“Sehr geehrter Herr Professor Doktor Sinn…”

Im Devisenmarktbericht der Bremer Landesbank haben die beiden Volkswirte Folker Hellmeyer und Moritz Westerheide heute “Ansätze eines offenen Briefs” an Hans-Werner Sinn veröffentlicht, den ich hier im Folgenden dokumentieren möchte:

“Prof. Dr. Sinn und sein Freundeskreis bemühen sich, die Stimmung in der deutschen Bevölkerung vollständig europafeindlich zu gestalten.

• Sie verweigern jedwede Anerkenntnis der strukturellen Reformerfolge in ihrem Pamphlet. Ohnehin sind wir in Bremen anscheinend der letzte Hort sachlicher Analyse, wenn es um diese Erfolge geht.

• Sie verheimlichen die potentiellen Folgen einer Desintegration der Eurozone für die deutschen Beschäftigten, für den deutschen Steuerzahler, für die Stabilität der deutschen Demokratie, für die Zukunft Europas. Wer war der größte Verlierer 2009 an der Konjunkturfront? Wessen Geschäftsmodell ist exportseitig gestrickt?

• Sie verheimlichen, dass eine Desintegration der Eurozone einer Unterordnung unter die Machtachse NY-London gleichkäme und damit einer Unterordnung unter ein Machtgefüge, das in der Gesamt- und Neuverschuldung viel prekäreren Situationen ausgesetzt sind und dank antiautoritärer Gestaltung der Finanzmärkte und der Bilanzierung für die Fehlentwicklungen der letzten 15 Jahre maßgeblich verantwortlich
zeichnet.

• Sie stellen Zahlen in den Raum, die jeder Sachlichkeit entbehren und als propagandistisch klassifiziert werden müssen.

• Sie predigen indirekt Kleinteiligkeit der Nationalstaaten, nationale Ressentiments fördernd, in einer dynamischen globalisierten Welt.

Wir erlauben uns für Herrn Prof. Dr. Sinn und seinen Freundeskreis die positiven strukturellen Entwicklungen noch einmal darzustellen, die die Zukunftsfähigkeit der Eurozone belegen. Das gilt für die Haushaltsdefizite und es gilt für die Entwicklung der Waren- und Dienstleistungsbilanzdefizite, die bezüglich der Bewertung der Targetsaldenentwicklung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten von höchster Priorität sind.

Wir erlauben uns darüber hinaus, darauf zu verweisen, dass die Extrapolation von Extremwerten
höchst riskant ist und akademischen Grundsätzen nicht entspricht ….

Werfen wir einen Blick auf die Primärhaushalte (Haushaltssaldo abzüglich Zinszahlungen auf Staatsschuld) Herr Prof. Dr. Sinn und bedenken Sie, dass wir in der Eurozone weiter reformierenund die USA und Japan den Begriff Reformen nicht buchstabieren können! Es ist also nicht nur deraktuelle Status, sondern es ist auch die Dynamik der Veränderung, die für die Eurozone sprechen.

Wo liegt Zukunftsfähigkeit? Als ernst zunehmenden Ökonomen sollten Ihnen diese
Zusammenhänge bewusst sein, oder?

Schauen wir auf die gesamte Neuverschuldung, Gesamtverschuldung und Privatverschuldung.
Wollen Sie wirklich Prof. Dr. Sinn, dass wir uns London und NY unterordnen?

Nun kommen wir zu Ihrem Lieblingsthema Target. Ja die Targetsalden setzen sich aus der Finanzierung der Leistungsbilanzdefizite und der Kapitalflucht zusammen. In diesem Punkt stimme ich mit Ihnen überein. Die Kapitalflucht ist aber auch Folge der aggressivsten und hinsichtlich der dargestellten Fakten unangemessenen Spekulation in der Finanzhistorie.

Das Kernproblem sind die strukturellen Defizite der Waren- und Dienstleistungsbilanz. Da hat sichsehr viel getan. Wir sind um Fakten bemüht und nicht um unangebrachte Stimmungen ….

Schauen wir auf die strukturelle Verbesserung, die wesentlich von Exporten getrieben ist, ergo einer Veränderung der Geschäftsmodelle.

Bei Griechenland ist zu berücksichtigen, dass die Wirtschaft seit 2007 um 20% kollabierte. Entsprechend ist das aktuelle Exportvolumen von 51,7 Mrd. Euro (nahe dem Wert von 52,4 Mrd. Euro 2007) als nachhaltiger Beleg einer strukturellen Veränderung im Mix der Gesamtwirtschaft zu interpretieren.

Wie ist es möglich, über Targetsalden zu philosophieren und diese extrem bedeutenden Fakten der Gesundung der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Wird damit nicht eine unsolide Stimmungsmache gewährleistet, die den Begriff der Propaganda als Klassifizierung erlaubt? Wie sehr muss man die Eurozone hassen, um so unsachlich agieren zu können?

Wenn es der Politik der Eurozone nicht gelingen sollte, die unangemessene Spekulation einzugrenzen, wird sich das konjunkturelle Bild so verschlechtern, dass die strukturellen Erfolge der Vergangenheit zu wenig Traktion entwickeln.

Nachdem „unsere Freunde“ erst auf die strukturellen Probleme in der Spekulation abhoben, versuchen sie nun ihrem Erfolg über die Paralyse der Investitionstätigkeit zu sichern. Es ist an der Zeit, diesen Modus zu erkennen und die notwendigen Rückschlüsse zu ziehen. „Time is running out“ – wir sind im Endspielmodus – Fehler werden hier nicht verziehen.

Die Eurozone verdient es, nicht auf dem Altar der Spekulation geopfert zu werden.”

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Alle Kommentare [17]

  1. “Wie sehr muss man die Eurozone hassen, um so unsachlich agieren zu können?”

    Ach Gottchen, wie SACHLICH! Was für ein Unfug, Sinn “Hass” zu unterstellen zumal er ja für den Euro in anderer Konstellation und unter Wiedereinrichtung des Rechts (Maastricht, No Bail-Out) einsteht! Sinn ist KEIN DM-Befürworter, sondern er empfiehlt dem Euro-Patienten eine andere Therapie als sich mit dem Betäubungsmittel Geld zu vergiften!

    Dass Folker Hellmeyer gern gesehener Gast beim Propaganda-TV Nr.1 ist, nämlich in der ARD, das passt perfekt.

    Und sein Anti-Amerikanismus ist fast zum totlachen, sind es doch Leute wie er selbst und die Euro-Retter, die mit ihrer Geldschwemmen- und gigantischen Schatten-Inflations-Politik die amerikanische Lüge des stabilen Dollar noch aufrecht erhalten, also genau das tun was Washington braucht, deshalb geht doch Obama Merkels Einknick-Kurs in der Stabilitätsaufgabe nicht schnell genug!

    Herr (V)olker Hellmeyer, die derzeitige EZB-, ESM- und Dicke-Bertha-Rettungs-Politik ist genau was die Wallstreet und Washington wollen. Herr Sinn ist derjenige, den die Puppeteers fürchten, nicht Sie mit Ihrer infantilen ideologischen Europa-Verblendung, und Sie bekommen es nicht einmal mit!

  2. Seltener Blödsinn an Zahlenreihen, dieses sehen die internationalen Kapitalmärkte auch so, die Bremer Landesbank kann ja, wird sie aber nicht tun, gegen den Trend in den Eurokrisenländern investieren. Entscheidend ist, dass Portugal, Spanien, Irland und Griechenland mit 100% Nettoauslandsschulden, die weiter aufwachsen, selbst in Irland, ihre Handelsbilanzüberschüsse hat Irland schon immer am internationalen Finanzmarkt , wahrscheinlich von London über den Tisch gezogen, verloren. Diese Länder sind unausweichlich pleite. Deutschland ist 1931 mit 70% Nettoauslandsschulden pleite gegangen, Argentinien 2001 mit 60%.

  3. Verglichen mit der Wortwahl des Autors Storbeck, ist der Aufruf von Sinn & Co. doch vollkommen sachlich. Entweder Sie wollen informieren und richtigstellen oder Sie wollen Kampfvokabular ausbreiten.

    Sie erinnern mich an jemanden, der aus dem 20. Stock springt und während er am 10. vorbeifliegt, laut ruft: “Was habt Ihr denn alle, bis jetzt ist es doch gut gegangen!”

  4. @Ökonom: Sind Sie etwa auch ein Bankkaufmann, der sich als neutral analysierender Ökonom verkauft?

    Gehen Sie beruhigt davon aus, dass der eine oder andere regelmäßige Kommentator nicht nur schon mal einen Hörsaal aus der weniger bekannten Perspektive gesehen hat, sondern seine Beine auch gelegentlich auf privatwirtschaftlichen Schreibtischen in den Finanzzentren dieser Welt hochlegen durfte. Und manch einer der hier vertretenen Akademiker hat vorher sogar eine Bankausbildung absolviert, just for good measure. Aber im Vertrauen: Common sense und Menschenkenntnis ist für eine Analyse des diskutierten Sachverhalts eigentlich ausreichend. Und gerade daran mangelt es Rürup und Konsorten.

    Kenntnis ökonomischer Theorie ist immerhin wenig hilfreich, wenn man nicht die stringenten Modellprämissen zu reflektieren und Kapitalmarktreaktionen zu antizipieren vermag. Und Eigeninteressen sowie hold up-Konstellationen nicht erkennt.

    Eine dezidierte Auseinandersetzung mit den inhaltlichen Argumenten erschwert übrigens einerseits das intellektuelle Niveau der Replik zum Aufruf der 170 (immerhin von den üblichen Mietökonomen verfasst und Realitäten nicht konzedierend, weshalb es primär um Prämissenkritik ginge) und zum anderen das ad hominem-Niveau der Storbeck’schen City of London-Agitation.

  5. Seltsam, dass sich soviele über die fehlenden akademischen Qualifikationen der beiden Autoren auslassen, und sich niemand mit den inhaltlichen Argumenten auseinandersetzt. Vielleicht fehlt den Kommentatoren hierzu selbst die (akademische) Qualifikation? Oder haben sie vielleicht übersehen, daß sich eine ganze Reihe namhafter Professoren mittlerweile von dem Statement von Prof. Sinn distanziert haben und ihr eigenes Statement veröffentlicht haben?

  6. Herrn Sinn Europafeindlichkeit andichten zu wollen, stellt puren Unsinn dar. Die Kritik von Hellmeyer und Westerheide ist genau das, was die Herren dem offenen Brief vorwerfen: polemisch, und dies in hohem Maße.

    Leider müssen wir feststellen, daß der Gedanke eines geeinten Europas pervertiert worden ist zu einer Union zur Plünderung der Deutschen.
    Es behaupte niemand, dies sei stelle eine nationalistische Betrachtung dar. Immerhin hat Francois Mitterand erklärt: ” Der Euro ist der neue Versailler Vertrag ” Dies sagt wohl alles.
    Übrigens: die Finnen diskutieren angesichts der Eskapaden der Club Med-Länder einen Austritt aus dem Euro!…………

  7. Ich gehe nicht davon aus, dass die 170 Damen u. Herren um Profeesor Sinn
    alles Schwätzer sind. Jetzt wollen plötzlich 2 Bankleute alles in Frage stellen.
    Da lache ich, zumal die Übersichten des Zahlenmaterials nicht ausagekräftig
    und lückenhaft sind. Wenn jetzt die 170 Wissentschafler nun über die 2 Bankleute
    herfallen würden, dann würden sie in DL ausgelacht werden. Ein bisschen mehr
    Wissenschaft hätte ich mir schon gewünscht. Hätten sich die Herren Halver und Müller geäußert, so wäre die Analyse anders ausgefallen.

  8. Was ist das nur für ein Unsinn, den die Herren Folker Hellmeyer und Moritz Westerheide da von sich geben? Es ging den über 170 renommierten Wirtschaftswissenschaftlern darum, endlich die Debatte um die Staatsschuldenkrise in das Licht der Öffentlichkeit zu zerren. Und das ist ihnen glücklicherweise gelungen, dafür sollten wir dankbar sein. Die Medien haben es nämlich zuvor versäumt, darüber zu berichten. Man hat lieber über in China umkippende Reissäcke berichtet.

    1. Das Schreiben ist nicht ansatzweise europafeindlich. Es prangert lediglich Fehlentwicklungen an.

    2. Die Folgen einer Desintegration Europas wären in der Tat schlimm, aber derzeit scheint eher die Hilfspolitik für eine Desintegration zu sorgen.

    3. “Unterordnung unter die Machtachse NY-London”
    Das ist schlicht Unsinn aus der Klassenkampfmottenkiste.

    4. Nationale Ressentiments werden doch nicht durch eine sachliche Auseinandersetzung über die Vergemeinschaftung der Schulden gefördert.

    Offensichtlich fehlt den Autoren jeglicher ökonomischer Sachverstand, stattdessen holen sie die Nationalismuskeule heraus.

  9. Prof. Sinn did blockbuster work in decision and investment theory under uncertainty (DTU). In this context, just look at this most transparent case.
    Pricing the Cost of the Greek Exit
    For this apply DTU.
    You need to approach the “unknowable”, but if you try you should calculate the costs of Greece keeping the Euro(its opportunity costs) against the cost of exiting , and every cost item is subject to uncertainty or even to the unknowable with no probability attached. Possibly, Watson(the AI program) from IBM, econometrically programmed, may come up with a proxy ballpark figure. My guess is it doesn’t really matter , whatever the decision, there is a huge net cost in any case . However, if you look at this, in some integrated form about Euroland, what are the ‘spillover costs’ for each (Greek) “decision act” for the PI(G)S?
    If “Grexiting” (exiting Greece) creates dominoes the whole Euro system might implode, and we end up in the category of “Unknowable” where no probability can be attached.
    Conclusion: The initial costs created by (incompetent) political decision may not be effectively terminated by political decision and the terminal cost may be hugely larger. If spillover costs can be neglected or are non-existent, then a Grexit decision may be the least costly outcome.
    HWG

  10. Gut das nochmal jemand die Fakten berücksichtigt. Die deutsche Öffentlichkeit hat durch BILD & Co. eine völlig verzerrte Story der Eurokrise verinnerlicht. Auf der einen Seite die tugendhaften Deutschen, die alles Zahlen (Frankreich, Niederlande, Österreich etc. existieren ja nicht) – auf der anderen die faulen Südländer, die sich mit unseren Geldgeschenken ein gutes Leben machen.

    Das bei den makroökonomischen Verwerfungen und Verflechtungen eine schwarz-weiß Malerei unsachlich ist und es nicht “den” Schuldigen gibt – sondern alle ihre Teil beigetragen haben – geht da gerne mal unter. Und das eine Rückkehr zur DM aktuell schlimmer wäre als selbst der Verlust der deutschen Kredite (es sind ja keine Geschenke) und Zusammenbruch des Eurosystems geht bei den meisten in das eine Ohr rein und das andere gleich wieder raus.

    Fun Fact für die Inflationshysteriker: die Inflationsrate zur DM-Zeiten war deutlich höher als zu Euro-Zeiten – und nein, dass ist keine Statistik-Verschwörung der Bundesbank um das Volk zu täuschen.

  11. Werter Herr Storbeck,

    Ihr Blog wäre höchst amüsant, wenn es denn nicht um unser aller Zukunft ginge. Mit der spielen Sie nämlich.

    Folker Hellmeyer ist ein netter Kerl, doch wirtschaftswissenschaftlich vollkommen unbeleckt. Er ist nämlich Bankkaufmann und vertritt zudem Bankeninteressen. Aber dies nur am Rande.

    Als Journalist sollten Sie lediglich konträre Positionen vorstellen, Wertungen oder gar Schlussfolgerungen jedoch tunlichst unterlassen. Es ist derweil offenkundig, dass Sie sich zwar extensiv mit der volkswirtschaftlichen Theorie befasst haben, jedoch nie in der Praxis standen. Gleiches gilt für viele der von Ihnen über den grünen Klee Ökonomen, denen (ich spreche aus Erfahrung) ein wenig Praxis vor oder nach Studium, Promotion und Habilitation und der toxischen akademischen Arbeitswelt sicherlich gut getan hätte.

    Ich gehe tatsächlich selten mit Herrn Sinn überein, doch ich ziehe meinen Hut vor dem Pragmatismus seiner Analyse und seinem Mut, die Schlussfolgerungen der Öffentlichkeit gegen alle Widerstände zu präsentieren. In der Essenz erkennt er, dass wir uns in einem Wirtschaftskrieg befinden, in dem die PIIGS in nationalistischen Interessen gegen die europäische Idee und gegen das deutsche Volk agieren. Wir sind in einem hold up gefangen, aus dem wir uns dringend befreien müssen. Das Konstrukt der einheitlichen Währung ist angesichts heterogener Leistungsbilanzen, unterschiedlicher Wettbewerbsfähigkeit und insbesondere unterschiedlicher Mentalitäten nur durch das mittelfristige Ausbluten Deutschlands aufrecht zu erhalten. Auch die Miethuren unter den Ökonomen werden dies erkennen.

  12. Sehr geehrter Herr Storbeck,

    sie sollten den Feldzug gegen Hans-Werner Sinn ruhen lassen. Und bitte berufen sie sich nicht auf Kronzeugen wie Folker Hellmeyer. Er ist kein Volkswirt; er ist Bankkaufmann. Und er vertritt die Interessen seiner Bank. Schuld an der Eurokrise sind gemäß seiner Lesart immer nur einschlägige Kreise in New York und London. Zur Erklärung der Krise geeignetere Phänomene wie Zahlungsbilanzkrisen etc. sind ihm wohl fremd. Ist ja auch nicht das primäre Metier des Bankkaufmanns. Er sollte sich deshalb mit seinen eigenwilligen Meinungsäußerungen etwas bescheiden und das Handelsblatt sollte diesbezüglich das wissenschaftliche Niveau tunlichst höherhalten.

  13. “Die Eurozone verdient es, nicht auf dem Altar der Spekulation geopfert zu werden”

    Den Satz kann man drehen und wenden wie man will, an dem ist wirklich alles falsch.

    Ansonsten krankt es halt mal wieder an den üblichen Dingen:

    - selektives Herauspräparieren günstiger Daten
    - unzulässige Verallgemeinerungen
    - denunziatorische Rethorik als Ersatz für Argumente
    - fehlerhafte Verknüpfungen koinzidenter Ereignisse
    - Prävalenzfehler und Paralogismen

    Das hält Olaf natürlich nicht davon ab, mitlerweile jeden Kloppi ins Feld zu schicken, der die eigene Gesinnung teilt, oder ?

    Übrigens
    halte man vom Sinn was man will, aber Eurogegner ist er nach tausendfachem Bekunden eben nicht. Warum also ständig dieser komische Anti-Euro-Vorwurf?

  14. Herr Professor Sinn präsentiert Fakten.
    Dass er vom Wort-Case-Szenario ausgeht (Totalverlust der “Garantien”) ist nicht populistisch, sondern realistisch.
    Herr Hellmeyer ist ein Bankenvertreter, der außer Euro-Propaganda nichts von sich gibt.
    Die Griechen brechen eine Abmachung nach der anderen, und Herr Hellmeyer sieht Erfolge. Welches Gras raucht der Herr denn?
    Wir sind daher der Meinung, dass diese euromantischen Ergüsse besser ignoriert werden sollten. Food for Tought!

  15. ich bin ja wirtschaftswissenschaftlich ein wenig beleckt, hätte aber gerne Deutschland mit in den Statistiken – so als Vergleichsanker; und die Farblegende der Zahlen

  16. Langsam versteht es jeder: Der Zug fährt gegen die Wand, Deutschland wird von den anderen heruntergezogen und wird selbst ertrinken, wenn es auf der Euroschiene so weitermacht. Deutschland muss sich also erst einmal freischwimmen, und das heisst, eine eigene Deutsche Währung.

    Das Gegenargument der Aufwertung muss man auch ein wenig differenzierter betrachten:

    1. Deutschland hatte auch zu DM Zeiten Handelsüberschüsse, nicht -defizite.

    2. Eine DM Aufwertung hatten wir ständig seit der DM Einführung und hat Deutschlands wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufstieg nach dem Krieg doch nicht aufgehalten, sondern ganz in Gegenteil das Deutsche und in der ganzen Welt bewunderte Wirtschaftswunder erst hervorgebracht!

    3. 40% der Exportprodukte kommen selbst aus Importprodukten und werden also billiger durch eine Aufwertung der DM.

    4. Führt eine Aufwertung der DM zu mehr Kaufkraft der Deutschen Bevolkerung, das heisst, der deutsche Arbeitnehmer kriegt wieder etwas für sein Geld statt ständig zu verlieren, wie unter dem Euro! Das ist die sogenannte Sozialdividende. Deshalb ist ja auch der Lebensstandart in starken Wahrungsländern wie der Schweiz und in der Bundesrepublik zu DM Zeiten so hoch gewesen!

    5. Eine stärkere DM führt zu mehr Innenkaufkraft und damit mehr Importen, was anderen Ländern zugute kommt und deren Wirtschaftleistung fördert und hilft, von Transferleistungen unabhängig zu werden.

    6. Die Abwertungen, zB der Drachme und der Lira, führen zu deren Wettbewerbsstärkung und damit der Möglichkeit, nicht auf Pump anderer, sondern eigenständig zu wachsen.

    7. Summa summarum werden Europa und die Welt nicht stärker, wenn die letzten noch funktionierenden Wirtschaften auch noch kurzsichtig kaputtgemacht werden.

    Deswegen ist als Minimum der deutsche Euroaustritt und die Wiedereinführung der DM notwendig, dann generell eigene, selbstverantwortliche Länderwährungen in Europa, so wie vor dem Euro auch, um wirtschaftlich wieder in Fahrt zu kommen.

  17. Bremen?

    Ist das nicht das Land, in dem der Schuldenstand pro Bürger noch viel größer ist als in Griechenland?