Deutschlands Ökonomen sinken auf Tsipras-Niveau

Langsam mache ich mir wirklich Sorgen um Deutschland und die deutschen Ökonomen.  In der morgigen Ausgabe der FAZ erscheint offenbar folgender Aufruf, in dem mehr als 150 deutsche Volkswirte den  Beschluss des Brüsseler Gipfels von letzter Woche heftig kritisieren.

Hier ist er im Wortlaut:

Liebe Mitbürger,

die Entscheidungen, zu denen die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen wurden, waren falsch.

Wir, Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen der deutschsprachigen Länder, sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge.

Die Bankschulden sind fast dreimal so groß wie die Staatsschulden und liegen bei den fünf Krisenländern im Bereich von 9 Billionen Euro. Es ist schlechterdings unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer der bislang noch soliden Länder Europas für die Absicherung dieser Schulden in die Haftung zu nehmen, zumal riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind.

Wenn die Schuldner nicht zurück zahlen können, gibt es nur eine Gruppe, die die Lasten tragen kann: die Gläubiger selber, denn nur sie verfügen über das notwendige Vermögen und sind das Investitionsrisiko bewusst eingegangen.

Die Politiker mögen hoffen, die Haftungssummen begrenzen und den Missbrauch durch eine gemeinsame Bankenaufsicht verhindern zu können.

Das wir Ihnen aber nicht gelingen, da die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen. Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder von neuem Pressionen ausgesetzt sein, diese Summen zu vergrößern. Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.

Weder der Euro noch der europäische Gedanke als solcher werden durch die Erweiterung der Haftung auf die Banken gerettet; geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.

Wir bitten Sie, dieses Thema sehr ernst zu nehmen und es mit den Abgeordneten Ihres Wahlkreises zu diskutieren.”

Mir stehen die Haare zu Bege. Abgesehen davon, dass ich inhaltlich komplett anderer Meinung bin, finde ich den Duktus dieses Briefes schwer zu ertragen.

So wird direkt im ersten Satz als Tatsache dargestellt, die Kanzlerin in Brüssel zu einer Entscheidung “gezwungen” worden. Woher bitte nehmen die Unterzeichner bitteschön diese Weisheit? Saß einer von ihnen in Brüssel mit am Tisch?

Insgesamt wird in dem Aufruf aus meiner Sicht ein komplett verzerrtes Bild der Lage gezeichnet.

So ist  die Formulierung, eine Bankenunion bedeute  die “kollektive Haftung für die Schulden der Banken” hochgradig  fragwürdig. Tatsächlich geht es doch um eine Garantie der Spareinlagen, also einen europaweiten Einlagensicherungsfonds.

Sicherlich, die Spareinlagen gehören bilanztechnisch  zu den Passiva einer Bank – aber die Schulden der Geldinstitute gehen  doch deutlich über die Spareinlagen hinaus. Und mir wäre neu, wenn für sämtliche Schulden der Geldinstitute gehaftet werden würde. Es geht doch darum, kriselnde Banken mit staatlichen Mitteln zu rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen. Im Gegenzug würde der ESM Anteile an diesen Banken zu erhalten. So, wie es Deutschland bei der Commerzbank gemacht hat, und Großbritannien bei RBS und Lloyds TSB.

Warum es “schlechterdings unmöglich” sein soll, die europäischen Spareinlagen im Rahmen einer Bankenunion zu garantieren, verstehe ich ebenfalls nicht. Sinn einer Einlagensicherung ist es doch, Panik unter den Bankkunden zu vermeiden und einen Bank run zu verhindern. Wenn die Einlagensicherungsgarantie glaubwürdig ist, sorgt sie gleichzeitig dafür, dass sie nicht eingelöst wird – eben weil ein Bank run nicht stattfindet.

Falls das zu einfach ist, als dass unsere  ”Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen der deutschsprachigen Länder” das verstehen können, dann empfehle ich ihnen einen Blick in das Paper “Bank runs, deposit insurance, and liquidity” von Douglas  Diamond und  Philip Dybvig. In dieser 1983 im “Journal of Political Economy” erschienen Arbeit haben die beiden Volkswirte den gleichen Punkt  mit vielen schönen Formeln und in einem komplexen Modell herausgearbeitet.

Mit der Argumentation, der Staat könne keinen  Bank run verhindern, fallen unsere Professoren auf das intellektuelle Niveau von vor der Great Depression zurück. Die Einführung einer staatlichen Einlagensicherung war eine der großen, wichtigen Lehren aus den kaskadenhaften Bankzusammenbrüchen in den 30er Jahren.

In einer Währungsunion, in der der Verbleib einzelner Länder nicht mehr sicher ist, kann nur eine grenzüberschreitende Einlagensicherung Bank runs nachhaltig vermeiden. Denn die Sparer in Spanien oder Italien fürchten nicht darum, dass ihre Bank pleite geht, sondern dass ihre Euro-Spareinlagen über Nacht in eine neue Weichwährung umgetauscht werden. Diese Sorge kann ihnen die nationale Bankenaufsicht nicht nehmen – das funktioniert nur grenzüberschreitend.

Staunen muss ich auch über das Argument, dass eine gemeinsame Bankenaufsicht nicht funktionieren könne, “da die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen”. Das gleiche lässt sich auch für die EZB und die europäische Geldpolitik sagen – dennoch hat die Notenbank bislang keinen Versuch unternommen, von der Anti-Inflationspolitik abzuweichen.

Die EZB ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sehr wohl Institutionen schaffen kann, die unabhängig von den nationalen Interessen der Einzelstaaten agieren.

Warum soll das nicht auch bei einer europäischen Bankenaufsicht gelingen, vor allem, wenn die EZB das Zepter in die Hand bekommt?

Noch aus einem weiteren Grund sind die Zweifel an der Wirksamkeit einer europäischen Bankenaufsicht bizarr. In den vergangenen Monaten war es doch gerade die European Banking Authority (EBA)  in London, die von Europas Großbanken deutlich strengere Eigenkapitalanforderungen verlangt hat als die nationalen Regulierer – gerade von deutschen Wirtschaftspolitikern ist die EBA dafür heftig kritisiert worden.

Zum Beispiel von Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), der auch Aufsichtsratschef der NordLB ist: “Warum verlangt die Eba nicht gleich eine Eigenkapitalunterlegung von 100 Prozent”, fragte der rhetorisch, “aber dann brauchen wir keine Banken mehr”.

Anschließend wird der Aufruf aus meiner Sicht unerträglich pathetisch: ”Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.”

Mit nüchterner wirtschaftswissenschaftlicher Analyse hat das nur noch wenig zu tun. Natürlich kann jeder  so schwülstig argumentieren wie er will, aber die Unterzeichner des Aufrufs benutzen ihren wissenschaftlichen Sachverstand als Rechtfertigung dafür, dass sie sich in die Debatte einschalten. Da wird man dann auch ein gewisses analytisches Niveau erwarten dürfen, finde ich.

Ganz schlimm ist auch die dann folgende Passage:

“… geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.”

So demagogisch und platt argumentiert eigentlich sonst nur Herr Tsipras von Syriza. Konstruktive Beiträge zur Lösung der Euro-Krise sehen wirklich anders aus.

Zudem bleiben die Professoren eine Antwort darauf schuldig, wie sie denn die Krise lösen möchten. Mit  Strukturreformen, die drei bis fünf Jahre brauchen, bis sie wirken? Oder mit noch mehr Austeritätsprogrammen, die ja schon in den vergangenen drei Jahren so hervorragend funktioniert haben?

So, nachdem ich mir meinen Frust von der Seele geschrieben habe, fahre ich jetzt zur Sommerparty des Makro-Thinktanks OMFIF. Die findet in der Ave Maria Lane statt. Langsam hilft wirklich nur noch beten. Oder trinken.

PS: Gestoßen bin ich auf den Ökonomenaufruf über die Facebook-Seite des IMK-Chefs Gustav Horn, der den Text dort vorab veröffentlicht hat.

 

 

Besuchen Sie mein englisches Weblog “Economics Intelligence” und meine Facebook-Seite – ich freue mich über jedes “like”!

 

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Alle Kommentare [93]

  1. Wir sitzen in der Falle – und wer das zugibt stinkt.

    Variante 1:
    Entweder wir stimmen direkten und indirekten Transfers zu, die auf alle absehbare Zeit ganz wesentliche Teile unseres Wohlstandes an die schwächeren EU-Länder (und deren Banken!) abführen

    o d e r

    Variante 2:
    Europa fliegt auseinander, die Krisenländer stürzen ab und wir müssen unsere gewährten Hilfen für immer und die eigenen Wachstumsaussichten für eine längere Zeit abschreiben.

    Weil Variante 2 den pro-europäischen Eliten, Banken und Krisenländern untragbar erscheint, wird sie von ihnen dramatisiert, was nicht schwer fällt, weil das ja leider einen sehr wahren Kern enthält.

    Vor allem versuchen sie aber auch wider besseres Wissen die Kritik an Variante 1 abzuwürgen. Hier wird es unredlich und das kann jeder erkennen, auch wenn er (fast) nichts von Wirtschaft versteht.
    Das Handelsblatt stellt zur Argumentation von Prof. Sinn fest, „dass es selbst gewieften Fachpolitikern schwerfallen dürfte, zu widersprechen.“ Deshalb wird ja auch nicht wirklich widersprochen, zumindest eben NICHT INHALTLICH. Stattdessen Angriffe auf die Person („Nationalist“) Moralkeulen („unverantwortlich“, fremdenfeindlich“) inhaltsleere Kritik („Idiologie, Stammtisch-Stil“).
    Ich erlaube mir einige der lautesten “Argumente“ gegen den Sinn-Aufruf zu zitieren und sie zwischen den Zeilen zu lesen:

    Ökonom Eichengreen sagt:
    „ Aufruf (ist) hitzige Rhetorik und arm an sachlichen Details, simpel, unklar und ideologisch“
    Ökonom Eichengreen meint:
    „Aufruf ist substanziell richtig, aber kein vollumfassendes Lösungszenario und nicht meine Denkschule“

    Schäuble sagt: „empörend“, „unverantwortlich“
    Schäuble meint: „Sinn hat Recht, aber bitte bloß nicht laut sagen, Sie wissen doch, die nervösen Märkte!“

    IW-Chef Hüther sagt:
    Aufruf ist “pure Stimmungsmache” und biete “keine Alternative zu aktuellen Rettungspolitik”
    IW-Chef Hüther meint:
    „hoffentlich kann ich Stimmung in die andere Richtung machen, ich habe nämlich auch keine Alternative zur katastrophalen aktuellen Rettungspolitik und deshalb hat Sinn leider Recht, wenn er sagt, wir sitzen in der Falle.“

    Der Entrüstungssturm gegen Herrn Sinn stürmt gezielt an der Sache vorbei.

    Über den populistischen Ton des Aufrufs kann man streiten (wenn das wirklich wichtig ist), man kann die Wahrheit sicher auch diplomatischer ausdrücken. Allein: Da wurde immer weggehört.
    Und nicht zuletzt war das ja auch kein Aufruf an Wissenschaftler oder Fachpolitiker, sondern ein Weckruf an den, der alles bezahlen soll: An den Deutschen Michel.

  2. Ih kann den meisten Ausführungen nur zustimmen.Mit immer mehr GELD ist EUROPA und der Euro nicht zu retten.Wir werden über KURZ oder lang
    inder gesamten EU Raum Abwerten.wenn nicht in der Welt.Die Karre ist zu fest gefahren.Anstatt sich endlich NEUE Gedanken zu machen.Neue Überlegungen wie eindlich unter ganz anderen Voraussetzungen wir wieder auf die Beine kommen.Wir müssen zu neuen Strukturen kommen,mit einer anderen Verwalltung.Klein aber Effecktiev.Ohne den gleichmachenden Brüsseler Wasserkopf.Abschlagen.Neues ist besser.Was jetzt gemacht wird ist Flickschusterei.Bekanntlich stirbt die Hoffnung als letztes.Wir können nujr hoffen das die Verantwortlichen sich endlich Ihre Verantwortung bewusst werden .Der Süden muss sofort abwerten und eine eigene Währung bekommen.In ein bis zwei Jahren sind wir dann gezwungenermassen sowieso dazu Verurteilt.

  3. Ich kann ob dieses Artikels nur mit dem Kopf schütteln. Sofern ich richtig informiert bin, sind die Banken eine privatveranstaltung, also für ihr Tun selbstverantwortlich. in guten Zeiten wurden die vermögen schön kassiert und der Staat wenn überhaupt mit einem Butterbrot befriedigt. Jetzt wo man durch eigene Raffgier und Dummheit am Rande der insolvenz steht soll der Steuerzahler, vornehmlich der hart arbeitende, die Michpoke retten. Wie komme ich dazu und dazu auch noch ausländische. Hier läuft etwas ganz schön quer, vor allem, weil in jeder Hinsicht der point of no Return schon lange überschritten wurde. Eine Retuung ist bei diesen summen schlicht nicht möglich. Und es wurde ja angemerkt bzw. kritisiert, daß die Ökonomen keine Alternative haben. Die Alternative heißt ein Geldsystem wo das Geld selbst nicht zur Ware werden kann und ein Umlaufgesichertes Geld, alles andere führt in die Sackgasse. Man kann es in der Geschichte permanent beobachten. Empfehlenswert hier das Buch “Segen und Fluch des Geldes in der Geschichte der Völker Band I + II” Solange wir nicht bereit sind aus der Geschichte zu lernen und immer wieder ein schuldbasiertes Zuinseszinssystem schaffen, solange werden wir immer die selben Probleme haben. Aber auf Grund des Neoliberalen Anspruchs der Alleinherrschaft im Ökonomiehimmel werden sehr wenige zu diesen gedanken finden.

  4. Wer anderen Niveaulosigkeit vorwirft und selbst mit dem Sinken auf “Tsipras Niveau” argumentiert disqualifiziert sich selbst. Es ist langsam usus geworden, dass kritische Stimmen zur Staatschuldensanierung und zur Unterkapitalisierung der Banken mundtot gemacht werden. Dabei sind es die politischen Entscheidungsträger die sehenden oder auch blinden Auges für diese Entwicklungen verantwortlich zeichnen. Wenn man sich nur auf die Unterkapitalisierung der Banken beschränkt dann fallen mir dazu folgende Punkte ein: Es sind oft ja meist unter öffentlichem Einfluss stehende Banken die unterkapitalisiert sind; die fehlende Möglickeit der Eigenkapitalbildung ist ein generelles Problem für Unternehmen aber speziell auch im Finanzbereich (wer hat hier geschlafen ?); wer braucht denn wieder überwiegend Einlagesicherung – na diejenigen die nicht ordentlich gewirtschaftet haben, das trifft auch bei den Banken zu; anstatt sich über eine bessere Verteilung der Risiken durch Beschränkung der Geschäftsbereiche und wohl auch der Größenordnungen Gedanken zu machen wird am Ende der Kette, nämlich bei der Einlagensicherung angesetzt, das ist wie wenn man Feuer legt anstatt Brandverhütung zu betreiben.
    Konkret zum Artikel noch ein paar Gedanken. Hier wird von naiven Kritikern gesprochen, wie naiv ist es zu argumetieren Frau Merkel sei bei ihren Entscheidungen unter keinem poltiischen Druck gestanden ? Was die Partiklarinteressen von Lobby Gruppen und Einrichtungen betrifft da ist wohl jedem sonnenklar dass diese Einflüsse erheblich sind und das Wohl und Wehe der Steuerzahler zweitrangig behandelt wird. Alles in allem es wird wie in den vergangenen Jahren daran gearbeitet Sympotme zu kaschieren anstatt wirklich nach Lösungen zu suchen und wer diese fordert ist ein Opportunist so einfach ist das.

  5. Ich bin zwar nur Wirtschaftsjurist und kein Ökonom, ein solcher muss ich aber auch nicht sein, um zu wissen, dass die 100 Mrd. Euro den spanischen Banken endlich die Möglichkeit geben und auch geben sollen, Immobilien (mit npl) die noch zu alten Werten bilanziert sind zu verwerten, ohne aufgrund der EK Abschreibung in die Insolvenz zu müssen.

    Würde ihre These stimmen (Bankensicherungsfond) müsste kein Geld überwiesen werden (62 Mrd.) sondern nur garantiert. Wundern Sie sich nicht, dass über 160 Spitzen-Ökonomen die Sache anders sehen als Sie?
    Also für mich wäre das ein Hinweis darauf, dass ich wohl noch in medias res gehen müsste, weil ich offensichtlich falsch liege…

    Ihnen ist der Gedanke wohl noch nicht gekommen?

  6. Sehr geehrter Herr Storbeck,

    ich hätte schon längst von Ihnen erwartet, dass Sie Stellung nehmen zu dem gesamten Verlauf innerhalb der EU bis zur Eskalation. Aber die Verursacher machen weiter – ich sehe keine neuen Köpfe.

    Jeder Privatmann, jedes Unternehmen wäre vor Gericht gefragt wurden:

    Nehmen Sie Stellung zur Erschleichung von Kreditlinien, Falschaussagen und Bilanzfälschung.

    Die Summe ist Kreditbetrug!

    Und dann sollen wir mit Zuversicht Richtung EU schauen? Ich habe europaweit Freunde. Komischerweise denken die ähnlich. Voran liegt es, sind wir alle dumm und vertrauen den Volkvertretern nicht mehr?

    Das ischa ein Ding, gell?

  7. Wie die FTD versucht jetzt auch Herr Storbeck im Handelsblatt, die internationale Abnickpolitik der Bundesregierung in Brüssel zu verteidigen. Nicht überraschend sind es die amerikanisch geprägten Keynes-Anhänger unter den Ökonomen, die Stimmung gegen eine deutsche Sparpolitik machen. Selbstverständlich sähen es die USA im ureigensten Interesse am liebsten, wenn Deutschland noch stärker in Mithaftung genommen wird, um den amerikanischen Export nicht zu gefährden oder einen Verlust der US-Finanzinvestoren abzuwenden. Allerdings sollte eine deutsche Bundesregierung nicht blind amerikanische Interessen verfolgen, sondern ihrem Amtseid entsprechend ihre Entscheidungen mit der Frage rückkoppeln: Schade oder nutze ich Deutschland? Hier sehe ich derzeit das größte Defizit. Die amerikanische Wirtschafts- und Finanzpolitik pflegt seit jeher einen laxen Umgang mit Schulden. Die USA machen lieber Schulden, um das Wirtschaftswachstum zu steigern. Mit dieser Politik haben sich die USA jedoch selbst in den Ruin gewirtschaftet und stehen nun am Abgrund. Kein Grund für Deutschland, diesem schlechtem Beispiel zu folgen. Auf dem Spiel steht die finanzielle und politische Handlungsfähigkeit nachfolgender Generationen.

  8. Heute hat die Bundesbank die Forderungen Deutschlands innerhalb des Eurosystems zum Ende Juni veröffentlicht. Diese beliefen sich auf ca. 740Mrd, davon sind über das Eurosystem ca. 725Mrd an die Eurokrisenstaaten geflossen. Fernerhin muss man unseren Anteil an Rettungsschirmen und Eurosystemstaatsanleihenkäufe hinzurechnen, allerdings unsere zu viel gedruckten Geldscheine (170Mrd) gegen rechnen, so dass die öffentlichen Hände Deutschlands die Krisenländer mittlerweile knapp gerechnet mit ca. 850 000 000 000 Euro (0,85 Billon) versorgt haben und täglich werden es mehr. Dieses können die Krisenländer niemals an uns zurückzahlen, geschweige darauf eine anständige Realverzinsung, zu Gunsten unserer alternden Gesellschaft, entrichten, wovon denn auch?

    Machen wir nun ein weiteres Fass zu Lasten der deutschen öffentlichen Hände auf, da die anderen Transferkanäle an ihre Grenzen stoßen und die Private Kapitalflucht nicht enden will? Ja, dieses tun wir, da wir ja unbedingt die unvermeidbare Insolvenz der Krisenvolkswirtschaften verhindern wollen. Dieses wird nicht gelingen, denn sie sind mit 100% Nettoauslandsschulden mehr als pleite, es wird nur jeden Tag teurer für die deutsche öffentliche Hand.

  9. Schön das Herr Storbeck hier deutlich hört wie die Handelsblatt-Leser über seinen Kommentar denken! Eine Währung die gerettet werden muss hat diesen Namen nicht verdient! Vor drei Jahren wurde vor einer Spirale nach unten gewarnt… Der Euro stand damals noch nicht zur Debatte. Und nun sind wir wohl auf dem sicheren Weg nach unten. Da hilft es nichts immer weiter Öl (Neuer Kredit) ins Feuer zu schütten, da hilft es nur einen Schlussstrich zu ziehen. Hayek wusste das bereits letztes Jahrhundert!
    Und mal generell: €-Kritiker und ihre Argumente als falsch, unsachlich, populistisch, irrational und nationalistisch zu diskreditieren ohne das Gegenteil beweisen zu können ist einfach lächerlich!

  10. Es ist sehr schade, dass – neben diversen Orthographiiefehlern – in Ihrem “Wortlaut-Zitat” schon im 1. Satz, auf den Sie dann argumentativ aufbauen, ein gravierender Kontex-Fehler vorliegt Im Orignal-Text des offenen Briefes steht in 1. Satz “die Entscheidungen, zu denen sich die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder ***gezwungen sah***, waren falsch.” Dort hat also nemand behauotet, es sei definitiv ein Zwang ausgeübt worden! Vielmehr ist dieser Wortlaut in Bezug auf evtl. Zwänge bekanntlich sowohl paasiv als aktiv interpretierbar – sprich; Frau Merkel hätte demnach sich auch subjektiv (ohne Außendrang) zu diesen Entscheidungen bewegt fühlen können.

    Ich bedaure zutiefst, dass gerade Sie im weiteren Text Sorge um Deutschlands Struktur und Gesellschaftsführung haben, wenn Sie selbst als Meinungsgeber massive Fehlinterpretationen und daraus abgeleitet fatal falsche Argumentationen verbreiten.

    So wird dieser Beitrag für mich nachhaltig auf die mangelnde Kompetenz – sowohl in Bezug auf die schriftliche wie auch die inhaltliche Darstellung – in einem imho bisher etablierten Printmedium Auswirkungen haben: Ich sehe dieses Medium nicht mehr als konstruktiv-neutralle Quelle an.

    Die eklatanten Ungenauigkeiten (hoffentlich nicht bewusste Fehlinterpretationen) zeugen meiner Meinung nach absolut nicht von journalistischer Kompetemz.

    DAS schürt meine berechtigte Sorge um die Entwicklung der Gesellschaft, vor Allem aber der Aufgabe der Medien in einem demokratischen Umfeld in Deutschland.

    Wo bleibt bloß die seit längerer Zeit fehlende Sorgfalt beim Verbreiten von Meinungsbildung?

    Das sind traurige, aber auch sehr gefährliche Entwicklungen, die willkürlich zu Aggressionen führen.

    Ich frage Sie bewusst provokant: Von welchem Haupt-Problem wollen Sie die Mehrheit in Deutschland ablenken?

    • @W. Berghenz: Die Initiatoren des Aufrufs haben ihren Text kurz vor der Veröffentlichung in der FAZ (und nachdem die erste öffentliche Kritik laut wurde) im Vergleich zu der Version, mit der im Vorfeld Ökonomen zum Unterzeichnen aufgerufen wurden und auf die sich mein Beitrag vom 4. Juli bezieht, noch an einigen Stellen verändert. Unter anderem machten sie aus der Formulierung “die Entscheidungen, zu denen die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen wurden” “die Entscheidungen, zu denen sich die Kanzlerin auf dem Gipfeltreffen der EU-Länder gezwungen sah”. Eine genaue Gegenüberstellung der beiden Versionen finden Sie hier (klick). Auch die Kollegen der FTD haben die Last-Minute-Änderungen am Text zum Thema gemacht: klick.

  11. “Wir bitten Sie, dieses Thema sehr ernst zu nehmen und es mit den Abgeordneten Ihres Wahlkreises zu diskutieren.”

    Ja das wird bestimmt was bringen :D

  12. Schon die Überschrift ist eine Frechheit !

    Der Artikel an sich unterirdisch , dämagogisch faktenlos .

    160 Wissenschaftler sidn mal wieder dümmer wie die 6 NAsen , die vermutlich alle bei der Bundesregierung auf der Gehaltsliste stehen .

    Gott sei Dank haben die Wissenschaftler allen Mut zusammengenommen und sind in die Öffentlichkeit gegangen .

    Meinen höchsten Dank diesen aufrechten Persönlichkeiten !

  13. Noch zwei Dinge (konkret zu Storbeck, aber eigentlich mehr zur Euhaftungsdebatte insgesamt):

    Storbeck: Sollen wir unsere Hoffnung setzen auf “Strukturreformen, die drei bis fünf Jahre brauchen, bis sie wirken?”
    Die Probleme der Schuldenländer werden seit spätestens Ende 2008 diskutiert (im Februar 2009 hatte ich dazu einen Blog-Eintrag “Lässt Klingklax sich klaglos beklauen? Keine Euro-Anleihen zur Rettung der Mittelmeer-Länder! Keine deutschen Steuergelder gen Süden senden!” geschrieben – http://beltwild.blogspot.de/2009/02/lasst-klingklax-sich-klaglos-beklauen.html).
    Wenn wir es akzeptieren, dass unsere “Freunde” so lange warten, bis die Hütte brennt, und uns dann in den Panikmodus zu treiben versuchen, um sozusagen den gesamten Deutschen Steuerteich zur Löschung leeren wollen, können wir uns auch gleich begraben lassen.
    Im Übrigen: Wenn die Finanzmärkte GLAUBHAFTE Strukturreformen sehen, sinken die Zinsen schon bevor die Maßnahmen vollumfänglich greifen.

    Storbeck: “Oder mit noch mehr Austeritätsprogrammen, die ja schon in den vergangenen drei Jahren so hervorragend funktioniert haben?”
    Griechenland hat seinen Wohlstand auf Kreditbetrug aufgebaut. Es hat die Zahlen gefälscht, um eine nicht vorhandene Tilgungsfähigkeit für die Staatskredite vorzutäuschen. Die Rezession ist kein Betriebsunfall, sie ist (wenn man von problematischen Begleiterscheinungen absieht) die grundsätzlich notwendige Rückführung des dortigen Konsumniveau auf das Niveau der dortigen Wirtschaftsleistung.
    Wer das kritisiert, fordert eine dauerhafte Versüdung deutscher Steuergelder.

    In Portugal, aber auch in Spanien, dürften die Verhältnisse letztendlich ähnlich liegen (von Zahlenfälschungen abgesehen).
    Davon abgesehen: Austerität ohne Reformen wirkt katastrophal. Und Austerität, die nicht wirklich spart (in Griechenland insbesondere am Staatsapparat), sondern nur die Steuern erhöht (womit auch Hollande gerade Frankreich ruiniert), ist eine Katastrophe.
    Aber diese Fehlentwicklungen sind nicht uns anzulasten; sie zeigen lediglich, dass dieses Euro-Zwangslager keinen Bestand haben kann.
    Es sei denn, wir lassen uns Hemd und Hose ausziehen.

  14. Also jetzt nochmal ganz in Ruhe den Storbeck-Text gegen den Text der Anzeige abgeglichen:

    Storbeck: „So wird direkt im ersten Satz als Tatsache dargestellt, die Kanzlerin in Brüssel zu einer Entscheidung “gezwungen” worden. Woher bitte nehmen die Unterzeichner bitteschön diese Weisheit? Saß einer von ihnen in Brüssel mit am Tisch?“
    Die Information entstammt den Medien. Da keiner von uns bei solchen Verhandlungen am Tisch sitzt, müssen wir uns schon auf das verlassen, was wir darüber erfahren. Der Inhalt der Brüsseler Gipfelvereinbarungen wurde unterschiedlich bewertet; dass aber Angela Merkel nicht freiwillig zugestimmt hat, ergibt sich eindeutig daraus, dass der Gipfel zunächst am Abend enden soll, sich dann aber bis weit in die frühen Morgenstunden hingezogen hat.

    Storbeck: „….. ist die Formulierung, eine Bankenunion bedeute die “kollektive Haftung für die Schulden der Banken” hochgradig fragwürdig. Tatsächlich geht es doch um eine Garantie der Spareinlagen“.
    Das ist sachlich korrekt. Allerdings sagen die Wirtschaftswissenschaftler im Fortgang:
    „Wenn die soliden Länder der Vergemeinschaftung der Haftung für die Bankschulden grundsätzlich zustimmen, werden sie immer wieder von neuem Pressionen ausgesetzt sein, diese Summen zu vergrößern.“
    Mit anderen Worten: Anfänglich wäre die Haftung noch nicht umfassend. Aber von der Tendenz her ist (zumal nach unseren bisherigen Erfahrungen in der Staatsschuldenkrise!) zu erwarten, dass die Schuldnerländer versuchen werden, eine umfassende Haftung der Banken untereinander zu etablieren (wie beim deutschen Sparkassensystem und den Volksbanken).

    Storbeck: „Es geht doch darum, kriselnde Banken mit staatlichen Mitteln zu rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen. Im Gegenzug würde der ESM Anteile an diesen Banken zu erhalten.“
    Rekapitalisierung (direkt durch den ESM, und damit mutmaßlich ohne Haftung des jeweiligen Nationalstaates) und kollektive Einlagenhaftung wurden beide beschlossen. Es bleiben aber natürlich zwei Paar Schuhe: In Fällen, in denen Banken rekapitalisiert werden, besteht keine Notwendigkeit, die Einlagensicherung in Anspruch zu nehmen.
    Die Wirtschaftswissenschaftler haben formuliert „wir ….. sehen den Schritt in die Bankenunion, die eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Eurosystems bedeutet, mit großer Sorge.“
    Es geht also bei der Kritik um die Erweiterung der Einlagenhaftung auf die gesamt-eurozonäre (oder europäische?) Ebene, nicht um die Bankenrekapitalisierung.
    Allerdings ist einzuräumen dass der Anzeigentext hier in der Tat unscharf ist, wenn er von einer Kollektivhaftung der „Steuerzahler, Rentner und Sparer“ der soliden Länder spricht. Die Banken müssen das Geld wieder reinholen; beim wem genau sie das holen, dürfte empirisch schwer zu ermitteln sein. Das kann über Gewinnschmälerung und/oder Margenausweitung laufen; bei letzterer zahlen Einleger über geringere Einlagezinsen und Kreditnehmer über höhere Kreditzinsen. In der Folge dürften auch die Steuereinnahmen betroffen sein. Abstrakt kann man sagen, dass eine Inanspruchnahme der Einlagensicherung die Volkswirtschaften insgesamt belastet. In sehr verdünnter Form kann daraus natürlich auch eine Belastung der Rentner folgen; empirisch dürfte das allerdings weder nachweisbar sein, noch besteht da ein sehr starker Zusammenhang. Ein solcher ist allerdings dann realistisch, wenn die (ggf. noch erhöhten) ESM-Mittel in großem Umfang für eine Bankenrekapitalisierung in Anspruch genommen werden. Das schlägt auf die Staatshaushalte durch, und dafür wird man u. a. auch die Rentner an die Hammelbeine kriegen. Allerdings auch andere Gruppen: die Sozialleistungen werden insgesamt gekürzt und/oder die Steuern erhöht werden müssen. Letztlich ist „Steuerzahler, Rentner und Sparer“ nur ein propagandistisch verkürztes Bild für die Belastung der ganzen Volkswirtschaft. Da es lt. Inserattext nur um die europäische Kollektivierung der Einlagensicherung geht, ist diese Verkürzung insoweit, als sie die Rentner einbezieht, aus meiner Sicht unzulässig.

    Storbeck: „Warum es “schlechterdings unmöglich” sein soll, die europäischen Spareinlagen im Rahmen einer Bankenunion zu garantieren, verstehe ich ebenfalls nicht. Sinn einer Einlagensicherung ist es doch, Panik unter den Bankkunden zu vermeiden und einen Bank run zu verhindern. Wenn die Einlagensicherungsgarantie glaubwürdig ist, sorgt sie gleichzeitig dafür, dass sie nicht eingelöst wird.“
    Das geht am Anzeigetext völlig vorbei, wo es heißt: „… riesige Verluste aus der Finanzierung der inflationären Wirtschaftsblasen der südlichen Länder absehbar sind“.
    Es geht also gerade nicht um einen Zusammenbruch von Banken durch einen „Bank run“ (faule Passivseite). Diese verhindert ja schon aktuell die EZB, indem sie die Kapitalfluchtgelder durch Liquiditätshilfen auf der Basis der windigsten „Sicherheiten“ ersetzt.
    Die Wissenschaftler befürchten dagegen, dass die Banken ihre ausgeliehenen Gelder nicht mehr im erforderlichen Umfang zurückbekommen (faule Aktivseite). Tatsächlich liest man ja für Spanien, dass dort auch die vorgesehenen 100 Rekapitalisierungs-Milliarden nicht ausreichen werden, um die vorhersehbaren Hypothekenverluste auszugleichen. Dann brechen Banken zusammen und dann muss die Einlagensicherung blechen (so wie seinerzeit in den USA bei der Savings-and-Loan-Krise, wobei dort allerdings der Staat gezahlt hat.)
    Dementsprechend liegen sämtliche weiteren Aussagen Storbecks zum Bank run, etwa „Mit der Argumentation, der Staat könne keinen Bank run verhindern, fallen unsere Professoren auf das intellektuelle Niveau von vor der Great Depression zurück“ im Bereich seiner Fantasie; mit dem Anzeigetext haben sie nichts zu tun.

    Storbeck: „… die Sparer in Spanien oder Italien fürchten nicht darum, dass ihre Bank pleite geht, sondern dass ihre Euro-Spareinlagen über Nacht in eine neue Weichwährung umgetauscht werden. Diese Sorge kann ihnen die nationale Bankenaufsicht nicht nehmen – das funktioniert nur grenzüberschreitend.“
    Eine Einlagensicherung sichert den nominalen Wert von Einlagen gegen eine Bankeninsolvenz ab. Wenn z. B. Griechenland aus der Eurozone austritt, und die Bankeinlagen 1:1 in Drachmen umstellt, ist sie nicht tangiert. Sie ist also insoweit (anders natürlich bei befürchteter Bankeninsolvenz) auch kein Mittel gegen Kapitalflucht.

    Storbeck: „Die EZB ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sehr wohl Institutionen schaffen kann, die unabhängig von den nationalen Interessen der Einzelstaaten agieren.“
    Darüber kann man zumindest streiten.

    Storbeck: „Abschließend wird der Aufruf aus meiner Sicht unerträglich pathetisch: ”Streit und Zwietracht mit den Nachbarn sind vorprogrammiert. Noch unsere Kinder und Enkel werden darunter leiden.” Mit nüchterner wirtschaftswissenschaftlicher Analyse hat das nur noch wenig zu tun.“
    Diese Sätze sind in der Tat keine wirtschaftswissenschaftliche Analyse mehr. An dieser Stelle weisen die Wirtschaftswissenschaftler auf die europapolitischen Folgen ihrer wirtschaftspolitischen Analyse-Erwartung hin, dass die Kollektivhaftung ständig erweitert werden wird. Der Hinweis auf derartige Weiterungen ist im Rahmen eines öffentlichen Aufrufs legitim. Ein Zeitungsinserat ist kein Forschungspapier.

    Storbeck: „Zudem bleiben die Professoren eine Antwort darauf schuldig, wie sie denn die Krise lösen möchten.“
    Das Inserat ist eine Kritik an der Vergemeinschaftung der nationalen Einlagensicherungssysteme. Um das zu kritisieren, muss man keine Forschungsarbeit über Lösungsmöglichkeiten der Eurozonenkrise erstellen und als Zeitungsanzeige veröffentlichen. Auch Kunstkritik wird ja nicht dadurch illegitim, dass die Kritiker selber i. d. R. keine besseren Werke produzieren können.

    Summa summarum: Das Inserat ist in drei Passagen problematisch:
    - Einbeziehung der Rentner
    - und von „Wall Street“ und „City of London“ (indirekt sind deren Interessen schon tangiert, aber der suggerierte unmittelbare Zusammenhang existiert nicht) und
    - „marode ausländische Banken“. Eine Einlagensicherung (national oder eurozonär) stützt die ja nicht; abgesichert werden sollen lediglich deren Einleger.

    Dennoch ist die Befürchtung der Wirtschaftswissenschaftler substantiiert, dass die Bankenunion lediglich ein weiterer Weg ist, um Transferleistungen in die Schuldenstaaten zu institutionalisieren. Und wenn Storbeck diesen Aspekt ausblendet, ist die Frage nach dem „cui bono“ seiner Kritik legitim. Was nicht heißt, dass er dafür bezahlt wurde. (Bei Leuten von Think Tanks, wie z. B. Wolfgang Münchau, ist das schon problematischer).
    „Nicht zuletzt haben es die Amerikaner verstanden, ihr Gedankengut global zu verbreiten. Alle wesentlichen und einflussreichen Denkschulen über Geld und Finanzen der vergangenen Jahrzehnte entstanden unter amerikanischem Einfluss“ hatte vor einiger Zeit der FAZ-Mitarbeiter Gerald Braunberger zutreffend konstatiert (http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/geschichte-einer-waehrung-die-macht-des-dollar-11115094.html). DAS ist die Krux, nicht so sehr irgendeine Hinterzimmerverschwörung (die brauchen Oligopole auch nicht, wenn sie z. B. an Tankstellen die Preise abstimmen). Naiv ist wer nicht sehen will, dass spezifisch die anhgelsächsische Wirtschaftswissenschaft insoweit (implizit) auch eine Interessendimension hat – gegen die wir uns wehren dürfen und müssen.

  15. @Dozieren

    “160 renommierte Ökonomen sind alle blind und dumm, nur der kleine Herr Storbeck nicht….Dass ich nicht lache!”

    Herr Storbeck ist nicht dumm, sondern nur ein bisschen weltfremd.

    Was in den ganzen Diskussionen fehlt ist ein Hinweis auf verschiedene Mentalitäten.
    Und hier muss man ganz eindeutig sagen, dass die Südländer (und auch grosse Teile Asiens und Lateinamerika) abgeschlossene Vereinbarungen viel lockerer sehen als die Nordländer und dass man sich gerne auch nicht mehr an Abmachungen gebunden fühlt, falls kein äußerer Zwang oder nur geringer Zwang zur Einhaltung besteht.
    Eigentlich ist Grundtenor aller Kritiker der Hilfsmaßnahmen die Asymmetrie in dem ernsthaften Willen Verträge auch einzuhalten (… nur der Glaube fehlt mir).

    Man kann es auch als gesundes Mißtrauen bezeichnen. Denn wer einmal lügt, dem glaubt man nicht…
    Unsere eigenen Politiker machen es uns ja täglich vor.

  16. Man stelle sich mal folgende Situation vor:

    Die deutsche staatliche Bank A gewährt dem Bettler B einen Kredit von EUR 100.000 zum Bau eines Hauses (Wohnung).
    Von den EUR 100.000 kassiert das Finanzamt ca. 16.000 MWSt und, da der Restbetrag den Arbeitern und Unternehmern als (Zusatz-)Einkommen zufließt, nochmals ca 25% = EUR 21.000 an Einkommensteuer. Zusammen also EUR 37.000 Steuern.

    Nachdem der Bettler den Kredit aber nicht zurück zahlen kann und der Wert des Hauses auf 70.000 gefallen ist, hat die Bank einen Verlust von EUR 30.000.

    Der ESM soll sich jetzt an der deutschen staatlichen Bank beteiligen. Da man davon ausgehen kann, dass nicht nur das Eigenkapital der Bank bei 0 EUR ist, sondern eine Überschuldung vorliegt, übernimmt der ESM dann tatsächlich die Verluste der Bank.

    Dieser Verlust von EUR 30.000 wird also nicht vom deutschen Staat ausgeglichen, der vorher EUR 37.000 an Steuern kassiert hat, sondern von ausländischen Staaten über den ESM.

    Das erworbene Vermögen (Steuern und Einkommen der Arbeiter und Unternehmer) bleibt als Anspruch (evtl. sogar gegen diese Bank) bzw. Kontoguthaben im Land, die Verluste soll das Ausland tragen.

    Das ist Solidarität in Europa.

    Jetzt sollte in diesem Text deutsch mit spanisch ersetzt werden.

  17. EIN ökonomischer Geisterfahrer unterwegs? Nein, VIELE, 150 um genau zu sein. Dann fahren Sie mal schön weiter auf Ihrer Seite!

  18. Was Sie schreiben ist leider ideologisch-verblendet. Ihr Duktus erinnert an Texte gegen Wulff oder Sarrazin.

    Allein schon Ihre Behauptung:

    “Es geht doch darum, kriselnde Banken mit staatlichen Mitteln zu rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen”

    liegt unter dem Niveau VWL 1. Semester und damit auch unter Tsipras.

    Wollen Sie die Euroscheine für die Re-Kapitalisierung mit wischfester Farbe markieren, damit sie die Bank nicht zum Ablösen ihrer Schulden verwendet?

    P.S.: Bezahlen Sie eigentlich für die Sommerparty des Makro-Thinktanks OMFIF, für Getränke und so – oder geben Sie wenigstens den geldwerten Vorteil beim Finanzamt an?

  19. msqc sagte: “Viele Banken in Südeuropa sind aber schon Pleite, der Schadensfall ist de facto also schon da. Wenn ihr Haus brennt können sie auch nicht zu einem Makler rennen und noch eine Gebäudebrandpolice abschließen.”

    ein sehr guter Vergleich, genau das haben die Südländer aber vor!! Es gibt aber erschreckend viele Personen die das anscheinend nicht spannen (H. Storbeck anscheinend auch nicht, sonst würde sein Artikel ganz anders ausfallen).

    H. Storbeck,was Sie veröffentlichten war ein Entwurf (ein guter Journalist schreibt das auch dazu wenn er so etwas veröffentlich). Entwürfe werden normalerweise überarbeitet, das wäre bei Ihren Beiträge noch viel notwendiger.

  20. Ihr Kommentar ist ein hervorragendes Beispiel für empörtes, diffamierendes Getue von Euromantikern, die es so gar nicht leiden können, wenn Ihnen einmal jemand deutlich widerspricht und gar den heiligen Euro kritisiert. Wie kann man sich allen Ernstes als Euro-Befürworter über den Duktus dieses Ökonomen-Aufrufes echauffieren? Euromantikern ist von Krieg und Frieden über unterstellten Nationalismus nichts zu dumm, extrem und pathetisch, um es nicht anzuwenden und eine Faktendiskussion zu vermeiden. Wie kann man desweiteren als Euro-Befürworter Eurokritikern vorwerfen, keine Lösung zu haben?Sie selber haben keinerlei Lösung des Problems anzubieten, sondern blenden einfach alles aus, was nicht in die schöne Europhantasie passt. Solange derlei Ideologie in Deutschland vorherrscht, ist der Zsuammenbruch sicher.

  21. Deposit Insurance kann ineffiziente Bank Runs bei solventen Banken vermeiden und hat grundsätzlich seine Berechtigung.
    Deposit Insurance nützt aber überhaupt nichts, wenn die Bank insolvent (vereinfacht: der Nominalwert der Passiva übersteigt die Aktiva) ist, weil sich zum Beispiel zu viele “toxische” Papiere eingekauft hat oder weil sie zu viele nun faule Immobilienkredite vergeben hat. Dann bezahlt nämlich der Deposit Insurer, und das ist in Zukunft der deutsche Steuerzahler, auch wenn die Bank eine spanische ist. In Deutschland gab es Deposit Insurance und noch viel mehr, trotzdem sind viele Banken pleite gegangen und haben den Steuerzahler viele Milliarden gekostet. In Zukunft dürfen wir das auch noch in Spanien machen. So sehr ich es zu schätzen weiß, dass sie auf wissenschaftlicher Basis argumentieren, die Realität geht über DD hinaus!

    Ja, die Lösung der Probleme ist nicht leicht, aber immer mehr deutsches Steuergeld in den Süden transferieren kann es auch nicht sein.

  22. Was Herr Storbeck nicht versteht: Nur mit einfachen Worten erreicht man die Massen. Und: Nur weil der Satz mit den Kindern und Kindeskindern schwülstig wirkt, heißt das ja nicht, dass er nicht eine Tatsachenentwicklung beschreibt, die mit eiskaltem analytischen Sachverstand diagnostiziert wurde. Gerade vor dem Hintergrund, dass in der ARD-Sendung “Der große Euro-Schwindel” Ex-Finanzminister Hans Eichel selbst zugab, kritischen Bundesbankern Schweigen auferlegt zu haben, wirkt Herrn Storbecks Appell für eine anständige Argumentationsweise altbacken naiv. Damit erreichen die Ökonomen schon seit Mitte der 1990er nichts mehr.

    Von Thilo Sarrazin lernen, heißt Siegen lernen! Zur Erinnerung: Er hatte platte deskriptive Statistik angewendet (die keine Kausalzusammenhänge aufdeckt), um auf Missstände hinzuweisen. Dabei erlangte er mehr Aufmerksamkeit und verursachte mehr Druck auf Politiker, als es sämtliche hochwissenschaftliche Aufsätze in peer-reviewed Journals je erreicht hätten. Nach Sarrazins Buch haben plötzlich Wissenschaftler und Politiker relativiert, dass man das ja schon immer gewusst hätte… Mag sein, nur hat man es immer kaschiert & ignoriert! Genauso wie bei den Euro-Betrügereien von Griechenland & Co. Ich kann den deutschen Ökonomen nur gratulieren. Endlich ein erster Schritt, um gehört zu werden.

  23. @ Prestele

    Ok,
    das ist aber im wesentlichen eine Beschreibung der Situation, wie sie sich damals darstellte. Bezieht sich ja nicht nur auf GB und Irland sondern auch FR und Ö usw usf; und hätte die realexistierenden Problemen der BRD (damals) nicht weniger existsnt gemacht.

  24. Eine Einlagensicherung solls also sein. Es steckt ja schon im Wort drin: VERSICHERUNG.

    Viele Banken in Südeuropa sind aber schon Pleite, der Schadensfall ist de facto also schon da. Wenn ihr Haus brennt können sie auch nicht zu einem Makler rennen und noch eine Gebäudebrandpolice abschließen.

    Die Bankenunion ist ein billiger Taschenspielertrick um günstig an Geld zu kommen.

  25. der Artikel ist des Handelsblatt unwürdig, das kann ja die Bildzeitung besser!!

    Nur zwei krasse Fehler der vielen daraus, alles andere wäre Zeitverschwendung:

    1. „finde ich den Duktus dieses Briefes schwer zu ertragen.
    So wird direkt im ersten Satz als Tatsache dargestellt, die Kanzlerin in Brüssel zu einer Entscheidung “gezwungen” worden. Woher bitte nehmen die Unterzeichner bitteschön diese Weisheit? Saß einer von ihnen in Brüssel mit am Tisch?“

    Nein, aber sie lesen vielleicht reuters oder dpa etc und sind dadurch offensichtlich besser informiert !!
    http://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE85S00120120629

    „Mit der Einigung in der Eurogruppe ist auch der Weg für die endgültige Verabschiedung eines EU-Wachstumspakets frei, mit dem 120 Milliarden Euro an Investitionen mobilisiert werden sollen. Italien und Spanien hatten ihre Zusage am Donnerstag noch verweigert, solange sie keine Hilfe erhalten“

    Zu kritisieren ist allenfalls der Ausdruck “gezwungen”, genötigt wäre vielleicht besser.

    2. „Ganz schlimm ist auch die dann folgende Passage:
    “… geholfen wird vor allem der Wall Street, der City of London und einer Reihe maroder ausländischer Banken, die nun weiter zu Lasten der hart arbeitenden Bürger anderer Länder, die mit all dem wenig zu tun haben, ihre Geschäfte machen dürfen.”
    So demagogisch und platt argumentiert eigentlich sonst nur Herr Tsipras von Syriza.“

    Frage: wer verliert denn Geld wenn die südländischen Banken pleite gehen? Schon mal was von Aktionären oder Anleihebesitzern gehört und wer besitzt z.B. viele Anleihen der südländischen Banken ?? Was man jetzt vorhat erleichtert den Zugriff der Banken auf den ESM-Topf aller Wahrscheinlichkeit erheblich, mit der Konsequenz dass der ESM-Topf sehr schnell leer sein wird und erneute Aufstockungsforderungen auf Deutschland zukommen werden! Mit europäischen Aufsichten haben wir ja inzwischen genügend Erfahrungen z.B. hat die EU-Kommission in ihrer Aufgabe die Schuldengrenzeneinhaltung zu überwachen auf der ganzen Linie versagt.

    Kritik ist allenfalls daran zu üben dass man z.B. die Aktionäre + französischen + deutschen Banken nicht direkt benennt. Der Aufruf ist vermutlich darum sehr allgemein gehalten weil dem Gros der Deutschen allenfalls Wall Street ein Begriff ist.

    ———————-

    Sie H. Storbeck haben anscheinend im Gegensatz zum Gros ihrer Handelblattkollegen immer noch nicht begriffen wo die „Reise hingeht“ sonst würde Sie nicht, noch dazu mit einem derart unqualifizierten Beitrag, eine an sich gute Aktion zu tropedieren versuchen.

    Ich finde es allerhöchste Zeit dass man massiv gegen diesen deutschen Garantie + Haftungswahnsinn vorgeht. Ich kann jedem nur raten der Empfehlung der Wirtschaftsverständigen zu folgen!! Ich werde es auch tun, denn es ist eine allerhöchste Zeit dagegen zu protestieren!!

  26. @Selbstentscheider 1955
    “Mit europäischer Bankenunion, Einlagensicherungsfond und Eurobonds entsteht Vertrauen und damit Refinanzierung zum tragbaren Zinssatz für alle.”
    Gegenfrage: Was ist, wenn das Vertrauen sich nicht einstellt? Wenn die Südländer weiterhin, selbst unter wie auch immer gearteter Kontrolle, mit dem Geld nicht, gelinde gesagt, “vertrauensgerecht” umgehen? Experiment dann gescheitert? Wollen Sie das ernsthaft “einfach mal ausprobieren?” Ich nicht.

    Es wäre schön, wenn man die anderen Kommentare wieder sehen könnte. Ich gehe davon aus, daß es sich um technische Schwierigkeiten handelt. Wenn nicht, kann dieser Blog auch verschwinden.

    Und nun zum viel kritisierten Stil dieses öffentlichen Briefes der Ökonomen: Ist irgendjemandem mal aufgefallen, daß dieser Brief nicht an andere Wissenschaftler und nicht an die Politik sondern ans Volk gerichtet ist? Wie wissenschaftlich analytisch sollte wohl so ein Brief bei diesem Adressat ausfallen? Klar ist das teilweise (zu) platt und (zu) einfach, aber es ist ja an den Ottonormalverbraucher gerichtet. Und um den aufzuwecken, reicht es allemal. Mehr geht in einem öffentlichen Brief auch nicht. Von daher: Nicht analytisch komplett und ausargumentiert, aber für die Sache völlig ok.

  27. Glauben Sie wirklich, dass Ihre Leser sich für so dumm verkaufen lassen, Herr Storbeck? Sie vergraulen mit solchen Artikeln die Leserschaft. Und darunter sind auch genügend Leute, die wirklich in der aterie drinstecken – im Gegensatz zu Ihnen.

  28. Denke auch die angesprochenen Ökonomen sind sich der Lage bewusst. Ich selbst war höchst überrascht als mir das Ausmaß der Immoblienblase in Spanien bewusst wurde. In der Analyse sind sich alle einig, mehr oder weniger. In der Lösung kann man unterschiedlicher Meinung sein, in diesem Sinne ist ihre Kritik durchaus berechtigt.

    Ich werfe allen Beteiligten vor sich um die Finanzierung Gedanken zu machen und allein in sehr beschränktem Ausmaß, was wird eigentlich finanziert.

    Das geht von den Strukturen in der Realwirtschaft bis hin zur Deckung der Immobilienblase, beispielsweise in Spanien. Der Herr Sinn ist die Löbliche Ausnahme – das Schulden aufzunehmen auf Basis des BIP das Ergebnis von den Dekaden Bazarökonomie ist, gefährlich ist ist klar- heute heißt das – wir arbeiten vernetzt und die Wirtschaft ist verzahnt…. wie in Matrix Revolutions -

    Trinity: I don’t have time for this shit.
    [fight ensues and she puts a gun to the Merovingian's head]
    Trinity: You wanna make a deal? How about this? You give me Neo or we all die, right here, right now.
    Merovingian: Interesting deal. You are really ready to die for this man?
    Trinity: [cocks gun] Believe it.
    Persephone: She’ll do it. If she has to, she’ll kill every one of us. She’s in love.
    Merovingian: It is remarkable how similar the pattern of love is to the pattern of insanity.
    Trinity: Time’s up. What’s it gonna be, Merv?

    CRM oder SRM … funktionieren ähnlich.

    Analysieren wir mal die Immobilienblase in Spanien. Die Spanier freuten sich, Arbeit war da, die Grundstückspreise und Immobilien stiegen – Kinder brauchen eine Wohnung. Nette Familien dachten, genauso wie die Leut in Mitteleuropa – billiges Geld steigende Preise – gehen wir auf die Bank zum Bausparfuchs und leihen uns das Geld ein wenig etwas hatten sie im Sparschwein und in der Trommel vom Sparefroh bereits angespart. Die Bank gab ihnen Kredit. Was die netten Leutchen nicht wussten, dass die Banken allein Kreditmakler für Investmentbanken waren und der Bausparfuchs schon lange ausgestopft in der Ahnengalerie für seriöse Geldanlagen sein Dasein fristete, sprich der Gründung der Finanzindustrie zum letzten Abendmahl wurde geleitet.

    So! Was passiert wenn wird das Bankensystem stützen. Die Banken bekommen Oberwasser, damit sind die heraußen, Finanztransaktionssteuer bleibt ein Privileg des kleinen Mannes, der dann endgültig und alternativlos der Kalten Inflation und Progression sowieso – die ist um nichts wärmer – ausgeliefert ist in Mitteleuopa und den Sozis engülitig ans Messer geliefert wurde.

    Dem Spanier nimmt man das Haus und das Dach über dem Kopf weg, würgt ihn auf Lebenszeit. Die Banken realisieren die Immobilien und die Junkbonds hat die EZB längstens aufgekauft, diese sind Besicherung für die Target2 Forderung. Denn das Geld, so ich das Zentralbankensystem verstehe, musste die Deutsch Bank vernichten ganz offensichtlich, das scheint bei Zentralbanken üblich. Schlechte Menschen überall;)

    Das sollen wir aus unseren Steuergeldern berappen. Jesus von Nazareth trug sein Kreuz den Ölberg hinauf. Wir die Bürger sollen zuvor noch den Baum fällen lassen und den Tischler selbst berappen zuvor. Jesus hätte auch keine Wahl gehabt, sein Vater hätte ihm das Kreuz bestimmt nicht gemacht auch nicht im Pfusch. Bei uns ist das etwas anderes, aber brav versteuert muss alles werden. Indirekt finanzieren wir die Nächste Blase die für die Globalen Konzerne aufgeblasen wird. Käme das Kreuz vom Tischler ums Eck, so wäre es zumindest ein Pyrrhussieg – ein Herz für SMB und Mittelstandsförderung, nein aber so wird es zum Totalverlust. Fichtenkreuz damit dem Sozialstaat im letzten Atemzug noch 3 Tage mehr vergönnt sind. Ein Fichtenkreuz zum Preis Preis eines aus Mahagoni gefertigtem, Bäume gefällt noch und nöcher.

    Jetzt erheben sich mal ein paar Ökonomen im Sinne der Gerechtigkeit und sie machen jene nieder. Die Lösungswege sind bestimmt verworren und bestimmt liegen nicht alle Ökonomen richtig. Aber der Wille steht fürs Werk, der EURO wurde mit dem Ausrufen der LTROs bereits zu Grabe getragen. Es geht um nichts mehr. Zahlen kann man mit dem EURO noch … aber das war es.

  29. Endlich wagen sich unsere Ökonomen nach mehrfacher Aufforderung im HB- Blog
    nun endlich an die Öffentlichkeit, weil sie wissen, sollte das Finanzsystem
    kollabieren, so sind sie rein mit ihrem Gewissen. Warum so spät? Den Brief müssten
    unsere obersten Verfasselungsrichter bekommen, aber die sind ja den Politikern
    und der Finanzindustrie hörig, also nur mündliche Stellungsnahme zum ESM.
    Die Wertschätzung gegenüber dem Bürger lässt grüßen. Die Bürger werden nicht
    respektvoll und korrekt behandelt,im Gegenteil unvorstellbar belogen.Der Wähler
    darf nur eins: Klappe halten u. Steuern zahlen bzw. “leg deinen Geldbeutel auf den
    Tisch,wir nehmen uns was wir brauchen!”
    “Die parlamentarische Demokratie ist ein Synonym für die Diktatur des Kapitals.”
    In dieser bestimmen die oberen Zehntausend über Wohl und Wehe des gesamten
    Volkes. Dabei geht es immer ums Geld,das die vielen kleinen Leute bezahlen müssen
    und die Reichen profitieren.Der Run auf den Volkswohlstand hat begonnen.
    Wer von pol.Seite stets Blancoschecks ausstellt,der braucht sich über leere Konten
    nicht wundern! Das Volk will mittreden aber es wird ausgegrenzt. Was irgendwann
    passiert brauche ich nicht zu sagen.( Stichwort Wiedervereinigung).
    MfG
    Walter Schmid

  30. Hallo Herr Storbeck,

    Ihnen stehen die Haare zu Berge. Mir auch. Aber nicht wegen der Petition der Ökonomen. Leute wie sie sind mitveranwortlich dafür, dass unser Staat in den nächsten Jahren gegen die Wand fährt. Alles hinnehmen, was die Politik anbietet. Alles abnicken, auch wenn sämtliche okönomischen Prinzipien verletzt werden. Alles gutheißen, auch wenn demokratische Prinzipien verletzt werden. Bloß nicht aufstehen und sich wehren. Endlich gibt es eine längst fällige Reaktion der Öffentlichkeit. Und sie?? Ihr Kommentar tut mir weh.

    Wenn sie ein so guter Ökonom sind – wo bleiben ihre Hinweise daruaf, dass

    - eine Festkurssystem, wie es “Euroland” darstellt nur auf Dauer funktionieren kann, wenn die beteiligten Volkswirtschaften “ähnlich” sind,
    - die Länder der Peripherie nie – ich betone nie – im Euro-Währungsverbund wettbewerbsfähig werden können
    - deshalb ihre Probleme (Arbeitslosigkeit, Verschuldung) immer größer werden und schlussendlich die demokratische Grundordnung in Gefahr ist
    - es Illusion ist, dass “Garantien” nur Garantien bleiben,
    - Die Einführung einer Transferunion – und nichts anderes werden wir bekommen, wenn wir so weiter machen – nicht ein einziges Problem der “Problemländer ” lösen kann
    - stattdessen am Ende auch die jetzt noch liquiden Gläubigerstaaten in der Schuldenfalle landen-
    - der EMS die parlamentarische Kontrolle komplett aushebelt und selbst keinerlei politischer Kontrolle mehr unterliegt
    - etc, etc, etc,

    Es gab schon viele Tabubrüche in den letzten Monaten, Entscheidungen, die ich mir als Ökonom nicht in den schlimmsten Albträumen hätte vorstellen können, fiskalpolitische, monetäre, parlamentarische. Deutschland und damit Europa fahren sehenden Auges gegen die Wand.
    Die Entscheidungen des Gipfels sind eine weiterer Mosaikstein, vielleicht der entscheidende.

    Und endlich stehen Leute auf und wehren sich. Es sollte Ihnen zu denken geben, dass dies alles renommierte Ökonomen sind. Und es sind nicht wenige. Ob die sich alle irren können, nur der Herr Storbeck nicht? Hypris ist auch eine Eigenschaft. Leisten kann sich die aber nur, wer sauber analysiert und die entsprechende Kompetenz dazu hat.

  31. “So wird direkt im ersten Satz als Tatsache dargestellt, die Kanzlerin in Brüssel zu einer Entscheidung “gezwungen” worden. Woher bitte nehmen die Unterzeichner bitteschön diese Weisheit? Saß einer von ihnen in Brüssel mit am Tisch?”

    Das mit dem Druck (oder sollte man sagen Erpressung) hat “Super-Mario” selbst so danach dargestellt, ich kann ihnen gerne die entsprechenden Links heraussuchen.

    “So ist die Formulierung, eine Bankenunion bedeute die “kollektive Haftung für die Schulden der Banken” hochgradig fragwürdig. Tatsächlich geht es doch um eine Garantie der Spareinlagen, also einen europaweiten Einlagensicherungsfonds.”

    Die entsprechende Kritik kam von deutschen Bankenvertretern, aber die haben vermutlich weniger Durchblick als Sie.

    “Staunen muss ich auch über das Argument, dass eine gemeinsame Bankenaufsicht nicht funktionieren könne, “da die Schuldnerländer über die strukturelle Mehrheit im Euroraum verfügen”. Das gleiche lässt sich auch für die EZB und die europäische Geldpolitik sagen – dennoch hat die Notenbank bislang keinen Versuch unternommen, von der Anti-Inflationspolitik abzuweichen.”

    Als die Währungsunion eingeführt wurde hat man Stolz auf Maastricht verwiesen und was ist daraus geworden? (auch mit Hilfe von Rot/Grün). Politische Projekte ohne strikte Regeln (ohne Ausnahmen) funktionieren nicht. Ich habe kein Vertrauen in eine “Bankenaufsicht” die vorwiegend von Südländern kontrolliert wird, genau wie der Rest der EZB. Und wie Sie es ja auch schon schön formuliert haben “Rhetorik”.

    Und was ist Ihre Lösung? Noch höhere Garantien? Nochmal eine Billion draufsatteln solange bis alles in die Knie geht?

  32. Sehr geehrter Herr Storbeck, Sie glauben wahrscheinlich auch daran, dass Griechenland ab jetzt seine Versprechungen zu Reformen und Sparmaßnahmen 1:1 einhalten wird und wir das Geld, was Griechenland bis dato von der internationalen Gemeinschaft erhalten hat in 20 Jahren mit Zinsen zurück bekommen.
    Wenn Sie für einen uneingeschränkte Wohlstandstransfer sind (nichts anderes ist die Vergemeinschaftung von Schulden), dann fangen Sie doch bitte schon mal im Privaten damit an.

  33. Danke für die Gegendarstellung. Die ” deutschen Wirtschaftswissenschaftler ” blenden die Psychologie der Kapitalanleger völlig aus. Mit europäischer Bankenunion, Einlagensicherungsfond und Eurobonds entsteht Vertrauen und damit Refinanzierung zum tragbaren Zinssatz für alle. Diese ständige Kritik an der Euro-Rettung, die schon viel zu lange dauert, geht mir auf die Nerven.Die Medien sind hier nicht ganz unschuldig. Bislang hält die EZB den Laden zusammen, ich hoffe sie schafft es weiterhin.

  34. Ich habe den ganzen Tag die Kommentare zu diesem Lobbyartikel verfolgt. Alle haben sich ausschließlich negativ darüber geäussert. Jetzt kommt zur Lobbyarbeit auch noch Zensur, plötzlich sind alle Kommentare gelöscht. Langsam begibt sich das Handelsblatt auf Bildzeitungsniveau mit chinesischer Zensur.

    Macht in der Redaktion niemand was dagegen?

  35. Als LAIE in diesen komplizierten Sachverhalten möchte ich einige Anmerkungen machen.
    Alles unterliegt einem Prinzip: Rechte Tasche/Linke Tasche
    Damit meine ich, dass man mit unendlich komplexen Programmen oder neuen Institutionen, etc. das grundsätzliche Dilemma niemals auflösen kann:
    Am Ende muss die Rechnung bezahlt werden!
    Die Frage lautet doch nur: Wer bezahlt? Und genau das ist ja immer noch streitig. Bisher wurden – außer in G. und auch das nur mäßig – die Gläubiger nicht zur Kasse gebeten.
    Soweit ich informiert bin, gibt es folgende Schätzungen:
    Das weltweite BIP beträgt roundabout 70 BIllionen Dollar – das weltweite Engagement in Finanzderivate beträgt ca. 700 Billionen Dollar. Aber auch dort werden ja Zinsen fällig, die nie durch die Geldschöpfung mitgeneriert wurden, also im Gesamtsystem fehlen. Realwirtschaftlich bezogen mag das kein Problem sein, aber in einer von der Realwirtschaft abgekoppelten Finanzindustrie wird das zum Zusammenbruch des Systems führen.
    Überall wo derzeit Daten über Verschuldung oder target2-Salden veröffentlicht werden, begegnen mir immer nur: Exponentialkurven!
    Wer diese Schulden abbauen will, der muss doch im SELBEN Umfang auch Guthaben abbauen. In den letzten Jahren ist genau das passiert: die Guthaben der Steuerzahler wurden abgebaut, diese zahlen durch Sparpakete, Kürzungen, etc. die gesamte Schore.
    Was jetzt eine Bankenunion anderes sein soll als eine weitere gigantische Umverteilung von unten nach oben, muss mir mal einer in Bezug auf das Gesamtsystem erklären. Niemals wird das funktionieren, das System kann mit den bisherigen Mitteln nicht gerettet werden. Ich halte das für eine Lebenslüge von Politikern und Ökonomen, sorry!
    Aber ich bin Laie und mag mich auch durchaus irren … hoffentlich!

  36. Die Unterzeichner haben in vielfältiger Weise auf ihrer Fachebene auf die Risiken und Probleme hingewiesen. Sie wurden von der Politik ignoriert. Von daher ist es nur konsequent und keineswegs verwerflich, wenn sie ihre Kritik in verständlicher Form nunmehr einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Berichterstattung im Handelsblatt macht deutlich, wie zerissen hier auch die Verbandsvertreter, Großindustrie und Kapitalmarkt einerseits und Mittelstand andererseits, sind. Im Ergebnis gebe ich den 160 Ökonomen Recht: Das Haftungsrisiko ist für Deutschland schon jetzt gigantisch und in Zukunft realistischerweise nicht mehr zu bewältigen. Die Politik geht jede weitere Verpflichtung ein, damit die letzten nicht fällig werden. Eine desaströse Abwärtsspirale, in die sie Deutschland damit hineinreissen.

  37. “…Garantie der Spareinlagen!?” Wer kann für die Spareinlagen garantieren?

    “rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen!?”
    Hypo Real Estate. Schauen Sie sich das mal an.
    Gier und Größenwahn. Wie die Politik bei der Banken-Rettung über den Tisch gezogen wurde. Fernseh-Dokumentation, Deutschland, 2010, 57 Min., Buch und Regie: Hubert Seipel, Produktion: WDR, Erstausstrahlung: 25. März 2010, 0:20 h

    usw. Ihr ganzer Kommentar ist reines Kopfschütteln.

    Ich hoffe, Ihre Lobbyarbeit rentiert sich.

  38. Den Wirtschaftswwissenschaftlern kann man eigentlich nur vorwerfen, daß sie die Immobilienkrise nicht analysiert haben. Keine Frage, die Banken brauchen Geld, viel Geld. Doch wofür wird es dann ausgegeben? Was sind die Folgekosten, die wir schon heute nicht mehr tragen können? Das Infras-Institut Zürich hat diese Kosten für Deutschland ermittelt! Ob in Spanien, in Italien oder hier, die Kosten sind da und unsere Volkswirtschaften lassen nicht ab, unseren verschwenderischen Lebensstil monofunktionaler Siedlungen einzustellen. Die Bautätigkeit bringt nur in der Entstehungsphase Vorteile. Danach wurstenl wir uns weiter in den Sumpf.

    http://www.bps-niedenstein.de/content/view/195/2/

  39. Sie haben ein kleinen Fehler im Artikel.

    >…fahre ich jetzt zur Sommerparty …. Langsam hilft wirklich nur noch
    >beten. ‘Oder trinken.’

    Vor dem Artikel ist nach dem Artikel.

    Es gibt keinen Grund den Investmentbanken auch nur einen Cent in den Rachen zu werfen. Das ist die Wahrheit.

    >Es geht doch darum, kriselnde Banken mit staatlichen Mitteln zu
    >rekapitalisieren und nicht darum, ihre Schulden zu übernehmen.
    Das ist das selbe … Sie müssen allein im Nachhinein sicherstellen, dass die Forderung nicht abgeschrieben werden muss, sonst ist das Geld der Rekapitlaisierung aus Steuermitteln auch weg und sie müssen wieder Rekapitalisieren (zwar einen geringeren Betrag in der Theorie aber trotzdem – eigentlich den selben Betrag …).

  40. Lieber Herr Storbeck,

    Folgendes .. “Falls das zu einfach ist, als dass unsere ”Wirtschaftswissenschaftler und Wirtschaftswissenschaftlerinnen der deutschsprachigen Länder” das verstehen können, dann empfehle ich ihnen einen Blick in das Paper “Bank runs, deposit insurance, and liquidity” von Douglas Diamond und Philip Dybvig. In dieser 1983 im “Journal of Political Economy” erschienen Arbeit haben die beiden Volkswirte den gleichen Punkt mit vielen schönen Formeln und in einem komplexen Modell herausgearbeitet.” ist arrogant.

    Das Modell kennt nämlich vermutlich jeder der Unterzeichner. Es kennt heute auch fast jeder fortgeschrittene VWL-Student. Die Wirkungen der sogenannten Deposit Insurance sind, wie Sie wissen, aber nicht unumstritten.