prof. Sinn nicht von dem Aufruf distanzieren. Er möchte nur, da nun so viel Wirbel um seine Person gemacht wird, während die über 250 Mitunterzeichner vergessen werden, darauf hinweisen, dass Prof. Krämer den Aufruf initiiert hat.

Prof. Sinn war überrascht, dass er in der Presse in den Mittelpunkt gestellt wurde, weil er weder der erste war, mit dem Prof. Krämer Kontakt hatte, noch in irgendeiner Form bei der Anwerbung von Mitunterzeichnern für den dann in der FAZ erschienenen Text beteiligt war. Er hat aber wie andere auch einen Formulierungsvorschlag geliefert.

Richtig ist hingegen, dass Prof. Sinn an der gemeinsam mit Krämer verfassten Erwiderung in der FAZ federführend beteiligt war. Dadurch dass beide hier gemeinsam als Autoren wirkten, ist vermutlich der Eindruck entstanden, dass er (Sinn) auch der Initiator des ursprünglichen Textes war.

Prof. Sinn kannte im Übrigen die Formulierung des Rundbriefes nicht, den Sie wiedergeben, was daran gelegen haben mag, dass er zu der Zeit in den USA war und nicht immer erreichbar war.

Prof. Sinn war positiv überrascht, dass so viele Professoren unterschrieben hatten. Er hatte gedacht, es gehe Krämer darum, einen kleineren Kreis von Mitautoren zu finden.

Das alles ist keine Ex-Post-Relativierung der Unterstützung, sondern nur die einfache Wahrheit.”

Eine ähnliche Erläuterung  hat uns das Ifo-Institut heute auch auf unsere Anfrage geschickt , wir zitieren daraus in unserer morgigen Printausgabe.

Zu guter letzt noch ein Hinweis von mir: Ich schreibe an keiner Stelle, Sinn habe sich vom Aufruf distanziert.

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Alle Kommentare [45]

  1. Man muss sich schon sehr wundern, dass Herr Storbeck sich so für Euro, ESM, Bankenunion etc. einsetzt und für das unbedingte Vertrauen in europäische Institutionen und europäische Zentralwirtschaft wirbt. Er scheint weder von nationalen Interessen gelenkte Politik der europäischen “Freunde” noch die perfide Agenda der deutschen Politiker zu erkennen. Warum wohl muss man ausgerechnet im Handelsblatt lesen, dass Schäuble dem Bundestag essentielle Informationen betreffend der Stützung spanischer Banken vorenthalten hat? Hochverrat!

    @Michael Wendl: Ihre LOR-Argumentation ist grundsätzlich zwar konsistent, allerdings ist ein homogener Währungsraum zentrale Voraussetzung positiver Wirkung. Zudem ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen, genauer gesagt die Verluste in den Bankbilanzen sind bereits kontrahiert. Insofern leisten gerade Sie keinen konstruktiven Beitrag, sondern kurieren an Symptomen und werfen schlechtem Geld gutes Geld hinterher.

  2. Mit meinen bescheidedenen 1400€ netto komme ich noch recht gut hin. Wenn ich mir dann aber anschaue, was ich ohne 11h Nachtschichten und Zulagen hätte, kommt mir die Galle hoch, da läuft gewaltig was schief !!! An solche unrealistischen Gedanken wie z.b. meine Rente verschwende ich schon lange keinen Gedanken mehr. Der Franzose im Amt erhöht demnächst den nationalen v e r b i n d l i c h e n Mindestlohn auf 9,40 € / h.
    Zeitarbeiter im mitteldeutschen Osten gehen für 7,10 €/h schaffen,wenn mir dann einer sagt, das ich doch dankbar für die s.g. “bundesdeutschen” Transferzahlungen nach BB
    sein sollte bin ich erst richtig glücklich, was sollen wir diesen “Schwachmathen” sagen ???! Aber ihr kommt auch noch runter und das schon demnächst und sehr gewaltig !
    Glücklicherweise bin ich bisher noch nicht in der “Jobwaschmaschine” der A G E N T U R gelandet.

  3. Machen Sie, Herr Storbeck, zusammen mit Herrn Schieritz vom Edelblatt “Die Zeit” jetzt Hofberichterstattung für Herrn Prof. Sinn? Wer von Ihnen beiden gibt denn den Hofnarren? Zu mehr reicht es ja in Ihren Beiträgen offenbar wohl nicht.

  4. ‘Michael Wendl’ sagt:
    ———————————–
    Die Währungsunion hat mehrere Konstruktionsfehler. Ein fundamentaler besteht darin, dass die Zentralbank nicht die Funktion des “Lender of the last Resort” hat, wie dies in anderen großen Volkswirtschaften, wie USA, GB und Japan üblich ist.
    ———————————–

    Das ist kein Konstruktionsfehler.

    Sondern es soll dazu führen, daß Wirtschaftssubjekte nicht einen “bailout by inflation” befürchten müssen und sich so auf einen stabilen Geldwert verlassen können.

    Denn genau dazu dient Geld in einer rationalen Volkswirschaft: als ein nachhaltiges Maß für Wert.

    Die in den angelsächsischen Ländern beliebte Doktrin des “Lenders of last Resort” führt in denselben zu einer “Wirtschaftspolitik” die nicht Strukturpolitik ist, sondern eine tagespolitisch getriebene Manipulation von Zinssätzen und Wechselkursen.

    Das Ergebnis: Blasenökonomien und Deindustrialisierung. Den letzten beißen die Hunde.

    Eine übernationale und unabhängig verwaltete Währung ist – jedenfalls in der Theorie – der Goldstandard ohne Gold.

    Bloß ‘halt dumm, wenn einige die diese Währung verwenden sich jahrelang immer noch so verhalten als ob sie noch ihre alte Konfettiwährung hätten.

    ++++++++++++++

    ‘Michael Wendl’ sagt:
    ———————————–
    Menschen, die den Volkswirt Gustav Horn als “Gutwirt” bezeichnen, zeigen ganz offen, dass sie kein inhaltliches Argument gegen die Position von Horn haben.
    ———————————–

    Keineswegs.

    Der Schluß daraus, daß an einer bestimmten Stelle kein Argument vorgetragen wird, darauf, daß gar keines vorhanden sei, ist voreilig.

    Und deshalb als Fehlschluß einzuordnen.

    (Aber die “Wutwirte” haben Ihnen gefallen, nicht wahr?)

  5. ‘Rapid’ sagt:
    ————————-
    Im Kern geht es um den Kampf von zwei Denkschulen. Die eine Denkschule will die “Vereinigten Staaaten von Europa” also den Brüssler Zentralstaat, der die Souveränitäten seiner Subjekte, nämlich der demokratisch verfassten europäischen Nationalstaaten vereinnahmt, um sie einer Brüssler Bürokratie zuzuschanzen. Die andere Denkschule bevorzugt einen europäischen Staatenbund souveräner Einzelstaaten, die ihre Interessen jeweils vernünftig ausbalancieren.
    ————————-

    Genau darum geht es hier, bei der Debatte um die Äußerungen von Prof. Sinn, eben nicht.

    Sondern darum, ob und in wieweit der Herr Professor mit seinem Wutwirteaufruf und seinen früheren Thesen zu target2 (die er inzwischen ja “modifiziert” hat) Unsinn verzapft.

    ME tut er das.

    Der Versuch diese Diskussion auf ein Spiel von zwei Mannschften zu reduzieren geht deshalb vollkommen in die Irre.

    Denn übergeordnet würde ich mich auf jeden Fall als Euro-Förderalist verorten, und nicht als Zentralist.

    Und man kann auch im Nachhinein sagen, daß die Einführung des Euro eine außerordentlich kostspielige Angelegenheit war.

    Aber, wie sind wo wir sind, und es kommt darauf an aus der gegebenen Situation das beste zu machen.

    Und das ist:

    Beharren auf der Stabilitätspolitik der Bundesregierung, Durchsetzung von Strukturreformen in den schwachen Ländern mit Überbrückungshilfe der starken Länder.

    Daß Probleme, die zehn Jahre lang entstanden sind, nicht in 10 Monaten gelöst werden können, muß man natürlich bedenken.

    Griechenland ist allerdings ein hoffnungsloser Fall – da sollte man so schnell wie möglich die Konsequenzen ziehen.

    Eine starke Eurozone mit möglichst vielen Mitgliedern ist aber ein lohnendes Ziel.

    Wobei Qualität eindeutig vor Quantität geht.

    Das haben wir ja wohl hoffentlich aus dem ganzen gelernt.

  6. “Für die notwendige Korrektur dieses Mangels müsste in Deutschland die geldpolitische Orientierung am Bundesbank-Modell aufgehoben werden”

    Na, gehts noch ne Nummer größer.
    Wie wärs denn wenn man erst mal versucht die Regeln einzuhalten, auf die man sich vertraglich geeinigt hat?

    Dass die EZB als ZentralbankSYSTEM kein LOLR ist, eben anders als USA, GB oder Japan (LOL was für ein Club von Staaten ), liegt aber mal hauptsächlich daran, dass sie für eine ganze Währungsunion zuständig ist. Und das Ziel ist nun mal glasklar

    Inflation (HCPI) unter zwei Prozent halten
    (kann man alles nachchecken, wurde bisher erfüllt und bis auf gelegentliche Putschversuche durch Repräsentanten des lateinischen Weichwährungsclubs gibts da auch keine Mehrheit in der EZB davon abzuweichen)

    Ansonsten gilt eben nach Vetrag

    1. kein Bail-Out
    2. kein Gelddrucken

    und das aus gutem Grund (in einer Währungsunion ==> Moral Hazard ohne Ende) betrachtet man das Rumgeeier der Spanier, Italiener und vorallem Griechen innerhalb der letzten Monate.

    Was das angeht, kann man auf Sonderwünsche oder Begehrlichkeiten einzelner Regierungen der EZ überhaupt nicht eingehen, die sollen sich gefälligst um ihre Probleme kümmern, und nicht ständig versuchen anderen die Kosten für ihre Reformfaulheit aufzudrücken (Eigenständigkeit ist ja wohl so das mindeste was man so erwarten kann).

    Wenn sie meinen das nicht leisten zu können, können sie sich reiflich, sehr sehr reiflich überlegen ob sie es in Zukunft nicht lieber allein versuchen wollen (mit eigener ZB und LOLR, eigener Puddingwährung und langfristig sinkendem Lebensstandard, also quasi da wo sie vorm Euro schon mal waren).

  7. Seit sich im Jahre 1783 Immanuel Kant gegen die preußische Regierung für die Freiheit der Wissenschaft, die wahrheitsgemäße, wertfreie Verkündung wissenschaftlicher Erkenntnisse ex cathedra mutig eingesetzt hat, war dieser Aufruf meines Erachtens die erste große Tat eines Teiles der deutschen Geisteswissenschaften in dieser Richtung. Man könnte dabei fast vergessen, daß sich Geisteswissenschaftler, die noch in der Nachkriegszeit tätig waren, auch Ökonomen wie Alfred Müller-Armack, in den politisch schwersten Zeiten der Nation an solchen Aktionen wie “Kampfeinsatz der Geisteswissenschaften” beteiligt haben. Wir hätten in diesem Lande, so dachte man, uns doch noch aus der “Verschränkung von Wissenschaft, Politik und Großvermögen”, wie sie neulich im US-amerikanischen Film “Inside Jobs” uns vorgeführt worden ist, befreien können. Wenn, ja wenn diese “halbseidene Korrektur” nicht doch wieder als Schwenk unter die Subventions-Rettungsschirme zu werten ist.
    Aus einem Riesensprung in die Freiheit der Wissenschaft wäre dann doch wieder nur ein Quantensprung geworden, oder nicht mal das?

  8. Persönliche Angriffe auf Olaf Storbeck sollen zwar den Mangel an argumentativer Substanz kaschieren, in Wirlichkeit demonstrieren sie diesen Mangel eindeutig. Menschen, die den Volkswirt Gustav Horn als “Gutwirt” bezeichnen, zeigen ganz offen, dass sie kein inhaltliches Argument gegen die Position von Horn haben. Die Währungsunion hat mehrere Konstruktionsfehler. Ein fundamentaler besteht darin, dass die Zentralbank nicht die Funktion des “Lender of the last Resort” hat, wie dies in anderen großen Volkswirtschaften, wie USA, GB und Japan üblich ist. Um diesen Mangel auszugleichen, werden seit fast 2 Jahren Rettungspakete beschlossen, die in sich nicht konsistent sind und die mit ihrer makroökonomisch restriktiven Wirkung rezessive Tendenzen zusätzlich verschärfen. Das hat zur Folge, dass diese geldpolitischen Maßnahmen ständig neu aufgelegt und verstärkt werden müssen, weil sie sich makroökonomisch selbst blockieren. Für die notwendige Korrektur dieses Mangels müsste in Deutschland die geldpolitische Orientierung am Bundesbank-Modell aufgehoben werden, weil diese für eine Währungsunion nicht geeignet ist. Wenn eine solche Option für falsch gehalten wird, müssen Argumente präsentiert werden, so sind die Regeln in wissenschaftlichen Diskursen. Wer sich nur persönlich empören will, sollte andere Blogs wählen.

  9. Positiv stelle ich fest, dass neben der Diskussion über Eitelkeit, Unverschämtheit und nicht ausreichende Kompetenz der sich einer oder der anderen Seite zurechnenden Wistschaftswissenschaftler, dass so viele Personen kommentieren.
    Unvertretbar ist es, dass sich hier Personen anonym zu Wort melden können.
    Dass ich grundsätzlich beispielsweise Herrn Bofinger, als Vertreter derjenigen Politikberater ablehnend gegenüber stehe, die eine schnelle Einführung des Euro das Wort redeten, obwohl andere sie darauf hinwiesen, dass Griechenland zwar beitrittswillig aber in keiner Weise die Kriterien zur Aufnahme erfüllte, ist einer solchen fatalen Fehleinschätzung geschuldet, die mir mangelhafte Befähigung zeigt.

    Solche “ehemaligen Befürworter”, die bis heute ihre Fehleinschätzung nicht eingestanden haben und durch ihre Positionierung m.E. ihr damaliges Versagen kaschieren wollen, stellen einen schwachen Widerpart zu Krämer und anderen dar.
    Meine allgemeine Schelte gilt der Gilde der WIwi, dass sie ich nicht vehement gegen Verträge gestemmt haben, die keine rechtliche bindenden Sanktionen für ein vertragsschädigendes staatliches Verhalten vorsehen.
    Ein letzter allgemeiner Gruppenvorwurf an die Wiwi zum deutschen Sündenfall: wo war ihre Forderung die HRE den Weg der Lehrmann Brüder gehen zu lassen anstelle sich hinter dem Hinweis auf Systemrelevanz zu verstecken, die nötige exemplarische Bankenbestrafung -mit Gläubigerhaftung- zu fordern?

  10. Die Diskussion ist sehr akademisch. Ich als Unternehmer, habe schon längst Konsequenzen gezogen und bin nach 30-jähriger Mitgliedschaft wegen der völlig inakzeptablen “Eurorettung” und der unsäglichen “Energiewende” aus der CSU ausgetreten.

  11. Im Kern geht es um den Kampf von zwei Denkschulen. Die eine Denkschule will die “Vereinigten Staaaten von Europa” also den Brüssler Zentralstaat, der die Souveränitäten seiner Subjekte, nämlich der demokratisch verfassten europäischen Nationalstaaten vereinnahmt, um sie einer Brüssler Bürokratie zuzuschanzen. Die andere Denkschule bevorzugt einen europäischen Staatenbund souveräner Einzelstaaten, die ihre Interessen jeweils vernünftig ausbalancieren.
    Für die Zentralisten ist der Euro und die diversen “Rettungsschirmpolitiken” unverzichtbar, denn sie sollen dazu herhalten um “Brüssel” als zentrales Machtorgan zu stärken.
    Die Denkschule derjenigen, die einen Staatenbund bevorzugen und auf Subsidarität, Selbstbestimmung, Selbstertüchtigung und Liberalität setzten, sind zwar im Moment in Europa eine politische Minderheit und werden von den Zentralisten, also den “Sozialisten” und “Konservativen” vom Schlag eines Herrn Schäuble hart angegangen, aber die Mittel mit denen die Zentralisten und ihre Mietökonomen etwa
    wie Herr Horn, Bofinger und andere mit persönlichen Verleumdungen und Unterstellungen arbeiten ist zu offensichtlich, um nicht aufzufallen.
    Auch hier gilt, “die angewandten Mittel entlarven den Zweck”, als Umkehrung des bekannten Spruches “Der Zweck heiligt die Mittel”.

  12. Storbeck contra Sinn – und alles im Handelsblatt. Ich finde das gut . Jeder hat seine „Unterstützer“
    Eine Debatte der Fachleute mit Dr. und Prof.-Titel.
    In den auflagenstarken Blättern dagegen dominieren Politiker (Lehrer /Juristen, die reihenweise den Dr-Titel erlogen haben) und Prof. Dr. Sinn hat m.E. Auftrittsverbot im öffentl. r. Fernsehen.
    „Pest oder Cholera“ – es gibt nicht nur 1 Lösung. Daher bitte um das Thema debattieren und weniger persönliche Angriffe.
    z.B. um die Frage: ist das Verschuldungsproblem grds. lösbar ? Ab wann wehrt sich ein Volk bei Wahlen und wählt Chaoten ?
    Meine Prognose vor 11 Jahren war, der Euro endet, wenn das Steuergeld bei der italienischen Mafia landet. Sizilien ist Pleite

  13. Ich bin jedes Mal wieder überrascht, wenn ich in die Kommentare hier schaue, dass bei jeder Kritik an Prof. Sinn Herrn Storbeck persönliche Motive unterstellt werden und seine journalistische Arbeit als Propaganda dargestellt wird.

    Das ist für mich vollkommen unverständlich: Prof. Sinn hat sich schon des Öfteren mit vollmundigen öffentlichen Äußerungen blamiert, von denen er dann nach Kritik stark zurückrudern musste.

    Er ist sehr prominent und stark in den Medien präsent, und da ist es nur richtig, dass seine öffentlichen Äußerungen kritisch hinterfragt werden.

    Eine Verschwörungstheorie, dass Herr Sinn mundtot gemacht werden solle, halte ich für lächerlich: Er unterstützt mit seinen Thesen eine politische Sicht, die auf der konservativen Seite sehr populär ist und z.B. bei der CSU nicht unerhebliche Unterstützung geniesst. Ich kann nicht erkennen, dass er einen Mangel an politischer Unterstützung leiden würde, die seine Freiheit einschränken würde, seine Meinungen in allen möglichen Medien herauszuposaunen.

    Ich bin Herrn Storbeck für seine kritische Arbeit sehr dankbar und kann nicht verstehen, dass ihm hier soviel Kritik auf einer persönlichen und unsachlichen Ebene (“Hetze”, “persönlich gestörtes Verhältnis”) zu teil wird.

    Herr Storbeck, halten Sie die Ohren steif und machen Sie weiter mit Ihrer kritischen Berichterstattung!

  14. Prof. Sinn, oder wer immer an diesem Aufruf beteiligt war, kann gar
    nicht drastisch genug formulieren, schon allein aus der Überfälligkeit
    der zur Rechenschaft zu ziehenden Banken, die für diesen größten
    Finanzskandal aller Zeiten verantwortlich sind und an denen bisher
    nur das Exempel der Lehmanbrüdern statuiert wurde

  15. @Johannes: Weiter oben schrieb ich von dramatischen gesellschaftlichen Verwerfungen.
    Sie werden gerade Zeuge der Genese des Widerstands gegen Eurokraten, Politik und europäische “Freunde”. Ganz so wie es schon das Grundgesetz aufträgt. Auf den Weg zur Knechtschaft? Ein neues Versailles? Nicht mit uns.

  16. Der Sachverstand der meisten Kommentatoren hier und ihre klare Ablehnung Herrn Storbecks versuchter medialer Agitation macht mir persönlich Mut.
    Danke!

  17. Sind Sie, Herr Storbeck dafür verantwortlich, dass verzerrte Darstellungen zum Euro aus London eingehen? In England denkt man zum Euro anders als medial hier dargestellt wird.

  18. Ach, Herr Cordes, hunderte von Wutkorrespondenten lassen sich in den Kommentarspalten des Handelsblatts über die angebliche Verfassungswidrigkeit des ESM aus.

    Auch Sie dürfen gerne dazu beitragen.

    Jedenfalls, wenn es Ihnen nichts ausmacht das andere zu Ihren Ausführungen kritisch Stellung nehmen.

    Die “Unterbindung einer rationalen und demokratischen Diskussion über Chancen und Risiken der währung” findet nun wirklich nicht statt.

    Also, bitte sparen Sie sich die falsche Märtyrerpose.

  19. Das Handelsblatt und so viele Journalisten will anscheinend eine rationale und demokratische Diskussion über Chancen und Risiken der währung unterbinden. Warum eigentlich? Warum schreibt keiner über die Verfassungswidrigkeit des ESM? Welche Interessen werden verfolgt? Man kann sich nur wundern.

  20. @Anette Marquardt /Pressestelle ifo:
    Herrn Sinn soll vom “Wirbel um seine Person” “überrascht” sein? “Überrascht”? Den Ökonom, den es in die Talkshows und Medien drängt, dringend wie keinen zweiten in Deutschland?

    “Überrascht” hat ihn in Wahrheit etwas ganz anderes: Zum ersten Mal überhaupt ist ihm aus wichtigen Leitmedien Kritik entgegengeschlagen, nicht nur auf den hinteren Seiten der Wirtschaftspresse oder linker Nischenmedien (“taz”):

    Der SPIEGEL, der Sinns steile Thesen früher völlig unkritisch nachgebetet hat, hat am Montag einen langen und sehr negativen Artikel über ihn gebracht (“Prof. Propaganda”), der auch noch unfreundliche anonyme Zitate aus dem eigenen Haus enthält. Zudem hat ihn die FR am selben Tag im Meinungsteil mit einem ziemlich gehässigen Kommentar aus der Feder eines ziemlich bekannten Publizisten zerrissen.

    Sowas ist Ihr Chef nicht gewohnt, und das kratzt am Ego. Deshalb will er jetzt auf einmal seine Hände in Unschuld waschen. Und das wissen Sie ganz genau.

  21. Herr Storbeck,
    ich bin wie sehr viele andere äußert entsetzt, wie Sie als Journalist des Handelsblatts mit äußerst ungezogenen Manieren gegen Personen mit einem anderen Standpunkt negative Meinungsmache verbreiten.
    Inhaltlich haben Sie nichts Neues zu den Standpunkten vorbringen können.
    Das Niveau des Artikels kann man nur mit den Kommentaren einer großen deutschen Tageszeitung vergleichen.

  22. Amüsant ist es schon.

    Ob die unterzeichnenden Wutwirte wohl am Ende ganz ohne geistige Urheber dastehen werden?

    Peinlich ist die Fehlinterprätation des Brüsseler Kommuniques allemal.

    Auch wenn die PIGS natürlich gerne ein paar Tage auf dem Zug mitgefahren sind: “ja – natürlich – Euer Geld ist unser – das haben wir vereinbart.”

    ——————————————–

    Womit, lieber Korrespondent ‘baier’, ich mich NICHT auf die Seite der Gutwirte um Horn & Co. schlage.

    Die sind auf ihre Art genau so realitätsblind wie Professor Sinn & Co.

    In diesem Fall scheint mir die Position von Schäuble eben am angemessensten zu sein. Und zwar die tatsächliche, nicht die von den Wutwirten unterstellte.

  23. Herr Prof. Sinn leitet ein großes Institut mit vielen wissenschaftlichen Mitarbeitern und natürlich auch hohen Mittelbedarf. Kann es etwa sein, dass – wie weiland Galileo – die Folterwerkzeuge gezeigt wurden ? Nichts für ungut !

  24. Sinn ist das Feindbild der Hofökonomen Bofinger, Horn, Hüther und natürlich aller gewerkschaftlichen und sozialdemokratischen Funktionäre, die vergessen machen wollen, dass sie ihren Mitgliedern und Wählern das Geld aus der Tasche ziehen. Wer profitiert davon? Hedgefonds, Profifussballer in Spanien, Reeder in Griechenland. Das ist der eigentliche Skandal. Und da das nicht offenbar werden darf, wird ein renommierter Ökonom von diesen Seiten angegriffen. Und die linken meinungsjournalisten beteiligen sich daran.

  25. Ob Herr Sinn wohl auch Freunde hat, die in der Lage sind, ein Argument sachlich zu kontern, ohne gleich in persönliche Beleidigungen zu verfallen und/oder die Nazi-Vergangenheit und ihre Konsequenzen zu bemühen…

  26. Hinweis aus der Pressestelle des ifo Instituts:

    Wir stellen Ihnen einen (für diesen Blog leicht angepassten) Auszug aus einer E-Mail-Antwort an Ihre Kollegin Dorit Heß zur Verfügung.

    Mit der Pressemitteilung will sich Prof. Sinn nicht von dem Aufruf distanzieren. Er möchte nur, da nun so viel Wirbel um seine Person gemacht wird, während die über 250 Mitunterzeichner vergessen werden, darauf hinweisen, dass Prof. Krämer den Aufruf initiiert hat. Prof. Sinn war überrascht, dass er in der Presse in den Mittelpunkt gestellt wurde, weil er weder der erste war, mit dem Prof. Krämer Kontakt hatte, noch in irgendeiner Form bei der Anwerbung von Mitunterzeichnern für den dann in der FAZ erschienenen Text beteiligt war. Er hat aber wie andere auch einen Formulierungsvorschlag geliefert.

    Richtig ist hingegen, dass Prof. Sinn an der gemeinsam mit Krämer verfassten Erwiderung in der FAZ federführend beteiligt war. Dadurch dass beide hier gemeinsam als Autoren wirkten, ist vermutlich der Eindruck entstanden, dass er (Sinn) auch der Initiator des ursprünglichen Textes war.
    Prof. Sinn kannte im Übrigen die Formulierung des Rundbriefes nicht, den Sie wiedergeben, was daran gelegen haben mag, dass er zu der Zeit in den USA war und nicht immer erreichbar war. Prof. Sinn war positiv überrascht, dass so viele Professoren unterschrieben hatten. Er hatte gedacht, es gehe Krämer darum, einen kleineren Kreis von Mitautoren zu finden. Das alles ist keine Ex-Post-Relativierung der Unterstützung, sondern nur die einfache Wahrheit.

    Annette Marquardt

  27. Ich empfehle dem interessierten Leser, der nicht selber da war, sich zur Historie des aktuellen Situation den Vortrag von Dr. Thomas Mayer, Berater der Geschäftsleitung der Deutsche Bank Gruppe, vom 26.06.2012 auf der Medienseite des Ifo-Instituts (Münchner Seminar) anzusehen [http://mediathek.cesifo-group.de/player/macros/_v_f_750_de_512_288/_s_ifo/_x_s-764870657/ifo/index.html].

    Vielleicht wird da mancher größerer Zusammenhang klarer, vielleicht auch die Attacke von Prof. Sinn und anderen auf Wall Street etc. verständlicher.

  28. @Christian Hornberg
    “Wie erklären Sie sich denn, dass Herr Sinn jetzt, zwei Wochen nachdem er den Aufruf auch noch in der FAZ vehement verteidigt hat, plötzlich seine Pressestelle behaupten lässt, er habe ihn nicht formuliert, was man ja wohl sinnvoll nur als Distanzierung interpretieren kann?”

    Man kann es auch so interpretieren, dass sich Herr Sinn nicht den Vorwurf machen lassen will, sich mit Lorbeeren anderer schmücken zu wollen.

    Es wäre eher die Frage zu stellen, warum Prof. Krämer, Herrn Sinn als Mitautor nennt, obwohl dieser nur Textvorschläge gemacht hat.

    Warum wird also herr Prof. Sinn in den Schmutz gezogen und nicht Herr Prof. Krämer, der ja die E-mail geschickz hat ?

    Der geneigte Leser weiß schon warum…
    Nicht wahr Herr Storbeck ?

  29. Es ist wirklich erstaunlich wie gleichgeschaltet regierungsfreundlich die Presse inzwischen ist. Erst waren es 162 Ökonomen, dann 170, 5 Tage später 200 inzwischen sind es 250.

    Dagegen ist die Anzahl der Ökonomen die das regierungskonform sehen geradezu lächerlich. In der Presse hingegen wird es so dargestellt, dass eine handvoll Wutökonomen der Vielzahl regierungstreuer Ökonomen gegenüber steht.

    Und egal wie polemisch Ihre Pamplete sind, Ihre ganzen Beiträge haben ja keinerlei Bezug mehr zur Sache, sondern Sie befinden sich auf einem Feldzug gegen die sogenannten Wutökonomen, finde ich in fast allen Blogbeiträgen so gut wie niemanden der noch Ihre Regierungskonforme Meinung teilen möchte.

    Auch wenn es der Presse und der Regierung nicht gefällt, aber der akademische Teil des Volkes, welcher nicht zu den unmittelbaren Nutznießern der zukünftigen Europäischen Fed (nichts anderes ist der ESM unter Regie der EZB) gehört, hat längst durchschaut, dass es nur um den Raubzug nach dem Deutschen Vermögen geht.

    Und dies nicht nur hier im HB, auch im wallstreet online Journal, und selbst auf Gedmode Trader (Goldmann und Sachs), sind fast nur noch Warnungen vor dem bevorstehenden Zusammenbruch zu finden.

  30. @Christian Hornberg: Der eigenwillige Kinnbart und die häufige Medienpräsenz sind zwar unbestritten Indiz des Narzissmus, in diesem Fall aber nicht als singulär kausal zu postulieren.

    Sinn wurde vielmehr wie viele andere Aufrechte auch “ruhig gestellt”. Die Politik und die Eurokratenriege hat da so ihre Mittel und Wege. Notfalls werden die Erbschuld-Keule geschwungen, Gutachten an andere Institute vergeben, Forschungsgelder gestrichen etc. Ein alter Hut.

    Seneca zielt mit seinem weisen Einwurf, nur Emeriti unter den Ökonomen begehrten noch im Volksinteresse auf, in die richtige Richtung. Ein Aufbegehren des apathischen Volkes ist kaum zu erwarten. Auswandern ist mithin zur ultima ratio geworden. Herr Storbeck kann sich ja ruhig auf den Weg zur Knechtschaft begeben. Vermutlich wird er aber lieber im Londoner Bankenviertel bleiben.

  31. @ Storbeck: Nein, sie sind aber 64 + ! Um genau diesem Schicksal (“außer Dienst gestellt” wie zB T.Sarrazin) zu entgehen, halten die auf Karriere, Drittmittel etc. angewiesenen Top-Leute zum Großteil alle ihren Mund oder meinen Sie allen Ernstes, dass Henkel & Co. in ihren 40ern “klare Kante” gezeigt hätten ?

  32. Die heutige Ifo-PM hat ganz offensichtlich einen simplen, schlimmen Hintergrund: Laut EN-SPON ist nunmehr HW-Sinn für eine Verschärfung der Euro-Krise persönlich verantwortlich (“Professor Propaganda: Is German Economist Exacerbating Euro Crisis ?”). Vielleicht sollten Sie einmal anfangen darüber zu sinnieren, warum nur noch emeritierte bzw. außer Dienst gestellte Professoren, Beamte, Wirtschaftsführer und Politiker in diesem Land sich trauen den Mund aufzumachen, Herr Storbeck !? Das scheint mir der eigentliche Skandal und das Versagen der Presse in dieser ” freiheitlichsten Demokratie auf deutschem Boden” zu sein.

    • @Seneca: Sind Sinn und Krämer emeritiert oder außer Dienst gestellt? Wäre mir neu. Auch die große Mehrzahl der anderen Unterzeichner des Briefs sind meines Wissens noch aktiv.

  33. @alle Sinn-Fans im Blog:

    Wie erklären Sie sich denn, dass Herr Sinn jetzt, zwei Wochen nachdem er den Aufruf auch noch in der FAZ vehement verteidigt hat, plötzlich seine Pressestelle behaupten lässt, er habe ihn nicht formuliert, was man ja wohl sinnvoll nur als Distanzierung interpretieren kann?

    Meine Hypothese ist: Sinn hat gemerkt, dass der Aufruf seinen unberechtigt guten Ruf beschädigen könnte. Narzisstisch wie er ist, versucht er deshalb nun Schadensbegrenzung.

    Wenn Sie das nicht so sehen wollen, was ist dann Ihre Hypothese? Wofür braucht es diese peinlich unplausible Presseerklärung?

  34. Angesichts des Feldzuges gegen Herrn Prof. Sinn ist der Handelsblatt-Blog Lesern mit Restanstand inzwischen kaum noch zuzumuten.

    Während Herr Prof. Sinn sich seit Jahren um die Ökonomie und die öffentliche Verbreitung von Forschungserkenntnissen verdient gemacht hat (und dabei auch nicht immer richtig lag), so ist der Journalist hinter den kampagnengleichen Sinn-Kommentaren bisher nur durch populärwissenschaftliche, theoriedogmatisch beschränkte Beiträge und nicht zuletzt durch Hochmut aufgefallen.

    Würde der Journalist hingegen landeskulturelle Unterschiede, nationalstaatliche Interessen und politische Willensbildungsprozesse sowie Lehren der Geschichte in seinem in ehernen ökonomischen Theorien begrenzten geistigen Laufstall zulassen, käme er nicht umhin, der Sinn’schen Analyse und seinen Schlussfolgerungen zuzustimmen.

    Insgesamt ein Armutszeugnis für das Handelsblatt.

  35. Na und? Wenn er es initiiert hat, hat das gute Gründe und ist ihm als Verdienst durchaus anzurechnen. Was wollen all die Konsens- und Gutmenschen-Ökonomen, die am liebsten die ganze Welt auf unsere Kosten retten wollen? Diese kann man an einer Hand abzählen, geggen jetzt 250 unabhängige Wissenschaftler?

  36. @all: Ich habe das Gefühl, dass einige der Vor-Verfasser in ihrer Verblendung das leichte Geschmäckle nicht mehr erkennen wollen, das sich aus dem Beitrag des Autors ergibt. Herr Sinn ist bekannt dafür, des öfteren seine Meinung zu ändern.

  37. Man könnte dies als Indiz für “Druck hinter den Kulissen” werten. Von Mutti zurückgepfiffen, sozusagen. Doch in der Sache wird Sinn Recht behalten, wie in einigen Jahren auch seine Kritiker konzedieren werden müssen.

    Übrigens entlarvt die Prägung des auch hier verwendeten Begriffs “Wutökonomen”, mit dem die über zweihundert aufrechten Ökonomen so despektierlich betitelt wurden, die Kritiker selbst als Mietökonomen bzw. Propagandajournalisten. Zu gegebener Zeit werden sie sich in den absehbaren gesellschaftlichen Verwerfungen verantworten müssen.

  38. zu Kommentar von Seneca,
    man kann nur voll zustimmen und ergänzen:
    Es gibt zum Thema Euro 250 (vielleicht auch mehr)
    bedeutende und namentlich bekannte Volkswirte,
    deren Analyse seit Einführung des Euro Schritt für Schritt eingetreten ist,
    aber auch einige unbedeutende Schreiberlinge.

  39. @Seneca

    “Herr Storbeck, Sie haben ein persönlich gestörtes Verhältnis zu Herrn Sinn.”

    Sehe ich auch so.

  40. Prof. Sinn hat vermutlich erst einmal das Echo auf die Veröffentlichung abgewartet. Vielleicht wurde ihm auch ein wenig mulmig bei dem Gedanken, bei seiner eindimensionalen Sicht der Dinge könnten ihm (zugesagte) Kompetenzen verloren gehen.

    Der Versuch, seine Mitautorenschaft jetzt einzuschränken, ist doch nur noch peinlich. Auch wenn er mit keinem Wort selbst an dem Pamphlet beteiligt war, hat er sich durch seine Unterschrift voll inhaltlich dahunter gestellt. So what?

    Als Trostplaster für den Fauxpas kann er fast sicher sein, daß ihn wieder eine handvoll Talkshows einladen wird….

  41. Herr Storbeck, Sie haben ein persönlich gestörtes Verhältnis zu Herrn Sinn. Langsam wird es peinlich ! Die Ifo-PM stellt lediglich klar, dass der Aufruf nicht von Hr Sinn initiert und maßgeblich verfasst worden ist. Er enthält aber auch keine inhaltliche Distanzierung, die Sie hineinheimsen wollen. Warum auch ?! Es geht lediglich um die Frage der Urheberschaft und die bestätigt ja nun gerade die Mail von Hr Krämer (!) an die Kollegen. Entscheidend in der Sache ist allein die Tatsache, dass sich dem Aufruf mittlerweile über 250 bedeutende Volkswirte angeschlossen haben. Allein über 70 sind noch nach Ihren ins Persönliche gehenden Angriffen hinzugekommen. Da Sie in der Sache selbst nichts Substantielles (ich erinnere nur an Ihr mangelhaftes Verständnis der Targetsalden zu Beginn der Diskussion darüber) beizutragen haben, geht es Ihnen nur noch noch darum die Reputation von Hr Sinn mit fragwürdigen journalistischen Tricks anzugreifen. Im Übrigen finde ich die Ifo-PM in der Tat auch sinn(!)los, da sie nur Leuten wie ihnen Futter hinwirft. Die PM ist aber aber gerade dem auch durch sie mit angefachten journalistischen Trommeltreiben gegen die Person von Hr Sinn geschuldet. Man sollte also hier nicht Ursache mit Wirkung verwechseln. Hr Sinn ist kein hauptamtlich bezahlter Medienprofi sondern Volkswirt. Ein Rat an Sie persönlich und – mit Blick auf die Reputation des HB – auch an die Chefredaktion und Verlag: Sie, Herr Storbeck, sollten sich bei der Person Sinn einfach mal eine Auszeit gönnen.

  42. Was soll diese Hetze auf jeden der sich der Meinung der Einheitspartei CDU/CSU/FDP/SPD/GRUENE nicht anschließt. Betrachtet man die Entwicklung der letzten 2 Jahre lag Prof. Sinn deutlich näher an dem was eintrat als die Regierung in Berlin oder die nicht gewählten Kommisare in Brüssel.