“Nationalistisch angehauchte Demagogie” von Hans-Werner Sinn?

Es ist nicht das erste Mal, dass Ifo-Chef Hans-Werner Sinn mit seinen Thesen bei Kollegen aneckt.

Doch selten ist die Reaktion so heftig ausgefallen wie die des IMK-Chefs Gustav Horn, der Sinn  auf seiner Facebook-Seite der “nationalistisch angehauchten Demagogie” beschuldigt und schreibt:

“Er  (Sinn) will offenbar den Euro zerstören.”

Anlass für Horns heftige Reaktion ist das Interview, dass meine Kollegin Dorit Heß mit dem Ifo-Chef geführt hat. Darin sagt  Sinn unter anderem mit Blick auf die Euro-Rettung:

„Es wurde ein Kesseltreiben veranstaltet. Um an unser Geld zu kommen, hat man Deutschland imperiale Gelüste vorgeworfen und uns den Hass der Völker prophezeit.”

Horn kommentiert Sinns Äußerungen auf seiner Facebookseite so:

“Ich wünschte Hans Werner Sinn würde in Urlaub fahren und schweigen.

Es ist pure Demagogie zu behaupten deutsches Sparkapital würde zwangsweise irgendwo angelegt. Durch die Beschlüsse von Brüssel übernimmt lediglich der deutsche Steuerzahler Bürgschaften.

Geld fließt zunächst überhaupt nicht. Aber private Anleger aus aller Herren Länder werden nunmehr völlig freiwillig bereit sein, eher in Anleihen spanischer und italienischer Banken und denen der jeweiligen Staaten zu investieren und damit die Überwindung der Krise erleichtern.

Alles andere ist nationalistisch angehauchte Demagogie. Sinn will anscheinend deren Rettung nicht. Er will offenbar den Euro zerstören.”

Vor Horn hatte bereits der deutsche Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl, der an der London School of Economics lehr, Äußerungen des Münchener Professors in Frage gestellt.

Ritschl reibt sich an einer Aussage, die Sinn in einem Gastbeitrag für die New York Times gemacht hat: Dass die bereits getätigten Hilfen für Griechenland deutlich größer seien als die Hilfen, die Deutschland nach dem Krieg im Zuge des Marshall-Plans erhalten habe. Sinn schrieb in der NYT, Griechenland habe 115 Marshall-Pläne erhalten, 29 davon alleine von Deutschland.

Ritschl widersprach in zwei Gastbeiträgen, die er  im “Economist”-Blog “Free Exchange” veröffentlichte (und Sinn antwortete ebenfalls in zwei Beiträgen).

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Alle Kommentare [46]

  1. Was muss eigentlich noch passieren, bis polititsch Verantwortliche in Deutschlad STOP! sagen? Die Schamlosigkeit, mit der die Maastricht Verträge gebrochen werden und ein ein winziges Land mit 11 Millionen Einwohnern mit gigantischen Summen subventioniert wird, wo ein Millardär Bürgermeister ist und im TV die Steuerpflicht des Bürgers mit “Geld an Al Capone geben” beschreibt, ist für mich nicht mehr fassbar. Ich staune über die absurden Reaktionen auf den die Aussagen von Hr. Sinn, die nur beschreiben, was ich wahrnehme. Ganz offensichtlich gibt es polititsche Tabus in der öffentlichen Diskussion um Europa – zentral dabei ist, dass die wirtschaftlichen Zahlen und Fakten ausgeblendet werden müssen in der Entscheidungsfindung und -umsetzung. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis “die Deutschen” insbesondere von den südlichen Nachbarn verantwortlich gemacht werden für den Schlamassel, um über die Anspielungen auf die geschichtliche Hypothek von den Fakten abzulenken und Deutschland in die Rolle des Zahmeisters zu manövrieren. Hoffentlich lernen die Entscheider in der Politik in dieser Auseinandersetzung, mit welchen Risiken sie spielen und bekommen endlich mal Mut, eigene Entscheidungen zu treffen – für Deutschland und den Euro!

  2. Herr Sinn tut doch prinzipiell das, was nötig ist, um in die Medien zu kommen. Man sollte sich schon fragen, wieviel Zeit der gute Mann überhaupt noch in den theoretischen Unterbau seiner Ergüsse investieren kann, zwischen all den Büchern, Fernsehinterviews etc.

    @Dr.NorbertLeinweber
    “Bei Prof. Sinn gegen Horn, stellt sich nur eine Frage: “Wer ist Horn?” Ein gescheiterter linksökonomischer Keynesianer, der bis heute nichts dazugelernt hat. ”

    Nein, es stellt sich die Frage, warum jemand, der derartige Angriffe für Argumente hält mit seinem Doktortitel hausieren geht. Wer glaubt, die Welt ließe sich in solche netten Schubladen einteilen, der hat Wissenschaft schlichtweg nicht verstanden.

    “Man fragt sich dann immer, wo die restlichen der 99,9 Prozent Ökonomen sind, die richtig liegen ohne gegen Bezahlung zu agitieren. ”

    Und wieder nichts als Schlammschmeisserei. Kein einzige Sachargument, sondern tumbeste Pöbelei. Dann auch noch derartige Argumente in der Verteidigung des mediengeilsten deutschen Ökonomen überhaupt zu bringen zeugt schon davon, seriöse Recherche nie wirklich gelernt zu haben. Ob sie Ihnen gelehrt wurde kann ich nicht beurteilen, aber wäre ich Vertreter Ihrer Alma Mater würde ich mir über den Ruf meiner Institution Gedanken machen.

  3. An William. Sorry, Dein Kommentar ist ökonomisch falsch. Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen fallendem Euro und Ölpreis bzw. Rohstoffkosten. Der Ölpreis sinkt mit fallendem Euro, genau so wie die Aktienmärkte und umgekehrt. Mal den Markt beobachten und verstehen. Ich bin Volkswirt und Informatiker und habe im Gegensatz zu vielen, auch manchen Professoren, mein Studium verstanden. Doktrien oder Glaubenssätze haben schon lange nichts mehr in der Volkswirtschaftslehre verloren. Es geht um mathematische, ökonomische aber auch massenpsychologische Zusammenhänge. Herr Sinn ist im Übrigen kein international anerkannter Ökonom. Die meisten Wirtschafts-Nobelpreisträger sind Mathematker. Sinn hat die Suprime Krise 2007/2008 nicht vorhergesehen und hat grundsätzlich keine Ahnung von den Finanzmärkten, was er auch schon zugegeben hat. Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen expliziter und impliziter Staatsverschuldung? Wo liegt Spanien, wo Italien und wo Deutschland und USA, GB? Zu welchem Zinssatz finanziert Deutschland seit 2010 seine Neuverschuldung? Sind die Reallöhne in Deutschland in den letzten 10 Jahren gestiegen? Warum setzt China richtigerweise auf die Stärkung seines Binnenmarktes? Sowohl in der Makro- als auch in der Mikroökonomie geht es um Gleichgewichte.

  4. Herr Horn möge sich vorstellen, daß ein angrenzender Nachbar in seinem privaten Wohngebiet zu rauschende Festen einläd, praßt , über seine Verhältnisse lebt und dies alles über Verschuldung finanziert. Die Zinslasten erdrücken ihn, er wird zahlungsunfähig. Seine Gläubiger sind sauer und verlangen, daß alle Bewohner des Bezirks, die eingeladen waren und mitgefeiert haben, für die Schulden aufkommen müssen. Wer sich weigert, wird durch eine Schlägertruppe gefügig gemacht. Eine solche Situation würde er sicherlich als absurd bezeichnen und als mit rechtstaatlichen Prinzipien nicht vereinbar zurückweisen. Meine als Satire zu verstehende Überzeichnung beschreibt dennoch die momentane Realität in der EU. Herrn Hörn stört es offensichtlich nicht, daß zur Stabilisierung der Zinszahlungen an die Geldvermögensbesitzer, die Bürger als Kollektiv haften und bluten müssen. Dies nicht freiwillig, sondern duch Staatszwang auferlegt.

  5. Ich zitiere hier nur einen der Spitzenökonomen, und zwar wortwörtlich: “Im Grunde erübrigt es sich alle Gegenargumente, die von Seiten der Wissenschaft ins Felde geführt werden, an dieser Stelle zu wiederholen”, geschrieben im Zusammenhang mit einem Scheitern der Währungsunion, und zwar 1993.
    Außerdem gab es genügend Ökonomen, die die Immobilienblase in den USA prognostiziert haben, und die mangelnde Bankenregulierung als Staatsversagen tituliert anprangerten.
    Die Frage ist immer, ob man auf die Mahner hört. Tja un diese sind dem normalen Bürger leider unbekannt. Woher will MarkoM die auch kennen.
    Der Autor ist member IIFP.

  6. Sicher ist Herr Horn genervt von der Aufmerksamkeit, die seinem Kollegen Sinn zu Teil wird. Dafür kann aber Sinn nicht., denn Herrn Horn steht ja zu seinen Standpunkt ebenso klar und konzis darzulegen, wie Sinn das macht. Das jedoch, bekommt er nicht aud die Reihe.

    Etwas substanzielles in sich logisches hat Horn jedoch bisher nicht zustande gebracht. Jetzt versucht er es also über persönliche Angriffe. Wenn er sich denn unbedingt ganz zum Narren machen will, soll er. Und im Übrigen soll er nicht Lügen in die Welt setzen, von wegen es sei noch kein Geld geflossen, sondern zunächst nur Bürgschaften von Deutschland übernommen worden. Das ist nicht korrekt, denn die ersten Einzahlungen in Rettungsfonds sind bereits erfolgt. Die Wortwahl läßt vermutet, daß Horn selbst nicht damit rechnet, daß es bei Bürgschaften bleibt.

    Was den von Sinn beschriebenen Sachverhalten anlangt, so ist selbst die Bundesbank auf seinen Kurs eingeschwenkt, in dem sie bessere Sicherheiten von der EZB fordert. Und daß seine Position der EZB nicht schmeckt, versteht sich ja wohl von selbst.

  7. Selten beschrieb bisher jemand die Vorgänge im Ökonomen-Zirkus so treffend wie Herr Dr. Leineweber. Meine Hochachtung dafür.

    Herr Storbeck hingegen ist dem sachkundigen Leser schon seit Längerem als fehlgeleiteter Wirtschaftsjournalist bekannt. Er sollte nochmals das ökonomische Einmaleins mit kritischer Distanz studieren.

    • @ Hans Vorderwuelbecke: Danke für die Blumen – angesichts des Niveaus der Diskussion hier interpretiere ich das als klares Lob. Allerdings verwechseln Sie den Boten (=mich) mit dem Initiator der Nachricht (= Horn).

  8. Die Sachargumente gehen Herrn Horn aus und so “zückt” er die verbale Nationalismus-Bazooka.

    Gleichzeitig stellt er sich damit selbst das Armutszeugnis aus!

  9. @Dr.NorbertLeineweber: meinen Sie etwa die “Spitzenökonomen”, die die Finanzkrise nicht vorhersahen? Die Krise, die auf deren ideologischen Mist gewachsen ist? Die Krise, die vor 4 Jahren noch Banken- und Finanzkrise und daraus resultierende Wirtschaftskrise genannt wurde, und die heute dreist als Schuldenkrise umdeklariert wird? Und was Sie Rausschmiss aus dem DIW bezeichnen, könnte man hingegen auch als ideiologische Säuberungsaktion auffassen.

  10. Bei Prof. Sinn gegen Horn, stellt sich nur eine Frage: “Wer ist Horn?” Ein gescheiterter linksökonomischer Keynesianer, der bis heute nichts dazugelernt hat. Sein Schuldenmachereimentalität ist das, was Europa jetzt dahingerafft hat. Allerdings kann Horn für sich in Anspruch nehmen, neben Prof. Hickel allein auf weiter Flur zu sein. Wenn man beim DIW hochkant `rausgeflogen ist, sucht man sich eben einen Arbeitgenber, der für ideologischen Populismus bezahlt. Nn der ehemalihe Kollege von Horn, Flassbeck, ist ja auch bei einem Ideologieverein untergekommen.
    Fazit: Es gibt nur eine überschaubare Truppe von drei Leuten, die in Bremen lehren (Bremen sagt alles) oder als Bezahltschreiber die Realität durch linke Parolen ersetzten. Es ist schon errstaunlich, dass dieses Trio immer wieder eine Medienpräsenz bekommt. Man fragt sich dann immer, wo die restlichen der 99,9 Prozent Ökonomen sind, die richtig liegen ohne gegen Bezahlung zu agitieren. Man sollte `mal ins Who is Who der Finanzwissenschaftler sehen, nämlich in das International Institute of Public Finance, um festzustellen, dass hier das Trio nicht vertreten ist. Nun, das kann auch nicht verwundern, es handelt sich hier um eine internationale Organisation von Spitzökonomen, vergleichbar mit dem Verein für Socialpolitik. Damit ist alles gesagt. Storbeck sollte sich in der Tat überlegen, wem er ein Forum gibt.

  11. “SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder hat die geplante Europäische Währungsunion kritisiert. Er nannte den Euro am Donnerstag eine “kränkelnde Frühgeburt”. CDU-Generalsekretär Hintze warf ihm “Angstmacherei” vor.”

    Selten hat Gas-Gerd so recht gehabt wie in dieser Äußerung im Jahre 1998!

  12. “Geld fließt zunächst überhaupt nicht.”

    *Zunächst*! Zunächst! Siehe die 10 bis 12 Mrd, die uns das Griechenland-Engagement bisher gekostet hat. 10 Mrd! Was man damit alles hätte machen können… Und das ist nur die Ouvertüre.

    Die eigentliche Frage ist: Warum sollte jemand der bei Trost ist Spanien oder Italien noch sein Geld anvertrauen? Diese Frage lässt sich nicht über Bürgschaften beantworten; es ist eine Frage des Vertrauens.

    Die deutschen Bürgschaften sind nichts wert; es geht um Summen für die Deutschland im Ernstfall politisch nicht in der Lage wäre aufzukommen. Die Bürger würden bei diesen Summen rebellieren.

    Alex

  13. ich möchte keine bürgschaften für diesen humbug eingehen, das kann herr horn gerne mit seinem privaten geld tun.

    die sogenannte euro rettung wirkt zunehmend wie ein opferritus der maya, menschen opfern für euro um irgendeinen finanzgott zu besänftigen. gott war unbeeindruckt und die maya tot.

  14. Michael sagte: “Ob diese nun in Bankbilanzen die Gegenposition bundesdeutscher Sparguthaben darstellen, via LTRO in der EZB-Bilanz landen oder via EFSF/ESM gehalten werden, ist von untergeordneter Bedeutung, denn jene Exportüberschüsse behalten nun einmal ihre Eigenschaft als Kredite an das Ausland.”

    Sie haben HWS offensichtlich nicht verstanden und ebenso nicht den Zusammenhang zwischen Kreditvergabe an das Ausland und Exportüberschüssen. Die Exportüberschüsse verursachen keine Kreditvergabe, sondern umgekehrt, die Kreditvergabe führt zu Exportüberschüssen.

    HWS kritisiert im speziellen die politisch erzwungene, weitere Vergabe von Krediten and die Peripheriestaaten über die diversen Bail-Out Mechanismen. Ohne diese erzwunge Vergabe von Krediten, wären die Handelsbilanzen längst sehr viel ausgeglichener, da der Privatsektor schon lange keine Lust mehr hat den Defizit-Ländern weitere Kredite zu gewähren.

  15. Was hier als ‘nationalistische Demagogie’ diffamiert wird, entspricht doch nichts anderem als gesunder Selbst-Achtung bzgl. der eigenen Interessen.

    Jeder, der sich bspw. für eine örtliche Ortsumfahrung oder gegen eine S21-Baustelle einsetzt macht dies in der Absicht, seine PERSÖNLICHE Lebenssituation zu verbessern – das gilt gemeinhim als legitim, ist aber im Kern als tendenziell EGOISTISCH zu bewerten.

    Wenn sich nun Personen in gefühlter GESAMTVERANTWORTUNG um das WOHLE DES VOLKES sorgen, so zeigt dies doch ein erweitertes Verständnis in der Absicht, nicht nur MEIN WOHL sondern eben das MEINER GEMEINSCHAFT zu mehren und erhalten.

    Und das ist doch tatsächlich HOCHWERTIGER zu bewerten als die primitive persönliche Vorteilsheischerei.

  16. Herr Sinn ist einer der wenigen, die noch Ihren gesunden Menschenverstand benutzen, der vielen Politikern und und manchen Kommentatoren verlorengegangen ist. Heinrich Seibert,Ing.

  17. Warum langweilt mich die Nazikeule inzwischen nur so? Und warum kann ich keinen Diskutanten mehr ernst nehmen, der sie zückt?

  18. Wenn man wie Gustav Horn keine überzeugenden Argumente hat, um seine Gegner auszuschalten, dann bleibt immer noch die allseits bewährte Nazikeule. Der aufgeklärte Bürger weiß dann, wer im Unrecht ist und keine Argumente mehr hat.

  19. Alleine schon die Falschaussage von Herrn Horn, um Sinn zu widerlegen, macht mich so zornig. Es ist eine klare Lüge zu behaupten, dass alles bisher nur Bürgschaften waren ohne dass je ein deutscher Euro tranferiert wurde. Mit welch einer Selbstverständlichkeit aktuell gelogen und falsch informiert wird ist echt beängstigend. Genau so wie der Fakt?! welcher von allen Seiten kommuniziert wird, dass der Ausstieg aus dem Euro teurer wäre, als diesen zu retten. Es wird einfach als Wahrheit genommen und dementsprechend gehandelt!!! Es ist aber einfach nicht wahr!!! wie auch die Aussage, dass Deutschland ja immer vom Euro profitiert hat und es immer noch tut!!! Es ist einfach falsch zu behaupten, dass derEuro in Bezug auf unsere Kaufkraft günstig ist und so unsere Exporte äußerst wettbewerbsfähig sind…totaler Nonsense. Es stimmt auf der einen Seite, dass unsere Exportware so günstiger ist…im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass wir unser Vermögen/Kapital/Leistung unter wert verkaufen und wir somit effektiv zu viele Forderungen (unter Marktwert!!!) gegenüber dem Ausland aufbauen, welche im aktuellen Fall sogar (Griechenland, Spanien) abgeschrieben werden müssen (ergo Volksvermögen verschenkt). Günstiger Euro bedeutet auch teure Importe für Deutschland (die andere Seite der Medaille). Ergo müssen wir die Rohwaren teurer einkaufen (da wir leider kein Rohstoffreiches Land sind). Zum teuren Import kommt in diesem Fall der billige Export dazu und verringern so die Margen -> daher das deutsche Lohndumping.

    Ergo verramschen wir unsere Arbeitskraft und Vermögen für den zweifelhaften Titel des Exportweltmeisters….lieber Herr Horn. Bitte vorsichtig sein mit solchen Halbweisheiten, vielleicht erklärt Ihnen das gerne auch Herr Sinn wenn Sie in Fragen

  20. Olaf, tarnen Sie doch nicht ihre privat gehegten Aversionen gegen Sinn mit diesen ständigen Querverweisen. Das hatten wir doch schon mit der Target-Geschichte, da kamen von Ihnen auch im Wochentakt Einsprüche und Widerlegungen gegen Sachen, die Sinn nie behauptet hatte.

    Die Ritschl-Kommentare sind ehrlich gesagt auch goldig und werden mit jeder Anwort widersprüchlicher.

  21. LEO sagte “Ich wünschte, der Gutmensch Gustav Horn würde in Urlaub fahren und schweigen.” – lese ich mir hier die kommentare durch, dann wünschte ich mir, die (meisten) Handelsblattleser würden Ihre ideologische Verblendung überwinden und endlich einmal mit dem (analytischen) Nachdenken anfangen.

    Hingegen der Kommentar von Michael ist wahrlich eine Oase in der intellektuellen Wüste. Auch Kräwinkel hat schon richtig erkannt, dass das Schutzinstrument einer Abwertung in einer gemeinsamen Währungsunion nicht anwendbar war. Dieses nun aber über Nacht zu tun, wäre einerseits für Deutschland sehr schmerzhaft, anderseits hätte es die bekannten negativen Folgen in den betreffenden Ländern, die dann erst recht nicht mehr in der Lage wären mit ihrer (dann) stark inflationären Währung ihre Schulden (die ja weiterhin in Euro bestehen würden) zu bezahlen.
    Ca. 10 Jahre lang haben die Südländer wirklich (etwas) über ihre Verhältnisse gelebt, aber Deutschland hat wesentlich mehr unter seinen Verhältnissen gelebt. Dieser Prozess müßte nun umgekehrt werden – auch ungefähr mit der selben Zeitdauer. Alles andere wäre sowohl für die einen, als auch für die anderen zu schmerzhaft. Die Besitzer und Manager der deutschen Exportwirtschaft würden zwar mit den Zähnen knirschen, den Lohnabhängigen in Deutschland würde es hingegen freuen. Wer die anderen nur als Konkurrenten sieht, die es zu niederkonkurrieren gilt, der hat die falsche Sicht: Man hat es in Wahrheit nämlich mit Handelspartnern zu tun. Wer exportieren möchte, der braucht auch zahlungsfähige Abnehmer, und damit diese zahlungsfähig sind, muss man entsprechend der Exporte auch importieren. Wirtschaft ist ein Kreislauf – ein Geben und Nehmen!

  22. Herr Horn, fehlen Ihnen selbst so einfache Kenntnisse? Bevor Sie sich weiter lächerlich machen empfehle die Lektüre von Wikipedia! Dann könnten Sie sich so einen UNSINN sparen “Die Bürgschaft ist ein einseitig verpflichtender Vertrag, durch den sich der Bürge (veraltet Kavent[1]) gegenüber dem Gläubiger eines Dritten (des so genannten Hauptschuldners) verpflichtet, für die Erfüllung der Verbindlichkeiten des Dritten einzustehen. Der Gläubiger will sich durch die Bürgschaft für den Fall einer Zahlungsunfähigkeit seines Schuldners absichern. Meistens handelt es sich bei dem Dritten um einen Kreditnehmer und bei dem Gläubiger um ein Kreditinstitut, welches das Darlehen gewährt.” Verstanden?

  23. Toller Einblick in die Gedankenwelt; der treffendste Kommentar bezichtigte die Leser der NAchhutgefechte von Keynes und Hayek. Mir fiel auf, dass kein einziger den von Schirrmacher(FAZ) so hochgelobten Text David Grabers über die 5000jährige Geschichte der Schulden gelesen zu haben scheint- der Wandel von humanen zu kommerziellen Ökonomien und den Nachhall der Sklavenhaltergesellschaften bis in unsere theoretischen ökonomischen Gebäude und politischen Strukturen.

  24. HWS verwechselte in einer seiner Publikationen einmal Exporte mit
    Importen. Auch bei den Targetsalden denkt er saldenmenchanisch umgekehrt und falsch. Er mag ein “brauchbarer Ökonom” sein wie einer
    der Kommentatoren schreibt aber als Buchhalter der ständig Soll und
    Haben verwechselt müßte er sich eine neue Anschlußverwendung suchen!
    Vielen der Kommentatoren kann man einen Kurs in doppelter Buchführung nur empfehlen und als weiterführende Lektüre das Buch
    “Volkswirtschaftliche Saldenmechanik” von Wolfgang Stützel.
    Horn hat es gelesen!

  25. Leider gestatten die Kommentare einen grausigen Einblick in die Gedankenwelt der Handelsblattleser. Sozialdarwinisten und Ignoranten geben sich die Klinke in die Hand. Kein Wunder, dass bei solchen Betonköpfen Europa nicht voran kommt.

  26. Herr Sinn redet keinen Unsinn. Herr Horn,Sie kennen ja den Spruch:”Das ist so, wie
    wenn man einem Ochsen ins HORN pfetzt.” Verstanden!

  27. Sinn legt den Finger in die Wunde. Ich möchte gar nicht wissen, welche finanziellen und währungspolitischen Zusagen Deutschland schon als Preis für die Wiedervereinigung auch von den westlichen Ländern abgerungen wurden und die in irgendwelchen geheimen Zusatzprotokollen zu den entsprechenden Verträgen schlummern. Weiter ging es dann mit der Einführung des Euro, deren Intention auch die Egalisierung der wirtschaftlichen Spitzenstellung Deutschlands war und jetzt wird unter dem Deckmantel der Krise der Sack zugemacht und wir alle stecken drin!

  28. welchen Stellenwert hat Horns Institut? Ich kenn das jedenfalls hauptsächlich von populärwissenschaftlichen Äusserungen von Horn. Dagegen ist das von Sinn geleitete IFO eine Kapazität internationalen Ranges. Das sagt alles.

  29. Sinn und Gesinnungsgenossen sollten endlich mit der nationalen Stimmungsmache aufhören. Und was die deutsche Presse in den letzten Monaten abgezogen hat, war die übelste Hetzkampagne seit 1945, schlimmer als während der Bombardierung von Belgrad im Jahr 1999…

    Übrigens: Die Kohlsche Währungsreform hat direkt etwa 200 Milliarden Euro gekostet (Erblastentilgungsfonds). Alles zusammen genommen sind für die “Wiedervereinigung” etwa 1000 Milliarden drauf gegangen. Für Europa sind ein paar Milliarden sicherlich besser angelegt als solche Summen für NSU und Co….

  30. @Samsonspart:
    HWS stellt in der Tat konsequent Zusammenhänge falsch dar.

    Das war schon in seinem ersten Pamphlet zum Thema TARGET2 so (wofür er u.A. von der EZB selbst gerügt wurde) und es ist seitdem nicht viel besser geworden.

    Man fragt sich echt, ob der Mann dies aus Unwissenheit oder aus Vorsatz macht, denn immerhin haben wir ein Kreditgeldsystem, wodurch Geld immer einen Kredit als Gegenposition hat und da DE sehr hohe Exportüberschüsse angehäuft hat (also viel Geld ins Land geholt hat) stehen jenen Exportüberschüssen nun einmal Kredite an das Ausland gegenüber.

    Ob diese nun in Bankbilanzen die Gegenposition bundesdeutscher Sparguthaben darstellen, via LTRO in der EZB-Bilanz landen oder via EFSF/ESM gehalten werden, ist von untergeordneter Bedeutung, denn jene Exportüberschüsse behalten nun einmal ihre Eigenschaft als Kredite an das Ausland.

    Somit ist seine Aussage mit den durch die Schutzschirme an das Ausland verschenkten Spargeldern einfach nur falsch. DE haftet im Extremfall eh zu 100% für die eigenen Exportüberschüsse.

    Auch in seinem aktuellen Interview verdreht er wieder Zusammenhänge, denn für ESM-Gelder ist nun einmal Einstimmigkeit nötig.
    Schön dort nachzulesen: http://blog.zeit.de/herdentrieb/2012/07/02/die-legende-von-der-niederlage-deutschlands_4990

    Bemerkenswert finde ich auch das Schubladendenken vieler Foristen, denn sie schließen daraus dass Horn gewerkschaftsnah ist sogleich, dass er für hemmungslose Verschuldung/gemeinsame Haftung ist.

    Es geht also letztendlich um das unproduktive Meckern, d.h. den Versuch, sich selbst ins Gerede zu bringen.

    HWS mag ein halbwegs brauchbarer Ökonom sein, aber von Geldpolitik hat er nun einmal keine Ahnung und sollte sich diesbezüglich an den Rat eines Dieter Nuhr halten…

    Schön, das ihn darauf immer mehr Leute hinweisen.
    Es wird wirklich Zeit…

  31. Horn ist bekannt für seine sozialistisch-gewerkschaftlichen bis kommunistisch-verbohrten Ansichten und wird nirgends Ernst genommen außerhalb der Gewerkschaftsszene.

    Dessen Ansichten sind ideologisch derart getrimmt, daß jede Antwort darauf Zeitverschwendung ist – der Mann ist hoffnungslos außerhalb jeder Sachlichkeit unterwegs.

  32. Horn hat durchaus recht, allerdings sollte er das nicht auf Sinn eingrenzen. Der größte Teil der Medien drischt auf “die Retter” ein, ganz egal, was die machen. Es geht ums Bashing an sich, nicht um die Sache. Ein unschönes Konglomerat aus Anti-Euro, Anti-Europa, Anti-Merkel und Anti-Ausland (nicht Anti-Ausländer, da wäre man ja ein Rechtsradikaler…). Nationalisitisch durfte man jahrelang nicht sein, keiner will “in der rechten Ecke” stehen. Aber über den Umweg “Euro” können nun wieder alle ungeniert aufeinander einprügeln. Vornehmlich die älteren Semester, denn die Jugend ist längst globalisiert und schaut dem Treiben der weinerlichen DM-Freunde so fassungslos zu, wie jene schauen würden, wenn 90jährige von der Wiedereinführung der Reichsmark faseln.

  33. Den beiden Professoren Horn und Sinn kann ich nur mal empfehlen Sir Karl Poppers Buch: Vermutung und Widerlegung zu lesen! Die beiden Herren vergessen wohl, daß erhebliche philosophische Zweifel bestehen, ob die Volkswirtschaftlehre überhaupt eine Wissenschaft im strengen Sinne ist. Es langweilt allmählich immer wieder denselben Konflikt “Keynes versus Hayek” zwischen den Herren Professoren stellvertretend mitanzusehen. Sie sollten einfach einsehen, daß die Zukunft objektiv ungewiss ist und kein Mennsch weiß, welche der Theorien richtig ist. Empfehlen würde ich beiden auch das Buch: Die Anmassung von Wissen von August Friedrich von Hayek

  34. Sinn und Horn liegen unterschiedliche Ursachenanalysen zugrunde. Horn geht von Fehleinschätzungen der Finanzmärkte aus. Danach muss die EU nur genügend Liquidität bereit stellen und den Märkten signalisieren, dass die in Finanznot geratenen Staaten (und deren Banken) gerettet werden. Dann werden die fehlgeleiteten Märkte bereitwillig die Finanzierung des europäischen Modells fortsetzen. Für Sinn ist dagegen das Verschuldungsproblem real und in den Schuldenexzessen der vergangenen Dekaden begründet; das marode Bankensystem, dessen Aktiva – nicht zuletzt infolge einer exzessiven Geldpolitik – zu einem nicht unwesentlichen Teil aus Anleihen dieser Staaten besteht, verschlimmert diese Ausgangslage noch. Man braucht kein Volkswirt zu sein, um zu ahnen, wer hier irrt. Ein weiteres Indiz dafür, sind Horns verbale Entgleisungen. Es hilft wohl alles nichts: Wir werden wohl einmal mehr Zeugen des Versagens keynesianischer Rezepte. Bedauerlich nur, dass diesmal die Versuchsobjekte dieses Feldexperiments die Bürger unseres Landes sind.

  35. “Durch die Beschlüsse von Brüssel übernimmt lediglich (!!) der deutsche Steuerzahler Bürgschaften.”

    Wir Deutsche bürgen für fremde Staaten und Banken, die de facto allesamt pleite wären – wenn wir ihnen nicht unser Geld leihen würden. In welcher verträumten Welt lebt Herr Horn eigentlich? Würde Herr Horn sein ganzes privates Vermögen einem Bankrotteur hoppla hopp in die Hand drücken?

  36. Ok – man kann vielleicht über den Ton streiten. Dass allerdings die Einführung des Euro eine dumme Idee war wird heute kaum noch jemand bestreiten. Ohne Not wurden Risiken eingegangen, die niemand – auch keine Ökonomen – genau abschätzen konnte. Herr Horn hat scheinbar den Schuss noch nicht gehört.

  37. Herr Horn ist der intellektuelle Gutmensch der SPD und vieler Grünen, als Direktor und Professor äußerst gewerkschaftsnah. Wer etwas hat, hat es meist zu unrecht, und der Staat muß die Armen durch eine Umverteilung alimentieren. Nicht die eigene Leistungsbereitschaft wird gefordert, sondern mit der Keule der “Gerechtigkeit” wird der Leistungsgedanke auf den Kopf gestellt.
    Dasselbe Schema wird jetzt auf “Europa” übertragen. Die
    leistungsfähigen Länder sind die Schurken, die mit viel billigem Geld über ihre Verhältnisse leben, sind die Opfer. Dazu paßt auch die aktuelle Politik der SPD und der Grünen, denen die deutsche Haftung für fremde Schulden noch zu niedrig ist. Da sind natürlich Aussagen über die selbstverständliche Wahrung deutscher Interessen zum Aufjaulen und zum Hervorholen der nationalistischen Keule! Einfach beschämend, wie
    aus der deutschen Mitte heraus ureigenste wirtschaftliche und politische Interessenwahrung diffamiert wird!

  38. Herr Horn ist gewerkschaftsnah also der EU-Nomenklatura verpflichtet, deren Ratgeber er ist,
    An analytischer Kraft ist er Herrn Sinn bei weitem unterlegen. Das zeigt sich schon daran, dass er zu Mitteln der persönlichen Diffanierung greifen muß, um diese Defiziete zu verschleiern. kein ernstzunehmender Wissenschaftler überziet einen Kollegen mit Vorwürfen in Richtung Nationalismus.
    Herr Horn ist nicht mehr ernst zu nehmen, wie alle die in persönlichen verleumdugen ihr Heil suchen.

  39. Simple wie auch perfide Methode andere zum Schweigen zu bringen. Einfach gleich ins rechte Eck stellen und evt. auch noch Homophobie und ähnliches andichten.

  40. Wie, bitte, rekapitalisiert man (italienische, spanische …) Banken über Anleihen (von Spezialformen einmal abgesehen, deren Eigenkapitalfunktion zudem fragwürdig ist)?

  41. das ist dann wieder eines von diesen emotionalen “Argumenten” u. Vorwürfen, von denen es in der Krisendebatte nur so wimmelt.
    Man muss sich schon Nationalismus vorwerfen lassen, wenn man nur etwas verlangsamt den Geldbeutel öffnet.
    Was für eine Verkommenheit politischer Streitkultur !

  42. Was sind das bloß für eingebildete Menschen,die Herrn Sinn diffamieren.
    Mir scheint Die verdienen an der Ausbeutung Deutschlands.Scheinbar begreifen Diese Herren nicht,das es es Herrn Prof.Sinn,wie auch mir und vielen Anderen NICHT darum geht Euroa zu zerstören,sondern zu Retten.Nur auf dem eingeschlagenen Weg mit Fiiskalpackt (der sowieso nur Makulatur uns Augenwischerei ist,ist Europa nicht zu retten.Un d mit dem Banken Rettungs fond ESM schon garnicht.Sondern damit wird die Leistungsfähigkeit ausgehöhlt.Nur eine starke Abwertung der Südländer mit eigener Süd-Euro Währung.kann aus der Kriese führen.Das heißt ja nicht,das diesen Ländern über die EU nicht geholfen wird.Aber nur,wenn diese Länder endlich Srukturreformen durchführen und sich nicht auf Nicht Erbrachteb Lorbeeren ausruhen.