Langsam mache ich mir wirklich Sorgen um Deutschland und die deutschen Ökonomen. In der morgigen Ausgabe der FAZ erscheint offenbar folgender Aufruf, in dem mehr als 150 deutsche Volkswirte den Beschluss des Brüsseler Gipfels von letzter Woche heftig kritisieren.
Hier ist er im Wortlaut:
Liebe Mitbürger,
die Entscheidungen, zu denen die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen wurden, waren falsch.
Wir, Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen der deutschsprachigen Länder, sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge.
Die Bankschulden sind fast dreimal so groß wie die Staatsschulden und liegen bei den fünf Krisenländern im Bereich von 9 Billionen Euro. Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind.
Wenn die Schuldner nicht zurück zahlen können, gibt es nur eine Gruppe, die die Lasten tragen kann: die Gläubiger selber, denn nur sie verfügen über das notwendige Vermögen und sind das Investitionsrisiko bewusst eingegangen.
Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können.
Das wir Ihnen aber nicht gelingen, da die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen. Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder von neuem Pressionen ausgesetzt sein, diese Summen zu vergrößern. Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.
Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.
Wir bitten Sie, dieses Thema sehr ernst zu nehmen und es mit den Abgeordneten Ihres Wahlkreises zu diskutieren.”
Mir stehen die Haare zu Bege. Abgesehen davon, dass ich inhaltlich komplett anderer Meinung bin, finde ich den Duktus dieses Briefes schwer zu ertragen.
So wird direkt im ersten Satz als Tatsache dargestellt, die Kanzlerin in Brüssel zu einer Entscheidung “gezwungen” worden. Woher bitte nehmen die Unterzeichner bitteschön diese Weisheit? Saß einer von ihnen in Brüssel mit am Tisch?
Insgesamt wird in dem Aufruf aus meiner Sicht ein komplett verzerrtes Bild der Lage gezeichnet.
So ist die Formulierung, eine Bankenunion bedeute die “kollektive Haftung für die Schulden der Banken” hochgradig fragwürdig. Tatsächlich geht es doch um eine Garantie der Spareinlagen, also einen europaweiten Einlagensicherungsfonds.
Sicherlich, die Spareinlagen gehören bilanztechnisch zu den Passiva einer Bank – aber die Schulden der Geldinstitute gehen doch deutlich über die Spareinlagen hinaus. Und mir wäre neu, wenn für sämtliche Schulden der Geldinstitute gehaftet werden würde. Es geht doch darum, kriselnde Banken mit staatlichen Mitteln zu rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen. Im Gegenzug würde der ESM Anteile an diesen Banken zu erhalten. So, wie es Deutschland bei der Commerzbank gemacht hat, und Großbritannien bei RBS und Lloyds TSB.
Warum es “schlechterdings unmöglich” sein soll, die europäischen Spareinlagen im Rahmen einer Bankenunion zu garantieren, verstehe ich ebenfalls nicht. Sinn einer Einlagensicherung ist es doch, Panik unter den Bankkunden zu vermeiden und einen Bank run zu verhindern. Wenn die Einlagensicherungsgarantie glaubwürdig ist, sorgt sie gleichzeitig dafür, dass sie nicht eingelöst wird – eben weil ein Bank run nicht stattfindet.
Falls das zu einfach ist, als dass unsere ”Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen der deutschsprachigen Länder” das verstehen können, dann empfehle ich ihnen einen Blick in das Paper “Bank runs, deposit insurance, and liquidity” von Douglas Diamond und Philip Dybvig. In dieser 1983 im “Journal of Political Economy” erschienen Arbeit haben die beiden Volkswirte den gleichen Punkt mit vielen schönen Formeln und in einem komplexen Modell herausgearbeitet.
Mit der Argumentation, der Staat könne keinen Bank run verhindern, fallen unsere Professoren auf das intellektuelle Niveau von vor der Great Depression zurück. Die Einführung einer staatlichen Einlagensicherung war eine der großen, wichtigen Lehren aus den kaskadenhaften Bankzusammenbrüchen in den 30er Jahren.
In einer Währungsunion, in der der Verbleib einzelner Länder nicht mehr sicher ist, kann nur eine grenzüberschreitende Einlagensicherung Bank runs nachhaltig vermeiden. Denn die Sparer in Spanien oder Italien fürchten nicht darum, dass ihre Bank pleite geht, sondern dass ihre Euro-Spareinlagen über Nacht in eine neue Weichwährung umgetauscht werden. Diese Sorge kann ihnen die nationale Bankenaufsicht nicht nehmen – das funktioniert nur grenzüberschreitend.
Staunen muss ich auch über das Argument, dass eine gemeinsame Bankenaufsicht nicht funktionieren könne, “da die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen”. Das gleiche lässt sich auch für die EZB und die europäische Geldpolitik sagen – dennoch hat die Notenbank bislang keinen Versuch unternommen, von der Anti-Inflationspolitik abzuweichen.
Die EZB ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sehr wohl Institutionen schaffen kann, die unabhängig von den nationalen Interessen der Einzelstaaten agieren.
Warum soll das nicht auch bei einer europäischen Bankenaufsicht gelingen, vor allem, wenn die EZB das Zepter in die Hand bekommt?
Noch aus einem weiteren Grund sind die Zweifel an der Wirksamkeit einer europäischen Bankenaufsicht bizarr. In den vergangenen Monaten war es doch gerade die European Banking Authority (EBA) in London, die von Europas Großbanken deutlich strengere Eigenkapitalanforderungen verlangt hat als die nationalen Regulierer – gerade von deutschen Wirtschaftspolitikern ist die EBA dafür heftig kritisiert worden.
Zum Beispiel von Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), der auch Aufsichtsratschef der NordLB ist: “Warum verlangt die Eba nicht gleich eine Eigenkapitalunterlegung von 100 Prozent”, fragte der rhetorisch, “aber dann brauchen wir keine Banken mehr”.
Anschließend wird der Aufruf aus meiner Sicht unerträglich pathetisch: ”Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.”
Mit nüchterner wirtschaftswissenschaftlicher Analyse hat das nur noch wenig zu tun. Natürlich kann jeder so schwülstig argumentieren wie er will, aber die Unterzeichner des Aufrufs benutzen ihren wissenschaftlichen Sachverstand als Rechtfertigung dafür, dass sie sich in die Debatte einschalten. Da wird man dann auch ein gewisses analytisches Niveau erwarten dürfen, finde ich.
Ganz schlimm ist auch die dann folgende Passage:
“… geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.”
So demagogisch und platt argumentiert eigentlich sonst nur Herr Tsipras von Syriza. Konstruktive Beiträge zur Lösung der Euro-Krise sehen wirklich anders aus.
Zudem bleiben die Professoren eine Antwort darauf schuldig, wie sie denn die Krise lösen möchten. Mit Strukturreformen, die drei bis fünf Jahre brauchen, bis sie wirken? Oder mit noch mehr Austeritätsprogrammen, die ja schon in den vergangenen drei Jahren so hervorragend funktioniert haben?
So, nachdem ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe, fahre ich jetzt zur Sommerparty des Makro-Thinktanks OMFIF. Die findet in der Ave Maria Lane statt. Langsam hilft wirklich nur noch beten. Oder trinken.
PS: Gestoßen bin ich auf den Ökonomenaufruf über die Facebook-Seite des IMK-Chefs Gustav Horn, der den Text dort vorab veröffentlicht hat.
Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

Ich denke, daß ich in Zukunft um Ihre Artikel einen Bogen mache. Pflegen Sie Ihre Haare gut, bevor die Schuldnerländer sie Ihnen vom Kopf gefressen haben.
Mit dem Artikel verteidigt Olaf zwar seinen Titel als härtester Sinn-Kritiker, den er in der Targetdebatte erlangt hat. Trotzdem muss ich mich auf die Seite der Kritiker des Sinnkritikers schlagen: http://www.wirtschaftswurm.net/2012/olaf-storbeck-gegen-hans-werner-sinn-naechste-runde/
@ Regnar
Ich empfehle eine genauere Lektüre der Seiten 25 ff. (Großbritannien) und 36 ff Irland
viel Spaß
lieber olaf storbeck
es muß bei der einseitigen festlegung der politiker einmal klartext möglich sein – aber eigentlich bin ich auch für etwas zurückhaltendere worte. dennoch:
warum müssen staatlich finanzierter ESM oder EZB banken retten? ist das privatwirtschaftlich nicht möglich? falls ja, dann gibt es in der realität keine rettungsmöglichkeit, denn sonst fänden sich übernehmer.
und warum entwickeln die staaten nicht mechanismen/ vielleicht sogar subventionen zur privaten rettung? auch das ist besser als wenn staatliche organisationen anteilseigner werden?
wir haben nationale stresstest gehabt und durch europäische organisationen, die ja in zukunft alles besser regeln- was ist herausgekommen? sie haben politisch motiviert die risiken nicht aufgedeckt
wie kann es sein, dass nicht in allen europäischen ländern -gestaffelt nach deren individuellen risiken -risiko/sicherheitsfonds ausreichend dotiert nicht nur eingerichtet sind?
die euro retter handeln zentral- und planwirtschaftlich mit dem geld der steuerzahler und beweihräuchern sich selbst auf ihren gipfeln zu ihrer internationalen verantwortung.
Was spricht dagegen, dass diejenigen die Risiken tragen, die sie eingegangen sind? Gewinne werden ja auch nicht vergemeinschaft.
Mal abgesehen von den wahnwitzigen Schlussfolgerungen, die auf halbverstandenen oder fehlgedeuteten ökonomischen Theorien basieren, sticht doch insbesondere der Hochmut hervor, der aus Herrn Storbeck’s Zeilen trieft. Gute Ökonomie und gute Ökonomen zeichnet dagegen die Demut aus.
Gehen Sie ruhig wie sie selbst angekündigt haben was trinken mit Ihren englischen Freunden, Sie scheinen sich ja schon recht gut eingelebt zu haben in die Sitten und Gebräuche dort. Und schicken Sie die Rechnung doch einfach nach Deutschland, irgendwer wird schon dafür bezahlen!
“Wes Brot ich ess, des Lied ich sing”, nicht wahr Herr Storbeck?
Wie sagte Oliver Welke doch so treffend neulich im ZDF: “England ist nicht mehr als eine Frittenbude mit angeschlossenem Wettbüro”.
Wer weiß, vielleicht haben Sie ja auch Glück dort beim Wetten, mit dem Geld als Einsatz, das Sie sich durch das Schreiben solcher Kommentare für das Handelsblatt sicherlich redlich “verdient” haben!
Wenn wir Europa alle in den finanziellen Abgrund getrieben haben, weil wir zu geizig gewesen sind kommt das Wort von Helmut Kohl wieder zum Vorschein: “Der Euro ist eine Frage von Krieg und Frieden im 21. Jahrhundert”. Europa ist die Antwort auf 1945 und das Jahrtausend davor. Mir scheint wir bauen lieber wieder Bomber und Panzer als den Griechen ein paar Penunzen zu leihen. Brüningsche Wirtschaftspolitik internationalisieren zu wollen ist ein schwerer Fehler. DAS wird uns in den Abgrund treiben.
Hallo Zusammen,
Mir fällt auf das die ökonomische Debatte mittlerweile auf allen Seiten sehr stark mit Polemik und Angstmacherei betrieben wird: Deshalb gehe ich stark davon aus ,dass die meisten sich mittlerweile so sehr in die Krise reingesteigert haben das eine Konstruktive Lösung zu finden immer schwieriger wird.
Ich schlage daher allen beteiligten vor sich am Wochenende eine Medienauszeit zu nehmen um einmal zur Ruhe zu kommen und sich richtig zu Entspannen bei der Aktivität, die jedem einzelnen am meisten Spaß macht.
Dannach finden sich die verschiedenen ökonomischen Lager, die es ja zweifellos zu geben scheint zusammen und bilden Gruppen. Innerhalb jeder Gruppe wird dann ein ökonisches Richtugnspapier erarbeitet in welchen sie Ihre Lösungsstrategie und ihre unterliegenden Grundannahmen (evtl. sogar ideologischen Ziele) darlegen.
Wenn 3-4 gut ausgearbeitete Alternativen gesammelt sind, dann könnte man diese in einem gemeinsamen Akt aller beteiligten Ökonem veröffentlichen und dadurch eine konstruktive Öffentliche Debatte anstoßen.
Ich glaube, dass wir die Krise so wesentlich schneller gelöst bekommen als mit gegenseitigen Beschuldigungen. Außerdem könnte nach einer erfolgten richtungsdebatte, endlich mit gemeinsamer Kraft eine Strategie verfolgt werden, ohne das es immer wieder zu aufreibenden und für niemanden erhellenden Streits um Detaillösungen kommt.
Grüße
Die Vergangenheit zeigt, dass die alteingesessenen Professoren oder Ökonomen nicht immer recht haben. Und wieso haben nicht alle Professoren diese Aussage unterschrieben. Vielleicht 500 Professoren und Ökonomen haben es nicht unterschrieben, gar 1000. Also, so ein Kokoloris aufzusetzen. Hat da nicht vielleicht ein Professor, vielleicht ja einer mit einem erkauften Dokotortitel oder Plakiat, das ist ja in Mode, ein neues DOOMSDAY Buch aller Herr UN”SINN” zu verkaufen? PANIKBÜCHER SIND VOLL IM RENNEN. 2012 Der Untergang der Welt laut den Mayas. Mist: LAUT Herr UN”SINN”. Uff, das nervt langsam gewaltig.
Dass Sie schon kräftig einen gepichelt haben, glaube ich sofort. Kleiner Tipp von mir: beten wäre besser. Ansonsten Prost!
Hervorragender und wichtiger Beitrag. Leider wird die Debatte nicht wissenschaftlich geführt, sondern politisch. Und da Merkel es versäumt hat, die Notwendigkeit einer Bankenunion politisch zu begründen, da sie es überhaupt versäumt, ihren Kurs zu erläutern, bereitet sie das Feld für Verchwörungstheoretiker und Zusammenbruchsökonomen. In Wahrheit bedeuten die Gipfelbeschlüsse weder einen Ausverkauf Deutschlands noch die Rettung der Eurozone. http://lostineurope.posterous.com/weder-ausverkauf-noch-rettung
Ich glaube ich brauche dem von den Banken bezahlten Blog-Artikel nichts hinzuzufügen, das wurde hier ja schon ausführlich gemacht. Ich glaube auch liber 150 Ökonomie-Experten und Professoren, als von Banken finanzierte Lobbyist.
Hier noch ein paar weitere Infos zu dem Thema, die man in vielen Medien (noch) nicht gelesen hat:
Vortrag von Andreas Popp
(Seit mehr als 25 Jahren steht der ehem. Vorstandsvorsitzende einer sehr erfolgreichen Unternehmensgruppe mit seiner konstruktiven Ordnungskritik im Licht der versierten Öffentlichkeit. Die sogenannte Finanzkrise prognostizierte der unabhängige Forscher lange Jahre vor der „Lehmann-Brother-Pleite“. – http://www.wissensmanufaktur.net/personen )
http://mrinfokrieg.blogspot.de/2011/09/andreas-popp-danistakratie-abschaffung.html
“Komischerweise” wurde Abge0rdnetenwatch am Freitag 29.Juni2012, als darüber in Bundestag und -rat abgestimmt wurde , abgeschaltet:
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M526c9be2619.0.html
Als Hintergrund müßte man sich natürlich informieren wie unser Geldsystem funktioniert – hier mal auf niedliche Art erklärt:
http://www.youtube.com/watch?v=Ih-BROltjaw
(auch auf http://systemdefekt.de)
“Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, dass aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, dass das System ihren Interessen feindlich ist.”
Zitat Rothschild 1863
” WÜRDEN DIE MENSCHEN BEGREIFEN , WIE UNSER
GELDSYSTEM FUNKTIONIERT , HÄTTEN WIR NOCH
VOR MORGEN FRÜH EINE REVOLUTION ”
- Henry Ford
Fällt dem Autor wirklich keine bessere Überschrift ein?
Anderer Auffassung zu sein ist legitim, nicht legitim ist es, die “mediale Macht” zur Denunziation einer anderen, konträren Meinung einzusetzen.
In dem Artikel “vermisse” ich nur noch den Bezug zur NS-Zeit. Wird aber vermutlich in den Folgeartikel noch geschehen.
Der Duktus dieses Artikel ist unerträglich.
So verliert das Handelsblatt an Reputation!
Also, Herr Storbeck, Sie halten den Leser wohl für so dumm, dass er zwischen einer Bankenunion und einem Einlagensicherungsfond nicht unterscheiden kann. Als guter Lobbyist möchten Sie offensichtlich gezielt verwirren. In wessen Auftrag schreiben Sie eigentlich??
Ein trauriger Rechtfertigungsversuch für deprimierende, illegale Verzweiflungshandlungen der EU-Eliten um Ihren Allerwertesten zu retten. Der Brüller:”..dennoch hat die Notenbank keinen Versuch unternommen von der Anti-Inflationpolitik abzuweichen.”
Das glaubt ja nur jemand, der sich die Hose mit der Kneifzange zumacht!
Sehr geehrter Herr Storbeck,
ich kann nicht einmal in Worte fassen wie angewidert ich von diesem Artikel bin.
Man kann sicherlich trefflich über den Stil des “Aufrufes” diskutieren, aber die Unterstellung von Demagogie mit einem Text der dieser viel eher gerecht wird?
Vor allem Sie als studierter Wirtschaftswissenschaftler und Fachjournalist sollten einmal über Ihre eigenen Aussagen nachdenken.
„Es geht doch darum, kriselnde Banken mit staatlichen Mitteln zu rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen. Im Gegenzug würde der ESM Anteile an diesen Banken zu erhalten“ – Viel besser, im Idealfall kann also die Bank Teile Ihres Fremdkapitals durch frisches Eigenkapital (sogar unabhängig vom tatsächlichen Unternehmenswert) ersetzten, es werden also keine Schulden übernommen sondern bezahlt!
Und dabei werden doch immer „debt equity swaps“ oder eine Gläubigerbeteiligung als absolutes Teufelszeug hingestellt, naja vllt. auch nur bei privaten Gläubigern und nicht bei Staaten die ja nur über die begrenzten Mittel ihrer jetzigen und zukünftigen Steuerzahler verfügen, welche sich aber bitte vorher sorgfältig über den Wert ihrer Anlage Gedanken gemacht haben sollten.
„Zudem bleiben die Professoren eine Antwort darauf schuldig, wie sie denn die Krise lösen möchten.“ – ja in diesem Aufruf bleiben Sie diese schuldig, jedoch bin ich mir relativ sicher von mehreren der Unterzeichner schon Lösungsansätze gelesen zu haben. Aber die eigenständige Meinungsbildung die einer Konsensfindung vorangehen sollte wird heute ja als Querulantentum bezeichnet und passt nicht zum modernen Lemmingnismus.
„Mit Strukturreformen, die drei bis fünf Jahre brauchen, bis sie wirken?“ – Anscheinend ist es ebenfalls aus der Mode gekommen strukturelle Probleme tatsächlich lösen zu wollen und Sie stattdessen lieber durch reinen Aktionismus (unterstützt von medialer Panikmache) so lange zu verdecken bis man die Verantwortung an die nächste Generation abgeben kann.
„So, nachdem ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe, fahre ich jetzt zur Sommerparty des Makro-Thinktanks OMFIF.“ – Ich hoffe Sie hatten ein schönen Feierabend im Elfenbeinturm oder Lobbyverband ich weiß einfach nicht mehr wie man solche Gesellschaften heute korrekt bezeichnen soll.
So, nachdem ich mir ebenfalls einen Teil meines Frustes von der Seele geschrieben habe, werde ich wieder weiterarbeiten um möglichst viel Steuern zu erwirtschaften, um wenigstens etwas dazu beizutragen, dass unsere Kinder und Enkel weniger als die Schulden zurückzahlen müssen die uns die jetzige und vorhergehende Generationen bereits aufgebürdet haben.
Leider ist dieser Grundgedanke wohl ebenfalls schon unpopulär geworden.
Politiker streuen den Bürgern Sand in die Augen. Wissenschaftler und jene die sich selber zu Wissentschaftlern zählen, diskutieren über das warum, weshalb und weswegen. Grundsätzlich sind so gut wie keine Denkansätze zu finden um das eingentliche Grundproblem zu lösen: Zu billiges Geld. Seitdem Alan Greenspan und seine Gang die Entwicklung des billigen Geldes zugelassen haben und auch die europäischen Zentralbanken und später die EZB dieses übernommen haben steigen die Probleme weiter an.
Fonds, Versicherungen ect. verdienen mit “normalen Geldanlagen nichts mehr also suchen sie einen Ersatz dafür. Wenn dann idealerweise ein paar Ratingagenturen das eine oder andere Land in Grund und Boden “raten” verdienen diese Institutionen erheblich mehr.
Die einzelnen Staaten machen es natürlich den sogenannten “Märkten” sehr einfach da Politiker im Normalfall höchstens eine Zeitspanne von 4 – 5 Jahren in ihrem Hirn verarbeiten können. Also nehmen sie immer weitere Kredite auf unm soziale Wohltaten verteilen zu können.
Und hier kommen wir nun zum eigentlichen “Teufelskreis”: Da nun die Staaten alle überschuldet sind können Zentralbanken das Problem des zu billigen Geldes nicht mehr beenden. Wenn die Zinsen wieder auf ein normales Mass ansteigen würden wären so gut wie alle Staaten innerhalb kurzer Zeit Bankrott. Deshalb versuchen sie es mit immer billigeren Geldes in den Griff zu bekommen was aber definitiv nicht funktionieren wird da sie es niemals zurückzahlen können.
Aus diesem Grunde wird unser Wirtschaftssystem innerhalb absehbarer Zeit komplett abstürzen da wir keine politischen Führer mit Weitsicht und wirklichem Mut in Europa oder den USA haben, die ein Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vorziehen. Der “Todeskampf” den wir alle in wirtschaftlicher Hinsicht führen wird durch die derzeitigen kleinen Trippelschriftte herausgezögert aber nicht verhindert.
Ich gehe sogar weiter und befürchte das bei den kommenden wirtschaftlichen Kollaps – gegen den die Krise der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts eine Comedyveranstaltung war – dazu führen wird das wir uns in ein soziallistisches Wirtschaftsystem umwandeln werden, da unseren Politikern nichts anderes einfallen wird ihre feigen Versäumnisse – sprich die Schulden die aufgehäuft wurden – durch das erarbeitetete Vermögen der kleinen Leute zu bezahlen sprich diese enteignen werden.
@ Kritiker des Kommentars,
ja, man kann einiges im Kommentar kritisieren. Nicht jedoch, dass der Aufruf der “Ökonomen” zu schwülstig, zu plakativ, zu wenig analytisch ist. Der Aufruf basiert auf einigen Unterstellungen und massiven Übertreibungen.
Für die Schulden der Banken haften und dies mit den Gesamtschulden der Banken in diesen Ländern zu untermauern läßt sich nur mit Demagogie bezeichnen. Klar, Rekapitalisierung bedeutet Verlustübernahme. Aber ist jeder Schuldeneuro gleich einem Verlust?
Wo sind die Lösungsvorschläge der werten Damen und Herren?
Wo ist die Analyse, die Abwägung der Vor- und Nachteile der Beschlüsse?
Wo finden sich die durchaus beachtlichen Fortschritte, die z.B. in Spanien erzielt wurden (Schuldenbremse in der Verfassung, Arbeitsmarktreform, Reform der Banken etc.)?
Wo wird erwähnt, dass die Wettbewerbsfähigkeit einiger Peripherieländer gegenüber Deutschland in den vergangenen drei Jahren deutlich zugenommen hat?
Warum wird nicht erwähnt, dass D im europäischen Vergleich beim erwirtschafteten BIP/Kopf spürbar hinter anderen Ländern zurückliegt?
Darüber hinaus – und jetzt werde ich süffisant: wo bleibt die Kritik am System in Deutschland, in dem der Süden für die Schulden des Norden haftet und dessen Haushalt mit Mrd. EUR subventioniert? Wieso muss der dt. Süden die Schmarotzer im Rest der Republik mitfinanzieren?
Aber man ist es schon seit langem gewohnt, dass der Hr. (Un-)Sinn vieles von sich gibt, was im Nachhinein sich als falsch herausgestellt hat.
Bei allem hysterischen Geschreibsel sollten die Autoren der verschiedenen “Wirtschafts- und Finanz-Glaubensrichtungen” immer daran denken, dass es vor gar nicht all zu langer Zeit um eine solch dramatische Finanz- und Stabilitätskrise zwischen der Europäischen Vielstaaterei zum Krieg gekommen wäre! Der globale Wirtschaftskrieg tobt bereits mit all seinen Facetten. Wenn wir nicht aufpassen und sich die Politik in Europa auf einen anderen Kurs begibt, werden auch solche Szenarien wieder aktuell.
1. Die Einlagensicherung in UK hat ja auch nicht den Bank Run auf Northern Rock verhindert, insofern stimmt die Aussage Sinns das eine Einlagensicherung einen Bank Run nicht verhindern kann.
2. Wenn die Staaten die Risiken für eine Bankenpleite nicht mehr selber tragen gibt es für die Staaten große Anreize ihre Banken möglichst groß zu machen um von diesen Vorteilen zu profitieren. Andere Staaten müssen dann diese zu groß geratenen Banken raushauen, sollten diese in Schieflage geraten. Es ist doch die Ironie der Geschichte das mehrere spanische Sparkassen zur Bankia zwangsfusioniert worden sind, um den jetzt eingetretenen Fall zu verhindern.
Der derzeitige Trend ist doch besorgniserregend. Anstatt eine Pleite gegangene Bank ordentlich abzuwickeln werden diese mit sehr viel Steuergeldern gestützt weil die Folgen einer Pleite einer großen Bank unkontrollierbar sind.
Der Trend muss jedoch in die umgekehrte Richtung gehen. Anstelle von ‘too big too fail’ sollte es ‘too small to care about’ heissen.
Eine gemeinsame Einlagensicherung ist ein Versicherungskonstrukt. Diese funktionieren nur, wenn die Versicherungsrisiken entweder homogen oder die Prämien heterogen und risikoadäquat sind. Letzteres ist aber nun gerade nicht leistbar wie zuletzt der Fall Lehman für die deutsche Eimlagensicherung der privaten Banken gezeigt hat, die bereits mit 6 Mrd EUR an das Ende der Fahnenstange gelangt war. Ersteres ist ebenfalls nicht der Fall wie die unterschiedlichen Geschäftsmodelle und länderspezifischen Aktiva der europäischen Banken zeigen. Es würde also durch eine europäische Einlagensicherung ein Risikotransfer von den risikoreicheren Bankbüchern zu den risikoarmen stattfinden. Eine Einlagensicherung für einen Teil der Passivseite eines Bankenbuchs wirkt wie eine Floor-Absicherungsstruktur und reduziert aus Bankschuldnersicht natürlich erheblich das Liquiditäts- und Solvenzrisiko der Gesamtbankbilanz. Ein klassischer Moral hazard der gerade die Verbundbanken in Deutschland mit risikoarmen Geschäftsanteilen massiv treffen würde. Möglicherweise begreifen Sie, Herr Storbeck, den Gesamtzusammenhang (noch) nicht wie dies bei den Targetsalden am Anfang der Diskussion ja auch der Fall war. Aber da sie auch dort – wenn auch mühsam – dazu gelernt haben, ist noch nicht alle Sorge anderer Kommentatoren umsonst !
Zu dem “Mut, 150 Professoren … entgegen zu treten” (allein???) ist mir sofort folgender Sponti-Spruch eingefallen: “Leute esst Sch….., Millionen Fliegen können nicht irren!”
Anders ausgedrückt: Wie können die 150 mit derartig schmalspurigen Ergüssen überhaupt einen Lehrstuhl verantwortungsbewußt und sachgerecht verwalten und ein wissenschaftliches Institut führen, das doch andere Qualifikationsvoraussetzungen hat – oder?
Werter Herr Storbeck,
“demagogisch und platt” (Ihre Worte, nicht meine) ist eher Ihr Kommentar. Mit gleicher Masche hat man die EURO-kritischen Ökonomen vor mehr als einem Jahrzehnt mundtot gemacht. Das Ergebnis sehen wir heute.
Habe Ihnen vor einigen Tagen im Sinn/Horn-Kontext schon einmal vorgeschlagen, das ökonomische Einmaleins (erneut?!) zu studieren. Mit dem Verweis, Sie seien nur der Bote, wollten Sie sich exkulpieren. Doch hier haben Sie die Hosen heruntergelassen: Krugman, der übrigens Keynes falsch auslegt, ist der Schöpfer Ihres ökonomischen Laufstalls. Just throw some more money at the problem, der Dreh- und Angelpunkt jedweder Krugman’schen Krisenbekämpfung. Diejenigen, die Ihre akademische Bildung auch tatsächlich in die Praxis umsetzen und Schuldenquoten interpretieren können, sind jedoch schon den entscheidenden Schritt weiter: Werfe niemals schlechtem Geld gutes Geld hinterher, so das Ergebnis Ihrer Analysen. Übrigens auch eine alte Bankiers-Weisheit.
Aus beruflichen Gründen las ich mehrfach Diamond/Dybvig und darf mich durchaus als Diamond-Fan bezeichnen. Seine Beiträge zur Theorie der Finanzintermediation (delegated monitoring etc.) waren fraglos wesentlich. Im Zusammenhang mit einer so breit angelegten/systemischen Bankenkrise bietet die angeführte Arbeit allerdings keine Handhabe.
Letztendlich begehen Sie den klassischen Fehler der praxisunerfahrenen Volkswirte: Sie denken in populären Modellen und ignorieren deren stringente Prämissen. Und den moral hazard jeglichen staatlichen Eingriffs in die Finanzmärkte.
@Prestele
Also ich habe das Buch zur Hand
und soll ich Ihnen wat sagen,
nirgends empfiehlt er sowas wie das Wirtschaftsmodell Irlands oder Englands als Vorbild.
Vielmehr ist es eine wirklich gute Zusammenfassung der vielen Problemfelder (Lohndrückerei der Gewerkschaften, schlechte Wettbewerbssituation, Kapitalflucht), welche die Wirtschaftsentwicklung seit der Wiedervereinigung geprägt haben.
Die Kritik an der Aufmachung des offenen Briefes kann ich wahrlich nachvollziehen, ebenso die Einschätzung, dass dieser Brief eher Polemik als eine Vielzahl von ökonomischen Argumenten liefert. Umso schlimmer ist es, dass Herr Storbeck scheinbar keins dieser Argumente verstanden hat. Man muss die Argumente nicht teilen, aber wenn man eine Kolumne darüber verfasst und noch dreist eins der wichtigsten Paper zu diesem Thema verlinkt, sollte man dies wenigstens gelesen haben oder wissen wovon man redet. Um nur zwei Punkte zu nennen:
Im eben genannten Paper ist eine der Grundvoraussetzung für eine Einlagensicherung, dass diese Glaubwürdigkeit besitzt. Die wenig finanziell gesunden Ländern, die in Europa noch existieren haben sicherlich nicht das Potential auch nur einen Bruchteil der gesamten Spareinlagen der europäischen Bürger zu sichern, was die Glaubwürdigkeit eines solchen Sicherungssystems und damit das System selbst negiert. Dazu kommt noch ein massives Glaubwürdigkeitsproblem der Politik, welche vorher mehrfach ausgeschlossen hat die Schulden der anderen Länder zu vergemeinschaftlichen.
Desweiteren kann man ja nun wirklich nicht allen ernstes behaupten, dass die EZB in dieser Krise ihre Unabhängigkeit von der Poltik gewahrt hat. Sie kauft massiv selbst Staatsanleihen am Sekundärmarkt und unterstütz die Banken mit enormer Liquidität von 1 Billionen Euro zu Niedrigstzinsen, um damit den Kauf von Staatsanleihen für die Finanzinstitute attraktiv zu machen. Zudem hat die EZB im Laufe der letzten beiden Jahre Sicherheiten akzeptiert, die fern ab von ihren eigenen Anforderungen liegen. Getrieben von der Politik hat die EZB nahezu alle Regeln gebrochen, die ihre Unabhängigkeit sichern sollten.
Lieber Herr Storbeck, dafür gibt es sicher kein “Like”.
Sehr geehrter Herr Storbeck,
warum helfen Sie nicht der DB.
Bei 1,8 Prozent Eigenkapital
und rund 350 Mrd U$ Darlehen
der FED sollte das für Sie doch nix sein.
Sie sind schließlich ein
nüchterner Denker !
;)
Ich gebe Ihnen recht, Herr Storbeck: Ich kenne keinen Studenten, der derartig naiv und in Teilen primitiv formulieren würde.
“Streit und Zwietracht mit den Nachbarn seien vorprogrammiert….” , Entschuldigung, aber kann die Stimmung zwischen Griechenland und Deutschland noch tiefer sinken? Spanien, Italien und bald wohl auch Frankreich sind ebenfalls nicht gut auf uns zu sprechen – also alle, die zwar Geld von uns wollen, aber nicht bereit sind, in der gebotenen Zeit die notwendigsten Reformen durchsetzen zu wollen – oder können.
Dieser weinerliche Stil auch zur Bankenunion ist kaum zu ertragen. Mir ist bis heute auch kein Wissenschaftler bekannt, der die Schulden der Banken in Gänze in diesen Bereich ziehen will. Denn schließlich generieren diese Verbindlichkeiten auch sämtliche Kredite an die Wirtschaft, private Konsumenten usw.. Es ist teilweise haarsträubender Unsinn, mit dem in diesem Pamphlet argumentiert wird.
Diese Wissenschaftler sollten sich lieber ein paar Gedanken zu Start II machen, denn hier lauern momentan wohl die größeren Risiken. Ich vermute nur, daß würde sie vollends überfordern.
Tsipras ist ein griechischer Politiker der ausser Hetze (gegen die Troika) und Aufstachelung der griechischen Bürger, politisches Kapital schlagen will.
Sein Wahlkampfparole war das einseitige Aufkündigen von international
verbindlich Verträge.
Es ist für mich ein Unding, Deutschlands Ökonomen dieses Niveau zu unterstellen.
Die Bezeichung “Haare zu Berge” und “schwer erträglich” ist für diese Gleichstellung noch sichtlich untertrieben.
Fakt ist doch, dass sich Deutschland seit 2010 immer mehr in Abhängigkeit
durch den Euro begeben. Die Risiken steigen mit der Zeit immer beträchtlicher und das Kritische ist daran, dass ein Ende nicht absehbar ist.
Vielmehr hat sich Deutschland in eine Abhängigkeit begeben, wo ein z.B.
ein Ausscheiden aus dem Euro schlichtweg unmöglich ist.
Es gibt auch keinen sicheren Weg aus der Eurokrise.
Ihre Aussage:
Wenn die Einlagensicherungsgarantie glaubwürdig ist, sorgt sie gleichzeitig dafür, dass sie nicht eingelöst wird – eben weil ein Bank run nicht stattfindet.
ist schlichtweg unverständlich.
Bleiben wir als Beispiel bei der HRE-Bank in Deutschland.
Ein sehr großes Problem ist dabei, dass diese Bank 10 Mrd. aufgrund von Abschreibungen in Länderanleihen (vorwiegend aus Griechenland) Verluste eingefahren ist.
Dabei sind mögliche weitere Abwertungen noch nicht berücksichtigt.
Die Südländerbanken haben über die EZB-Hilfe viel Geld erhaten und dieses ihren Staaten überlassen (Kauf von Länderanlehen).
Aufgrund der gestiegenen Zinsen der Südländer hat sich bereits Abschreibungsbedarf ergeben. Ferner wurden (ohne staatlichen Eingriff)
Mrd. Darlehen in Immobilien (-spekulationen) gesteckt, die nun wiederrum
einen sehr großen Abschreibungsbedarf ergeben.
Die heute schlingernden Banken wurde von den nationalen Politikern nicht reguliert. Durch die Verquickung von Banken und Politikern ist eine wechselseitige Abhängigkeit gegeben.
Warum sollen diese Risiken von den deutschen Sparern getragen werden?
Nicht umsonst kämpfen die dt. Sparkassen gegen die geplante Bankenunion.
Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens
Herr Storbeck,
Sie sind von der ganz schnellen Sorte! Dazu gehört Mut, 150 Professoren allein entgegen zu treten und mit ein paar wirren Zeilen in die Flucht schlagen zu wollen. Oder Dummheit.
Lassen Sie mich raten, Sie gehörten auch zu den Hurra-Schreiern, als der Euro eingeführt wurde? Damit Sie diesmal die Lernkurve schneller durchlaufen können: Haben Sie noch die kurzen, treffend formulierten, ganzseitigen Anzeigen von Effectenspiegel-Gründer Bolko Hoffmann vor Augen? Suchen Sie im Netz danach. Dort steht minimalistisch: “Die südeuropäischen Schwachländer werden Exportprobleme bekommen und Subventionen fordern. Wer muss sie bezahlen? Natürlich zuerst Deutschland…” Deutlicher geht es kaum.
Aber ist ja auch wurscht, bei Ihnen gilt: “Alle doof, außer mich!”
Hr. Storbeck macht sich mit den Angelsachsen gemein, um auch an die Kohle anderer zu kommen! Glaubt man der Presse, zocken Banken und betrügen. Und die Presse betreibt anschließend mit solchen Storbecks Widergutmachung und zeigt den Banken: alles nur Tamtam, eigentlich sind wir auf eurer Seite.
“… dennoch hat die Notenbank bislang keinen Versuch unternommen, von der Anti-Inflationspolitik abzuweichen.” Werter Herr Storbeck – wollen Sie sich komplett lächerlich amchen? Ausgerechnet Sie werfen Herrn Prof. Sinn und seinen Kollegen Demagogie und schwächelnde Argumente vor? Wenn Sie im Ernst glauben, die jetzige EZB-Politik diene unverändert der Stabilität des Geldes, dann bringt bei Ihnen vermutlich auch der Weihnachtsmann die tollen Euro-Sparbücher für die Kinder, oder? Vielleicht haben Sie es ja vor lauter Euro-Phorie noch nicht mitbekommen – aber die EZB ist seit geraumer Zeit dabei, auf politischen Druck hin Anleihen der Pleitestaaten im Süden aufzukaufen, was niemandem hilft sondern die Probleme nur, in größerem Ausmaß, ein paar Monate in die Zukunft verschiebt, während gleichzeitig die übernommenen Risiken vom privaten Sektor in Richtung Steuerzahler (der gebenden Länder D, NL, SF) verschoben werden. Vor diesem Hintergrund ist es natürlich völlig blauäugig bis schwachsinnig, den Südländern mit ihrer “strukturellen Mehrheit” auch noch den Zugriff auf unsere Sicherungsfonds zu ermöglichen. Das wäre schon dann unsinnig und ungerecht, wenn es wenigstens helfen würde – wird es aber nicht, denn es wird nur dazu führen, dass die Party im Mittelmeerraum noch etwas verlängert wird, sonst ändert sich nichts. Und lieber Herr Storbeck: Was den Duktus der betreffenden Herren angeht, kann ich nur sagen, dass ich es angesichts der Dramatik des verfassungswidrigen und ökonomisch irrsinnigen Geschehens, beim Gipfel und anderswo, sehr begrüße, dass mal jemand Klartext redet. Im Gegenzug kann ich nämlich das unfassbar verschwurbelte Schön-Gesülze von den naiven Euromantikern nicht mehr hören! Wer faselt denn dauernd von der friedenserhaltenden Wirkung des Euro, während in Athen die Fahnen des Hauptgeldgebers verbrannt werden? Wer beschwört denn ständig den Untergang des Abandlandes, falls dieses grandios gescheiterte Experiment endlich seinem verdienten und unvermeidlichen Ende zugeführt wird? Ich kann es wirklich nicht mehr hören!
Zahlreiche Ökonomen haben bereits vor der Einführung des Euros gewarnt. Jetzt sind wir genau da angekommen, was Politiker und Medien gleichermaßen bestritten haben, in einer Schulden- und Haftungsunion. Die Ökonomen mit weitblick wurden früher entweder diffamiert oder gänzlich ignoriert. Die Medien tragen an der jetzigen Situation ebenfalls ihre Schuld. Es findet einfach keine objektive Berichterstattung statt, wie man an diesem Text sehr deutlich sehen kann! Die EZB als unabhängig von der Politik zu bezeichnen, die nicht nach den nationalen Interessen der Einzelstaaten agiert ist geradezu grotesk. Sowohl die niedrigen Zinsen als auch die Regeln für die Einlagerung von “Werten” bei der EZB dienen letztlich nur den Südstaaten und deren Banken. Für Deutschland ist dies eine kontroproduktive Entwicklung. Dieser Kommentar ist meiner Meinung nach absolut unmöglich! Die Ökonomen tun gut daran die schlafende Bevölkerung endlich etwas zu wecken!
Wenn man nach dem Initiator Walter Krämer (TU Dortmund) googlet stösst man ironischerweise auf sein Buch “Die Panik-Macher” – “eine Abrechnung mit den vielen Angstmachern in den Medien”.
Werter Herr Storbeck,
daß Sie hier Lobbyarbeit betreiben, wissen Sie?
Falls Sie es nicht wissen, wir wissen es!
Jetzt werden von der Finanzelite die letzten verzweifelten Versuche unternommen, das System am Laufen zu halten.
Gleichzeitig werden die Argumente immer dümmer und leichter zu durchschauen. Wollt Ihrr den tottalen Euro?
Herrn Möllring CDU/NS zu zitieren, sagt leider einiges über das Niviau des Beitragsverfassers, das ist, der sich nach eigener Aussage von Herrn Glaeseker hat “bescheissen” lassen.
Sorry, aber der Text hat für mich Wochenshow-Niveau.
Auch wenn eine Einlagensicherung einen Bank-Run verhindern kann, führt diese noch zu einem anderen Problem – den Moral Hazard. Aber das Herr Storbeck keine Ahnung hat, hat er ja schon of genug bewiesen.
Herr Sinn sollte sich mit deutlich mehr Demut an seine wiederholten Doomsday Prognosen erinnern und auf derartige Aufrufe verzichten. 2004 empfahl er in seinem Buch “Ist Deutschland noch zu retten” die Wirtschaftspolitik Englands und Irlands als Vorbild für die deutsche Politik. Wie gut, dass niemand auf ihn gehört hat.
Er möge wahrlich aufhören, derartigen Un”Sinn” weiter abzusondern
Sehr geehrtes HandelsPlatt,
mit solchen Meinungen v Hrn. Storbeck wird mittlerweile auch unbedarften Lesern eines klar: Das Handelsblatt deren Redakteure und viele andere Medien auch beziehen ihr Wohlergehen aus einer florierenden Bankenwirtschaft und unterstützen nicht nur alles, nahezu kritiklos, was zum Weitergehen der Börsen und Bankenparty führt, nein, anders denkende werden diffamiert oder ins Lächerliche gezogen.
Mir ist der Ton und der genaue Zusammenhang (wer versteht den eigentlich überhaupt) völlig wurscht. Fest steht, dass immer mehr Leistungen für die deutschen Bürger reduziert werden insbesondere Zukunftsleistungen und das immer mehr Geld den internationalen Banken hinter her geworfen wird – ohne dass langfristig irgend etwas bei den Bürgern ankommt.
Liebe Leser, nehmen Sie den Beitrag von Hrn. Storbeck als Ansporn und schreiben Sie den Abgeordneten Ihrer Partei! Stellen Sie sich kurz vor, erklären Sie warum Sie Meinungsbildner in Ihrer Firma sind, dass Sie langjähriger ehemaliger Wähler dieser Partei sind und lassen Sie ordentlich Dampf ab. Machen Sie es nicht zu kompliziert – kapieren tun die Abgeordneten das sowieso nicht. Machen Sie einfache Bezüge wie “Ich muß so und so viel Eur für einen Kindergartenplatz zahlen und ihr blaßt Spanischen Banken ohne Auflagen 62Mrd in Hintern” Oder: Ihr habt Eure eigenen Banken nicht im Griff (Bayern LB ofder West LB oder auch Berliner Landesbank bieten sich hier an und finanziert den Dreck in Spanien).
Sie werden erstaunt sein, ca. 10-15% der Abgeordneten antworten sogar.
was hat dieser Brief mit Tsipras zu tun?Ökonomische Tatsachen sind schwer zu widerlegen und Ihre billige, unfundierte Propaganda die von oberster Stelle angeordnet wird nützt nichts mehr, da die Leute das Spiel längst durchschaut haben!
@tippguru
Treffender kann man es kaum formulieren.
Ich befürchte, dass hier der “BrünigMerkel Clan” lieber die Nachbarn leiden sieht als uns allen zu helfen und unsere Interessen damit zu stärken.
Wie wären die denn?
http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Br%C3%BCning
@Nigromontan:
Zum Thema Ökonomie als Glaubensangelegenheit seien folgende Links empfohlen:
http://krugman.blogs.nytimes.com/2012/06/30/macroeconomics-and-the-centrist-dodge/
http://noahpinionblog.blogspot.de/2012/06/macro-people-vs-institutions.html
“Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind.”
In diesem Satz sind m. E. beide Haftungswege angesprochen: Die Einlagensicherung und die Rekapitalisierung.
Und die sprechen ja auch Sie an. Wobei sich natürlich die Frage stellt, wozu man überhaupt eine Einlagensicherung braucht, wenn doch die Staaten sowieso jede Pleitebank rekapitalisieren.
Und wie genau muss ich mir die Wirkung einer Einlagensicherung bei einem Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro vorstellen? Erhalten die griechischen Sparer dann ihr Geld 1:1 in Nordeuro ausgezahlt?
Was das Verhältnis Einlagensicherung zu staatlicher Rekapitalisierung angeht, könnte man sich vorstellen, dass die Staaten (bzw. die Staatengemeinschaft via ESM) nur große Banken rekapitalisieren und kleinere in die Insolvenz gehen lassen, also dann (nach Realisierung der Bankenunion) auch via Einlagensicherung die europäische Bankengesamtheit drankriegen.
Damit wäre die gesamtschuldnerische Haftung in Europa über den ESM hinaus durch die Hintertür gigantisch ausgeweitet.
Und was den ESM betrifft: Das ist ja wohl ein geringer Trost, dass der Fonds an insolventen Banken Anteile erhält.
Überhaupt muss man sich einmal vor Augen halten, was hier abgeht: Ein weitestgehend aus Krediten finanzierter Fonds rekapitalisiert Pleitebanken, d. h. er übernimmt gigantische Risiken (für die dann die Nationalstaaten ja wohl nicht mehr haften). Wer glaubt denn, dass sich ein solcher Fonds dauerhaft zu erträglichen Konditionen am Markt refinanzieren kann?
Klar: Da muss dann die EZB ran; das ist perspektivisch in der ganzen Konstruktion, und im ständigen Abbau von Konditionalitäten, bereits angelegt.
Und was wird der ganze Spaß kosten? Zu der ökonomischen Feststellung, dass “riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder” absehbar sind, DAZU, Herr Storbeck, hätte man Ihre Äußerung erwartet – wenn Sie denn an einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Anzeigeunterzeichnern ernsthaft interessiert wären.
Und dass die EZB nicht von der Anti-Inflationspolitik abgewichen ist, wäre mir neu. Dass wir noch keine Inflation haben, obwohl die Schuldenländer ihre eigene Geldschöpfung betreiben dürfen, heißt ja wohl nicht, dass die EZB-Geldpolitik nachhaltig wäre.
Auch nach dem 1. Weltkrieg hat es in Deutschland erstaunlich lange gedauert, bis das Inflations-Ketchup aus der Flasche kam.
Dass die EZB die Banken überwacht, geht gleich nicht. Das wird in der Praxis auf eine Überwachung durch die einzelstaatlichen Notenbanken hinauslaufen – dieselben, die ihre Wirtschaft und Banken durch eine Form der Falschgeldproduktion (Eigenanleihen der Banken, die von den Regierungen garantiert sind!) am Leben halten – mit Wissen und Billigung der EZB.
Klar, wenn man der Meinung ist, dass solche Methoden für eine Brückenzeit halten, und der nächste Aufschwung ganz bestimmt kommt, irgendwie, von selbst, ohne große Reformanstrengungen und so: Dann findet man nichts dabei.
Ungläubige (um hier auf “Nigromontan” anzuspielen) raufen sich die Haare bei solchen Zuständen wie im alten Rom.
Und natürlich: Angela Merkel ist in Brüssel zu garnichts gezwungen worden. Die hat sich die Nacht nur deshalb um die Ohren geschlagen, weil ihr das gemütliche Beisammensein im trauten Kreise der Eurozonäre einfach gigantisch viel Spaß gemacht hat!
Dass wir in den letzten 20 Jahren viele “Politische Lösungen” im Zusammenhang mit Europa eingegangen sind wird uns wirtschaftlich noch den Hals brechen. Das ist traurig aber unvermeidbar, denn versagt haben nicht nur die Politiker sondern auch die Presse – wie zB dieser Autor hier. Ursprünglich als kritisches Korrektiv zu den Regierenden eingestuft hat sich ein Großteil der Presse dazu verleiten lassen genauso jenseits der Sachkenntnis zu fabulieren wie die Politiker. Wenn 150 Fachleute derart eindringlich apellieren sollte man sich eigentlich mal ins stille Kämmerlein zurückziehen und reflektieren. Ganz schwaches Bild was der Autor hier als Reaktion bietet. “Augen zu und durch” endet diesmal mit dem Kopf an der Wand !
Tja Herr Storbeck, Sie sind eben auf einer bestimmten Seite des politischen Spektrums verortet und insofern nicht fei und völlig objektiv, Andere definieren sich anders. So steht es auch mit Ihren ökonomischen Meinungen und Auffassungen. Ökonomie ist keine Naturwissenschaft, sondern zu einem Gutteil eine Glaubensangelegenheit. Und wie in jedem “Glauben” gibt es verschiedene Konfessionen. Welcher Konfession Sie sich zugehörig fühlen, wissen Sie am Besten.
Übrigens Theologen verstehen sich auch als Wissenschaftler und es gibt theologische Fakultäten, aber eben verschiedene.
Banken rekapitalisieren ist etwas Anderes als für Verluste haften? Mit nichten, denn die implizite Garantie ist, die Banken nicht untergehen zu lassen, d.h. für jeden Euro Verlust wird das Kapital um einen Euro aufgestockt.
Kommt es wie letzte Woche in Brüssel vereinbart, dann haften wir sehr wohl für die Verluste von Banken in ganz Europa.
Die Position, dass Bankverluste von Gläubigern getragen werden müssen, halte ich für valide. Erst wenn die EK-Geber (inkl. Hybrid und nachrangigem FK) von Bankia & Co einen Totalabschreiber hinter sich haben, darf Steuergeld in die Hand genommen werden.
Sehr geehrter Herr Storbeck,
sind sind dabei sich komplett zu demontieren. Einen so schlechten Beitrag habe ich selten gelesen. Wer sich anmaßt auch noch schlauer zu sein als die 150 Professoren, hat sich vollends ins wissenschaftliche Abseits gestellt. Ich verstehe das dann so, dass Sie das als politischer Kolummnist geschrieben haben, nicht als ökonomischer. Da Politiker generell nur dummes Zeug reden sind sie lediglich auf deren Niveau abgesackt.Sioe sollten sich dort allerdings nicht einpendeln.
Auch wenn ich pro austeritaet bin stimme ich ihnen voll zu der sueffisante Ton mit dem geschrieben wurde, ist unerträglich. Zum Thema europäische einlagensicherung würde ich gern Herr grüner dazu horen, er hatte bereits in seiner Vorlesung kurz was zum Einfluss von Einlagensicherung gesagt