Die zwei Versionen des Ökonomenaufrufs

Nachdem der Ökonomenaufruf zum EU-Gipfel gestern vom IMK-Chef Gustav Horn vorab lanciert wurde, haben ihn die Kollegen von der FAZ heute auf ihrer Internet-Seite veröffentlicht.

Interessant ist, dass sich der bei der FAZ veröffentlichte Aufruf in einigen Nuancen von der Vorab-Version unterscheidet – offenbar hat es hinter den Kulissen noch ein ziemliches Ringen um die Formulierungen gegeben, das dann dazu führten, dass der Aufruf an einigen Stellen ein bisschen entschärft wurde.

Ein Vergleich der beiden Versionen ist nicht uninteressant. (Die Kollegen von der  FTD haben ebenfalls einen sehr lesenswerten Beitrag dazu geschrieben.)

Vorabversion:

“Die Entscheidungen, zu denen die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen wurden, waren falsch.”

Endfassung:

“Die Entscheidungen, zu denen sich die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen sah, waren falsch.”

Vorabversion:

“Die Bankschulden … liegen bei den fünf Krisenländern im Bereich von 9 Billionen Euro.”

Endfassung:

“Die Bankschulden … liegen in den fünf Krisenländern im Bereich von mehreren Billionen Euro.”

Vorabversion:

Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen…”

Endfassung:

“Die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas dürfen für die Absicherung dieser Schulden nicht in Haftung genommen weden…”

Vorabversion:

“Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können. Das wird Ihnen aber nicht gelingen, da die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen.”

Endfassung:

“Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können. Das wird ihnen aber kaum gelingen, solange die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen.”

Vorabversion:

“Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.

Endfassung:

“Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. (Verweis auf Kinder und Enkel wurde komplett gestrichen.)

Vorabversion:

“… geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.”

Endfassung:

“…geholfen wird statt dessen der Wall Street, der City of London – auch einigen Investoren in Deutschland – und einer Reihe maroder in- und ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte betreiben dürfen.”

Insgesamt ist die Endfassung etwas weniger nationalistisch angehaucht, und weniger anmaßend: An einigen Stellen wurden Tatsachenbehauptungen in Werturteile verwandelt. Die Tatsache aber, dass die Beschlüsse zur Bankenunion total  verzerrt dargestellt werden, bleibt aber bestehen. Mein geschätzter ZEIT-Kollege Mark Schieritz  sieht das übrigens genauso wie ich.

Im “Herdentrieb” schreibt Mark mit Blick auf die angebliche “kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Euro-Systems”:

“[D]as ist grober Unfug. Niemand fordert die Kollektivhaftung für die Bankverbindlichkeiten und diese ist auch nicht auf dem Gipfel beschlossen worden. Es geht um die Rekapitalisierung von Banken und da sprechen wir von ganz anderen Größenordnungen.

Den Verbindlichkeiten einer Bank stehen schließlich Forderungen gegenüber und entscheidend für die Belastung der Steuerzahler ist die Differenz zwischen beiden Größen. Im Fall Spaniens etwa liegen die Verbindlichkeiten der Banken bei 3300 Milliarden Euro – der Kapitalbedarf liegt selbst nach pessimistischen Schätzungen bei 100 bis 200 Milliarden Euro.”

Auch der  Mannheimer Ökonom Hans Peter Grüner argumentiert so:

“Mir ist nicht klar, auf welche Entscheidung der Kanzlerin der Aufruf Bezug nimmt. Die genaue Ausgestaltung der Rekapitalisierungsoption steht noch aus. Ich finde es deshalb verfrüht, von einem Schritt in die “Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet” zu sprechen. Es ist von der Möglichkeit der Rekapitalisierung von Banken die Rede. Das ist etwas anderes.”

Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

Ähnliche Beiträge

Alle Kommentare [24]

  1. Offensichtlich gehört dieWirtschaftswissenschaft nicht zu den exakten Wissenschaften, wie z. B. die Mathematik
    Wie anders ist zu erklären, dass zwei Professorengruppen so völlig unterschiedliche Meinungen zu den Brüsseler ESM-Beschlüssen veröffentlichen.

    Uns wurde bei der Einführung des Euro das NO BAIL OUT – Prinzip versprochen. Doch an diese Regel hält sich niemand mehr. Ich leite daraus ab, dass weitere Schranken von den verschuldeten Staaten ebenso bedenkenlos eingerissen werden, um an Deutsches Geld zu kommen.
    In Opportunismus und grenzenloser Naivität folgen unsere Eurokraten diesem Diktat.

    Mit dieser Erkenntnis halte ich mich lieber an Prof. Sinn und seine Darstellung der gefährlichen Problematik.

    Dr. Manfred Gaa

  2. <An einigen Stellen wurden Tatsachenbehauptungen in Werturteile verwandelt.<

    Das ist der bekannt billige Trick, jemanden Werturteile zu unterstellen, um damit den Aussagen sachbezogene Relevanz abzusprechen.

    Er zieht hier nicht, denn die Aussage von Storbeck ist schlichtweg falsch.

    Der Reihe nach von Anfang bis Ende der Vergleiche:

    Tatsachenbehauptung wurde in Sachverhaltsinterpretation geändert.

    Harte Tatsachenbehauptung wurde in weichere geändert.

    Tatsachenbehauptung wurde in Empfehlung geändert.

    Begründungen wurde in Bedingung gewandelt.

    Behauptung wurde gestrichen.

    Eng gefasste Tatsachenbehauptung wurde differenzierend erweitert.

  3. Sehr geehrter Herr Storbeck,

    ich verstehe nicht, wie sie den Aufruf der 160 Ökonomen so in Bausch und Bogen ablehnen können.
    Die sachliche Unrichtigkeit, die sie Ihnen vorwerfen erscheint doch hinsichtlich der Dynamik, der mangelnden Vertragstreue in der Vergangenheit weniger bedeutsam zu sein, als der faktische Druck der beteiligten Nationen.
    Der Druck der nationalen Probleme, genau dem nachzugeben, was diese Ökonomen befürchten, ist weder geringer geworden, noch ist dies zu erwarten.
    Die jüngsten Beschlüsse sind auch nicht geeignet, diesem Druck zu begegnen, sondern können demgegenüber nur als Aufweichung aufgefasst werden, auch wenn dies nicht explizit formuliert oder unsererseits beabsichtigt ist.
    Woher sollen diese Ökonomen oder die Bürger also das Vertrauen schöpfen, das die nationale Interpretation der deutschen Verhandlungspartner bestand behält? Vor allem, da dies in der Vergangenheit schon nicht der Fall war und wie durch die Ökonomen dargelegt, eine faktische Mehrheit eben jener Interessen in den wichtigsten EU Gremien gegeben ist, für die genau die von Ihnen kritisierte Interpretation mehr als eine verlockende Möglichkeit darstellt, wenn nicht sogar einen politischen Zwang fürs eigene politische Überleben.

    Berthold Grabe

  4. Böse Nationalisten, die Germanen.
    Schlimmer noch die Finnen. Dort sind es nicht nationalistische Wirtschaftswissenschaftler am Werk, sondern ist gleich die ganze Regierung nationalistisch (vgl. FAZ-Artikel “Finnland hängt „nicht um jeden Preis“ am Euro” – http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/schuldenkrise-finnland-haengt-nicht-um-jeden-preis-am-euro-11812533.html).

    Wie anders dagegen die Südländer: Herzensgute Internationalisten und frommsinnige Altruisten. Die wollen wahrlich nur eines: Unser Bestes!
    (Nicht unbedingt für uns, aber garantiert von uns!)

    Über die Finnen jedenfalls kann niemand sagen, was über uns bald alle Welt sagen wird:
    Doof – doofer – Deutscher!

  5. Hallo Olaf,
    wenn jemand von einem Vorgang berührt wird (sei es aus Besorgnis, weil er eine andere Meinung vertritt oder auch weil er einen Hinweis geben will, das weitere Zugeständnisse nicht mehr tragbar sind) und daraufhin einen Brief schreibt, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die erste Version emotionaler ausfällt als die nachfolgende (n) – noch wahrscheinlicher ist es, dass der ursprüngliche emotionale Gehalt abgeschwächt wird, wenn man einen Gemeinschaftsbrief schreibt in dem – wie hier – 170 ausgewiesene Fachleute eine gemeinsame Sicht darlegen . Also ein ganz normaler Vorgang (@ Alex).
    Du schreibst die Endfassung sei „weniger nationalistisch angehaucht“ mit dem Satz kann ich am allerwenigsten anfangen. Was soll das nur bedeuten oder auch insinuieren: Ich könnte nur raten, aber die negativen Konnotationen sind nicht zu übersehen.
    Eins ist doch klar: Hier wurden und werden im Rahmen der EU knallhart (EX-EU-Kommissar und Pro-Europäer G. Verheugen am Montagabend auf dem Phoenixkanal: „Unsere Kanzlerin wurde betrogen“) nationale Interessen durch nationale Vertreter verhandelt. Wenn jemand nationalistische Ressentiments bedient hat, dann war es möglicherweise Mario Monti mit seiner anschließenden Presserklärung.
    Alle nationalen Vertreter handeln national (ist zumindest ihr Auftrag) und Deutschland hat da scheinbar insbesonders in den gebildeten Schichten diesen merkwürdigen blinden Fleck, dass es „nationalistisch“ handelt, wenn es seine Interessen nur annähernd so wie andere Länder vertritt. In den letzen 20 Jahren hat Deutschland 170 Milliarden Euro netto in den EU-Haushalt eingezahlt (der Marshallplan ist betragsmäßig dagegen eine Randnotiz), warum sollten da nicht alle Versuche abgewehrt werden, weiter im Haftungssumpf zu versinken?
    In einer EU, in der z.B. die Schlüsselpositionen in der EZB von Schuldenländern besetzt sind, in der Schuldner wie Gläubiger nur eine Stimme haben, es aber eine Majorität von Schuldnern gibt, muss man sich Sorgen machen. Diesen ernsthaften Sorgen haben u.a. diese 170 profilierten Ökonomen aus meiner Sicht ehrenwerterweise Ausdruck gegeben.
    Beste Grüße aus Düsseldorf
    Reinhard

  6. Hallo Olaf,
    wenn jemand von einem Vorgang berührt wird (sei es aus Besorgnis, weil er eine andere Meinung vertritt oder auch weil er einen Hinweis geben will, das weitere Zugeständnisse nicht mehr tragbar sind) und daraufhin einen Brief schreibt, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass die erste Version emotionaler ausfällt als die nachfolgende (n) – noch wahrscheinlicher ist es, dass der ursprüngliche emotionale Gehalt abgeschwächt wird, wenn man einen Gemeinschaftsbrief schreibt in dem – wie hier – 170 ausgewiesene Fachleute eine gemeinsame Sicht darlegen . Also ein ganz normaler Vorgang (@ Alex).
    Du schreibst die Endfassung sei <> mit dem Satz kann ich am allerwenigsten anfangen. Was soll das nur bedeuten oder auch insinuieren: Ich könnte nur raten, aber die negativen Konnotationen sind nicht zu übersehen.
    Eins ist doch klar: Hier wurden und werden im Rahmen der EU knallhart (EX-EU-Kommissar und Pro-Europäer G. Verheugen am Montagabend auf dem Phoenixkanal: „Unsere Kanzlerin wurde betrogen“) nationale Interessen durch nationale Vertreter verhandelt. Wenn jemand nationalistische Ressentiments bedient hat, dann war es möglicherweise Mario Monti mit seiner anschließenden Presserklärung.
    Alle nationalen Vertreter handeln national (ist zumindest ihr Auftrag) und Deutschland hat da scheinbar insbesonders in den gebildeten Schichten diesen merkwürdigen blinden Fleck, dass es „nationalistisch“ handelt, wenn es seine Interessen nur annähernd so wie andere Länder vertritt. In den letzen 20 Jahren hat Deutschland 170 Milliarden Euro netto in den EU-Haushalt eingezahlt (der Marshallplan ist betragsmäßig dagegen eine Randnotiz), warum sollten da nicht alle Versuche abgewehrt werden, weiter im Haftungssumpf zu versinken?
    In einer EU, in der z.B. die Schlüsselpositionen in der EZB von Schuldenländern besetzt sind, in der Schuldner wie Gläubiger nur eine Stimme haben, es aber eine Majorität von Schuldnern gibt, muss man sich Sorgen machen. Diesen ernsthaften Sorgen haben u.a. diese 170 profilierten Ökonomen aus meiner Sicht ehrenwerterweise Ausdruck gegeben.
    Beste Grüße aus Düsseldorf
    Reinhard

  7. man lese doch einfach mal den ESM Vertrag kompletrt durch .
    JA 58 Seiten , muss man halt mal machen .

    Da wird am Anfang z.B. eine Rehnungsprüfung festgelegt .
    Dann auf Seite 40 kann man lesen wir die erfolgen soll..

    Artikel30
    Rechnungsprüfungsausschuss
    1. Dem Rechnungsprüfungsausschuss (Board of Auditors, „BoA“) gehören fünf Mitglieder an, die vom Gouverneursrat aufgrund ihres Sachverstandes im Bereich der Rechnungsprüfung und
    Finanzen ernannt werden
    2. Die Mitglieder des BoA sind unabhängig.

    Aha die Herren Bestimmen Ihre Prüfer selber .
    Aber zumindest sind die danach dann aber unabhängig !!! ???

    Artikel 29 :
    Externe Prüfung
    Der Abschluss des ESM wird von unabhängigen externen, mit Zustimmung des Gouverneursrats bestellten und für die Bestätigung des Jahresabschlusses zuständigen Abschlussprüfern geprüft.
    Die Abschlussprüfer sind befugt, sämtliche Bücher und Konten des ESM zu prüfen und alle Auskünfte über dessen Geschäfte zu verlangen.

    Natuerlich auch hier werden die Prüfer selbst bestimmt !!
    Tolle Prüfung !!
    Soweit nicht alles geheim ist , wie in Paragraf 32 geregelt ..

    Paragraf 32:
    3. Der ESM, sein Eigentum, seine Mittelausstattung und seine Vermögenswerte genießen unabhängig davon, wo und in wessen Besitz sie sich befinden, Immunität von gerichtlichen Verfahren jeder Art, …..

    4. Das Eigentum, die Mittelausstattung und die Vermögenswerte des ESM genießen unabhängig davon, wo und in wessen Besitz sie sich befinden, Immunität von Durchsuchung, Beschlagnahme, Einziehung, Enteignung und jeder sonstigen Form des Zugriffs durch vollziehende, gerichtliche, administrative oder gesetzgeberische Maßnahmen.

    ist also mal was abhanden gekommen , veruntreut worden , dann bleibt es weiterhin immun vor jeglicher gerichtlicher Verfolgung .
    Wie bitte ???? (ja steht da so : “unabhängig in wessen Besitz sich Vermögenswerte gerade befinden” )

    5. Die Archive des ESM und sämtliche Unterlagen, die sich im Eigentum oder im Besitz des ESM befinden, sind unverletzlich.

    na toll was prüfen die lieben Herren dann noch ?
    na klar alles was nicht geheim ist .. !!!!
    aber … geheim ist doch alles, selbst die Archive !!! ???

    sorry. das ganze ist das Papier nicht wert !!

    oder genauer gesagt :
    wer das geschrieben hat war

    a) entweder betrunken oder
    b) führt böses im Schilde !

    denn dieser Vertrag ist ein Freifahrtschein !

  8. Wes Geistes Kind dieses Zentralorgan Mainhattans ist, erkennt man auch an Teilen der Nutzungsbedingungen für Lesermeinungen. An die Veröffentlichung eines Kommentars mit maximal 1000 Zeichen werden dort u.a. folgende Bedingungen geknüpft:

    “Links- und rechtsradikale, [...] sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet.”

    Wer die Banken angreift: linksradikal!
    Wer den Euro-Ausstieg fordert: rechtsradikal.
    Wer seine Meinung belegt: Linkverbot
    Wer seine Meinung NICHT belegt: sachlich falsch
    Wer persönliche Erfahrungen einbringt: Behauptungen nicht recherchierbar.

    Deshalb liest man dort auch nur von Lesern, die sich in 1000 Zeichen vehement zu einem entschiedenen JEIN bekennen. Deshalb ist es bereits erstaunlich, daß die FAZ die Ökonomen überhaupt hat zu Wort kommen lassen. Wenn auch nur nach intensiver Diskussion und danach auch nur in einer auf linientreu weichgespülten Version.

    Ich hoffe aber, die Nase des diensthabenden Redakteurs hat inzwischen aufgehört zu bluten…

  9. Sehr geehrter Herr Storbeck,
    es gebührt Ihnen Dank und Respekt dafür, dass Sie versuchen mit Vernunft und Sachkenntnis gegen dieses Stammtischgepolter sogenannter Volkswirte anzugehen. Diese Volkswirte geben ein sehr schlechtes und unwürdiges Bold der Zunft ab. Die Vernünftigen und Sachkundigen müssten ihre Stimme viel lauter erheben.

  10. Herr Storbeck sollte noch erwähnen, dass das Leck des “total verzerrt dargestellten” Aufrufes politisch vorbelastet ist. Herr Gustav Horn arbeitet für das IMK der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung und ist Gegner des Aufrufes.

    Da liegt doch der Gedanke nahe, dass bewusst eine falsche Version in Umlauf gebracht wurde, um die 160 Wirtschaftswissenschaftlern schon vorab in Misskredit zu bringen… oder nicht?

    Ich halte weiß Gott nichts von Verschwörungstheorien, aber mit der Unterstellungs-Fantasie, die Herr Storbeck gegenüber >150 angesehenen Wirtschaftswissenschaftlern wüten lässt, liegt so eine Idee doch eigentlich nicht fern.

    • @christian82: Der Gedanke, dass Horn bewusst eine falsche Version des Aufrufs in Umlauf gebracht hat, mag Ihnen zwar naheliegend erscheinen, ist aber nicht durch die Tatsachen gedeckt. Erstens weiß ich aus mehreren Quellen, dass die von Horn online gestellte Version die ist, die die Initiatoren des Aufrufs zirkuliert haben. Nach der ersten öffentlichen Kritik an dem Aufruf haben dann einige Unterzeichner, deren Namen ich kenne, aber nicht kennen kann, Druck gemacht, dass die Schlimmsten Böcke aus dem Text rausgenommen werden. Zudem: Wenn Horn eine manipulierte Version des Aufrufs in Umlauf gebracht hätte – glauben Sie nicht, dass die Initiatoren des Aufrufs sich dann beschwert hätten?

  11. …bei Griechenland wird doch Insolvenzverschleppung berieben. Das Geld ist weg. Griechenland kann mit seinenStuereinanhmen seinen Staat (Beamte/Rentner/Armee/Infrastruktur ..IMPORTE) nicht bezahlen. Wenn wir keinen “failed state” wollen, dann müssen wir – ob mit ob ohneEURO – zahlen. Wieviel? Man sehe sich die Zahlungen für die Wiedervereinigung an. Und in Spanien ist es nicht sehr viel besser .

  12. Weder mit Ihnen, noch mit Herrn Schieritz gehe ich konform und halte Ihre Meinung für unausgegoren.
    Ob ich den Sachverhalt als Kollektivhaftung oder Rekapitalisierung bezeichne – de Facto läuft es auf dasselbe hinaus: ich muß verbratenes Geld ersetzen, welches ich entweder dem Bürger wegnehme oder neu ersschaffe.
    Nicht die Differenz zwischen Verbindlichkeiten und Forderungen, sondern die Differenz zwischen Verbindlichkeiten und EINTREIBBAREN Forderungen ist entsceidend.

  13. Die Nationalismus-Keule war absolut vorhersehbar und ist der allerbeste Beweis (im streng naturwissenschaftlichen Sinne :-) ), dass dem Autor dieses Beitrages, die Sachargumente abhanden gekommen sind!

  14. Der Aufruf ist absolut korrekt, danke für die klare Botschaft.

    Ihnen, Hr. Storbeck, rate ich mal die “Welt” zu lesen. Erstaunlich, mit welcher Energie Sie Deutschland zum Selbstbedienungsladen für Banken machen. Werden Sie in London dafür so gut bezahlt?

    In der “Welt” geht die Meldung um die Hypo Real Estate.
    Zitat: Ein Großteil des Hauses ist zum Abwicklungsfall geworden: 173 Mrd. Euro wanderten von der Bankbilanz in die “Bad Bank” FMS Wertmanagement. Dass diese Abwicklung den Steuerzahler noch teuer zu stehen kommt, zeigte sich diese Woche auf dramatische Weise: Die FMS verkündete für 2011 einen Verlust von zehn Mrd. Euro, den der Bund tragen muss. Von der HRE blieb nur ein Rumpfgeschäft übrig, das unter dem neuen Namen Deutsche Pfandbriefbank (pbb) wieder auf die Beine kommen und später privatisiert werden soll.

  15. @whoknow

    Erbärmlich ist eher so ein Angriff. Da hat wohl eher jemand ein Problem damit, dass die Fakten nicht in sein Weltbild passen… tja, wie war das “Wenn Ideologie das Brett vorm Kopf ist”.

    Es wurden konkrete Punkte genannt, in denen die Behauptungen von Sinn und Co als schlichtweg falsch dargelegt wurden. Anstatt diese Punkte wiederlegen zu können schmeissen Sie mit Dreck. Das zeigt ziemlich deutlich, wer hier erbärmlich und ideologisch verblendet, weil unfähig zur Sachdiskussion ist.

  16. Herr Storbeck, Sie faseln nur!
    1. Die Bankenunion ist eine politische Forderung der Nachbarn! Warum dann nicht auch eine Steuerunion und Rechtsunion?
    2. Die Bankensanierung ist die Aufgabe der Altaktionäre! Die Bundesregierung hat erstens kein politisches Mandat für spanische Banken und zweitens keine Ahnung von Bankensanierung.
    3. Der Kapitalbedarf ist deutlich höher, da die Bauruinen erst zum Teil abgeschrieben worden sind, siehe Wertgutachten WP!

  17. Warum gibt es so unterschiedliche Interpretationen bezügl. der Gipfel-Beschlüsse bzw. des ESM?
    Weil diesselben nicht kjlar formuliert sind!
    Warum ist das so?
    Weil die politischen Eliten das tun, was sie am Besten können: Tricksen und Täuschen, für jeden soll das Passende hineininterpretiert werden können.
    Das geht schief und zwar umfassend, nicht nur ökonomisch.

  18. Sehr geehrter Herr Storbeck,
    von einem Mitarbeiter eines seriösen Blattes erwartet der Leser natürlich auch eine seriöse Berichterstattung. Ihre ist davon meilenweit entfernt.

  19. Laut Duden ist Nationalismus eine Form von übersteigertem Nationalgefühl. Das ist hier nicht zu erkennen. Sie können die Position von Sinn et al. schlimmstenfalls als egoistisch brandmarken.

    Nationalistisch ist überzogen (selbst nationalistisch angehaucht) und wirkt seinerseits wie ein agitatorisches Mittel (was es, wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind, auch ist). Insbesondere im Post-WK2 Deutschland.

    Ich finde den Vergleich relativ unergiebig. Wie lange sitzen Sie selbst über Formulierungen, Herr Storbeck? Vorabversionen aller Art enthalten häufig ganz schönen Stuss, Schreiben ist halt ein iterativer Prozess. Es wirft zwar ein Licht darauf, aus welcher Richtung ein Autor kommt, aber wichtig ist letztlich, was am Ende dabei rauskommt.

    Alex

  20. Herr Storbeck, sie sind wirklich erbärmlich.

    Herr Sinn und 170 weitere Ökonomen sorgen sich um die Zukunft dieses Landes und seiner Kinder und Kindeskinder, und sie haben nichts weiter zu tun als diese Bemührungen zu diffamieren weil sie nicht in ihr Weltbild passen.

    Naja mit dem Globalisten Marc Schieritz von der Zeit passen sie ja super zusammen.

    Wenn Ideologie das Brett vorm Kopf ist…

  21. <An einigen Stellen wurden Tatsachenbehauptungen in Werturteile verwandelt.Insgesamt ist die Endfassung etwas weniger nationalistisch angehaucht, und weniger anmaßend>

    Nationalistisch angehaucht?

    Die Wissenschaftler sorgen sich, dass die letzten Beschlüsse von Brüssel dazu führen könnten, die Steuerzahler, speziell die deutschen, für die Bankensanierung haften zu lassen und letztendlich zur Kasse zu bitten.

    Das hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern ist ein Hinweis darauf, dass berechtigte Interessen vieler Millionen Deutscher nicht mehr angemessen vertreten werden.

    Ich weiß nicht, was daran anmaßend sein soll.

    <An einigen Stellen wurden Tatsachenbehauptungen in Werturteile verwandelt.Insgesamt ist die Endfassung etwas weniger nationalistisch angehaucht, und weniger anmaßend>

    Nationalistisch angehaucht?

    Die Wissenschaftler sorgen sich, dass die letzten Beschlüsse von Brüssel dazu führen könnten, die Steuerzahler, speziell die deutschen, für die Bankensanierung haften zu lassen und letztendlich zur Kasse zu bitten.

    Das hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern ist ein Hinweis darauf, dass berechtigte Interessen vieler Millionen Deutscher nicht mehr angemessen vertreten werden.

    Ich weiß nicht, was daran anmaßend sein soll.

    <An einigen Stellen wurden Tatsachenbehauptungen in Werturteile verwandelt.Insgesamt ist die Endfassung etwas weniger nationalistisch angehaucht, und weniger anmaßend>

    Nationalistisch angehaucht?

    Die Wissenschaftler sorgen sich, dass die letzten Beschlüsse von Brüssel dazu führen könnten, die Steuerzahler, speziell die deutschen, für die Bankensanierung haften zu lassen und letztendlich zur Kasse zu bitten.

    Das hat nichts mit Nationalismus zu tun, sondern ist ein Hinweis darauf, dass berechtigte Interessen vieler Millionen Deutscher nicht mehr angemessen vertreten werden.

    Ich weiß nicht, was daran anmaßend sein soll.

  22. Die Glaskuppel im Parlament soll noch lange halten, damit unsere Abgeordneten
    uns weiter verladen können, um Schaden vom dt. Volk abzuwenden.
    Merkel: “Mit mir nicht, solange ich lebe.”
    Fazit: Größenwahn hat nun einen Namen,dem muss Einhalt gegeben werden.